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Redakteur
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Auf diese Idee muss man erst mal kommen: Nubert, bislang bei seinen Aktivboxen und Verstärkerkomponenten mit prozessorsatter Elektronik erfolgreich, präsentiert mitten in unserer digitalen Moderne eine analoge Endstufe. Zurück in die Zukunft? Von wegen. Mit der kraftstrotzenden Nubert nuPower A wollen die Schwaben zeigen, was mit modernster Technik im Analogbereich möglich ist.

Die Nubert nuPower A: viel Kraft, keine Schnörkel.

Am Anfang steht ein Debakel: Kurz vor dem Lieferstart der Nubert nuPower A vernichtet ein verheerendes Unwetter den kompletten Lagerbestand des schwäbischen Direktversenders. Die analoge Beweisführung muss also verschoben werden – um fast ein ganzes Jahr. Kein Wunder, denn das 42 Kilo wiegende Kraftwerk ist eine komplette Eigenentwicklung, die Beschaffung der benötigten Bauteile und die Wiederaufnahme der Produktionsverfahren haben sich für den mittelständischen HiFi-Hersteller als überaus aufwändig erwiesenen. Das Kraftwerk ist zum Kraftakt geworden. Trotzdem hat sich die Nubert nuPower A für das Technikerteam rund um Projektleiter Markus Pedal schon jetzt gelohnt – als eine erneute Demonstration in Ingenieurskunst. Nachdem mit dem Class-D-Amp nuPower D die Klangqualitäts-Möglichkeiten der Digitaltechnik ausgelotet wurden, soll die nuPower A das maximal Machbare im Analogen aufzeigen – immer unter dem Vorzeichen der Bezahlbarkeit, schließlich ist Nubert nach wie vor im Schwabenland ansässig. Deshalb hat man vor der Realisation des Möglichen erst einmal die Realität der Monetarisierbarkeit erforscht – sprich: Besteht in digitalen Zeiten überhaupt noch ein Bedarf für eine analoge Endstufe? Das Ergebnis ist offenbar positiv ausgefallen. Die Zielgruppe sind zum einen natürlich die beinharten Analog-Verfechter, für die alles Digitale Teufelszeug ist und die Nubert mit einem Schaltverstärker wie dem zuvor entwickelten nuPower D niemals erreichen wird. Zum anderen sind es aber alle Audiophilen, die sich jenseits der Ideologie von den rein klanglichen Vorzügen überzeugen lassen.

Keep it cool: Die Rippenstruktur der seitlichen Kühlkörper bietet die größtmögliche Fläche zur Abfuhr der Wärme.

Wofür eine Endstufe mit Vorverstärker?

Eine solche Kombination ergibt aus mehreren Gründen Sinn. In den meisten Fällen liefert ein solches Vorstufen/Endstufen-Duo mehr Leistung als ein Vollverstärker – insbesondere durch die Möglichkeit, die Endstufe zu „brücken“. Das heißt: Man verwendet sie nicht als Stereo-Verstärker, sondern als Monoblock, der nun mit seiner ganzen Kraft eine Lautsprecherbox antreibt. Durch das Brücken gerät die Leistung des Amps erheblich größer, beim nuPower A werden so aus 540 Watt im Stereo-Modus 1150 Watt im Mono-Betrieb. Nun benötig man für den anderen Lautsprecher aber ebenfalls einen Monoblock. Die Lösung ist also nicht ganz preiswert, aber sie ermöglicht eine Wiedergabe in sehr hoher Lautstärke. Eine Anlage mit separater Endstufe bietet sich also bei großen Räumen an, aber auch bei Lautsprechern, die eine großen Leistungshunger haben und kleindimensionierte Verstärker überfordern. Hier ist dann auch durchaus eine hohe Laststabilität gefragt – und die bietet die Nubert nuPower A: Im Stereobetrieb arbeitet die Endstufe bis runter zu einem Ohm, sie kann also auch exotische Elektrostaten antreiben. Vielen Audiophilen geht es auch gar nicht um große Lautstärken, sondern um große Reserven. Eine wattreiche Verstärker-Kombination gerät bei plötzlichen Pegelspitzen nicht gleich an ihre Grenzen, während schwächere Vollverstärker dann mitunter schon am Leistungslimit arbeiten. Akustisch äußert sich das in einer komprimierten Wiedergabe oder auch in einem „Clipping“, einer verzerrten Wiedergabe. Von einer leistungsstarken Vor-/Endstufen-Kombi darf man also ein größeres Dynamikvermögen erwarten. Das macht Musik zum Erlebnis, sorgt aber auch beim Filmton für eine herausragende Klangkulisse. Wer für seine cineastische Beschallung nicht extra eine Heimkino-Anlage haben will, sondern auf eine amtliche Stereo-Beschallung setzt, benötigt hierfür einen pegelfesten Verstärker. Und wer Schallplatte hört oder auch mal Musik per Kopfhörer genießt und einen höheren Anspruch an den Klang hat, landet ebenfalls schnell bei einer Vor-/Endstufenkombination. Bei Vollverstärkern sind ein Phono-Eingang und ein Kopfhörer-Ausgang nicht mehr Standard, und wenn sie doch als Features vorhanden sind, ist qualitativ oft noch Luft nach oben. Also schaut man nach einem einem entsprechenden Vorverstärker – und darauf folgt zwangsläufig passende Endstufe. Hier gibt es exzellente digitale Lösungen, trotzdem setzen etliche Hersteller auf einen rein analogen Aufbau – und damit sind wir wieder bei der Nubert nuPower A.

