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Bei Canton hat man klare Ziele: Hervorragendes immer noch ein bisschen besser machen. Zum Beispiel die neue Vento-Linie, für deren Klangziel man sogar mit alten Traditionen bricht und auf markentypische Alu-Membranen verzichtet. Etwas hübscher sind die neuen HiFi-Flaggschiffe jedenfalls geworden, doch klingen sie auch besser als ihre legendären Vorgänger?

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die neue Vento kaum von ihren Vorgängern ...

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die neue Vento kaum von ihren Vorgängern …

Für einen eingefleischten HiFi-Redakteur ist es fast schon eine Ehre, hautnah bei der steten Weiterentwicklung eines Produktes dabei zu sein. Zumindest ist es für mich eine absolute Besonderheit, denn als Canton Anfang 2005 die erste Auflage seiner neuen Flaggschiffserie namens Vento vorstellte, gehörte ich bereits zu den wenigen Testredakteuren, die die erste Version noch vor offizieller Markteinführung auf Herz und Nieren testen durften. Drei Jahre später präsentierten die Hessen dann die vollständig überarbeitete Nachfolgeserie und wieder gehörte ich zum auserwählten Kreis der ersten Tester. Und auch die dritte Vento-Linie – die sich auf den ersten Blick nur kosmetisch, technisch allerdings schon recht deutlich von ihren Vorgängern unterschied und den Namenszusatz „.2“ trug – landete schnell in meinem Testraum. Damit aber nicht genug, denn der Besonderheit, dass ich die jeweils brandneuen Schallwandler schnell zu Gehör bekam, durfte ich zwischenzeitlich auch mal in die Entwicklung der dritten Serie hineinschnuppern. Eine Ehre für mich und ein wichtiger Informationspool für Canton-Chefentwickler Frank Göbl, der immer wieder Meinungen verschiedener Fachredaktionen einholt, um die „berufsbedingten Scheuklappen“ zu umgehen und die nächste Vento eben noch ein bisschen besser zu machen. Aus meiner Sicht ein nicht ganz unwesentlicher Baustein des Erfolge, den die Vento seit ihrer ersten Vorstellung feiert.
Jetzt, 11 Jahre nach der Vento-Premiere, stellen die hessischen Audio-Spezialisten die vierte Auflage ihrer optisch ansprechenden Lautsprecher-Serie mit dem markentypischen, nach hinten verjüngtem Gehäuse vor. Kein Wunder also, dass ich die Veto 886 gleich nach Markteinführung zum Test lud.

Mitgedacht: Canton liefert zu jedem Paar Vento 886 ein antistatisches Mikrofasertuch. Damit lassen sich Staub und Fingerabdrücke schnell und schonend entfernen.

Mitgedacht: Canton liefert zu jedem Paar Vento 886 ein antistatisches Mikrofasertuch. Damit lassen sich Staub und Fingerabdrücke schnell und schonend entfernen.

