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20. Januar 2026
von Volker Frech
RedakteurEin Star in jeder Hinsicht: Der sternbewehrte Biegewellenwandler von Manger ist berühmt für die phänomenale Natürlichkeit und Homogenität seiner Wiedergabe. Dieses stellare Chassis strahlt in seiner neuesten Version natürlich auch im passiven Spitzenmodell der fränkischen High End-Manufaktur: der p2. Hier wird der breitbandig agierende Wunder-Wandler allein in den tiefen Frequenzregionen von einem Woofer und zwei Passivradiatoren unterstützt. Im Test zeigt dieses Flaggschiff seine stellare Klangqualität.

Die Manger p2 präsentiert sich als schlanke Klangsäule mit ebenso elegantem wie zeitlosem Design.
Pawlow ist, wenn der Name Manger fällt und man sofort an den Biegewellenstrahler der Mellrichstädter Manufaktur denkt: Das Chassis mit dem Stern ist wegen seiner einzigartigen Erscheinung und Schallwandlungsweise das Markenzeichen des kleinen, aber feinen Lautsprecherspezialisten, es begründet seit Jahrzehnten im Studio-Sektor wie im HiFi-Bereich den vorzüglichen Ruf des fränkischen Familienbetriebs – und ziert natürlich optisch wie akustisches jedes Modell von Manger Audio. Wir haben die Wiedergabe-Qualität dieses Biegewellenwandlers bereits beim Test des passiven Standlautsprechers p1, des Wandlautsprechers w1, des aktiven Standlautsprechers s1 und des aktiven Monitors c1 kennengelernt. Nun ist er abermals zu Gast in unserer Redaktion – als Haupt-Chassis der p2, die das passive Spitzenmodell von Manger ist. Diesmal bekommt das Stern-Chassis aber Blickfang-Konkurrenz: Waren unsere bisherigen Testmodelle mit einer vorzüglich applizierten Lackierung veredelt, die mit ihrer Dezenz den Biegewellenwandler bereits optisch zum Star macht, so ist die p2 nun in ein hochattraktives Echtholz-Furnier gekleidet.

Die p2 ist das Flaggschiff aus dem passiven Schallwandler-Portfolio von Manger – und löst diesen Anspruch mit einer vorder- und rückseitigen Woofer-Trias für einen voluminösen Bass ein.
Attraktives Design
Santos Palisander nennt sich dieses Hartholz, das mit seinem warmen Farbton und seiner wunderschönen Maserung nicht nur den Blick auf sich zieht, sondern auch automatisch zum Darüberstreichen verführt – und das ist ein haptischer Hochgenuss. Dabei erfahren wir zugleich die superbe Verarbeitung dieses Furniers. Das unterstreicht die hochwertige Erscheinung der p2, zu der auch die wohlproportionierte Formgebung beiträgt: Mit den Maßen 114 mal 27 mal 21 Zentimeter präsentiert sich die p2 als elegant-schlanke Klangsäule. Diese graziöse Anmutung runden die sanften Korpus-Radien ab, die zugleich Schallbeugungs-Effekte an den Ränder der Front minimieren. Mit diesem attraktiven Design fügt sich auch die p2 als audiophiles Möbel in das Wohnambiente ein. Dafür bürgt ebenso die Vielfalt an Finishes und Furnieren: Da Manger Audio eine Manufaktur ist, kann jeder Lautsprecher nach Kundenwunsch gefertigt werden – in verschiedensten Echtholzfurnieren sowie in jeder Farbe des RAL- oder NCS-Farbspektrums, die in matt, seidenmatt oder hochglänzend realisierbar ist.

Zum gelungenen Design gehören auch die sanften vertikalen Rundungen. Akustisch bewirken sie eine Minimierung Kantenreflexionen des Schalls. Auf diesem Bild ist auch die superbe Verarbeitungsqualität der p2 zu sehen: Das Holzfurnier ist meisterlich appliziert.