Die nuPower A braucht wie jeder Endverstärker eine Vorstufe als Spielpartner. Hier bildet sie ein Team mit der Nubert nuControl.

Innere Argumente für den Analog-Amp

Nubert betreibt mit seinem nuPower A keine Revolution, sondern eine Evolution: Die Schwaben setzen bei ihrem Leistungsverstärker auf die Optimierung des Tradierten. Die Endstufe funktioniert nach dem AB-Prinzip, dieses Verstärkerkonzept vereint den Vorteil des verzerrungsfreien, reinen Klangs einer Class-A-Schaltung mit dem Vorzug des großen Wirkungsgrades einer Class-B-Schaltung. Diese Kombination gehört zu den beliebtesten und bewährtesten Verstärkerkonzepten. Mit der nuPower A hat Nubert nun einigen Aufwand betrieben, um die Möglichkeiten dieses Klassikers auszureizen. Das beginnt bei der Güte der Bauteile. Bei den Transistoren, die für die Verstärkung sorgen, aber auch bei den anderen Bauteilen zeigen sich die Schwaben extrem wählerisch, hier kommen nur Exemplare zum Einsatz, die exakt gleiche Betriebswerte aufweisen oder innerhalb eines äußerst eng gesteckten Toleranzbereichs arbeiten. In der besonders empfindlichen Eingangsstufe, die zugunsten kürzester Wege und minimaler Einstreuung in einem geschirmten Metallgehäuse direkt hinter dem Anschlussterminal verortet ist, sitzen höchstwertige, für den Audiobereich optimierte Verstärker-IC-Bausteine eines bestens beleumundeten Herstellers, auch andere Bauteile stammen aus namhaften Häusern wie Texas Instruments oder Exicon. Im Aufbau der gesamten Endstufen wählt Nubert den amtlichen Weg: Die Verstärkerschaltung ist von vorn bis hinten, also bis zu den Ausgangsbuchsen, vollsymmetrisch aufgebaut. Wer einen Blick unter die Haube der Nubert nuPower A wirft, kann dieses Schaltungsdesign auch optisch nachvollziehen: Die Verstärker-Hauptplatinen sind rechts und links stehend im Gehäuse platziert. An den Seiten befinden sich auch die Leistungstransistoren, sie sind allerdings nicht auf den Platinen untergebracht, sondern auf der Innenseite der Gehäusewangen angeschraubt – dort, wo außen die Kühlkörper sitzen, die die erzeugte Wärme der Transistoren ableiten. Die kompromisslose Dualität schlägt sich auch bei der Stromversorgung nieder: Zwei imposante Schnittbandkern-Transformatoren bieten eine Leistungsbereitschaft von mehr als 2.000 Watt, sie nehmen samt ihrer opulenten Peripherie von Gleichrichter- und Siebelementen mehr als die Hälfte des Gehäusevolumens ein und tragen maßgeblich zu dem immensen Gewicht dieses Boliden bei. Guter Klang beginnt halt mit einer üppig dimensionierten Energiezufuhr. Der insgesamt hohe Aufwand, den Nubert betrieben hat, wird durch beeindruckende Betriebswerte belohnt. Da ist zum einen die exorbitante Leistung: Die Nubert nuPower A trumpft mit fetten 540 Watt im Stereo-Betrieb auf und mit noch fetteren 1.150 Watt im Mono-Modus – Dauerleistung, wohlgemerkt. Anders als bei der Musikleistung, die ein Amp nur kurzfristig liefern kann, weil er sonst bald selbst geliefert ist, gibt die Dauerleistung an, was ein Verstärker permanent leisten kann. Zur großen Kraft gesellt sich bei der Nubert nuPower A die Güte der Verstärkung: Ihr Aufbau ermöglicht es der Endstufe, in höchstem Maße symmetrisch und linear zu arbeiten. Diese Signalpräzision wird von weiteren Schlüsselqualifikationen flankiert: Die Verzerrung ist derart niedrig, dass sie im vierten Nachkomma-Bereich liegt, auch beim Rauschabstand kommt der Nubert nuPower A auf herausragende Daten. All diese inneren Werte der Endstufe bedürfen nun noch einem angemessenen Äußeren – und hier bleibt Nubert der Firmenphilosophie treu.

