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Der Over-Ear-Kopfhörer auvisio OHS-160.fm ist federleicht. Er ist kabellos zu betreiben, mit Tuner und MicroSD-Karten-Slot ausgestattet und sein Preis ist niedrig. Dagegen kann eigentlich niemand etwas haben. Dieser ist allerdings so niedrig, dass man schnell stutzig werden kann.

Der auvisio OHS-160.fm ist gerade einmal 10 Euro. Dafür bietet er jede Menge an Ausstattung.

Ein Bluetooth-Kopfhörer mit spannenden Zusatzfeatures für rund 10 Euro, kann das was sein? Diese Frage haben wir uns auch gestellt und den auvisio OHS-160.fm mal zum Test bestellt. Kaum in der Redaktion angekommen, ist die Neugier gleich groß. Also: Karton auf und Inhalt raus. Was direkt auffällt: Der Kopfhörer ist mit seinen 155 Gramm Gewicht federleicht. Fast könnte man meinen, man halte nur eine leere Kunststoffhülle in Händen. Aber mitnichten, hier ist alles drin. Schallwandler, Bluetooth-Modul, FM-Empfänger (dafür steht das Kürzel „FM“ in der Produktbezeichnung) und MicroSD-Karten-Slot.
Die Optik ist zeitlos und ansprechend. In Sachen Verarbeitung macht sich der niedrige Preis allerdings bemerkbar. Das leichte Kunststoff ist wenig verwindungssteif, dafür aber offensichtlich robust und unsensibel gegen Fingerabdrücke und Staub. Das Zubehör ist absolut ausreichend. Neben einem USB-Ladekabel gehören hier noch eine Anleitung und eine analoge Audioleitung zum Lieferumfang. Letztere dient der direkten Anbindung ans Smartphone, sollte dem OHS-160.fm einmal „der Saft“ ausgehen. Mehr braucht es auch nicht.

Zwar kein Leder aber dennoch gut gemacht: Die Ohrpolster sind gut verarbeitet und bequem.

Vorbereitung ist alles

Bevor es nun in den Hörtest geht, gilt es erstmal den Kopfhörer aufzuladen. Wie gesagt, das dazu benötigte Kabel gehört zum Lieferumfang. Jetzt kann man den OHS-160.fm beispielsweise direkt am Computer, Laptop oder auch an anderen mit USB-Buchse ausgestatteten Gerätschaften mit Energie befüllen. Will man sein Headset stattdessen ganz klassisch an der Wandsteckdose laden, wird ein zusätzlicher USB-Netzstecker benötigt. Dieser gehört hier leider nicht zum Lieferumfang. Als Kritikpunkt ist das jedoch nicht zwingend anzusehen, selbst deutlich teurere Geräte werden inzwischen ohne Netzstecker ausgeliefert. Ausserdem wird ein entsprechender Stecker heutzutage in mehrfacher Ausführung in jedem Haushalt vorhanden sein.

Einfacher geht es kaum

Nachdem der Over-Ear vollständig geladen ist, dafür braucht er etwa zweieinhalb Stunden, geht es dann in den Bluetooth-Test. Hier stellt sich der Verbindungsaufbau dann als kinderleicht heraus.

1. Kopfhörer einschalten
2. Play-Taste drücken, bis „Bluetooth-Mode“ zu hören ist
3. Bluetooth am Smartphone aktivieren
4. „ZX-1782“ aus Liste verfügbarer Bluetooth-Partner wählen

Das war es schon, jetzt kann die Wiedergabe starten. Einen kleinen Haken gibt es in diesem Zusammenhang aber doch. Ist das Smartphone/Tablet mit dem OHS-160.fm konnektiert, muss diese Verbindung zuerst aktiv beendet werden. Das gilt auch, wenn aktuell keine Daten über das verkettete Smartphone zugespielt werden. Erst wenn die Verbindung getrennt ist, ist der auvisio zur Kopplung mit einer anderen Quelle bereit. Nichts Dramatisches aber doch ein Punkt an den man denken sollte, wenn der Kopfhörer von verschiedenen Quellen mit Musik versorgt werden soll.

Die Bluetooth-Verbindung zum Smartphone ist Ruckzuck hergestellt.

Musik liegt in der Luft

Im ersten Bluetooth-Test geht es mit Kari Bremnes und „Birds“ dann noch etwas gemächlicher zu. Dabei zeigt der OHS-160.fm, dass er deutlich besser klingt, als man es von einem 10-Euro-Kopfhörer vielleicht erwartet. Die Stimme der norwegischen Künstlerin wird deutlich aus der begleitenden Instrumentalisierung herausgehoben. Wer das Album kennt, erkennt dann aber schnell, dass die Hochtonwiedergabe dieser anspruchsvoll abgemischten Aufnahme nicht ganz so präsent ist, wie man sie von hochpreisigeren Modellen kennt. Als Beispiel ließe sich hier der von uns getestete Phiaton BT 330 NC heranziehen. Dennoch: Der auvisio spielt unangestrengt, ergiebig und ohne große Schwächen auf. Nur allzu laut sollte man es nicht werden lassen, dann gerät der Kopfhörer an seine Grenzen. Aufnahmetechnisch weniger anspruchsvoll, dafür aber deutlich betriebsamer geht anschließend mit dem in MP3-Verion auf meinem Smartphone lagernden „Lady“ von Lenny Kravitz weiter. Klavieranschläge, Bässe, stilistisch verzerrte Gitarren und die unverkennbare Stimme des US-amerikanischen Ausnahmekünstlers werden jetzt in ihrer Gesamtheit zu Gehör gebracht. Alles da, kein Frequenzbereich wird besonders herausgehoben oder unterdrückt. Bedenkt man den Preis dieses Headsets, klingt es sogar erstaunlich gut. Highend ist es jetzt natürlich nicht, was ich erlebe. Besser als die iPhone-Lautsprecher oder die meines Computers klingt der OHS-160.fm aber locker. Was ebenfalls positiv auffällt: Die Bluetooth-Verbindung bleibt jederzeit stabil. Selbst durch eine Trockenbauwand hindurch sind weder Abbrüche noch Unterbrechungen festzustellen. Auf der Joggingrunde macht sich dann auch das geringe Gewicht von nur 155 Gramm positiv bemerkbar. Selbst nach 30 Minuten drückt hier nichts.

