lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Redakteur
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Erstaunliches Kleinkraftwerk: „The Universal“ von audioCulture ist mit seinem einzigartigen Design und seinem Betrieb im Liegen oder Stehen ein echter Hingucker. Zum audiophilen Hinhörer wird er dank reiner Röhrenverstärkung in sauberer Single-Ended/Class A-Schaltung, die mit wenigen Watt überraschend kraftvoll und klangstark Kopfhörer und Lautsprecher antreibt. Mit optionalem Bluetooth-Modul ermöglicht der kompakte Verstärker sogar Wireless Streaming. Welche Clous „The Universal“ noch in petto hat, zeigt unser Test.

Der audioCulture „The Universal“ ist mit seinem außergewöhnlichen Design im Retro-Look ein echter Hingucker.

Der audioCulture „The Universal“ ist mit seinem außergewöhnlichen Design im Retro-Look ein echter Hingucker.

Die Kasseler Manufaktur audioCulture macht es clever: Gründer/Chefentwickler Diethard Kumpf und sein Team haben für Ihre Audio-Produkte ein Design mit hundertprozentigem Wiedererkennungswert kreiert. Den außergewöhnlichen Auftritt haben wir schon beim Phono-Vorverstärker „The Phono“ bestaunt – und bewundern auch beim Vollverstärker „The Universal“ die Kombination von Extravaganz in Format und Formgebung. Entsprechen Breite und Tiefe mit 46 und 33 Zentimetern ungefähr gängigen HiFi-Maßen, so misst der eigentliche Korpus an der höchsten Stelle gerade mal schlanke sieben Zentimeter. In Kombination mit dem gebürsteten Edelmetall-Bügel, der das Gehäuse dreiseitig einfasst, erinnert der Verstärker wie schon „The Phono“ an die tragbaren Kassenrekorder der Siebziger-Jahre, verströmt aber ebenso ein Swinging Sixties-Flair – und geht mit seiner gradlinigen Gestalt samt glatter Flächen bis auf den Bauhaus-Stil zurück. Hierzu trägt auch das von ranken Metallstreben getragene Glasdach bei: Das Schutzglas behütet die Röhren, bietet zugleich freie Sicht auf die Glimmkolben und befördert insgesamt die luftige Erscheinung.

Doppelte Durchsicht: Die aus Sicherheitsglas gefertigte Abdeckscheibe dient als transparent-luftiger Schutz für und vor den Röhren. Das in die Korpus-Oberseite eingelassene Sichtfenster gewährt dazu einen Blick auf die Verstärkerschaltung mit den vergoldeten Leiterbahnen der Platine.

Doppelte Durchsicht: Die aus Sicherheitsglas gefertigte Abdeckscheibe dient als transparent-luftiger Schutz für und vor den Röhren. Das in die Korpus-Oberseite eingelassene Sichtfenster gewährt dazu einen Blick auf die Verstärkerschaltung mit den vergoldeten Leiterbahnen der Platine.

Röhren-Quartett und Fader-Duo

Unter diesem transparenten Dach geht es sehr symmetrisch zu: Parallel in zwei Linien reihen sich die Vor- und Endstufenröhren, die zylindrischen Elektrolyt-Kondensatoren der Röhrenvorspannungs-Abteilung bis hin zu den Ausgangsübertragern, die in das hintere erhabene Plateau der Verstärkeroberseite integriert sind. Inmitten der Röhren ermöglicht ein in das Deck eingelassenes Sichtfenster einen Blick auf die Verstärkerschaltung. Die unbedachte rechte Verstärkerseite ist ebenfalls mit Hinguckern gespickt. Das beginnt bei der Aussteuerungsanzeige, die ebenfalls in Röhrentechnik realisiert ist und mit ihrem grünen Balken-Ausschlag ein wenig das magische Auge früherer Radios erinnert. Auch die beiden Schieberegler für die Lautstärke-Einstellung intensivieren das Analog-Flair. Sie erinnern zugleich an professionelle Studio-Mischpulte – und dieser Eindruck bewahrheitet sich: Hier sind erstklassige, rauscharme Low Noise-Fader eingebaut. Das Schieberegler-Duo ist zudem motorisiert. Das ermöglicht über die von audioCulture entwickelte App die Fernbedienung via Android-Smartphone. Auch die gebürsteten Metall-Knöpfe für die Höhen/Bässe-Klangregelung und die Quellwahl unterstreichen die hochwertige Haptik des Verstärkers.

