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Redakteur
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Clever, kompakt, konnektiv: Der Nubert nuConnect ampX gilt zwar als Vollverstärker, er kann aber weitaus mehr. Mit analogen Eingängen, digitalen Schnittstellen und Bluetooth-Streaming erweist er sich als komplettes Audiosystem, das flexibel einsetzbar ist. Der ampX funktioniert klassisch mit passiven Boxen, agiert kabellos mit Nuberts X-Lautsprechern und operiert ebenso im Verbund mit weiteren nuConnect ampX-Verstärkern. So geht auch Multiroom-Beschallung. Mit dem Phonoeingang für MM- und MC-Systeme, dem Subwoofer-Ausgang und der HDMI/ARC-Schnittstelle für Film- und TV-Ton holt er zudem Vinylisten und Cineasten ins Boot – und dazu hat dieser pfiffige Allrounder noch etliche Features wie die Raumkorrektur in petto.

Der Nubert nuConnect ampX ist ein kompakter Allround-Künstler.

Natürlich ist Nubert seit Dekaden Spezialist für Schallwandler, doch in den letzten Jahren waren die Schwaben auch im Verstärkerbau höchst erfolgreich – einerseits großformatig mit dem Preamp nuControl 2 sowie den Endstufen nuPower D und nuPower A, andererseits kompakt-integriert mit den Aktivboxen der Serien nuPro A und nuPro X. Genau mit dieser X-Serie, aus der wir bereits die nuPro X-3000, die nuPro X-4000 und die nuPro X-6000 getestet haben, ist der nuConnect ampX eng verwandt. Davon zeugen das identische Bedienkonzept sowie die ähnliche Anschluss- und Feature-Vielfalt samt App-Steuerung und DSP-Funktionen. Zudem erlaubt die Verbindungsmöglichkeit mit der Verwandtschaft, also mit nuPro X-Boxen oder weiteren nuConnect ampX-Verstärkern, den Aufbau eines Wireless-Soundsystems bis hin zur Multiroom-Beschallung. Auch beim Funktionsumfang hat Nubert noch einmal ordentlich zugelegt. Das alles schauen wir uns nun näher an.

Der ampX punktet mit dezentem Design. Hierzu tragen die sanft gerundete Front, die angedeutete Kühlrippen-Struktur der Wangen und die sauber ausgeführte schwarze Lackierung bei.

Kompaktes Design, exzellentes Display

Nubert ist es gelungen, die Vielzahl der Anschlüsse und Funktionseinheiten nebst dem kräftigen Vollverstärker, der satte 110 Watt für jeden Kanal leisten kann, in einen kleinen Quader zu packen, der gerade mal einen Platz von 7 mal 23 mal 23 Zentimetern in Anspruch nimmt. Das ist überaus wohnraumfreundlich, zumal der ampX auch optisch nüchtern-dezent auftritt. Sein Gehäuse ist in mattschwarz eloxiertem Aluminium gehalten und strahlt eine angenehm unauffällige Hochwertigkeit aus. Auch die Wangen mit ihrer feinen Rippenstruktur weisen kaum auf ihre Funktion als Kühlkörper des Verstärkers hin. So ruhen die Blicke auf der Front und hier vor allem auf dem ausgezeichneten OLED-Display, das den Großteil der Stirnseite einnimmt. Es zeigt mit exzellentem Kontrast und großer Schärfe alle relevanten Informationen an: im Normalbetrieb die aktuelle Quelle samt Lautstärke und aktiviertem Soundprofil, ansonsten die verschiedenen Features der Menüpunkte und die gerade aufgerufene Funktion samt momentan eingestelltem Wert. Beim fünfbändigen Equalizer bietet uns das Display sogar eine grafische Darstellung der Schieberegler. Sehr gut!

Der Hingucker ist das ausgezeichnete, große OLED-Display. Es ermöglicht auch die Anzeige grafischer Info-Elemente.

