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Redakteur
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Alles neu: Seta Audio hat mit der Soulitaire-Serie eine innovative Lautsprecher-Reihe konzipiert, die samt und sonders mit Speziallösungen aufwartet. Das beginnt beim exklusiven Koaxial-Chassis und reicht bis zum patentierten Gehäuse, das gängige Konstruktionsprinzipien hinter sich lässt. Nach dem Flaggschiff der Serie haben wir nun die Seta Audio Soulitaire 8 im Test. Liefert auch dieser kleinere Zwei-Wege-Lautsprecher den großartigen Klang?

Die Seta Audio Soulitaire 8 ist ein ausgewachsener Standlautsprecher, macht aber durch die Streifen-Applikationen auf der Front eine schlanke Figur.

Geht es auch etwas kleiner? Das war unwillkürlich unser Gedanke, als wir vor wenigen Wochen die mächtige Soulitaire 12 im Test hatten. Dieser Lautsprecher hat uns klanglich schwer beeindruckt, mit seinen imposanten Maßen forderte er aber die Frage nach einer etwas wohnraumfreundlicheren Version geradezu heraus. Die Antwort darauf ist nun die Soulitaire 8: Sie bietet sämtliche neuen Ansätze des Flaggschiffs im schlankeren Format – wobei sie mit einem Platzanspruch von 112 mal 38 mal 39 Zentimetern immer noch ein voluminöser Standlautsprecher ist. Durch den kleineren Korpus fällt der eigentliche Eye-Catcher dieses Lautsprechers noch stärker ins Auge: Die Soulitaire-Serie ist mit einem außergewöhnlichen Koaxial-Chassis bestückt. Koaxial bedeutet: Hochtöner und Mitteltöner (hier sogar ein Mitteltieftöner) bilden gemeinsam ein Chassis, der Tweeter sitzt dabei mittig im Zentrum. Diese koaxiale Konstruktion funktioniert prinzipiell wie eine Einpunkt-Schallquelle: Von den Bässen bis zu den Höhen kommen alle Schallanteile vom gleichen Ort. Das ist das Wiedergabe-Ideal, denn so wird der Schall wie in der Natur von einem einzigen Punkt abgestrahlt und breitet sich von dort als Kugelwelle im Raum aus. So gelingt bei der Wiedergabe eine gleichmäßige Beschallung mit einem natürlichen Klangfeld. Der Koaxial-Lautsprecher ist ein bekanntes und bewährtes Schallwandler-Prinzip, Seta Audio hat es jedoch mit einigen Eigenentwicklungen und Besonderheiten modifiziert – und die stecken auch im Chassis der Soulitaire 8.

Die Höhen schallwandelt ein Ringstrahler. In seinem Zentrum sitzt ein kegelförmiger Phase Plug, der für eine breitere Abstrahlung sorgt und wie der die Membran einfassende schwarze Waveguide der Schallführung dient.

Ringstrahler als Koax-Hochtöner

Die erste Spezialität ist der Tweeter: Für den Hochton setzt Seta auf einen Ringstrahler. Diese besondere Wandler-Art besitzt eine Membran, die in ihrer Mitte fixiert ist. Die Schallabstrahlung erfolgt zumeist über zwei konzentrische, wulstige Sicken, die dieses starre Zentrum umgeben. Seta geht hier einen anderen Weg: Die fünf Zentimeter durchmessende Membran besteht durchweg aus einer dünnen Mylar-Folie, statt der beiden Wulste besitzt sie eine komplexes konzentrisches Profil mit abfallenden und ansteigenden Flanken – als wäre in die Folie eine Vertiefung mit flachwinkligen, v-förmigen Rändern gepresst worden. Dank dieser Ring-Struktur besitzt die Membran eine größere Belastbarkeit und Verformungsresistenz. Auf dem fixierten Zentrum der Membran sitzt ein kegelförmiger Phase Plug aus massivem Metall. Er funktioniert als Schallführung und kompensiert so einen prinzipiellen Effekt von Ringstrahlern: Sie neigen zur Schallbündelung. Der Phase Plug bewirkt nun eine breitere Abstrahlung. Nach außen hin ist die Membran ebenfalls mit einem Waveguide versehen: Ein schwarzer, in mehreren Stufen flach ansteigender Trichter fasst den Hochtöner hornartig ein und sorgt für eine gleichmäßige Emission des Schalls. Dieser Eigenentwicklung von Seta kommt noch eine zweite Aufgabe zu: Die Konstruktion besitzt eine Kapsel, in ihr haust der gesamte hinter der Membran sitzenden Antrieb des Hochtöners. Für den Halt dieses Tweeter-Gebildes sorgen zwei schlanke Streben. Sie verbinden den Hochtöner mit der Randeinfassung des Koaxialchassis-Korbs. Die gesamte Waveguide-Konstruktion samt der Verbindungsstege ist in Acrylstein realisiert. Dieses Verbundmaterial ist auch unter der Bezeichnung „Corian“ bekannt. Es zeichnet sich durch große Robustheit und eine hohe innere Dämpfung aus. Dadurch trotzt diese Tweeter-Konstruktion allen Schwingungen, die vom dahinter positionierten Mitteltieftöner abgestrahlt werden.

