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Die GLE-Reihe bildet bei Canton das Segment für den schmaleren Geldbeutel. Die gewohnt gute Qualität des Herstellers ist aber auch hier gegeben. Die GLE 496.2 ist der größte passive Serien-Lautsprecher mit Drei-Wege-System. In unserem Hörraum punktet der mit guten Ideen, einem ausgezeichnetem Klang und ansprechender Optik zu einem interessanten Preis.

Die GLE 496.2 ist rund 1,06 Meter hoch, dank schlanker Bauform aber vergleichsweise filigran gehalten.

Derzeit überlegt sich der geneigte Hörer ja zweimal, ob er ein Geschäft aufsucht oder doch lieber zu Hause bleibt. Lautsprecher müssen aber nun einmal vor dem Kauf ordentlich gehört werden. Der eigene Hörtest ist durch nichts zu ersetzen. Nur so kann ich wirklich herausfinden, ob die gesuchten Lautsprecher meinen Anforderungen gerecht werden. Idealerweise passiert das sogar bei mir zu Hause. Genau da haben einige Hersteller, unter anderem auch Canton, den richtigen Weg gefunden. Im übersichtlichen Shop kann ich mir das gewünschte Paar aussuchen, bestellen und 30 Tage lang Probehören. Gefällt mir das Produkt nicht, kann ich es kostenfrei wieder zurücksenden. Canton bietet diesbezüglich einen sehr übersichtlichen Webauftritt, in dem ich alle Produktreihen und Modelle schnell finde.

Die Verarbeitung der GLE 496.2 ist tadellos.

Unboxing

Entsprechende Videos im Internet erfreuen sich nicht ohne Grund einer gewissen Beliebtheit Schließlich geben sich die Hersteller heute gesteigerte Mühe, ihre Produkte immer hochwertiger zu verpacken. Hier kann ich gleich vorwegnehmen, dass Canton an der Verpackung nicht gespart hat. Der schwere Karton ist nicht nur mit robustem Gewebeband verklebt sondern wird durch zusätzliche Kupferklammern fest verschlossen. Nicht ohne Grund schreibt der Hersteller unübersehbar auf den Karton, dass diese vor dem Herausnehmen der GLE 496.2 vollständig zu entfernen sind. Schließlich möchte der neue Besitzer sein wertvolles Exemplar ja nicht gleich mit Kratzern überziehen. Damit auch wirklich nichts passiert, falls ich nun doch den Karton trotz besseren Wissens mit dem Messer aufschneide, hat Canton unter die Klappfalzen noch eine Lage Karton spendiert. Hier liegen auch ein Dankeskärtchen und die kurze Bedienungsanleitung. Darunter kommen dann endlich die Lautsprecher zum Vorschein. Sie sind von großvolumigem Schaumstoff und Fliestüchern geschützt.

Anschlussseitig stellt die das größte passive Familienmitglied der GLE-Reihe große Schraubklemmen in Single-Wire-Ausführung zu Verfügung.

Verarbeitung der Canton GLE 496.2

Mit der Verarbeitung, der inzwischen im Hörraum stehenden Stand-Lautsprecher, bin ich sehr zufrieden. Die Canton GLE 496.2 machen auf den ersten Blick einen hervorragenden Eindruck. Die Schallwand hebt sich in meiner Version in „Weiß Vinyl Dekor“ leicht vom Korpus ab. Sämtliche Chassis sind hier bündig eingelassen. Der Zierring um den Mitteltöner weiß mit seiner dezenten Canton-Gravur einen interessanten Akzent zu setzen. Der 25 Millimeter-Hochtöner ist durch ein feines Gitter gegen unachtsamen Eingriff geschützt. Auch wenn die Verschraubung der Lautsprecherchassis bei abgenommener Gewebebespannung sichtbar ist: Mir gefällt gut, wie Canton die mechanische Befestigung der Frontblende integriert hat. Die Aufnahmen für den bespannten Rahmen sind nahezu unsichtbar in die Zierringe der Chassisabdeckungen eingelassen. Der Clou: Wird die schwarze Abdeckung nicht verwendet, kann sie auf der Rückseite des Lautsprechers fixiert werden. So geht sie auch über die Jahre nicht verloren.

Sehr cool: Werden die Abdeckungen nicht benötigt, lassen sich diese auf der Gehäuserückseite befestigen.

