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Redakteur
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Wer gut Musik hören möchte, braucht eine ordentliche Anlage. Bei geringem Platzangebot sind klassische HiFi-Systeme aber leider oft zu groß. All-in-One-Geräte sind hier oft die einzige Option und inzwischen liefert der Markt zum Glück auch eine breite Auswahl. Waschechten HiFi-Charakter mit High-End-Charme und einem Schuss Romantik offerieren aber nicht viele – das Unternehmen Neon will das mit seinem MTB830D ändern.

HiFi mit besonderem Flair: Das MTB830D von Neon ist mit einem Röhrenverstärker ausgestattet.

HiFi mit besonderem Flair: Das MTB830D von Neon ist mit einem Röhrenverstärker ausgestattet.

Um dieses Ziel zu erreichen, statten sie die moderne Vielfalt eines One-Box-Systems mit einem unschlagbaren Trumpf für audiophile Atmosphäre aus: Das zum Test geladene Micro-HiFi-System MTB830D besitzt nämlich einen integrierten Röhrenverstärker. Normalerweise sieht man diesen Gerätetyp eher in klassischen High-End-Amps und damit in spezialisierten Geräten – das, obwohl der Transfer in Komplettsysteme durchaus nachvollziehbar ist. HiFi-Komponenten mit Röhren strahlen schließlich seit jeher einen ganz besonderen Flair aus. Einen, der selbst der Modernisierung und den damit einhergehenden, alternativen Technologien unerschütterlich Stand gehalten hat. Ein bisschen Nostalgie spielt heutzutage sicherlich auch eine Rolle, aber selbst junge und unvoreingenommene Audiofreunde lassen sich schnell von den Charakteristika der Röhren begeistern. Nicht nur optisch macht sich ihr sanftes Glühen mit einer gewissen romantischen Atmosphäre bemerkbar, auch klanglich äußert sich das in einem eher warmen und fast schon lieblichen Tonbild, das dem Zuhörer sehr angenehme Hörsessions beschert. Vor allem im High-End-Bereich kommt der besondere Sound der Röhren daher seit etwa Mitte der Neunziger Jahre wieder verstärkt zum Einsatz.

HiFi aus Hongkong

Die audiophilen Qualitäten der Röhren-Amps hat auch Neon erkannt und sich inzwischen als Spezialist für eben diesen Verstärkertyp in Kombination mit kompakten Mini-HiFi-Anlagen aufgestellt. Das Unternehmen stammt übrigens aus Hongkong und produziert in Südchina Produkte für das eigene Label sowie als OEM-Partner für andere Hersteller. Erfahrung und Reputation sind also vorhanden. Bei der Fertigung der eigenen Komponenten legt Neon den Fokus auf eine harmonische Gesamtabstimmung, die Design und Akustik in Einklang bringen soll. Das klingt logischerweise nach dem einzig sinnvollen Ansatz bei der Entwicklung von HiFi-Komponenten, ist aber leider nicht immer selbstverständlich. Neon geht hier jedoch mit gutem Beispiel voran und überzeugt mit mehr als nur vorzeigbaren Ergebnissen, die in Europa über den Vertrieb von Headsound Audio erhältlich sind. Erkennbar sind die Mitglieder der Neon-Produktserien übrigens neben einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis an einem gleichermaßen hohen Niveau in den Bereichen Klangqualität, Konnektivität und Design – so auch das MTB830D. Dazu aber gleich mehr …

Ein edles Äußeres und eine tadellose Verarbeitung sind bei Neon selbstverständlich.

Ein edles Äußeres und eine tadellose Verarbeitung sind bei Neon selbstverständlich.