Außergewöhnliche Lautstärkeregelung: Der Pegelveränderungen dienen zwei Schieberegler. Sie erinnern an professionelle Studio-Mischpult und ermöglichen dank der gelaserten Präzisionsskalen eine genaue Pegeleinstellung. Diese rauscharmen Low Noise-Fader sind motorisiert. So kann die Lautstärke via App auch aus der Ferne verändert werden. Die Fader bewegen sich dann wie von Geisterhand – und wenn man in der App nur einen Kanal verändert, gleiten die Fader sogar gegenläufig – cooler Effekt! Diese Schieberegler betonen ebenso das Haptisch-Analoge wie die daneben positionierten Knöpfe für die Höhen- und Bässe-Klangregelung sowie für die Quellwahl.

Außergewöhnliche Lautstärkeregelung: Der Pegelveränderungen dienen zwei Schieberegler. Sie erinnern an professionelle Studio-Mischpult und ermöglichen dank der gelaserten Präzisionsskalen eine genaue Pegeleinstellung. Diese rauscharmen Low Noise-Fader sind motorisiert. So kann die Lautstärke via App auch aus der Ferne verändert werden. Die Fader bewegen sich dann wie von Geisterhand – und wenn man in der App nur einen Kanal verändert, gleiten die Fader sogar gegenläufig – cooler Effekt! Diese Schieberegler betonen ebenso das Haptisch-Analoge wie die daneben positionierten Knöpfe für die Höhen- und Bässe-Klangregelung sowie für die Quellwahl.

Zelebrierte Analog-Technik in wohnraumfreundlichem Design

Finales Highlight sind die aus dem Hochplateau des Korpus ragenden, mattierten Acrylglas-Scheiben, die durch ihre grüne Illumination über den Betriebszustand des Verstärkers informieren: Die breitere rechte leuchtet beständig nach dem Einschalten, die drei linken geben durch ihren grünen Schein Auskunft, welcher der drei Line-Eingänge gerade aktiv ist. Kleine Kippschalter und zwei Kopfhörer-Klinkenbuchsen runden das Setting ab. „The Universal“ inszeniert also seine Analog-Technik – und integriert sie zugleich in ein wohnraumfreundliches Design. Hierfür sorgt neben dem kompakten Format auch das hochglänzende, satt aufgetragene und fast nass wirkende Pulverlack-Finish. Der dickwandige, an allen Ecken und Kanten sanft gerundete Stahlblech-Korpus wird standardmäßig in Schwarz, Silber und Anthrazit ausgeführt. Darüber hinaus kann der Verstärker in jeder gewünschten RAL-Farbe realisiert werden. audioCulture ist schließlich eine Manufaktur, jedes Modell wird auf Bestellung für den Kunden gebaut. So ist unser Testexemplar in herrlich leuchtendem Kaminrot gehalten. Auch das trägt zur außergewöhnlichen und zugleich Ambiente-affinen Erscheinung bei.

Aufwändiger Minimalismus

In diesem gut geschirmten Korpus steckt nun eine Schaltung, die ebenso aufwändig wie minimalistisch ist. Beides gehört zur audiophilen Maxime: Je weniger Bauteile und Stufen eine Schaltung hat und je höherwertiger deren Qualität und Ausführung ist, desto sauberer und neutraler, verfälschungsfreier und rauschärmer gelingt das klangliche Ergebnis. Gemäß dieser Maxime hat audioCulture „The Universal“ entwickelt. So ist allein schon die Leiterplatte, die die Bauteile der Audio-Schaltung beherbergt, mit doppeltem Kupferauftrag und vergoldeten Leiterbahnen realisiert. Dies verhindert die Oxidation der Kupferschicht und garantiert so eine dauerhaft gleichmäßige Signalübertragung. Dieser Aufwand befördert aber ebenso den kraftvollen Klang – wie auch der Einsatz audiophiler Kondensatoren und die Versorgung durch ein hochwertiges Netzteil. Für die Stromversorgung kommt eine Eigenentwicklung von audioCulture zum Zuge. Sie ist mit 60 Voltampere satt dimensioniert und bürgt für eine hohe Lieferfähigkeit.

„The Universal“ ist mit einer Aussteuerungsanzeige ausgestattet und zelebriert hier abermals das Analoge: Hier agieren zwei Röhren, die mit leuchtenden Balken den Pegelausschlag visualisieren. Diese Anzeige ist mit dem davor positionierten Kippschalter deaktivierbar.

„The Universal“ ist mit einer Aussteuerungsanzeige ausgestattet und zelebriert hier abermals das Analoge: Hier agieren zwei Röhren, die mit leuchtenden Balken den Pegelausschlag visualisieren. Diese Anzeige ist mit dem davor positionierten Kippschalter deaktivierbar.

