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Redakteur
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Der Meteor OH1 ist ein klassischer In-Ear-Kopfhörer im außergewöhnlichen Design mit abnehmbarem, verdrilltem Kabel. Bauweise und technische Ausstattung versprechen einen hohen Tragekomfort und einen hervorragenden Klang. Der OH1 versucht dabei nicht mit neuen, ausgefallenen Funktionen zu überzeugen, sondern indem er gut aussieht, gut sitzt und vor allem gut klingt. All das stellt der Ikko in meinem Test auch unter Beweis.

Der Ikko Meteor OH1 ist kompakt, bequem und sehr edel gemacht.

Gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik hat sich in den letzen Jahren eine Vielzahl neuer Herstellermarken etabliert. Viele von ihnen entstammen dem Wachstumsmarkt China. Auch wenn es noch immer hartgesottene Gegner chinesischer Waren gibt, viele der neuen Marken liefern richtig gute Qualität ab. In die Kategorie “Neu/Chinesisch/Gut” scheint auch die Marke Ikko zu gehören. Erst seit 2018 ist der Newcomer aus der Consumer-Electronics-Metropole Shenzen mit bisher noch wenigen Produkten am Start. Zu diesen gehören eine Hand voll cooler Kopfhörer und auch entsprechende DAC/Kopfhörerverstärker – selbstverständlich auf den mobilen Einsatz abgestimmt. Einer dieser portablen Wandler/Verstärker hat uns in der Redaktion bereits begeistert. So verwundert es auch nicht, dass sich Ikko binnen kurzer Zeit unter Kennern einen sehr guten Ruf erarbeitet hat. Mir ist bis zu diesem Test persönlich noch kein Kopfhörer der ambitionierten Chinesen untergekommen, so deshalb bin ich nun extrem neugierig, was der Meteor OH1 so zu bieten hat.

Der im Test ebenfalls verwendete DAC ist optional erhältlich gehört nicht zum Lieferumfang. Der OH1 kann aber selbstverständlich auch ohne diesen verwendet werden.

Ein echter Eyecatcher

Von seiner Funktionsweise her mag mein Testgast eher klassisch aufgebaut sein, in Sachen Design sieht das jedoch ganz anders aus. Die unregelmäßige Oberfläche des OH1 erinnert mich an eine gehämmerte Steeldrum. Allein damit macht der Meteor seinem Namen bereits rein optisch alle Ehre. So oder so ähnlich stelle ich mir zumindest die Oberfläche eines kleinen Himmelskörpers schließlich vor. Das Gehäuse ist aus hochwertigem Aluminium gearbeitet. Das wirkt edel, zugleich aber auch stabil und robust. Je nach Lichteinfall zeigt die Oberfläche einen lebhaften aber nicht übertriebenen Schimmer (ein interessanter Effekt aber ausdrücklich kein Blingbling!). Das Gehäuse kann sich also sehen lassen. Aber auch das dunkelgraue Kabel ist ein wenig außergewöhnlich und in meinen Augen durchaus sehr attraktiv. Dieses ist vierfach geflochten und ab der Stelle, an der es sich zu den beiden Kopfhörern teilt, noch zweifach verdrillt.

Die verdrillten Kabel sehen git aus und sind im oberen Bereich von einem Mantel zusammengefasst.

Praktikabilität geht vor

Diese Konstruktionsweise hat neben ihrer optischen Wirkung durchaus auch einen praktischen Hintergrund: Das geflochtene Kabel verheddert sich einfach nicht, sollte man die Kopfhörer mal achtlos in die Jackentasche stopfen. Gerade wenn es schnell gehen muss, kommt das ja schonmal vor. Die letzten rund zehn Zentimeter des Kabels in Richtung Ohrstöpseln sind mit einem Gummiüberzug ummantelt und so leicht versteift. Auch das nicht ohne Grund: Dieser Bereich wird nämlich außen um die Ohrmuschel herum gelegt und offeriert dem Träger so einen erstaunlich festen Halt. Ansonsten sind im Lieferumfang noch eine Klett-Schlaufe zur Kabelfixierung und insgesamt sechs Paar Silikon-Stöpsel enthalten. Aus drei Größen hat der Besitzer hier die Wahl zwischen einer Passform, die für einen besonders ausgewogenen Klang sorgt, oder einer, die die Stimmwiedergabe betont. Ein spannendes Detail. Dazu aber später mehr …

Dank der cleveren Kabelführung sitzt der In-Ear immer fest, zugleich aber auch bequem.

