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Um aus der Masse hervorzustechen, muss man auffallen. Das gilt auch für Bluetooth-Lautsprecher wie den BB-860 Blackmore von Bennett & Ross. Der Experte für drahtlose Musikwiedergabe hat nicht nur äußerlich viel mit einem Gitarrenverstärker gemeinsam, sondern soll auch klanglich mithalten können. Sehr vielversprechend für ein Einsteigermodell, dessen aktueller Verkaufspreis bei gerade einmal 69 Euro liegt. Ein guter Grund, dieses Versprechen im Test auf die Probe zu stellen.

Rock'n'Roll ist dem Bluetooth-Lautsprecher Bennett & Ross BB-860 Blackmore nicht fremd.

Rock’n’Roll ist dem Bluetooth-Lautsprecher Bennett & Ross BB-860 Blackmore nicht fremd.

Für absolute HiFi-Puristen ist einzig und allein die Qualität des Klangs ein relevantes Bewertungskriterium für Lautsprecher. Der Großteil der Musikfreunde ist bei seiner Entscheidungsfindung allerdings etwas breiter aufgestellt und legen auch Wert auf die Optik. Kein Wunder, ansonsten könnten die Schallwandler-Konstrukteure dieser Welt ja auch einfach schmucklose Holzkisten zusammenzimmern oder schnell mal billige Kunststoffkästen verkleben. Das tun sie aber bekanntlich nicht, sondern wenden ganz im Gegenteil eine Menge Zeit dafür auf, ein mindestens dem akustischen Niveau entsprechendes Design zu entwickeln. Das gilt für hochpreisige High-End-Lautsprecher übrigens genauso wie für günstige Einsteigermodelle. Genauer gesagt: Gerade in den unteren Preisklassen mit seinem umfassenden Angebot spielt eine gelungene Optik eine wichtige Rolle bei der Kaufentscheidung. Logisch, wer die Wahl zwischen fünf klanglich und preislich nahezu gleichwertigen Modellen hat, entscheidet sich natürlich für den Schallwandler, der auch beim Design am meisten überzeugt. Da darf es sogar gerne mal etwas ausgefallener sein – zum Beispiel in Gestalt eines Gitarren-Verstärkers.

Verstärker oder Radio? Der doppelte Look

Beim Design des BB-860 orientiert sich Bennett & Ross deutlich an der ikonischen Optik klassischer Gitarren-Amps. Die großen Namen „Fender“ und „Vox“ sind zwar auch im Portfolio des Musikhauses Kirstein (das für den Vertrieb unseres Testkandidaten zuständig ist) vertreten, beim BB-860 Blackmore scheint man sich jedoch eher am nicht minder bekannter Hersteller „Marshall“ orientiert zu haben. Die bauen übrigens selbst auch Bluetooth-Lautsprecher, liegen damit preislich allerdings deutlich über dem BB-860 – um etwa das Drei- oder sogar Vierfache, je nach Modell. Das liegt letztlich natürlich unter anderem an der Ausstattung, es gibt allerdings auch ein paar kleine Unterschiede im Design. Hier ist der BB-860 gegenüber dem teureren Exemplar sogar im Vorteil, denn er verzichtet auf den unübersehbaren Hersteller-Schriftzug auf der Front. Aus diesem Grunde ist der Bluetooth-Lautsprecher nicht nur für Gitarristen und Rock-Fans interessant, das Design des BB-860 erlaubt durchaus auch Assoziationen zum Retro-Radio. Die kompakte, aber robuste Grundform erinnert optisch stark an ältere Rundfunkempfänger, ist mit einem Gewicht von 4,3 Kilogramm allerdings wesentlich leichter und filigraner als die Vorbilder. Trotzdem fühlt sich der BB-860 Blackmore an einem festen Stellplatz besonders wohl, was auch seine vier massiven Standfüße andeuten. Diese sorgen nicht nur für festen Stand und verminderte Vibrationen, sondern geben auch den beiden Downfire-Bassreflexöffnungen genug Spielraum zum Arbeiten.

Aufwendig verarbeitet bis ins Detail - der BB-860 macht dem Verstärker-Look alle Ehre.

Aufwendig verarbeitet bis ins Detail – der BB-860 macht dem Verstärker-Look alle Ehre.