Reine Röhre im Single-Ended-Design

Im Zentrum dieser Schaltung steht natürlich das Röhren-Quartett. AudioCulture setzt wie auch schon beim „The Phono“ ausschließlich auf die Klangkultur der Kolben. Chefentwickler Kumpf hat bei den Trioden auch klare Favoriten, nämlich die ECC83 und die ECC88. Letztgenannte Röhre ist für ihre Rauscharmut bekannt – und für ihre Audio-Qualität berühmt: Die ECC88 wird mitunter als die am detailliertesten klingende Röhre gefeiert. Deshalb setzt Kumpf diese Doppeltriode in der Eingangsstufe ein. Auf sie folgt mit der ECC 83 eine Röhre, die ebenfalls mit geringem Rauschen glänzt, zudem resistent gegen Mikrofonie-Effekte ist und insbesondere wegen ihrer hohen Verstärkung als Vorstufenröhre beliebt ist. Diese Doppeltriode setzt Kumpf als Treiber für die beiden Endstufenröhren ein. Hier agiert für jeden Kanal eine Pentode vom Typ EL86. Sie verstärkt das komplette Musiksignal des Kanals. Bei diesem sogenannten Single-Ended-Schaltungsdesign bleibt das Musiksignal also integer und wird nicht, wie bei der üblicheren Gegentakt-Schaltung, in zwei Hälften zerlegt.

Für die Verstärkung setzt audioCulture konsequent auf reine Röhren. Für die Vorstufe kommen Doppeltrioden vom Typ ECC88 (vorne links) und ECC83 (vorne rechts) zum Zuge, in der Endstufe verstärkt ein Pentoden-Paar vom Typ EL86 (hinten).

Für die Verstärkung setzt audioCulture konsequent auf reine Röhren. Für die Vorstufe kommen Doppeltrioden vom Typ ECC88 (vorne links) und ECC83 (vorne rechts) zum Zuge, in der Endstufe verstärkt ein Pentoden-Paar vom Typ EL86 (hinten).

Sauberster Class-A-Betrieb

In besagter Gegentakt-Schaltung teilen sich zwei Röhren die Arbeit und übernehmen jeweils eine Halbwelle des Musiksignals. So erreicht man eine größere Verstärkung. Zudem kann jede Röhre fast ihren gesamten Arbeitsbereich für die Amplifikation der Halbwelle nutzen, was abermals die Effizienz der Schaltung steigert. Allerdings muss das zerpflückte Musiksignal schließlich wieder zusammengesetzt werden, was zu Unsauberkeiten führt. Zudem entstehen Verzerrungen im Übernahmebereich, wo die Halbwellen-Kompetenz der einen Röhren endet und die Zuständigkeit der anderen Röhre beginnt. Davon ist die Eintakt-Schaltung frei. Dafür muss die Röhre aber in der Mitte ihres Arbeitsbereichs betrieben werden, um das Musiksignal in seiner positiven wie negativen Halbwellenbewegung verstärken zu können. Das reduziert den Verstärkungsfaktor deutlich und verschlechtert abermals den Wirkungsgrad. Dafür arbeitet die Röhre allein in ihrem linearen Bereich, das Signal wird im Zuge der Verstärkung also nicht deformiert. Dieser sogenannte Class A Betrieb ist in Kombination mit dem Single-Ended-Schaltungsdesign schlichtweg die sauberste Art der Verstärkung.

Freie Wahl: Trioden-Modus oder Ultralinear-Betrieb

Nun gibt es Möglichkeiten, eine solche Schaltung in der Endstufe zu verfeinern. Die hier verstärkende Pentode kann bauartbedingt eine deutlich größere Leistung als eine Triode liefern, produziert dabei aber mehr ungradzahligen Oberwellen, die fürs Ohr unangenehm sind. Durch einen Schaltungskniff kann man der Pentode Trioden-Eigenschaften verleihen. Das vermindert zwar die Leistung, aber ebenso die Dominanz jener ungradzahligen Oberwellen. Neben diesem sogenannten „Trioden-Modus“ gibt es den „Ultralinear-Betrieb“: Dieser Schaltungskunstgriff ermöglicht eine größere Leistung, erzeugt dabei mehr ungewünschte Oberwellen, klingt aber trotzdem sauberer als der ganz normale Pentoden-Betrieb. „The Universal“ beherrscht beide Modi: Über einen Jumper auf der Verstärkerplatine kann man die Betriebsart ändern. So oder so: Die Leistung dieser Schaltung bleibt übersichtlich. Sie liefert etwas über vier Watt. Für mehr Leistung müssten Röhren und Schaltung größer dimensioniert sein – doch das entspräche nicht dem Konzept des „The Universal“ als handlicher, wohnraumfreundlicher Röhrenverstärker insbesondere für kleinere Räume.

