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Redakteur
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Was tun, wenn der Raum, in dem man Musik hören möchte, ein paar akustische Defizite hat? Man kann das Zimmer mit Dämpfern und Diffusoren bestücken, die meist hässlich und immer teuer sind – oder man investiert gleich in Lautsprecher mit amtlicher Raumoptimierung und aktiver Verstärkerelektronik. Die BB-10L von Bohne Audio vertritt genau dieses Konzept – und verblüfft mit außergewöhnlichen Finessen wie dem famosen Bändchen, das als Breitbänder spielt und als Dipol strahlt.

Die Bohne Audio BB-10L setzt mit ihrer schwungvoll-skulpturalen Formgebung einen optischen Akzent in unserem Hörraum.

Das kommt davon, wenn man selbst Musik macht: Man weiß, wie Instrumente klingen sollten – und man hört, wie weit weg davon die Musikwiedergabe im heimischen Ambiente mitunter ist. Das liegt zum einen an der Klangkette: Die Instrumente sind hierüber oft nicht so knackig und dynamisch, wie man es von einem Livekonzert kennt. Es liegt zum anderen – und vor allem – an den räumlichen Gegebenheiten: Die meisten Zimmer bescheren uns einen unausgewogenen Klang, manchmal dröhnt eine Bassfrequenz, und je nach Einrichtung klingt es zu hell oder zu dumpf. Jörg Bohne ist angetreten, um das zu ändern. Als Schlagzeuger und Physiker in Personalunion bündelt er sein Know How in seiner Manufaktur Bohne Audio, und hier setzt er konsequent auf Zwei-Wege-Schallwandler mit Verstärker und Soundprozessor zur Klangoptimierung. Das gilt auch für die BB-10L, die Jörg Bohne in die lite-Redaktion mitbringt und in unserem Hörraum einmisst. Dieser Standlautsprecher eröffnet die Lifestyle-Serie von Bohne Audio – und er macht dem Seriennamen alle Ehre.

Die gerundeten Gehäusewangen sorgen für die organisch-geschmeidige Erscheinung. Durch die hier eingefasste Stoffabdeckung kann man das Bändchen sehen, das auch nach hinten Schall abstrahlt.

Lifestyle …

Skulptural – diese Beschreibung haben wir direkt im Kopf, als wir die BB-10L in unserem Hörraum sehen: 1,17 Meter ragt sie vorne in einer geraden Linie auf, rückseitig hingegen verjüngt sich die kubische Geometrie ab der Mitte nach oben hin in einer sanften Kurve, bis die Korpustiefe schließlich eine Schlankheit von 13 Zentimetern erreicht. Diesen Bogen vollführen aber eigentlich nur die drei Zentimeter starken Gehäusewangen. Sie verbinden damit geschmeidig das Gehäuseareal für das Bändchen und die Kammer für die Mitteltieftöner und sorgen so für ein optisches organischen Ganzes. Um diesen Eindruck zu verstärken, sind auch die Übergänge zur Oberseite und zur Front stark gerundet. Dank dieser Kasten- und Kantenfreiheit und aufgrund der sanften Neigung des gesamten Korpus erweist sich die BB-10L trotz ihres Volumens als wohnraumfreundlich. Dazu trägt auch die freie Wahl bei der Bekleidung bei: Neben der Standard-Lackierung des MDF-Gehäuses in Schwarz oder Weiß gibt es gegen Aufpreis ein Eiche-, Kirsche- oder Nussbaum-Furnier, darüber hinaus sind auf Anfrage individuelle Ausführungen möglich – schließlich ist Bohne Audio eine echte Manufaktur.

Die sanften Rundungen des Gehäuses erhöhen die Attraktivität und Wohnraumfreundlichkeit.

