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Redakteur
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All-in-One-Systeme lösen die herkömmliche HiFi-Anlage ab – selbst in audiophilen Kreisen, denn mittlerweile haben auch etliche Premium-Hersteller die modernen Musikzentralen im Portfolio. Moon bietet hier mit dem ACE einen Brückenbauer, der klassisches und aktuelles HiFi vereint: Er punktet mit analogen Eingänge inklusive Phono-Input und sämtlichen wichtigen digitalen Schnittstellen. Streaming geht dabei über Bluetooth aptX und in HiRes-Qualität via LAN und WLAN – dank eines DAC, der bis PCM 384 Kilohertz/32 Bit und DSD256 wandelt. Eine eigene App übernimmt die komfortable Steuerung, und mit seinem 85 Watt leistenden Verstärker übernimmt der Moon ACE auch gleich noch die Amplifizierung. Diesen Alleskönner haben wir uns natürlich näher angeschaut.

Der Moon Ace vereint den modernen Look eines All-in-One-Players mit dem klassischen Format einer HiFi-Komponente.

Während andere Hersteller bei ihren All-in-One-Playern auch optisch eine Alternative zum Design klassischer HiFi-Komponenten suchen, knüpft Moon genau an diese Formgebung an und betont damit implizit die Kontinuität der Klangqualität. So würde der Moon ACE mit seine 90 mal 43 mal 37 Zentimetern genau zu jenem Geräte-Ensemble passen, die er als Alleskönner doch samt und sonders überflüssig macht. Bei der näheren Begutachtung fällt uns qualitativ die ausgezeichnete Verarbeitung des ACE auf, in punkto Design hingegen die glatte Front mit den zwei sanft geschwungenen Paneelen als Einfassung. Bei unserem Testmodell sind sie in Schwarz gehalten. In der Silber-Variante des ACE hingegen sorgen sie zusammen mit dem Stellrad für den optischen Kontrast des ansonsten durchweg in Schwarz auftretenden ACE. Eine Ausnahme bilden die stets in Silber ausgeführten Taster auf der wunderschön gebürsteten Alu-Front. Sie erlauben zusammen mit dem großen Stellrad die Nahbedienung des ACE – im Verbund mit dem Display.

Das ausgezeichnete OLED-Display liefert eine Vielfalt an Informationen in gestochen scharfer Qualität.

Erstklassiges OLED-Display, Features aus der Finessen-Abteilung

Beim ersten Ausprobieren springt direkt die ausgezeichnete Qualität des OLED-Display in Auge: Die Anzeige ist zwar nicht übermäßig groß, liefert ihre Infos aber in erstklassiger Schärfe und tollem Kontrast. Das ist prima, zumal die Informationsdichte durchaus hoch sein kann: So gibt uns das Display bei gestreamter Musik Auskunft über die aktuelle Lautstärke, das Tonformat des gerade laufenden Tracks, seine abgelaufene Zeit – und nennt uns sogar den Tracknamen, den Albumtitel und den Interpreten. Dazu kommt bei der Auswahl der Quelle eine sehr gut gemachte grafische Anzeige der Input-Art. Top! Beeindruckt sind wir auch von der ausgezeichneten Leichtgängigkeit und dem perfekten Gleichlauf des Drehgebers. Er agiert im Normalbetrieb als Lautstärkerad und erlaubt hier feinste Veränderungen in 0,5-Schritten – bei einer Spannbreite von Null bis 80 Dezibel. Ansonsten dient der massiv-metallene Knopf der Navigation durch die Auswahl des Menüs. Hier stoßen wir auf etliche Features, die aus der Finessen-Abteilung stammen. So lassen sich die Eingänge in ihrer Lautstärke angleichen, um Pegelsprünge beim Wechsel der Quelle zu verhindern. So können die Inputs nach eigenem Gusto umbenannt werden. Ebenso sind ungenutzte Eingänge ausblendbar, damit sie im Betrieb nicht unnötigerweise im Auswahlmenü auftauchen. Damit sind wir schon bei den Anschlussmöglichkeiten des Moon ACE.