Magisches Leuchten: Wird der Verstärker mit dem Taster eingeschaltet, erstrahlt der breite Acrylglas-Block in geheimnisvollem Grün. Ist einer der physischen Line-Inputs für die Zuspielung ausgewählt, leuchtet zudem auch eine der drei benachbarten schmaleren Scheiben. Weil hier aktuell das Bluetooth-Steaming aktiviert ist, bleibt folgerichtig die Illumination aus.

Magisches Leuchten: Wird der Verstärker mit dem Taster eingeschaltet, erstrahlt der breite Acrylglas-Block in geheimnisvollem Grün. Ist einer der physischen Line-Inputs für die Zuspielung ausgewählt, leuchtet zudem auch eine der drei benachbarten schmaleren Scheiben. Weil hier aktuell das Bluetooth-Steaming aktiviert ist, bleibt folgerichtig die Illumination aus.

Top-Übertrager für große Bandbreite

Hierbei ist The Universal“ für ein Zusammenspiel mit Lautsprechern ausgelegt, die einen hohen Wirkungsgrad aufweisen. Ein Paradebeispiel hierfür sind Hornlautsprecher. Doch auch mit normalen Schallwandlern kommt der Verstärker im Ultralinear-Modus klar. Zudem hat Chefentwickler Kumpf die Schaltung mit einer Mitkopplung versehen, um den Ausgangswiderstand zu senken. Er ist um den Faktor zehn reduziert. Ein niedriger Ausgangswiderstand ist bei Verstärkern erwünscht, dadurch kann er den angeschlossenen Lautsprecher gut kontrollieren, genauer: die Eigenschwingungen von Lautsprechermembranen gut bedämpfen. Für die Impedanzanpassung spielen bei Röhrenverstärkern aber auch und gerade die Ausgangsübertrager eine entscheidende Rolle. Die Qualität dieser Umsetzer entscheidet zudem stärker als die Röhren über die Klangqualität des Verstärkers. audioCulture setzt deshalb hochwertige Spezial-Transformatoren ein, die sehr streuarm agieren und auf große Bandbreite ausgelegt sind, also auf eine saubere Übertragung über den gesamten Frequenzbereich hinweg und über die Hörgrenzen hinaus. So kann „The Universal“ Lautsprecher mit moderatem Leistungshunger antreiben – und alternativ auch Kopfhörer.

Die beiden Ausgangsübertrager thronen auf dem hinteren Hochplateau der Gehäuseoberseite. audioCulture setzt hier auf hochwertige Spezial-Umsetzer mit großer Frequenz-Bandbreite: Die Übertrager stellen das Finale der Verstärkerschaltung dar und sind damit für die resultierende Klangqualität prägender als die verstärkenden Röhren.

Die beiden Ausgangsübertrager thronen auf dem hinteren Hochplateau der Gehäuseoberseite. audioCulture setzt hier auf hochwertige Spezial-Umsetzer mit großer Frequenz-Bandbreite: Die Übertrager stellen das Finale der Verstärkerschaltung dar und sind damit für die resultierende Klangqualität prägender als die verstärkenden Röhren.

Zwei Kopfhörer-Anschlüsse und optionales Bluetooth-Streaming

Die ausgezeichneten Ausgangsübertrager befähigen den Verstärker auch zur Ansteuerung marktüblicher Kopfhörern und hier insbesondere niederohmiger Modelle. Beim „The Universal“ profitieren die Kopfhörer von der gesamten hochwertigen Röhrenverstärkerschaltung, während die Kopfhörerausgänge normalerweise bei vielen HiFi-Komponenten eher sparsam-kostengünstig realisiert sind und das mögliche Klangpotenzial nicht ausschöpfen. „The Universal“ bietet den Wohlklang nun gleich doppelt: Auf der Oberseite finden wir zwei große Klinkenbuchsen – und diese beiden Kopfhörerausgänge können parallel betrieben, also gleichzeitig genutzt werden. Bei unserem Testmodell bleibt auch bei eingestecktem Kopfhörer der Lautsprecher-Ausgang aktiv, er wird aber ab jetzt in der neuen Modellversion stummgeschaltet. Unser Testmodell ist nun noch mit dem optionalen Bluetooth-Modul ausgestattet. Damit wird „The Universal“ noch universaler, denn so ermöglicht der Verstärker auch Wireless Streaming. Hier kommt der Standard 5.0 zum Zuge, die mögliche Bit-Tiefe beträgt 24 Bit. So ist auch über diesen kabellosen Weg eine saubere, feinauflösende Musikwiedergabe möglich.