… und Technik: Das Bohne-Bändchen

In der schönen Schale des Schallwandlers steckt nun staunenswerte Technik: Oben thront ein echtes Bändchen, also wirklich eine durchgängig leitende Folie, die zwischen starken Magneten sitzt und in deren Magnetfeld schwingt, sobald sie vom Strom des Musiksignals durchflossen wird. Dieses Magnetostat-Prinzip ist an sich nicht neu – doch Jörg Bohne hat es geschafft, diese mechanisch sehr empfindliche Technik, die deshalb fast nur im Hochton verwendet wird, so weiterzuentwickeln und so robust zu gestalten, dass sie auch für die Mitten einsetzbar ist. Das Ergebnis ist ein extrem leichtes, 0,1 Gramm wiegendes Breitband-Bändchen, das bis zu vier Millimeter weit auslenken kann, kurzzeitig hohe Ströme bis 80 (!) Ampere aushält und eine Erhitzung bis auf 300 Grad verträgt. Dank dieser Strapazierfähigkeit beherrscht das Bohne-Bändchen auch die grobdynamische Schallwandlung. Dies ergänzt die bekannten Flächenstrahler-Meriten, nämlich die gleichmäßige Membranbewegung und die ungemein hohe Impulstreue, die für kurze Einschwingvorgänge sorgt. Akustisch resultiert das in einer tollen Räumlichkeit der Abbildung und in einem sehr offenen, dynamisch-frischen und verfärbungsfreien Klang. Den liefert das Bohne-Bändchen in der BB-10L von 24.000 Hertz bis runter zu unglaublichen 1.000 Hertz. Durch diese Breitbandigkeit entfällt der Mitteltöner, das bürgt für eine größere tonale Homogenität kommt dem natürlichen Ideal einer Ein-Punkt-Schallquelle näher. Eine hornartige Schallführung sorgt dafür, dass die Luft, die dieser Wandler bewegt, sich definiert ausbreitet. Das geschieht nach vorne hin zum Hörer, aber ebenso nach hinten – das Breitband-Bändchen funktioniert in der BB-10L also auch als Dipol. So nennt man Lautsprecher, die in zwei Richtung abstrahlen, wobei die beiden Signale gegenphasig sind. Steht der Lautsprecher nun nahe einer Wand, wird das nach hinten abgestrahlte Signal reflektiert, das sorgt für eine gewollte Diffusion und befördert einen räumlichen, einhüllenden Klangeindruck.

Das patentierte Bohne-Bändchen prägt mit dem Kürzel BB den Namen der BB-10L, aber auch den Klang: Der Magnetostat kann Dank seiner Breitbandigkeit neben den Höhen auch die Mitten bis 1.000 Hertz schallwandeln.

Trias für den Mitteltiefton

Bei 1.000 Hertz übernimmt die Bassfraktion die Schallwandlung – und auch hier hat Bohne Audio eine Spezialität in petto: Im Gehäuse schwingen gleich drei Zehn-Zoll-Chassis, allerdings wird nur der nach vorne strahlende Woofer mit dem Musiksignal versorgt. Die beiden seitlichen Lautsprecher hingegen sind sogenannten Passivradiatoren. Sie bestehen nur aus der Membran und deren Einfassung und schwingen allein deshalb mit, weil der frontseitige Speaker die Luft im geschlossenen Gehäuse bewegt. Dadurch erzielt man eine ähnliche Wirkung wie mit einer Bassreflexabstimmung: Trotz eines relativ kleinen Gehäusevolumens erreicht man einen größeren Frequenz-Tiefgang. Bei der BB-10L ist das Korpusvolumen allerdings gar nicht gering. Trotzdem hat sich Bohne für diese Lösung entschieden, weil sie zu einem präziseren Bass und zu mehr Druck im Tiefton führt. Den liefert dieser Standlautsprecher nun Dank der Tiefbass-Erweiterung um die Passivmembranen bis runter zu 27 Hertz. Als Membran-Material kommt kunstfaserverstärktes Papier zum Zuge, dieser Mix bietet bei niedrigem Gewicht eine hohe Steifigkeit. Zur Festigkeit tragen auch die Staubschutzkappen auf den Membranen bei. Strapazierfähige Sicken und eine Langhubausführung des Antriebs sorgen dafür, dass zur Präzision der Tiefton-Trias reichlich Potenz bezüglich hoher Pegel und großer Membranauslenkungen kommt. Noch ein kurzer Blick auf die Rückseite: Hier finden wir vier amtliche Klemmen für den Anschluss von Kabeln für den Hochton- und den Tieftonbereich. Aber Achtung: Dies ist kein normaler Bi-Amping-Anschluss, hier muss eine Aktivweiche vorschaltet sein, denn der Lautsprecher selbst besitzt keine Frequenzweiche. Was man zum Betrieb des Lautsprechers benötigt, liefert Bohne Audio aber gleich mit.

Drei Mitteltieftöner sorgen für das amtliche Fundament. De beiden seitlichen Chassis arbeiten als Passiv-Radiatoren, die durch den vorderen Woofer mitbewegt werden.