Der perfekt gängige Drehgeber ermöglicht feinste Lautstärkeveränderungen und dient ebenso der Navigation durch die Menü-Auswahl. Mit dem links von ihm platzierten Phones-Ausgang ist der Ace auch für Kopfhörer-Freund attraktiv. Über den „MP In“ lässt sich auch schnelle ein Mediaplayer oder Smartphone anschießen.

Üppige Konnektivität: die analogen Anschlüsse …

Auf der Front geht es gleich los: Hier finden wir eine „Phones“-Buchse. Der ACE ermöglicht also auch den Musikgenuss über Kopfhörer. Der Anschluss ist dankenswerterweise als große Klinkenbuchse realisiert. Daneben sitzt eine Mini-Klinkenbuchse, sie dient dem kabelgebundenen Anschluss eines Mediaplayers oder Smartphones. Alle anderen Anschlüsse finden wir nun auf der Rückseite. Fahren wir mit der analogen Abteilung fort: Hier bietet der ACE einen Phono-Eingang samt Erdungsklemme. Er dient der Einbindung eines Plattenspieles, der mit einem Moving Magnet-System ausgestattet ist. Das ist das verbreitetste Abtastsystem, damit ist der ACE das Gros alle Vinylisten attraktiv. Für alle anderen analogen Zuspieler stehen zwei Line-Eingänge zur Verfügung. Beide Inputs können in einen „HT Bypass“-Modus versetzt werden. Dann wird die Lautstärkeregelung des ACE übergangen, falls man ihn im Verbund mit einem Receiver im Heimkino-Setup betreiben möchte. Dazu passend können wir über die nun folgenden „Output“-Buchsen des ACE einen Subwoofer anschließen, aber auch eine externe Endstufe, falls der ACE nur die Vorverstärkung übernehmen soll. Der Output unterliegt deshalb der Lautstärkeregelung des ACE.

Zu den analogen Eingängen zählt ein Phono-Eingang für MM- Plattenspieler. Damit ist der Ace auch für Vinylisten interessant.

… und die digitalen Schnittstellen

Nun zur Digitalsektion: Sie bietet alle wichtigen digitalen Audio-Schnittstellen. Hier entdecken wir gleich vier S/PDIF-Inputs. Die beiden optischen Eingänge akzeptieren PCM-Files bis 96 Kilohertz/24 Bit, über die beiden elektrischen Eingänge geht PCM 192 Kilohertz/24 Bit. Seine volle HiRes-Fähigkeit spielt der ACE mit den nun folgenden Schnittstellen aus: dem USB-Port und dem Ethernet-Anschluss. Sie ermöglichen die Zuspielung von extrem hochauflösenden Files bis PCM 384 Kilohertz/32 Bit und DSD256. Nun sehen wir noch eine WiFi-Antenne – damit ist klar: Das Streaming geht auch ohne Kabel. Über WLAN erreichen den ACE HiRes-Files in der immer noch ausgezeichneten Qualität PCM 192 Kilohertz/24 Bit und DSD64. Der ACE bietet mit Bluetooth aber noch einen weiteren kabelfreien Streaming-Weg. Für den guten Klang kommt dabei der Codec aptX zum Zuge, so ist der Blauzahn-Funk mit 48 Kilohertz/24-Bit möglich.

Die Digitalsektion punktet mit vier S/PDIF-Inputs, USB-Port, Ethernet-Anschluss für LAN und der WiFi-Antenne für WLAN, hinzu kommt noch die Bluetooth-Konnektivität.

