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Redakteur
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„Besa“ bedeutet „Ehrenwort“ – und so stellt die Besa CS 2 ein Versprechen dar: Mit den Seta-Spezialitäten, darunter der exklusive Ringstrahl-Hochtöner, die SCT-Beschichtung der Konus-Chassis und das patentierte Clusterflex-Gehäuse, soll auch dieser schlanke Zwei-Wege-Lautsprecher jene tolle Transparenz, Räumlichkeit und Dynamik liefern, die die Schallwandler der Mainzer Manufaktur auszeichnen. Wir nehmen die Seta Audio Besa CS 2 in diesem Test beim (Ehren)-Wort.

Die Seta Audio Besa CS 2 ist ein schlanker Standlautsprecher. Trotz des stattlichen Gehäusevolumens bietet sie deshalb eine attraktiver Erscheinung.

Wir sind ja mittlerweile verwöhnt: Die Schallwandler, die wir bis dato von Seta Audio getestet haben – also die imposante Soulitaire 12, die ziemlich stattliche Soulitaire 8 und der auch nicht gerade zierliche Soulitaire Monitor haben uns im Test mit ihrer audiophilen Klangqualität beeindruckt. Nun ist mit der Besa CS 2 der ersten Lautsprecher einer anderen Linie zu Gast, und natürlich stellt sich die Frage, ob diese schlanke Grazie auf Soulitaire-Niveau agiert. Einige Features der Nachbar-Serie bringt die Besa CS 2 ja mit, manch Neues kommt nun noch hinzu – und das alles gucken und hören wir uns jetzt in Ruhe an.

Die starken Abrundungen des Gehäuses verstärken die Geschmeidigkeit der Anmutung.

Bewährtes bleibt: Der Clusterflex-Korpus

Mit den Maßen 122 mal 21 mal 33 Zentimeter ist die Besa CS 2 ein schlanker, hochaufgeschossener Standlautsprecher. Die Geschmeidigkeit ihrer Erscheinung wird durch die starke Verrundung des Gehäuses noch erhöht: Die Besa CS 2 ist frei von Ecken und Kanten. So schlank die Anmutung ist, so massiv erweist sich der Korpus: Er besteht aus 24 Millimeter starker mitteldichter Faserplatte (MDF), dem im Lautsprecherbau gängigsten Gehäusematerial. Dieses Dickwandigkeit bewirkt eine große Steifigkeit des Gehäuses und damit eine starke Resistenz gegen Vibrationen.. Deshalb sind im Korpus wenige Verstrebungen eingesetzt. Stattdessen ist das Gehäuseinnere durch Zwischenwände in vier Kammern unterteilt. Sie wiederum besitzen jeweils mehrere Durchbrüche, wodurch die Kammern akustisch gekoppelt sind. Die Zahl und die Größe dieser Öffnungen sind genau definiert und von Kammer zu Kammer unterschiedlich. Hinzu kommen drei kreisrunde Öffnungen am unteren Ende beider Gehäuseseiten, über sie findet ein Luftaustausch zwischen dem Korpus und der Umgebung statt. Diese besondere Gehäuseart nennt sich „Clusterflex“, durch die besondere Korpus-Konstruktion entstehen so gut wie keine Kompressionseffekte auf die Membran. Wir kennen das Clusterflex-Gehäuse bereits von der Soulitaire-Serie, doch auch die erste Generation der Besa-Serie ist bereits mit dieser patentierten Entwicklung von Seta Audio realisiert. Die Funktionsweise dieses Clusterflex-Korpus entspricht weder einer Transmissionline noch einer Bassreflex-Abstimmung. Über die sichtbaren Durchlässe der Wangen werden aber tatsächlich vor allem Bassanteile des Schalls nach außen abgestrahlt. Diese seitliche Abstrahlung ermöglicht eine wandnahe Aufstellung.

Das Gehäuse der Besa CS 2 ist nach dem von Seta entwickelte Clusterflex-Prinzip konzipiert. Über die Schallöffnungen am unteren Ende beider Seiten werden vorwiegend Bassanteile des Schalls nach außen abgestrahlt. Diese sLösung ermöglicht eine wandnahe Aufstellung des Schallwandlers.

