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Redakteur
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Moderne HiFi-Anlagen bestehen oft aus nur einem Gerät: Dem Musiksystem. Das bietet passablen Klang ohne großen Aufwand und Anschluss in alle digitalen Richtungen. Das ultimative Retro-Medium, die Schallplatte, fehlt jedoch. Für Sonoro Musiksysteme gibt es mit dem Sonoro Platinum nun jedoch einen passenden Plattenspieler. So kann man auch auf der All-in-One-Anlage wieder Schallplatten hören. Selbstverständlich lässt sich der schicke und flexibel ausgestattete Plattendreher aber auch in andere Audio-Szenarien integrieren. Und er ist in der Lage seine Daten digital und kabellos auszugeben. Das alles zu einem Preis von unter 600 Euro!

Der Platinum ist in drei Hochglanz-Varianten erhältlich.

Vinyl ist in aller Munde und die Schallplattenverkäufe steigen weiter rasant. Es scheint, als würden sich die Musikhörer, unabhängig vom Alter, in zwei Lager teilen: In Streamer und Vinyljunkies. Die CD hingegen bleibt auf der Strecke. So wurde in der ersten Jahreshälfte des vergangenen Jahres in den USA erstmals seit den 1980er Jahren mehr Umsatz mit Schallplatten gemacht als mit CDs. Ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar. Ähnliches gilt auch für Plattenspieler. Jeder Hersteller der etwas auf sich hält, hat mittlerweile wieder Abspielgeräte für die schwarzen Scheiben im Programm. Sogar Marken, die selbst viel zu jung sind, um die Schallplattenzeit aktiv miterlebt zu haben, steigen ein. So zum Beispiel die deutsche Marke Sonoro. Das Unternehmen wurde erst 2006 gegründet und hat sich seit dem einen hervorragenden Ruf erarbeitet. So gehört Sonoro zu den ersten Adressen, wenn es um hochwertige und stylische All-in-One Musiksystem geht.

Die Haube gehört zum Lieferumfang und ist mit wenigen Handgriffen montiert.

Plattenspieler trifft Musiksystem

Mit dem Sonoro Maestro hat das Unternehmen ein erstes Produkt vorgestellt, das ein wenig mit dem All-in-One-Konzept bricht. Dieser Streaming-/CD-Receiver benötigt nämlich noch externe Lautsprecher zur Wiedergabe. Der Vorteil: Mit ihm lässt sich eine anspruchsvolle Stereoanlage aufbauen, die eigentlich nur noch zwei Lautsprechern benötigt. Diese Komplettanlage ist also maximal Wohnraumfreundlich und stylisch, sie bietet zugleich aber auch echten Stereo-Klang. Der Platinum ist der passende Plattenspieler, der noch dazu voll im Trend liegt. So ist es möglich, sich eine vollwertige Stereo-Anlage aufzubauen, die in ihrer Funktionsweise und Flexibilität auch einige große HiFi-Türme schlägt. Übrigens: Auch an Sonoro All-in-One-Musiksysteme, beispielsweise das Meisterstück oder das günstigere Prestige lässt sich der Platinum anschließen. Und natürlich auch an markenfremde HiFi-Ketten. Einzige Voraussetzung ist ein freier Analogeingang. Alle speziellen Phono-Verstärker bringt er bereits mit. So ist der Platinum sofort einsatzbereit und ultraflexibel.

Zeitlos chic: Das sonoro Prestige sieht richtig schön aus und kann selbstverständlich ebenfalls mit dem Platinum verkettet werden.

Klare Formen

Die mechanische Konstruktion des Platinum wäre der sogenannte Brettspieler. Hierbei besteht der Plattenspieler im Wesentlichen aus einer brettförmigen Zarge, die alle benötigten Komponenten aufnimmt. Im Preisbereich unter 1000 Euro, in dem wir uns hier ja bewegen, ist dies die Standardbauweise. Technisch ist das nichts Schlechtes und optisch sieht es ziemlich stylisch aus. Die so mögliche, klare Formensprache passt gut in moderne Wohnumgebungen. Exakt in der Mitte der Zarge befindet sich das Tellerlager. Auf ihm wird der Aluminium-Plattenteller aufgesetzt. Hinten links befindet sich, verdeckt vom Plattenteller, der Motor. Dieser treibt den Plattenteller über einen Riemen auf 33 oder 45 Umdrehungen pro Minute an. Der Riemenantrieb ist bei nahezu allen gängigen Plattenspielern die Antriebsform der Wahl. Er ist ziemlich simpel und erfüllt dennoch seinen Zweck: Der Riemen entkoppelt Motor und Plattenteller, so dass Vibrationen vom Antrieb nicht auf den Teller und in die Abtastung übergehen können.