Aus Prinzip: Bugform

Eine Vento-Box erkennt man direkt am Gehäuse. Und das schon seit ihrer ersten Auflage, denn seit jeher an setzt Canton in den Modellen seiner HiFi-Flaggschiffserie auf das sogenannte bugförmige Gehäuse. Und zwar aus Prinzip, denn die nach hinten verjüngte Gehäuseform ist nicht nur zeitlos und hübsch anzusehen, sondern birgt auch klangliche Vorteile: Der unter hohem Druck und Hitze entstandene und verstrebte Mehrschichtlaminat-Korpus ist in Folge von Materialwahl und Verarbeitung nämlich extrem stabil und verwindungssteif. Ein ganz wichtiger Punkt, denn so können sich gehäusebedingte, den Klang beeinflussende, Resonanzen erst gar nicht entfalten. Die gewölbten Seitenwände bieten einen weiteren Vorteil, denn da die Box so fast ohne gerade, sich gegenüberstehende Wände auskommt, wird auch die Entstehung stehender Wellen im Gehäuseinnern auf ein Minimum reduziert. Bildhübsch ist sie obendrein, denn die leicht gewölbte Form lässt eine Vento immer etwas filigraner wirken als klassische Mitbewerbsmodelle gleichen Volumens. Somit wirkt sie in geschmackvoll eingerichteten Wohnsituationen nicht wie ein kantiger Fremdkörper, sondern wie ein edles Möbel. Eines, das sich wahlweise optisch im Hintergrund hält oder eben auch stolz präsentiert werden kann. Diesen Anspruch unterstreicht auch die massive Bodenplatte, auf der jede Vento-Standbox ruht. Ihre Abmessungen übersteigen die der Gehäusegrundfläche ein klein wenig, was für einen stabileren Stand sorgt und den Designanspruch nochmals unterstreicht. Mittels vier sogenannter „Spacer“ wird der Korpus auf etwa zwei Zentimeter Abstand zu besagter Bodenplatte gehalten. Eine Konstruktion, die ebenfalls auf optischen wie technischen Überlegungen fußt. Zum einen scheint es nun fast so, als würde die Box oberhalb der Platte schweben, zum andern konnte der benötigte Bassreflexport so in die Unterseite des Gehäuses wandern, wodurch sich die Veto 886 nun flexibler im Raum platzieren lässt. Ein Prinzip, das sich bereits in den Vorgängerserien bewährte, denn da die über des Reflexrohr austretenden Schallanteile nicht zur Rückseite ausgegeben werden (wie bei den allermeisten Mitbewerbsprodukten), lässt sich die 1,04 Meter hohe Drei-Wege-Box etwas tiefer in der Raumecke oder nahe der Wand betreiben, ohne das nerviges Basswummern den Klanggenuss stört.
Und es gibt eine weitere Besonderheit: die Lackierung. Während Canton bei seiner ersten Vento noch auf einen High-Gloss-Lack verzichtete, gilt dieser seit der zweiten Generation regelrecht als Markenzeichen der Linie. Naja, hochglänzende Gehäuse gibt es reichlich, werden Sie denken. Stimmt. Jedoch kaum eines, das es mit der Fertigungsqualität einer Vento aufnehmen kann, denn Einschlüsse, Wellen, Verläufe oder andere Unschönheiten sucht man hier vergebens. Stattdessen liefert Canton hier eine mehrschichtige Hochglanzlackqualität ab, die bei bestimmten Lichteinfall fast noch nass erscheint. Das ist tatsächlich beeindruckend! Die mehrfach geschliffene, grundierte, lackierte und polierte Oberfläche ist in der aktuellen Vento-Serie übrigens wahlweise in schwarzer, weißer oder kirschfarbenem High Gloss verfügbar.

Seit Markteinführung der ersten Veto setzt Canton auf die sogenannte Bugform. Gemeint ist ein seitlich gewölbtes und nach hinten verjüngtes Gehäuse.

Seit Markteinführung der ersten Veto setzt Canton auf die sogenannte Bugform. Gemeint ist ein seitlich gewölbtes und nach hinten verjüngtes Gehäuse.

Neuester Stand: Die Technik

Wer die Canton-Historie über die letzten Jahre bzw. Jahrzehnte ein wenig verfolgt hat, dem ist der Hauptgrund des Erfolges der hessischen Audio-Schmiede nicht verborgen geblieben: der stete Technologie-Transfer, von dem die hauseigenen Modellreihen seit jeher profitieren. So wird gewährleistet, dass die Vorteile sämtlicher Neuentwicklungen und neuer Materialien nach und nach durch die einzelnen Serien „sickern“ und diese somit beharrlich perfektionieren. Frei nach dem Motto: Hervorragendes eben noch ein bisschen besser zu machen. Ein Vorgang, von dem selbst die Vento-Serie partizipiert, profitiert diese doch vom Entwicklungsvorsprung der hauseigenen Reference-Linie. Zunächst wäre in diesem Zusammenhang der 25 Millimeter durchmessende Hochtöner zu nennen, dessen Keramik-Kalotte anfangs nur besagten Reference-Modellen vorbehalten war. Ein im eigenen Hause entwickelter Tweeter und kein Modell „von der Stange“ (wie im Allgemeinen üblich), der speziell auf seinen Einsatzzweck zugeschnitten und in unzähligen Hörsessions abgestimmt und optimiert wurde. Oberhalb des Hochtöners, also im oberen Abteil des Gehäuses der Vento 886 sitzt der 180 Millimeter durchmessende Mitteltöner, während die beiden gleichgroßen, identisch aufgebauten Tiefton-Treiber unterhalb des Tweeters thronen. Statt auf canton-typische Alu-Chassis setzen die Hessen in der neuen Linie jetzt auf ein Schwingsystem mit Titanium-Membran. Ein wesentlich aufwändigeres und teureres Konstrukt, das sich allerdings als noch steifer bei zugleich geringerem Gewicht darstellt und so dem Ideal des masselosen Schwingsystems noch ein bisschen näher kommt. Besagtes Chassis-Trio hat aber noch ein As im Ärmel, welches der Hersteller wie folgt beschreibt: „In der neuen Vento Serie wird sowohl im Mittel- als auch im Tieftonbereich Titanium als Membranmaterial eingesetzt. In Kombination mit der neuesten Generation der jetzt dreifach gefalteten Wave-Sicke sichert dies ein kontrolliertes, fehlerfreies Ein- und Ausschwingverhalten bis hin zum Maximalhub“. Bedeutet: selbst bei höchsten Lautstärkepegeln geraten die Membranen auch bei größter Auslenkung nicht ausser Kontrolle – die Cantons spielen weiterhin sauber und unverzerrt.