Der Verstärker bietet auch zwei Kopfhörer-Anschlüsse. Hier ist der eine mit dem Beyerdynamic DT 1990 Pro belegt. Die Ausgänge profitieren von der vollen Röhrenverstärker-Schaltung des Verstärkers und ermöglichen so eine hochqualitative Musikwiedergabe.

Der Verstärker bietet auch zwei Kopfhörer-Anschlüsse. Hier ist der eine mit dem Beyerdynamic DT 1990 Pro belegt. Die Ausgänge profitieren von der vollen Röhrenverstärker-Schaltung des Verstärkers und ermöglichen so eine hochqualitative Musikwiedergabe.

Der audioCulture „The Universal“ in der Praxis

Gehen wir mit dem Verstärker endlich in den Hörraum. Weil wir ihn hier natürlich auch mit Lautsprechern testen wollen, ist „The Universal“ auf die leistungsstärkere Ultralinear-Betriebsart eingestellt. Wir hängen an den attraktiven Verstärker die ebenfalls sehr schicken Kompaktlautsprecher KEF LS50 Meta, als Zuspieler dient die Streaming-Vorstufe Lumin P1 Mini. Gleich mit dem Einschalten überrascht uns der verblüffende „The Universal“ abermals: Es leuchten nicht nur die grünen Acrylglas-Scheiben, sondern auch sehr eindrucksvoll die Röhren. AudioCulture hat unter jedem der vier Vakuumkolben nämlich eine orangefarbene LED installiert, um dem Glimmen der Röhren eine noch intensivere Wirkung zu verleihen. So, jetzt aber endlich zu der spannenden Kernfrage: Was können vier Watt leisten? Zur Beantwortung streamen wir per Qobuz „I’m Not The Same Without You“ von Donald Fagen und schieben die Fader für die Lautstärkeregelung, die wir zuvor komplett runtergezogen hatten, von -70 Dezibel peu à peu höher…

Hier spielt „The Universal“ mit dem Phono-Vorverstärker „The Phono“ zusammen – eine optisch wie akustisch perfekt passende Kombination, die sich aufgrund ihrer Kompaktheit und dem gelungenen Design als überaus wohnraumfreundlich präsentiert.

Hier spielt „The Universal“ mit dem Phono-Vorverstärker „The Phono“ zusammen – eine optisch wie akustisch perfekt passende Kombination, die sich aufgrund ihrer Kompaktheit und dem gelungenen Design als überaus wohnraumfreundlich präsentiert.

Verblüffende Pegel-Potenz

Schließlich haben wir eine angenehme Hörlautstärke erreicht – und stehen laut der Skalen, die in die Blenden neben den Fadern gelasert sind, bei -40 Dezibel Auch bei der Aussteuerungsanzeige ist alles im wahrsten Sinn des Wortes im grünen Bereich: Der Ausschlag der grünlichen Balken attestiert, dass wir noch Headroom haben. Wir schieben die Fader nun langsam weiter nach oben – und kommen bis -30 Dezibel. Bei noch höheren Werten setzen irgendwann erste Sättigungserscheinung ein, also bleiben wir bei -30 Dezibel. Wie laut das ist, merken wir, als wir kurz mal zum Kaffeeholen den Raum verlassen und den Pegel von außerhalb wahrnehmen. Auch der im benachbarten Zimmer sitzende Kollege staunt, als wir ihm verraten, dass sein Büro von einem Vier-Watt-Verstärker moderat mitbeschallt wird. Mehr Pegel braucht man zum Musikhören eigentlich nicht. Im Verbund mit den KEF-Kompaktlautsprechern, die einen mittelprächtigen Wirkungsgrad von 85 Dezibel haben, klappt es also prima.

Pfiffige Idee: Um die die meist wenig attraktiven Anschlusskabel so unsichtbar wie möglich zu machen, sind die Eingänge auf die Geräteunterseite verbannt. So werden die Kabel unauffällig hin zur Rückseite geführt. Die Gerätefüße sorgen hierbei für den nötigen Platz. Die Cinch-Buchsen für die drei Eingänge sind in Vollkupfer realisiert. Auf Wunsch wird der Verstärker aber auch mit vergoldeten, versilberten oder rhodinierten Buchsen ausgestattet. Die Beschriftung der Eingänge dürfte gerne um 180 Grad gedreht sein, das würde beim Anschließen die Lesbarkeit erleichtern. Die Eingänge sind mit „Stream“, „Phono“ und „Aux“ ausgewiesen, es handelt sich aber bei allen dreien um Line-Inputs.