Die Membran des Ringstrahlers besteht aus einer speziell profilierten Mylar-Folie.

Spezialverstärkter Mitteltieftöner

Bei etwa 2.500 Hertz nimmt der Mitteltieftöner seine Arbeit auf, sie endet erst bei Bässen von rund 40 Hertz. Dieses umfangreiche Schallwandlungswerk vollführt ein achtzölliger Konus-Speaker mit inverser Staubkalotte. Während der mittige Schmutzschutz normalerweise als sanfte Kuppel herausragt, ist er in diesem Fall nach innen gewölbt. Neben einer leichten mechanischen und damit auch akustischen Verhaltensänderung bewirkt diese Maßnahme hier vor allem eins: Sie schafft Platz für den vorgesetzten Hochtöner. Das Konus-Chassis profitiert von dem Know-How, das Seta in vielen Jahren aufgebaut hat – bei der Bewältigung zweier durchaus zusammenhängender Probleme: der Verformungen der Membran und der partiellen Vibration einzelner Membran-Areale, die bei verschiedenen Frequenzen zu unerwünschten Eigenschwingungen angeregt werden. Setas Remedur heißt „ Solid Cone Technologie“, kurz: SCT. Ursprünglich war dieses patentierte Verfahren dazu gedacht, Membranen von bereits existenten Lautsprechern im Nachhinein zu optimieren. Dabei wird eine Glasfaserstruktur, die auf den Lautsprecher zugeschnitten ist, im Verbund mit verschiedenen Harzen auf die Membran aufgetragen. Dies dämpft die Verformungsfreudigkeit der Membran, so werden Verzerrungen und Auslöschungen des Musiksignals deutlich verringert. Diese Spezialbehandlung hat der Lautsprecher der Soulitaire 8 nun von vornherein genossen. Die Spezial-Beschichtung ist auf der Rückseite der Papiermembran appliziert. Neben der geringeren Anfälligkeit für Resonanzen soll die SCT-Behandlung auch für ein besseres Impulsverhalten sorgen. Die Membran kann schneller und akkurater auf das Musiksignal reagieren. Dies erhöht auch die Sprachverständlichkeit, wenn der Lautsprecher zur Wiedergabe des Film- und Fernsehtons eingesetzt wird.

Der Mitteltieftöner sitzt bei der Soulitaire 8 hinter dem Hochtöner, zusammen agieren die beiden Schallwandler als Koaxial-Chassis. Die Rückseite der papiernen Konus-Membran ist, für uns unsichtbar, mit Setas Solid Cone Technologie behandelt.

