Home » Tests » Komfort, Ausstattung, Hörgenuss – was kann der Dual CS 618Q?
16. Januar 2026
von Roman Maier
Inhaber/GeschäftsführerDer neue Dual CS 618Q verbindet moderne Technik mit echter HiFi-Tradition – und das in einer Verarbeitung, die schnell Vertrauen schafft. Schon beim ersten Aufstellen fällt die intuitive Bedienung auf, ebenso die massive, sauber verarbeitete MDF-Zarge. Dazu kommen ein superleiser Direktantrieb, präzise Geschwindigkeit und ein hochwertiger Tonarm. Wer Stil, Komfort und Vinyl-Leidenschaft vereinen möchte, sollte hier also unbedingt weiterlesen.

Der Dual CS 618Q ist ein rundum beeindruckender Plattenspieler, der Tradition, Komfort und Klangqualität auf moderne Weise vereint.
Die Schallplatte erlebt seit rund zehn Jahren eine Renaissance, die kaum jemand vorausgesehen hätte. In Zeiten von Streaming und digitaler Allgegenwärtigkeit wünschen sich immer mehr Hörer ein entschleunigtes, haptisches Musikerlebnis – exakt das liefert Vinyl. Die Verkaufszahlen steigen jährlich und auch junge Hörer entdecken den Zauber der großen Cover, der analogen Wärme und des bewussten Musikhörens wieder. Es ist ein Trend, der zeigt, dass Musik mehr sein kann als ein flüchtiges Datenpaket.
Dual begleitet diese Entwicklung wie kaum ein anderer Hersteller. Seit den Anfangszeiten der goldenen HiFi-Ära steht der Name für solide Technik, nachhaltige Bauweise und einen unverwechselbaren Formfaktor. Von klassischen Reibradlegenden der 70er bis hin zu modernen Direktantriebskonstruktionen war Dual nie nur ein Hersteller, sondern immer ein Stück deutscher HiFi-Kultur. Der CS 618Q führt dieses Erbe sichtbar fort. Seine MDF-Zarge knüpft an die charakteristische Dual-Ästhetik an, während die Technik im Inneren zeigt, wie zeitgemäß Traditionsbewusstsein sein kann.

Alternativ ist der CS 618Q auch in warmer Holzoptik zu haben. Hier ausgestellt auf den Mitteldeutschen HiFi-Tagen in Leipzig 2025.
Tonarm, Teller & Komfort
Die Ausstattung des CS 618Q überzeugt technisch wie im Alltag. Der Direktantrieb arbeitet praktisch geräuschlos und ausgesprochen stabil. Die elektronisch einstellbaren Geschwindigkeiten – 33⅓, 45 und 78 U/min – reagieren präzise und ohne hörbare Verzögerung. Massiv wirkt dagegen der Plattenteller, er läuft vibrationsarm und vermittelt das Gefühl eines hochwertigen, langlebigen Werkzeugs. Der vollkardanische Präzisionstonarm ist eines der Highlights. Er führt sich spielerisch leicht, wirkt gleichzeitig stabil und ist auf lange Haltbarkeit ausgelegt. Die Kombination mit dem serienmäßig montierten Ortofon 2M Blue ist klanglich eine hervorragende Wahl: detailreich, dynamisch und angenehm offen. Praktisch ist der SME-Bajonettverschluss, der schnelle Tonabnehmerwechsel ohne Fummelei ermöglicht. Dazu kommen ein stufenlos einstellbares Antiskating sowie die automatische Endabschaltung mit sanfter Liftanhebung – ein Komfortmerkmal, das man spätestens nach ein paar Hörsessions nicht mehr missen möchte. Insgesamt zeigt sich der CS 618Q als hervorragend durchdachtes Gesamtpaket, das technisch und funktional überzeugt.