Gelungenes Bedienkonzept

Um die zahlreichen Features und Funktionen des ampX zu erreichen, braucht es nur drei Bedienelemente. Sie flankieren auf der Front das Display und machen durch ihre silberne Farbgebung auf sich aufmerksam: links der An/Standby-Taster, rechts das dreh- und drückbare „Select“-Stellrad, mit dem man die Lautstärke verändert, Quellen anwählt, Menüpunkte aufruft und Einstellungen ändert. Um jeweils wieder zurückzufinden, hat dieser große Bedienknopf einen kleinen „Return“-Taster an seiner Seite, der uns mit jeder Betätigung eine Menü-Ebene höher bringt. Die Menüführung ist logisch und gut strukturiert, eigentlich findet man die gesuchten Einstelloptionen intuitiv. Wer sich vor dem Ausprobieren einen Überblick verschaffen möchte: Die vorbildliche Bedienungsanleitung bietet zur Orientierung eine Überblicksdarstellung aller Menüpunkte und -pfade. Die Bedienung am Gerät selbst ist eine von drei Möglichkeiten, den nuConnect ampX zu handhaben. Zu den Alternativen – Fernbedienung und App – kommen wir später, jetzt interessiert uns erst mal, was der Verstärker an Ein- und Ausgängen zu bieten hat.

Mit dem großen Select-Bedienknopf und dem kleinen Return-Button erreicht man sämtliche Einstellmöglichkeiten und Menüpunkte des ampX.

Properes Portfolio: die analogen Anschlüsse …

Direkt der ersten Analogeingang ist ein dicker Pluspunkt: Der ampX bietet eine Phono-Stufe – und das ist keine zugekaufte Standard-Platine, sondern ein aufwändiger Vorverstärker, der sowohl für MM-Systeme als auch für MC-Systeme ausgelegt ist. Ein Umschalter, der neben den Eingangsbuchsen positioniert ist, ermöglicht den Wechsel zwischen den beiden Betriebsarten. Dabei hört man ein Relais klacken: Das ist das beruhigende Zeichen, dass hier mechanisch und sauber geschaltet wird. Um mögliche Brummschleifen zu verhindern, besitzt der ampX eine Erdungsklemme. Hier wird ein Kabel angeschlossen, das wiederum mit der Erdungsklemme des Schallplattenspielers verbunden wird. Als zweiten Analog-Eingang bietet der ampX einen „AUX“ getauften unsymmetrischen Line-In. Hier schließt man wahlweise eine HiFi-Komponente mit Line-Pegel-Output an oder auch ein Smartphone, das einen geringeren Signaloutput hat. Damit es für beide Anwendungsfälle passt, kann die Empfindlichkeit dieses Eingangs auf 0 Dezibel oder +6 Dezibel eingestellt werden.

Anschlusseitseitig glänzt der ampX mit einem vollen Portfolio analoger und digitaler Schnittstellen, er bietet sogar einen Phono-Vorverstärker für MM- und MC-Systeme.

… und die digitalen Schnittstellen sowie Ausgänge

Nun zur Digitalsektion des ampX: Sie glänzt mit einem USB-B-Port für den Anschluss eines Laptops oder Festnetzrechners sowie zwei elektrischen und zwei optischen S/PDIF-Inputs. Sie alle akzeptieren PCM-Signale bis 192 Kilohertz/24 Bit. Hinzu kommt ein USB-A-Port. Er lässt sich einerseits als Stromspender nutzen, um ein Smartphone oder Tablet aufzuladen. Andererseits kann hier der mitgelieferte HDMI/ARC-Dongle aufgesteckt und für den sicheren Betrieb angeschraubt werden. Damit gewinnt man einen HDMI-Eingang für die Film- und Fernsehton-Wiedergabe. Damit ist der ampX auch für Cineasten interessant. Folgerichtig bietet der ampX in seiner Ausgangssektion einen geregelten Sub Out für den Anschluss eines zusätzlichen Aktiv-Subwoofers. Ein zweiter Ausgang ist mit „Link Out“ bezeichnet, er gibt ein S/PDIF-Digitalsignal in der Qualität 96 Kilohertz/24 Bit aus. Hier kann man beispielsweise das Schallplattensignal abgreifen und seine nun digital gewandelten Vinylschätzchen als HiRes-Files abspeichern. Analog gibt der ampX die Musik über die Lautsprechereingänge aus. Hier wird ein Stereo-Boxenpaar angeschlossen. Die Klemmen sind etwas kurz: Banana-Stecker können nicht ganz eingeführt werden. Sie haben aber trotzdem einen festen Halt in den Buchsen.