Der Sonoro-Vinylplayer ist ein sogenannter Brettspieler. Alle Bedienelemente, hier die Geschwindigkeitseinstellung, sind auf der Zarge zu finden.

Feinmechanik

Die Abtastung der Schallplatte ist der eigentlich spannende Vorgang bei der Analogwiedergabe. Ein kleiner Diamant tastet dazu feine Modulationen aus der Schallplattenrille ab. Dabei wird das in den Rillen konservierte Musiksignal in feine Vibrationen der Nadel umgewandelt. Das kann man sich vorstellen wie Straßenbahnschienen, die in kleinen, schnellen Kurven verlaufen. Werden diese von den Straßenbahnrädern verfolgt, so werden die Fahrgäste oben ganz schon durchgeschüttelt. Ungefähr so geht es dem kleinen Generator im innern des Tonabnehmers. Er empfängt die Vibrationen und wandelt sie in ein winzig kleine, elektrische Signale. Dies geschieht in wirklich kleinen Abmessungen. Die Rille moderner Platten ist nur ca. 0,05 Millimeter breit und das darin enthaltene Musiksignal kaum sichtbar. Entsprechend sensibel ist der Vorgang. So ist es von Vorteil, die empfindliche Abtastung möglichst vor äußeren Einflüssen zu schützen. Daher die Entkopplung des Motors vom Teller über den Antriebsriemen. Auch vom Untergrund ist der Platinum entkoppelt.

Hochwertige Tonabnehmerausstattung aus Dänemark

Zur Entkopplung vom Untergrund dienen die vier silbernen Stellfüße. Sie halten den Platinum einige Zentimeter über der Stellfläche, damit die auf der Unterseite befindlichen Baugruppen keinen Kontakt zum Untergrund haben. Außerdem sind sie mit Gummielementen versehen, die den Plattenspieler quasi schwimmen lassen. Dadurch haben es Vibrationen in der Stellfläche nicht leicht, bis zur empfindlichen Abtastung zu gelangen. Die ist nämlich recht empfindlich, wie bereits beschrieben. Der Tonabnehmer ist für die Abtastung verantwortlich. Er kommt vom bekannten Hersteller Ortofon aus Dänemark. Es handelt sich dabei um das Einstiegsmodell der für Tonabnehmerverhältnisse jungen 2M Baureihe. Die Serie wurde 2008 vorgestellt und entspricht damit dem aktuellen Stand der Entwicklungen im Tonabnehmerbau. Das schicke Tonabnehmersystem hat eine ungewöhnliche Formgebung und ist mit der leuchtend roten Farbe ein optischer Hingucker am dezent schwarz-, weiß- oder graphitfarbenen Platinum. Der rote Tonabnehmer wird von einem geschwungenen Tonarm über die aufgelegte Schallplatte geführt.

Der Platinum wird mit einem hochwertigen 2M Red von Ortofon ausgelifert.

Flexibler Tonarm

Der Tonarm ist, wie üblich, hinten rechts auf der Zarge positioniert und bildet optisch eine Art Brücke in die Vergangenheit. Während der Platinum in seinem Design ziemlich modern daher kommt, ist der Tonarm klassisch S-förmig geschwungen. Er verfügt über ein Wechselheadshell. Das bedeutet, der vordere Teil des Tonarms, in dem der Tonabnehmer montiert wird, ist wechselbar. Dadurch kann der Tonabnehmer durch Lösen einer einzigen Schraube samt Headshell gewechselt werden. So könnte man innerhalb weniger Augenblicke zu einem anderen Abtaster wechseln. Das kann sinnvoll sein, wenn man viele Mono-Schallplatten hört. Auch für unterschiedliche Musikstile könnte man verschiedene Tonabnehmer mit unterstützenden Eigenschaften wählen. Das ist dann jedoch eher nicht mehr das simple Konzept, mit dem der Platinum eigentlich punktet. Denn aus dem Karton heraus handelt es sich um Sonoro Platinum um einen anwenderfreundlichen Einsteiger-Plattenspieler. Einen, der in wenigen Minuten einsatzbereit und vielseitig einsetzbar ist.

Der S-förmige Tonarm gehört zum Lieferumfang dazu.

