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Redakteur

Die LS 7 Black Diamond 1,4 verspricht sich als kompromisslose Premium-Leinwand für den Einsatz im Wohnzimmer. Ihr Credo: Tagsüber Kinofilme und Live-Sport auf Großbildwand und in absolut bester Bildqualität erleben, ohne dabei das Wohnzimmer komplett verdunkeln zu müssen. Der Praxistest überzeugt, die für amtliche 4.790 Euro angebotene Leinwand bietet aber sogar noch mehr.

LS 7 Black Diamond 1,4: Dank ALR-Technologie ist eine kontrastreiche Bildreproduktion bei dieser Leinwand auch mit relativ hellem Umgebungslicht möglich.
Foto: Michael B. Rehders

Es ist Sommer, draußen scheint die Sonne. Trotzdem überkommt Filmfreunden und Sportfans oftmals auch tagsüber die Lust einen spannenden Blockbuster oder ein aufregendes Fußballspiel zu sehen. Nicht etwa auf dem kleinen TV-Gerätchen, sondern auf der Großbildwand mit ultrascharfen Bildern und sattem Ton. An solch schönen Tagen scheuen allerdings selbst die engagiertesten Heimkinofans den Weg ins Heimkino. Sie wollen schlicht und ergreifend nicht in einem dunklen Loch sitzen, während draußen bestes Sommerwetter zum Grillen und Sonnen einlädt. Also was tun?
WS Spalluto bietet eine Lösung, wie dieser Missstand auf beste Art und Weise behoben werden kann – und zwar in Form einer bis ins kleinste Detail beeindruckenden Tageslichtleinwand. Mit der LS 7 Black Diamond 1,4 lassen sich nach Herstelleraussage nämlich selbst in taghellen Wohnzimmern riesengroße Film- und Sportübertragungen farbecht und knackscharf realisieren.

Das glänzende SI-Logo prangt auf dem schwarzen Samtrahmen der Black Diamond 1,4.
Foto: Michael B. Rehders

Im Handumdrehen installiert

WS Spalluto benennt seine neue Premium-Marke mit den Lettern LS. Eine davon ist besagte LS 7 Black Diamond 1,4. Die dafür geforderten knapp 5.000 Euro sind zweifelsfrei eine Ansage für eine Leinwand. So stellt sich mir zunächst die Frage: „was erhält der Nutzer für so viel Geld?
Zunächst fällt bei Zustellung der großen Kartonage auf, dass die Black Diamond komplett montiert geliefert wird. Ein schweißtreibender und zeitaufwändiger Zusammenbau, wie ihn fast alle anderen Rahmenleinwände erfordern, entfällt bei diesem Modell. OK, das wäre ein Anfang! Die Installation zeigt sich als erfrischend einfach: Der Karton wird oben geöffnet, die Styropor-Sicherung entnommen und schon kann die komplette Leinwand fix und fertig montiert herausgezogen werden. Auffällig ist dabei zunächst der schöne, tiefschwarze Samtrahmen, der der Gesamtkonstruktion als solide und vielversprechende Basis dient. Überhaupt ist die Black Diamond vorzüglich verarbeitet. Hier passt alles perfekt zusammen, die Bildwand ist spiegelglatt. Selbst bei kritischer Untersuchung ist keine Welle zu erkennen. Genial, so ist tatsächlich eine wirkliche plane Projektion gewährleistet. Schon jetzt wird klar, dass es sich hier um eine anspruchsvolles Premium-Projektionsfläche handelt.