Wer den mitgelieferten HDMI-Dongle auf den USB-A-Port setzt, erweitert das Anschlussportfolio um einen HDMI-Eingang – und damit um die Möglichkeit, Film- und Fernsehton wiederzugeben.

Flexible Streaming- und Multiroom-Möglichkeiten

Zwei anschraubbare Antennen deuten es an: Zu den physischen Ein- und Ausgängen kommen nun noch zwei unsichtbare Schnittstellen. Zum einen Bluetooth in der Version 5.0, veredelt mit den Codecs aptX HD und aptX LL. „HD“ steht für „High Density“, mit diesem Codec ist das Streaming von hochauflösenden PCM-Files bis zu einer Güte von 48 Kilohertz/24 Bit möglich. „LL“ steht für „Low Latency“ und bezeichnet die geringe Verzögerungszeit bei der Signalübertragung. Die sogenannte Latenz ist so niedrig, dass beim Film- und Fernsehbetrieb kein Versatz von Bild und Ton wahrnehmbar ist. Neben Bluetooth bedient der ampX nun noch eine zweite Funkstrecke und bietet damit eine clevere weitere Wireless Streaming-Möglichkeiten an: Der ampX beherrscht die Signalübertragung von und zu Aktivlautsprechern der nuPro X-Serie, die neben Regal- und Standlautsprechern auch Soundbar und Subwoofer umfasst. Zudem kommuniziert der Verstärker ebenso mit weiteren ampX-Kollegen. Wer also in Nuberts X-Komponenten-Kosmos bleibt, kann so ein kabelloses Streaming-System aufbauen, mit dem eine Beschallung mehrerer Zonen und Räume möglich ist. Der ampX kann dabei flexibel sowohl als Slave oder Master eingesetzt werden: Als signalempfangender Slave spielt er ab, was von den Aktivlautsprechern oder einem anderen ampX übertragen wird, also Musik von einer Quelle, die an diesen Boxen angeschlossen ist. Als signalsendender Master streamt er Musik von einem an ihn angeschlossenen Zuspieler an die anderen Komponenten des Beschallungssystems. Mehr Flexibilität geht kaum.

Im Verbund mit anderen X-Komponenten bildet der ampX ein Beschallungssystem für mehrere Hörzonen. Dabei kann er flexibel als Master oder Slave eingesetzt werden.

Bedienungskomfort und Bühnenvergrößerung

Um die ständig benötigten Funktionen komfortabel bedienen und nutzen zu können, liefert Nubert einen hochwertigen Ferngeber mit. Er erlaubt das An/Standby-Schalten, die Quellenauswahl und die Lautstärkeregelung samt Stummschaltung. Für die Klangveränderung bietet er Zugriff auf die Bass- und Mid/High-Einstellung sowie auf die Loudness-Funktion, die eine lautstärkeabhängige Anhebung der Bässe bewirkt. So empfinden wir den Klang auch bei leisem Pegel, bei dem das menschliche Ohr tiefe Töne schlechter hört, als ausgewogen-volltönend. Nun finden wir noch einen Knopf, der mit „Wide“ beschriftet ist. Hiermit erreichen wir bei der Musikwiedergabe eine virtuelle Erweiterung der Stereobühne, der Soundprozessor macht dieses Zauberwerk möglich. Er sorgt für eine größere Räumlichkeit und eine breitere Bühnenabbildung. Dieser Effekt lässt sich per Knopfdruck in vier Stufen steigern. Nicht zuletzt kann man über die Fernbedienung drei selbst festgelegte und abgespeicherte Klangprofile aufrufen. Programmieren lassen sich diese Presets allerdings nur über den ampX – oder über die zugehörige App.

