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“Einzelkämpfer” heißt das neue Kabel des kalifornischen Herstellers AudioQuest. Warum der Name? Wahrscheinlich, weil es ein sogenanntes “Vollbereichskabel” ist, das für den kompletten Frequenzbereich geeignet ist. Für Freunde des Bi-Wirings bieten die Amerikaner spezielle Kabel für Mittelhochton- und Bassbereich an, das Lone Ranger deckt hingegen das komplette Spektrum ab.

AudioQuest-Kabel haben eine eigenständige Optik. Man erkennt sie sofort.

AudioQuest wurde 1980 von William „Bill“ Low in Irvine, Kalifornien, gegründet. Zu einer Zeit, in der Kabel im Hi-Fi-Bereich lediglich als notwendiges Zubehör betrachtet wurden, vertrat Low die damals revolutionäre Vision, Kabel als vollwertige Audiokomponenten zu behandeln. Seine Mission: die Entwicklung von Produkten, die das Musiksignal so unverfälscht wie möglich übertragen und den Hörer emotional tief mit der Musik verbinden. Zusammenfassen lässt sich diese Kernphilosophie mit dem Leitsatz „Do No Harm“. Die Grundsätzlich Annahme von AudioQuest basiert dabei darauf, dass jedes Bauteil in einer Audiokette das Signal nur verschlechtern, aber niemals verbessern kann. Das Ziel der Ingenieure ist es daher, den Informationsverlust und Verzerrungen zu minimieren. Über all die Jahre hat das Team einen riesigen Fundus an Informationen gesammelt und diese in proprietäre Technologien gegossen. Man kann getrost sagen, dass AudioQuests Kabel sowohl auf fortschrittlichem Engineering als auch auf jahrzehntelanger (Hör–)Erfahrung basieren.

Abstandhalter sorgen dafür, dass sich die beiden Leitungen nicht zu nahe kommen, um gegenseitige Beeinflussung (trotz aufwändiger Schirmung) zu vermeiden.

Expertise nicht nur bei Kabeln

Die Ansätze die AudioQuest verfolgt sind vielseitig und kamen auch in von uns getesteten Produkten zum Einsatz. Dazu gehören beispielsweise die Verwendung von Massivleitern , um die Interaktion von Litzen untereinander zu vermeiden. Dazu werden stets hochwertige Materialien wie LGC oder PSS-Silber verwendet. Außerdem entwickelte man spezielle Geometrien und patentierte Rauschunterdrückungssysteme (Noise-Dissipation). Selbst abseits der verschiedenen Kabel für Lautsprecher, HDMI-, USB- und anderer Digitalverbindungen, sowie Leiter für die Stromversorgung, zeigte sich AudioQuest in den letzten Jahren aktiv. Dabei ließ man es ebenfalls nicht an Innovationen Mangeln und erarbeitete sich mit hervorragenden Geräten ein hohes Ansehen in der Szene. Die kompakten USB-DACs der Dragonfly-Serie setzten neue Standards für mobiles HiFi. Die Niagara Stromfilter sind hochmoderne Systeme für saubere Energie ohne Dynamikverluste. Und mit Dingen wie den NightHawk-Kopfhörern zeigten die Kalifornier einen Drang nach neuen Materialien und Fertigungsprozessen.

Diese Seite des Kabels gehört in den Verstärker. Pfeile markieren die “Marschrichtung”.

AudioQuest Lone Ranger – Einstieg ins High End

Heute ist AudioQuest einer der weltweit führenden Anbieter im Einstiegs- bis High-End-Segment und vertreibt seine Produkte in über 60 Ländern. Das Unternehmen wird weiterhin von seinem Gründer geführt und unterhält neben dem Hauptsitz in den USA auch eine europäische Zentrale in den Niederlanden. Dort ist nicht nur das Europa-Lager, sondern auch die Konfektion, sodass Sonderwünsche innerhalb der EU umgesetzt und somit schnell beim Kunden ankommen können. Das Lone-Ranger-Vollbereichskabel ist preislich zwischen dem Preis/Leistungs-Hammer “Rocket 88” und dem “Braveheart” angesiedelt, wobei man die Unterschiede zu letzterem schon genau suchen muss. Wesentliches Merkmal ist dabei der Durchmesser. Das Lone Ranger misst “nur” 11,6 statt 14,1 Millimeter. Mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 2.690 Euro für die 2-Meter-Variante ist das Lone Ranger natürlich keine billige Angelegenheit, aber am Ende zählt die Performance und damit dann die Überlegung, ob einem diese Investition es wert ist.