Premium-Leinwand fürs Wohnzimmer

Premium sind allerdings nicht nur die Verarbeitung und der Preis, sondern auch die Materialzusammensetzung: Um auch bei Tageslicht eine farbechte, intensive und helle Projektion zu gewährleisten, verfügt das Black-Diamond-Tuch über neun mikroskopisch feine Schichten aus optischen Filtern und Prismen. Kein Vergleich also zu herkömmlichen Leinwandtüchern, die einfallendes Licht unsortiert Richtung Zuschauer zurückstrahlen, hier steckt richtig Entwicklungs-Knowhow und Materialeinsatz drin! Vereinfacht erklärt, sorgen besagte Schichten im WS Spalluto-Tuch dafür, dass seitlich einfallendes Licht, z.B. durch Deckenleuchten und Fenster, absorbiert, bzw. so umgelenkt wird, dass auf der Leinwand lediglich direkt vom Beamer abgegebene Inhalte reflektiert und somit sichtbar werden. So soll der Zuschauer lediglich den projizierten Blockbuster zu sehen bekommen – ganz ohne kontrast- und qualitätsminderndes Fremdlicht. Dem werden wir im Praxistest (siehe unten) selbstverständlich genauer auf den Grund gehen. Zunächst aber noch einmal zurück zur Montage: Die Aufhängung ist im Handumdrehen erledigt. Ein Standardhalter wird an die Wohnzimmerwand gedübelt, an ihm wird die Black Diamond anschließend einfach aufgehängt, fertig. Ein weiterer Pluspunkt für meinen Testgast, denn so schnell habe ich noch keine Rahmenleinwand einsetzen können. Ein schönes Gefühl, da der Filmspaß nun sofort losgehen kann.

Ein Blick auf die Rückseite der LS Black Diamond 1,4 zeigt: Diese Leinwand ist bis ins kleinste Detail hervorragend verarbeitet.
Foto: Michael B. Rehders

So funktioniert die ALR-Leinwand

Die LS 7 Black Diamond ist also eine echte High-Contrast-Screen. Hinter der bereits beschriebenen Beschaffenheit aus Prismen, Filter und grauer Grundtönung steht ein Prinzip: Seitlich durchs Fenster einfallendes Tageslicht und Deckenbeleuchtung müssen so abgelenkt werden, so dass es sich nicht mit dem Projektionslicht mischen kann. Die Oberflächenstruktur ist obendrein so gestaltet, dass das direkt projizierte Bild in Richtung Zuschauer deutlich heller reflektiert wird. Angenehmer Nebeneffekt der sogenannten ALR-Technologie (Ambient Light Rejection) ist, dass dunkle Elemente weniger stark aufgehellt werden als es auf einer mattweißen Leinwand der Fall ist. Das bringt gleich weitere Vorteile, denn der Im-Bild-Kontrast auf der LS 7 ist im direkten Vergleich erheblich besser als der der allermeisten Mitbewerbsmodelle.
Wie bei allen Leinwänden gilt aber auch hier: Aus Richtung des Projektors darf kein Sonnenlicht kommen, weil das Projektionslicht ansonsten überstrahlt werden könnte.

Gestochen scharfe Darstellung und kaum Bildrauschen: Die LS 7 Black Diamond kann in heller Umgebung absolut überzeugen.
Foto: Michael B. Rehders

50 Prozent heller und doppelt so hoher Kontrast

Die Leinwand hängt, Zeit in den Praxistest zu starten, der mit einigen technischen Überprüfungen startet. Zunächst führe ich diesbezüglich ein paar Messungen durch, das hilft mir unter anderem für eine spätere Vergleichbarkeit mit anderen Leinwänden. Darüber hinaus sind die ermittelten Messwerte hilfreich, um meine subjektiven Bildeindrücke besser bewerten bzw. einordnen zu können. Für die Messung des Gainwertes (Leuchtdichte) kommen dann auch gleich unsere nagelneuen Messinstrumente zum Einsatz. Nur mit ihnen gelingt es, verbindliche und jederzeit reproduzierbare Messergebnisse von High-Contrast-Screens zu erhalten.
WS Spalluto beziffert den Leuchtdichtewert seiner LS 7 Black Diamond mit 1,4. Dieser Wert wird in der Praxis zunächst nicht ganz erreicht. Die Lichtausbeute ist rund 25 Prozent höher als auf einer mattweißen Leinwand. Das bedeutet: Filme sind auf der LS Black Diamond rund 25 Prozent heller als auf einer weißen Bildwand (Gain 1,0). Ermöglicht wird das durch die ausgefeilte Bauweise der Black Diamond, die bereits beschrieben wurde. Da Schwarz durch seitlich einfallendes Streulicht kaum aufgehellt wird, ist der ANSI-Kontrast hier unter Wohnzimmerbedingungen doppelt so hoch. Das Farbsegel wird praktisch 1:1 abgebildet, und die Farbtemperatur beträgt gute 6700 Kelvin (D65). Wer seinen Projektor auf diese Leinwand kalibriert, kann die Lichtausbeute sogar noch weiter steigern. Auf unserer LS 7 Black Diamond 1,4 führte die Kalibrierung zu einem rund 50 Prozent helleren Bild im Vergleich mit einer standardweißen Leinwand – und das ist in der Praxis jederzeit zu sehen.
Ein Problem vieler ALR-Leinwände ist hingegen das zum Rand hin dunkler werdende Bild, das kennen viele Bildexperten. Bei der LS Black Diamond ist das nicht der Fall. Aus üblichen Betrachtungsabständen ist eine Schattierung am Rand tatsächlich nicht zu erkennen, sie ist allenfalls messtechnisch zu erfassen. Das Messergebnis fällt diesbezüglich allerdings so gering aus, dass dieser Faktor in der Praxis absolut zu vernachlässigen ist. Grandios!