Audiophiler Verstärker

Die aus dem Digitalen gewandelten Daten und die analog zugespielten Signale bedürfen nun natürlich noch der Verstärkung. Auch hier beweist der ACE seine klassisch-audiophile Verbundenheit. Beim Gros der All-in-One-Player kommt eine Class D-Endstufe zum Zuge, diese Technologie ermöglicht mit ihrer Effizienz den Einsatz von kleinen Schaltnetzteilen und begünstigt insgesamt kompaktere Maße der Komponenten. Moon hingegen spendiert dem ACE einen vollwertigen Class-AB-Verstärker. Dies ist nach wie vor die beliebteste Verstärkerschaltung, denn sie verbindet die Vorzüge der audiophilen Class A-Schaltung mit der Meriten der Class B-Schaltung: Verzerrungsarmut und guten Wirkungsgrad. Dafür verlangt sie aber ein konventionelles Netzteil mit Transformator – und hier gilt: Je größer die Stromversorgung dimensioniert ist, desto kräftiger kann der Verstärker agieren und desto mehr Leistungsreserven für Spitzenpegel hat er in petto. Beim Moon ACE steckt ein properer, satte 250 Voltampere liefernder Ringkerntrafo unter der Haube, der auch das hohe Gewicht des ACE von knapp elf Kilo erklärt. Dieses Netzteil verspricht üppige Power sowie ordentlich Headroom. Deshalb sollte man sich von der Leistungsangabe des ACE nicht täuschen lassen: Nominell liefert seine Verstärkersektion 85 Watt an Vier-Ohm-Lautsprechern, reell lassen derart gut versorgte Amps in punkto Kraft selten Wünsche offen. Das verstärkte Musiksignal stellt der ACE nun an seinem „Speaker Output“ zur Verfügung. Die vier Klemmen, die mit dem restlichen Qualitätsniveau des ACE nicht ganz mithalten, erlauben den Anschluss eines Lautsprecherpaars.

Der mitgelieferte System-Befehlsgeber ermöglicht die bequeme Fernbedienung der wichtigen Hauptfunktionen.

Bequeme Bedienung bis hin zum Multiroom-Betrieb

Die Bedienung des ACE geht über drei Wege: Das grundlegende Setup nimmt man direkt am Gerät vor. Über die Taster und den Drehgeber lässt sich der Ace auch fortan komplett bedienen. Alle wichtigen Alltagsfunktionen wie Quellenwahl, Lautstärke, Stummschaltung oder Balance kann man aber bequemer mit der mitgelieferten, einfachen Systemfernbedienung ausführen. Bei dafür geeigneten Bluetooth-Playern bietet der Ferngeber zudem die Funktionen Start/Stop und das Track-Skipping. Bei Musik, die dem ACE über sein Streaming-Modul MiND 2 zugespielt worden ist, klappen diese Funktionen auf jeden Fall. „MiND“ steht für „Moon Intelligent Network Device“. Dieses Modul ermöglicht dem ACE die Einbindung in das heimische Netzwerk, das kabellose und kabelgebundene Streaming der Musik, die alleinige Wiedergabe als Stand-Alone-Gerät oder die Multiroom-Beschallung im Verbund mit weiteren Moon-Komponenten.

Sobald es um die Musikzuspielung über das Netzwerk geht, wird „MiND“ aktiv: Das Streaming-Modul des ACE ermöglicht die kabellose und kabelgebundene Zuspielung und die Multiroom-Beschallung im Verbund mit anderen Komponenten.

