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Redakteur

Der Acer PE320QK verspricht sich als professioneller Monitor für Designer. Er wird individuell kalibriert ausgeliefert, so dass Farben in lebensechter Qualität abgebildet werden sollen. Moderne Features wie UHD, HDR, 100-Prozent-sRGB und USB-Typ C machen neugierig. Wir erklären, was sich hinter diesen Kürzeln verbirgt und für wen sich dieses Display noch eignet.

Dank flexibler IPS-Technologie kann auch aus seitlichem Betrachtungswinkel auf den Acer PE320QK geschaut werden, ohne dass Bildinhalte „verschwinden“. Das funktioniert bis zu zu einem Winkel von 178 Grad.
Foto: Michael B. Rehders

4K und HDR sind inzwischen in aller Munde, wenn es um Fernseher, Projektoren oder Monitore geht. Die Vorteile dieser Techniken viele Grafiker, Fotografen und Videografen längst erkannt und schnell schätzen gelernt. Wer Bildwerke für Online-Präsenzen bearbeitet und dabei größten Wert auf eine originalgetreue Farbdarstellung legt, kommt am Farbstandard sRGB nicht vorbei. Genau diesen unterstützt der Acer PE320QK zu 100 Prozent. Die obendrein hohe Bildauflösung sorgt für eine detailreiche Darstellung. So muss nicht ständig ins Bild gezoomt werden, um präzise an den Feinheiten zu arbeiten. Der große DCI-P3-Farbraum bietet Videografen zudem weitere Optionen bei der Gestaltung, ebenso wie das größere Kontrastspektrum der modernen High Dynamic Range (kurz HDR).

Sämtliche Tasten befinden sich auf der Rückseite des Bildschirms. Sehr gut, um zügig durch das On-Screen-Menü zu navigieren. Als besonders praktisch erweist sich der runde Joystick. Über ihn lassen sich alle Einstellungen wirklich angenehm und zielsicher vornehmen. Acer hat dem PE320QK sogar einen Ein/Aus-Schalter spendiert. So kann der Nutzer Strom sparen, wenn er gerade mal nicht daran arbeitet. Das ist ein lobenswerter Umweltgedanke, für den wir gleich ein paar Extrapunkte vergeben.
Foto: Michael B. Rehders

Kleiner Rahmen, großes Bild

Die Bilddiagonale beträgt satte 80 Zentimeter (31,5 Zoll). Das beinahe rahmenlose Design sieht richtig gut aus. Es ist aber nicht nur optisch ansprechend, sondern bietet einen deutlichen Mehrwert für Arbeiten, die gleich mehrere Displays erfordern. Beispielsweise lassen sich bis zu drei Monitore aneinander setzen. Die Rahmen zwischen den Bildern sind sehr schmal. In der Bildbearbeitung ist das ein großer Vorteil, wenn das Originalwerk mittig in voller Größe abgebildet wird, während die Monitore links und rechts Werkzeuge und Timelines darstellen.
Wer keinen Platz für drei Monitore auf seinem Schreibtisch hat, profitiert dennoch von der großen Bilddiagonalen in 32-Zoll. Die riesige Displayfläche bietet ausreichend Platz, um selbst Hochformat-Fotos beziehungsweise Plakate und Flyer zu gestalten, während daneben Werkzeuge aus Photoshop oder Lightroom abgebildet werden. Beim Verfassen dieses Artikels kommen mir diese Vorteile gerade recht. Rechts steht die komplette Seite meines Testberichtes, auf der linken Seite des Displays sämtliche Fotos zur Illustration. Auf diese Weise komme ich recht schnell voran.

Der Acer PE320QK wird gut und sicher verpackt geliefert. Der Zusammenbau erfordert lediglich einen Schraubendreher. Der Bildschirm wird zunächst an die stabile Mittelsäule geschraubt (links). Anschließend werden die aufklappbaren Seitenteile der Blendschutzhaube befestigt (Mitte). Das obere Teil wird hingegen einfach oben drauf gelegt (rechts). Der Vorteil dieser Konstruktion ist, dass alle Seitenteile aufgeklappt werden können. Sollten mehrere Personen vor dem Acer sitzen, haben alle Betrachter einen ungetrübten Blick auf das Display – eine sehr durchdachte Konstruktion.
Foto: Michael B. Rehders

Stromversorger

Den PC oder Mac zu nutzen ist üblich. Immer mehr Nutzer gehen aktuell dazu über und schließen auch ihr Notebook an ihren Monitor an – die gesteigerte Leistungsfähigkeit macht´s möglich. Auf diese Weise können die Arbeiten wahlweise auf dem großen Acer-Display oder eben unterwegs erfolgen. Wer ein Laptop mit USB-C-Anschluss besitzt, kann dieses über diesen Weg sogar vom PE320QK mit Strom versorgen und den Akku aufladen lassen. Bildübertragung und Ladevorgang erfolgen selbstverständlich über dasselbe Kabel. Besitzer älterer PCs ohne USB Type-C, stehen für die Signalübertragung dagegen HDMI- und DisplayPort-Anschlüsse zur Verfügung.