Clevere Bauweise

Ikko hat seinen Meteor OH1 pro Seite jeweils einen dynamischen Basstreiber mit einem Millimeter Durchmesser, sowie einem sogenannten 33518 Balanced Armature Chassis von Knowles für die Hoch- und Mitteltonwiedergabe verbaut. Das Kabel besitzt eine Länge von rund 1,20 Metern und ist mit einem bewährten 3,5 Millimeter-Stereo-Stecker bestückt. Das reicht für den mobilen Einsatz locker aus. Am anderen Ende ist das verdrillte Kabel allerdings nicht fest mit den In-Ears verbunden. Stattdessen ist es dank passgenauer 2-Pin-Stecker problemlos von den Ohrsteckern trennbar. Das kann unter anderem dann von großem Vorteil sein, wenn man bei Beschädigung nur das Kabel austauschen kann, und nicht direkt den Kopfhörer entsorgen muss. Soviel zur grauen Theorie. Ich stöpsle den OH1 dann mal in mein Smartphone ein und höre gut zu, was mir die kleinen In-Ears aus Fernost so zu bieten haben.

Der Ikko OH1 wird mit verschiedenen Eartips zur Klangoptimierung geliefert.

Meteor OH1 beim Indoor-Test auf der Couch

Nachdem ich mich nun mit meinem – in Deutschland über digital highend in Essen vertriebenen – Testgast vertraut gemacht habe und er bequem in meinen Ohren sitzt, geht es endlich in den Hörtest. Da es zunächst mit Thees Uhlmanns neuestem Werk “Thees Uhlmann über Die Toten Hosen” rein sprachlich zugeht, nutze ich die “Vocal Eartips” in meiner Größe. Diese Wahl zeigt dann schnell und auch ganz offensichtlich Wirkung: Die sympathische Stimme des Autoren mit dem norddeutschen Slang zieht sofort meine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Gebotene Bassanteile sind deutlich hörbar, allerdings ohne zu sehr zu dominieren. Das Klangbild ist weder basslastig verfremdet, noch scheppern die Höhen. Stattdessen komme ich während einer guten Lesestunde in den Genuss der totalen stimmlichen Harmonie und eines sehr natürlichen Klangs.

Betonung der Stimme

Autor Thees Uhlmann schreibt sehr natürlich, der Vorleser Thees Uhlmann liest sehr natürlich und die Meteor OH1 fügen sich in diese Zusammenarbeit nahtlos und ebenso natürlich ein. Die Stimme ist körperhaft, dynamisch und kraftvoll. Zugleich aber niemals überzogen, aufdringlich oder überbetont. So wirkt das gesamte Klangbild ausgewogen, entspannt und einfach richtig. Rein aus Interesse wechsle ich gegen Ende noch die Eartips. Auch mit den auf den “ausgewogenen Klang” ausgelegten Silikonaufsätzen ist das Ergebnis überraschend gut. Trotzdem, mir persönlich, als hartgesottenem Hörbuch-Fan, gefällt die Variante “Vocal” aber etwas besser. Letztendlich muss das jeder Hörer aber für sich entscheiden. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten. Es lohnt sich aber auf jeden Fall, ein wenig mit den Eartips “herumzuprobieren”. Übrigens: Der Wechsel der Eartipps ist in wenigen Augenblicken durchgeführt und nicht so fummelig, wie man es von vielen anderen In-Ears kennt.

Obwohl nicht ultrakompakt, sitzt der OH1 jederzeit sicher und zugleich unauffällig im Ohr.

Bequem und sanft

Musikalisch widme ich mich zum Warmwerden dann dem alten Norah Jones Album “Feels Like Home”. Meine In-Ears sitzen noch immer bequem im Ohr und vermitteln mir sofort ein sehr “echtes” Klangbild. Der Sound ist homogen und im positivem Sinne „anmachend“. Die zarte, fast zerbrechliche Stimme der US-Amerikanerin hat nichts künstliches, sondern besticht durch ein Gefühl von Nähe. Das liegt unter anderem an der sehr akkuraten Größendarstellung der Sängerin und der begleitenden Instrumente. Keine Spur von Markenklang oder übertriebener Schönspielerei. Der OH1 spielt natürlich, schält aber auch den musikalischen Charakter der Aufnahme heraus. Rhythmus und musikalischer Fluss stimmen ebenfalls. Hier drängt sich nichts nach vorn und es wird akustisch auch nichts übermalt. So erscheint es mir fast, wie bei einem privaten Wohnzimmerkonzert. Kurz zusammengefasst: Die Meteor OH1 hinterlassen bei mir auch in dieser Disziplin akustisch einen überzeugenden Eindruck.