Patentierte Gehäusekonstruktion

Das Spezialitäten-Angebot der Soulitäire geht über den Koaxial-Speaker hinaus, denn auch ihr Korpus weicht von den üblichen Konstruktionsprinzipien ab. Seta Audio hat nach rund fünf Jahren Entwicklungsarbeit ein Gehäuse realisiert, das unter dem Namen „Clusterflex“ patentiert ist. Der insgesamt quaderförmige Korpus ist in vier voneinander getrennte Kammern unterteilt. Diese Kammern sind aber über Durchbrüche akustisch gekoppelt – und hier kommt es auf das Wie an: Zahl sowie Größe der Öffnungen sind genau festgelegt und von Kammer zu Kammer unterschiedlich. Hinzu treten kreisrunde Öffnungen am unteren Ende beider Gehäusewangen, über sie findet ein Luftaustausch zwischen dem Korpus und der Außenwelt statt. Das Funktionsprinzip dieser Clusterflex-Konstruktion entspricht weder einer Transmissionline noch einer Bassreflex-Abstimmung, obwohl über die sichtbaren seitlichen Durchlässe tatsächlich vor allem Bassanteile ventiliert werden. Dies gelingt durch die gezielte Dämmung der Soulitaire 8. So sind die oberen Gehäuseabteile mit einer zwölf Millimeter dicken Corian-Schicht bewehrt. Das ist jener Werkstoff, der schon bei der Schallführung des Tweeters wegen seiner Schwingungsresistenz das Material der Wahl erkoren wurde. Im dritten Abteil bekommen wir dann bei der taktilen Erkundung des Innenlebens Dämmwatte zu fühlen. In Summe sorgen diese Maßnahmen dafür, dass jener Schall, der beim Zurückschwingen des Chassis in den Korpus der Soulitaire abgestrahlt wird, vorwiegend in seinem tonalen Mittenbereich eine Neutralisierung erfährt. Ebenso verhindern diese Maßnahmen stehende Wellen im Gehäuse. Das wiederum besteht aus ein 25 Millimeter starken Wandung aus MDF, dem im Lautsprecherbau wohl verbreitetsten Gehäusematerial. Wenigstens hier macht Seta endlich mal etwas Übliches … aber Stopp: Da sind doch drei vertikale Streifen in die Front eingelassen. Sie dienen in erster Linie der akustischen Beruhigung der Front. Die Streifen sind nämlich – richtig: aus dem dämpfenden Werkstoff Corian gefertigt. Natürlich sorgen die Streifen auch für eine optische Verschlankung der Box. Zur Verfeinerung des Designs ist zudem die Front durch eine Ziernut leicht abgesetzt, überdies sind alle Ecken und Kanten des Gehäuses sanft abgerundet.

Der Korpus der Soulitaire 8 funktioniert nach dem von Seta entwickelte Clusterflex-Prinzip. Am unteren Ende der Wangen besitzt das Gehäuse Schallöffnungen, über die Bassanteile nach außen abgestrahlt werden. Diese spezielle Bauform ermöglicht eine wandnahe Aufstellung des Schallwandlers.

Vielfältige Möglichkeiten durch Fertigung in Manufaktur

Die Front unsers Testmodells ist nicht nur durch eine Nut abgesetzt, sondern auch durch eine andere Farbe: Während der restliche Korpus in Schwarz gehalten ist, strahlt die Front in kontrastierendem Weiß. Diese Bi-Color-Ausführung ist aber nur eine von vielen Gestaltungsmöglichkeiten. Seta Audio ist eine Manufaktur, deshalb können die Mainzer jeden Farbton des RAL-Spektrums anbieten und die Soulitaire natürlich auch einfarbig mit strapazierfähigem Strukturlack überziehen. Es gehen aber auch andere, individuelle Lösungen, etwa ein Finish mit Holzfurnier. Abgesehen von solchen Design-Varianten bietet Seta Audio auch eine technische Aufrüstung der Soulitaire zum Aktiv-Lautsprecher an. Dann ist die Soulitaire 8 mit integrierten Verstärkern ausgestattet, die auf den Lautsprecher abgestimmt sind. Dieses Aktivierungs-Upgrade ist auch nachträglich möglich. Zum Angebot von Seta gehört ebenso eine Einrichtung der Lautsprecher beim Kunden – und dem unterbreiten die Mainzer schließlich auch noch ein ungewöhnliches Angebot: Seta leistet eine zehn Jahren währende Garantie und bietet einen Rückkauf an, wenn man im Lauf der Zeit auf einen anderen Lautsprecher aus dem Seta-Portfolio umsteigen möchte. Das klingt alles prima – aber wie klingt nun die Soulitaire 8?

Ein strapazierfähiger Strukturlack bildet die Hülle des MDF-Gehäuses – wahlweise einfarbig, oder, wie hier zu sehen, in Bi-Color-Ausführung. Auf Wunsch wird die Front auch als Holzfurnier realisiert.