Umfangreiche Konnektivität

Vielseitig einsetzbar ist der Sonoro Platinum wegen seiner elektronischen Helfer, über die wir bisher noch gar nicht gesprochen haben. Der Platinum verfügt über einen internen Phonoverstärker. Er verstärkt und entzerrt das winzige elektrische Signal des Tonabnehmers. Das ist notwendig, da das Signal aus Platzgründen auf Schallplatten kodiert gespeichert ist, und um die Klangqualität zu verbessern. Daher wird das Signal mit abgesenkten Bässen geschnitten, um Platz zu sparen, und mit angehobenen Höhen, um die Musik deutlicher von den Nebengeräuschen abzuheben. Würde man Schallplatten also ohne Entzerrvorverstärker abspielen, so klängen sie dünn und bassarm. Außerdem wäre die Musik ziemlich leise, denn das kleine Tonabnehmersignal benötigt auch eine ziemlich üppige Verstärkung. Beides besorgt ein entsprechender Verstärker im Platinum. Damit kann er direkt an jedem HiFi-Gerät mit Cinch-Eingang angeschlossen. Wer einen eigenen hochwertigen Phonoverstärker hat, kann den internen jedoch auch stilllegen und das unbearbeitete Signal ausgeben lassen.

Der Sonoro ist u.a. auch mit einem zuschaltbaren Phono-Vorverstärker ausgestattet.

Digitale Analogwiedergabe

Der Sonoro Platinum kann jedoch noch mehr als nur an analogen HiFi-Geräten angeschlossen werden: Er findet auch bei digitalen Geräten Anschluss. Neben dem internen Verstärker verfügt er auch über einen Analog-Digital-Wandler. Er digitalisiert die Musik. Darüber hinaus verfügt der Platinum über einen USB-Anschluss mit dem er beispielsweise an den Computer angeschlossen werden kann. Dort kann das digitalisierte Signal zum Beispiel aufgenommen werden. Sogar die komplett kabellose Wiedergabe ist möglich, denn unterhalb des Tonarms befindet sich ein kleiner Knopf, der die Bluetooth-Funktion aktiviert. So benötigt der Platinum keinen physikalischen Anschluss an das Wiedergabegerät, sondern nur eine Steckdose. So kann er völlig frei positioniert werden. Steht also beispielsweise ein Sonoro Meisterstück unter dem Fernseher, könnte der Platinum auch im Bücherregal stehen und sein Signal von dort aus kabellos an das Musiksystem senden. Und nochmal zur Erinnerung: Natürlich ist der Platinum nicht nur mit Sonoro kompatibel, sondern allen entsprechenden Bluetooth-Geräten.

Inhalte der aktuell abgespielten Platte können auch kabellos an einen entsprechenden Bluetooth-Speaker ausgegeben werden.

Aufstellung

Der Lieferumfang ist beachtlich und der der Platinum auch weitestgehend vormontiert. Somit lässt sich der Sonoro auch von Vinyl-Einsteigern innerhalb kürzester Zeit in Betrieb nehmen. Neben dem Plattenspieler enthält der Karton auch das Netzteil und alle Kabel, die dazu notwendig sind. Schritt eins der Aufstellung ist die Suche nach einem geeigneten Ort. Die Stellfläche sollte in alle Richtungen etwas größer sein als der Plattenspieler, damit nichts aneckt. Besonders auf der Rückseite sowie nach oben ist großzügiger Abstand nötig, damit sich die Haube noch vernünftig öffnen lässt. Bevor der Platinum an seinen Platz gestellt wird sollten sämtliche Kabel eingesteckt werden. Verpflichtend ist nur die Stromversorgung, da das Signal ja auch kabellos via Bluetooth übertragen werden könnte. In Sachen Klangqualität ist der Cinch-Anschluss jedoch wohl überlegen. Das USB-Kabel ist ebenfalls optional, schaden tut der Anschluss aber natürlich nicht, selbst wenn man aktuell noch nicht plant, Platten am Computer zu digitalisieren.

Der Platinum ruht sanft auf massiven Füßen inkl. entsprechender Pufferung.

