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Auch wenn es hartgesottene Highender bis heute nicht wahrhaben wollen, hochqualitativer Highend-Klang ist auch aus digitalen Quellen zu generieren. Ja, nicht nur vom CD- oder SACD-Player, sondern auch vom PC. Was man dazu benötigt sind lediglich eine hochaufgelöste Datei und ein anspruchsvoller Digital-/Analog-Converter, kurz DAC, der mit der vorhandenen HiFi-Kette verbunden wird. Dass letzterer auch zu einem attraktiven Preis zu erwerben und darüber hinaus einfach zu integrieren ist, haben die Soundtüftler von Audiolab spätestens mit der Vorstellung ihres legendären M-DAC eindrucksvoll bewiesen. Diesen guten Ruf gilt es nun nochmals zu untermauern, weshalb die Briten dieser Tage eine vielversprechende kompakte Digital-Highend-Kombi, bestehend aus einem DAC namens Q-DAC und der M-PWR genannten Endstufe präsentieren. Kein Wunder, dass wir hier neugierig wurden und das im Februar dieses Jahres erstmals auf der Audio Show in Bristol vorgestellte Duo als erstes Testmagazin Deutschlands zum Test luden.

Audiolab bietet seine neue DAC-/Endstufen-Kombin ab sofort in mattschwarzer und mattsilberfarbener Ausführung an

Die Abblidung täuscht, denn die DAC-/Endstufen-Kombi ist tatsächlich gerade einmal 247 Millimeter breit. Selbige bietet Audiolab im übrigen ab sofort in mattschwarzer und mattsilberfarbener Ausführung an

Der Q-DAC Wie gesagt, Audiolab eilt ein vorzüglicher Ruf voraus. Und da der brandneue Wandler auf der Basis des mit überragenden Testergebnissen regelrecht überhäuften M-DAC basiert, sind unsere Erwartungen natürlich riesig. Und das, obwohl die reinen Abmessungen des Converters, dessen Gehäusebreite gerade knapp 247 Millimeter beträgt, den klassischen Analog-Highender sicher nicht beeindrucken werden, der deutlich massivere Bausteine gewohnt ist. Uns aber schon, denn bereits der erste Blick auf das metallene, sehr hochwertig verarbeitete Kleid des Audiolab-DACs macht deutlich, dass wir hier etwas ganz Besonderes in den Händen halten. Dieser Eindruck verfestigt sich immer mehr, als wir die übersichtliche, dafür aber sehr beeindruckende Ausstattung des Q-DAC studieren, die einige echte Überraschungen bereit hält. Positiv fällt dabei zunächst das sehr gut ablesbares Display auf, das Auskunft über die gerade genutzte Quelle und über die Güte des gerade anliegende Eingangssignales gibt. Nicht minder imponierend ist hier die für einen kompakten Baustein enorme Anschlussvielfalt, die gleich drei digitale Eingänge (USB, koax, optisch), zwei digitale Ausgänge (koax, optisch) und je einen Analog- und Kopfhörerausgang beinhaltet. Soll heissen, bei Bedarf nimmt der Q-DAC gleich drei digitale Quellen zur weiteren Verarbeitung auf. Und da sich an Bord unsers Testgeräts auch noch eine Lautstärkeregelung befindet, bedeutet dies zugleich, dass Musikfreunde, die ausschließlich digitales Quellmaterial nutzten, keinen zusätzlichen Vorverstärker benötigen, was dieses Gerät mit seinem Listenpreis von 499,00 Euro bereits jetzt zu einem echten Schnäppchen macht. Quantität ist ausstattungstechnisch also vorhanden, doch wie steht es um die Qualität? Und auch diese Frage ist schnell beantwortet, denn die inneren Werte des Q-DAC versprechen Sound auf höchster Klangebene. Dafür sorgt eine imponierende Recheneinheit, die Frequenzen von 44 über 96 bis hinauf zu 192 Kilohertz akzeptiert und verarbeitet. Ja, richtig gelesen, selbst Abtastraten bis zu einem Wert von 192 Kilohertz soll der britische Rechenkünstler laut Herstellerangabe über den koaxialen Digitaleingang, wie über USB (asynchron) entgegennehmen und in ein analoges Signal wandeln. Damit hätte der Q-DAC seinem eingangs erwähnten großen Bruder sogar etwas voraus, was unsere Neugier weiter steigen lässt.

