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Redakteur

 

Bei der Suche nach preisgünstigen Lautsprechern lohnt sich der Blick ins Portfolio großer Hersteller. Hier profitiert man nicht nur vom Technologie- und Erfahrungstransfer der exklusiveren Modelle, sondern bekommt in der Regel auch Exemplare, denen man den günstigen Preis absolut nicht ansieht. Ein Paradebeispiel dafür ist der Regallautsprecher LX-2 von Mission, der in allen Belangen die vom Preisschild geweckten Erwartungen übertrifft.

Schlichte Eleganz ist nur einer von vielen Vorzügen der Mission LX-2.

Schlichte Eleganz ist nur einer von vielen Vorzügen der Mission LX-2.

Mission gehört zu den traditionsreichen britischen HiFi-Marken, die nicht zufällig seit mehreren Jahrzehnten einen exzellenten Ruf genießen. An der originären Zielsetzung, hervorragend klingende Lautsprecher zu erschwinglichen Preisen zu entwickeln, hat sich beim Hersteller aus England bis zum heutugen Tage nichts geändert und trifft bei den LX-2 mit einem Stückpreis von ca. 150 Euro absolut zu. Allerdings liegt durchaus der Verdacht nahe, dass inzwischen auch ein höherer Anspruch an Ästhetik und Design offizieller Bestandteil des internen Credos von Mission geworden ist. Womöglich ist das aber auch einfach nur der Tatsache geschuldet, dass Lautsprecher aus Großbritannien traditionell auf einer sehr sorgfältigen Entwicklung, bester Verarbeitungsqualität und einem aus hochwertigen Materialien umgesetzten, eleganten Design basieren. Das gilt demnach auch für die LX-Serie von Mission, die mit insgesamt sechs Modellen eine ganze Reihe an interessanten Kombinationsmöglichkeiten bietet. Neben den drei Standlautsprechern LX-3, LX-4 und LX-5 sowie dem Center LX-C gibt es mit den auch als Surround-Lautsprecher einsetzbaren LX-1 und LX-2 zwei Regalboxen, von denen uns die LX-2 als größeres der beiden Exemplare besonders interessiert und genau deshalb zum Test antritt.

Schnörkellose Perfektion

Die Gestalt der LX-2 entspricht auf den ersten Blick ganz dem klassischen Lautsprecherbild. Klar definiert und schnörkellos bleibt die britische Regalbox der traditionsreichen Geschichte ihres Herstellers treu. Auch deshalb wirkt sie auf Anhieb sehr ernstzunehmend, was ihre Abmessungen und das Gewicht von rund fünf Kilogramm durchaus zu unterstreichen vermögen. Hier hat man tatsächlich einen „richtigen“ Lautsprecher in der Hand! Zugleich fallen die LX-2 optisch sehr angenehm aus und sind – wie alle Lautsprecher der LX-Familie – in drei Ausführungen zu haben. Unsere Gäste haben sich mit Walnuss-Furnier besonders in Schale geschmissen. Wer es etwas klassischer mag, hat alternativ die Wahl zwischen einem schwarzen und weißen Gehäuse.

Die LX-2 brauchen kein verschnörkeltes Design und stehen in drei Ausführungen (hier Walnuss) zur Wahl.

Die LX-2 brauchen kein verschnörkeltes Design und stehen in drei Ausführungen (hier Walnuss) zur Wahl.

Farblich passt die Schallwand natürlich zur jeweiligen Ausführung, im Falle der Walnuss-Variante ist es ein mattes Anthrazit. Auch die mit feinmaschigem Akustikstoff bespannte Frontabdeckung steht in Hinblick auf die Kolorierung im Einklang mit der restlichen Palette. Dank einer magnetischen Befestigung gibt sie beim Abnehmen den Blick auf die sehr aufgeräumte und absolut perfekt verarbeitete Schallwand frei. In der leicht gewölbten Front sind weder Schrauben noch die sonst in dieser Preisklasse üblichen Gummihalter zu sehen. Zudem werden die beiden Treiber von schicken Metallringen eingefasst, die sehr schöne Akzente setzen. Das gilt ebenso für das Herstellerlogo, das dezent am unteren Rand der Front (und auf der Abdeckung) auf die Herkunft der LX-2 verweist.

Der Hersteller-Hinweis in der Schallwand fällt ebenfalls sehr ansehnlich aus.

Der Hersteller-Hinweis in der Schallwand fällt ebenfalls sehr ansehnlich aus.

