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Redakteur
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Alle Komponenten sind klasse, trotzdem ist der Klang nicht top? Das kann an vermeintlichen Kleinigkeiten liegen: Gleich zu Beginn an der Stromversorgung, ganz am Ende dann am Boxenkabel. Manchmal klappt’s auf dem letzten Meter mit einem anderen Signalleiter, oft kann hier aber auch ein sogenanntes Zobelglied das komplexen Zusammenspiel von Verstärker, Boxenkabel und Lautsprecher besser optimieren. Klingt knifflig, geht aber leicht – wir haben es mit dem HMS Perfect Match Bi-Wiring ausprobiert.

Das HMS Perfect Match Bi-Wiring ist für Boxen mit vier Anschlussklemmen ausgelegt.

Wie kann das sein? Viele Hörer sind überrascht, was der Wechsel des Lautsprecherkabels an klanglichen Veränderungen bei der eigenen Anlage bewirkt. Der Klang kann offener, plastischer, bassstärker, detailreicher werden – oder es passiert genau das Gegenteil. Um Missverständnissen vorzubeugen: Ein Kabel kann niemals das Audiosignal verbessern, im besten Fall wird es das Signal aber nicht verschlechtern. Das Ergebnis hängt allerdings auch von den „Mitspielern“ ab: Das Kabel ist halt kein unbeteiligter Signaltransporter, sondern Teil der Klangkette. Zusammen mit dem davorliegenden Verstärker und den dahinterstehenden Boxen bildet die Signalleitung eine elektrotechnische Schaltung, bei der die Bestandteile elektrisch aufeinander abgestimmt sein müssen, um akustisch optimal zu harmonieren. Dieses Thema treibt die Leverkusener High End-Manufaktur HMS um. Der renommierte Audio-Spezialist bietet ein breites Portfolio an Netzfiltern und Signalkabeln an, aber eben auch Komponenten, die in eine bestehende Anlage integriert werden können und die gewünschte Abstimmung besorgen: sogenannte Zobelglieder. Äh… Zobelwas?

Die vier Kabel finden mit den geschlitzten Hülsen-Banana-Steckern perfekten Halt in den Buchsen der Box.

Pfiffiges Teamwork

Zobelglieder sorgen dafür, dass das Zusammenspiel von Verstärker, Boxenkabel und Lautsprecher funktioniert. Diese drei Komponenten bilden aus elektrotechnischer Sicht einen Schwingkreis, der sich bei hohen Frequenzen, also hohen Tönen, immer stärker aufschaukeln kann. Dies wäre schädlich für den Verstärker. Um das zu vermeiden, haben die meisten Verstärker eine Bedämpfung eingebaut. Diese Schutzschaltung wird nach dem Elektrotechniker Otto Julius Zobel, der sich mit der Anpassung von Signalen beschäftigt hat, „Zobelglied“ genannt. Bei dieser Schaltung wirken im Wesentlichen ein Kondensator und ein vorgeschalteter Widerstand, und damit kompensiert das Zobelglied die Effekte, die durch die spulenartige Wirkung von Kabel und Lautsprecher erzeugt werden. Das Zobelglied im Verstärker ist so ausgelegt, dass das Zusammenspiel mit verschiedenste Boxen- und Kabeltypen funktioniert. Dieses Teamwork klappt meist reibungslos, eine genaue Abstimmung ist so aber nicht möglich. Dadurch kommt es zu Deformationen des Musiksignals. Als unerwünschte Additive kommen dann noch höherfrequente Schwingungen hinzu. All das führt zu einer Verschlechterungen des Klang. Wie lässt sich das verbessern? Da der heimische Verstärker und die eigenen Boxen in ihrem elektrotechnischen Verhalten nicht verändert werden können, verbleibt nur noch das Boxenkabel als Anpassungsmöglichkeit. Der Haupteinfluss des Lautsprecherkabels ist seine sogenannte Induktivität, dieses induktive Verhalten führt dazu, dass der Widerstand des Kabels mit steigender Frequenz größer wird. Die Induktivität eines Kabels kann allerdings sehr unterschiedlich ausfallen, sie hängt von den verwendeten Materialien und insbesondere vom Kabelaufbau ab. Deshalb gibt es hoch-, mittel und niederinduktive Lautsprecherkabel. Welche Induktivität nun am besten mit den eigenen Boxen und dem eigenen Verstärker harmoniert, kann man nun auf zwei Wegen herausfinden: Zum einen im Trial-and-Error-Verfahren mit verschiedenen Kabeln. Das bedeutet, dass man unter Umständen viel Geld und Zeit investiert, bis man die beste Lösung gefunden hat. Der zweite Weg ist komfortabler und cleverer: Man setzt in die bestehende Klangkette eine Komponente ein, die durch variable Einstellungen die Induktivität des bereits vorhandenen Kabels kompensieren kann. Damit sind wir beim HMS Perfect Match Bi-Wiring.