Begeistert in die Röhre gucken

Das MTB830D steckt in einem sehr modern und chic gestalteten Holzgehäuse, das im Retro-Design mit großzügig abgerundeten Ecken gehalten ist. Die Oberfläche in edler Holzoptik wird von einer Front ergänzt, deren Farbe sich in einem sehr ansehnlichen Bereich irgendwo zwischen sanftem Beige und Gold bewegt und dem Micro-HiFi-System den Look eines Designer-Möbelstücks verleiht. Zentral in der Front ist ein LED-Display integriert, das im oberen Bereich den immer wieder begeisternden Blick auf die Röhren des Verstärkers ermöglicht. Aufgrund dieser Verstärkereinheit verfügt das Micro-HiFi-System über Lüftungsschlitze in der Oberseite, die ihr die nötige Frischluft spendieren. In diesem Zusammenhang ist die sehr hochwertige Verarbeitung des MTB830D zu erwähnen, die an Kanten und Übergängen – passend zum Look – extrem sorgfältig ausfällt.

Die Oberseite des MTB830D muss frei bleiben, hier ist ein Lüftungsgitter eingesetzt.

Diese Liebe zum Detail äußert sich auch beim Display, das mit angenehm zurückhaltend auftretenden Digital-Ziffern und -Symbolen die aktuellen Einstellungen des MTB830D anzeigt. Direkt darunter sind – optisch ebenfalls dezent eingelassen – die Funktionstasten des Micro-HiFi-Systems platziert. Sieben sind es an der Zahl, die von Standby-Button über Quellenwahl, Play/Pause, Lautstärkeregelung, Equalizer bis zum CD-Auswurf reichen. Der über sie gesteuerte CD-Slot befindet sich übrigens in unmittelbarer Nähe, direkt unterhalb der Tastenreihe. Falls man jedoch gerade nicht unbedingt die CD austauschen möchte, lässt sich das MTB830D auch per Fernbedienung steuern. Die ist wesentlich unspektakulärer gehalten als das befehlsempfangende Gerät, dafür aber samt der benötigten Batterie im Lieferumfang enthalten. Mit einer reichhaltigen Tasten-Bestückung bietet sie Direktzugriff auf die Funktionen des Micro-HiFi-Systems – von denen es durchaus so einige gibt …

Unterhalb des Displays ist das MTB830D mit Funktionstasten ausgestattet.

Unterhalb des Displays ist das MTB830D mit Funktionstasten ausgestattet.

Außen retro, innen modern

Zunächst wären in Bezug auf die Ausstattung die vielfältigen Quellen zu nennen, auf die das MTB830D zurückgreifen kann. Neben dem bereits erwähnten CD-Laufwerk können auf der Rückseite auch externe Quellgeräte über den analogen 3,5-Millimeter-Aux-Eingang angeschlossen werden, überdies finden auch USB-Sticks Anschluss ans Micro-HiFi-System. Sogar ein optischer Digitaleingang ist vorhanden, das erhäht die Auswahl der konnektierbaren Quellen um ein Vielfaches. Die eigene Lieblingsmusik kann darüber hinaus auch via Kopfhörer ausgegeben werden. Damit nicht genug, ist das MTB830D trotz seines Retro-Looks wahlweise auch ganz modern auf kabellosen Wegen unterwegs. Neben dem Radioempfang via FM und DAB+ ist das Zuspielen von Musikdateien via Bluetooth möglich, so dass auch Smartphones und Tablets ihre digitale Plattensammlung einbringen können.

Anschlüsse sind durchaus reichlich vorhanden.

Anschlüsse sind durchaus reichlich vorhanden.