Besonders stolz ist man bei Canton auf den hier eingesetzten Keramik-Hochtöner. Vor mechanischer Beschädigung geschützt, befinden sich dieser hinter einem feinmaschigen Metallgitter.

Besonders stolz ist man bei Canton auf den hier eingesetzten Keramik-Hochtöner. Vor mechanischer Beschädigung geschützt, befinden sich dieser hinter einem feinmaschigen Metallgitter.

Unkompliziert: Die Aufstellung

Die neuen Boxen sind technisch und optisch erste Klasse und fantastisch verarbeitet. Jetzt sollen sie natürlich noch den bestmöglichen Sound in die eigenen vier Wände bringen. Ein Klangerlebnis liefern, das eine akustische Bühne aufbaut, straffe Bässe liefert und einen deutlichen Unterschied zu den vielen 08/15-Boxen dieser Welt liefert. Das ist einfacher als gedacht und erfordert weder teure Zukäufe, noch tiefstes Expertenwissen. Das technische Rüstzeug ist vorhanden, jetzt benötigt es nur noch die Umsetzung einiger Faustregeln und etwas Zeit.

1. Wandnähe meiden
Auch wenn die Vento 866 dank nach unten geführter Bassreflexöffnung näher an die Wand gerückt werden darf als ein Großteil ihrer Mitbewerber, sollten Sie bei der Aufstellung Sorgfalt gelten lassen und die Lautsprecher nicht zu nah an die Rückwand oder zu tief in die Raumecke stellen. Denn für nahezu jede Box gilt: je näher der Lautsprecher an die Wand gerückt wird, desto voluminöser der Bass. Was im ersten Augenblick vielleicht vorteilhaft erscheint, ist in der Praxis zumeist ein Nachteil, denn der so erzeugte Bass neigt sehr schnell dazu überzogen, wummerig und nervig zu wirken. Merke: idealerweise sticht der Bass nicht aus dem Klangbild heraus, sondern stellt die Musik auf ein solides Tieftonfundament.
Unser Tipp: Experimentieren Sie ein wenig mit der Aufstellung Ihrer neuen Lautsprecher. Schon um einige wenige Zentimeter verschoben, kann sich ein völlig anderes Klangbild ergeben.

Das Bassreflexport der 886er sitzt im unteren Teil des Gehäuses und strahlt seine Schallanteile in definiertem Abstand auf die massive Bodenplatte.

Das Bassreflexport der 886er sitzt im unteren Teil des Gehäuses und strahlt seine Schallanteile in definiertem Abstand auf die massive Bodenplatte.

2. Anwinkeln der Lautsprecher
Idealerweise stellen Sie Ihre beiden neuen Schallwandler zunächst in einem identischen Abstand zueinander und zum Hörplatz auf. Winkeln Sie sie Ihre Lautsprecher dann zunächst auf den Hörplatz aus. Und zwar so, dass sie dem Hörer nun direkt „ins Gesicht schauen“. Drehen Sie die Boxen anschliessend in Zentimeterschritten nach aussen, ohne dabei den Abstand zum Hörplatz zu verändern. Die ideale Ausrichtung der Lautsprecher ist gefunden, sobald der Klang nicht mehr an den Boxen „klebt“, sondern offenbar mitten im Raum zu stehen scheint. In meinem Test lieferte mir die leichte Ausrichtung der 886 auf den Referenzplatz übrigens das beste Klangerlebnis.