Gerundete Kanten, dezente Fase: Das Design der Front sorgt für eine optische Geschmeidigkeit.

Verstärker-Massiv

Nubert stand noch nie für Firlefanz, sondern stets für Funktionalität. Diese Linie führen die Schwaben mit der Gestaltung ihrer Analog-Endstufe fort. Die nuPower A versucht erst gar nicht, ihren Charakter als Kraftpaket zu verbergen, alles andere wäre auch überaus eigenartig. Aufgrund des Bauteileeinsatzes und der Wärmeentwicklung lässt sich eine vollanalog aufgebaute, wattreiche Endstufe nun mal nicht zum optischen Leistungs-Lilliputaner schrumpfen. Deshalb steckt die Technik des Nubert nuPower A in einem massiven Vollmetall-Gehäuse, das eine höhe von 20 Zentimetern und eine Tiefe von 42 Zentimetern aufweist. Bei der Breite hat Nubert mit 43 Zentimetern das HiFi-Maß eingehalten, sehr schön, so passt die Endstufe zu anderen Komponenten mit Standardbreite. Bei aller Massivität ist Nubert aber auf eine edle Anmutung bedacht: Das Gehäuse besteht aus teils gebürstetem, teils gestrahltem Aluminium, das durch eine mattschwarze Beschichtung veredelt ist. Auch die gerundeten Ecken der Front befördern die Geschmeidigkeit der Optik und sorgen für Design-Stimmigkeit mit den anderen Verstärkerkomponenten von Nubert. Auffällig ist gleich beim ersten Anblick die Solidität der Stirnseite: Die Front der Endstufe misst fette zwei Zentimeter. Auch beim Gehäuse haben die Schwaben also wirklich nicht gespart. Diese höchstrobuste Qualität setzt sich nun auch bei den Bedienelementen fort. Da ist zuallererst natürlich der silberne „Selector: Dieser große Lautsprecher-Wahlschalter thront im Zentrum der Front, ein kurzes Klopfen und Berühren gibt uns die Gewissheit: Das Stellrad ist ebenfalls aus vollem Metall gefertigt. So schwer das Material, so schön ist die Gängigkeit: Das Rad rastet perfekt definiert bei den drei möglichen Positionen ein, mit denen man festlegt, ob man ausschließlich über das Boxenpaar am Anschluss A hören möchte, ob nur das alternative Schallwandler-Paar am Anschluss B angesteuert werden soll – oder ob man beide Paare gleichzeitig, also parallel betreiben möchte. Allein die Handhabung dieses Drehschalters vermittelt einem das gute Gefühl eines verlässlichen Qualitätsprodukts, von Wertarbeit. Mit jedem Dreh des Schalters wandert das Licht der zugehörigen linksseitige LED-Anzeige, die uns unsere Schallwandler-Wahl optisch bestätigt. Eine vierte LED zeigt uns den Betrieb der Endstufe an. Um den Amp zur Arbeit zu bewegen, drückt man den darunter befindlichen „Power“-Taster – auch er ist aus Metall gefertigt, man fühlt es an seiner angenehmen Kühle. Mit diesem Taster schickt man den Nubert nuPower A nach dem Musikhören auch wieder in den Schlaf. So leistungsstark die Endstufe im Betrieb ist, so genügsam verhält sie sich im Standby-Modus, hier verzehrt sie maximal ein halbes Watt.

Die Polklemmen erlauben den Anschluss von starken Kabeln bis zu einem Querschnitt von sechs Quadratmillimetern.