Sandwich-Sockel für sicheren Stand und klaren Klang

À propos Aufstellung: Für den sicheren Stand der schlanken Besa CS 2 sorgt ein stattlicher Sockel mit einer Grundfläche von 30 mal 40 Zentimetern. Der Fuß besteht aus drei 45 Millimeter dicken, polierten V4A-Stahl-Platten. So bringt der Sockel ein Gewicht von satten 45 Kilogramm auf die Wage – der Korpus hingegen wiegt gerade mal 28 Kilo. Die Maße und die Masse des Fußes bewirken neben dem guten, kippelfreien Stand auch einen tiefen Schwerpunkt. Hinzu kommt eine interne Dämpfung: Zwischen den Stahlplatten sind, kaum sichtbar, Moosgummi-Schichten eingelassen. Diese Sandwich-Konstruktion ist nun mithilfe von sechs Schrauben, die im Gehäuse gekontert sind, verpresst. Dank dieser Beschaffenheit beruhigt der Sockel zusätzlich das auf ihm thronende Gehäuse – und so befördert der Fuß auch die klangliche Präzision gerade im Hoch- und Mitteltonbereich.

Der Sockel in schwerer Stahlausführung sorgt für einen sicheren Stand und einen tiefen Schwerpunkt, neben der Masse bewirkt ein dämpfender Sandwichaufbau die Absorption von Vibrationen. Mit diesen Eigenschaften trägt er zu einer präziseren Wiedergabe bei.

Doppel-Spezialität: Der Ringstrahler

Bleiben wir beim Hochtonbereich: Um die oberen Frequenzen bis hin zu 26 Kilohertz kümmert sich ein von Seta entwickelter Ringstrahler. Ihn kennen wir ebenfalls bereits von der Soulitaire-Serie. Er löst den AMT-Hochtöner ab, der in der ersten Besa-Generation zum Zuge kam. Der nun eingesetzte Ringstrahler erweist sich gleich als Doppel-Spezialität: Schon in seiner normalen Ausführung stellt er eine Schallwandler-Besonderheit dar, denn seine Membran ist im Zentrum fixiert. Es schwingt nur eine sickenartige Doppel-Wulst, die das Zentrum konzentrisch umgibt. Beim Seta-Ringradiator dient stattdessen aber eine dünne Folio aus Mylar als Membran. Die nötige Stabilität verleiht ihr ein spezielles Profil. Es besitzt eine konzentrische, V-förmige Vertiefung mit flachen Flanken. Diese Ring-Struktur stärkt die Verformungsresistenz und Belastbarkeit der Membran. In ihrem fixierten Zentrum sitzt ein metallener Phase Plug. Er kompensiert jene Schallbündelung, die ein Ringstrahler prinzipbedingt vollführt. Der markante Metallkegel befördert also eine breitere Abstrahlung. Genauso auffällig ist die schwarze Einfassung des Ringstrahlers: Mit ihrer Terrassierung in sechs Stufen sorgt sie für eine definierte Schallbrechung. Das zeitigt eine vertikal wie horizontal homogene Abstrahlung auf Achse, also auf gerader Linie von der Membran zum Ohr. Die von Seta Audio entwickelte Einfassung besteht aus schwarzem Acrylstein. Dieses sogenannte „Corian“ bietet als Verbundmaterial eine große Robustheit und eine hohe innere Dämpfung. Dadurch bewahrt diese Einfassung die sensible Hochtöner-Membran vor mechanischen Vibrationen, die von den anderen Chassis über das Gehäuse an den Tweeter herangetragen werden. Bei der Besa CS 2 kommt nun eine weitere Neuerung hinzu: Der Hochtöner findet über eine ebenfalls in schwarzem Corian realisierte Platte Halt im Gehäuse. Diese aufwändige Konstruktion ermöglicht eine optisch vorteilhafte Fixierung mit versenkten Schrauben.