Die Mitspieler: Der DSP für Raumanpassung und Streaming, der Verstärker für die Amplifizierung

Bei der vorgeschalteten Elektronik hat der Kunde die Wahl: Das kleine Paket umfasst einen Vollverstärker, in den die Vorstufe, vier Endstufen, die aktive Frequenzweiche und der DSP für die Raumentzerrung integriert sind. Wir haben jedoch das größere Paket bestellt: Bei uns spielt die Endstufe Bohne Audio BA-200, sie liefert mit einer Class AB-Verstärkerschaltung zweimal 100 Watt plus zweimal 200 Watt für das Bi-Amping. Damit bezeichnet man die getrennte Ansteuerung der zwei Wege des Lautsprechers mit jeweils einem separaten Verstärker. Dazu kommt nun eine Vorstufe mit Aktivweiche und Signalprozessor, hier bietet Bohne Audio wahlweise den Trinnov ST-2 HiFi an – oder den für unseren Test verwendeten miniDSP SHD. Er hat mit „Dirac Live“ ein exzellentes Raumkorrektursystem an Bord. Dieses bietet nun vier Speicherplätze zur Hinterlegung von verschiedenen Klangprofilen. So lässt sich neben dem rein korrigierten Klang etwa ein Loudness-Sound einrichten, bei dem auch abendliches Musikhören bei geringer Lautstärke Spaß macht. Für all das muss das Musiksignal aber erst mal eingespeist werden – und hierfür bietet der miniDSP SHD etliche Anschlüsse. Zu den beiden analogen Eingängen (einmal symmetrisch in XLR und einmal unsymmetrisch in Cinch ausgeführt) gesellen sich gleich vier digitale Inputs: USB, S/PDIF optisch (Toslink), S/PDIF elektrisch (Cinch) sowie AES/EBU. Hinzu kommt eine LAN-Buchse. So können digitale Dateien von der Festplatte oder übers Netzwerk bis zu 192 Kilohertz/24 Bit abgespielt werden. Das geht auch Dank des integrierten Musikplayer-Betriebssystems „Volumio“, mithilfe dieser Software und der zugehörigen Bedienoberfläche ist also sogar Musikstreaming möglich. Auch ausgangsseitig ist der miniDSP SHD bestens ausgestattet: Er präsentiert vier symmetrische XLR- und vier unsymmetrische Cinch-Buchsen für die Signalweitergabe an eine Endstufe, dazu bietet er für die digitale Datenweitergabe zwei S/PDIF-Koaxialbuchsen, das entspricht also der digitalen Ausgabe aller vier Kanäle. So kann man auch einen externen Wandler in Anspruch nehmen. Soweit alles top – nur bei der Optik können der DSP und der Verstärker wegen ihrer nüchtern-designreduzierten Kastigkeit nicht mit dem Lifestyle der Lautsprechern mithalten.

Diese Komponenten treiben die BB-10L an: Unten steht die Endstufe Bohne Audio BA-200, über ihr thront der miniDSP SHD, in ihm steckt der Vorverstärker, die aktive Frequenzweiche und die Raumklangkorrektur.

Beratung, Lieferung und Einmessung

Bohne Audio ist, wie gesagt, eine echte Manufaktur. Deshalb leisten die Engelskirchener auch die Beratung, den Direktvertrieb und den Einmess-Service in Eigenregie. Wer sich also für die BB-10L interessiert, kann sie in Engelskirchen bei Köln, im Showroom in Klosterlechfeld bei Augsburg oder auf den HiFi-Messen probehören und sich beraten lassen. Wer sich dann für die BB-10L entscheidet, lässt sie sich entweder per Spedition liefern und per Fernwartung durch Bohne Audio auf den eigenen Raum hin optimieren – oder man nimmt für einen Aufpreis die Einrichtung vor Ort in Anspruch. Das haben wir uns gegönnt, Jörg Bohne nimmt höchstpersönlich den Aufbau und die Einmessung in unserem Testraum vor. Für die Anpassung an den Raum baut er am Hörplatz in Ohrhöhe ein Mikrofon auf, dann startet er auf seinem Rechner die Korrektursoftware. Der Soundprozessor sendet nun über die Lautsprecher einen sogenannten Frequenz-Sweep. Das ist ein kontinuierlicher Ton, der bei den ganz tiefen Frequenzen startet und dann stetig bis hin zu den ultrahohen Tönen ansteigt. Das Mikrofon nimmt den Ton auf – und so kann man den Soll-Wert (also das ausgesandte Referenzsignal) mit dem Ist-Wert (dem von den Boxen abgestrahlten und vom Mikrofon im Raum aufgenommenen Signal) vergleichen. Diesen Vorgang wiederholt Bohne an acht weiteren Messpunkten, an dem er das Mikrofon aufstellt. Anhand der Resultate nimmt die Software anschließend eine Impuls- und Amplitudenkorrektur vor, Bohne optimiert das Ergebnis nochmals in klanglicher Hinsicht und erstellt nun verschiedene Klangprofile. Als Preset eins erhalten wir eine Korrektur mit zusätzlichem leichtem Abfall im Höhenbereich, Preset zwei und drei forcieren diesen Höhenabfall, Preset vier hingegen ist eine Art Loudness-Einstellung, mit ihr kann man leise Hören und bekommt trotzdem genügend Bass und Höhen, um das Klangbild als ausgewogen zu empfinden. Man kann sich aber auch Klangprofile für verschiedene Musikstile einrichten lassen.