Die Tonabnehmermontage

Als nächstes wird das Headshell mit dem vormontierten Tonabnehmer befestigt. Dabei sollte unbedingt der Nadelschutz des Tonabnehmers montiert bleiben, da die Nadel sehr empfindlich ist. Bleibt beispielsweise der Ärmel an der Nadel hängen, so ist sie mit hoher Wahrscheinlichkeit hinüber. Die Einheit aus Headshell und Tonabnehmer wird vorsichtig vorn an den Tonarm herangeführt und mit der Überwurfmutter vorsichtig festgeschraubt. Das war es schon in Sachen Tonabnehmermontage. Was normalerweise mindestens eine halbe Stunde dauert, da der Tonabnehmer genau ausgerichtet werden muss, geht beim Sonoro Platinum im Handumdrehen. Bevor der Tonarm nun erstmalig aus seiner Arretierung gelöst werden kann, sollte das Gegengewicht montiert werden. Das ist nicht schwieriger als der vorherige Schritt. Das Gegengewicht wird vorsichtig hinten auf den Ausleger des Tonarms geschraubt. Für den Anfang sind zwei Drittel des möglichen Wegs ein guter Richtwert. Die Skala sollte nach vorn zeigen, denn daran muss später das Auflagegewicht eingestellt werden.

Ausbalancieren und Auflagewicht einstellen

Auch die Einstellung des Auflagegewichts ist leicht: Zunächst wird der Tonarm vorsichtig aus seiner Arretierung genommen, dabei kann der Nadelschutz weiter montiert bleiben. Nun bemerken sie wohl schon, dass der Tonarm in die eine oder andere Richtung kippt. Kippt er nach vorn, so muss das Gegengewicht etwas nach hinten geschraubt werden. Kippt er nach hinten, wird das Gegengewicht weiter in Richtung Tonarmlager gedreht. Ist der Tonarm so ausbalanciert, wird der Nadelschutz abgenommen. Nun kippt der Arm wieder nach hinten, also wird das Gewicht vorsichtig noch etwas aufgeschraubt, bis der Tonarm waagerecht steht. Nun kann er wieder arretiert werden. Erst jetzt wird die eigentliche Auflagekraft eingestellt. Dazu die drehbare Skala am Gewicht auf Null drehen, ohne jedoch das Gewicht selbst zu verdrehen. Ist die Skala genullt, muss das gesamte Gewicht weiter auf den Ausleger geschraubt werden. So lange, bis die Skala knapp zwei Gramm anzeigt. Fertig.

Das Auflagegewicht wird über das mit einer Skala versehenes Gegengewicht am Tonarmende bestimmt.

Auflegen des Plattentellers

Nun steht der fast fertig aufgebaute Plattenspieler vor mir. Zwei Details fehlen jedoch noch, ein elementares und ein optionales: Der Plattenteller mit Gummiauflage und die Staubschutzhaube. Der Plattenteller ist natürlich nicht verhandelbar. Er wird einfach auf den Lagerdorn aufgesetzt. Danach muss noch der Riemen aufgelegt werden. Der Antriebsriemen läuft auf einem Ring, der auf der Unterseite des Plattentellers angeformt ist. Da der Riemen erst nach aufsetzen des Tellers gespannt werden kann, hat der Teller Aussparungen, durch die man hindurch greifen kann. Praktischerweise ist der Riemen bereits um den Antriebsring gespannt und braucht nur um das Motorpulley gelegt werden. Dazu ist er mit er mit einem kleinen roten Fähnchen versehen. Das greift man und zieht daran den Riemen um das Pulley. Anschließend kann man Fähnchen ablösen und entsorgen. Dieser elegante kleine Helfer ist mir am Sonoro Platinum zum ersten Mal begegnet. Er ist definitiv ein cooles Feature!

Praktisch: Über die kleine rote Lasche wird der Riemen über den Pulley gezogen.

Wie anschließen?

Nun sieht der Platinum aus wie ein richtiger Plattenspieler, denn er ist fertig aufgebaut. Wer mag, setzt nun noch die Scharniere für die Staubschutzhaube ein. Anschließend steckt man die anderen Ende der Scharniere in die Halterungen auf der Rückseite des Platinum. Soll der Plattenspieler per Cinchkabel angeschlossen werden, muss noch geprüft werden, ob der Verstärker über einen Phono- der Line-Eingang verfügt. Davon hängt ab, in welcher Stellung der Schalter hinten am Platinum stehen muss. Am Phono-Eingang des mitspielenden Verstärkers angeschlossen, kann der interne Phonoverstärker des Sonoro deaktiviert werden. Am Line-Eingang muss er aktiviert werden. Im Fall des Sonoro Maestro be ich sogar beide Optionen, denn der Maestro besitzt selbst einen Phono-Eingang. Alle anderen Sonoro-Geräte haben keinen. Ob ihr Gerät eines anderen Herstellers über einen Phono-Eingang verfügt, das steht in der Anleitung oder auf der Rückseite des Geräts. Phono-Eingänge sind gewöhnlich entsprechend beschriftet.

