von

Redakteur

Mit der S-Serie hat Sumiko eine ganze Palette von Aktiv-Subwoofern auf den Markt gebracht, die großartigen Sound mit günstigen Preisen und kompakten Abmessungen kombinieren soll. Die Voraussetzungen waren so vielversprechend, dass wir uns das Ergebnis natürlich nicht entgehen lassen wollten – zum Glück!

Optisch ist der kompakte Subwoofer S.0 relativ zurückhaltend, klanglich allerdings ganz und gar nicht.

Optisch ist der kompakte Subwoofer S.0 relativ zurückhaltend, klanglich allerdings ganz und gar nicht.

Falls sich der geneigte Leser nun fragt, warum ausgerechnet Sumiko so vielversprechende Voraussetzungen für die Entwicklung von Subwoofern besitzt, sei das kurz angerissen. Nachvollziehbar sind mögliche Bedenken natürlich, handelt es sich bei der US-amerikanischen Firma Sumiko doch in erster Linie um einen Hersteller von Tonabnehmern für Plattenspieler. In diesem Bereich ist das Unternehmen aus San Francisco allerdings seit mehr als drei Jahrzehnten einer der weltbesten Hersteller und so ist ihm durchaus zuzutrauen, auch in anderen Branchenzweigen vernünftige Ergebnisse zu produzieren. Insbesondere deshalb, weil Sumiko das Vorhaben nicht im Alleingang umzusetzen gedachte, sondern sich Unterstützung aus dem Hause Sonus Faber holte – womit auch gleich sämtliche verbliebenen Zweifel zerstreut wären. Handelt es sich bei den Italienern doch ebenfalls um angesehene Spezialisten im Lautsprecherbau, die vor allem und immer wieder für perfektes Design gepriesen werden.

Ein Kriterium, das sich auch in der Subwoofer-Serie Sumikos wiederfindet, die sich zudem durch kompakte Abmessungen und sehr günstige Preise auszeichnet. Das war schon beim Test des zweitgrößten Modells S.9 so, gilt aber insbesondere im Falle des kleinsten Exemplars S.0, das wir uns darum als absoluten Maßstab zum Test geladen haben. Schließlich ist kraftvoller Tiefton an sich nicht die besondere Herausforderung, sondern diesen aus einem kompakten Gehäuse heraus zu produzieren – denn das hat der Subwoofer S.0 definitiv, wie man auf den ersten Blick sieht.

Stilvoll dank italienischer Eleganz

Gerade einmal 24,5 Zentimeter Kantenlänge weist das Gehäuse des S.0 auf, der mit einer Höhe von 27,5 Zentimetern fast schon als Zwerg unter den Bassmeistern gelten darf. Hübsch unauffällig ist er also und deshalb ganz hervorragend dazu geeignet, ins Wohnzimmer-Ambiente integriert zu werden. Schließlich bringt er neben seiner kompakten Gestalt auch noch eine sehr ansehnliche Optik mit, die sich vor allem durch eine saubere Hochglanz-Lackierung in Weiß oder Schwarz auszeichnet. Die makellosen Flächen des geschlossenen Gehäuses allein sind schon aller Ehren wert, ein Extralob hat sich Sumiko beziehungsweise Sonus Faber trotzdem für das perfekt übergangslose Gesamtbild verdient. Die sauber abgerundeten Kanten sind quasi nicht mehr als solche zu bezeichnen, dafür wirkt der S.0 viel zu sehr wie aus einem Guss gefertigt. Hinzu kommen hervorragend eingestreute Akzente wie die massiven Aluminium-Standfüße oder das in die Oberseite eingelassene Aluminium-Emblem, das zugleich als Rahmen für die Status-LED dient.

Der Einfluss der Design-Spezialisten von Sonus Faber zeigt sich in edlen Details wie dem Logo auf der Oberseite.

Der Einfluss der Design-Spezialisten von Sonus Faber zeigt sich in edlen Details wie dem Logo auf der Oberseite.