Zur Fernbedienung dient ein wertiger Befehlsgeber, mit dem die wichtigsten Funktionen aufgerufen werden können.

App für den vollen Funktionsumfang

Die X-Remote-App bietet in punkto Fernbedienung den vollen Feature- und Funktionsumfang. Nubert stellt sie als iOS- und Android-Version in den jeweiligen Applikationsbüdchen kostenfrei zur Verfügung. Über die Bedienoberfläche dieser App erreicht man nun den fünfbändigen Equalizer, der eine gezieltere Veränderung des Klangs ermöglicht, den Balance-Regler, die Gain-Einstellung für den analogen Aux-Eingang, aber auch die Equalizer-Möglichkeiten für die Einbindung eines Subwoofers. Hinzu kommt das Setup-Menü, mit dem der Status des ampX definiert wird: Er ist „Single“ im Falle einer klassischen Einzelnutzung, im Verbund mit weiteren X-Komponenten agiert der ampX hingegen wahlweise als „Master“ oder „Slave“. Dann braucht man auch die nun folgenden Lautstärke- und Stummschalt-Funktionen des „Zone Control“-Menüs: Mit ihnen gelingt das Musikmanagement im Mehrzonen-Betrieb.

Die „Nubert X-Remote“-App orientiert sich optisch an der physischen Fernbedienung (Bild 1), ermöglich aber den Zugriff auf sämtliche Einstellmöglichkeiten. Dazu gehören die umfangreichen Möglichkeiten der Klanganpassung inklusive Loudness- und Wide Sound-Funktion (Bild 2). Der fünfbändige grafische Equalizer ermöglicht die gezielteste Veränderung des Klangs (Bild 3).

Einmess-Funktion für die Raumkorrektur

Eine Funktion beherrscht die App exklusiv: Die Raumeinmessung. Bei dieser „X-Room Calibration“ handelt es sich um eine Bassentzerrung, also um eine Korrektur, die sich ausschließlich um den Tieftonbereich kümmert. Hier sind jene Frequenzen angesiedelt, die in vielen Zimmern für überbetonte Basstöne oder gar Wummern sorgen. Diese Frequenzen findet die Raumeinmessungssoftware und erstellt nun ein optimiertes Klangprofil, mit dem auch unterrepräsentierte Basstöne gestärkt werden. Das alles geschieht nach der Aktivierung der Einmess-Funktion automatisch. Dieses Feature ist allerdings nur in der iOS-Version der App verfügbar – aus einem nachvollziehbaren Grund: Bei Apple-Geräten werden Mikrofone verbaut, die die gleiche Qualität, die identischen technischen Daten und dieselben Fertigungstoleranzen haben. Das bürgt für einen einheitlichen Standard, der die Voraussetzung für eine brauchbare Messung ist. Diesen Standard können Android-Geräte nicht liefern, da die vielen Hersteller verschiedenste Mikrofonarten und -qualitäten einsetzen. Android-Benutzern wird deshalb empfohlen, sich zur Einmessung ein iOS-Gerät zu leihen. Das brauchen sie eigentlich nur einmal und nur kurz, wie wir nun im Praxis-Teil feststellen werden.

Die X-Room Calibration: Mit der automatischen Raumeinmessung wird der Tiefton optimiert. Die Kalibrierung startet mit einem einminütigen Messvorgang, bei dem über die Boxen ein lautes Rauschsignal geschickt wird, das über das Mikrofon des iOS-Smartphones oder Tablets am Sitzplatz aufgezeichnet wird (Bild 2). Daraus ermittelt die Software für den Bassbereich die akustischen Verhältnisse des Raums (Bild 3) und errechnet dann die Optimierung (Bild 4). Wer nun „use“ antippt, übernimmt diese Optimierung als grundlegendes Klangprofil. Es kann aber jederzeit deaktiviert werden.