Sämtliche Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite des Bildschirms und sind leicht zu erreichen. PC, 4K-Blu-ray-Player und Notebook können sogar gleichzeitig mit dem Acer verbunden werden.
Foto: Michael B. Rehders

Luxusfeatures inklusive 4K

Die Auflösung des Acer PE320QK beträgt stattliche 3840 x 2160 Pixel (UHD). In der Regel wird dabei von 4K gesprochen. Bei 4K werden viermal so viele Informationen auf dem Display dargestellt wie auf einen Full-HD-Monitor. Das ist visuell schnell erkennbar, da hochaufgelöste Fotos viel mehr Elemente aufweisen und somit extrem realistisch erscheinen. HDR (High Dynamic Range) ist das andere Schlagwort. Hinter diesem Kürzel verbirgt sich die Realisation eines deutlich höheren Kontrastumfangs. Statt der üblichen 256 Grauabstufungen, die ein Foto mit 8-Bit darzustellen vermag, liefert ein HDR-Film bis zu 1048 Graustufen. Dadurch gelingt die Reproduktion von Helligkeitsverläufen homogener, weil sichtbar mehr Abstufungen auf derselben Fläche ermöglicht werden. Überdies nutzt HDR ein erheblich größeres Farbspektrum, wodurch beispielsweise Landschaftsaufnahmen deutlich realistischer erscheinen.
Die Bild-In-Bild-Funktion gestattet es darüber hinaus, dass (wie der Name bereits vermuten lässt) zwei Bilder gleichzeitig auf dem PE320QK dargestellt werden können. Wer also zwei PCs (oder einen PC und einen Blu-ray-Player) zugleich verbinden möchte, kann auf dem Acer Filme und Fotos gleichzeitig (!) darstellen lassen. Für Photoshop-Bearbeitung und Kundenpräsentationen ist das ein ausgesprochen praktisches Feature, da auf diese Weise Original und die veränderte Datei zeitgleich präsentiert und gegebenenfalls bearbeitet werden kann. Es wird aber noch besser: Der PE320QK besitzt nämlich bereits ab Werk eine vorzügliche Farbdarstellung. Acer kalibriert jeden Monitor vor Auslieferung, das entsprechende Messprotokoll findet sich im Lieferumfang.
Gamer profitieren hingegen von einer „Ultra Low Input Lag“-Technologie. Das bedeutet: Das Spielgeschehen ist praktisch in Echtzeit zu sehen. Zocker können also sofort auf Ereignisse reagieren. Wer regelmäßig spielt, weiß um die Vorteile. Je länger der Input Lag, desto größer ist die Verzögerung mit der Ereignisse auf dem Bildschirm zu sehen. Im schlimmsten Fall ist ihre Spielfigur bereits in ein Loch gefallen, bevor Sie das Loch überhaupt zu sehen bekommen. Für eine Reaktion ist es dann bereits zu spät. Diese Gefahr besteht beim Acer also nicht.
Als ebenfalls sehr angenehm stellt sich die „Flicker Free“-Technik heraus. Über sie wird störendes Flimmern wirkungsvoll unterbunden. Vorteil für Fotografen, denn besonders die stundenlange Bildbearbeitung wird dadurch deutlich entspannter.

Der Acer beherbergt gleich zwei 4-Watt-Lautsprecher. Das klingt nicht nach viel Leistung, reicht aber allemal für eine brauchbaren Sprachverständlichkeit. Die Pegeljustage gelingt über das Menü oder viel leichter über die Direkttasten.
Foto: Michael B. Rehders