Gut verkabelter Soundtrack für die Joggingrunde

Viele Kopfhörer, die “im Ruhezustand” einen guten Job machen, stoßen dann beim Sport an ihre Grenzen. Um herauszufinden, wie das beim OH1 ist, ziehe ich meine Laufschuhe an, verkabele mich und laufe zu meinem bevorzugten Lauf-Album “Queen – Greatest Hits II” los. Was mir bereits nach wenigen Metern auffällt: Ich höre keine Störgeräusche. Ich meine solche, die sonst gerne schon mal durch die Reibung des Kabels entstehen. Wer häufiger mit Musikunterstützung joggen geht, weiß sicher, was ich meine. Ein offensichtlich weiterer Vorteil des geflochtenen Kabels, das selbst unter der Jacke keine hörbaren Geräusche überträgt. Dazu sitzen die Stöpsel dank der um das Ohr herumgeführten Halter jederzeit stabil. Die Silikonränder der Kopfhörer halten das ständige Auf und Ab locker durch und bleiben jederzeit dicht. So bewältige ich insgesamt neun intensive Kilometer mit Songs wie “Radio Gaga”, “Hammer To Fall” oder “Innuendo”.

Die Kabel sind nicht fest am Kopfhörer verbunden und schnell austauschbar.

Anstrengung lohnt

Ich laufe mal schneller, mal etwas zurückgenommen, letztendlich aber pulsmäßig am Limit. Und die Musik? Die Musik unterstützt mich bei meinem Workout perfekt. Hart gespielte Bässe pushen mich und trotz der hohen Lautstärke wird die vielleicht komplexeste Stimme der Rock-Geschichte glockenklar und facettenreich wiedergegeben. Das Beste aber ist, ich werde nicht stumpf angetrieben, sondern intensiv musikalisch motiviert. Die Bewegung strengt mich an und die Erschütterungen meiner Schritte machen auch vor Kabel und Kopfhörer nicht Halt. All das ist hier Nebensache. Ich höre einfach wirklich gut Musik mit jeder Menge Details, mit vielen Nuancen und ganz viel Atmosphäre. Für solch kleine In-Ear-Kopfhörer ist das allein schon eine gute Leistung. Was die Ikko Meteor OH1 jedoch unter dieser Belastung leisten, ist vorzüglich. Nach einer knappen Stunde mit Freddie Mercury auf meiner Strecke bin ich körperlich dann fertig, musikalisch jedoch nachhaltig beeindruckt.

Die OH1 wiegen inklsuive Kabel gerade einmal 35 Gramm.

Fazit

Der Meteor OH1 steht den namhaften Marken-Konkurrenten in Sachen Materialqualität und Verarbeitung in nichts nach. Was das Design und die innovative Optik angeht, ist er einigen Mitbewerbern sogar voraus. Das zentrale Bewertungskriterium ist allerdings nach wie vor der Klang. Satte Bässe und eine ausgewogene Klangkulisse sorgen für eine stimmiges, niemals aufdringliches Gesamtbild. Hinzu kommen eine ansteckende Dynamik und eine stabile, unangestrengte Musikreproduktion – auch wenn es mal lauter wird. Selbstverständlich hat ein kabelloser Kopfhörer bezüglich der Bewegungsfreiheit leichte Vorteile, durch das lange und nahezu störungsfreie Kabel des Meteors fallen diese in meinen Augen jedoch selbst bei sportlicher Aktivität kaum ins Gewicht. Unterm Strich bin ich positiv durchweg vom OH1 begeistert. Für einen fairen Preis von rund 150 Euro bekommt man neben dem Ikko noch Kabel, Anleitung und die diversen Eartips. Wer auf der Suche nach wirklich gut klingenden In-Ears ist, die auch optisch was zu bieten haben, für den ist dies ein sinnvolles Investment.

Test & Text: Stefan Meininhaus
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 90/90
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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Technische Daten

Modell:Ikko Meteor OH1
Produktkategorie:Kopfhörer, In-Ear
Preise:- 150 Euro (uvP)
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Blau
Vertrieb:digital highend, Essen
Tel.: +49 (0)201 – 507 39 50
www.digital-highend.de
Gewicht:- 0,35 Gramm
Prinzip:In-Ear, kabelgebunden
Treiber:2 x 10 mm
Impedanz:18 Ohm
Frequenzbereich:20 Hz - 40 kHz
Anschluss:Kabel (beidseitig geführt)
Lieferumfang (Standard-Ausführung):- Ikko OH1
- Stereo-Kabel (1,20m)
- 6 Eartips
- Transportcase
Pros und Contras:+ sehr guter Tragekomfort
+ hohe Materialqualität
+ ausgewogenes Klangbild
+ auch für Sport geeignet
+ keine Mikrofoniegeräusche
+ Klanabstimmung per Eartips möglich

- keine Inline-Fernbedienung
Benotung:
Klang (60%):89/90
Praxis (20%):89/90
Ausstattung (20%):88/90
Gesamtnote:89/90
Klasse:Oberklasse
Preis/Leistungsehr gut

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