Die Seta Audio Soulitaire 8 in der Praxis

Mit dem SACD-Spieler Oppo UDP-203 und dem Vollverstärker Hegel H360 schließen wir für den Test der Soulitaire 8 die gleiche Kombination an wie beim Test des Serien-Flaggschiffs Soulitaire 12 – und wir erleben die gleiche Gutmütigkeit bei der Aufstellung. Wir haben die Lautsprecher erst mal in einer Distanz von knapp zwei Metern zueinander aufgestellt und uns auf den eigentlich zu weit entfernten Sessel gesetzt – eigentlich nur, um durch ein Musikstück mit Gesang die grundsätzliche Positionierung und gleichmäßige Einwinklung zu prüfen und dann die Aufstellung zu optimieren. Die Boxen stehen noch nicht optimal, das kann man direkt sehen – aber überraschenderweise klingt es schon so gut, dass wir im Sessel sitzen bleiben und Sinne Eeg zuhören. Die Chanteuse spielt mit ihrer Begleitcombo die jazzig angehauchte Nummer „The Bitter End“. Klar, die Stimme ist wegen der asymmetrischen Boxenpositionierung noch nicht ganz in der Mitte, trotzdem bauen die beiden Soulitaire 8 bereits eine schön räumliche Bühne auf. Verblüfft sind wir, dass bei der geringen Lautstärke, mit der wir starten, schon ein ziemlich komplettes Klangbild samt Bassfundament zu hören ist. Meist gerät der Sound bei niedrigem Pegel doch etwas anämisch-fisselig, die Soulitaire 8 hingegen stellt selbst bei einer Leisestärke, mit der man auch tiefnachts niemanden aufweckt, ein detailliertes, durchaus klangvolles 3D-Bild ins Zimmer. Wir wollen aber doch lieber etwas lauter hören und mit korrekt ausgerichteten Boxen samt stimmigem Abstand zum Hörplatz. Also bilden wir ungefähr gleichschenkliges Dreieck – und über die Einwinklung der Boxen können wir sehr gut die Abbildung der Bühne verändern: Je weiter wir die ursprünglich genau auf uns gerichteten Boxenfronten nach außen drehen, desto luftiger wird die Abbildung. Kurz bevor die beiden Soulitaite 8 parallel stehen, ist es für uns perfekt – und so zaubert uns dieser Schallwandler ein tolles Privatkonzert ins Zimmer:

Der gesamte Korpus der Soulitaire 8 ist auf zwei metallenen Quertraversen gelagert (hier im Bild die vordere). Dies verleiht dem Schallwandler wegen der nun weiter außen sitzenden Füße einen noch besseren Stand. Hier thront die Soulitaire 8 auf Spikes, die man zum Schutz des Bodens mit Spike-Tellern unterfüttern kann.

Dynamische Offenbarung

Dieser Exklusiv-Gig beginnt mit einem Auftakt von Schlagzeuger Joey Baron, der kurz die Snare anschlägt und die Bassdrum tritt. Schon das ist eine dynamische Offenbarung: Ansatzlos und ungemein knackig-präzise klingt diese Snare, so dass wir trotz der gar nicht mal besonders großen Lautstärke und trotz des Wissens um diesen Beginn des Songs zusammenzucken. Die Bass hat Baron so gestimmt, dass sie einen faszinierenden, paukenähnlichen Sound hat. Das Anschwellen des Tons und sein langsames Abklingen mit den eigenartigen tonalen Veränderungen ist fantastisch abgebildet! Nun setzt Bassist Scott Colley ein. Er spielt einen Kontrabass ohne elektrische Verstärkung, der Viersaiter liefert auch den charakteristischen knurrig-trockenen, teils nasalen Klang. Trotzdem hat er über die Soulitaire 8 jenen runden, vollen Tiefton, der dem Instrument durchaus zueigen ist, von etlichen Schallwandlern aber nicht naturgetreu wiedergegeben wird. Dieser Rhythmussektion könnten wir ewig zuhören, auch weil die beiden ziemlich ausgebuffte Sachen spielen, von denen wir jedes Detail mitbekommen: Wie die Schlägel in unzähligen Variationen auf die Felle der Trommeln auftreffen, wie die Finger auf den Stahlsaiten rutschen und beim Umgreifen kleinste Geräusche machen, die jeder, der ein Saiteninstrument spielt, sofort erkennt – toll! Dann setzt aber Frau Eeg ein, und ihre Performance ist erst recht beeindruckend: Mit betörend warmer und volltönender Stimme, in die sie an den passenden Stellen aber auch eine wohldosierte Portion „Dreck“ legt, steht die Sängerin vor uns und sinniert singend über Liebe und Leben. Die Abbildung ist exzellent, und da mit Frau Eeg zugleich der Pianist Jacob Christoffersen einsetzt, können wir das für die gesamte Band attestieren, die da nun vor uns auf der imaginären Bühne spielt.