PE320QK im Messlabor

Das dem Acer beiliegende Messprotokoll habe ich sogleich kontrolliert. Das Ergebnis: Meine Messungen ergeben nahezu identische Werte. Dieser Monitor kann also im Farbprofil „sRGB“ ganz ohne weitere Änderungen sofort verwendet werden.
Der Farbraum sRGB wird dabei zu 100 Prozent abgedeckt. Primär- und Sekundärfarben machen in meiner Messung fast eine Punktlandung. Die Farbtemperatur ist über alle Graustufenebenen im grünen Bereich, so dass Schwarz/Weiß-Aufnahmen wunderbar und tatsächlich unverfärbt erscheinen. Allenfalls das Gamma fällt in dunklen IRE-Abstufungen leicht verbesserungswürdig aus. Die Leuchtdichte beträgt (wie auf dem Protokoll ausgewiesen) sehr gute 313 cd/m². Damit eignet sich der PE320QK vorzüglich, um auch unter Tageslichtbedingungen eingesetzt zu werden. Der Kontrast von 737:1 (On/Off) und 717:1 (ANSI) ist in dieser Preisklasse überdurchschnittlich gut. Die Farbtemperatur sitzt mit 6500 Kelvin (D65) im Idealbereich. Das HDR-Farbspektrum fällt nochmal deutlich größer aus. Bis auf Grün treffen alle Primär- und Sekundärfarben auch hier ihre Vorgaben exakt. Die Farbraumabdeckung liegt bei rund 98 Prozent, ein absolut hervorragender Wert! Die fehlenden 2 Punkte haben allenfalls akademischen Charakter und spielen in der Praxis kaum eine Rolle. HDR zeigt alle Abstufungen im Quellsignal von 0,001 – 1000 Nits und kann somit uneingeschränkt verwendet werden. Sehr gut!

Unserem Testgerät liegt dieses Protokoll bei. Sämtliche Werte gehen mit meinen eigenen Messungen einher. Bravo!
Foto: Michael B. Rehders

Im Bildmodus „sRGB“ können alle Einstellungen tatsächlich unangetastet bleiben, da der Acer PE320QK bereits vor Auslieferung annähernd perfekt kalibriert wurde. Wer dennoch an den Einstellungen etwas verändern möchte, dem steht ein komplettes Sechs-Achsen-Farbmanagement zur Verfügung. Das funktioniert ebenfalls ganz hervorragend wie sich im Labor heraus stellt.
Foto: Michael B. Rehders

Natürlich und ultrafein

Installation und Anschluss sind (wie bereits beschrieben) schnell erledigt. Für die Montage wird allenfalls ein Schraubendreher benötigt. Hilfe durch eine zweite Person ist dagegen nicht nötig. PC, Notebook und 4K-Blu-ray-Player sind im Handumdrehen mit dem PE320QK verbunden. Nachdem alles vorbereitet ist, wird der Monitor für einen angenehmen Betrachtungswinkel noch ein wenig in der Höhe verstellt.
Im ersten Testabschnitt spiele ich dann ein paar Fotoaufnahmen von Hamburg zu. Meine Panoramaaufnahme aus der 21. Etage des Hanseatic Trade Centers zeigt die Skyline der Hansestadt. Die Uhrzeit auf dem Michel ist gut erkennbar. Selbst der vor seinem Einsatzfahrzeug stehende Feuerwehrmann ist mit Leichtigkeit erkennbar. Die Wegweiser unter der U-Bahnbrücke am Bahnhof „Baumwall“ werden ebenfalls klar und deutlich reproduziert.

Farbreproduktion und Kontrastumfang gelingen dem Acer PE320QK hervorragend. Im Vergleich mit meinem penibel kalibrierten Notebook sind praktisch keine Farbunterschiede zu erkennen. Ganz im Gegenteil, der Acer zeigt Feindetails ob seiner höheren Auflösung viel klarer.
Foto: Michael B. Rehders

Videoschnitt

Mit Adobe Premiere nehme ich den Videoschnitt eines meiner Filme vor. Die UHD-Auflösung des Acer macht sich dabei sofort bezahlt. Die 3840 x 2160 Pixel des von mir erstellten Image-Films werden perfekt abgebildet – und zwar exakt Pixel für Pixel! Die Kantenschärfe der Panoramaaufnahme von Rom ist beachtlich. Jede einzelne Person auf dem Platz vor dem Kolosseum ist erkennbar. Schwenks gelingen völlig ruckelfrei und erscheinen wunderbar flüssig. Überblendungen sind schnell erledigt, da die Timeline im Vorschaubild angenehm groß ist. Die benötigten Werkzeuge befinden sich links auf dem Monitor, ebenso alle Elemente, die ich noch einfügen möchte.
Die eingebauten Lautsprecher geben das Interview gut verständlich wieder. Stimmen klingen tatsächlich klar und deutlich. In der Musikwiedergabe fehlt es dann allerdings ein wenig an Präsenz. Wer hier professionelle Ansprüche an die Tonqualität stellt, könnte beispielsweise die von uns getesteten ADAM Audio S3V in Betracht ziehen. Für Schnittstudios sind diese Lautsprecher zweifelsfrei erste Wahl.