Jörg Bohne bei den Einrichtungs- und Einmess-Arbeiten. Am Anfang steht die akribischen Aufstellung, damit die Abstände zu den Wänden und die Einwinklung auf den Hörplatz stimmen. Dann liefern die als Dipole arbeitenden Bändchen der Lautsprecher die richtige Mischung aus Präzision und Diffusion und damit einen perfekt räumlichen Klang.

Die Bohne Audio BB-10L in der Praxis

Fangen wir mit dem Profil eins an, das aus der Raumkorrektur resultiert und die BB-10L auf unseren Hörraum hin optimiert. Wir starten mit dem Song „Dás Áiggun Cuozzut – Orbina“, er entstammt der famosen Konzertaufnahme „Eallin – Live“ von Mari Boines. Die lappische Sängerin verbindet hier die samische Sprache und Musik ihrer nordischen Heimat mit Folk, Rock und Jazz zu einer faszinierend-exotischen Weltmusik. Der Track startet mit dem Applaus des Publikums – und schon hier fällt sofort auf: Die Lautsprecher sind akustisch absolut unsichtbar, sie sind als Schallquelle nicht zu orten. Dafür versetzten uns die BB-10L mitten in das Konzert, wir sind quasi eingehüllt in die Saalatmosphäre und vom Klatschen der Hände. Die als Dipol funktionierenden Bändchen leisten hier exzellente Arbeit – und es wird noch eindrucksvoller, als Mari Boine einsetzt und wenige Worte in ihrer Muttersprache raunt und wispert: Sie steht mitten vor uns, ihrer Einflüsterung können wir uns nicht entziehen. Wir sind von dieser Stimmwiedergabe schwer beeindruck! Während wir uns noch gebannt auf die leisen Worte konzentrieren, setzt unvermittelt die Begleitband ein – unterlegt von einer mörderfetten tiefen Trommel, deren Donnerschlag uns in die Glieder fährt. Was für ein Punch! Was für eine Dynamik und Kraft!

Das Anschlussterminal der BB-10L: Vier Klemmen ermöglichen den Bi-Amping-Betrieb, der mit dem mitgelieferten Verstärker auch realisiert wird.

Herausragende Räumlichkeit

Und vor allem: Was für eine Kontrolle! Es wummert nicht, obwohl so ziemlich alles in unserem Hörraum wackelt. Wir hören den Song nämlich mit ordentlichem Pegel, empfinden ihn aber nicht als übermäßig laut und schon gar nicht als anstrengend. Das ist immer ein Zeichen einer für eine sehr gute Wiedergabe. Die Bass-Urgewalt ereilt uns immer auf den ersten Schlag jedes Taktes, die Trommel von Helge Norbakken bietet das Fundament für das ungewöhnliche Instrumentarium der anderen Mitmusiker: Mari Boine übernimmt auch die Djembe, eine afrikanischen Bechertrommel, Roger Luvigsen an der Gitarre, Carlos Quispe an der Charango, der andischen Kleinlaute – und schließlich zieht uns Frontfrau Mari Boine mit ihrem mystisch-beschwörenden Gesang, mit kehligen Lauten und Stimmüberschlägen wieder in ihren Bann. Die meditative Kraft dieser Musik kann man sofort spüren. Das liegt an der famosen Performanz, aber auch an der exzellenten Wiedergabe: Die räumliche Abbildung ist geradezu holografisch, Bühne, Musiker, Saal und Publikum ergeben ein akustisches Ganzes. Dies gelingt auch deshalb, weil die BB-10L ungemein exakt schallwandeln und fein auflösen. Wir hören die kleinsten Details, jeden Saitenanschlag der beiden Gitarristen, jeden Finger, mit dem Mari Boine das Fell ihre Djembe berührt, während sie die vertracktesten Rhythmen trommelt. So klingen diese Instrumente, alles wirkt greifbar, wirklich, real.