In unserem Test durfte sich der Platinum u.a. am Sonoro Maestro beweisen.

Die Nase vorn

Nun steht dem Hörvergnügen mit dem schicken Sonoro Platinum nichts mehr im Wege. Als erste Platte habe ich mir das aktuelle EELS-Album ausgesucht: „Earth To Dora“. Das ist wie üblich ganz passabel aufgenommen und die Songs haben Ohrwurmpotenzial. Über den Platinum klingt die Platte von Beginn an extrem frisch und klar. Tatsächlich war ich während des Tests echt überrascht, wie gut der Platinum wirklich klingt. Ich schreibe diese sehr klare und frische Spielweise auch dem guten Ortofon-Tonabnehmer 2M Red zu. Die Systeme des dänischen Herstellers sind für ihre klare Spielweise bekannt. Hier hat der Sonoro Platinum seine Nase (oder Nadel) im Vergleich zu ähnlich aufgebauten Plattenspielern im gleichen Preisbereich klar vorn. Das Ortofon-System ist eine Klasse besser als die oft verwendeten Systeme der Konkurrenz. Das hört man auch! Gerade bei elektromechanischen Bauteilen wie Tonabnehmern oder Lautsprechern kann man jeden investierten Euro raushören!

Hervorragende Wiedergabequalität

Was am klaren Klang noch auffällt ist, dass Abtastung sehr sauber gelingt. Probleme wie zischelnde S-Laute oder Übersprechen vom einen auf den anderen Kanal sind dem Sonoro weitgehend fremd. In dieser Hinsicht spielt er fast so präzise wie eine digitale Quelle. Auch hier sehe ich den Vorteil des guten Tonabnehmers federführend. Das Laufwerk selbst überzeugt mich mit sehr gutem Gleichlauf. Weder per Gehör, noch über die App „RPM“ sind signifikante Drehzahlschwankungen zu erkennen. Die 33 Umdrehungen erreicht der Platinum extrem schnell, bei 45 lässt er sich etwas mehr Zeit. Was aus meiner Sicht weniger gut gelingt, ist die Entkopplung vom Untergrund. Bei der Aufstellung sollte daher darauf geachtet werden, dass der Sonoro Platinum auf einer stabilen und wenig schwingenden Stellfläche steht. Ein leichter, kleiner Tisch ist daher eher ungeeignet. Besser ist ein massives Sideboard oder gar eine Wandhalterung. Dann spielt der Platinum seine ganze klanglichen Stärke aus.

Idealerweise steht der Platinum auf einem stabilen Untergrund. So sind optimale Voraussetzungen für die bestmögliche Klangqualität gegeben.

Neutrale Spielweise

Tonal gibt sich der Sonoro Platinum keine Blöße, vielmehr spielt er insgesamt sehr neutral und ausgewogen. So ordnet er sich dem Musikstil unter und tut nur das was er soll: Die Schallplatte abspielen, ohne den Klang unnötig zu verbiegen. Auch der Bass ist sauber und reicht tief. Bis hierher hat mich der Sonoro durchgängig begeistert. Ich bin nachhaltig beeindruckt, wie gut der recht bezahlbare Plattenspieler Musik macht. Natürlich gibt es auch eine Kleinigkeit zu kritisieren: So scheint der Platinum dynamisch eher gemütlich unterwegs zu sein. Mit Dynamik meine ich die Unterschiede zwischen den leiseren und lauteren Tönen. Setzen also mit einem Schlag viele Instrumente ein, so gibt der Sonoro Platinum den Impuls nicht ganz so unvermittelt und vehement wieder, wie es bei teureren High-End-Plattenspielern der Fall ist. Für seine Preisklasse schlägt er sich jedoch extrem gut und mischt ganz vorne mit.