Pfiffige Idee: Um die die meist wenig attraktiven Anschlusskabel so unsichtbar wie möglich zu machen, sind die Eingänge auf die Geräteunterseite verbannt. So werden die Kabel unauffällig hin zur Rückseite geführt. Die Gerätefüße sorgen hierbei für den nötigen Platz. Die Cinch-Buchsen für die drei Eingänge sind in Vollkupfer realisiert. Auf Wunsch wird der Verstärker aber auch mit vergoldeten, versilberten oder rhodinierten Buchsen ausgestattet. Die Beschriftung der Eingänge dürfte gerne um 180 Grad gedreht sein, das würde beim Anschließen die Lesbarkeit erleichtern. Die Eingänge sind mit „Stream“, „Phono“ und „Aux“ ausgewiesen, es handelt sich aber bei allen dreien um Line-Inputs.

Exzellente Rauscharmut, rundes Klangbild, integre Performance

Wir stoppen mal die Musik, um etwas anders herauszufinden: Wie rauscharm ist dieser Verstärker? Im Leerlauf ziehen wir die Fader weit auf – und trotzdem ist „The Universal“ mucksmäuschenstill. Top! Wir schließen nun mal anderen Lautsprecher an: erst die trotz gleichem Wirkungsgrad schwerer anzutreibenden Radiant Acoustics Clarity 6.2, dann den mit 88 Dezibel ausgewiesenen Standlautsprecher Dali Epikore 7.In beiden Fällen verblüfft uns dieser Verstärker abermals, denn er schafft es selbst jetzt, Bass und Schlagzeug definiert und mit Druck in den Raum zu stellen. Dabei – nächstes Staunen – kontrolliert er auch die große Epikore 7 sehr gut, die im Tiefton ein sehr straffes Klangbild pflegt. Mit den Acoustics Clarity 6.2 ist gerade dieser Bass sattest, am besten ist die Balance mit der LS50 Meta. So bildet der Verstärker die Charakteristika der Lautsprecher ab – und bringt als Konstante sein warmes, rundes, integres Klangbild und seine entspannte Performance ein.

Die Anschlüsse für die Lautsprecher sind an den Seiten angebracht. Auch dies ermöglicht es, den Verstärker stehend statt liegend zu betreiben – und erleichtert den Anschluss der Schallwandler enorm. Die hochwertigen Klemmen sind mit einer freilaufenden Andruckscheibe ausgerüstet. Sie schont die zarten Adern des Kabels, wenn man blanke Litze verwendet. Die große Aufnahme ermöglicht auch den Einsatz eines querschnittstarken Kabels. Die Klemmen sind hier in Silber gehalten, auf Wunsch werden alternativ vergoldete Exemplare eingesetzt.

Die Anschlüsse für die Lautsprecher sind an den Seiten angebracht. Auch dies ermöglicht es, den Verstärker stehend statt liegend zu betreiben – und erleichtert den Anschluss der Schallwandler enorm. Die hochwertigen Klemmen sind mit einer freilaufenden Andruckscheibe ausgerüstet. Sie schont die zarten Adern des Kabels, wenn man blanke Litze verwendet. Die große Aufnahme ermöglicht auch den Einsatz eines querschnittstarken Kabels. Die Klemmen sind hier in Silber gehalten, auf Wunsch werden alternativ vergoldete Exemplare eingesetzt.

Philly-Sound mit Verve und Frische

Bei aller Entspanntheit agiert „The Universal“ durchaus kernig: „I’m Not The Same Without You“ von Donald Fagen feiert musikalisch den Philly-Sound. Das Schlagzeug liefert die flotte Hi-Hat-Arbeit, die diesen Stil mitprägt, und die stoisch-satt auf die zweite und vierte Zählzeit geschlagene Snare, der Bass unterstützt mit treibenden, teils abgestoppten Tönen, die Gitarre bringt mit ihren perkussiven, abgedämpft gespielten Motiven zusätzlich Drive in den Song – und „The Universal“ stellt uns diesen quirligen Philly-Sound mit Verve und Frische in den Hörraum, so dass wir schon bald mitwippen. Das gelingt nur, wenn die Dynamik stimmt, und die ist nur mit Impulstreue und Akkuratesse möglich. Diese Pluspunkte können wir insbesondere an der Hi-Hat festmachen, die sich mühelos mit jedem noch so feinen Schlag und Akzent durchsetzt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn bei diesem Song spielt ein Großaufgebot von elf Musikern, die neunzehn Instrumente und Stimmen beisteuern.