Musikmanagement mit dem MiND Controller

Die Koordinierung und das Musikmanagement übernimmt dabei der Moon MiND Controller. Dies ist Moons selbstentwickelte App. Sie steht als iOS- und Android-Version in dem jeweils entsprechenden Store kostenfrei zum Download bereit. Mit dem MiND Controller behält man zum einen den Überblick über den eigenen Musikbestand auf dem heimischen Netzwerkspeicher. Zum anderen steht so das Angebot verschiedener Online-Musikdienste zur Verfügung. Eingebunden sind Deezer, HighRes Audio, Qobuz und Tidal. Je nach Form des kostenpflichtigen Abonnements ist auch hier das Streaming von HiRes-Files und MQA-Files möglich. Kostenfrei ist hingegen der Radioempfang: Über TuneIn kann man das weltweite Angebot der Internet-Radiostationen und Podcast-Produzenten aufrufen. Der MiND Controller ist übersichtlich gestaltet und leicht zu handhaben. Die App besitzt eine Suchfunktion und kann die Musik nach folgenden Kriterien selektieren: „Album“, „All Music“, „Artist“, „Artist Index“, „Artist/Album“, „Folder“, „Genre“, „Genre/Album, „Genre/Artist, „Playlist“ und „Rating“. Eine Filterung nach File-Qualitäten ist nicht möglich. Was uns richtig gut gefällt: Während die Musik läuft, kann man mit dem Fortschrittsbalken zu einem beliebigen Punkt des Tracks vor- oder zurückspringen. Das beherrschen einige andere Apps eben nicht. Natürlich lassen sich die Lieblingssongs auch als Favoriten markieren oder in eigenen Playlists unterbringen. Auch Songs vom iPhone, das Musik über iTunes abspielt, können über die App wiedergegeben werden. Wer es noch ausgereifter möchte, verwendet statt des MiND Controller das Musikmanagement-System roon samt dessen Bedienoberfläche. Der Moon ACE ist nämlich als „roon ready endpoint“ zertifiziert.

Die „MiND Controller“-App macht schon die Einrichtung leicht, ein kurzer „Guide“ zeigt vorab anschaulich, wie es geht (Bilde 1). In der „Library“ werden dann alle verfügbaren Server und die bereits vorinstallierten Online-Musikdienste angezeigt (Bild 2). Im Betrieb erweist sich die App als übersichtlich und intuitiv bedienbar (Bild 3).

Einrichtung

Weil der Moon ACE einen kraftvollen Verstärker besitzt, der beim Betrieb Wärme entwickelt, sollte man ihm zu allen Seiten ein wenig Platz gönnen, damit er über die Lüftungsschlitze des Gehäuses Luft ab- und zuführen kann. Nachdem wir über die Phono-Buchsen unseren Plattenspieler und per USB das Laptop angeschlossen haben, binden wir den ACE nun noch in unser heimisches Netzwerk ein. Für die Einrichtung schließen wir ihn per Ethernet-Kabel an das LAN an und startet dann den Moon Mind Controller. Die App findet augenblicklich den ACE, er taucht unter dem sperrigen Namen „MiND 2-501e2d25e354“ auf, weshalb wir ihn gleich in den Einstellungen auf „lite media ACE“ umtaufen. Nun geben wir in dem Menü „Einstellungen“ den Netzwerk-Namen und das Passwort ein. Diese Einstellungen speichern wir, dann folgen wir der Instruktion von Moon und schließen die App, schalten den ACE aus, entfernen das LAN-Kabel, schalten den ACE wieder ein und starten mit etwas Wartezeit die App erneut. Verwirrend ist, dass in der App mitunter ein weiteres, ominöses Phantom-Gerät mit dem Titel „Nicht konfiguriert ACE (ACEA86)“ angezeigt wird. Im Zweifel nimmt man die Einrichtung am ACE selbst vor. Dies ist wegen der Zeichenanwahl und -auswahl über das Stellrad und die Taster zwar etwas mühsamer, funktioniert aber sofort. Nun ist auch unser Laptop über das Netzwerk als Zuspieler einsetzbar – alternativ zum Anschluss über USB. Prima! Außerdem findet die App auch gleich unsere NAS und bietet uns unter „UPnP Medienserver“ die Files dieser Festplatte an. Alternativ können wir hier auch die bereits installierten Musikdienste aufrufen und uns anmelden – oder wir durchstöbern das Angebot an Internet-Radiostationen. Wir sind also auf vielen verschiedenen Kanälen startklar zum Musikhören.