Die Höhen schallwandelt der von Seta entwickelte Ringstrahler mit speziell profilierter Mylar-Folie. In seinem Zentrum sitzt ein kegelförmiger Phase Plug, der für eine breitere Abstrahlung sorgt, die schwarze Einfassung bewirkt mit ihrem terrassenförmigen Aufbau eine definierte Schallbrechung. Ganz neu ist die Hochtonplatte, sie erlaubt die Fixierung des Hochtöners mit versenkten Schrauben.

Mitteltieftöner in Spezial-Anordnung …

Ab rund 2.000 Hertz übernehmen zwei Mitteltieftöner die Schallwandlung. Die beiden identischen 13-Zentimeter-Lautsprecher arbeiten als gleichberechtigtes Team, dadurch verdoppelt sich die resultierende schwingende Membranfläche, und so gelingt ihnen im Verbund mit dem Gehäusevolumen eine Wiedergabe bis hin zu einem Tiefton von 40 Hertz. Zudem wirken sie in einer speziellen Formation: Sie fassen in definiertem und genau gleichem Abstand den Hochtöner ein. Diese senkrechte Speaker-Formation wird „D’Appolito-Anordnung“ genannt – nach ihrem Erfinder, dem amerikanischen Physiker Joseph D’Appolito. Durch diese symmetrisch Formation erreicht man eine vorteilhafte vertikale Fokussierung: Die Abstrahlung des Schalls nach unten und oben wird reduziert, dies vermindert die eher ungewünschten Reflexionen am Boden und an der Decke, welche das Klangbild am Hörplatz verschlechtern.

Die beiden Mitteltieftöner umgebenden den Hochtöner: Diese senkrechte Chassis-Formation nennt sich D’Appolito-Anordnung, sie sorgt für eine geringere Schallabstrahlung Richtung Boden und Decke.

… und mit Spezial-Beschichtung

Zurück zu den Mitteltieftönern: Seta Audio setzt bei der Besa CS 2 auf Chassis eines renommierten skandinavischen Herstellers, nimmt aber zwei erhebliche Modifikationen vor. Unsichtbar ist Veränderung des Antriebs, als des hinter der Membran verborgenen Teils des Chassis. Hier hat Seta zugunsten einer kräftigeren Wiedergabe die Stärke des Magneten verdoppelt. Deutlich erkennbar ist hingegen die zweite Modifikation: die Spezialbeschichtung der Membran. Die ursprüngliche markante Schlitz-Struktur der Schwingfläche ist durch ein schwarzes Coating nahezu egalisiert. Seta nennt die Beschichtung „Solid Cone Technologie“ oder kurz „SCT“. Ihr Ziel ist die Minimierung von Membran-Verformungen und die Vermeidung von partiellen Vibrationen: Bei verschiedenen Frequenzen werden einzelne Membran-Areale nämlich mitunter zu unerwünschten Eigenschwingungen angeregt. Dies verhindert nun eine Glasfaserstruktur, die im Verbund mit verschiedenen Harzen auf die Membran appliziert wird. Durch die gesteigerte Verformungsresistenz werden Verzerrungen und Auslöschungen des Musiksignals merklich verringert und das Impulsverhalten verbessert. Die Membran kann schneller und akkurater auf das Musiksignal reagieren.

Die Membranen der beiden Konus-Chassis sind mit Setas Solid Cone Technologie behandelt und spezialbeschichtet.