Der vollkardanische aufgehängte Präzisionstonarm ist perfekt gestaltet und auf lange Haltbarkeit ausgelegt.
Aufstellung & Feinjustage
Aufgestellt ist der Dual erfreulich unkompliziert. Die massiven Füße mit integrierten Resonanzabsorbern reduzieren äußere Einflüsse wirksam und sorgen für einen ruhigen, stabilen Stand. Besonders auf weniger idealen Untergründen ist das ein großer Vorteil, auch wenn die Füße sind nicht höhenverstellbar sind. Die Justage des Tonarms ist dagegen ein Muster an Benutzerfreundlichkeit. Das Auflagegewicht lässt sich mühelos aufsetzen und präzise einstellen. Ortofon empfiehlt für den 2M Blue eine Kraft von 1,8 Gramm – ein Wert, den man dank der gut ablesbaren Skala schnell erreicht. Praktisch ist außerdem, dass die Mechanik angenehm leichtgängig arbeitet und auch Einsteiger ohne Unsicherheiten ans Ziel führt. Wer möchte, kann das Antiskating via Drehknopf stufenlos anpassen. Insgesamt zeigt sich der CS 618Q als Plattenspieler, der richtig gut klingt, und auch easy zu handhaben ist. Das macht ihn sowohl für ambitionierte Hörer als auch für Einsteiger sehr attraktiv.

Der Dual wird serienmäßig mit dem Orofon 2M Blue ausgeliefert.
Geschwindigkeit, Auflegen & Komfort
Bevor die erste Platte aufgelegt wird, kontrolliere ich die Geschwindigkeit mit der Smartphone-App „Turntable Speed“. Das Ergebnis: nahezu perfekte Werte, die bestätigen, wie präzise der Direktantrieb arbeitet. Keine hörbaren Schwankungen, kein Rumpeln – einfach sauberer Gleichlauf. Das Auflegen der Platte ist ebenso angenehm unkompliziert. Die Headshell mit SME-Bajonettverschluss erleichtert den Tonabnehmerwechsel und vermittelt beim Anschauen und Anfassen schnell das Gefühl echter Wertigkeit. Der Tonarmlift arbeitet wunderbar sanft und kontrolliert, sodass selbst filigrane Plattenseiten sicher angefahren werden.
Bereits jetzt zeigt sich der Alltagskomfort des Dual CS 618Q: Die automatische Endabschaltung mit Liftanhebung ist ein Segen, wenn man gerne entspannt hört und nicht permanent neben dem Plattenspieler stehen möchte. Sobald die Nadel das Ende erreicht, hebt der Tonarm sich selbstständig und stoppt den Teller. Eine Funktion, die den Tonabnehmer schont und die Lebensdauer des Systems erhöht. Das ist schonmal ein sehr gelungener Start in die Praxis.

DIe gewünschte Geschwindigkeit lässt sich ganz einfach über den markanten Drehregler vorn rechts auf dem Plattenspieler einstellen.
Geschmeidig und sauber
Mein Test startet mit „Fisherman’s Blues“ von den Waterboys aus dem Jahr 1988. Eine LP, die schon einige Jahrzehnte auf den Buckel hat, aber frisch gereinigt erstaunlich vital klingt. Gleich die ersten Takte zeigen, wie gut der Dual die Musikalität transportiert. Die Bühne wirkt offen, luftig und gleichzeitig schön zusammenhängend. Die Geigen schwingen frei im Raum, Gitarren und Percussions ergänzen sich organisch, als würden die Musiker direkt im Wohnzimmer zusammenspielen.
Was auffällt, ist der sehr natürliche Fluss, den der CS 618Q erzeugt. Nichts erscheint angestaubt oder stumpf, im Gegenteil: Die Aufnahme wirkt frischer als erwartet – lebendig, warm und einladend. Die Nadel folgt der Rille geschmeidig und sauber, sodass sich auch feinere Details wie Raumanteile oder akustische Nuancen klar erfassen lassen. Mein Testgast versteht es, den Charme dieser Aufnahme unverfälscht einzufangen, ohne sie künstlich zu glätten. Ein rundum überzeugender Einstieg in den Hörtest.

Das schwarz-hochglänzende Kleid des CS 618Q ist blitzsauber und macht den Vinyl-Dreher zum echten Hingucker.
Raum und Tiefe
Mit Alice Coopers „Detroit Stories“ geht es kurz darauf dann deutlich rauer zur Sache. „Go Men Go“ ist vielleicht kein audiophiles Meisterwerk, aber ein Song, der sofort mitreißt – und genau diese Energie fängt der CS 618Q hervorragend ein. Die Gitarren klingen bissig und präsent, der Bass drückt angenehm und die Stimme sitzt klar in der Mitte des Geschehens. Dahinter staffelt sich das Klangbild überraschend sauber: Bass und Gitarre bilden das Fundament, daneben arbeitet das nie müde werdende Schlagzeug. Noch spannender wird es mit „Hail Mary“. Hier zeigt der CS 618Q, wie gut er auch melodischere, atmosphärischere Passagen transportieren kann. Die Instrumentierung wirkt runder, weicher, emotionaler, ohne an Klarheit zu verlieren. Alice Coopers Stimme erhält mehr Raum und Tiefe, während die Begleitung ihren eigenen Charakter behält. Insgesamt zeigt der Dual hier, wie mühelos er vorgeht, ohne die Struktur aus dem Blick zu verlieren.

Gute Lösung: Die zum Lieferumfang gehörige Haube ist glasklar ausgeführt und wird über die üblichen Klappscharniere gehalten.
Durchhörbarkeit und Dynamik
Im Album „Greatest Hits“ von den Foo Fighters zeigt der CS 618Q, wie dynamisch und druckvoll er auftreten kann. „Best Of You“ startet ruhig, kurz nach dem Intro explodiert der Song dann förmlich. Schlagzeug und Gitarren dominieren das Klangbild und erzeugen sofort ein Live-Feeling, das den Raum mit Energie füllt. Neugierig experimentiere ich etwas mit der Auflagekraft. Statt der empfohlenen 1,8 Gramm wähle ich 2,2 Gramm, um zu sehen, wie sich das Klangbild verändert. Tatsächlich wird der Sound voluminöser, besonders im Bassbereich. Das Stück gewinnt an Durchschlagskraft, wirkt aber auch etwas weniger differenziert. Die Struktur der Aufnahme verliert ein wenig an Präzision, was jedoch kein Nachteil sein muss – je nach persönlicher Vorliebe kann dieser kräftigere Charakter richtig Spaß machen. Am Ende entscheide ich mich dennoch für die Rückkehr zu 1,8 Gramm. Die Ausgewogenheit, die Offenheit und die Durchhörbarkeit sind für meinen Geschmack einfach stimmiger.

Um den Plattenspieler bestmöglich vom Untergrund zu entkoppeln, stellten wir ihn auf eine Gerätebasis von Lehmannaudio.
Persönlicher Favorit
In „Learn To Fly“ zeigt der CS 618Q dann seine Fähigkeit dichte Rockarrangements voller Feuer und doch präzise wiederzugeben. Die Instrumentierung bildet eine homogene Klangwolke, ohne an Klarheit zu verlieren. Dave Grohls Stimme schwebt stabil darüber, exakt platziert und frei von Schärfe. Die Dynamik wirkt mühelos, und man hat das Gefühl, mitten in der Musik zu sitzen. In „Skin And Bones“ wird es dann ruhiger, zurückhaltender. Zugleich wird eine emotionale Spannung aufgebaut, die sich langsam entfaltet. Der CS 618Q trifft diese Stimmung erstaunlich gut: Grohls Stimme bildet eine klare zentrale Achse, um die sich die Instrumente nach und nach gruppieren. Der Plattenspieler präsentiert die feinen Abstufungen zwischen leisen, kontrollierten Tönen und kraftvolleren Passagen. Ein Stück, das man mehrmals hören muss, um seine ganze Tiefe zu erfassen. Diese wiederholte Auseinandersetzung belohnt der CS 618Q dann mit einer Durchhörbarkeit, die das Stück schnell zu einem persönlichen Favoriten werden lässt.

DIe Anschlussbuchsen befinden sich auch hier erwartungsgemäß auf der Rückseite des Gehäuses. Gleich nebenan (Phono Line) lässt sich auch der integrierte Phono-Vorverstärker zu- oder abschalten.
Intensiv und authentisch
Zum Abschluss des Tests geht es zurück ins Jahr 1971 mit Jethro Tulls „Slipstream“ vom legendären „Aqualung“-Album. Bereits das extralange Intro, in dem der Wind hörbar durch die Landschaft streicht, erfüllt den Raum mit Atmosphäre. Der CS 618Q zeigt hier, wie intensiv und authentisch er auch ältere Aufnahmen abbilden kann, ohne sie künstlich aufzupolieren. Nach und nach setzen die verschiedenen Instrumente ein: Synthesizer, Gitarren, Querflöte, Bass und Schlagzeug wachsen zu einem Klangbild zusammen, das zeitlos wirkt. Die Staffelung ist hervorragend nachvollziehbar, die Instrumente behalten ihre Individualität, wirken gleichzeitig aber wie ein organisches Ganzes. Gerade die Querflöte sticht positiv hervor – klar, präsent und wunderbar eingebettet. Der CS 618Q transportiert die kraftvolle, manchmal fast mystische Atmosphäre dieser Aufnahme überzeugend und mit viel Gefühl. Als schließlich der letzte Song endet, greift die automatische Endabschaltung. Der Tonarm hebt sich sanft, die Rotation stoppt – ein eleganter Schlusspunkt.

Im Test durfte sich der Dual u.a. am Technics-Verstärker SU-G700M2 und den Elac-Lautsprechern Debut DB63 beweisen.
Fazit
Der Dual CS 618Q ist ein rundum beeindruckender Plattenspieler, der Tradition, Komfort und Klangqualität auf moderne Weise vereint. Die hochwertige Verarbeitung, der superleise Direktantrieb, der präzise Tonarm und der sehr gute Ortofon-2M-Blue-Tonabnehmer ergeben ein stimmiges Gesamtpaket. Komfortmerkmale wie automatische Endabschaltung, elektronische Geschwindigkeitswahl und SME-Bajonettverschluss machen den Alltag angenehm. Klanglich zeigt sich der CS 618Q dynamisch, fein auflösend und musikalisch. Ein Plattenspieler, der langfristig Freude macht und hervorragend in moderne wie klassische Setups passt.
Test, Text & Fotos: Roman Maier
Klasse: Einstiegsklasse
Preis-/Leistung: sehr gut
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Technische Daten
| Modell: | Dual CS 618Q |
|---|---|
| Produktkategorie: | Plattenspieler |
| Preis: | ab 1.299 Euro |
| Garantie: | 5 Jahre |
| Ausführungen: | - Schwarz Hochglanz - Walnuss, Furnier |
| Vertrieb: | Dual GmbH 08191 / 915777-0 www.dual.de |
| Abmessungen (H x B x T): | 145 x 435 x 367 mm |
| Gewicht: | 7,5 Kg |
| Antrieb: | Direktantieb |
| Tonabnehmer: | Ortofon 2M Blue |
| Geschwindigkeiten: | - 33 ⅓ Upm - 45 Upm - 78 Upm |
| Ausgang: | 1 x Cinch |
| Lieferumfang: | - CS 618Q - Haube - Netzteil - Tonarm - Headshell - Tonabnehmer (Ortofon 2M Blue) - Gummimatte - Cinchkabel - Anleitung |
| Pro & Contra: | + zeitloses Design + integrierter Phono-Preamp + stufenlose Antiskating-Justage + hohe Laufruhe + leiser Antrieb + sehr gute Verarbeitung + kugelgelagertes Tonarmlager + Alu-Druckgussteller + kinderleichte Einrichtung - keine |
| Benotung: | |
| Klang (20%): | 84/85 |
| Praxis /20%): | 85/85 |
| Ausstattung (20%): | 85/85 |
| Gesamtnote: | 85/85 |
| Klasse: | Einstiegsklasse |
| Preis-/Leistung: | hervorragend |
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