Aufbau, Setup, Einmessung

Der ampX macht die Aufstellung durch seine Kompaktheit leicht, es gibt nur eins zu beachten: Man sollte ihm zu allen Seiten hin etwas Platz gönnen, damit die Wärme, die beim Betrieb entsteht, gut abgeleitet werden kann. Beim Anschließen genießen wir wieder die Nubert-Vollbedienung: Im Zubehör finden wir eine üppige Kabelauswahl, mit der nahezu alle Quellen an die analogen und digitalen Eingänge angedockt werden können. Dazu kommt noch der HDMI/ARC-Dongle für den Film- und Fernsehton. Das ist vorbildlich. Nach dem Anschließen von Plattenspieler, CD-Player, Fernseher und Lautsprechern koppeln wir den ampX in wenigen Schritten mit der Nubert X-Remote App, aktivieren auf unserem Tablet Bluetooth und erledigen auch hier binnen Sekunden die Bluetooth-Kopplung. bereits hier fällt uns auf: Die Benutzung der Bedienoberfläche funktioniert mit einer sehr geringen Reaktionszeit. Nun zum spannenden Teil, der Einmessung: Wir haben uns für den Test in unser Wohnzimmer begeben – also in einen Raum mit den üblichen akustischen Verhältnissen. Hier rufen wir nun über die App die Raumkorrektur auf. Die Einmessung geht wirklich fix und automatisch. Wir setzen uns auf unser Sofa und starten die Messprozedur. Eine Minute lang schickt der ampX ein ziemlich lautes Rauschsignal über die Boxen. Dieses Rauschen wird vom Mikrofon des iPhones aufgenommen. Hieraus errechnet die Software nun eine Korrekturkurve, die sie uns als Klangprofil anbietet. Das nehmen wir gerne an, zumal man dieses Tuning jederzeit wieder ausschalten kann. Genau das machen wir, weil wir den ampX erst mal ohne Tuning kennenlernen wollen.

Vorbildlich: Nubert liefert zum ampX ein umfangreiches Set an Kabeln für fast alle Anschlussfälle.

Der Nubert nuConnect ampX in der Praxis

Uns interessiert als eingefleischte Vinylisten natürlich zuerst, wie der ampX die Schallplattenwiedergabe meistert. Auf unseren Rega Planar 3, der mit dem MM-System Elys ausgestattet ist, kommt Patricia Barbers wunderschönes Album „Nightclub“. Es startet mit dem Dixon/Henderson-Klassiker „Bye Bye Blackbird“. In Barbers Interpretation beweist der ampX gleich seine Qualität: Die cool-jazzige Nummer startet hier mit einem markanten Motiv, das nur aus zwei gleichen, aber rhythmisch raffiniert gesetzten Tönen besteht. Die spielen Barber am Klavier und Marc Johnson am Bass unisono – und hier erleben wir einen vollen, warmen Bass, der bei dem lang ausgehaltenen zweiten Ton des Motivs ein wunderbar voluminöses, aber trotzdem klar-konturiertes Fundament bietet, das unseren Hörraum flutet. Johnson spielt einen Kontrabass, der wesentlich mehr Klangnuancen bietet als ein elektrischer Bass. Dafür hat er aber charakteristische Frequenzdellen, die bei manchen tiefen Tönen zu einem schlankeren Bass führen, beim Spiel in höheren Lagen hingegen mitunter leicht näselnd klingen. Das macht diesen akustischen Viersaiter so interessant – und all das liefert der ampX. Nach dem vollen Fundament, mit dem der Verstärker seine Basskraft bewiesen hat, haben Barber und Johnson einen Solo-Spot, in dem der Bassist agile Ausflüge auf seinem Griffbrett unternimmt. Wir lernen so den Klangreichtum des Kontrabasses samt aller Spielgeräusche kennen, die eine Wiedergabe erst richtig lebendig machen. Auch das Klavier präsentiert der ampX in seiner ganzen Klangfarbenpracht. Das ist eine Paradedisziplin, denn hier schwingen pro Ton mehrere Saiten, bei vollgriffigen Akkorden also zwanzig bis dreißig Saiten, die durch die Pedale des Klaviers zudem noch gedämpft oder reduziert werden können. Auch durch die Nuancierung des Anschlags verändert sich die Klangfarbe. Mit all diesen Gestaltungsmittel spielt natürlich auch Patricia Barber. Durch die detailreiche, sehr gut auflösende Wiedergabe des ampX erleben wir ein Klavier, das einen brillant-auftrumpfend bis belegt-nachdenklichen Charakter annimmt. Faszinierend! Bei diesem Genuss stört auch kein Eigengeräusch des Verstärkers: Im Leerlauf ist erst bei weit aufgerissenem Amp ein leichtes Rauschen zu vernehmen, wenn man sein Ohr an den Hochtöner legt. Das ist für einen Phono-Amp, der die ungemein zarten Signale des Plattenspielers extrem hoch verstärken muss, ein sehr guter Geräuschabstand. Top!