Der Q-DAC kann sich auch austattungstechnisch sehen lassen: Allein die Digitalsektion stellt drei Ein- und zwei Ausgänge bereit. Der Analogsektor bietet einen Clinch- und einen Kopfhörerausgang

Der Q-DAC kann sich auch austattungstechnisch sehen lassen: Allein die Digitalsektion stellt drei Ein- und zwei Ausgänge bereit. Der Analogsektor bietet einen Clinch- und einen Kopfhörerausgang

Der M-PWR Ausstattungstechnisch weiß der Q-DAC also durchweg zu imponieren. Doch wie ist es um die Qualitäten seines Mitspielers, dem M-PWR bestellt, dem die Aufgabe zukommt die gewandelten Signale zu verstärken und an die Lautsprecher zu leiten. Und auch hier hat das britische Entwicklerteam aus dem Vollen geschöpft und eine mit einer Gehäusebreite von knapp 247 Millimetern ebenfalls kompakte, dafür aber sehr leistungsstarke Endstufeneinheit geschaffen. Mehr als das, denn mit der Vorstellung dieser lang ersehnten Komponente gibt es endlich auch eine passende Stereo-Endstufe für Besitzer eines Audiolab M-DAC. Und soviel sei vorweg genommen; auch wenn die technischen Daten eine Leistung von lediglich 2 x 40 Watt (8 Ohm) bzw. 2 x 60 Watt (4 Ohm) angeben, ist der M-PWR dennoch in der Lage auch mittelgroße Räume bis zu einer Fläche von 30-35 Quadratmetern problemlos mit unverzerrter Pegelleistung weit oberhalb der Zimmerlautstärke auszufüllen. Doch zurück zu den Features unseres kompakten Kraftwürfels, dessen Anschlussfeld sich ebenfalls sehen lassen kann. Als erstes fallen hier die symmetrischen XLR-Eingänge auf, die ansonsten eher in deutlich hochpreisigeren Geräten aufzufinden sind. Diese Erlauben beispielsweise auch die Einbindung des M-PWR in professionelle Studio-, Beschallungs- und Multiroomanlagen. Direkt darüber befinden sich die beiden unsymmetrischen Niederpegeleingänge, sprich Cinchbuchsen, über die der M-PWR in unserem Fall verbunden ist. Erfreulicherweise wurden diese um einige Zentimeter auseinander platziert, dass hier selbst Kabel mit Legostein-großen Buchsen bequem Anschluss finden würden. Ähnlich sinnvoll gingen die Audiolab-Ingenieure bei der Platzierung der massiven Schraubklemmen vor. Selbige wurden so großzügig dimensioniert, dass sie sowohl Bananas, Kabelschuhe, wie auch unkonfektionierte Kabelenden mit einem Querschnitt von 6mm problemlos aufnehmen.

Trotz kompakter Abmessungen bietet der M-PWR ein großzügig dimensioniertes und fast schon luxuriös ausgestattetes Anschlussfeld inkl. je einem Paar symmetrischer (XLR) und unsymmetrischer (Clinch) Eingänge

Trotz kompakter Abmessungen bietet der M-PWR ein großzügig dimensioniertes und fast schon luxuriös ausgestattetes Anschlussfeld inkl. je einem Paar symmetrischer (XLR) und unsymmetrischer (Cinch) Eingänge