Das Gehäuse ist passend zum Gitarrenverstärker-Thema mit schwarzem Kunstleder bezogen, die Front hebt sich dank eines aufwendig gewebten Frontgitters deutlich und ansehnlich ab. Keine Selbstverständlichkeit in dieser Preisklasse, wo sonst eher Kunststoff die übliche Optik dominiert. Nicht so beim BB-860 Blackmore, der vor allem mit der vierfarbigen Frontblende Stilbewusstsein beweist. Durchdacht zeigt sich das Design auch in kleinen Details wie den Bedienelementen. Diese sind von einem zart goldschimmernden Rahmen umfasst und in die Oberseite des Gehäuses eingelassen. So sind alle Regler, Tasten und Anschlüsse stets gut erreichbar. Auffällig ist der ganz rechts positionierte Kippschalter zum Ein- beziehungsweise Ausschalten, der ebenfalls im Retro-Look daherkommt. Die danebenliegenden Drehregler lassen sich zur Einstellung der Lautstärke und zur Klangjustierung (Bässe und Höhen) nutzen. Ganz links ist das Anschlussfeld untergebracht, inklusive zweier LEDs, die über den Betriebszustand und die Bluetooth-Verbindung Aufschluss geben.

Der Retro-Look wird sogar beim An/Aus-Schalter aufgegriffen.

Der Retro-Look wird sogar beim An/Aus-Schalter aufgegriffen.

Doppelt bestückt und doppelt gut

Als Bluetooth-Lautsprecher ist der BB-860 Blackmore grundsätzlich auf die drahtlose Wiedergabe ausgelegt, verfügt aber dennoch über zwei zusätzliche Anschlüsse. Darunter befindet sich ein USB-Port, über den Musikdateien direkt von Speicher-Sticks wiedergegeben werden. Dabei helfen die drei Steuerungstasten unterhalb des Anschlusses, die neben „Play/Pause“ auch den Titelsprung in beide Richtungen ermöglichen. Durch Ordnerstrukturen kann allerdings nicht navigiert werden (alle Dateien müssen also im Hauptverzeichnis abgelegt sein), so dass man Sticks besser mit einer einzelnen, langen Playlist bestückt. Dabei dürfen Dateien im MP3- oder WAV-Format berücksichtigt werden, alles andere kann der BB-860 Blackmore nicht verarbeiten. Das muss er angesichts seiner Preisklasse allerdings auch nicht, da sind andere Details wichtiger. Zum Beispiel der analoge 3,5-Millimeter-Aux-Eingang, für den ein passendes Anschlusskabel sogar schon im Lieferumfang enthalten ist. E-Gitarren lassen sich darüber (zumindest ohne Adapter) zwar nicht anschließen, dafür können Geräte ohne Bluetooth-Funktion auf diesem Wege mit dem BB-860 kommunizieren und ihm zuarbeiten. Ein Hinweis an dieser Stelle: Sobald ein Kabel oder USB-Stick angeschlossen ist, wird die Bluetooth-Funktion abgeschaltet. Man sollte Sticks und Kabel also bei Nichtgebrauch vollständig abnehmen – das sieht sowieso viel eleganter aus. Aber das sei nur am Rande erwähnt.

Neben Bluetooth gibt es auch kabelgebundene Zuspielmöglichkeiten in Form eines USB- und eines 3,5-mm-Aux-Anschlusses.

Neben Bluetooth gibt es auch kabelgebundene Zuspielmöglichkeiten in Form eines USB- und eines 3,5-mm-Aux-Anschlusses.

Wesentlich interessanter ist die Bestückung im Inneren des BB-860. Mit jeweils zwei Hochtönern und zwei Fullrange-Lautsprechern fährt Bennett & Ross hier ordentliche Geschütze auf. Angetrieben von 2 x 20 Watt gelingt dem Soundsystem ein satter Klang, der die zumeist deutlich kompakteren Konkurrenten in diesem Preissegment zum Großteil plötzlich ziemlich kleinlaut dastehen lässt. Nicht zuletzt dank der Equalizer-Funktion über die beiden Drehregler „Bass“ und „Treble“. Diese ist nicht nur ein echter Vorteil, sondern sogar ziemlich einfach in der Handhabung. Mit ein bisschen Experimentierfreude können auf diese Weise sogar absolut unerfahrene Laien problemlos das Maximum aus dem BB-860 Blackmore herausholen und den Klang an ihre persönlichen Vorlieben und die räumlichen Gegebenheiten anpassen. Passend zum Look des BB-860 gibt es also auch das Feeling aus dem Tonstudio quasi gratis dazu.
Zusätzliche Entscheidungshoheit gibt es in Sachen Energieverbrauch, dank eines optional zuschaltbaren Stromspar-Modus. Ist dieser aktiviert, wechselt der BB-860 nach zehn Minuten ohne eingehendes Signal in den Standby-Zustand, aus dem ihn erst eine neue Wiedergabe wieder aufweckt. Einmal mehr ein positives, kleines Detail des Bluetooth-Lautsprechers.