Wer den ampX – etwa für den Filmgenuss – auch mit einem aktiven Subwoofer betreibt, kann über die App die gewünschte Trennfrequenz festlegen.

Kraft und Kontrolle

Das gilt auch für den „Aux“ getauften analogen Line-Eingang, an den wir unseren Pioneer BDP-180 als CD-Player geklemmt haben, und geradezu rauschfrei ist der digitale S/PDIF-Input, an dem der Player parallel angeschlossen ist. Hier wird uns wieder in Erinnerung gerufen, wir leise die Barber-Schallplatte abgemischt ist. Denn mit dem Wechsel der Quelle haben wir auch die Musik geändert: Nun rotiert „Hey Now“ von London Grammar im Laufwerk, und diese normal ausgesteuerte Aufnahme jagt uns ob ihrer Lautstärke einen gehörigen Schrecken durch die Glieder, weil am ampX immer noch ein Pegel von -30 Dezibel eingestellt ist. Uff! Wir senken die Hörlautstärke also schnell auf -45 Dezibel – und liegen damit immer noch deutlich über einer nachbarschaftsverträglichen Zimmerlautstärke. „Hey Now“ ist eine exzellent produzierte Trip Hop-Nummer, sie ist für ihren mächtigen Synthesizer-Tiefton bekannt. Dieser berüchtigte Bass setzt mit Beginn der zweiten Strophe des Songs ein – und hier bringt der ampX unsere ausgewachsenen Standlautsprecher ordentlich ans Arbeiten. So spüren wir die Macht dieses Basses am ganzen Körper. Weil der ampX bei aller Kraft auch die Kontrolle bewahrt, bleibt der Tiefton trotzdem präzise. Das hätten wir dem kleinen Verstärker, ehrlich gesagt, nicht zugetraut! „Hey Now“ bietet durch die Staffelung der drei Musiker und ihre Einbettung in eine wunderschöne Hall-Landschaft auch ein intensives räumliches Erlebnis. Das ist schon mit der neutralen Einstellung des ampX ein Genuss: Dieser Verstärker glänzt mit großer Klarheit, mit Transparenz und Detailreichtum, er klingt dabei ausgewogen und eher straff-exakt als warm und weich. Das erleben wir auch mit etlichen HiRes-Tracks, die wir anschließend per Laptop über den USB-Port zuspielen.

Der ampX bietet einen vollwertigen Phono-Vorverstärker für Plattenspieler mit Moving Magnet-oder Moving Coil-Systeme. Welche Betriebsart gerade eingestellt ist, zeigt das Display durch die Kürzel „mm“ und „mc“ an.