Alles klar: Welches Kabel wo angeschlossen wird, ist auf der Gehäuseoberseite angegeben.

Anpassung auf der Zielgeraden

Das Perfect Match von HMS ist im Prinzip ein veränderbares Zobelglied, das zwischen Boxenkabel und Lautsprecherklemmen eingefügt wird – also auf der Zielgeraden der gesamten Klangkette. HMS bietet seinen cleveren Klangverbesserer in zwei Ausführungen an: Zum einen für Lautsprecher mit zwei Klemmen, diese Perfect Match Single-Wiring-Version haben wir vor wenigen Wochen zu Gast in unserer Redaktion gehabt. Zum anderen gibt es die Perfect Match Bi-Wiring-Version für Lautsprecher mit vier Anschlussklemmen, diese Ausführung testen wir jetzt. Das HMS Perfect Match Bi-Wiring hat für den Anschluss an die Boxenklemmen vier abgehende Kabelenden, als Kabel kommt hier das hochwertige LSC 6 sq zum Zuge. HMS verwendet es auch solo als reines Ersatzkabel für die üblichen, aber meist klangbeeinträchtigenden Blechbrücken, mit denen Boxen üblicherweise ausgestattet sind. Auch beim HMS Perfect Match Bi-Wiring dienen die vier herausragenden Kabel als Brückenersatz. Die Enden der Kabel sind mit vergoldeten Banana-Hülsen versehen. Diese Hohlstifte besitzen an einer Seite eine durchgehende Auftrennung, dadurch können die Hülsen etwas zusammengedrückt werden. Das ergibt eine Art Feder-Effekt, deshalb stecken die Hülsen fest und sicher in den Anschlussbuchsen. Der Übergang vom Kabel zum Stecker ist jeweils mit einem Schrumpfschlauch überzogen, das verbessert die mechanische Belastbarkeit dieser neuralgischen Stelle. Je zwei Schrumpfschläuche sind dabei in Schwarz und Rot gehalten. Damit ist klar, wo sie eingesteckt werden sollen: Rot ist immer Plus, Schwarz immer Minus. Die Boxenklemmen weisen genau den gleichen Farbencode auf.

Zwischen den goldenen Buchsen sitzt, fast unscheinbar, der Umschalter für die Anpassung.

Nun muss man nur noch wissen, welche der Kabel für die Höhen und welche für den Bassbereich der Lautsprecher gedacht sind. Bei den Boxen steht an den Klemmenpaaren oft die Bezeichnung „Hi“, High“ oder „HF“ beziehungsweise „Lo“, „Low“ oder „LF“. Bei dem HMS Perfect Match Bi-Wiring ist auf dem Gehäuse an der Kabelaustritt-Stelle eine ebenfalls eindeutige Zuweisung zu finden: Die beiden äußeren Kabel sind dem „Tweeter“ zugeordnet, also den Höhen; die beiden inneren hingegen dem „Woofer“ also den Bässen. Um es ganz eindeutig zu machen, ist bei den Tweeter-Kabeln die Beschriftung Schwarz auf weißem Grund gehalten, beim Woofer hingegen Weiß auf schwarzem Grund. Zusätzlich sind die Kabel für den Tweeter ein wenig länger. Das hat auch einen ganz praktischen Sinn: Das HMS Perfect Match Bi-Wiring kann so geschmeidig nach unten hängen, das Mehr an Kabel kompensiert den Umstand, dass die Tweeter-Klemmen immer oberhalb der Woofer-Klemmen liegen. Der eigentlich interessante Teil des HMS Perfect Match Bi-Wiring befindet sich aber auf der andern Seite seines Korpus: Zwischen den beiden vergoldeten Buchsen, in die die Stecker des Lautsprecherkabels eingeführt werden, ragt ein Kippschalter aus dem Gehäuse. Mit ihm passt man das Zobelglied an das Lautsprecherkabel an. Das HMS Perfect Match Bi-Wiring bietet für hoch-, mittel- und niederinduktive Boxenkabel die drei Einstellungen „High“, „Medium“ und „Low“ an. Die Einstellung verändert man einfach durch Umlegen des Kippschalters. Das ist komfortabler gelöst als bei der Singe-Wiring-Version des Perfect Match, dort nimmt man die Einstellung durch das Umstecken eines Jumpers vor. Welche Kabel sind nun hoch-, mittel- oder niederinduktiv? Das verrät laut HMS die Zahl seiner isoliert geführten Signalleiter. Kabel mit nur zwei voneinander isolierten Signalleitern gelten als hochinduktiv, Kabel mit vier bis acht Leitern als mittelinduktiv, Kabel mit zwölf oder mehr Leitern als niederinduktiv. Weil nun nicht jeder den Aufbau seines Kabels kennt oder ihn per Durchschneiden der Signalstrippe in Erfahrung bringen möchte, findet man den Kabelcharakter und die notwendige Kompensation auch anders heraus: durch Ausprobieren – und genau das machen wir jetzt.