Alternative bietet Seta Metallfüße an, die einen untergrundschonenden Kunststoffüberzug besitzen.

Klarheit und Feinauflösung

Wechseln wir von dieser sehr natürlichen Aufnahme zu eine Kunstproduktion in jeder Beziehung: Boris Blank, die eine Hälfte von „Yello“, hat mit der Sängerin Malia den Song „Celestial Echo“ aufgenommen, der musikalisch absolut in der Tradition des legendären Schweizer Klangkunst-Duos steht: Abgrundtiefe Synthie-Bässe massieren uns den Magen, sphärische Klänge wabern durchs Zimmer und breiten sich aus, ohne sich um die Grenzen des Zimmers zu scheren, einzelne Töne und Geräusche oszillieren, wandern von links nach rechts und zurück – das alles präsentiert uns die die Soulitaire 8 mit einem herrlichen Reichtum an Details und Feinauflösung. Dazu kommt eine Klarheit, die uns die Reinheit dieser Studioproduktion vor Ohren führt. Diese gewollte akustische Aseptis lässt das ganze musikalische Geschehen geradezu irreal erscheinen – bis die verführerische Stimme von Malia einsetzt, uns wieder erdet und auf irdisches Terrain zurückholt. Mit der Soulitaire 8 ist dieser Song ein echtes Erlebnis, auch wenn der Bass nicht ganz so tief und deshalb etwas magenfreundlicher ist als bei der mächtigen Soulitaire 12. Sehr ähnlich verhält sie sich aber bei der wandnahen Aufstellung: Auch die Soulitaire 8 kann wegen ihres speziellen Gehäuses ohne Problem bis fast an das Gemäuer gestellt werden, ohne dass die bei anderen Boxen übliche starke Bassüberzeichnung stattfindet. Nur zu den Seiten sollte man ihr ausreichend Distanz zur Wand gönnen.

Die Soulitaire bietet ein Paar hochwertige nextgen-Anschlüsse von WBT. Sie bestehen vor allem aus Kunststoff, weil eine geringe Metallmasse für weniger Klangbeeinflussung sorgen soll. Deshalb kommt nur an den wirklich notwendigen Kontaktfläche Kupfer zum Zuge. Um bei der Verwendung von Litze und Kabelschuhen nicht den maximalen, sondern den optimalen Anpressdruck zu erreichen, geben die Klemmen ein Ratschen-Geräusch von sich und bieten eine leichten Widerstand, wenn beim Anziehen ein ausreichend hoher Anpressdruck erreicht ist.

Lebendigkeit und Frische

Auch in punkto Kraft kann die kleinere Soulitaire 8 mit ihrer großen Schwester fast gleichziehen. Sie macht mächtig Druck, bleibt dabei aber unbeeindruckt sauber in der Wiedergabe. Bei der Impulstreue bietet dieser Lautsprecher die gleiche exzellente Ansprache wie das Flaggschiff. Auch über die Soulitaire 8 hören wir die Musik mit einer Lebendigkeit und Frische, die für eine größere Intensität des Erlebnisses sorgt. Dabei wirkt die Wiedergabe natürlich, die Soulitaire ist nicht auf Sensation getrimmt. Das ist wichtig für ein ermüdungsfreies, entspanntes Hören – insbesondere, wenn es um die Wiedergabe von klassischer Musik geht. Weil uns schon die Soulitaire 12 hier besonders beeindruckt hat, hören wir auch mit der 8, wie Lisa Batiashvili und die Deutschen Kammerphilharmonie Bremen das Rondo aus Ludwig van Beethovens Violinkonzert spielen. Auch hier genießen wir wieder eine wunderbar plastische Abbildung: Der Klangkörper ist tief gestaffelt, wir werden quasi zu einem imaginären Gang durch alle Instrumentengruppen eingeladen, angefangen bei den ersten und zweiten Geigen über die Holz- und Blechbläser bis hin zu den Pauken und den Kontrabässen .Gerade die kräftigen, aber nicht überzeichneten Bässe sorgen auch hier für eine harmonische Fülle und Ausgewogenheit. Natürlich steht Lisa Batiashvili als Solistin präsent vor dem Orchester, so muss es sein. Die Violine verzaubert uns mit ihrem Reichtum an Klangfarben, die die Weltklasse-Geigerin ihrer edlen Stradivari entlockt und mit spielerischer Raffinesse und Eleganz vom ruppigen Spiccato bis zum sahnigen Legato veredelt. Mit der Soulitaire 8 ist diese atemberaubende Virtuosität im Verbund mit der Spielkultur des Bremer Kammerorchesters ist ein echtes Erlebnis.