Effiziente Klangregelungen, verblüffender Wide Sound

Diese Neutralität des ampX lässt sich freilich ändern, denn sein Soundprozessor bietet ja einige Möglichkeiten zur Klangeinstellungen. Die erste ist die Aktivierung des Raumkorrektur-Presets: Holla! Nun wird der Bass wirklich konturierter, bei einigen Frequenzen, die unser Raum ohrenscheinlich mag, ist die Überbetonung weg. Wie sehr das gestört hat, merken wir erst jetzt so richtig: Der Gesamtklang ist klarer und kerniger. Prima, das lassen wir gerne so! Was bietet der ampX darüber hinaus? Die kombinierte Höhen/Mitten-Regelung und der Bass-Schieberegler arbeiten effizient, sind uns aber zu breitbandig. Zur zielgenaueren Klangveränderung gibt es ja noch einen 5-Band-Equalizer, mit ihm senken wir etwa in unserem akustisch hellen, weil mit Laminatboden ausgestatteten Wohnzimmer leicht den Bereich um fünf Kilohertz – schon klingt die Wiedergabe noch stimmiger. Verblüffend ist die Wirkung der „Wide“-Funktion für mehr Räumlichkeit. Bei London Grammars „Hey Now“ wird so der kathedralengleiche Charakter, der durch den starken Hall entsteht, noch intensiver. Einzelne perkussive Laute schwirren umso stärker vor uns hin und her, der imaginäre Horizont, hinter dem sie verschwinden, ist nun noch weiter entfernt. Was für ein Erlebnis! Bei einer echten Live-Aufnahme wie Eva Cassidys Version von „Bridge Over Troubled Water“ bewirkt die „Wide“-Funktion eine größere Luftigkeit. Die Bühne, auf der die Sängerin und ihre Begleitband spielen, gewinnt wirklich an Breite und Tiefe. Allerdings wird die Wiedergabe mit jeder der vier Steigerungsstufen brillanter. Auf Stufe eins oder zwei besitzt dieses Feature aber durchaus Suchtpotenzial – also Vorsicht! Mittlerweile streamen wir die Musik über unser Smartphone LG V30, das mit dem Onkyo HiRes-Player ausgestattet ist, per Bluetooth aptX HD – und auch hier erleben wir eine klanglich sehr gute Wiedergabe. Den Abschluss macht aber die Zuspielung über den HDMI-Dongle: Wir legen die DVD „Four Flicks“ von den Rolling Stones ein, wählen den New Yorker Monster-Gig im Madison Square Garden und genießen es, wie Mick Jagger, Keith Richards, Ron Wood und Charlie Watts samt Begleitmusikern eine fulminante Version von „Midnight Rambler“ rocken: fette Drums, satter Bass, erdig-röhrende Gitarren, dazu ein Bluesharp spielender Jagger vor einem frenetischen Publikum – da genügt schon die Stereo-Wiedergabe mit dem ampX, um für das Konzertfeeling zu sorgen, und mit sanfter „Wide Sound“-Unterstützung kommt dann auch die Gänsehaut.

Der kompakte nuConnect ampX ist eine kraftvolle Klangzentrale. Mit seinen 110 Watt pro Kanal treibt er auch ausgewachsene Standlautsprecher an. Hier spielt er mit dem Plattenspieler Thorens TD402 DD und einem Paar Dynaudio Evoke 30.

Fazit

Der Nubert nuConnect ampX glänzt gleich mehrfach: Er ist ein kompakt-klangstarkes Kraftwerk, das beim klassischen Betrieb über Passivboxen mit zweimal 110 Watt eine saubere Verstärkungsarbeit leistet. Doch eigentlich ist der ampX ein komplettes Audiosystem: Er bietet zwei analoge Eingänge inklusive einem vollwertigen Phono-Input für MM und MC. Er besitzt alle relevanten digitalen Schnittstellen für die Zuspielung von HiRes-Files und gibt per HDMI-Dongle den Film- und Fernsehton wieder. Überdies beherrscht er das Bluetooth-Streaming mit den Edel-Codecs aptX HD und aptX LL. Wireless geht aber noch mehr: Der ampX interagiert kabellos mit Nuberts X-Lautsprechern und kooperiert ebenso mit weiteren ampX-Verstärkern. Das ermöglicht die Beschallung von zwei Hörzonen und einen Multiroom-Betrieb. All dies steuert man am besten über die eigene App, über sie bietet der ampX auch eine Raumkorrektur und weitere Klang-Features wie die „Wide“-Funktion zur Steigerung der Räumlichkeit. Die hier gebotene Qualität, Flexibilität und Vielfalt ist, gerade mit Blick auf den Preis, schlicht herausragend.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 80/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: herausragend