Manufaktur-Möglichkeiten: Anmutung und Aktivierung

Seta Audio ist eine Manufaktur, jeder Lautsprecher also ein Unikat. Das ermöglicht auch eine Freiheit bei der Farbgebung: Die Besa CS 2 kann in jedem Ton des RAL-Spektrums lackiert werden. Alternativ wird der Schallwandler auf Wunsch auch in Vollholz gefertigt, Seta bietet hier diverse Holzsorten zur Auswahl an. Ein bloßes Furnier auf dem MDF-Korpus ist hingegen wegen der starken Verrundung des Gehäuses nicht möglich. Abgesehen von der Anmutung bietet Seta Audio auch eine technische Aufrüstung zum Aktiv-Lautsprecher an. Dann wird die Besa CS 2 mit einem externen Verstärkermodul ausgestattet, das auf den Lautsprecher abgestimmt ist. Die externe Lösung bietet zwei Vorteile: Zum einen ist die Aktivierung auch nachträglich machbar, zum anderen sind Wartungsarbeiten oder Updates sowie Upgrades der Elektronik – etwa aufgrund besserer Wandler – wesentlich leichter durchführbar. Zu den Manufaktur-Möglichkeiten zählt auch die Einrichtung der Lautsprecher beim Kunden, hinzu kommt ein ungewöhnliches Angebot: Seta Audio bietet eine zehnjährige Garantie auf seine Lautsprecher – auch das passt zur „Besa“, dem Ehrenwort. Überdies stellt Seta einen Rückkauf in Aussicht, wenn man im Lauf der Zeit auf einen anderen Lautsprecher aus dem Seta-Portfolio umsteigen will.

Die Besa CS 2 ist mit Premium-Polklemmen von WBT ausgestattet. Die nextgen-Anschlüsse bestehen so weit wie möglich aus Kunststoff, da eine Minimierung der Metallmasse für weniger Klangbeeinflussung sorgen soll. Daher kommt nur an den wirklich notwendigen Kontaktfläche Kupfer zum Zuge. In der neusten Version ist der Kupfer mit einem neuartigen Verfahren vergoldet, was eine noch feinere Auflösung zeitigen soll. Um diese edle Fläche nicht zu beschädigen, haben die Klemmen einen Drehmoment-Indikator: Sie geben ein Ratschen-Geräusch von sich und bieten einen leichten Widerstand, wenn beim Anziehen der optimale Anpressdruck erreicht ist. So schon man die blanke Litze und die Kabelschuhe seines Lautsprecherkabels.

Die Seta Audio Besa CS 2 in der Praxis

Das ist Zukunftsmusik, wir bleiben natürlich bei der Besa CS 2 betreiben mit ihr nun in unserem Hörraum Gegenwartsbeschallung. Dafür schließen wir sie an eine edle Kombination von Canor an, die wir vor Kurzem im Test vorgestellt haben: den Röhren-CD-Spieler CD 1.10 und den Röhren-Vollverstärker AI 1.10. Musikalisch starten wir mit „Outbreak“ von Denis Chambers. Der Schlagzeug-Virtuose bietet hier mit drei exzellenten Mitmusikern „drums and power“, wie es das CD-Cover verheißt. Dieses Versprechen hält die Besa CS 2: Chambers führt uns nach einer kurzen Einleitung seine Schlagwerks-Kunst vor, die uns ungläubig staunen lässt: Zum einen wegen der Realität und gegenwärtigkeit des dargebotenen Drumsets, und zum anderen wegen der Frage, wie ein solche komplexes Drumming derart locker und selbstverständlich klingen kann. Chambers spielt die vertracktesten Patterns, verteilt über Hi Hat, Snare, Bassdrum, zwischenzeitlich legt er einen rasanten Ritt über die Toms hin, bindet zusätzlich sein Becken-Arsenal ein, bevor er dann in einer Doublebass-Passage Vollgas gibt. Der Mann spielt uns schwindelig, doch die Besa CS 2 hat alles unter Kontrolle: Das Drumset klingt knackig, überaus aufgeräumt, transparent, der Anschlag der Holzsticks auf den Fellen hat Punch und Präzision. Was für eine Impulsstärke! Dadurch besitzt des Schlagzeug eine herrliche Plastizität und Griffigkeit. Als nächstes fällt uns die fabelhafte Offenheit der Abbildung auf: Die Becken klingen fein und frei Im Raum nach, während Chambers auf Snare, Toms und Bass ordentlich Dampf macht – aber so intensiv er auch die Felle bearbeitet: Die Besa CS 2 gibt das Power-Drumming ohne Kompressionen wieder, ohne Verengungen und Begrenzung. Das sorgt einerseits für richtig Dynamik und führt andererseits dazu, dass es keine Verdeckungs- oder Verdrängungseffekte gibt. Deshalb hören wir auch maximaler Trommelbearbeitung durch den Weltklasse-Drummer, wie das Ride-Becken beim Ausklingen in verschiedenen Klangfarben schillert.