Bitte wenden: Die Rückseite

Die Übersichtlichkeit der Front setzt sich rückseitig fort. Im oberen Bereich finden wir die Eingänge, klar aufgegliedert in ein Anschlussfeld für den rechten und linken Kanal. Zuoberst treffen wir auf vergoldete Cinchbuchsen, das ist der unsymmetrische Eingang. Aber wie es sich für einen Verstärker dieser Güte gehört, besitzt der Nubert nuPower A auch einen symmetrischen Eingang in Form von XLR-Buchsen. Diesen Eingang sollte man zugunsten der Klangqualität wählen, weil eine symmetrische Signalführung möglichen Einstreuungen, die sich als Brummen oder sirren bemerkbar machen, vorbeugt. Dafür wird das Signal gleich doppelt durch das Kabel geschickt, einmal in Originalform und einmal phasenverkehrt (invertiert). Störungen, die auf das Signal einwirken, heben sich so im Idealfall auf. Im Profibereich ist symmetrische Signalführung Standard, im High End-Bereich hat sie sich ebenfalls etabliert. Wer diesen Eingang benutzt, stellt dies an dem nuPower A auch ein, hierfür besitzt der Verstärker einen Schalter. Verwendet man hingegen den unsymmetrischen Cinch-Eingang, gehört der Kippschalter in die Stellung „RCA“. Der Sinn dieses Schaltvorgangs: Offene Eingänge, die nicht belegt sind, können ein Brummen in die Verstärkerschaltung tragen. Also schaltet man sie am besten ab – und genau das erledigt man mit dem rechten Kippschalter. Sein Kollege zur Linken dient nun der Betriebswahl: Die Nubert nuPower A kann als Stereo-Endstufe verwenden werden, aber auch als Mono-Block. Unter den beiden Kippschaltern folgt nun eine Trigger-Buchse, über die mitgelieferten Kabel lässt sich die Endstufe so mit einem Vorverstärker verbinden, um beide Geräte zusammen ein- und auszuschalten. Natürlich kann man die Nubert nuPower A auch komplett von der Stromzufuhr trennen, dafür besitzt die Endstufe einen Netzschalter. Last but not least: Die Anschlüsse für die Schallwandler. Hier hat Nubert Qualitätsklemmen eingesetzt, die Bananas und Kabelschuhe akzeptieren und den Einsatz von blankem Kabel mit einem Querschnitt bis sechs Quadratmillimetern erlauben – sehr gut; denn wer eine solche Endstufe betreibt, wird zu den Boxen hoffentlich keinen Klingeldraht legen. Da für jeden Kanal vier Klemmen bereitstehen, kann man mit dem Nubert nuPower A zwei Boxenpaare betreiben – parallel oder alternativ. Ein hinterletztes Bedienelement entdecken wir nun noch auf der Bodenseite: Hier sitzt der Groundlift-Schalter. Mit seiner Hilfe wird der Erdungskontakt unterbrochen. Das kann notwendig sein, wenn durch Komponenten wie etwa Satelliten- oder Kabelreceiver ein Brummen in die Klangkette hereingetragen wird. Durch das Betätigen des Groundlift-Schalters ist dann Schluss mit den lästigen Nebengeräuschen. Darum ist es durchaus vorteilhaft, wenn man diesen Schalter auch nach der Einrichtung der Klangkette noch erreichen kann. Jetzt sind wir aber schon beim Aufstellen des Amps.

Ausstattungskomfort: Die nuPower A bietet eine symmetrischen und einen unsymmetrischen Eingang sowie Anschlussklemmen für zwei Boxenpaare.