Die Quellwahl erfolgt ganz simpel per Knopfdruck, auch das Auffinden gewünschter Radiosender ist intuitiv erledigt – zum Glück, leider ist die mitgelieferte Bedienungsanleitung derzeit lediglich in englischer Sprache verfügbar und der Quickstart-Guide ist im Prinzip mehr Skizze als Beschreibung. Sei’s drum, erstens braucht man weder das Eine noch das Andere wirklich und wenn man ehrlich ist, will man auch viel lieber direkt zur Tat schreiten. Dafür braucht man letztlich nur ein wenig Geduld, das MTB830D benötigt nach dem freundlichen Willkommensgruß im Display eine kurze Aufwärmphase von etwa zehn Sekunden. High-Ender kennen das, liegt diese Wartezeit doch am Röhrenverstärker, der diese Zeit zum Vorheizen verlangt. Nachvollziehbar, schließlich soll ja alles anstandslos laufen und exzellent klingen. Dafür belohnt er den Wartenden aber auch kurz darauf mit dem typisch natürlichen und puren Klang. Dieser lässt sich sogar über die verschiedenen Presets für die entsprechenden Musikrichtungen beziehungsweise Stile Pop, Rock, Classic, Jazz und Flat anpassen. Zudem kann der Tiefton via „Super Bass“ intensiviert werden, um bei Bedarf den unteren Frequenzen mehr Ausdrucksstärke zu verleihen. So kann man sich erstaunlich schnell, einfach und mit wenigen Handgriffen einen respektablen Sound „erarbeiten“, obwohl man dafür nun wirklich nicht viel tun muss.

Sämtliche Anschlussoptionen sind auf der Rückseite des MTB830D platziert, auch zwei Bassreflexports sind hier zu finden.

Sämtliche Anschlussoptionen sind auf der Rückseite des MTB830D platziert, auch zwei Bassreflexports sind hier zu finden.

Großer Klang braucht nicht viel Platz

Wie eingangs erwähnt verfügen Röhrenverstärker tendenziell über einen eher warmen und ausgewogenen, runden Klang. Das gilt auch für das MTB380D, das trotz seiner kompakten Abmessungen mit einem sehr vollmundigen Sound gesegnet ist. Je satter das gehörte Material daherkommt, umso voluminöser tritt auch das Micro-HiFi-System auf. Selbst kleine Nuancen machen da schon einen gewaltigen Unterschied, wie wir bei der CD „Heart Bleed Out“ von Erik Penny feststellen. Der Singer/Songwriter liefert von sanften Balladen bis hin zu tanzbaren Popsongs so ziemlich alles ab, was sich mit einer Akustik-Gitarre anstellen lässt und hat mit „Flowers & Fire“ einen absolut mit Hit-Charakter ausgestatteten Titel in der Tracklist untergebracht. Die sehr dynamische Nummer strömt perfekt gestaffelt aus den Lautsprechern des MTB830D, der Gesang steht dabei exakt im Zentrum der Wiedergabe und räumlich leicht erhöht über dem instrumentalen Fundament. Eine absolut tadellose Stereobühne also, die sogar erfreulich breit aufgestellt ist. Das macht sich – wie oben angedeutet – beim balladeskeren, aber dafür umso voluminöseren „Dance“ noch besser bemerkbar, das sich nochmal raumgreifender präsentiert und auch die virtuelle Bühne – fast möchte man sagen vor Stolz – anschwellen lässt. Die klangliche Staffelung nimmt es hier durchaus mit dedizierten Stereo-Setups auf und muss sich zumindest in den vergleichbaren Preisklassen nicht verstecken. Wichtig ist dabei zu betonen, dass wir hier nicht von einem künstlichen Aufplustern sprechen, da steckt durchaus eine Menge dahinter!

Die schön in Szene gesetzten Röhren des Verstärkers sorgen für einen warmen Sound.

Die schön in Szene gesetzten Röhren des Verstärkers sorgen für einen warmen Sound.