Tolle Präsenz von Stimmen und Soloinstrumenten

Trotzdem bewahrt „The Universal“ den akustischen Überblick über das Geschehen: Von den vertrackten, vollgriffigen Akkorden des Klaviers bis zu den Mittelstimmen des Backgrounds-Chors sind alle Melodie- und Mehrklangverläufe heraushörbar. Eine besondere Präsenz haben dabei die Solo-Instrumente – sei es die Mundharmonika, sei es die immer wieder Melodiegirlanden einflechtende Gitarre – und die Stimmen: Dies macht gerade den weiblichen Chor umso attraktiver und stellt auch Leadsänger Donald Fagen mit schöner Gegenwärtigkeit in unseren Hörraum. Bei aller Durchhörbarkeit hält „The Universal“ die Musikerschar gut zusammen und stellt die Band auf eine Bühne, die allen Platz lässt und trotzdem weder in der Breite noch in der Tiefe zu groß dimensioniert ist. Das passt prima zum Konzept dieses Verstärkers, der für eher kleine Räume ausgelegt ist. Das gelingt auch über Bluetooth: Unser Testmodell ist ja mit dem optionalen Blauzahnfunk-Modul ausgestattet. Die Wiedergabe ist sauber, über den physischen Eingang ist der Klang aber geringfügig frischer.

Ist das optionale Bluetooth-Modul an Bord, ermöglicht der Verstärker auch Wireless Streaming.

Ist das optionale Bluetooth-Modul an Bord, ermöglicht der Verstärker auch Wireless Streaming.

Kopfhörer-Klang mit Performance-Plus

Das bestätigt sich auch beim Beschallungs-Wechsel von den Lautsprechern zum Kopfhörer. Hier starten wir mit dem Beyerdynamic DT 1990 Pro. Er weist eine mittelhohe Impedanz von 250 Ohm auf, ist in puncto Empfindlichkeit jedoch mit 102 Dezibel ausgewiesen. Das passt also prima. Auch über den Kopfhörer ist die Rauscharmut herausragend – und auf diesem Wiedergabe-Weg kann „The Universal“ seine Klangqualitäten noch besser ausspielen: Der Klang ist überaus klar und transparent, hat eine noch größere Offenheit und bewahrt dabei die Dynamik und Akkuratesse, mit der er schon über die Lautsprecher punktete. Das gelingt auch quer durch die Genres: Bei Yellos „Kiss in Blue“ etwa genießen wir den tiefreichend-kraftvollen Bass und den satten Druck und Punch des Schlagzeugs. Bei Beethovens Violinkonzert wiederum erleben wir die schöne Staffelung des Orchesters, die dank der feinen Auflösung hörbare Saalatmosphäre des Wiener Musikvereins – und bei der Ausnahme-Geigerin María Dueñas die Nuanciertheit ihrer wunderbaren Interpretation.

Fesselnde Violin-Kadenz

Wechseln wir vom dynamischen DT 1990 Pro zum elektrostatisch agierenden MrSpeakers Aeon Flow Closed. Er weist eine niedrige Impedanz von 13 Ohm auf und bietet mit 92 Dezibel einen eher geringen Wirkungsgrad. So müssen wir die Pegel-Fader des Verstärkers weiter hochziehen – aber trotzdem hat „The Universal“ auch diesen Kopfhörer unter Kontrolle. So entfaltet der Magnetostat seine Meriten: War der Beyerdynamic lebhaft-zupackend, so präsentiert der Aeon Flow die Musik nüchtern-ausgewogen. Konstanten sind auch hier das warme, runde Klangbild und die ruhig-entspannte Wiedergabe des Verstärkers. So können wir gerade beim Violinkonzert über Dueñas‘ inniges und intensives Spiel hinaus die Gegenwärtigkeit der Geige genießen: Dueñas hat für diese Aufnahme ihre wertvolle Nicolò-Gagliano-Violine gewählt – und den singenden, tragenden, klangfarbenreichen Ton der historischen Violine können wir in dieser Wiedergabe mit jeder Nuance, jedem Bogenstrich und jedem Flageolett erleben. Das ist gerade in der Solo-Kadenz derart fesselnd, dass wir zwischenzeitlich den Atem anhalten. Faszinierend!

Aufstellungs-Clou: Die audioCulture-Komponenten können auch stehend betrieben werden und bieten so einen noch extravaganteren Anblick.

Aufstellungs-Clou: Die audioCulture-Komponenten können auch stehend betrieben werden und bieten so einen noch extravaganteren Anblick.