Aufstellen und Anschließen

Zu der Nubert nuPower A gibt es eine umfassende Bedienungsanleitung, die sowohl den Amp und seine Anschlüsse erklärt als auch mehrere Anwendungsbeispiele gibt. Das ist vorbildlich und Nubert-typisch, hieran dürften sich andere Hersteller gerne orientieren, denn so lässt sich auch eine schwere Endstufe leicht in Betrieb nehmen. Dafür ist nun zuallererst der passende Ort zu finden. Nubert hat sich zwar Mühe gegeben, keinen platzfressenden Wohnzimmerschreck zu bauen, aber mit den Maßen 20 mal 43 mal 42 Zentimetern passt die Endstufe nicht per se in jedes Regal. Außerdem sind in der Tiefe für die Anschlüsse noch einmal vier Zentimeter hinzuzurechnen, eventuell fordern Bananenstecker noch ein wenig Platz. Zudem sollte man dem Amp zu den Seiten und nach oben hin zehn Zentimeter Platz gönnen, damit er seine produzierte Wärme ungestört abführen kann. Nun zum Anschluss der Boxen: Ausgesprochen positiv ist die Möglichkeit, zwei Boxenpaare anschließen zu können, so lassen sich zwei verschiedene Hörzonen oder gleich zwei Räume mit einem Verstärker beschallen. Wer die Endstufe so einsetzt, sollte auf die Impedanz der Boxen achten. Der Widerstand muss für jeden Lautsprecher mindestens vier Ohm betragen. Die Impedanz des Lautsprechers ist auf seinem Typenschild ausgewiesen, die üblichen Werte sind vier oder acht Ohm, hier dürften also kaum Probleme auftreten, zumal Nubert ja stolz auf die Laststabilität der Endstufe ist; sie wurde selbst gegen einen Kurzschluss zuverlässig abgesichert. Wir schließen sie ganz klassisch an ein Paar Boxen an, nun noch an den Eingang einen Vorverstärker klemmen und davor den Zuspieler – und jetzt kann es losgehen.

Stabiler Stand: Die vier großen Füße sorgen mit ihrer festen, aber flexiblen Gummierung für einen sicheren Stand und eine gute Absorption von Vibrationen.

Kraft und Entspannung: Die Nubert nuPower A im Klangtest

Mit dem ersten Einschalten einer Leistungsendstufe geht ja doch eine gewisse Spannung einher – jenseits aller Elektrik. Wie reagiert der Amp? Welche Geräusche gibt er von sich? Beim Nubert nuPower A geht es hier denkbar unspektakulär, entspannt und leise zu. Da der Verstärker ohne Lüfter auskommt, stört nicht das geringste Sirren die Stille. Nach dem Einschalten und dem Aktivieren des Amps hört man allein die Relais wirken, die mit einem sanften „Klick“ die Signalwege freigeben. Zuvor hat eine Softstart-Steuerung verhindert, dass uns permanent die Sicherungen rausfliegen. Bei Leistungsverstärkern dieser Größenordnung wäre das ohne die eingebaute Elektronik der Fall. Die Ruhe setzt sich nun fort: Den hervorragenden Rauschabstand, den die Messwerte attestieren, erleben wir nun livehaftig – gemäß dem Motto „ Wie Sie hören, hören Sie nichts“. Und dann hören wir alles: Wir beginnen wieder mit unserem Referenz-Track „Morph The Cat“ von Donald Fagen – und erleben eine Vollschub-Wiedergabe. Gerade im Bass, für den diese Aufnahme legendär ist, legt die Nubert nuPower A eine immense Kraft an den Tag, die so unangestrengt wirkt, dass wir das wahre Maß der Lautstärke zuerst gar nicht realisieren – erst die Lippenbewegung des nah bei uns sitzenden Kollegen macht uns klar, dass selbst die Rufgrenze längst überschritten ist. Dabei haben wir mit der Canton Vento 890.2 eine Standbox angeschlossen, die von einem Verstärker durchaus Leistung einfordert. Aber da herrscht bei der Nubert nuPower A ja nun wirklich kein Mangel. Die absolut anstrengungslose Verstärkung geht dabei mit einer herausragenden Präzision und Ruhe in der Wiedergabe einher. Die immerhin zehnköpfige Instrumentensektion von Donald Fagen klingt genauso, wie diese Topbesetzung den Track eingespielt hat: unglaublich auf den Punkt, unheimlich gelassen – und dadurch ungemein entspannend. Schon nach wenigen Takten stellen sich die entsprechenden Symptome ein: Erst sanftes Nicken und Wippen von Kopf und Fuß, dann weitgehende muskuläre Lösung und ruhige Atmung – obwohl wir nach wie vor eine Lautstärke fahren, die die nachbarschaftliche Beziehung auf eine ernste Probe stellt. Durch die großen Kraftreserven der Endstufe erleben wir zudem eine herrliche Offenheit, weil die Nubert nuPower A keine Limitierung durch Kompressionseffekte erzeugt, auch plötzliche Großimpulse kommen zu ihrem dynamischen Recht.

Die Schaltzentrale: Über das massive Stellrad trifft man seine Wahl, welche Boxenpaar-Kombination spielen soll.