Das menschliche Gehör als Ideal
Farbakzente können auch mit der Einfassung des Biegewellenwandlers und dem Aluminium-Sockel durch ihre Eloxierung in Schwarz, Rot, Silber oder Gold gesetzt werden. Der massive Zwei-Zentimeter-Sockel trägt dabei den kräftigen Korpus. Er besteht aus dickwandigem MDF. Dies bürgt ebenso für Resonanz- und Vibrationsresistenz wie die innseitigen Verstrebungen und der Zwischenboden, der die Volumina der Woofer und des Biegewellenwandlers trennt. Dieses Chassis fasziniert immer wieder aufs Neue – natürlich wegen seiner außergewöhnlichen Optik, aber auch wegen seiner völlig anderen Funktionsweise. Bei konventionellen Chassis schwingt eine möglichst steife Membran kolbenartig vor- und zurück – unvermeidlich mit Trägheit, Energieverlusten und Eigengeräusch-Entwicklung. Das raubt der Wiedergabe Präzision, Sauberkeit und Dreidimensionalität. Mangers Biegewellenstrahler hingegen funktioniert ähnlich wie in unserem Ohr die Basilarmembran: Mit ihr registrieren wir selbst kleinste Schallereignisse, können sie verorten und haben so permanent ein akustisches 3D-Bild unserer Umwelt. Dafür nutzt die Basilarmembran das Biegewellen-Prinzip – und das ist die Inspiration für den Manger-Schallwandler.

Der Biegewellenwandler ist das Herzstück jedes Manger-Schallwandlers und ziert natürlich auch die p2. Er ist optisch und akustisch der Star: im Design aufgrund seiner stellaren Anmutung, klanglich wegen seiner besonderen Funktionsweise, die ihm eine schnelle und breitbandige Schallwandlung von 340 Hertz bis 40 Kiloherz ermöglicht und zu einer natürlich-homogenen Wiedergabe führt.
Megadünne Membran mit cleverem Frequenz-Management
Für die Realisation hat Manger eine einzigartige Membran kreiert. Sie besteht aus einem selbst entwickelten und hergestellten Kunststoff, dessen Zusammensetzung ein streng gehütetes Geheimnis ist. Aus diesem gut verformbaren Material fertigt Manger in der eigenen Manufaktur eine hauchdünne Scheibe, die überaus leicht in Schwingung versetzt werden kann. Die Schwingungen verlaufen dabei entlang der Membranfläche: Die Biegewellen wandern vom Zentrum zum Rand. Das erinnert an die Wellenbewegung, die ein ins Wasser geworfener Stein auslöst. Das Schwingverhalten der Manger-Membran ist, auch hier ähnlich der Basilar-Membran, frequenzabhängig: Bei tiefe Tönen vibrieren große Areale, hohe Frequenzen hingegen regen einen kleineren Flächenbereich an. Deshalb kann die Kunststoffmembran immens schnell auf kleinste Impulse reagieren – und kontrolliert dabei durch ihre Beschaffenheit das Schwingverhalten. Die im Zentrum gerade mal 0,3 Millimeter dünne Membran ändert zum Rand hin ihre Dicke, ihre Fläche weist konzentrische Bereiche mit Prägungen auf. All dies begrenzt die Ausbreitung kleinerer Biegewellen auf der Kunststoffscheibe.

Hält man den Biegewellenwandler ins Licht, sieht man, wie hauchdünn die schwarze, scheinbar undurchsichtige Membran ist. Dabei variiert die Schwingfläche in ihrer Dicke: An ihrer dünnsten Stelle sind es gerade mal 0,3 Millimeter.
Stellarer Dämpfer und verborgene Finessen
Großen Biegewellen hingegen erreichen den Membranrand und würden hier reflektiert. Das verhindert ein neunzackiger Sternendämpfer. Er sorgt optisch für die astrale Anmutung. Akustisch bewirkt er mit seiner Formgebung und seiner Kunststoff-Konsistenz, dass tieffrequenten Wellen auf ihrem Weg zum Membranrand zunehmend ihre Energie verlieren. Die neueste Wandler-Version besitzt zusätzlich einen Hochton-Reflexionsdämpfer. Er ist rückseitig an das Zentrum der Membran angedockt und verhindert hier eine zu große Membran-Auslenkungen. Dadurch agiert der Wandler noch linearer. Prominent sichtbar sind hingegen die auf der Membran verlaufenden fein verdrillte Anschlussdrähte der Doppelschwingspule. Sie ist die nächste Manger-Finesse: Hier sind zwei Spulen mechanisch in Serie angeordnet, elektrisch jedoch parallel geschaltet. Das ergibt insgesamt eine lange, aber megaleichte Antriebsspule, die trägheitsarm ist, eine große Auslenkung ermöglicht und somit für eine kraftvoll-agile Schallwandlung bürgt. Diese Schwingspule umringen 15 scheibenförmige, aktuell abermals kraftvollere Neodym-Magneten. All diese Innovationen bescheren dem Manger-Schallwandler einen hohen 91-Dezibel-Wirkungsgrad, eine ultraflotte 13-Mikrosekunden-Anstiegszeit und eine optimierte Feindynamik.

Die neunzackige Schaumstoff-Einfassung verleiht dem Chassis die sternenhafte Anmutung. Akustisch bewirkt sie die Dämpfung tieffrequenter Wellen, damit diese hin zum Membranrand ihre Energie verlieren und dort nicht wieder reflektiert werden. Die Prägungen der Membran hingegen sorgen dafür, dass höherfrequente Wellen sich kontrolliert und definiert ausbreiten.
Präzisions-Manufaktur mit Upgrade-Möglichkeit
Der Mangersche Biegewellestrahler ist also mit seinen Exklusiv-Materialien und Spezial-Lösungen ein komplexer Schallwandler. Deshalb ist seine Herstellung überaus aufwändig, und nur in Handarbeit möglich. Die Fertigung erfordert ein Höchstmaß an Präzision, nur so können die strengen Toleranzgrenzen eingehalten werden. Der daraus resultierende Schallwandler ist mechanisches Meisterstück – und ein Unikat. Jedes Chassis unterzieht Firmenchefin Daniela Manger persönlich einer abschließenden Prüfung. Die aus dem Test resultierenden Messprotokolle werden in der Mellrichstädter Manufaktur aufbewahrt – für Reparaturen oder Service-Zwecke. Dazu bietet die Manufaktur eine Upgrade-Möglichkeit an, um ältere Lautsprecher auf den neusten Stand zu bringen. Die neueste Version des Biegewellenstrahlers kann der Händler oder sogar der Kunde selbst einbauen. Die Modifikation wird aber auch von Manger übernommen, wie auch die Aufrüstung auf die seit einiger Zeit verwendeten Innenverkabelung von Furutech. So ist jeder Lautsprecher von Manger ein audiophiler Ausweis für Langlebigkeit und Nachhaltigkeit.

Der Sockel aus massivem Aluminium ist hier, passen zum Furnier, in schwarz eloxiert. Er kann aber, wenn der Lautsprecher ein Lack-Finish erhält, alternativ auch in Rot, Silber oder Gold realisiert werden – ebenso der Zierring, der den Biegewellenstrahler einfasst. Für den festen und nivellierten Stand und die definierte Ankopplung an den Untergrund sorgen die mitgelieferten höhenverstellbaren Kegelfüße. In die Gewindeaufnahmen des Sockels können alternativ aber auch Spikes eingeschraubt werden. Zur Erzielung der perfekten Ausrichtung legt Manger als Zubehör eine Wasserwaage bei.
Breitbandige Wiedergabe
Zurück zum Biegewellenwandler: Er glänzt dank der innovativen Funktionsweise, der zahlreichen patentierten technischen Finessen und der akribischen Fertigung mit exzellentem Impulsverhalten und großer Verfälschungsfreiheit. Zudem ist er frei von den Energieverlusten und -speichereffekten, die herkömmlichen Chassis zueigen sind. Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Pluspunkt: Der Manger-Wandler agiert breitbandig. In den Höhen schallwandelt er hoch bis zu exorbitanten 40 Kilohertz. Richtung Bass könnte er bis 80 Hertz spielen, dann wäre aber der Abfall im Tiefton doch zu stark, weshalb er bei 340 Hertz abgibt. Trotzdem deckt er immer noch einen sehr großen Frequenzbereich ab. Dadurch entfällt die Aufteilung auf zwei verschiedene Chassis für Hochton und Mitten, ebenso alle daraus resultierenden Übernahmebereichs-Komplikationen und Frequenzweichen-Einflüsse. Stattdessen agiert der Manger-Wandler hier quasi als Punktschallquelle: Wie in der Realität kommt der Schall von einem einzigen Ort. Auch das sorgt für die Homogenität und Natürlichkeit seiner Wiedergabe.

Den Tieftöner der p2 bedeckt eine schwarze Stoffverkleidung. Hinter der Blende agiert ein kraftvoller 20-Zentimeter-Woofer, der mit seiner Agilität perfekt zum Biegewellenwandler passt.
Bass-Trias: Woofer plus Passiv-Radiatoren
Ab 340 Hertz übergibt der Biegewellenstrahler also an die Bass-Fraktion. Hier schallwandelt zuallererst ein 20-Zentimeter-Woofer: Es ist ein konventionell agierender Konus-Lautsprecher, der aber aufgrund seiner Verzerrungsarmut und Schnelligkeit perfekt zum Manger-Wandler passt. Dies ermöglicht auch seine besondere Sandwich-Membran: Sie besteht aus zwei karbonfaserverstärkten Zellulose-Schichten, die einen Spezial-Schaumstoff umgeben. So kombiniert die Membran mehrere Vorteile: extreme Steifigkeit und geringes Gewicht, hohe innere Dämpfung und Resistenz gegen Partialschwingungen. Dieser auf der Front positionierte und durch eine Stoffblende kaschierte Woofer bekommt nun Unterstützung durch zwei rückseitige, ebenfalls durch Blenden verborgene Passiv-Radiatoren. Sie besitzen keinen eigenen Antrieb, ihre Membranen werden also durch den „aktiven“ Woofer, der im geschlossenen Gehäuse auf das gleiche Volumen arbeitet, mitbewegt. Die Radiatoren-Schwingflächen sind penibel mit Gewichten abgestimmt, damit der Woofer-Verbund einen stimmigen, zeitrichtigen Tiefton liefert. Diese Akkuratesse wäre mit einer Bassreflex-Lösung nicht erreichbar. So spielt die p2 kohärent und kraftvoll runter bis 30 Hertz.

Auf der Rückseite der p2 sind, ebenfalls von Blenden bedeckt, die Passiv-Radiatoren positioniert. Ihre Membranen werden vom vorderseitigen Woofer über die von ihm im Gehäuse verschobene Luft mitbewegt. So verdreifacht sich die schwingende Membranfläche. Dies ermöglicht einen kraftvolleren und tieferen Bass, der bis 30 Hertz runterreicht, der präziser als eine Bassreflex-Lösung ist – und der auch eine wandnähere Aufstellung erlaubt.
Die Manger p2 in der Praxis
Bei der Aufstellung wählen wir erst einmal die von Daniela Manger empfohlene Ausrichtung: Die beiden Lautsprecher, die rund 2,20 Meter voneinander entfernt stehen und zum Sofa eine Distanz von etwa 2,80 Meter haben, sind so weit eingewinkelt, dass sich ihre Abstrahl-Achsen kurz vor unserem Hörplatz kreuzen. Für die präzise Positionierung wählen wir Shelby Lynnes wunderbare Version von Dusty-Springfields „Just A Little Lovin’“ – und sind direkt ab dem ersten Takt von der Wiedergabe gebannt. Der Song wird von Drummer Gregg Field eigentlich denkbar dezent eröffnet: ein feinfühliger Doppel-Anschlag des Ride-Beckens, ein moderater Bassdrum-Tritt samt nachfolgendem Rim-Click auf der Snare, dazu sanfte Achtel auf der geschlossenen Hi-Hat. Doch diese lapidare Einleitung klingt sensationell gut! Das Becken hat direkt mit dem Anschlag und seinem anschließenden Ausklingen diesen spezifischen dunklen Charakter, der es eindeutig als Ride erkennbar macht. Wir hören beim Abebben die faszinierende Veränderung des Oberton-Spektrums und erfahren regelecht die metallische Materialität.