Die mitgelieferte Fernbedienung ermöglicht die Steuerung der Lautstärke, die Stummschaltung sowie die Auswahl der vier Klangprofile – und zum Vergleich ihrer Wirkung die An- und Abschaltung der Raumkorrektur.

Raumkorrektur für optimales Klangniveau

Wir haben uns den Spaß gemacht und mal die Raumkorrektur ausgeschaltet – und sofort festgestellt, dass der Spaß nun merklich geringer ist. Der Soundprozessor und die Klangoptimierung erweisen sich als wirklich lohnende Werkzeuge, um eine ausgewogene und stimmige Wiedergabe und damit das optimale Klangniveau zu erreichen. Also schalten wir flugs wieder die Korrektur an und gucken mal, was die anderen Presets bieten. Dafür wechseln wir zu Infected Mushrooom, auf ihrem achten Album „Army Of Mushrooms“ liefern sie eine Mischung aus Dubstep, Electro House und Drum and Bass. Die Songs sind knallhart produziert – und genauso rammen sie uns die Lautsprecher in den Magen. Bei „The Rat“ werden wir von den synthetischen Drums derart bearbeitet, dass wir doch den Pegel reduzieren – die BB-10L zeigen uns unsere Grenzen auf. Dabei spielen sie selbst ohne Limitierung: Wir hören keinerlei Kompressionseffekte, auch nicht in den Passagen, in denen der Synthie-Bass in abgrundtiefen Frequenzen heruntersinkt.

Anschlüsse satt: Der miniDSP SHD bietet als Digitaleingänge USB-A, LAN (RJ45), USB-B, S/PDIF elektrisch (Cinch), S/PDIF optisch (Toslink) sowie AES/EBU (XLR). Als digitale Ausgänge gibt es zweimal S/PDIF elektrisch (Cinch). Analog stellt er als Eingänge einen symmetrischen (XLR) und einen unsymmetrischen (Cinch) zur Verfügung. Als Output gehen dann vier Kanäle sowohl in symmetrischer wie auch in unsymmetrischer Ausführung zur Endstufe. Hier übernimmt die BA-250, sie erlaubt mit vier Klemmen Bi-Amping.

Wahnsinns-Präzision

Die Wiedergabe besticht auch hier durch eine Wahnsinns-Präzision: Die mit viel Attack versehenen Klangkaskaden, Samples und Loops ergeben zusammen ein hochdynamisches Feuerwerk, das uns förmlich um die Ohren fliegt. Uff! Wie klingt
„The Rat“ nun mit den anderen Klangprofilen? Die Presets zwei und drei liefern jeweils eine Höhenabsenkung und damit einen etwas weicheren Sound. Uns packt aber die erste Einstellung am meisten, hier kommt die in der Produktion angelegte und gewollte Härte des Tracks so richtig zur Geltung. Nach einer Hörpause gehen wir mit der Lautstärke mal runter und hören mit dem Preset vier, das ist die „Loudness“-artige Einstellung. Und ja: So funktionieren sowohl das elektronisch-synthetische „The Rat“ als auch das mit Musikern auch Fleisch und Blut gespielte „Dás Áiggun Cuozzut – Orbina“ von Mari Boine. Für abendliches Musikhören mit geringem Pegel ist diese Klangeinstellung eine echte Empfehlung – für den Tag hingegen ist natürlich das erste Preset die klangliche Nummer eins, weil es für einen grandiosen Hörspaß sorgt.

Die BB-10L in unserem Testraum. Bohne Audio empfiehlt diesen Schallwandler bei Zimmergrößen zwischen 16 und 30 Quadratmetern.

