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Als vier Unternehmensberater zum Teambuilding in die Alpen reisen, ahnen sie nicht, was sie dort erwartet: Statt in einem Klettergarten landen sie mitten in... Outside the Box – There’s no I in Team!

Als vier Unternehmensberater zum Teambuilding in die Alpen reisen, ahnen sie nicht, was sie dort erwartet: Statt in einem Klettergarten landen sie mitten in einer Geiselnahme, die eigentlich ganz anders geplant war und alle Beteiligten auf jeweils andere Art und Weise überfordert…

Das Teambuilding in den Alpen haben sich die vier Unternehmensberater Frederick, Yvonne, Michael und Marco ganz anders vorgestellt. (© Universum Film)

Das Teambuilding in den Alpen haben sich die vier Unternehmensberater Frederick, Yvonne, Michael und Marco ganz anders vorgestellt. (© Universum Film)

Frederick Schopner (Volker Bruch) will es als Unternehmensberater schaffen. Leider gibt es da ein Problem – seine Kollegen. Immer wieder reißen diese sich die Früchte seiner Arbeit unter den Nagel und halten ihn seit Jahren als Junior-Berater unten. Weil die Truppe deshalb dringend Nachholbedarf in Sachen Teamarbeit hat, reisen Frederick und seine Kollegen Yvonne (Vicky Krieps), Michael (Stefan Konarske) und Marco (Sascha Alexander Geršak) zum Team-Event in die Alpen. Während sie allerdings Wellness und Golf erwarten, hat sich die Firma, allen voran PR-Managerin Vanessa Kramer (Lavinia Wilson) und Personalleiter Peter Kraußmann (Samuel Finzi), eine ganz neue Form des Teambuildings ausgedacht: Ein Rollenspiel, in dem die vier Mitarbeiter entführt werden.

Um den Ruf der Firma aufzupolieren, wird zudem die Fachpresse eingeladen, das Spektakel vor Ort mitzuverfolgen. Kameras zeichnen jeden Schritt auf und in der Medienzentrale überwachen Kraußmann sowie der Praktikant Paul (Frederick Lau) das Geschehen, das zudem in die Villa von Firmenchef Bruno Bickstein (Hanns Zischler) übertragen wird. Denn kurz nachdem die beiden Geiselnehmer Lex (Stefano Cassetti) und Vittoria (Giorgia Sinicorni) wie geplant das Kommando übernehmen, stellen Kramer und Kraußmann schockiert fest, dass ihre „Schauspieler“ es bitterernst meinen. Und während sie alle Hände voll damit zu tun haben, den Fehlschlag vor Firmenleitung und Presse zu verheimlichen, müssen die chaotischen Geiselnehmer den vier Beratern mühsam klarmachen, dass diese sich keineswegs mehr in einem Spiel befinden…

Statt Wellness gibt es jedoch die harte Tour. Erst nimmt ihnen der Drill-Sergeant Mallach (Richard Sammel, r.) die Handys ab... (© Universum Film)

Statt Wellness gibt es jedoch die harte Tour. Erst nimmt ihnen der Drill-Sergeant Mallach (Richard Sammel, r.) die Handys ab… (© Universum Film)

Auch Geiselnahmen können lustig sein

Consulting ist eine harte Branche, auch im Team kämpft hier jeder erst einmal für sich selbst. So ist zumindest die Ausgangslage in Philip Kochs Komödie Outside the Box, in deren Mittelpunkt vier mehr oder weniger erfolgreiche Unternehmensberater als Spiegelbild der modernen Leistungsgesellschaft stehen. Eine richtige Hauptfigur gibt es dabei aber eigentlich nicht, immer wieder rücken andere Charaktere mit ihren jeweils akuten Problemen in den Vordergrund. Nicht nur deshalb ist es sehr praktisch, dass fast alle Rollen von erfahrenen und bekannten Schauspielern übernommen wurden – selbst für den Praktikanten Paul konnte ein begehrter Schauspieler wie Frederick Lau („Schrotten!“, „Wie Männer über Frauen reden“) gewonnen werden. Auch Lavinia Wilson oder Samuel Finzi („Macho Man“) sind dem deutschen TV- und Kinopublikum mit Sicherheit keine Unbekannten. Dieses Aufgebot an schauspielerischer Erfahrung und Klasse sorgt – ironischer Weise in perfekter Teamarbeit – letztlich auch dafür, dass die teilweise extrem abgedreht wirkende Komödie nicht ins Skurrile abrutscht, obwohl fast alle Figuren stark am Rande zur Überzeichnung wandeln. Einzig die beiden italienischen Geiselnehmer sorgen in all dem von Absurditäten geprägten Chaos für ein gewisses Maß an Seriosität.