Der Vergleich mit unserer kleinen Demoleinwand offenbart eindrucksvoll die Stärken und die höhere Lichtausbeute der Black Diamond. Die kleine Leinwand steht direkt vor unserer Referenzleinwand, dabei fällt auf, dass das Bild auf der WS Spalluto schlichtweg intensiver leuchtet. Der leichte Blauüberschuss lässt sich problemlos absenken.
Foto: Michael B. Rehders

Mehr Kontrast im Wohnzimmer

Für diesen Test ziehen wir um. Heraus aus dem dunklen Testkino, hinein in einen Raum mit weißen Wänden. Alle Lichter sind gelöscht und das Tageslicht ist zunächst zuverlässig abgeschottet. Um Unterschiede in der Leinwand-Technik aufzuzeigen, stelle ich unsere – mit einem mattweißen Tuch bezogene – Referenzleinwand direkt neben die LS 7 Black Diamond 1,4. Für den ersten Praxistest spiele ich anschließend die von mir gemachte Nachtaufnahme von der Elbphilharmonie zu. Die Luftaufnahme entsteht am Tag der Eröffnung, nur wenige Minuten bevor die Bundeskanzlerin eintrifft. In der Schwarzreproduktion findet sich kaum ein sichtbarer Unterschied. Der Himmel ist perfekt durchgezeichnet, Spitzlichter leuchten auf der Black Diamond jedoch eine Spur intensiver. In hellen Bildinhalten ist ganz leichtes Glitzern zu sehen, das ich aber nicht als störend erachte, das fairerweise aber erwähnt werden muss.

Links die LS 7 Black Diamond, rechts unsere Referenzleinwand: Das Licht in den Fenstern der Elphi, wie die Hamburger ihr neues Wahrzeichen an der Elbe liebevoll nennen, erscheint links etwas heller als rechts. Dies ist dem höheren Gainfaktor der WS Spalluto geschuldet. Messtechnisch ist das Schwarz zwar auch minimal heller, das fällt subjektiv allerdings nicht auf.
Foto: Michael B. Rehders

Licht an, Bild weg?

Nach den ersten Erkenntnissen erzeuge ich im Testraum nun Tageslichtbedingungen. Anstatt Gardinen und Rollos zu öffnen, so dass ungehindert Sonnenlicht einfallen kann, schalte ich zwecks Reproduzierbarkeit zunächst mehrere fest platzierte Lampen ein. Auf diese Weise kann ich auch bei künftigen Leinwandtests identische Umgebungslichtbedingungen schaffen.
Kaum werden die ersten Bilder projiziert, sind die Unterschiede auch schon zu sehen. Während auf unserer mattweißen Referenzleinwand kaum noch etwas Brauchbares zu erkennen ist, da fast alle Einzelheiten vom Umgebungslicht überstrahlt werden, zeigt sich die LS 7 Black Diamond 1,4 vollkommen unbeeindruckt vom Lichtszenarium im hellen Raum. Schwarz ist immer noch Schwarz und auch die Plastizität bleibt vollkommen aufrecht erhalten. Allenfalls bei ganz genauer Betrachtung sind minimale Aufhellungen im Schwarz erkennbar. Um das zu sehen, bedarf es aber zwingend eines A/B-Vergleiches. In der Praxis ist dieser Umstand dagegen nicht relevant – und ist hier lediglich der Vollständigkeit halber vermerkt. Es ist schlichtweg beeindruckend, mit welcher Farbbrillanz sich die WS Spalluto LS 7 Black Diamond gegen Umgebungslicht durchsetzt. Das Blaulicht der Einsatzfahrzeuge leuchtet strahlend hell vor dem Eingang der Elbphilharmonie, einzelne Personen sind auf der Straße deutlich zu erkennen. Bildrauschen sucht man auf dem großen Screen vergebens. Stattdessen erscheint die Projektion selbst in tagheller Umgebung wunderbar klar, kontrastreich und farbstark.