Technische Details

Die Canton GLE 496.2 wartet mit einem Alu-Mangan-Hochtonsystem mit 25-Millimeter-Kalotte und Waveguide auf. Bis hin zu 40 Kiloherz sollen hohe Frequenzen perfekt zum Zuhörer geleitet werden, um ein möglichst plastisches Hörerlebnis zu bieten. Direkt darüber sitzt das 174 Millimeter große Mitteltonchassis. Dieser Aufbau hat bei Canton Tradition. Im unteren Bereich versprechen zwei 192 Millimeter große Basstreiber kräftige Unterstützung im Tieftonbereich. Rückseitig befindet sich, neben der schon erwähnten Aufnahme für die Frontabdeckung, das Terminal. Wie in dieser Klasse üblich, lassen sich Kabelquerschnitte von bis zu sechs Quadratmillimetern unter den massiven Schraubklemmen unterbringen. Alternativ – und für mich immer die elegantere Alternative- finden hier aber auch Bananenstecker eine verlässliche Aufnahme. Über dem Terminal sitzt noch eine große Reflexöffnung, die mehr Volumen im Bassbereich erwarten lässt. Das einen guten Meter hohe Gehäuse steht auf ansprechend aussehenden Kunststofffüßen mit Gummiunterlage. Sie sollen die bis zu 320 Watt Musikleistung vom Boden entkoppeln.

Canton-typisch sitzt der Mitteltöner auch in der GLE 496.2 oberhalb des Hochtöners.

Die Testaufstellung

Wie bei einem rückwärtigen Bassreflex-System nicht anders zu erwarten, fühlt sich die Canton GLE 496.2 ab einem Mindestabstand von 30 Zentimetern zur Wand und Seiten so richtig wohl. In meinem Test-Szenario habe ich ein Stereodreieck aus drei Metern Abstand zwischen mir und den Lautsprechern realisiert. Dabei ließen sich die großen Standlautsprecher mit ihren 19,6 Kilogramm Gewicht vergleichsweise angenehm positionieren. Dank des wunderbar schmalen Profils von 21 Zentimetern fügen sich die GLE 496.2 dann sehr geschmeidig in meine Wohnumgebung ein und treten nicht zu sehr in den Vordergrund. Mit ihren 31 Zentimetern in der Tiefe stellen sie dabei übrigens auch keine allzu großen Platzansprüche. Da die Füße direkt unter die Lautsprecher montiert sind, entfallen ausladende Traversen. So entspricht die Stellfläche der Canton in etwa der Fläche eines DIN A4-Blattes. Die 150 Watt Nennbelastbarkeit habe ich unter anderem mit dem mir sehr gut bekannten Magnat RV-4 sichergestellt.

Die GLE 496.2 steht sicher auf vier Rundfüßen, die fest mit dem Gehäuse verschraubt sind.

Kraftvoll austeilen

Gemessen am schmalen Korpus der Canton GLE 496.2, bin ich gleich zu Beginn meines Tests beeindruckt von dem, was ich den beiden Säulen entlocke. Selbst unter leisen Lautstärken macht es schon sehr viel Spaß, dem packenden und kraftvoll arbeitenden Bass der GLE 496.2 zuzuhören. Dieser Lautsprecher navigiert agil und wendig durch mein ausgesuchtes Portfolio an Songs. Zugleich weiß er auf seine lässige, leicht zurückhaltende Art aber auch die richtige Mischung zu wahren. Umso beeindruckender wird es, als er unter höheren Pegeln gefordert wird. In „Wake Up“ von Rage Against the Machine macht es richtig Freude, den Punch der zwei 20 Zentimeter-Treiber im Magen und Sofa zu spüren. Als nach dem Intro der Bass losblubbert und die Bass-Drum entsprechende Kicks oben drauf setzt, kommt so richtig Party-Stimmung auf. Das schreit nach einem weiteren Lautstärkeanstieg: Gemacht, getan. Nun lotet mein Magnat-Amp die Bewegungsgrenze der Canton-Treiber so richtig aus …

Hochauflösendes Wohlbefinden

Die Nachbarn, die schon den einen oder anderen meiner Test „miterleben“ durften, scheinen nun auch wach zu sein. Einer ist besonders neugierig und erkundet sich nach meinem Wohlbefinden und nach den Lautsprechern. Uns geht es aber sehr gut und Spaß gemacht hat es auch. Trotzdem folgt nun mal etwas Ruhigeres: „Pompeii“ von Bastille gefällt durch die breite Präsentation der Stimmen und Instrumente und durch eine unglaubliche Tiefe. Dabei bin ich immer wieder von der Positionierung einzelner Effekte direkt vor und gelegentlich auch hinter dem Hörplatz begeistert. Zugleich beweist der exzellente Hochtöner eine sehr schöne Höhenauflösung und Verteilung. Das Mitteltonchassis brilliert und stellt Sänger Dan Smith beeindruckend klar und exakt in der Mitte vor den Zuhörer. Es geht aber noch geschmeidiger: Im „Asphalt Canyon Blues“ von Kenny Burell und Grover Washington, Jr. beweisen die vier Chassis, dass sie auch mit den ganz sanften Tönen umgehen können.

Für einen sehr kräftigen, durchzugsstarken und schnellen Bass sorgen die beiden im unteren Gehäuseabteil eingelassenen Tieftöner.