...und dann werden die vier Kollegen auch noch als Geiseln genommen. (© Universum Film)

…und dann werden die vier Kollegen auch noch als Geiseln genommen. (© Universum Film)

Trotzdem weiß Outside the Box stets die Balance zu halten und kippt bei hohem Unterhaltungswert nicht ins Lächerliche – was in so mancher Szene durchaus möglich wäre. Doch selbst bei noch so platten Zoten bekommt das Ensemble gemeinsam noch die Kurve. Dadurch verliert auch der von fast minütlichen Wendungen durchgeschüttelte Plot nie seine Linie und bleibt vor allem trotz der zwischenzeitlich offensichtlichen „Etappenziele“ in seiner Gänze relativ undurchsichtig. Natürlich gibt es mitunter die ein oder andere etwas zähere Stelle, die wird aber unmittelbar von einer interessanten Neuentwicklung aufgewogen. Zudem streut Koch – der neben Anna Katrin Schneider auch das Drehbuch schrieb – immer wieder gelungene Pointen ein, die spontane Emotionen hervorrufen (die wohl stark vom Zuschauer selbst abhängen dürften). Allein diese Momente machen Outside the Box schon zu einer sehr gelungenen Komödie.

Was sie nicht wissen: Das Ganze ist als Rollenspiel angelegt und wird von PR-Managerin Vanessa (Lavinia Wilson), Praktikan Paul (Frederich Lau) und Personalchef Peter (Samuel Finzi) mit Kameras überwacht. (© Universum Film)

Was sie nicht wissen: Das Ganze ist als Rollenspiel angelegt und wird von PR-Managerin Vanessa (Lavinia Wilson), Praktikan Paul (Frederich Lau) und Personalchef Peter (Samuel Finzi) mit Kameras überwacht. (© Universum Film)

Da macht es auch überhaupt nichts, dass wie so oft bei heimischen Produktionen lediglich die DVD als Medienformat angeboten wird. Das sehr gute Bild ist kontraststark und detailreich, vor allem die Aufnahmen im Wald illustrieren die Geschichte hervorragend. Natürlich gibt es hier und da ein paar schwächere Momente, wirklich bemängeln kann man aber nichts. Vor allem klanglich spielt Outside the Box „nur“ mit einer Dolby-Digital-5.1-Spur auf hohem Niveau, direktionale Effekte und eine stets präsente, aber gleichzeitig zurückhaltende Filmmusik sorgen für eine gelungene Atmosphäre. Die Dialoge sind fast immer sehr klar und deutlich zu vernehmen, lediglich in den Bus-Szenen verliert sich die klare Trennung ein wenig – was allerdings ein bewusstes Stilmittel ist. Etwas mager ist lediglich das Bonusmaterial mit dem Trailer und einem kurzen Making-Of – wenigstens ein paar Interviews hätten sicher nicht geschadet.

Allerdings läuft das Spiel aus dem Ruder, als die beiden als Geiselnehmer engagierten Schauspieler plötzlich unter Einsatz realer Waffen echtes Lösegeld fordern... (© Universum Film)

Allerdings läuft das Spiel aus dem Ruder, als die beiden als Geiselnehmer engagierten Schauspieler plötzlich unter Einsatz realer Waffen echtes Lösegeld fordern… (© Universum Film)

Fazit

Amüsant und wendungsreich begleitet Outside the Box vier Unternehmensberater bei einer Teambuilding-Maßnahme der abgedrehten Variante. Inmitten von absurd anmutendem Chaos dirigiert Regisseur Philip Koch sein hervorragend agierendes Ensemble auf dem richtigen Mittelweg zwischen Handlung und Unterhaltung, so dass die Komödie absolut unverdient unter dem Radar lief – Zeit, dass sich das ändert!

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„Outside the Box“ ist als DVD im Vertrieb von Universum Film erhältlich.

Genre
Komödie

Altersfreigabe
ab 12 Jahren

Laufzeit
ca. 86 Minuten

Regie
Philip Koch

Cast
Volker Bruch, Sascha Alexander Geršak, Stefan Konarske, Lavinia Wilson, Samuel Finzi, Stefano Cassetti, Giorgia Sinicorni, Frederick Lau, Vicky Krieps, Hanns Zischler, Richard Sammel, Kida Khodr Ramadan

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