Dieser Höreindruck verfestigt sich bei Marla Glens „Cost Of Freedom“. Die rauhe, extrem präsente Stimme wirkt mit manchen Klangketten etwas anstrengend, der Gesang leicht überspannt. Die nuPower A sorgt hier für das richtige Maß und verbannt jegliche Hektik. So erlebt man den Vokalvortrag der amerikanischen Sängerin mit neuen Ohren, obwohl dieser Song doch schon so bekannt ist. Dafür sorgt auch das immens durchsichtige, facettenreiche Klangbild – wobei die nuPower A nichts hinzufügt, sondern nur zeigt, was vorhanden und möglich ist. Was machbar ist, hängt allerdings auch von der Wahl des Vorverstärkers ab. Wir haben die Nubert nuPower A mit dem „natürlichen“ Spielpartner, dem nuControl gepaart, sie aber auch mit der Wadia di122 zusammengespannt – und erkennen, dass die Endstufe sehr sensibel auf den jeweiligen Klang-Kompagnon eingeht. Das hören wir auch bei der fantastischen Live-Scheibe „Listener Supported“ der Dave Matthews Band. Das begnadete Musikerdutzend bewegt sich zwischen Fusion, Jazz und Rock – und das Album präsentiert diese komplexe Mischung in einer exzellenten Abmischung. Je nach Preamp klingt die Wiedergabe mal ein wenig voluminöser und tonal etwas tiefgründiger, mal etwas schlanker und spritziger. Das ist ein spannendes Experimentieren, die Präferenzen sind aber letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks. Die Nubert nuPower verhält sich dabei so, wie es Ihre Entwickler angestrebt haben: Sie agiert fast wie „Leistungsdraht“ – so stellt man sich in der Theorie den bestmöglichen Amp vor: Der ideale Verstärker verhält sich klanglich wie ein Stück Draht. Die Nubert nuPower A ist auf bestem Weg, diese Theorie in die Praxis zu überführen.

Starkes Aggregat: Dank ihrer Kraft treibt die nuPower A auch fordernde Boxen an.

Fazit

Mit der Endstufe nuPower A will Nubert demonstrieren, was im analogen Verstärkerbereich machbar ist, und das ist den Schwaben beeindruckend gelungen. Mit erstklassiger Hardware und amtlichem Schaltungsdesign haben sie eine Endstufe kreiert, die große Kraft mit immenser Klangqualität vereint – besser: erstere macht letztere möglich. So zeigt die Endstufe zugleich Stärke und Sensibilität, dazu eine beeindruckende Ruhe – und auch jene tonale Neutralität, die zu den hehren Zielen im gehobenen HiFi- und High End-Bereich zählt. Das alles bietet Nubert zu einem Preis, der auf diesem Qualitäts-Level erst mal unterboten werden muss.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,1
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

92 %

93 %

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170315.Nubert-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Nubert nuPower A
Produktkategorie:Endstufe (stereo/mono)
Preis:3.750,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Schwarz
Vertrieb:Nubert, Schwäbisch Gmünd
Tel.: 07171 / 92690-0
www.nubert.de
Abmessungen (HBT):185 x 255 x 265 mm
Gewicht:42,0 kg
Eingänge (analog):1 x XLR (symmetrisch)
1 x Cinch (unsymmetrisch)
1 x Trigger
Ausgänge (analog):4x Lautsprecher (Bananenbuchsen, Schraubklemmen für Kabel bis 6 mm²)
Ausgangsleistung:Stereo-Modus:
2 x 540 Watt (4 Ohm)
2 x 310 Watt (8 Ohm)

Mono-Modus:
1 x 1.1500 Watt (4 Ohm)
1 x 700 Watt (8 Ohm)
(Herstellerangabe)
Frequenzgang:5 - 60.000 Hz (+0/- 0,5 dB)
(Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Nubert nuPower A
- Netzkabel, 1,5 m
- Trigger-Kabel zur Verbindung mit nuControl (Mini-XLR auf Mini-XLR), 1 m
Trigger-Kabel zur Verbindung mit anderen Vorverstärkern (Mini-XLR auf 3,5 mm-Miniklinke), 1 m
- Bedienungsanleitung
Besonderes:- ausgezeichneter Klang
- erstklassige Verarbeitung
- auch für fordernde Boxen bestens geeignet
- zwei Boxenpaare parallel oder wechselweise betreibbar
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,1
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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