Installation/Einbindung Zunächst gilt es die beiden Audiolab-Geräte miteinander und den M-PWR mit einem Pärchen Lautsprecher zu verbinden, wozu lediglich je ein Paar hochwertiger Cinch- und Lautsprecherkabel benötigt wird. Ist dies getan, gilt es nur noch die vorhandene Quelle einzubinden. Wer sich für den Kauf eines DACs entscheidet, hat seine Musikdateien in der Regel auf einem Computer liegen, was zumeist den Anschluss des selbigen mittels USB erfordert. Das macht Sinn, denn neben der Tatsache, dass der Q-DAC via USB ja sogar die Annahme von Dateien bis zu einer maximalen Abtastrate von 192 Kilohertz verspricht, verfügt heutzutage jeder PC (oder Mac) gleich über mehrere USB-Anschlüsse, häufig aber weder über einen optischen, noch einen koaxialen Digitalausgang. Nutzt man einen Mac (MacBook, iMac, G5 etc.) als Quelle, ist die Einbindung besonders einfach, denn hier muss lediglich in den Einstellungen „Audiolab USB 2.0 Audio Out“ als Tonausgabe gewählt werden und schon ist die Installation abgeschlossen. Liegen die Daten auf einem Windows-PC, ist die Installation eines Treiberprogrammes vonnöten. Und damit es schnell losgehen kann, legt Audiolab jedem Q-DAC eine Treiber-CD, sowie eine ausführliche Anleitung bei, mit deren Hilfe selbst Computerlaien die Installation innerhalb weniger Minuten erfolgreich durchführen können. Ist die Quelle ein CD, SACD- oder DVD-Audio-Player, reicht die einfache Verbindung mittels optischen oder koaxialem Digitalkabel. Zu guter Letzt muss über den auf der Front des Q-DAC befindlichen Eingangswahlschalter (Source) nur noch die gewünschte Quelle gewählt werden und schon kann es losgehen!

Die kompakte, mattschwarze Ausführung kommt eher unscheinbar daher, ist klanglich aber über jeden Zweifel erhaben

Die kompakte, mattschwarze Ausführung kommt eher unscheinbar daher, ist klanglich aber über jeden Zweifel erhaben

Klangbeschreibung Nach der ausgiebigen Beäugung, die unsere Neugier zugegebenermaßen nochmals steigerte, geht es nun endlich in den schönsten Teil der Testphase, den Hörtest. Diesen starten wir zunächst mit „My Diamond Mine“ des Stockfish-Albums „Closer To The Music Vol.4“ welches in einer Samplingfrequenz von 96 Kilohertz auf Festplatte vorliegt. Dabei sei all denjenigen gesagt, die glauben, keinen Unterschied zwischen einer „normalen“ CD und einer High-Res-Datei in 96 kHz zu hören, dass der Qualitätssprung in diesem Fall gewaltig und bereits nach den ersten Takten nachvollziehbar ist. Denn hier reproduziert das Audiolab-Duo nicht einfach nur Töne aus der Konserve. Nein, es nimmt die Musik liebevoll in seine Obhut und behandelt sie mit höchster Akribie und Sorgfalt. Dies macht sich zunächst in der großen und umfassenden Raumdarstellung der Kompakt-Kombi bemerkbar, die die Stimme der Künstlerin mittig und frei in unseren Raum und das begleitende Orchester an seinen festen Platz auf die Bühne stellt und die Lautsprecher fast vollständig in den Hintergrund treten lässt. Zugleich weiß sie durch eine druckvolle Grundtonreproduktion und ein stabiles Bassfundament zu imponieren, ohne dabei auch nur im geringsten aufdringlich oder nervig zu wirken. Im Gegenteil, denn wir hatten soviel Spaß, dass wir die Lautstärke im Verlauf dieser Testsequenz immer wieder ein wenig steigerten und letztlich einen Pegel weit oberhalb der Zimmerlautstärke erreichten, ohne dies zu bemerken. Ein weiteres, eindeutiges Indiz für eine sehr feine Auflösung und niedrigste Verzerrungen während der Wiedergabe. Unser Testset weiß aber auch mit „normalen“ Audiodateien umzugehen und diese in höchstqualitativen Hörschall zu verwandeln. So geschehen in Kari Bremnes „A Lover In Berlin“ (CD in 44,1 Kilohertz), das dem eben erwähnten Titel in Sachen Auflösung und Abbildungsgenauigkeit kaum nachsteht. So wird dieses Stück in einer highfidelen, fein getrimmten Körperhaftigkeit in unseren Testraum gestellt, die uns in dieser Klangqualität bislang nur in deutlich teureren Wandler-/Endstufenkombinationen begegnete. Nach einigen weiteren und sehr beeindruckenden Testsequenzen von CD, SACD und Festplatte sehen wir nun dem Höhepunkt unseres Praxistests, nämlich der 192-Kilohertz-Verarbeitung entgegen. Das Wichtigste zuerst: Es funktioniert tatsächlich! Ohne zu murren übernimmt der Q-DAC die ihm zugespielten Dateien und bestätigt in großen Lettern im Display, dass er gerade eine 24Bit/191,999-kHz-Datei verarbeitet. Doch wo bekommt man Musikdateien in dieser Qualität eigentlich her, werden sich einige Leser fragen. Diese Frage ist schnell beantwortet, denn neben einigen DVD-Audio-Titeln, die über eine solche Tonspur verfügen, gibt es auch diverse (legale) Downloadportale, auf denen eine riesige Auswahl hochaufgelöster Audiofiles angeboten werden. Zu den meistverkauften Songs gehört dabei sicher der Eagles-Klassiker „Hotel California“, den wir für unseren Test erwählen. Dass dieses Stück schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel hat, macht sich dabei aber lediglich am musikalischen Stil, nicht aber an der Klangqualität bemerkbar, denn diese ist über jeden Zweifel erhaben. Denn hier wird der Hochton liebevoll aufbereitet, der Mittenbereich bis ins hinterste Eckchen ausgeleuchtet und der Grundton drahtig und mit einer Extraportion Knack reproduziert. Zugleich kitzelt unsere Testkombi auch hier das letzte Fitzelchen an Auflösung und Präzision aus der ihm übergebenen Datei und beweist, wie kraftvoll, frisch und durchzugsstark auch ein eher kompaktes System aufspielen kann. Die Lebendigkeit, Agilität und Schnelligkeit machen dann letztendlich auch in dieser Testsequenz schnell deutlich, dass unsere Testkombi klanglich in eine deutlich höheren Klasse gehört, als es der Kaufpreis zunächst vermuten lässt.