Gehört zum professionellen Eindruck dazu: Putztücher für die Stecker und Splitter.

Glatt gegangen

Nach dem öffnen der sehr ansprechenden Verpackung inklusive einer hübschen Tasche, merkt man sehr schnell, dass das Lone Ranger eine gewisse Steifigkeit aufweist. Das liegt hauptsächlich an den Solid-Core-Leitern im Inneren, die AudioQuest einsetzt. Diese massiven Leiter haben den Vorteil, dass keine Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Litzen auftreten. Unterstützt wird das obendrein von der extrem glatten Oberflächenbeschaffenheit der Leiter. Hochfrequente Signale bewegen sich durch den Skin-Effekt hauptsächlich an der Außenseite des Leiters und werden bei einer rauen Oberfläche in der Ausbreitung gestört. Glatte Leiter setzen den hohen Frequenzen weitaus weniger Widerstand entgegen. AudioQuest erreicht eine glatte Oberfläche, indem der Leiter während des Extrudierens sehr langsam gezogen wird. Die Verwendung zweier getrennter Leitungen und Massivleiter im Inneren ist Teil der Zero-Tech-Technologie von AudioQuest. Durch die Aufhebung von Impedanzfehlanpassungen zwischen den Komponenten soll so ein verlustfreien Stromfluss entstehen, was beste Voraussetzungen für ein besonders natürliches, gelöstes Klangbild bietet.

Das Lone Ranger kommt ansprechend verpackt daher. Eine Kabeltasche gehört selbstverständlich dazu.

Unter Strom

Auffällig ist das kleine Kästchen, das am Ende der beiden Leiter angebracht ist. Beschriftet ist es mit “72 V”, darunter ist ein kleiner Knopf, der über den Zustand der verbauten Batterie informiert. Wozu soll eine Batterie an einem Kabel gut sein? Nun, das proprietäre DBS-Aggregat von AudioQuest generiert ein hochenergetisches, kohärentes elektrostatisches Potential zur dielektrischen Sättigung und Ausrichtung dipolarer Molekularstrukturen. Durch die Beaufschlagung mit einer Vorspannung von 72 Volt wird eine signifikante Reduktion des dielektrisch induzierten Rauschens sowie eine Linearisierung der Filtercharakteristik erzielt, was die breitbandige Dispersion parasitärer Störsignale effektiv minimiert. Das Lone Ranger gibt es in zahlreichen Längen. Dazu kann man zwischen Bananensteckern und Gabelschuhen wählen. Die sind jeweils im Kaltschweißverfahren mit dem Leiter verbunden, wodurch gasdichte Verbindungen hergestellt werden, die ohne zusätzliches Lot auskommen. Auch ein Merkmal, das für die Entwicklungstiefe spricht. Was sich als klanglich besser herausgestellt hat, wird genommen. Kompromisse werden nicht eingegangen.

Eine kleine Status-LED gibt Aufschluss über den Ladezustand der Batterie. Aber keine Angst: man muss jetzt nicht jede Woche nachsehen. Da so gut wie kein Strom fließt hält sie fast ewig.

Ausgangslage

Sowohl die Steckerhülsen als auch die Ummantelung enthalten keinerlei Metall, wodurch keine kapazitiven Kopplungen zwischen Leiter und Stecker entstehen können. Das sorgt für einen schlüssigen Gesamteindruck. Man merkt einfach: Hier wurde an jeder Stelle das geballte Wissen eingebracht, das man über Jahrzehnte angesammelt hat. Da es sich um zwei getrennte Leiter handelt, lässt sich das Lone Ranger besser verlegen als ein ähnliches Kabel, bei dem die beiden Stränge in einem gemeinsamen Mantel geführt werden. Trotz der gewissen Steifigkeit hatte ich jedenfalls keine Probleme. Das Lone Ranger war auch nicht dann “zickig”, wenn ich es mal gegen die natürliche Biegung drehen musste und nach einer Minute lag es ordentlich und ohne Spiralen auf dem Boden. Die Bananenstecker habe ich auch als extrem kontaktsichere Lösung empfunden. Kleiner Nachteil: Dadurch, dass sie immer gerade aus den Buchsen herausragen und das Kabel etwas steif ist, braucht man etwas Abstand hinter seinem Verstärker.