Die Anpassung an die Kabel-Induktivität ist in den Stufen „Low“, „Medium“ und „High“ möglich.

Das HMS Perfect Match Bi-Wiring im Praxis-Test

Wir wählen für den Test den Track „How It Feels“, eine leicht melancholische Midtempo-Nummer von Sophie Zelmani. Die schwedische Sängerin besitzt eine schlanke, mädchenhafte Stimme. Ihr lakonischer, teils gehauchter Gesang wird von einer Begleitcombo getragen, die aus akustischer sowie elektrischer Gitarre, Keyboard, Bass und Schlagzeug besteht. Wir hören die Nummer erst ohne das HMS Perfect Match Bi-Wiring, anschließend mit dem Zobelglied in der Einstellung „Medium“. Was verändert sich? Die einleitenden Zweiklänge der akustischen Gitarre, die mit aufgelegtem Handballen der Schlaghand gespielt sind und dadurch gedämpft-perkussiv klingen, zeigen sich mit dem Perfect Match akzentuierter, der Bass ist deutlich entschlackt, das Schlagzeug klingt knackiger, die solierende E-Gitarre und das Keyboard hingegen etwas mittenärmer. Der Gesang wirkt zudem nun ein wenig blutleer. Im Ganzen hat der Song allerdings ein bisschen an Definiertheit gewonnen. Nun wechseln wir von der Einstellung „Medium“ zur Einstellung „High“. Die einleitende gedämpfte Gitarre ist deutlich präsenter, auch die Keyboard- und E-Gitarren-Einwürfe setzen sich nun besser durch. Der Bass hat mehr Druck, das Schlagzeug klingt deutlich brillanter. Der Gesang ist etwas präsenter, aber immer noch leicht anämisch. Jetzt zur letzten Wahlmöglichkeit „Low“. Aha! Die gedämpfte Gitarre hat nun richtig Punch, der Bass besitzt jetzt ein schönes Volumen und hat Kraft, die Ausdünnung ist komplett verschwunden. Die E-Gitarre und das Keyboard haben nun endlich jenen „Körper“, der ihnen vorher gefehlt hat. Am meisten gewinnt aber der Gesang: Die Stimme von Sophie Zelmani ist deutlich beseelter, lebendiger, auch detailreicher. Die gesamte Aufnahme erscheint nun frischer und klarer, das Klangbild hat an Tiefe gewonnen – und unser Gewinn besteht in einem Mehr an Hörspaß.

Durch die verschieden langen Kabel für die Tweeter- und Woofer-Buchsen der Box liegt das HMS Perfect Match Bi-Wiring geschmeidiger an, die Kabel stehen so unter geringerer mechanischer Belastung.

Fazit

Kleine Komponente, große Wirkung: Das HMS Perfect Match Bi-Wiring sorgt mit seinem dreistufig einstellbaren Zobelglied für eine effektive Kompensation des Kabels und damit für eine optimale Abstimmung mit dem vorgeschalteten Verstärker und den nachfolgenden Boxen. Auch bei neuen Lautsprechern sorgt das Perfect Match-Modul für eine gelungene Integration. Dieses Tuning geht völlig unkompliziert, weil das Zobelglied einfach zwischen Boxenkabel und Lautsprecher geschaltet wird und mit seinem Umschalter komfortabel bedienbar ist. Nach spätestens zweimaligem Umschalten ist die Anpassung erledigt – und der Klang merklich verbessert.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: Highlight
Preis-/Leistung: angemessen

95 %

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180701.HMS Perfect Match Bi-Wire-Testsiegel

Technische Daten

Modell:HMS Perfect Match Bi-Wiring
Produktkategorie:3-fach einstellbares Zobelglied für Lautsprecher
Preis:320,00 Euro (Paarpreis)
Garantie:5 Jahre (bei Registrierung)
Ausführungen:Schwarz
Vertrieb:HMS Elektronik
+49 2171 734007
www.hmselektronik.de
Abmessungen (HBT):220 80 x 20 mm
Gewicht:182 g
Lieferumfang:+ HMS Perfect Match Bi-Wiring (2 Stück)
+ Transportkoffer
+ Garantie-Urkunde
Besonderes:+ 3-fach anpassbar
+ sehr gute Verarbeitung
+ einfache Handhabung
Benotung:
Gesamtnote:Highlight
Preis-/Leistungangemessen

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