80

80

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200422.Nubert-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Nubert
nuConnect ampX
Gerätekategorie:HiFi-Verstärker, streaming- und netzwerkfähig
Preis:689,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführung:Schwarz
Vertrieb:Nubert, Schwäbisch Gmünd
Tel.: 07171 / 92690-0
www.nubert.de
Abmessungen (H x B x T):- ohne Antennen: 67 x 234 x 230 mm
- mit Antennen: 67 x 234 x 245 mm
Gewicht:2,6 kg
Leistung:2 x 180 Watt (Nennleistung der
integrierten Verstärker; Herstellerangabe)
Eingänge (analog):1 x Phono (MM, MC)
1 x Line unsymmetrisch (Cinch)
Eingänge/Schnittstellen (digital):1 x USB (Typ B)
2 x S/PDIF elektrisch-koaxial (Cinch)
2 x S/PDIF optisch (Toslink)
1 x USB (Typ A) für HDMI/ARC-Adapter
1 x Bluetooth 5.0 (SBC, AAC, aptX HD, aptX LL)
1 x Wireless Empfänger für Nubert X-Komponenten
Ausgänge (analog):1 x Lautsprecher (Bananenbuchsen, Schraubklemmen bis 6 mm²)
Ausgang (digital):1 x Wireless Sender (Schraubantennen) für Nubert X-Modelle
1 x Link Out SPDIF (Cinch)
1 x USB (Typ A) zur Stromversorgung (5 V/1,5 A)
Maximale Samplingrate/
Auflösung:
- USB-B: PCM 192 kHz/24 bit
- S/PDIF optisch: PCM 192 kHz/24 bit
- S/PDIF elektrisch: PCM 192 kHz/24 bit
- S/PDIF elektrisch (Link Out): PCM 96 kHz/24 bit
Leistung:2 x 110 W / 4 Ω (Dauerleistung; Herstellerangabe)
Minimale Anschlussimpedanz:4 Ω / Lautsprecher
Frequenzgang:20 - 20.000 Hz (+0, -0,5 dB)
(Herstellerangabe)
Rauschabstand:- 106 dBA (S/PDIF IN)
- 105 dBA (LINE IN)
Lieferumfang:- Nubert nuConnect ampX
- Fernbedienung mit Batterie (CR2025)
- 2 Funkantennen
- Netzkabel (3 m)
- HDMI/ARC-Adapter
- SPDIF-Koaxialkabel (3 m)
- Miniklinke/Cinch-Kabel (1,5 m)
- Lichtleiterkabel mit TOSLINK-Steckern (1,5 m)
- USB-Kabel Typ A/Typ B (1,5 m)
Pros und Kontras:+ sehr guter Klang
+ kompakte Maße
+ Phono-Eingang für MM und MC
+ Streaming per Bluetooth
+ klangoptimierbar durch drei verschiedene Equalizer und Loudness-Funktion
+ Raumkorrektur (Optimierung des Tieftons)
+ „Wide“-Funktion für größere Räumlichkeit und breiterer Bühnenabbildung
+ 3 Klang-Presets abspeicherbar
+ OLED-Display
+ App für Einrichtung und Steuerung
+ Fernbedienung
+ TV- oder Film-Ton über mitgelieferten HDMI/ARC-Adapter einspeisbar
+ kabelloses Streaming oder kabelgebundene Signalübertragung von und zu Aktivboxen der nuPro X-Serie
+ umfangreiche Zubehör-Ausstattung
+ sehr gute Bedienungsanleitung
+ ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis

- keine DSD-Files abspielbar
- kein Streaming via Ethernet-LAN/WLAN
- kleine Lautsprecherklemmen
Benotung:
Klang (60%):80/80
Praxis (20%):80/80
Ausstattung (20%):80/80
Gesamtnote:80/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungherausragend

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