Unter den Sockel werden wahlweise Standfüße eingeschraubt …

Offenheit und Plastizität

Diese Offenheit und Plastizität bleibt aber nicht auf die Drums beschränkt. Die Abbildung der Besa CS 2 bietet Platz für alle, schließlich spielt Chambers ja mit kongenialen Musikern, die ebenfalls brillieren: Gary Willis am Bass, Jim Beard am Keyboard und Michael Brecker am Saxofon. Sie bekommen auf der virtuellen Bühne ausreichend Raum, obwohl Chambers mit seinem Schlagzeug-Showcase schon ordentlich Platz und Aufmerksamkeit beansprucht. Wie klingt das mit einem anderen Verstärker? Wir haben zwischenzeitlich mal mit dem Hegel H360 gewählt, solche Veränderungen bildet der Lautsprecher sensibel ab: Der silbrige Glanz und die überragende Offenheit des Canor-Röhrenamps wird nun durch eine etwas nüchternere, fokussiertere, in Mitten und Bass geringfügig massiertere Wiedergabe abgelöst. An der Plastizität ändert sich hingegen wenig. Das ist nun Geschmackssache. Wir entscheiden uns letztlich für den Canor-Amp, mit dem die Besa CS 2 diese wunderbare Weite und Tiefe ihrer Abbildung noch besser zeigen kann, während die Mitten und Bässe noch eine Spur schlanker sind. Sie klingen bei der Besa CS 2 grundsätzlich straffer als bei den beiden voluminöseren Soulitaire-Standlautsprechern, die wir von Seta bereits in diesem Testraum gehört haben. Da die Besa CS 2 offensichtlich feine Veränderungen abbilden kann, tauschen wir auch mal die Standfüße gegen Spikes aus – und ja, es macht einen kleinen, aber hörbaren Unterschied: Der Klang gewinnt in den Mitten und im oberen Bassbereich abermals an Präzision, erfährt aber ebenso eine zusätzliche leichte Verschlankung, auch die Beckenarbeit wirkt noch aufgeräumter.

… oder, wie hier, Spikes eingesetzt. Diese Alternative macht auch klanglich einen Unterschied. Sowohl die Füße als auch die Spikes gehören zum Lieferumfang.

Betörende Stimmabbildung, tolle Tiefenstaffelung

Ihre Abbildungskraft beweist die Besa CS 2 auch bei der jazzigen Nummer „A Little Loving“ von Lisa Bassenge. Die Chanteuse steht gerade mal zwei Meter entfernt vor uns im Hörraum, und die Besa CS 2 vermag es, der Sängerin eine real wirkende Physis zu verleihen. Das gelingt durch die exzellente Auflösung gerade des Hochtöners: Er liefert feinste, aber für eine glaubhafte Abbildung essentielle Details: Die Anatmer, mit denen Lisa Bassenge Luft vor jeder Gesangsphrase holt; das sanfte Vibrato, mit dem sie nur die Worte am Ende einer Zeile verziert; das Spiel mit leicht gezogenen s-Lauten ihres Textes; auch der wohldosiert eingesetzte lasziv-gutturale Umschlag der ansonsten klaren, eher schlanken Stimme: All das entfaltet eine ungemein betörende Wirkung. Lisa Bassenge wird bei ihrer Darbietung von Drums, Bass, Klavier und Gitarre begleitet. Diese Instrumente stellt die Besa CS 2 ebenso beeindruckend und mit jener gelungener Tiefenstaffelung in den Raum, die wir schon bei der Chambers-Aufnahme erlebt haben: Hinten das einleitende Schlagzeug, halblinks der Bass, halbrechts die weich wabernde Wurlitzer-Orgel, die später von einem Klavier abgelöst wird, mittig dann die silbrig glänzende Gitarre, als letztes und vor den Mitmusikern stehend schließlich Lisa Bassenge. Mit geschlossenen Augen glaubt man gerne, dass die Musiker allesamt so vor uns im Raum stehen und diesen wunderschöne spielen. Ein tolles Privatkonzert! Eins wollen wir jetzt noch wissen: Spielt auch die Besa CS 2 mit ihrem Clusterflex-Gehäuse in Wandnähe ohne Überbetonung des Basses? Dafür rücken wir die beiden Klangsäulen immer näher an unser Gemäuer, hören in die Wiedergabe hinein – und ja: Das Klangbild bleibt stabil. Erst als der Sockel der Besa CS 2 wirklich kurz vor Wandkontakt steht, wird der Oberbass in der Wiedergabe minimal fülliger, was aufgrund der etwas schlankeren Abstimmung der Schallwandler aber gar nicht unangenehm ist. Trotzdem: Mit etwas mehr Distanz zur Wand bietet die Besa CS 2 ihre wahre Wiedergabe – und so genießen wir noch eine Weile „A Little Loving“ , vor allem aber die betörende Lisa Bassenge.