3. Ankopplung an den Boden: Spikes oder Gummifüße?
Ganz wichtig: Um klangliche Bestleistungen zu liefern, benötigt jeder Lautsprecher einen festen Stand. Um dies zu gewährleisten, legt Canton jeder Standbox einen Satz höhenverstellbarer Spikes bei. Zur Bodenseite leicht abgerundet, eignen sich diese „Allrounder“ für den Einsatz auf Teppich, können aber auch auf Fliesenböden eingesetzt werden. Mein Tipp: tauschen Sie diese gegen „Spezialisten“ aus. Steht Ihre Box beispielsweise auf einem Teppichboden, empfiehlt sich der Kauf passender Spikes mit scharfer Spitze. Besitzt Ihr Hörraum hingegen einen Holz- oder Fliesenboden, können eben erwähnte Spikes ebenfalls gute Dienste leisten, da sie Gehäuseresonanzen direkt in den Untergrund (Boden) abführen. Das verspricht klanglich zwar beste Voraussetzungen, kann auf Parkett-, Laminat- oder Steinböden aber schnell dazu führen, dass die Spitzen den Bodenbelag zerkratzen. Verhindern lässt sich diese Problematik, in dem man kleine Metall-Plättchen direkt unter die Spitzen der Spikes legt. Solche Plättchen gehören zumeist sogar zum Lieferumfang der neuen Spikes. Alternativ eignet sich hier aber auch der Einsatz schraubbarer Gummifüßchen. Beide Varianten sind im gut sortierten HiFi-Fachhandel für ein vergleichsweise geringes Budget zu haben.

4. Die richtigen Kabel
Für jeden Lautsprecher dieser Welt gilt: Er kann nur so gut klingen, wie die vorhandene Kette es zulässt. Geizen Sie deshalb nicht am falschen Ende und investieren Sie ein paar Euro für hochwertige Lautsprecherkabel. Die vielen HiFi-Geräten und Boxen beiliegenden Strippen dienen maximal der ersten Funktionsüberprüfung und sollten besser nicht in den ständigen Betrieb genommen werden. Angst vor einer teuren Investition müssen Sie nicht haben, denn ordentliche Verbindungen müssen nicht zwingend teuer sein. In unserem HiFi-Test haben wir im Zusammenspiel mit der Vento 886 sehr gute Erfahrungen mit dem Oehlbach Twin Mix One gemacht (Art.-Nr.: 1071/uvP.: 9,99 Euro laufender Meter), das sich flexibel verlegen lässt, sich klanglich neutral darstellt und mittels hochwertig verarbeiteter (optional erhältlicher) Bananas einen festen Halt und somit den bestmöglichen Signaltransfer verspricht.

Das Bi-Wire-Anschlussterminal der Veto 886 ist großzügig dimensioniert und nimmt auch Kabel größeren Querschnitts auf.

Das Bi-Wire-Anschlussterminal der Veto 886 ist großzügig dimensioniert und nimmt auch Kabel größeren Querschnitts auf.