Vinyl kabellos

An externen Phonoverstärkern wie dem hervorragenden Moon 110LP legt der Klang im Vergleich zur guten internen Lösung noch mal etwas zu. Ob es den recht hohen Aufpreis (in diesem Fall circa 500 Euro) jedoch wert ist, muss jeder für sich entscheiden. Meine Einschätzung ist, dass man als ambitionierter Einsteiger und Gelegenheitshörer mit dem Sonoro Platinum auch ohne externe Geräte oder teurere Wechseltonabnehmer hervorragend bedient ist! Der schicke Platinum kann aber sogar noch mehr, denn die Bluetooth-Konnektivität und die Aufnahmefunktion habe ich noch gar nicht praktisch beleuchtet. Die Bluetooth-Verbindung ist kinderleicht: Die Taste am Sonoro wird zum Einschalten einmal kurz und zum Pairing-Modus lang gedrückt. Die LED blinkt nun schnell und es wird ein Gerät zur Kopplung gesucht. Dieses sollte sich natürlich ebenfalls im Pairingmode befinden. Einige Augenblicke später ertönt der Verbindungston und ich kann loshören. Das ist wirklich leicht und klanglich absolut okay.

Auch die kabellose Zuspielung, hier an einen markenfremden Bluetooth-Speaker, gelingt problemlos.

Platten Digitalisieren

Die Aufnahmefunktion ist fast ebenso leicht zu bedienen. Die passende Software – um alte und neue Schallplatten zu digitalisieren – gibt es als Open Source Programm zum kostenlosen Download. Sie heißt „Audacity“. Um eine Platte aufzunehmen muss nur das beiliegende USB-Kabel verbunden werden. Ein spezieller Treiber ist sowohl unter Windows als natürlich auch am Mac nicht notwendig. Die Aufnahme an sich funktioniert dann genauso wie die eigentlich Wiedergabe, nur muss vorher der Aufnahmebutton im Programm gedrückt werden. Dann kann man beispielsweise die alte Beatles-Mono-Schallplatte auch digital am Computer genießen. Das lohnt sich sogar, denn auch bei fehlendem zweiten Kanal holt der Sonoro Platinum erstaunlich viel Rauminformationen aus der Rille und sortiert die Fab Four historisch korrekt nun hintereinander, statt wie in der Stereo-Version nebeneinander. In klanglicher Hinsicht gibt sich er Platinum wirklich keine wesentlichen Schwächen und ist daher eine absolute Empfehlung. Nicht nur in Verbindung mit Sonoro-Musiksystemen.

Mit seinem Platinum-Plattendreher ergänzt Sonoro sein Portfolio dedizierter HiFi-Komponenten sinnvoll.

Fazit zum Sonoro Platinum

Mit dem Platinum beweist Sonoro eindrucksvoll, dass auch neue Marken wirklich gute Plattenspieler im Programm haben können. Mitsamt des hervorragenden Ortofon-Tonabnehmers 2M Red ist dieser Vinyldreher vielen Gegenspielern den entscheidenen Schritt voraus und steckt viele Mitbewerber klanglich in die Tasche. Dank des integrierten Phonoverstärkers ist der Platinum hinsichtlich des Anschlusses an andere Geräte zudem maximal flexibel. Ein USB-Ausgang zur Digitalisierung von Schallplatten am Computer und sogar Bluetooth zur kabellosen Verbindung mit modernen Musiksystemen runden das Gesamtpaket ab. Mit seinem modernen und geradlinigen Design passt der Platinum hervorragend zu allen Sonoro-Musiksystemen. Das muss einen jedoch natürlich nicht davon abhalten, ihn auch mit anderen Geräten zu kombinieren. Gut genug ist er auf jeden Fall!

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: Highlight
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

80

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Technische Daten

Modell:Sonoro
Platinum
Produktkategorie:Plattenspieler
Preis:599,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
- Weiß
- Graphit
Vertrieb:sororo, Neuss
02131 / 88 34 141
www.sonoro.de
Abmessungen (HBT):125 x 420 x 356 mm
Gewicht:3,9 kg
Antrieb:Riemenantrieb
Geschwindigkeiten:- 33 ⅓ Upm
- 45 Upm
Ausgang (analog)1 x Cinch
- Line-Level: 155 mV (–16 dB)
- Phono-Level: 3,5 mV (+/–3 dB)
- Bluetooth
- USB
Lieferumfang:- Platinum
- Netzteil
- Tonarm
- Headshell
- Tonabnehmer
- Anleitung
Pros und Contras+ schickes Design
+ exzellente Verarbeitung
+ Bluetooth
+ USB-Out
+ Wechselheadshell
+ Ortofon 2M Red-Tonabnehmer
+ integrierter Phono-Preamp

-
Benotung:
Klang (60%):80/80
Praxis (20%):80/80
Ausstattung (20%):80/80
Gesamtnote:Highlight
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistung:hervorragend

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