Geschmeidig wie ein Kätzchen

Das Zusammenspiel von Gitarre, Saxophon und einem sehr feinfühlig agierenden Schlagzeuger in dieser Nummer ist eine wahre Freude. Hier kitzeln die offensichtlich sensibel arbeitenden Membranen der GLE 496.2 unglaublich viele Details aus den Rillen. Selbst das kleinste Streichen der Snare von Jack DeJohnette geht im Gemisch aus Gitarre, Saxophon und Bass nicht verloren. Das sanfte Anblasen des Blattes von Grover Washington, Jr. lässt sich exakt verfolgen. Auch hier gibt sich die Canton absolut keine Blöße. Im Gegenteil.
Anschließend muss sich die schlanke Säule mit Klassik unter Beweis stellen. Die „Italienische Sinfonie“ von Felix Mendelssohn Bartholdy des Freiburger Barrockorchesters unter der Leitung von Pablo Heras-Casado beeindruckt sofort durch die wirklich gute Darstellung einzelner Instrumente auf der Bühne. Ebenso gefällt mir die allgemeine Abstimmung der 496.2 in der mich Violinen, Pauken und Querflöten im wonnigen Einklang mit auf die Reise nehmen.

Oberstes Niveau

Hier liefern meine Testgäste zugleich ein schönes Fundament aus Cellos, während sich die Querflöten quirlig in den Reigen einreihen. Ruhig aber zugleich auch mit Punch und Agilität spielt die Canton im anschließend erwählten „Breakdown“ von Tom Petty. Der Grundton peitscht durch den Raum. Stilistisch leicht verzerrte E-Gitarren stellen die ideale perfekte Begleitung. Über allem schwebt die markante Stimme des leider viel zu früh verstorbenen US-Künstlers. Auch hier spielen die Cantons also auf einem sehr hohen Level. Natürlich kommt die 496.2 dabei nicht an die Auflösung und Detailwiedergabe der großen A55 heran. Gemessen an ihrem vergleichsweise geringen Preis gehören diese Lautsprecher aber zum klanglich Besten ihrer Klasse.
Und natürlich lässt sich die Reihe noch nahezu beliebig erweitern. Heimkino-Enthusiasten finden beispielsweise eine große Bandbreite an Wand-, Center-, und Atmos-Lautsprechern. Und sollte man mit der durchaus potenten Bassabstimmung noch nicht ganz auskommen, stehen auch noch drei verschiedene Subwoofer-Modelle zur Auswahl.

Leicht auf den Hörplatz gewinkelt hat die Canton in diesem test das beste Hörerlebnis geliefert.

Fazit

Mit der GLE 496.2 beweist Canton erneut, dass preislich attraktive Lautsprecher auch richtig gut klingen können. Gespart wurde dabei an eher unwichtigeren Details, wie magnetisch haftenden Frontblenden, verdeckten Verschraubungen oder Bi-Wiring-Terminals. Am Klang wurde definitiv nicht gespart und das ist ja völlig im Sinne des Hörers. Der profitiert hier vom steten Technologietransfer. Das macht sich übrigens in vielerlei Hinsicht bemerkbar. So haben die GLE 496.2 meinen Ohren auch nach etlichen Stunden des Zuhörens noch geschmeichelt. Dabei warten sie mit immer neuen Details auf und spielten jederzeit durchzugsstark. Ihre Pegelfestigkeit ist beachtlich und die homogene Abstimmung bleibt in allen Lautstärken erhalten. Mein Design-Highlight sind die fast unsichtbaren Aufnahmen für die Frontblende und die Verstaumöglichkeit derselben auf der Rückseite des Lautsprechers.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 79/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

79

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Technische Daten

Modell:Canton
GLE 496.2
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preise:505,00 Euro/Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Schwarz Dekor
- Weiß Dekor
- Makassar
Vertrieb:Canton, Weilrod
Tel.: 06083 2870
www.canton.de
Abmessungen (HBT):1060 x 210 x 310 mm
Gewicht:19,6 kg / Stück
Bauart:Drei-Wege, passiv, Bassreflex
Impedanz:4 - 8 Ω
Hochtöner:1 x 25 mm (Aluminium-Mangan-Membran)
Mitteltöner:1 x 174 mm Aluminium-Mitteltöner
Tieftöner:2 x 2 x 192 mm Aluminium-Tieftöner
Frequenzbereich:20 Hz - 40 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenz:220 Hz / 3.000 Hz
Nenn- / Musikbelastbarkeit:- 150 Watt (Nennbelastbarkeit)
- 320 Watt (Musikbelastbarkeit)
Lieferumfang:- Canton GLE 496.2
- Frontabdeckungen
- Anleitungen
Pros und Kontras:+ transparent-klare Wiedergabe
+ mächtiger Tiefbass
+ imposante Dynamik und Pegelfestigkeit
+ sehr gute räumliche Abbildung und Tiefenstaffelung
+ hervorragende Verarbeitung
+ magnetische Frontabdeckungen

- Platzbedarf
Benotung:
Klang (60%):79/80
Praxis (20%):79/80
Ausstattung (20%):79/80
Gesamtnote:79/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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