Sehr gut: Der Fortschrittsbalken zeigt die vergangene und noch zu absolvierende Spielzeit des laufenden Tracks an, ermöglicht aber auch ein Vor- und Zurückspringen innerhalb des Musikstücks.

Der Moon ACE in der Praxis

Wir starten mit der Vinyl-Wiedergabe und legen Aimee Manns Album „Lost in Space“ in der Original Master Recording-Edition von Mobile Fidelity auf. Die LP beginnt mit der melancholischen Nummer „Humpty Dumpty“ – und wir erleben sofort eine stimmige und geräumige Bühne, auf der Miss Mann und ihre Mitstreiter musizieren: Hinten das Schlagzeug, davor Bass und Keyboards, weiter vorne die E-Gitarre und das Piano, in Front und damit direkt vor uns Aimee Mann. Später treten noch weitere Instrumente hinzu, doch das Wesentliche erfahren wir schon zu Anfang: Die Wiedergabe ist wunderbar organisch und entspannt, ohne jegliche Harschheit. So lehnen wir uns gleich ebenso entspannt in unser Sofa zurück, um die den Song zu genießen. Dabei ist der ACE kein Weichspüler, er agiert akkurat und mit flottem Timing. Gleich die einleitenden Drum-Schläge auf den Toms haben dadurch eine tolle Präsenz und erzielen die gebührende Aufmerksamkeit. Zudem zeigt uns der ACE alle Details: Da ist das leichte Rauschen des Gitarrenverstärkers, das immer dann zu hören ist, wenn Michael Lockwood bei seinem Slide Guitar-Spiel kleine Pausen einlegt. Und da ist vor allem der sanfte Gesang von Frau Mann, deren Räsonieren über die eigene Unzulänglichkeit wir mit allen Facetten hören, mit den sanften Atmern nach den einzelnen Gesangsphrasen, mit dem Wechsel von Entspanntheit und Intensität, gerade hin zum Zwischenteil. Hier beeindruckt uns nun der Bass: Der Viersaier war bereits vorher sonor, da haben wir schon andere sehr gute Verstärker gehört, die diesen Bass merklich dünner abbilden. Doch beim Zwischenteil liefert der ACE einen richtig satten Tiefton, den wir von diesem schlanken Verstärker so nicht erwartet hätten.

Mit der App wird das Smartphone beim Musikstreaming und Multiroom-Betrieb zur bequemen Fernbedienung.

Kraft und Dynamik

Die Fähigkeit zum fetten Fundament erfahren wir auch beim Wechsel von Vinyl zu WLAN: Wir streamen von unserer Festplatte „Kiss In The Blue“ von Yello, der Song entstammt dem 2009er-Album „Touch“. Das Schweizer Duo ist ja für sein perfekten Produktionen bekannt, und der ACE zeigt uns gleich mit den ersten Tönen eindrucksvoll, warum das so ist: Wir zucken erst mal zusammen, weil diese digitale Aufnahme ungemein knackig aus unseren Boxen schallt – und mit einem mehr als beachtlichen Pegel. Gut, wir haben schon bei Aimee Mann mit nicht geringer Lautstärke gehört, weil der ACE es klanglich so stressfrei möglich macht, der Level des WLAN ist aber höher. Das hätten wir natürlich vermeiden können, schließlich ermöglicht der ACE ja eine Pegelangleichung der Eingänge, um eben solche Unterschiede zu nivellieren. Das haben wir aber unterlassen – und so spüren wir nun in der Magengrube direkt ein Markenzeichen von Yello-Produktionen: den abgrundtiefen Synthi-Bass, gepaart mit einem fetten Puch der ebenfalls synthetischen Percussions. Der ACE stellt beides mit Wucht und Druck in unser Wohnzimmer O.k., unsere Audio Physic Temo 3i sind dafür auch die richtigen Lautsprecher, weil sie ordentlich austeilen können. Aber das bedarf dann halt eines kraftvollen Verstärkers. Hier beweist uns der ACE abermals, dass 85 Watt Leistung mehr als genügen, wenn das Netzteil dahinter genug Kapazität und Reserven besitzt. Wir sind übrigens gerade mal bei der Pegel-Einstellung 44, der ACE geht rauf bis 80.