Der Beweis: Die Datenrate der über unseren Oppo-Player zugespielten High-Res-Datei (Hotel California) wird im Display des Q-DAC angezeigt.

Der Beweis: Die Datenrate der über unseren Oppo-Player zugespielten High-Res-Datei (Hotel California) wird im Display des Q-DAC angezeigt.

Fazit Die Zeiten, in denen anspruchsvollster Musikgenuss auf höchster Ebene unvermeidlich einer Investition bedurfte, die oftmals dem Gegenwert eines Kleinwagens entsprach, sind entgültigendgültig vorbei! Dies jedenfalls beweist Audiolab mit der Markteinführung der hier getesteten DAC-/Endstufen-Kombi in beeindruckender Manier. Mit ihrer runden, geradezu sanften Art nimmt sie Quellmaterial unterschiedlichster Art und Musikrichtung in ihre Obhut und verwandelt selbige in akribischer Feinarbeit in höchstqualitativen Hörschall. Darüber hinaus beweist Audiolab einmal mehr, dass Leistungsstärke nicht ausschließlich an der Wattangabe, sondern in erster Linie an der Qualität der eingesetzten Bausteine zu messen ist. Aus unserer Sicht ist dieses Set somit die absolute Empfehlung für Musikfreunde, die ausschließlich digitales Quellmaterial verwenden und auf der Suche nach einer relativ günstigen, zugleich aber exzellent klingenden Kompakt-Anlage sind.   Text: Roman Maier

Modell:Audiolab
Q-DAC / M-PWR
Produktkategorie:DACs, Endstufen
Preis:Q-DAC: 499,00 Euro
M-PWR: 599,00 Euro
Garantie:2 Jahre (zzgl. 12 Monate bei Einsendung der Garantiekarte)
Ausführungen:schwarz, Silber
Vertrieb:IAD, Korschenbroich
Tel.: 02161 / 617830
www.iad-audio.de
Abmessungen (HBT):Q-DAC: 60 x 246,5 x 252 mm
M-PWR: 114 x 246,5 x 252 mm
Gewicht:Q-DAC: 3,0 Kg
M-PWR: 4,7 Kg
Quellen/Eingänge (Q-DAC):1 x USB (asynchron)
1 x optisch
1 x koaxial
Ausgänge (Q-DAC):1 x analog (Cinch)
1 x optisch
1 x koaxial
1 x Kopfhörer
2 x Trigger (12V)
Abtastraten (Q-DAC):USB: bis 192kHz/24Bit
Koax: bis 192kHz/24Bit
Opt.: bis 96kHz/24Bit
Leistung (M-PWR):2 x 60 Watt (4 Ohm) / 2 x 40 Watt (6 Ohm)
Besonderes:Metallgehäuse
solide Verarbeitung
Windows-Treiber im Lieferumfang
einfache Einrichtung
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,2
Gesamtnote:1,1
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunghervorragend
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