Bei Neon hat selbst das aber anscheinend noch nicht den eigenen Ansprüchen genügt, denn mit den Presets lässt sich die Wiedergabe ja auch noch für unterschiedliche Genres feinjustieren. Wer verstärkt Radio hört, wird hier mit „Rock“ und „Pop“ gut bedient sein. Allerdings gibt es ja auch Musikfreunde, die eher in klassischen Gefilden oder musikalisch ebenfalls anspruchsvollen Kategorien wie dem Jazz unterwegs sind. Um epochale Kompositionen oder fein nuancierte, von Technik geprägte Stücke vorbildlich ins rechte Licht zu rücken, ist das MTB830D ebenfalls bestens gerüstet. Die Möglichkeit des verstärkten Tieftons über die Option „Super Bass“ zu verstärken kann ebenfalls wertvolle Dienste leisten, falls man der Wiedergabe etwas zusätzliche Ausdrucksstärke verleihen möchte. Man sollte das vielleicht nur nicht mit dem gleichnamigen Titel von Nicki Minaj testen, da kann das Micro-HiFi-System nämlich längst nicht sein volles Potenzial abrufen – wie auch, auf dem Niveau ist der künstlerische Anspruch ja auch nicht wirklich nennenswert.

Auch die kleinen Gummifüßchen tragen mit sicherem Stand und Entkoppelung zum gelungenen Klang bei.

Auch die kleinen Gummifüßchen tragen mit sicherem Stand und Entkoppelung zum gelungenen Klang bei.

Stattdessen versuchen wir es mit einer bunten Genre-Mischung und wandeln nun mit „The Race“ von Yello auf elektronischen Pfaden. Der mittlerweile respektvoll als Klassiker zu bezeichnende Track wird den hohen Erwartungen sogleich gerecht. Zusätzlich zur breit aufgestellten Bühne gewinnt die Staffelung nun auch noch deutlich an Tiefe, die auf den Punkt abliefert. Die One-Box-Konstruktion erreicht hier tatsächlich Resultate, von denen manche Stereo-Setups nur träumen können. Damit dürfte auch endgültig klar sein, dass das MTB830D nicht einfach nur ein multifunktionales Küchenradio ist. Während Geräte dieses Typs öfter auch mal etwas kühl und gelangweilt klingen, hat Neons Micro-Anlage ganz viel Gefühl und eine große Portion Natürlichkeit an Bord. Die macht auch Rock-Klassiker wie „Wish You Were Here“ von Pink Floyd oder „Money For Nothing“ von den Dire Straits zu einem wahren Erlebnis, indem sie den unverkennbaren, leicht dreckigen Sound perfekt serviert. Da darf man auch mal mit relativ jungen Jahren festhalten, dass früher nicht alles schlecht war …

Neben u.a. Radiotuner und Bluetooth nimmt das MTB830D auch CDs auf.

Neben u.a. Radiotuner und Bluetooth nimmt das MTB830D auch CDs auf.

Fazit

Mit seinem MTB830D verknüpft Neon moderne Quellenvielfalt mit gelungenem Retro-Design und dem audiophilen Klang eines Röhrenverstärkers. Dank der intuitiven Bedienung eignet sich das Micro-HiFi-System auch perfekt für anspruchsvolle Einsteiger, die ohne großes Zutun hochwertigen Klang genießen wollen. Geringe Erfahrung mit technischen Gerätschaften, ein überschaubares Platzangebot oder ein limitiertes Budget sind also keine Gründe mehr, auf High-End-Flair zu verzichten.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

97 %

94 %

96 %

170827.Neon-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Neon MTB830D
Produktkategorie:Micro-HiFi-System
Preis:349,99 Euro
Garantie:1 Jahr
Ausführungen:Retro-Holzoptik
Vertrieb:Headsound Audio, Berlin
030 / 89635295
www.headsound.de
Prinzip: Stereo, Bassreflex
Verstärkertyp:Röhrenverstärker
Anschlüsse:- Bluetooth
- 3,5-mm-Aux-In
- optischer Digitaleingang
- USB
- CD
- Radiotuner (FM/DAB+)
- Kopfhörerausgang
Abmessungen (HBT):150 x 420 x 220 mm
Lieferumfang:- Neon MTB830D
- Fernbedienung
- Netzteil
- Quickstart-Guide (multilingual)
- Bedienungsanleitung (nur Englisch!)
Besonderes:- Röhrenverstärker
- LED-Display
- hochwertige Verarbeitung
- Retro-Look
- Bluetooth
- Kopfhörerausgang
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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