Die Ausschnittsvergrößerung zeigt die Präzision mit der der Acer PE320QK Feindetails herauszuarbeiten vermag. Die Baumstämme heben sich, völlig ohne unschöne Säume, vor dem Kolosseum ab. Der graue Asphalt wirkt völlig farbneutral. Die roten Mauersteine und Säulen auf dem Gebäude im Hintergrund, sowie die drei Lampen davor, werden knackscharf abgelichtet.
Foto: Michael B. Rehders

Spielfilme und Games mit hohen Kontrast

Von der hervorragenden Schärfe und präzisen Farbdarstellung des PE320QK profitieren aber nicht nur Fotoaufnahmen und Grafiken, sondern auch die Darstellung von Spielfilmen und Games. Ich beginne meinen zweiten Testabschnitt mit Letzterem: Durch den ultrakurzen Input Lag lenke ich meinen Formel-1-Renner punktgenau über den Parcours. Jeder noch so kleine Befehl am Controller wird unverzüglich ausgeführt und auf dem Display dargestellt. Auf minimale Lenkbewegungen reagiert der Bolide sofort, so dass Überholen zum Kinderspiel wird.
Um HDR genießen zu können, schalte ich den Reiter HDR im Menü von „Aus“ auf „Auto“. Spielfilme von 4K-Blu-ray entfalten jetzt tatsächlich ihre ganze Wucht. „Planet Erde 2“ profitiert von dem großen grünen Farbspektrum ganz besonders. Die Bäume sind nämlich nicht nur knackscharf, sondern weisen ganz nebenbei auch noch feine und prachtvolle Farbabstufungen auf. Beim Flug durch die Wolken habe ich fast das Gefühl direkt ins Geschehen greifen zu können. Der fantastische ANSI-Kontrast des Acer spielt hier seine ganze Stärke aus. Zwischen den Bäumen kann ich einzelne Tiere in der Steppe erkennen. Löwen auf der Jagd, Affen, die von Ast zu Ast schwingen, und eine Giraffe, die über die Baumwipfel lugt, ziehen mich sofort ins Geschehen. Genial! Die rote Lava glüht beim Vulkanausbruch dermaßen prachtvoll, wie es nur ganz wenige Displays darzustellen vermögen. Der Acer PE320QK gehört zu diesem kleinen, exklusiven Kreis dazu.

UHD-Aufnahmen können auf dem Acer PE320QK ihre ganze Farbenpracht entfalten.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit

Acer ist mit dem PE320QK regelrecht der ganz große Wurf gelungen. Auf dem riesigen 32-Zoll-Display kommen Grafiken, Games und Spielfilme mit ultrahoher Auflösung perfekt zur Geltung. Das sRGB-Farbspektrum wird zu 100 Prozent eingehalten – und das bereits ohne irgendwelche Änderungen in der Werkseinstellung. Kein Wunder, der Acer wird vor Auslieferung ab Werk kalibriert. Das umfangreiche Ausstattungspaket punktet zudem mit HDR und einem Sechs-Achsen-Farbmanagement. In der Summe ist das Universaltalent für rund 825 Euro sicherlich kein Schnäppchen, der PE320QK ist aber zweifelsfrei ein Geheimtipp unter den 80-Zentimeter-Bildschirmen mit 4K/UHD-Auflösung. Ein Monitor, der allen Kreativen wärmstens zu empfehlen ist, die ihre Bildwerke uneingeschränkt und in vollem Umfang in Online-Medien zur Schau stellen wollen.

Test, Text, Fotos: Michael B. Rehders

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 %

95 %

98 %

180812.Acer-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Acer
PE320QK
Gerätekategorie:Grafik-Monitor
Preis:825,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
Vertrieb:Acer, Ahrensburg
Tel.: +49 4102 4880
www.acer.de
Abmessungen (HBT):415 x 747 x 179 mm
Gewicht:11,0 Kg
Seitenverhältnis:16:9
Bildschirmdiagonale:31,5 Zoll
Bildauflösung:3840 x 2160 Pixel
Helligkeit:313 Nits (kalibriert)
Kontrast:- 737:1 (On/Off)
- 717:1 (ANSI) kalibriert
Anschlüsse:2 x HDMI
5 x USB
1 x Display Port
Lieferumfang:- PE320QK
- 1 Tischfuß
- Netzkabel
- Schnellanleitung
Besonders:- 32-Zoll-Bildschirm
- UHD-Auflösung
- HDR-fähig
- 6-Achsen-Farbmanagement
- geringe Eingangsverzögerung
Benotung:
Bildqualität (50%):1,0
Praxis (25%):1,0
Ausstattung (25%):1+
Gesamtnote:1,0
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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