Bei der Aufstellung werden die Lautsprecher gemäß der Empfehlung von Manger stark eingewinkelt, so dass sich ihre Abstrahl-Achsen vor dem Hörplatz kreuzen. Dank der Passiv-Radiatoren können die Schallwandler auch bis auf 30 Zentimeter an Wand gerückt werden.
Druck und Dynamik
Auch die Bassdrum beeindruckt uns: Trotz Fields moderatem Tritt hat die große Trommel ein volles Volumen und einen Druck, den wir unmittelbar spüren. Erst kommt der trockene Aufschlag des filzbezogenen Beaters auf das Bassdrum-Fell, dann der satte, tieftonreiche Punch, den ein derart opulenter Trommel-Kessel ja liefern soll – und das tut er: So klingt und wirkt eine echte Bassdrum! Phänomenal ist auch der Rim-Click, weil der sanfte Schlag auf den Rand der Rührtrommel sich mühelos durchsetzt, aber auch, weil wir hier den herrlichen Hall hören können, welcher der Snare als Effekt unterlegt ist. Dank der exzellenten Auflösung der p2 erleben wir die Schall-Reflexionen dieses Kunstraums – und sie sind so intensiv, dass wir akustisch in diesen imaginierten Raum eintauchen. Die Hi-Hat hingegen ist, wie das restliche Schlagzeug, mit dem trockeneren Hall des normalen Studio-Raums belassen. Diesen Kontrast haben wir so krass noch nicht wahrgenommen, obwohl wir den Song gut kennen.
Kraftvoll-konturierter Bass mit voluminösem Tiefton
Nach kurzem Keyboard-Motiv setzt der Bass ein – und hier setzt sich fort, was sich bei der Bassdrum schon zeigte: Die schlanke p2 lieferten einen richtig fetten Bass. Fett ist hier aber nicht fettig: Wo viele andere Lautsprecher zwar einen voluminösen Tiefton bieten, dabei aber die Definition vermissen lassen, bietet die p2 einen Bass, der hochpräzise, absolut konturiert und bei aller Mächtigkeit schnell ist. Kevin Axt spielt auf seinem Fünfsaiter ein ausgehaltenes As und lässt ein abgestopptes Es in der Kontraoktave folgen – und gerade dieser angehaltene Ton beeindruckt mit tollem Tiefgang und kontrollierter Schubkraft. Hier zahlen sich das Zusammenspiel von geschlossenen Gehäuse, agilem Woofer und aufwändiger Unterstützung durch Passiv-Radiatoren aus. Dank der Aufgeräumtheit hören wir später, als Axt auch Slides und Melodien einflicht, die damit einhergehenden Spielgeräusche durch das Rutschen der Finger über die umsponnenen Saiten, ebenso das sanfte Schnarren beim Auftreffen der Saiten auf die Bünde des Halses.

Für den Anschluss an den Verstärker ist die p2 mit erstklassigen nextgen-Klemmen des Spezialisten WBT ausgestattet. Standardmäßig wird der Lautsprecher mit vier getrennten Klemmen für Mittelhochton und Bass geliefert. Das ermöglicht Bi-Wirning und Bi-Amping. Hier ist das Terminal mit weiteren Klemmen für den alternativen aktiven Betrieb inclusive Sound-Processing ausgestattet.
Phänomenale Präsenz und Plastizität
Es sind auch diese Spielgeräusche, die eine Wiedergabe lebendig werden lassen und für den Wie-echt-Eindruck sorgen. Dies erleben wir ebenso bei der Gitarrenarbeit von Dean Parks: Wir können heraushören, dass er die Melodie, mit der er einsteigt, auf den Diskantsaiten spielt, dass er diese Saiten nicht mit einem Plektrum zum Schwingen bringt, sondern mit den Fingern der Schlaghand zupft – und dass er die wechselnden Zweiklänge dieser Melodie sogar ohne Anzupfen allein durch Hammerings erreicht. Das ist alles so klar, deutlich und realistisch hörbar, dass wir beim Zuhören das Gefühl haben, dass Parks mit seine Gitarre vor uns steht und wir ihm beim Spielen förmlich auf die Finger gucken können. Dafür müssen die Auflösungsfähigkeit, die Transparenz und die Dynamik exzellent sein – und all das liefert die p2. So erleben wir auch bei der Gitarre, was uns schon bei Schlagzeug und Bass beeindruckt hat: eine phänomenale Präsenz und Plastizität.