Vento 886 mit Impulsfreude und Lehrbuch-Bass

Ein ebenfalls ganz wichtiger Punkt: gönnen Sie Ihren neuen Lautsprechern eine entsprechende Einspielzeit. Ein Vorgang, der jedem Lautsprecher zum Vorteil gereicht, denn erst nach einer adäquaten Einspielzeit, die bei manchen Modellen auch schonmal 40, 60 oder mehr Stunden betragen kann, sind die Voraussetzungen für die Ausschöpfung des bestmöglichen Klangpotentials gegeben. Die Gründe für diese Vorgabe erklären sich unter anderem in der anfangs hohen Steifigkeit einiger mechanischer Bauteile der Treiberkonstruktion. Ein Punkt, den ich vor Beginn des Praxistests natürlich berücksichtigte und die mir zum Test überlassenen Vento 886 übers Wochenende mit James Blake einspielen liess. Die Wahl des ersten Teststückes war dann auch der vorangegangenen Einspielphase geschuldet, denn hier und unter (relativ) geringem Pegel ging die Canton bereits erstaunlich druckvoll und knackig zu Werke. Gute Gründe also, meinen Hörtest mit James Blakes „The Wilhelm Scream“ zu beginnen. Ein Song, den man sich zuhause wahrscheinlich nicht unter höherem Pegel geben wird, der sich aufgrund seiner enormen Energie aber perfekt eignet, um dem eigenen HiFi-Setup Informationen über Impulsverhalten und Dynamik zu entlocken. Genau diese Energie ist es dann auch, die nur wenige Augenblicke nach Betätigung der Play-Taste in den Hörraum geschoben wird. Eine Performance, die unvermittelt unter die Haut geht und mich aufgrund der nun generierten Impulskraft sofort in Ihren Bann zieht. Wow, denn die hübsche Hessin erzeugt eine Drucklast, die ich diesem vergleichsweise schlanken Standlautsprecher nicht unbedingt zugetraut hatte und die man einfach einmal gehört, bzw. erlebt haben muss! Eine Darstellung, in der die zweitgrößte Vento-Säule nur so vor Entschiedenheit und Dynamik strotzt, was mich nach kurzem Zögern zu einem nicht unwesentlichen Lautstärkesprung verleitet. Ein unbegründetes Zögern, wie sich schnell herausstellt, denn auf den durchgeführten Pegelanstieg scheinen die beiden Vento 886 nur gewartet zu haben. Das, was jetzt nämlich folgt, ist schier unbändige Durchzugskraft bei zugleich voller Kontrolle und höchster Akkuratesse. Selbst die zwischenzeitlich wechselnden Tempi im Grund- und Bassbereich werden sauber und ansatzlos reproduziert, worunter die enorme Energie dieses Stückes nicht im mindesten leidet, sondern wie vom Künstler gewollt und in vollem Umfang im Vordergrund steht. Eine Vorstellung, die zu einem großen Teil den neuen Chassismaterialien und erwähnter Wave-Sicke zu verdanken ist. Zugleich eine Darbietung, die man sich unter besagter Pegellast kaum besser vorstellen kann und die feine wie grobe Abstufungen in Sachen Lautstärke und Dynamik weder durch Änderungen der Klangfarbe noch im Timbre nach sich zieht.

In unserem Test durfte sich die Vento 886 an einer Marantz-Kombi, bestehend aus PM-14S1SE und SA-14S1SE, beweisen.

In unserem Test durfte sich die Vento 886 an einer Marantz-Kombi, bestehend aus PM-14S1SE und SA-14S1SE, beweisen.

Im zweiten Testabschnitt will ich dann wissen, wie sich die Ventos schlagen, sobald Informationen über Feingeist und Agilität gefordert sind, wozu ich mit „Did Trouble Me“ von Tom Jones einen Track anspiele, bei dem es überaus facettenreich zur Sache geht. Ein Titel, dessen einleitende Vocals gleich nach vorn gehen und Neugierde aufkommen lassen. Was dabei sofort positiv auffällt, ist die hervorragende Räumlichkeit der breit aufgespannten Klangbühne, die auch in ihrer Tiefe sauber ausgeleuchtet scheint. Es scheint fast so, als wäre noch ein zusätzlicher Center am Werk.
Schnelligkeit, Agilität und Spielfreude sind jetzt eindeutig die Attribute, die nun innerhalb weniger Sekunden aus dem bloßen CD-Hören ein imponierendes Musik-Erlebnis machen. Ein Erlebnis, das einen regelrecht anspringt und einfach mitreisst. Dabei ist es völlig egal, ob Bassdrums, Westerngitarre oder die präsente Stimme der walisischen Legende, jede Einzelheit trägt hier ihren Beitrag zu einer Gesamtdarstellung, die fasziniert und abermals unter die Haut geht. Neben der feinen Abstimmung ist das absolute Markenzeichen der Vento 886 aber eindeutig ihr exzellentes Auflösungsvermögen. So hat es den Eindruck, als würde jede noch so kleine Einzelheit sorgfältig in die Obhut der hessischen Drei-Wege-Säulen genommen, um anschließend akkurat und mit größter Sorgfalt wiedergegeben zu werden. Dass die Spielfreude dabei nicht einen Deut zu kurz kommt, ist umso erfreulicher und bei Lautsprechern mit hervorragendem Auflösungsvermögen keine Selbstverständlichkeit. Im Gegenteil; Schallwandler mit besagtem Attribut werden gern mal als reine Feingeister bezeichnet, denen es dann allerdings oft an Agilität und Leidenschaft mangelt. Nicht so diesem Canton-Duo, dass seine mitreissende Lebendigkeit niemals zu verlieren scheint und durch einen offenen, luftigen und fast schon unbeschwerten Sound mit entrechtendem Drive zu begeistern weiß.
So kommt es, dass ich nach dieser beeindruckenden Darstellung noch einmal das Genre wechsle und mir ein paar Tracks des legendären AC/DC-Albums „Black Ice“ gebe, was meinen Hörraum schnell zum bebenden Konzertsaal werden lässt – und zwar unter erneut gesteigertem Pegel. Laut – so muss das bei AC/DC einfach sein! Wie auf Kommando füllen meine Testgäste jetzt akustisch den Raum. Natürlich erneut mit unbändiger Spielfreude, wobei sie mir durch ihre scheinbar unbekümmerte Spielweise erneut imponieren. Doch es ist mehr als das, denn während die Ventos weiterhin höchstes Engagement an den Tag legen, bleiben sie dennoch jederzeit und souverän Herren der Lage über die temperamentvoll abgemischten Tracks, die nun den Hörraum fluten. Und obwohl erneut deutlich oberhalb der Zimmerlautstärke angekommen, glänzt der Hochton erneut durch sein feines, zugleich kräftiges Spiel, während sich die Tieftonabteilung durch satte Grundtonarbeit und heftige Schübe im Basskeller bemerkbar macht. Heftig rau und hemdsärmelig können die 886er also auch …