Energie sparen leicht gemacht: Der BB-860 verfügt über einen Stromsparmodus, der manuell (de)aktiviert werden kann.

Energie sparen leicht gemacht: Der BB-860 verfügt über einen Stromsparmodus, der manuell (de)aktiviert werden kann.

Simple Bedienung auch für Laien

Die Kopplung via Bluetooth funktioniert beim BB-860 Blackmore völlig konventionell und simpel, ohne irgendwelche Überraschungen. Ist der Lautsprecher eingeschaltet und Bluetooth beim Quellgerät wie dem Smartphone aktiviert, taucht der Blackmore schon wenige Sekunden später in der Liste der verfügbaren Geräte auf. Ein Fingertipp genügt, schon sind beide Geräte miteinander verbunden. Über eine Distanz von bis zu zehn Metern ist die Bluetooth-Verknüpfung auch absolut stabil, Hindernisse wie Zimmerwände oder Kleiderschränke reduzieren die Reichweite allerdings wie für die Technologie üblich ein wenig. Dafür bleibt das einmal erfolgte Pairing natürlich bestehen, man muss also nicht immer wieder aufs Neue diesen Prozess durchführen. Ebenso positiv: Die erfolgreiche Kopplung (und ihre Aufhebung) untermalt der Bluetooth-Lautsprecher akustisch mit kurzen Signalmelodien. Sobald man diese zum Abschluss der Einrichtung hört, kann man mit jeder beliebigen App Musik auf dem Smartphone abspielen und an den BB-860 senden. Das funktioniert mit lokal gespeicherten Dateien genauso gut wie mit Youtube, Spotify oder anderen Streaming-Diensten.

Die großzügigen Standfüße des BB-860 sorgen für sicheren Stand und Freiraum für die Bassreflexports.

Die großzügigen Standfüße des BB-860 sorgen für sicheren Stand und Freiraum für die Bassreflexports.

Der passsende Sound zur Optik

Für unseren Hörtest bleiben wir zunächst bei der Musik, die wir ohnehin auf dem Smartphone gespeichert haben. Da drängt sich angesichts der Optik des BB-860 Blackmore die gesammelte Rock-Mediathek geradezu auf und so starten wir mit „Chop Suey!“ von System Of A Down direkt voll durch. Erfreulicherweise zieht der Bluetooth-Lautsprecher richtig mit, obwohl der kalifornische Alternative-Metal alles andere als leichte Kost ist. Die unterschiedlich komplexen Gitarrenspuren, der dynamische Bass und die knackigen Drums können einen One-Box-Speaker schon mal vor Probleme stellen, doch der BB-860 zeigt sich davon völlig unbeeindruckt. Klar, eine spektakuläre Stereobühne kann er konstruktionsbedingt zwar nicht aufspannen, dennoch ist er mit seiner doppelten Bestückung und dem raumfüllenden Klang den besonders kompakten Vertreter seiner Zunft natürlich einen Schritt voraus. Oftmals geht bei den kleinen Speakern nämlich eine besondere Stärke zu Lasten einer anderen Qualität – so überdeckt ein kraftvoller Bass schon mal die mittleren oder hohen Frequenzen, was nur so lange gut klingt, wie man den dazu passenden Genres lauscht und dabei die Lautstärke aufdreht.

Gehäusebezug und Frontbespannung zeugen von sorgfältiger Verarbeitung.

Gehäusebezug und Frontbespannung zeugen von sorgfältiger Verarbeitung.

Bennett & Ross haben mit dem BB-860 Blackmore allerdings ein gesundes Maß zwischen Kraft und Technik gefunden. Das bestätigen Faith No More umgehend mit dem Titel „Ashes To Ashes“, bei dem die Gitarren noch rabiater und voluminöser auftreten als zuvor bei System Of A Down. Trotzdem kommt die bekanntlich enorm große Bandbreite von Mike Pattons Gesangskünsten perfekt zur Geltung. Vor allem der Refrain arbeitet die besondere Stimmfarbe und die stets mitschwingende Energie Pattons deutlich heraus. Am positiven Gesamteindruck des Klangs ändert auch ein steigender Lautstärkepegel nichts, stattdessen potenziert sich der positive Eindruck – zumindest solange man die fürs Gehör noch gesunden Dezibelwerte nicht überschreitet. Dann wird es nicht nur anstrengend für die Ohren, sondern irgendwann auch für den BB-860. Wir reden hier schließlich von einem Modell der Einstiegsklasse und das ist nicht dafür gedacht, ausgewachsenen HiFi-Sets Konkurrenz zu machen.