Wunderbare Breiten- und Tiefenstaffelung
Das gilt auch für Keyboarder Rob Mathes, der den Song mit feinen Akkord-Ajoutierungen bereichert. Diese durch Zusatz-Töne harmonisch gewürzten Mehrklänge gehen oftmals in der Gesamtwiedergabe unter. Mit der p2 hingegen sind sie Dank ihrer Klarheit, ihrer Auflösungsfähigkeit und dem damit einhergehenden Detailreichtum mühelos heraushörbar und genießbar. Das gelingt auch deshalb, weil die Musiker in wunderbarer Breiten- und Tiefenstaffelung auf der imaginierten Bühne stehen und sich in dieser großzügigen Räumlichkeit völlig frei entfalten können. Wir können jeden Musiker perfekt in dieser 3D-Darstellung verorten. Die p2 hingegen macht sich akustisch unsichtbar und setzt der Abbildung keine Grenzen. Von alldem profitiert natürlich auch Shelby Lynne: Die Sängerin hat eine derartige Gegenwärtigkeit, dass wir unvermittelt zwischen die Lautsprecher schauen, weil Lynne genau hier zu stehen scheint. Dabei nimmt uns die amerikanische Sängerin sofort mit ihrer weichen, warmen und schlanken Stimme ein – und mit der Intimität, die uns die p2 perfekt vermittelt.

In dieser Ausführung hat die p2 gleich zwei optische Highlights: Zum sternbewehrten Manger-Schallwandler kommt die wunderbare Maserung des Echtholz-Furniers. Um hiervon nicht abzulenken, ist das Bass-Chassis durch eine Blende kaschiert.
Zarteste Atmer und Zukunfts-Gesang
Lynne wirkt, als wäre sie gerade erwacht – und löst damit ein, was sie singt: „Just a little lovin‘, Early in the mornin‘, Beats a cup of coffee, For starting off the day“. So klingt Lynne noch etwas verträumt, sanft, fragil, im Timbre etwas brüchig. Wir hören jedes zarte Vibrato ihrer Stimme, jeden gehauchten Laut, selbst die feinen Atmer zwischen den Textzeilen. Shelby Lynne ist so gegenwärtig, dass es auf uns fast so wirkt, also würden wir diesen morgendlichen Moment mit ihr teilen. Diese schöne Illusion wird nun aber empfindlich gestört: Während die Instrumente im ruhigen Zwischenteil ihre Töne aushalten, ertönt ein Vor-Echo des Gesangs: Wir hören gaanz leise, was Linne eigentlich erst bald darauf singen wird. Offenbar hat beim analogen Mastertape, auf dem die Musikaufnahme gespeichert worden ist, die Magnetisierung von einer Wicklung des Bandes auf die nächste Wicklung gewirkt. Selbst dies ist über die fantastisch feinauflösende p2 heraushörbar.
Stimmig, homogen, natürlich – für absolut entspannten Musikgenuss
Bei unserer Session fällt uns auf, wie entspannt das Musikerleben ist. Auch bei höheren Pegeln bleibt dieser Lautsprecher klar und sauber, auch nach längerem Hören haben wir keine Ermüdungserscheinungen. Wir müssen uns ja nicht anstrengen, um etwas heraushören, weil die p2 uns alles mühelos präsentiert. Die Wiedergabe ist dabei absolut stimmig, homogen und natürlich – als könnte es gar nicht anders sein. Auch hier zeigt der Manger-Wandler seine herausragenden Qualitäten. Dazu gehört ebenso die herrliche Offenheit und Luftigkeit der Darstellung, die er durch seine immense Impulstreue ermöglicht. Wir erfahren sie auch als eine Freiheit, die ebenfalls zum entspannten Hörerlebnis beiträgt. Dies gelingt ebenso abseits unseres zentralen Hörplatzes, weil die p2 – wie jeder Manger-Lautsprecher – eine weite Hörzone bietet. Wir haben auch mal mit der Aufstellung experimentiert: Selbst bei geraderer Aufstellung bleibt die imaginierte Bühne intakt. Und auch bei einem auf 30 Zentimeter verringerten Wandabstand bewahrt der Bass seine Konturiertheit.