Auch wenn das Lone Ranger gern einen solchen Ring bildet ist es nach dem Ausrollen leicht in eine gerade Position zu bewegen.

Erstkontakt

Zudem rate ich, sich vor dem Kauf zu vergewissern, ob die Stecker auch richtig satt sitzen. An den allermeisten hochwertigen Komponenten– und Lautsprecherbuchsen sollte das der Fall sein. Ein Kabel dieser Preisklasse wird schließlich einen hochwertigen Spielpartner haben. An meinem Rose RS201E wollten sie allerdings nicht so recht eine feste Verbindung eingehen und saßen eher locker. In dem Fall bietet sich dann die Multi-Spade-Variante an. Die passt immer saugend und kostet auch keinen Aufpreis. Dabei sollte man wiederum vorher prüfen, dass die Buchsen des Verstärkers idealerweise etwa 10 Zentimeter Abstand vom Untergrund haben. Sonst läuft man Gefahr, dass entweder der Verstärker hinten angehoben wird oder die Leiter zu stark physikalisch belastet werden, wenn sie nach unten gepresst werden. Auf der anderen Seite, also am Lautsprecher, hat man diese Probleme nicht. Das DBS-Kästchen ist hier also gut aufgehoben, auch falls man in ferner Zukunft einmal die Batterie wechseln muss.

Die 507er-Bananenestecker passen saugend in die allermeisten hochwertigen Bananenbuchsen. Ein leicht elastischer Pin drückt den Stecker fest an seinem Arbeitsplatz.

Im Dienste des Klangs

Ich teile die Aussage Bill Lowes, dass eine elektrische Leitung das Audiosignal nicht verbessern kann. Es soll durch schlaue Geometrie und hochwertige Materialien dafür sorgen, dass möglichst geringe Verluste entstehen. Und exakt das ist es, das das Lone Ranger vermittelt. Im Vergleich zu meinem standardmäßig zuhause eingesetzten Kabel ist mehr Energie in der Wiedergabe. Man hat den Eindruck, die Musik hätte mehr Kraft und Auflösung. Es ist also ganz so, wie man es erwartet, wenn Leiterverluste auf ein Mindestmaß reduziert werden. Ein toller Nebeneffekt ist, dass die allgemeine Verständlichkeit bei geringen Pegeln deutlich besser ist. Diese klare, offene Performance schlägt sich auch im Bassbereich nieder. Die tiefen Töne werden stramm und souverän wiedergegeben, was wunderbar zur klaren und äußerst präsenten Darbietung des Mittelhochtonbereichs passt. Seiner Funktion als Vollbereichskabel kommt das Lone Ranger damit absolut nach und es gibt sich als echter Allrounder.

Wer Lautsprecher mit hochwertigen Buchsen von WBT sein Eigen nennt, kann sich über eine saugend passende Verbindung freuen.

Fazit

Der Einzelkämpfer kann sich durchsetzen. AudioQuests Lone Ranger beinhaltet fast alle Technologien, die AudioQuest groß gemacht haben, es ist exzellent verarbeitet und liefert eine klangliche Performance ab, die sich gewaschen hat. No harm to your music.

Test & Text: Christian Rechenbach
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: Empfehlung
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

Technische Daten

Modell:AudioQuest Lone Ranger
Gerätekategorie:Lautsprecherkabel
Preis:ab 2.390 Euro (1,5m)
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Schwarz
Vertrieb:The Quest Group, Roosendaal (NL)
+31 16554 1404
www.audioquest.com
Längen:1,5/ 2/ 2,5/ 3/ 4 Meter, individuell
Außendurchmesser:11,6 mm
Anschlüsse:Bananstecker oder Gabelschuhe, Single-Wire
Leitermaterial:Sauerstofffreies Kupfer (OFC), versilbert
Leiterdurchschnitt:2 x 4 mm²
Abschirmung:Silber, Graphene, Graphene + Carbon
Mantel:Textil
Pro & Contra:+ klarer, ausdrucksstarker Klang
+ massive Leiter
+ sehr gut verlegbar

- keine
Benotung:
Empfehlung
Preis/Leistung:sehr gut
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