Tradition und Fortschritt

Wie bereits angedeutet sind die LX-2 als Zwei-Wege-System konzipiert und mit einem rückseitigen, tief ins Gehäuse eingelassenem Bassreflexport ausgestattet. Als Hochtöner kommt ein 25-Millimeter-Mikrofaser-Exemplar mit Neodym-Magnet zum Einsatz. Den unteren Frequenzen nimmt sich ein 130-Millimeter-Mitteltieftöner an, dessen Membran aus „Advanced Fibre“ besteht, einer speziellen Fasermischung aus dem Hause Mission. Bei der Anordnung der Treiber ist das britische Unternehmen individuell unterwegs, der Hochtöner ist nämlich unter dem Mitteltieftöner platziert. Was woanders eine Besonderheit wäre, ist bei Mission aber quasi alltäglich und zeichnet nicht nur die Lautsprecher der LX-Serie aus. Der Grund für die invertierte Treiber-Anordnung ist eine Angleichung der Schallwellen, damit die unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig aufs Ohr treffen, wenn der Mitteltieftöner auf Ohrhöhe platziert wird. Idealerweise nutzt man dazu die Aufstellung auf Lautsprecherständern – kein Zufall, dass es diese im Portfolio von Mission gibt. Skeptiker könnten jetzt natürlich fragen, weshalb diese Konstruktion so besonders für Mission-Lautsprecher ist und warum das nicht alle machen, wenn es doch so viel besser funktioniert – nun, man muss eben auch wissen, wie man das umzusetzen hat. Die Theorie ist schließlich die eine Sache, eine gelungene Umsetzung in der Praxis eine ganz andere.

Der großzügige Bassreflexport in der Rückwand unterstützt den kraftvollen Klang der LX-2.

Der großzügige Bassreflexport in der Rückwand unterstützt den kraftvollen Klang der LX-2.

Bei Mission kennt man sich allerdings in beiden Bereichen hervorragend aus und hat seine Erfahrungswerte in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut. Das gilt auch für die Gehäusekonstruktion, die das Ergebnis ausgiebiger Recherche und Entwicklungsarbeit ist. Bei den sowohl experimentellen Ansätzen wie am Computer simulierten Modellen stand ein stabiles Gerüst im Fokus, das jede Form von Vibrationen oder sonstige unerwünschte Resonanzen unterbinden soll. Um dies zu erreichen, wurde der Korpus der LX-2 an potenziell kritischen Punkten stabilisiert. Davon sieht man von außen allerdings nichts und auch die Rückseite verrät wenig über das Innenleben der LX-2. Lediglich der Bassreflexport erlaubt einen Blick ins Gehäuse – ohne zu viel zu verraten.
Unter der kreisrunden Öffnung befindet sich das Anschlussterminal, das aus zwei robusten Schraubklemmen besteht, die Kabel größeren Querschnitts aufnehmen und nach Entfernen der Schutzkappen auch Bananensteckern eine Anschlussmöglichkeit bieten. Genug Optionen also, um nicht mehr lange drum herum zu reden und endlich mal zu hören, was in den LX-2 steckt.

Satter Bass ist mit dem 130-mm-Mitteltieftöner garantiert.

Satter Bass ist mit dem 130-mm-Mitteltieftöner garantiert.

Selbstbewusstsein als Schlüssel zum Erfolg

Die LX-2 zeichnen sich vor allem durch ein sehr selbstbewusstes Auftreten aus und halten überhaupt nichts davon, vorsichtig oder gar zögerlich zu Werke zu gehen. Besonders im Bassbereich macht sich diese energiegeladene Performance bemerkbar, die hübschen Regallautsprecher spielen hier mit einer unerwartet großzügig ausfallenden Dynamik auf. Die kommt zum Beispiel tanzbaren Pop-Nummern sehr zu Gute, wie sich etwa bei „Hollywood“ von Marina and the Diamonds oder auch „Read My Mind“ von The Killers zeigt. Mit viel Elan und Schwung schaffen die LX-2 aus dem Stand eine mitreißende Stimmung, die von sehr detaillierten Melodien und glasklarem Gesang ergänzt wird und damit schnell dafür sorgt, dass man nicht einfach nur im Sessel sitzenbleibt. Selbst noch so bewegungsabgeneigte Zuhörer werden hier zumindest ein rhythmisches Wippen mit dem Fuß nicht unterbinden können – der Großteil nutzt den sich bietenden Freiraum allerdings sicherlich ebenso euphorisiert wie die LX-2 selbst.

Die besondere Mission-Konstruktion kommt auch bei den LX-2 zum Einsatz: Der Hochtöner sitzt hier unter dem Mitteltieftöner.

Die besondere Mission-Konstruktion kommt auch bei den LX-2 zum Einsatz: Der Hochtöner sitzt hier unter dem Mitteltieftöner.

Die hervorragenden Eigenschaften der Mission-Boxen machen sich auch bei etwas unkonventionelleren Titeln bezahlt und werden von uns mit den Hits der österreichischen Band „Bilderbuch“ auf die Probe gestellt. „Maschin“ und „Bungalow“ zeigen ganz vorzüglich, dass die LX-2 absolut spontan und völlig gelassen auf unerwartete Extravaganzen reagiert. Die Rhythmusfraktion verliert dabei keineswegs an Qualität, während sich die englischen Regallautsprecher sehr detailbewusst um die effektgeladenen Gitarren, Synthesizer und den unverwechselbaren Gesang samt Hintergrundstimmen kümmern. Wo möglicherweise selbst Teilen des Publikums alles etwas zu viel wird, behalten die LX-2 ganz entspannt die Ruhe und liefern auch bei höheren Pegeln eine völlig gelassene Darbietung frei von jeder Anstrengung – genau richtig also, um bei Bedarf auch mal ein bisschen Partystimmung aufkommen zu lassen.

Die Anschlussklemmen verfügen über einen individuellen Touch und nehmen auch Kabel mit größerem Querschnitt auf.

Die Anschlussklemmen verfügen über einen individuellen Touch und nehmen auch Kabel mit größerem Querschnitt auf.

Wer es hingegen etwas rockiger mag und dabei Wert auf eine sehr gute Stereobühne mit sauberer Staffelung legt, wird sich vermutlich doch nochmal auf den Hörplatz beschränken und begeistert der Wiedergabe von Klassikern oder auch unbekannteren Bands wie Razz lauschen. Mit „Youth & Enjoyment“ liefert die Emsländer Gruppe eine ebenso dynamische wie vielschichtige Komposition, die wie gemacht für die LX-2 ist – oder umgekehrt? Wie auch immer, es klingt ganz hervorragend, mit einer sehr präzisen Platzierung der einzelnen Bandmitglieder beziehungsweise ihrer Instrumente und einem Gesang, der nicht nur maximal natürlich sondern vor allem auch absolut lebensecht erklingt. Selbst kleinste Feinheiten gehen nicht verloren, obwohl der Krafteinsatz im Tieftonsegment alles andere als sparsam ausfällt und so manch anderen Lautsprecher möglicherweise recht unsanft aus der Balance bringen würde. Doch die LX-2 bleiben stets standhaft und ausgewogen. Sogar Vollgas-Metal wie ihn die Münchener „Emil Bulls“ abliefern, kann daran nichts ändern. Dank persönlicher Vorlieben lassen wir uns das mit dem Track „Leaving You With This“ sicherheitshalber noch einmal beweisen und sind schlichtweg begeistert von der fulminanten Energie, die förmlich aus den Mission-Lautsprechern schießt. Wenn man von druckvollem Bass und atemberaubenden Punch-Qualitäten sprechen kann, dann wohl in diesem Moment. So bleibt nur noch festzuhalten, dass wir froh sind, diese Erkenntnis tagsüber und bei vernunftgesteuerter Lautstärke gewonnen zu haben …

Die magnetische Halterung der Frontblende sorgt nicht nur für eine sehr schöne Schallwand, sondern ist in dieser Preisklasse auch keineswegs selbstverständlich.

Die magnetische Halterung der Frontblende sorgt nicht nur für eine sehr schöne Schallwand, sondern ist in dieser Preisklasse auch keineswegs selbstverständlich.

Fazit

Seit Jahrzehnten verfolgt Mission das Ziel, exzellente Lautsprecher zu günstigen Preisen anzubieten und selten gelang es besser als mit den LX-2. Die kompakten Regallautsprecher bestechen durch ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis und liefern neben herausragendem Klang ein grandioses Design und perfekte Verarbeitungsqualität. Kurz gesagt: Falls es noch Zweifel an der Handwerkskunst des britischen Herstellers gegeben hat, dürften diese nun endgültig und ein für alle Mal zerstreut sein.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1+
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

98 %

96 %

94 %

170730.Mission-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Mission LX-2
Produktkategorie:Regallautsprecher
Preis:ca. 150 Euro/Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Weiß
- Schwarz
- Walnuss
Vertrieb:IAD GmbH, Korschenbroich
Tel: 02161/ 61 78 30
www.iad-audio.de
Abmessungen (HBT):305 x 191 x 260 mm
Gewicht:5,2 kg/Stück
Hochtöner:1x 25-mm-Weichkalottenhochtöner, Mikrofaser
Mitteltieftöner:1x 130-mm-Advanced Fibre
Prinzip:2 Wege, Bassreflex
Frequenzbereich:60 - 30.000 Hz
Übergangsfrequenz:2,8 kHz
Besonderes:
Benotung:
Klang (60%):1+
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1+
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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