Drei Längsstreifen zieren die Vorderseite der Soulitaire. Diese Intarsien bewirken optische eine Verschlankung ihrer gesamten Erscheinung, akustisch hingegen dienen die Corian-Inlays einer akustische Bedämpfung der Front.

Fazit

Ja, auch die Soulitaire 8 bietet den großartigen Klang, der uns bereits beim Serien-Flaggschiff beeindruckt hat – wennuch mit etwas weniger Mächtigkeit und Tiefgang im Bass. Dies ist wegen des geringeren Volumens dieses Zwei-Wege-Lautsprechers und des kleineren 8-Zoll-Mitteltieftöners aber auch selbstverständlich. Ansonsten verfügt die die Soulitaire 8 im schlankeren Format über die gleichen Features und Vorteile. Dies ist zum einen das außergewöhnliches Koax-Chassis, bei dem ein spezieller Ringhochtöner und ein SCT-optimierter Konus-Mitteltieftöner gemeinsam als Punktschallquelle agieren und so für eine natürliche Klangausbreitung sorgen. Dies ist zum anderen das einzigartige Clusterflex-Gehäuse, das eine bassstarke und selbst in Wandnähe dröhnfreie Wiedergabe mit einer exzellenten Dynamik ermöglicht. Damit bietet die Soulitaire 8 selbst bei geringer Lautstärke eine wunderbar räumliche, natürliche Abbildung und erlaubt einen entspannten Musikgenuss.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 96/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: gut

96

98

96

200114.SetaAudio-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Seta Audio
Soulitaire 8
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:- passive Version: ab 12.500 Euro / Paar
- aktive Version: 16.500 Euro / Paar
Garantie:10 Jahre
Ausführungen:- Strukturlack in sämtlichen RAL-Farben
- Bi-Color-Ausführung (Front und Gehäuse in unterschiedlichen Farben) möglich
- Holzfurnier-Front/Strukturlack-Korpus möglich
Vertrieb:Seta Audio, Mainz
Tel. +49 177 31 21 375
www.seta-audio.de/home
Abmessungen (HBT):1050 x 260 x 360 mm (ohne Terminalklemmen und Fußtraversen)
1120 x 380 x 390 mm (mit Terminalklemmen und Fußtraversen)
Gewicht:ca. 35 kg / Stück
Bauart:Zwei-Wege, koaxial, passiv, Clusterflex-Gehäuse
Hochtöner:1 x 50 mm (Ringhochtöner, Mylar-Membran)
Mitteltiefmitteltöner:1 x 203 mm (Konus, SCT-optimierte Papier-Membran)
Frequenzbereich:40 Hz - 24 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenz:2.500 Hertz (Herstellerangabe)
Impedanz:4 Ω (Herstellerangabe)
Wirkungsgrad:93 dB (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Seta Audio Soulitaire 8
- schraubbare Standfüße oder Spikes inkl. Spike-Teller
Pros und Contras:+ ausgezeichnete Dynamik und Auflösung, exzellente räumliche Abbildung, herausragende Basswiedergabe
+ ausgewogener Klang auch bei niedriger Lautstärke
+ aufstellungsunkritisch
+ auch als Aktiv-Version erhältlich, nachträgliche Aufrüstung zur Aktiv-Version ebenso möglich
+ optionale Vor-Ort-Justage (gegen Aufpreis)
+ 10 Jahre Garantie, außerdem Rückkauf-Angebot

- Klangvolumen und Bass etwas geringer als bei der Soulitaire 12
Benotung:
Klang (60%):96/100
Praxis (20%):98/100
Ausstattung (20%):96/100
Gesamtnote:96/100
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistunggut

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