Auf der Membran verlaufen fein verdrillte, goldene Metallfäden: Dies sind die ultrafeinen Anschlussdrähte der überaus leichten Doppelschwingspule, die hinter der Membran sitzend in den Antrieb eingebettet ist.
Phänomenales Percussion-Feuerwerk
All diese Meriten erleben wir auch mit Musik anderer Genres: Trentemøllers Electronica-Nummer „Chameleon“ flutet unseren Raum mit abgrundtiefem, pumpendem Synthesizer-Tiefton – doch weil die p2 nach wie vor absolut aufgeräumt im Bass ist, breitet sich darüber ein scheinbar grenzenloser, faszinierender Klangkosmos aus, in dem verschiedene Harmonieschichten allmählich und fast unmerklich eine tonale Verwandlung vollziehen, während darüber Myriaden von Sound-Samples und Geräuschen aufploppen, den Raum durchwandern und uns immersiv einhüllen – wow! Mit ihrer dynamischen Klasse glänzt die p2 dann insbesondere bei Charly Antolinis „Sticks To Me“: Der Schlagzeug-Großmeister präsentiert uns bei diesem Solo ein perfekt gestimmtes Drumset, die Trommeln haben einen Wahnsinns-Attack und dadurch eine verblüffende Echtheit – und dank der Fulminanz, zu der die p2 fähig ist, spielt uns Antolini mit seinen rasend schnellen Schlagfolgen und vertrackten Patterns schwindelig und lässt uns wegen des Drucks der Drums und dem Peitschen der Snare immer wieder zusammenzucken – ein phänomenales Percussion-Feuerwerk!
Opern-Gala
Zum Abschluss geht’s in die Oper: Nadine Sierra singt in Begleitung des Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai aus Verdis „Traviata“ die Arie „Addio del passato“. Eine wehmütige Oboe eröffnet diese wunderbare Musik, Geigen und Bratschen antworten im Tutti, die Kontrabässe setzen nach. Schon dieser Einstieg reicht, um uns ins Turiner Toscanini RAI zu versetzen, in dem diese Aufzeichnung stattgefunden hat. Das Orchester ist ein wirklicher Klangkörper, die p2 lässt uns die Stimmgruppen und Einzelinstrumente klar lokalisieren und stellt die Instrumente lebensecht dar – selbst die oft so anämisch klingenden Kontrabässe zur Rechten spielen mit sonorem Ton. Dann setzt Nadine Sierra: Sie zieht gekonnt alle Register der Gesangskunst, singt mit verführerischem Schmelz und warmem Timbre, erreicht mühelose die Spitzentönen – und zeigt, warum sie für ihre stimmliche Schönheit und makellose Technik gefeiert wird. Mit der p2 sind Sierra und ihre Arie eine echte Opern-Gala – auf den besten Plätzen des Auditoriums.

Die Manger p2 im Hörraum: Dank des gelungenen Designs passt sich der Standlautsprecher geschmeidig als audiophiles Möbel in das Ambiente ein.
Fazit
Die Manger p2 beweist eindrucksvoll, dass sie das passive Flaggschiff der High End-Manufaktur ist. Dafür sorgen der berühmte breitbandig-impulstreue Biegewellenwandler und eine Woofer-Trias, die aus einem agilen Tieftöner und zwei Passiv-Radiatoren besteht. Mit dieser kongenialen Kombination gelingt dem 2-Wege-Standlautsprecher eine großartige Wiedergabe. Sie begeistert mit herausragender Stimmigkeit und Homogenität, Natürlichkeit und Offenheit. Die hochgradige Transparenz und Klarheit, die superbe Auflösung samt großem Detailreichtum sorgen für eine herrliche Durchhörbarkeit. Hierzu trägt auch der voluminöse, tiefreichende und kraftvoll-konturierte Bass bei, der ein absolut aufgeräumtes, akkurates Fundament liefert. Stimmen und Instrumenten besitzen eine phänomenale Präsenz und Plastizität. Diese Gegenwärtigkeit verdankt sich auch der exzellenten Impulstreue, die ebenso für die fulminante, anspringende Dynamik sorgt und zum satten Druck und einer immensen Frische der Performance beiträgt. Dazu gelingt der p2 eine Darstellung mit beeindruckender Räumlichkeit, die mit exzellenter Breiten- und Tiefenstaffelung glänzt. So steht die p2 für astrale Audio-Exzellenz.