Während sich das Umgebungslicht auf der mattweißen Leinwand (rechts) mit dem Projektionslicht mischt und dabei Kontrast und Farbbrillanz verloren gehen, wird bei der LS 7 Black Diamond (links) einzig das Projektorlicht zum Zuschauer reflektiert. Seitlich einfallende Umgebungshelligkeit wird von der Spalluto absorbiert bzw. zuverlässig umgelenkt. Dieser Screenshot zeigt eindrucksvoll, wie gut die „Ambient Light Rejection“-Technologie (ALR) hier funktioniert.
Foto: Michael B. Rehders

Gardinen auf

Als nächstes schauen wir uns um 16.00 Uhr das Länderspiel Uruguay gegen Frankreich an. Beide Teams stehen sich bei der WM in Russland im Viertelfinale gegenüber. Jetzt bleiben auch die Rollos und Vorhänge offen, für die Projektionsbedingungen eine weitere Herausforderung. Draußen scheint die Sonne am blauen Himmel, eine warme Brise lässt die Blätter der Kastanienbäume rascheln. Was mit einer standardweißen Leinwand undenkbar ist, funktioniert mit der ARL-Technologie der Black Diamond jetzt hervorragend: Fußball am Nachmittag und bei Sonnenschein. Der grüne Rasen sowie die weißen und hellblauen Trikots sprühen nur so vor Leuchtkraft und Kontrast. So macht die WM Spaß! Bei sommerlichen Temperaturen erleben wir dann, wie Frankreich durch einen Freistoß mit 1:0 in Führung geht. Nach der Pause erhöht der Weltmeister von 1998 durch einen Torwartfehler auf 2:0 und zieht letztlich verdient ins Halbfinale ein, da sie übers ganze Spiel gesehen das souveränere Team sind.

Fazit

Mit seiner Premium-Leinwand LS 7 Black Diamond 1,4 bringt WS Spalluto ungeahnte Qualität ins Wohnzimmer-Heimkino. Die Wiedergabe von Kinofilmen und Live-Sport-Events begeistern auf dieser Großbildwand auch ohne, dass man den Raum komplett verdunkeln muss. Farben werden satt und intensiv reproduziert und der Schwarzwert ist genial. Dank hochwertiger Materialien, bester Verarbeitung und neuester ALR-Technologie wird ganz nebenbei sogar die Lichtausbeute von Projektion um bis zu 50 Prozent gesteigert. Premium ist nicht nur der Preis mit 4.790 Euro, sondern auch die fantastische Abbildungsqualität der LS 7 Black Diamond 1,4 bei hellem Umgebungslicht.

Test, Fotos & Text: Michael B. Rehders

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 %

98 %

94 %

180711.WS Spalluto-Testsiegel

Technische Daten

Modell:WS Spalluto
LS 7 Black Diamond 1,4
Produktkategorie:Rahmenleinwand
Preise:4.790 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Leinwand mit Samtrahmen
Vertrieb:WS Spalluto
Tel.: 07222 91900
www.wsspalluto.de
Abmessungen (Breite):2,50 x 1,40 Meter (16:9) (jedes andere Format möglich)
Technik:ALR High-Contrast-Screen mit grauer Grundfärbung
Lieferumfang:- LS 7 Black Diamond 1,4
- Gebrauchsanleitung
- Samtrahmen
Besonderes+ komplett zusammengebaut geliefert
+ unkomplizierte Montage
+ Gleichmäßige Lichtverteilung (sichtbar auch von seitlichen Sitzplätzen)
+ hervorragende Verarbeitung
+ relativ leicht
+ Farbneutral
+ Nutzung bei kontrolliertem Restlicht/Tageslicht
+ kein nennenswerter Hotspot-Effekt
Benotung:
Bildqualität (50%):1,0
Praxis (25%):1+
Ausstattung (25%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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