Canton setzt in der Veto 886 auf zwei kleinere, statt eines großen Tieftöner. Das bringt mehr Kontrolle im Bass und erlaubt eine schmalere und filigranere Gehäuseausführung.

Canton setzt in der Veto 886 auf zwei kleinere, statt eines großen Tieftöner. Das bringt mehr Kontrolle im Bass und erlaubt eine schmalere und filigranere Gehäuseausführung.

Fazit

Cantons Vento 886 sind bildhübsch, exzellent verarbeitet, unglaublich gut ausgestattet und klangliche Multitalente. Mal seidenweich, mal brillant und mal hart und mit hochgekrempelten Ärmeln – ganz so, wie es das anliegende Musikgenre gerade erfordert. Kurz gesagt: die neue Vento 886 ist tatsächlich besser als ihr Vorgänger und somit schlichtweg einer der besten Lautsprecher seiner Klasse. Mission erfüllt!

Test & Text: Roman Maier
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1+
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

100 of 100

95 of 100

100 of 100

160713.Canton-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Canton
Vento 886 DC
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:1.399,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Lack schwarz "high gloss"
- Lack weiss "high gloss"
- Lack kirsch "high gloss"
Vertrieb:Canton, Weilrod
Tel.: 06083 2870
www.canton.de
Abmessungen (HBT):1025 x 250 x 330 mm
Gewicht:18,0 Kg / Stück
Hochtöner:25 mm (Keramik-Kalotte)
Tieftöner:2 x 180 mm (Titanium-Membran)
Mitteltöner:1 x 180 mm (Titanium-Membran)
Trennfrequenz:300 / 3000 Hertz
Lieferumfang:- Vento 890.2
- Spikes
- antistatisches Mikrofasertuch
- Gummifüsschen (selbstklebend)
- Gewebeabdeckung mit Magnethaltern
- Bedienungsanleitung
Besonderes:- erstaunliche Pegelreserven
- hohe Spielfreude
- sehr gute Räumlichkeit
- massive Gehäusekonstruktion
- exzellente High-Gloss-Oberfläche
- flexible Aufstellung
- sehr gutes Rundstrahlverhalten
- Gewebeabdeckung mit Magnetbefestigung
- vergoldetes Bi-Wire-Anschlussfeld
Benotung:
Klang (60%):1+
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1+
Gesamtnote:1+
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut
Mit- und Gegenspieler:
- Marantz PM-14S1 SE
- Marantz SA-14S1 SE
- Oehlbach Twin Mix One
- Blue Horizon Sanctum
- IsoTek Initium

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