Zur Doppelschicht bereit

Die Liebe zum optischen Detail zeigt sich in der S-Serie sogar auf der Rückseite, die das Anschlussfeld und die Kühlrippen der Aktiv-Subwoofer beherbergt. Auch hier ist gebürstetes Aluminium als Grundlage zu sehen, das allerdings im Gegensatz zum Emblem auf der Oberseite in Schwarz gehalten ist. Der Bereich oberhalb der Kühlrippen ist den Bedienelementen und Anschlüssen vorbehalten, sieht man einmal von der Buchse für das Netzkabel ab. Der S.0 bietet zwei Mono-Cinch-Anschlüsse für den LFE-Input und den Line-Eingang, wodurch es sogar möglich ist, den Subwoofer sowohl am AV-Receiver (LFE) und dem Stereo-Verstärker (Line) anzuschließen. Damit wäre dann auch direkt geklärt, dass Sumiko mit der S-Serie sowohl Heimkino- als auch HiFi-Fans zu bedienen gedenkt. Deshalb gibt es sogar die Möglichkeit, den S.0 über einen Hochpegel-Eingang anzuschließen, falls der verwendete Verstärker keinen Subwoofer-Ausgang besitzt. In dem Fall kommt das mitgelieferte Adapterkabel mit Speakon-Stecker zum Einsatz, der in die entsprechende Buchse am Subwoofer eingesteckt wird, während die abisolierten Kabelenden an den Schraubklemmen des Verstärkers angeschlossen werden – hier hilft die Bedienungsanleitung übrigens im Zweifelsfall mit diversen skizzierten Szenarien weiter.

Der S.0 lässt sich bei Bedarf sowohl an einem Stereo-Verstärker als auch an einem AV-Receiver anschließen.

Der S.0 lässt sich bei Bedarf sowohl an einem Stereo-Verstärker als auch an einem AV-Receiver anschließen.

Links von der Anschlusssektion lassen sich diverse Kippschalter und Drehregler zur Anpassung des S.0 nutzen, der sich beispielsweise in Hinblick auf die Phaseneinstellung (0° oder 180°) und die Einschaltautomatik justieren lässt. Auch die Tiefpass-Trennfrequenz (Crossover) kann ebenso selbst geregelt werden wie die Lautstärke des Subwoofers. Diese lässt sich sogar für Line/Speakon und LFE getrennt festlegen, falls man tatsächlich zwei verschiedene Verstärker am S.0 anschließt. Für die Pegelsteuerung der ersten beiden Anschlussoptionen dient der Regler „Hi/Low“, der klassische Subwoofer-Eingang wird per „1/LFE“ justiert. Vor allem in kleineren Räumen sollte man dabei allerdings erst einmal defensiv zu Werke gehen, schließlich stecken im kompakten S.0 durchaus ernstzunehmende Kraftreserven. Zimmer mit einer Fläche von bis zu 20 Quadratmetern beschallt der kleine Einzelkämpfer noch äußerst effektiv, erst darüber sollte man sich vielleicht doch nochmal mit seinen größeren Geschwistern beschäftigen. Grund dafür ist ein 120 Watt starker Class-AB-Verstärker, der ordentlich Druck auf den Kessel geben kann und dem 165 Millimeter großen und speziell entwickelten Langhub-Tieftöner bis hinab zu 40 Hertz extrem auf die Sprünge hilft.

Der 165 Millimeter große Langhub-Tieftöner arbeitet im Downfire-Prinzip.

Der 165 Millimeter große Langhub-Tieftöner arbeitet im Downfire-Prinzip.

Abstand bei der Aufstellung

Um das große Potenzial des kleinen Subwoofers möglichst effizient auszuschöpfen, sollte man sich bei der Aufstellung ruhig etwas Zeit nehmen. Da der S.0 im Downfire-Prinzip arbeitet und die Membran demzufolge nach unten Richtung Boden abstrahlt, ist ein wenig Freiraum wie bei fast jedem Subwoofer nicht zu verachten. Aus diesem Grund verfügt der kompakte Sumikon-Würfel schließlich auch über die massiven Standfüße, die neben der nötigen Entkoppelung auch für genug Abstand zum Untergrund sorgen. Ebenso sollte man dem S.0 aber auch in alle anderen Richtungen etwas Raum zur Entfaltung geben, schließlich droht bei in die Ecke gedrängten Subwoofern immer ein von Dröhnen begleiteter Sound. Um Störgeräusche zu verhindern genügen mitunter schon wenige Zentimeter, so dass hier ruhig etwas experimentiert werden darf. Grundsätzlich sollte der S.0 so weit wie möglich von Wänden weggezogen werden, in Wohnräumen ist man hier natürlich etwas limitiert. Die beiligende Bedienungsanleitung des S.0 empfiehlt in ihren Aufstellungsskizzen generell Positionen seitlich vom Hörplatz oder im Falle eines 7.2-Sets auch hinter diesem. Idealerweise probiert man aber einfach verschiedene Positionen aus und entscheidet sich schließlich für den besten Kompromiss aus Klang und Optik.

Die massiven Standfüße sorgen für den nötigen Abstand zum Boden.

Die massiven Standfüße sorgen für den nötigen Abstand zum Boden.