Mit fünf Tastern ermöglicht der ACE auch die Nahbedienung der grundlegenden Funktionen – etwa die Quellenwahl. Das Display liefert dazu dazu auch optisch ansprechende Informationen.

Reinheit und Klangkultur

Neben der Kraft stellt der ACE seine Klangkultur unter Beweis. Ein weiteres Yello-Markenzeichen ist die ungemeine Räumlichkeit und Klarheit der Produktion: Schlagwerk, Melodien verschiedener Instrumente tauchen aus dem Nichts auf, wabern in einem künstlich-kunstvollen Raum, der uns durch einen superben Hall samt Mehrfach-Echo vorgegaukelt wird. Der ACE erhebt diese magische Illusion zur Zweit-Wirklichkeit: Mit geschlossenen Augen lässt man die Realität hinter sich und kann in den unendlichen Weiten des Yello-Kosmos eintauchen. Das gelingt auch, weil der ACE mit großer Klarheit im Klang und außerordentlicher Rauschfreiheit agiert. Diese Vorzüge wollen wir natürlich auch mit einem ausgesprochenen HiRes-File genießen. Wir spielen dafür mit unserem Laptop, auf dem die audiophile HiRes-Player-Software Audirvana installiert ist, per USB Musik von Antoni Vivaldi zu: das Largo des „Winter“ aus den „Vier Jahreszeiten“ in der ausgezeichneten Einspielung des Ensembles Brecon Baroque unter Rachel Podger, die uns in DSD256 vorliegt. Die Transparenz dieser Einspielung ist atemberaubend, diese Aufnahme erlaubt es, selbst einzelne Streicher aus dem Verbund der Geigen herauszuhören – samt ihrer minimalen Abweichungen bei der Intonation und beim Einsatz. Auch die Dynamik ist, im feinen einzelner Instrumente wie im großen Ganzen des Klangkörpers, exzellent. Das gibt die Aufnahme her, das wissen wir – und der ACE kann es, wie wir nun erfahren, audiophil liefern. So wird aus Vorfreude akuter Musikgenuss.

Der Moon Ace harmoniert insbesondere mit einem modernen Wohnambiente.

Fazit

Der Moon ACE ist als All-in-One-Music-Player ein medialer Brückenbauer: Er bietet die Vorzüge eines klassischen Stereo-Verstärkers und die Konnektivität einer modernen Musikzentrale. Der ACE verfügt über analoge Eingänge inklusive Phono-Input, vier S/PDIF-Inputs, USB-Port sowie HiRes-Streaming via LAN und WLAN, hinzu kommt Bluetooth mit dem Codec aptX. Sein HiRes-DAC ermöglicht die Wandlung hochauflösender Files bis DSD256 und PCM 384 Kilohertz/32 Bit. Für das bequeme Musikmanagement und den möglichen Multiroom-Betrieb präsentiert der ACE eine eigene App. Über sie können mit Deezer, HighResAudio, Qubuz und Tidal vier führende Online-Musikdienste eingebunden werden. Zudem sind über TuneIn die Internet-Radiostationen der gesamten Welt empfangbar. Statt der bei All-in-One-Geräten üblichen Class D-Verstärkertechnik agiert beim Moon ACE eine Class AB-Verstärkersektion samt kraftvollem Netzteil. Sie sorgt für Klangkultur und Kraft und liefert eine klare, dynamische und wunderbar dreidimensionale Wiedergabe. So erweist sich der Moon ACE als audiophiles Ass.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 96/100
Klasse: Referenzklasse
Preis/Leistung: sehr gut

96

96

97

200603.Moon ACE-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Moon
ACE
Produktkategorie:All-in-One-Player
Preis:3.500,00 Euro
Garantie:2 Jahre / 10 Jahre bei erfolgter Produktregistrierung
Ausführungen:- Schwarz
- Schwarz mit silbernem Drehgeber und silbernen Front-Applikationen
Vertrieb:Dynaudio Germany, Rosengarten
Telefon: +49 4108 41800
www.simaudio.com
Abmessungen:89 x 429 x 366 mm (ohne Antennen)
Gewicht:10,6 kg
Nennleistung:2 x 85 W / 4 Ω
2 x 50 W / 8 Ω
Eingänge (analog):1 x Phono MM (Cinch)
1 x MP (Klinke, 3,5 mm)
2 x Line (Cinch)
1 x SimLink für Kommunikation mit weiteren Moon-Komponenten (Klinke, 3,5 mm)
1 x IR In für Steuerung über einen externen Infarotempfänger (Klinke, 3,5 mm)
Eingänge (digital):1 x WLAN (Dual-Band 802.11 b/g/n)
1 x LAN (Ethernet, RJ45)
1 x Bluetooth aptX
1 x USB-B
2 x S/PDIF optisch (TOSLink)
2 x S/PDIF elektrisch-koaxial (Cinch)
Ausgänge (analog):1 x Pre Out / Sub Out (Cinch)
1 x Kopfhörer (Klinke, 6,35 mm)
1 x Lautsprecher
1 x SimLink für Kommunikation mit weiteren Moon-Komponenten (Klinke, 3,5 mm)
Ausgänge (digital):1 x RS 232 (bidirektionale Schnittstelle für Hausautomation oder zukünftige Software-Updates)
Unterstützte Audio-Formate:PCM, ALAC, WAV, FLAC, AIFF, WMA, MP3, AAC, MQA, DSD (DoP), DxD
Maximale Samplingraten/
Auflösungen:
- USB: PCM 384 kHz/32 bit, DSD256 (DoP)
- SPDIF elektrisch: PCM 192 kHz/24 bit
- SPDIF optisch: PCM 96 kHz/24 bit
- LAN: PCM 384 kHz/32 bit, DSD256 (DoP)
- WLAN: PCM 192 kHz/24bit, DSD64
- Bluetooth: PCM 48 kHz/24 bit
Unterstützte Streamingdienste:Deezer, HighResAudio, Qubuz, Tidal, TuneIn Radio, TunIn Podcasts
Lieferumfang:- Moon ACE
- Wi-Fi-Antenne
- Fernbedienung CRM-3
- 2 Batterien ( CR-2032)
- Schraubendreher (zum Öffnen des Batteriefachs der Fernbedienung)
- Netzkabel (1,5 m)
- SimLink-Kabel
- Ersatzsicherung
- Bedienungsanleitung (Deutsch, Französisch)
- Kurzanleitungen
- Code für roon-Testabo (60 Tage gültig)
- Code für Tidal-Testabo (3 Monate gültig)
Pros und Kontras:+ exzellenter Klang
+ geschmeidiges Design
+ sehr gute Verarbeitung
+ integrierter Vollverstärker
+ zahlreichen analoge Anschlüsse und digitale Schnittstellen
+ Phono-Eingang für MM-Plattenspieler
+ Kopfhörer-Ausgang
+ HiRes-DAC für HD-Files bis 384 kHz/32 bit und DSD256 (über USB und LAN)
+ HiRes-Unterstützung per WLAN, LAN, USB, S/PDIF
+ Streaming per LAN, WLAN, Bluetooth
+ Multiroom-Fähigkeit
+ Fernbedienung und App für Musik-Management und Multiroom-Betrieb

- Qualität der Lautsprecherklemmen
- bei Einrichtung per App erscheint eine virtuelle zweite Komponente
Benotung:
Klang (60%):96/100
Praxis (20%):96/100
Ausstattung (20%):97/100
Gesamtnote:96/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistungsehr gut

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