High End-Kombination: Hier spielt die Seta Audio Besa CS 2 mit dem Röhren-CD-Spieler CD 1.10 und dem Röhrenverstärker AI 1.10 von Canor-Audio.

Fazit

Die Seta Audio Besa CS 2 bietet mit den Spezialitäten der Mainzer Manufaktur auch jene klangliche Exzellenz, die wir bereits von der Soulitaire-Serie kennen: Der exklusive Ringstrahl-Hochtöner, das patentierte Clusterflex-Gehäuse und die SCT-Beschichtung der beiden Konus-Chassis sorgen im Zusammenspiel für eine ungemein transparente und fein auflösende Wiedergabe, die eine wunderbare Räumlichkeit besitzt und eine ausgezeichnete Dynamik ohne Kompressionseffekte liefert. Das unterstreicht die Offenheit des Klangbilds und zahlt sich insbesondere bei Drums- und Percussion-betonter Musik aus. Wie die Schallwandler der Schwesterserie kann auch die schlanke und klanglich etwas straffere Besa CS 2 wandnah aufgestellt werden, ohne dass der Bass eine Überbetonung erfährt. So hält die Besa CS 2 das audiophile Ehrenwort, das sie mit ihrem Namen verspricht.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 96/100
Klasse: Referenzklasse
Preis/Leistung: angemessen

96

97

96

200904.SetaAudio-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Seta Audio
Besa CS 2
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:- passive Version: ab 12.000 Euro / Paar
- aktive Version: auf Anfrage
Garantie:10 Jahre
Ausführungen:- Lackierung in sämtlichen RAL-Farben
- Vollholz (Holzsorte wählbar)
Vertrieb:Seta Audio, Mainz
Tel. +49 177 31 21 375
www.seta-audio.de/home
Abmessungen (HBT):1222 x 210 x 330 mm (ohne Fuß)
1290 x 300 x 400 mm (mit Fuß)
Gewicht:ca. 73 kg / Stück
Bauart:Zwei-Wege, passiv, Clusterflex-Gehäuse
Hochtöner:1 x 50 mm (Ringhochtöner, Mylar-Membran)
Mitteltieftöner:2 x 130 mm (Konus, SCT-optimierte Papier-Membran)
Frequenzbereich:40 Hz - 26 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenz:2.000 Hertz (Herstellerangabe)
Impedanz:4 Ω (Herstellerangabe)
Wirkungsgrad:92 dB (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Seta Audio Besa CS 2
- schraubbare Standfüße oder Spikes inkl. Spike-Teller
Optionales Zubehör:Front-Abdeckungen
Pros und Kontras:+ schlankes, geschmeidiges Design
+ hervorragende Dynamik und Auflösung, ausgezeichnete räumliche Abbildung
+ aufstellungsunkritisch
+ auch als Aktiv-Version erhältlich, nachträgliche Aufrüstung zur Aktiv-Version ebenso möglich
+ optionale Vor-Ort-Justage (gegen Aufpreis)
+ 10 Jahre Garantie, außerdem Rückkauf-Angebot

- Klangvolumen etwas geringer als bei der Soulitaire-Serie
Benotung:
Klang (60%):96/100
Praxis (20%):97/100
Ausstattung (20%):96/100
Gesamtnote:96/100
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungangemessen

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