Fazit

Musik, wie sie vom Künstler gedacht war, und nicht, was der Hörraum daraus macht – das ist das Ziel von Bohne Audio, und die BB-10L ist die perfekte Realisation. Dies gelingt dem Zwei-Wege-System mit einem Hochleistungs-Bändchen, das breitbandig die Höhen und Mitten schallwandelt und überdies als Dipol-Strahler agiert. So liefert es ein überaus offenes und transparentes Klangbild mit überragender Räumlichkeit. Dazu sorgen gleich drei Mitteltieftöner, zwei davon in Form von Passiv-Radiatoren, für einen immensen Tiefton mit Kraft und Kontrolle. Dies befördert auch die davor arbeitende Elektronik: Die BB-10L ist als aktive Lösung ausgelegt, sie wird in unserem Test mit der 600-Watt-Endstufe BA-200 betrieben sowie mit dem miniDSP SHD, der Vorverstärker, Frequenzweiche und Raumkorrektur in einem ist. Die Raumkorrektur ist finale Schlüssel zum Erfolg: Mit der Einmessung durch Bohne Audio werden die Defizite des Hörzimmers ausgeglichen – und wer nun mit der BB-10L Musik hört, erlebt eine klare, natürliche und hochdynamische Wiedergabe, die mit ihrem Druck und ihrer Präzision packt und uns zugleich mit ihrer Leichtigkeit und Lebendigkeit begeistert.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 98/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

98

97

99

190605.Bohne Audio-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Bohne Audio
BB-10L
Gerätekategorie:Standlautsprecher, aktiv
(im Paket mit Soundprozessor und Verstärker)
Preis:9.950,00 Euro / Paar (inklusive Soundprozessor und Verstärker)
Garantie:- Lautsprecher + Verstärker: 5 Jahre
- DSP: 2 Jahre
Ausführungen:- Standardlackierungen: Schwarz, Weiß
- Eiche-, Kirsche- oder Nussbaum-Furnier (gegen Aufpreis)
- individuelle Ausführungen (gegen Aufpreis)
Vertrieb:Bohne Audio GmbH, Engelskirchen
Tel.: +49 2263 9026755
bohne-audio.com/de
Abmessungen (H x B x T):117 x 33 x 34 cm
Gewicht:38 kg / Stück
Prinzip:2 Wege, geschlossen, aktiv
Hochmitteltöner:1 x 200 x 14 mm Hochleistungsbändchen (Aluminiumlegierung)
Mitteltieftöner:1 x 254 mm Konus (kunstfaserverstärkte Papier-Membran)
2 x 254 mm Konus-Passivradiatoren (kunstfaserverstärkte Papier-Membranen)
Frequenzgang:27 - 24 000 Hz (Herstellerangabe)
Übergangsfrequenzen1.000 Hz
Schalldruckpegel (max.):113 dB/1m (Herstellerangabe)
Leistung des Verstärkers (BA-200): 2 x 200 W + 2 x 100 W (Herstellerangabe)
Eingänge des Verstärkers (BA-200): 4 x analog symmetrisch (XLR)
Ausgänge des Verstärkers (BA-200): 2 x 2 (High+Low) für Lautsprecher
Eingänge des Vorverstärkers/DSP (miniDSP SHD)1 x analog symmetrisch (XLR)
1 x analog unsymmetrisch (Cinch)
1 x digital USB
1 x digital S/PDIF optisch (Toslink)
1 x digital S/PDIF elektrisch (Cinch)
1 x digital AES/EBU
1 x LAN Ethernet (RJ45)
Ausgänge des Vorverstärkers/DSP (miniDSP SHD)4 x analog symmetrisch (XLR)
4x analog unsymmetrisch (Cinch)
2 x digital (= 4 Kanäle) S/PDIF elektrisch (Cinch)
Maximale Samplingrate/Auflösung:PCM 192 kHz/24 Bit
Lieferumfang der getesteten Konfiguration:- Bohne Audio BB-10L (Lautsprecher)
- miniDSP SHD (Vorverstärker/Soundprozessor)
- Fernbedienung
- Bohne Audio BA-200 (Stereo-Endstufe)
- Service-Paket: Anlieferung, Ferneinrichtung/-Wartung oder (gegen Aufpreis) Aufstellung und Einmessung/Anpassung vor Ort
Pros und Contras:+ exzellente räumliche Abbildung
+ offener, präziser, pegelstarker Klang
+ mächtiger, kontrollierter Bass
+ Lautsprecher-Einmessung und -Anpassung durch Bohne Audio
+ 4 Klang-Presets abspeicherbar
+ sehr gutes Preis/Leistungsverhältnis

- DSP und Verstärker sind designreduziert, ihre Gehäuse haben verschiedene Schwarztöne und Oberflächen
Benotung:
Klang (60%):98/100
Praxis (20%):97/100
Ausstattung (20%):99/100
Gesamtnote:98/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistungsehr gut

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