Die Downfire-Bassreflexöffnungen sorgen für die Extraportion Punch im Tieftonbereich.

Die Downfire-Bassreflexöffnungen sorgen für die Extraportion Punch im Tieftonbereich.

Das gilt auch für die Qualität in Extrembereichen, zum Beispiel die sehr hohen Oktaven, die Heather Nova mit ihrem Gesang erreicht. Zwar wären Adjektive wie „kristallklar“ hier etwas übertrieben, doch angesichts des aufgerufenen Preises liefern Bennett & Ross eine definitiv überdurchschnittliche Leistung ab. Unsere Erwartungen waren zugegeben relativ gering, als wir den Blackmore mit „What A Feeling“ und „Heart And Shoulder“ auf die Probe stellten – wir hätten nicht so zurückhaltend sein müssen. Der BB-860 knüpft einfach an die hervorragende Gesangsdarstellung an und lässt auch Novas Stimme sehr gefühlvoll (wenngleich natürlich deutlich sanfter) ins Zimmer fließen. Dabei gelingt es dem Bluetooth-Lautsprecher sogar, potenzielle Nervtöter sehr elegant aufzulockern. Gemeint sind damit die Passagen, denen man vor allem in den Titeln sogenannter „Pop-Diven“ begegnet: Langgezogene, mit sehr hoher Stimme gesungene Melodien, die mitunter eher an verwundete Tiere als an künstlerische Qualitäten erinnern … wie auch immer, die Gefahr besteht bei Heather Nova ohnehin nicht und zudem ist sie beim BB-860 Blackmore schon im Ansatz gebannt. In seinem ausgewogenen Klangbild kommen solch extreme Ausschläge nicht vor, weder in die eine noch in die andere Richtung.

Das Herstellerlogo in der Front fällt im Vergleich zu Gitarrenverstärkern relativ dezent aus - so geht der BB-860 auch gut als Retro-Radio durch.

Das Herstellerlogo in der Front fällt im Vergleich zu Gitarrenverstärkern relativ dezent aus – so geht der BB-860 auch gut als Retro-Radio durch.

Fazit

Der BB-860 Blackmore von Bennett & Ross ist akustisch und klanglich ein richtig starker Bluetooth-Lautsprecher. Der druckvolle und ausgewogene Sound allein rechtfertigt den günstigen Kaufpreis von rund 70 Euro bereits vollkommen, das gelungene Design im Stile eines Gitarrenverstärkers gibt es also quasi gratis dazu. Damit liefert der Blackmore ein definitiv unschlagbares Gesamtpaket, das sich insbesondere Freunde von Rockmusik und Retro-Look nicht entgehen lassen sollten.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: Martin Sowa, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Einstiegsklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 of 100

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93 of 100

170304.Bennett-Ross-Testsiegel
170304.Bennett-Ross-Preistipp

Technische Daten

Modell:Bennett & Ross BB-860 Blackmore
Produktkategorie:Bluetooth-Lautsprecher
Preis:- 99 Euro (UVP)
- 69 Euro (aktueller Verkaufspreis)
Ausführungen:Schwarz
Vertrieb:Musikhaus Kirstein GmbH, Schongau
Tel.: 08861 / 9 09 49 40
www.kirstein.de
Abmessungen (HBT):21 x 35 x 19,5 cm
Gewicht:4,3 kg
Prinzip:Bassreflex-Soundsystem
Hochtöner:2
Breitbandlautsprecher:2
Anschlüsse:- 3,5 mm (AUX-Eingang)
- USB
- Bluetooth
Musikleistung:2x 20 Watt
Lieferumfang:- Bennett & Ross BB-860 Blackmore
- 3,5-mm-Klinkenkabel
- Netzteil
- Kurzanleitung
Besonderes:- Gehäuse in Lederoptik
- Bassreflexöffnungen auf der Unterseite
- ca. 10 Meter Bluetooth-Reichweite
- Präzisionsdrehregler
- vierfarbige Frontabdeckung im Vintage-Design
-rutschfeste Standfüße
- Powersaver-Schalter auf der Rückseite
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Einstiegsklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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