Gemessen an seinem Preis spielt der OHS-160.fm richtig gut.

Musik vom Kärtchen

Oberhalb der drei Tasten in der linken Ohrmuschel befindet sich noch ein kleiner unscheinbarer Schlitz. Er nimmt Karten im MicroSD-Format bis zu einem Fassungsvermögen von 64 Gigabyte auf. Als ich die Karte einstecke, muss ich einen leichten Federwiderstand überwinden, damit die Karte richtig sitzt. Das kennt man auch von Kameras, Handys und andern Geräten, die Informationen von SD-Card entgegen nehmen. Als die kleine Karte eingesteckt und die entsprechende Betriebsart über die Play/Pause-Taste gewählt ist, beginnt die Wiedergabe. Über die Skipp-Buttons rechts und links der Play/Pause-Taste kann ich nun durch die Playlist navigieren.

Alle Bedienelemente und auch der MicroSD-Slot befinden sich in der linken Ohrmuschel.

Der OHS-160.fm ist auch Radioempfänger

Eine Besonderheit des auvisio Over-Ears ist sein integriertes Tuner-Modul. Bedeutet: Mit dem OHS-160.fm kann ich Radioprogramme unterwegs auch ohne verbundenes Smartphone oder eine andere Quelle empfangen. Um in den FM-Radio-Modus zu gelangen, halte ich die Play/Pause-Taste zunächst für rund zwei Sekunden durchgängig gedrückt. Ist die Ansage „FM Mode“ aus dem Kopfhörer zu hören, lasse ich die Taste einfach los. Um den automatischen Suchlauf zu starten, muss ich die gleiche Taste dann noch einmal kurz drücken. Anschließend sucht sich der auvisio durchs gesamte Frequenzband. Der erste gefundene Sender wird dann automatisch abgespeichert. Ist eine andere Radiostation gewünscht, wird die gleiche Taste einfach ein weiteres Mal gedrückt. Durch alle gefundenen Sender wird dann später über die Skiptasten navigiert. Ist man draußen unterwegs, ist der Empfang tatsächlich gut. Nachrichtensendungen können einwandfrei verfolgt werden. Die Musikwiedergabe ist dynamisch und auch von einem satten Bass unterlegt – selbstverständlich immer vorausgesetzt, man befindet sich in einem entsprechend starken Sendebereich. In geschlossenen Räumen ist die Empfangsstärke dann eingeschränkter. In unserem Büro wurden weniger Stationen gefunden, als noch draußen. Der Fairness halber muss aber erwähnt werden, dass auch stationäre Radioempfänger hier nicht jeden Sender sauber empfangen. Für den Radioempfang drinnen ist der integrierte Tuner somit nicht unbedingt zu empfehlen, draußen funktioniert er aber richtig gut. Zusammengefasst lässt sich sagen: Der integrierte Tuner ist ein schönes Feature für Jogger, die auf der abendlichen Laufrunde weder ein Smartphone, noch eine andere Quelle mitnehmen wollen.

MicroSD-Slot und der integrierte FM-Tuner machen den OHS-160.fm vielseitig. So kann man beispielsweise die Joggingrunde musikalisch angehen, ohne sein Smartphone mitnehmen zu müssen.

Fazit

Kabellos, mit Freisprechfunktion, Radio und SD-Karten-Steckplatz: Der auvisio OHS-160.fm ist ein echter Kopfhörer-Tausendsassa. Hinzu kommen die Akku-Power von rund fünf Stunden und der hohe Tragekomfort. Jogger werden sich über den FM-Tuner oder Wiedergabemöglichkeit per SD-Karte freuen. So muss man zu seinem Workout kein Smartphone mehr mit sich herumschleppen. Klar gibt es bessere Kopfhörer, sowohl klanglich wie verarbeitungstechnisch. Für einen Verkaufspreis von aktuell knapp 10 Euro werden Sie aber schwer einen besser klingenden und vermutlich keinen besser ausgestatteten Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer finden.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: Preistipp
Preis-/Leistung: sehr gut
190106.Pearl-Testsiegel

Technische Daten

Modell:auvisio
OHS-160.fm
Preis:um 10 Euro
Ausführungen:anthrazit
Vertrieb:Pearl, Buggingen
0180/55582
www.pearl.de
Gewicht:0,155 Kg
Anschlüsse:- Bluetooth
- kabelgebunden
- Mini-USB (Nur Ladefunktion)
Quellen:- Bluetooth
- MicroSD
- FM-Tuner
Bluetooth-Reichweite:bis zu 20 Meter (Herstellerangabe)
Akku-Ladezeit:ca. 2,5 Stunden (vollständige Ladung)
Akkulaufzeit:ca. 5 Stunden
Standby-Zeit:ca. 200 Stunden
unterstützte Formate:WMA, WAV, MP3
Pros und Contras:+ Radioempfang
+ Bluetoothempfang
+ hohe Bluetooth-Reichweite
+ wenig Gewicht
+ 5 Stunden Akkulaufzeit
+ MicroSD-Slot
+ Preis

- FM-Empfang in geschlossenen Räumen
- Materialqualität
Benotung:
Gesamtnote:Preistipp
Preis-/Leistungsehr gut

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