Auch die Bedienelemente am S.0 können noch zum besseren Klang beitragen, insbesondere die Trennfrequenz kann hier eine relevante Rolle spielen. Sofern der Subwoofer an einen AV-Receiver angeschlossen wird, der diesbezüglich ebenfalls Einstellungen ermöglicht, wird der Regler am S.0 bis zum Ende aufgedreht und die Trennfrequenz am Receiver eingestellt. Da vermutlich eher kompakte Boxen mit dem S.0 kombiniert werden, liegt die Einstellung zwischen 100 und 120 Hertz, bei größeren Standboxen kann man auch 80 bis 100 Hertz auswählen. Zudem sollte man die beiden Optionen des Phasenschalters ausprobieren, da diese unter Umständen ebenfalls einen deutlichen Unterschied im Klangbild bewirken. Um es ganz simpel zu halten: Hören Sie beide Einstellungen an und entscheiden Sie sich für diejenige, die den kraftvolleren Tiefton produziert.

Mit den Schaltern und Reglern auf der Rückseite des S.0 lässt sich das Klangbild anpassen.

Mit den Schaltern und Reglern auf der Rückseite des S.0 lässt sich das Klangbild anpassen.

Der Winzling mit dem Riesensound

So oder so ist die Bassleistung des Sumiko S.0 allerdings nicht zu verachten, der kleine Subwoofer zaubert ein extrem druckvolles und vor allem sehr kontrolliertes Tieftonfundament ins Zimmer. Um die Filmton-Qualitäten des S.0 zu überprüfen, schicken wir ihn an der Seite des 5.0-Sets Wharfedale Crystal 4 ins Rennen. Auch wenn das Surround-Set grundsätzlich auch ohne Subwoofer gut auskommt, nimmt es dessen Unterstützung sehr gerne an – schließlich weiß der S.0 auf Anhieb zu überzeugen. Die Anfangsszene von „Dredd“ lässt nicht lange auf erste Erfahrungswerte warten, sofort treibt der S.0 seine Mitspieler zu Höchstleistungen mit Vollgas an. Die Motorengeräusche von Dredds leistungsstarkem Motorrad machen sich sehr greifbar im Zimmer bemerkbar und geben uns das berühmte „Mittendrin“-Gefühl, während er die drei Zielpersonen quer durch den dichten Verkehr von Megacity One jagt. Ein sehr vielversprechender Auftakt in den Hörtest, der aber noch getoppt werden kann.

Eine sehr saubere Verarbeitung beschert dem S.0 Wohnraumqualitäten.

Eine sehr saubere Verarbeitung beschert dem S.0 Wohnraumqualitäten.

Denn aus dem dystopischen Nordosten der USA wagen wir mit „Sicario“ den Sprung zur südlichen Grenze der Vereinigten Staaten, genauer gesagt zum Übergang in Ciudad Juárez. Der kurze Ausflug der amerikanischen Agenten um Kate Macer wird zunächst atmosphärisch und ausgiebig eingeläutet, wobei der S.0 auch seine musikalischen Qualitäten eindrucksvoll andeutet. Besonders stark zeigt er sich jedoch erst, als sich langsam die Helikopter ins Zentrum der akustischen Wiedergabe rücken, ehe sie mit einem derart kraftvoll und nachdrücklich wirkenden Donnern über unsere Köpfe ins Blickfeld fliegen, dass wir diese unwillkürlich etwas einziehen. Doch damit ist es längst noch nicht getan, schließlich wartet auf dem Rückweg noch eine unliebsame Überraschung auf die mittlerweile zum Gefangenentransport gewachsene Kolonne. Im Stau des Grenzverkehrs soll die Zielperson mit Waffengewalt befreit werden, was die ebenso abgebrühten wie gut ausgerüsteten Protagonisten jedoch zu verhindern wissen – indem sie ihrerseits die Maschinengewehre einsetzen. Weil es dabei natürlich richtig schön rund geht, ist der S.0 selbstverständlich voll bei der Sache und untermalt die sehr kurzen Schießereien mit einem extrem druckvollen und höchst präzisen Tieftongewitter. Aus dem sonst so oft gehörten „Peng-Peng“ wird so eine wahrhaft realistische Kulisse, die fast schon zu echt klingt. Einzig die mittlerweile gute Kenntnis sowohl der Handlung von „Sicario“ als auch unserer unmittelbaren Nachbarschaft hält uns davon ab, per Hechtsprung hinter der Couch in Deckung zu gehen.

Als Aktivsubwoofer kommt der S.0 natürlich nicht ohne Kühlrippen auf der Rückseite aus.