Test & Text: Volker Frech
Fotos: Simone Maier
Klasse: Referenzklasse
Preis/Leistung: sehr gut
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Technische Daten
| Modell: | Manger p2 |
|---|---|
| Produktkategorie: | Standlautsprecher, Passivlautsprecher |
| Preis: | |
| Garantie: | 3 Jahre |
| Ausführungen: | Gehäuse: - Lackierung in RAL- oder NCS-Farben (matt, seidenmatt oder hochglänzend) - Echtholzfurnier (seidenmatt) Ring und Sockel: - Eloxierung in Schwarz, Rot, Silber oder Gold individuelle Gestaltung auf Anfrage |
| Vertrieb: | Manger Audio, Mellrichstadt Tel.: +49 9776 9816 www.mangeraudio.com |
| Abmessungen (HBT): | 1139 x 270 x 214 mm |
| Gewicht: | 33 kg / Stück |
| Prinzip: | 2 Wege, passiv, geschlossenes Gehäuse |
| Hochmitteltöner: | 1 x 200 mm (Manger, Biegewellenwandler) |
| Mitteltieftöner: | 1 x 200 mm (Konus-Membran, Sandwich aus karbonfaserverstärkter Zellulose und Spezialschaum) |
| Passiv-Radiatoren: | 2 x 200 mm (Konus-Membran, Papier/Kohlefaser-Verbund) |
| Frequenzbereich: | 30 Hz - 40 kHz (Herstellerangabe) |
| Trennfrequenz: | 340 Hertz (Herstellerangabe) |
| SPL (max.): | 112 dB Peak (Herstellerangabe) |
| Empfindlichkeit: | 89 dB 1 W/1 m (Herstellerangabe) |
| Impedanz: | 8 Ω |
| Empfohlene Verstärkerleistung: | 50 - 200 W |
| Lieferumfang: | - Manger p2 - 2 Kabelbrücken (pro Lautsprecher) - 4 einschraubbare Kegelfüße oder Spikes (pro Lautsprecher) - Libelle (Wasserwaage) - Handschuhe - Reinigungstuch - Bedienungsanleitung |
| Pros und Contras: | + herausragende Stimmigkeit, Homogenität und Natürlichkeit + Phänomenale Präsenz und Plastizität von Stimmen und Instrumenten + beeindruckende, immersive Räumlichkeit + exzellente Breiten- und Tiefenstaffelung + hochgradige Transparenz und Klarheit + herrliche Offenheit und Luftigkeit der Wiedergabe + superbe Auflösung mit großem Detailreichtum + exzellente Impulstreue + fulminante, anspringende Dynamik mit sattem Druck + voluminöser, kraftvoll-konturierter Bass + aufgeräumter, akkurater Tiefton dank Passiv-Radiatoren + weite Hörzone + wandnahe Aufstellung möglich + suberbe Materialqualität und Verarbeitung + zehntägiges Testhören unter heimischen Bedingungen möglich (gegen eine Kostenpauschale, die bei Kauf angerechnet wird) |
| Benotung: | |
| Klang (60%): | 98/100 |
| Praxis (20%): | 99/100 |
| Ausstattung (20%): | 99/100 |
| Gesamtnote: | 98/100 |
| Klasse: | Referenzklasse |
| Preis/Leistung: | sehr gut |
| Getestet mit: | - Streaming-Vorstufe: Lumin P1 mini - Vollverstärker: Hegel H360 - Signalkabel: Audioquest Black Beauty XLR - Lautsprecherkabel: Audioquest Rocket 88 - Netzkabel: Audioquest Monsoon |














