Fazit

Der audioCulture „The Universal“ ist ein absolut erstaunliches Kleinkraftwerk. Der Vollverstärker beeindruckt auf Anhieb mit seinem einzigartigen attraktiven Design, das ihn im Verbund mit den kompakten Maßen zum wohnraumfreundlichen Hingucker macht – erst recht im möglichen stehenden statt liegenden Betrieb. Mit seinem minimalistischen Konzept liefert er als Röhrenverstärker in Single-Ended/Class A-Schaltung einen exzellent rauscharmen, reinen, integren und warmen Klang. Er punktet zudem mit sehr guter Dynamik und toller Präsenz von Stimmen und Soloinstrumenten. Dabei verblüfft „The Universal“ mit ungeahnter Kraft: Der gerade mal vier Watt leistende Verstärker besitzt genug Power, um einen nicht zu großen Raum mit völlig ausreichendem Pegel zu beschallen. Dies gelingt selbst mit Lautsprechern, die einen mittelprächtigen Wirkungsgrad haben. Seine volle Klangpracht offenbart der Verstärker dann über die beiden parallel nutzbaren, von der ganzen Schaltungs-Güte profitierenden Kopfhörerausgänge: Sie bieten eine noch offenere und luftigere Wiedergabe und ermöglichen auch hier gerade Vokal- und Instrumentalsolisten eine fesselnde Performance.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Marius Bulla

Gesamtnote: 93/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis/Leistung: angemessen

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250327.audioCulture.Testsiegel

Technische Daten

Modell:audioCulture
„The Universal“
GTIN:4262568090015
Produktkategorie:Vollverstärker
Preise:- Grundmodell: 4.890,00 €

- optionales Bluetooth-Modul: +398,00 €
- RAL-Wunschfarbe: + 290,00 €
- RCA-Buchsen versilbert oder rhodiniert: + 45,00 €
Garantie/Gewährleistung:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
- Silber
- Anthrazit
- RAL-Wunschfarbe (gegen Aufpreis)
Vertrieb:dimari Technologies GmbH, Kassel
+49 561 84 09 89 30
www.audio-culture.de
Abmessungen (HBT):155 x 455 x 328 mm
Gewicht:8,7 kg
Eingänge (analog):3 x Line unsymmetrisch (Cinch)
Ausgänge (analog):2 x Kopfhörer (Klinke, 6,35 mm)
1 x Lautsprecher
Röhrenbestückung:- Eingangsstufe: 1 x ECC88 (= 6922 / 6DJ8)
- Treiberstufe: 1 x ECC83 (= 12AX7)
- Endstufe: 2 x EL86
Leistung:4,3 W (Herstellerangabe)
Eingangsimpedanz:20 kΩ (Herstellerangabe)
THD (Total Harmonic Distortion):<0,1 % @1 V/8 Ω (Herstellerangabe)
Fremdspannungsabstand:90 dB (Herstellerangabe)
Frequenzgang:20 Hz - 20 kHz (± 0,5 dB) (Herstellerangabe)
Leistungsaufnahme:- Betrieb: 60 VA
- Standby: 0,4 VA
(Herstellerangabe)
Lieferumfang:- audioCulture „The Universal“
- Netzkabel (2 m)
- Flyer mit Produktbeschreibung
Optionale Features:- Bluetooth-Modul (Version 5.0, 24 Bit): +398,00 €
- RAL-Wunschfarbe: + 290,00 €
- RCA-Buchsen versilbert oder rhodiniert: + 45,00 €
Pros und Contras:+ außergewöhnliches Design
+ kompaktes, wohnraumfreundliches Format
+ auch senkrechte Aufstellung möglich
+ Lackierung in jeder gewünschten RAL-Wunschfarbe möglich
+ Lautstärkeregler über App fernbedienbar
+ zwei gleichzeitig nutzbare Kopfhörer-Ausgänge
+ exzellente Rauscharmut
+ warmes, rundes, integres Klangbild
+ ruhig-entspannte Wiedergabe
+ trotz geringer Leistung kräftige Performance
+ volle Kontrolle der Lautsprecherbis in den Bass
+ völlig genügender Pegel für kleinere Räume
+ Klarheit und Transparenz
+ guter Detailreichtum
+ große Offenheit bei der Kopfhörerwiedergabe
+ sehr gute Dynamik und Impulstreue
+ Intensität und Darstellungskraft bei Stimmen und Instrumenten
+ optional aufrüstbar mit Bluetooth-Modul

- überschaubare Leistung
- Beschriftung der Eingänge steht beim senkrechten Betrieb auf dem Kopf
Benotung:
Klang (60%):93/95
Praxis (20%):94/95
Ausstattung (20%):93/95
Gesamtnote:93/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis/Leistung:angemessen
Getestet mit:- Streaming-Vorstufe: Lumin P1 Mini
- Lautsprecher: KEF LS50 Meta, Radiant Acoustics Clarity 6.2, Dali Epikore 7
- Signalkabel: Audioquest Yukon
- Lautsprecherkabel: Audioquest Rocket 44
- Netzkabel: Audioquest Monsoon
- Streaming-Dienst: Qobuz
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