Als Aktivsubwoofer kommt der S.0 natürlich nicht ohne Kühlrippen auf der Rückseite aus.

Das wäre allerdings ein guter Tipp für die zahlreichen Nachtclub-Besucher, die in „John Wick“ unvermittelt in einen weitaus langatmigeren Kugelhagel geraten. Auch hier bestätigt der S.0 seine Qualitäten bei der Darstellung von Schüssen, beeindruckt aber zudem mit einem extrem kraftvollen Punch, als Wick den Spa-Bereich im Keller verlässt und der Bass der Tanzfläche loswummert. Statt des befürchteten Dröhnens demonstriert der S.0 aber einmal mehr seine unglaublich kontrollierte Performance und versetzt uns erneut mitten ins Setting. Trotz der beständig im Hintergrund wummernden Musik vergisst er aber auch die Effekte nicht und unterstützt weiterhin sämtliche akustischen Begleitumstände der ausschließlich körperlich geführten Auseinandersetzung nicht. Angesichts dieser Erfahrung sollte die reine Musikwiedergabe wohl kein Problem für den S.0 sein.

Musikalisch ist er auch noch

Das überprüfen wir natürlich auch sogleich und lassen den Subwoofer im 2.1-Setting mit den kürzlich getesteten Mission LX-2 aufspielen. Das hohe Tempo der Filmtonwiedergabe behalten wir dafür bei und legen mit Joe Bonamassas „This Train“ gleich ordentlich rockig los. Der S.0 hält dabei aber völlig unaufgeregt und absolut problemlos mit und verpasst dem Klangbild quasi ganz nebenbei ein unglaublich großes Volumen, das sich selbst bei niedrigeren Pegeln deutlich bemerkbar macht. Genau die richtigen Qualitäten, um auch mal ruhigere Titel in satter Akustik zu genießen. „Don‘t Forget Me“ von den Red Hot Chili Peppers etwa ist so ein Kandidat, der oft völlig zu Unrecht hinter den agileren Tracks zurückstehen muss. Absolut unverständlich, zumindest wenn man es über den Sumiko-Subwoofer hört. Das gilt ebenso für „The Package“ von A Perfect Circle, das wir ja immer gerne zur Überprüfung der Bassqualitäten von Lautsprechern und Kopfhörern heranziehen. Dass der S.0 entsprechende Fähigkeiten zur Genüge besitzt, ist zwar schon längst geklärt – aber wenn es sich so gut anhört, werden wir so schnell ganz sicher nicht abschalten.

Die Standfüße verfügen selbstverständlich über genügend Grip.

Die Standfüße verfügen selbstverständlich über genügend Grip.

Fazit

Auf die inneren Werte kommt es an und das demonstriert der kleine Aktiv-Subwoofer S.0 von Sumiko in Perfektion. Obwohl der kompakte Tieftöner extrem platzsparend und damit sehr flexibel in der Aufstellung ist, liefert er eine enorm beeindruckende Performance mit kraftvollem Bass und höchster Präzision. Dadurch eignet sich der hervorragend verarbeitete und mit elegantem Design gesegnete Subwoofer sowohl für den Einsatz im Heimkino- als auch im HiFi-Setup. Dass er dabei sogar noch einen passend zu seinen Abmessungen nahezu winzigen Preis aufweist, ist schon fast nebensächlich – für diese Qualität würde man auch ein paar Scheine mehr auf den Tisch legen. Umso schöner, dass das gar nicht nötig ist.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 %

93 %

94 %

170806.Sumiko-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Sumiko S.0
Produktkategorie:Aktiv-Subwoofer
Preis:499,00 Euro (UVP)
Garantie:3 Jahre auf Elektronik,
5 Jahre auf Treiber
Ausführungen:- Weiß (Hochglanz)
- Schwarz (Hochglanz)
Vertrieb:Audio Reference, Hamburg
Tel.: 040 / 53320359
www.audio-reference.de
Abmessungen (HBT):275 x 245 x 280 mm
Gewicht:9,2 kg
Tieftöner:1 x 165 mm, Langhub
Leistung:120 Watt (Herstellerangabe)
Bauart:geschlossen
Prinzip:Downfire
Phaseneinstellung:0/180°
Lieferumfang:- Sumiko S.0
- Bedienungsanleitung
- Netzkabel
- Speakon-Kabel
Besonderes:- 2 Niederpegeleingänge
- separater LFE-Pegelregler
- Speakon-Connector
- erstklassige Verarbeitung
- Hochglanzlackierung
- tiefe Bassabstimmung
- reichlich Leistungsreserven
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt