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Redakteur
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Außergewöhnliches Design, einzigartiges Features – Dynaudios Music-Modelle heben sich optisch und praktisch vom Gros der gängigen Smart-Speaker ab: Sie passen sich an den Aufstellungsort an, sie analysieren den Geräuschpegel im Raum und optimieren daraufhin Lautstärke und Klang, sie lernen den Musikgeschmack ihres Besitzers kennen und bieten ihm proaktiv passende Wiedergabelisten an. Dass die Boxen allein oder als Multi-Room-System spielen, ohne Kabel streamen und HiRes können, erscheint da fast schon so selbstverständlich wie die Bedienung über eine clevere App. Wie intelligent dieses kabellose Musiksystem ist, haben wir mit dem Dynaudio Music 3 getestet.

Der Dynaudio Music 3 fügt sich durch seine Optik in die Wohnlichkeit des Ambientes ein.

„Form folgt Funktion“ – dieser fundamentale Design-Lehrsatz war der Ausgangspunkt für die Music-Serie von Dynaudio. Design Director Malte Köhn plagte eine Frage: Wie muss ein Lautsprecher geformt sein, damit er größer klingt als er aussieht? Zugleich verfolgte Köhn einen polarisierenden Plan: Langweilige 08/15-Boxen gibt es genug, darum sollten die Leute seine neue Kreation hassen oder lieben – natürlich lieber Letzteres. Diese Überlegungen führten zu der einzigartigen und aufsehenerregenden Formgebung der Music-Reihe, die an einen geschliffenen Edelstein erinnert. Das Music-Portfolio umfasst vier Modelle. Sie unterscheiden sich in der Gehäusegröße, der Chassis-Bestückung, der Anzahl sowie Leistung der eingebauten Verstärker und dem Schnittstellen-Umfang. Sie bieten aber samt und sonders die grundsätzlichen Features, die diese Serie auszeichnet. So findet jeder Interessent das für den eigenen Anspruch und das heimische Ambiente passende Modell – und hat mit den Farben Rot, Blau, Hellgrau und Dunkelgrau vier attraktive Kolorierungen zur Auswahl, die sich vom Schwarz-oder-Weiß-Standard der Konkurrenz abheben.

Die außergewöhnliche Formgebung erinnert an einen geschliffenen Edelstein – in Rot an einen Rubin.

Mobiler Klang-Rubin: Der Dynaudio Music 3

Unser Testmodell ist der mittelgroße Dynaudio Music 3. Der zweitkleinste Lautsprecher der Serie wird im herrlichen Rot geliefert und erinnert so durch Form und Farbe an einen geschliffenen Rubin. Sehr schön: Sowohl die Lautsprecherabdeckung als auch der sichtbare Gehäuserahmen sind gleich gefärbt. Dabei besteht der geschlossene Korpus des Dynaudio Music 3 aus Kunststoff, die Dänen haben hier das Kunststück vollbracht, die Flächen des sechseckigen Rahmens wie Metall wirken zu lassen. Bei den großen Modellen Music 5 und 7 sind sie dann wirklich aus lackiertem Aluminium. Die Abdeckungen bestehen aus echtem Stoff, der Bezug kommt von dem renommierten dänischen Stoffhersteller Gabriel – auch das zeugt vom gehobensten Anspruch dieses exzellent verarbeiteten Lautsprechers. Dieses Top-Niveau wird beim Innenleben fortgeführt, Dynaudio hat hier als bestens beleumundeter Lautsprecher-Spezialist ja auch einen Ruf zu verteidigen. Hinter der Abdeckung besorgen zwei 25-Millimeter-Hochtöner sowie ein 13-Zentimeter-Konus für Mitten und Bässe die Schallwandlung. Die Chassis werden von drei Verstärkern mit je 40 Watt Leistung angetrieben. Des Weiteren sitzt im Gehäuse auch ein Akku, der Dynaudio Music 3 kann wie sein kleiner Bruder Music 1 komplett ohne Kabel auskommen. Bis zu acht Stunden mobiler Musikspaß sind nach der Aufladung ohne Steckdosen-Stopp möglich.

Die Bespannung besteht aus echtem Stoff. Das Gewebe stammt von dem dänischen Hersteller Gabriel, einem führenden europäischen Anbieter von Bezugsstoffen und textilen Lösungen.

Brillante Bedienung

Dynaudio ist auch die Integration der Bedienelemente ausgezeichnet gelungen. Die insgesamt sieben Drucktaster besitzen die gleiche Farbe wie der Korpus und sind ganz sanft in das Gehäuse eingelassen. Dadurch wirkt der Dynaudio Music 3 wunderbar homogen und monolithisch. Der An/Aus-Taster ist dabei fast schon versteckt: Er sitzt am unteren Schenkel der linken Seite. Wenn man ihn drückt, geht links auf der Oberseite der Box ein Lauflicht durch eine Reihe von 16 schön eingesenkten, kleinen Lichtpunkten. Diese attraktive Startsequenz dauert zehn Sekunden, dann ist der Dynaudio Music 3 spielbereit. Die weißen LED zeigen nun den aktuellen Status der Lautstärke an und deren Ab- oder Zunahme. Die Pegelveränderung löst man durch Druck auf einen der beiden benachbarten Taster aus. Im Zentrum der oberen Seite sitzen dann drei Taster für Start/Pause sowie für das Springen zum vorherigen oder nächsten Track. Zur Rechten schließt sich dann der Quellwahltaster an. Er macht seinem Namen Ehre, indem er bei kurzer Betätigung zwischen den verfügbaren Quellen und den mithilfe der App angelegten Presets wechselt. Sechs LED zeigen hier den aktuellen Status an. Drückt man den Taster länger, wird der WLAN-Einrichtungsmodus gestartet und zugleich die Bluetooth-Kopplung aktiviert. Damit sind wir schon bei den Signal-Annahmestellen des Dynaudio Music 3.

Die Taster und Lichtpunkt-Anzeigen sind gelungen in den Gehäusesteg integriert. Hier ist die Lautstärke-Sektion des Dynaudio Music 3 zu sehen.

Schnittstellen und Streaming-Möglichkeiten

Der Dynaudio Music 3 ist auf gleich drei Wegen streamingfähig. Zum einen bietet er Bluetooth, hier kommt eine Version mit dem Codec aptX zum Zuge, er sorgt für eine richtig gut Audio-Qualität. Zum zweiten bietet er AirPlay, das wird alle iPhone- und iPad-Benutzer freuen. Noch besser wird’s über den dritten Streamingweg: WiFi. Die WLAN-Funktion ermöglicht einen unkomprimierten Datenflug von PCM-Files bis 96 Kilohertz/24 Bit – also in HiRes-Güte. DSD ist hingegen nicht möglich. Kabelgebunden können Appple-Affine ihre Musik über die USB-Buchse einspeisen, der Port akzeptiert nämlich ausschließlich iOS-Geräte. Der Dynaudio Music 3 ist „Made for iPod/iPhone“, er harmoniert mit folgenden Apple-Geräten: iPhone 7 Plus, iPhone 7, iPhone 6s Plus, iPhone 6s, iPod touch 6. Generation. Analog und allgemein zugänglich ist hingegen die Aux-Buchse. Hier kann man mit dem mitgelieferten Miniklinke-Kabel Musik etwa von Smartphone zuspielen. Die größeren Modell der Music-Serie bieten darüber hinaus noch einen optischen Digitaleingang (Modell 5) beziehungsweise Toslink- und HDMI Schnittstelle (Modelle 7). Welche Musik wird nun gestreamt? Dynaudios Favorit ist Tidal, deshalb gibt’s zum Dynaudio Music 3 gleich ein neunmonatiges Tidal-Probeabo. Die direkte Integration weiterer Dienste ist geplant, das erkennt man auch an der App, aber halt noch nicht realisiert. So ist Spotify nur über die Schnittstellen AirPlay und Bluetooth möglich. Direkt über die App geht hingegen mit vTuner die Suche nach den zahllosen Internet-Radiosendern dieser Welt. Wer hingegen den eigenen Musikfile-Bestand der heimischen Festplatte abspielen möchte, muss auf die App eines Drittanbieters zurückgreifen, die den Dynaudio Music 3 als UPnP/DLNA-System identifiziert, etwa BubbleUPnP oder Kinsky. Das geht zwar einfach und reibungsfrei, aber der nächste Entwicklungsschritt des Music-Systems darf gern die direkte Integrierbarkeit der eigenen NAS-Festplatte in das Music Now-Konzept (zu ihm kommen wir im übernächsten Abschnitt) und in die Dynaudio-App sein – zu dieser Applikation kommen wir jetzt.

Auf der Rückseite sind die Anschlüsse untergebracht. Die USB-Buchse ist ausschließlich für iOS-Geräte ausgelegt – für den Musikdaten-Import und als Auflademöglichkeit für iPhone und Co. Über die Miniklinkenbuchse können analoge Musiksignale eingespeist werden.

Steuerung per Fernbedienung oder App

Zum Dynaudio Music 3 wird eine optisch ansprechende, handliche und leichte Infrarot-Fernbedienung aus schwarzem Kunststoff geliefert. Sie beschränkt sich auf sechs Tasten, mit denen man die Lautstärke hebt oder senkt, die Quelle wählt, einen Musiktitel startet oder anhält und zum vorherigen oder nächsten Track springt. Die Fernbedienung deckt also die Grundbedürfnisse ab. Ein smartes System bietet aber heutzutage natürlich eine App zur Steuerung. Das ist auch bei Dynaudio so: Die Dynaudio Music App für Android und iOS bietet den vollen Bedienungskomfort, eigentlich geht hier der Spaß erst richtig los. Mit der App werden die Lautsprecher angemeldet und eingerichtet, zu Stereo-Paaren verknüpft und für den Multiroom-Einsatz gruppiert. Mit der App werden auch die Profile angelegt, in denen die eigenen Klangeinstellungen und Musikvorlieben gespeichert sind. Auf fünf Preset-Plätzen kann man Favoriten abspeichern – etwa die Lieblingsband, den bevorzugten Radiosender oder Streaming- Wiedergabelisten. Diese fünf Favoriten lassen sich dann auch sofort über den Quellwahltaster am Gerät abrufen. Das ist schon ein Bestandteil des Music Now-Konzepts. Zurück zur App: Sie bietet mehrere Möglichkeit, den Klang zu beeinflussen. Da ist zuerst ein klassischer Equalizer zur Veränderung von Höhen und Bässen. Dies geschieht ziemlich unklassisch: Statt Schieberegler für Plus und Minus gibt es einen Cursor, den man frei über die gesamte Fläche des Tablets ziehen kann. Das ist sehr intuitiv. Darüber hinaus gibt es drei Equalizer-Presets, sie besorgen eine tonale Ausrichtung auf „Music“, „Movie“ oder „Voice“. Die Krönung sind jedoch die nun folgenden zwei intelligenten Sound-Optimierer.

Die Dynaudio Music App befragt uns umgehend zu unserem Musikgeschmack: Durch die Auswahl bestimmter Interpreten und Bands (Bild 1) und durch die Wahl bevorzugter Musikgenres (Bild 2) entsteht unser persönliches Musikprofil (Bild 3).

Automatische Pegel- und Klanganpassungen

Der Akku verhilft dem Music 3 zur Aufstellungsfreiheit, doch damit es überall gut klingt, hat Dynaudio ihm das Feature RoomAdapt spendiert. Diese automatischen Raumkorrektur analysiert alle fünf Sekunden die Beschaffenheit des Zimmers und die akustischen Gegebenheiten am aktuellen Standort, errechnet die nötigen Veränderungen für einen ausgewogenen Klang und passt daraufhin selbsttätig den Dynaudio Music 3 an – und zwar sofort, ohne irgendwelche Tastenbedienung. So kann man den Lautsprecher freistehend, an der Wand oder in einer Ecke des Raums positionieren, ohne dass sich der Klang der Box komplett verändert. Ein weiteres pfiffiges Feature, das wir so auch noch nicht gesehen haben, ist NoiseAdapt: Der Dynaudio Music 3 registriert, was akustisch gerade im Raum vor sich geht. Leises Flüstern? Anschwellende Gesprächsgeräusche? Großer Party-Lärm? Das System reagiert auf die jeweilige Situation, indem es automatisch die Lautstärke und zugleich den Klangcharakter anpasst, damit die Musik in jeder Situation klar und deutlich zu hören ist. Diese selbständige Pegel- und Soundoptimierung soll so unauffällig funktionieren, dass man ihren Einsatz nicht wahrnimmt, ihr Fehlen aber sofort auffällt – weil man plötzlich wieder zur Fernbedienung greifen muss. Wir sind gespannt!

Mit einem Knopfdruck zur Lieblingsmusik – das ist das Music Now-Konzept von Dynaudio. Mit den fünf Favoritenplätzen, die selbst belegt werden, und dem Quellwahltaster ist man im Nu am Ziel.

Maßgeschneiderte Musik auf Knopfdruck

Die Pfiffigkeit des Music-Systems reicht über die Klangoptimierung hinaus: Mit „Music Now“ geht das System aus die musikalischen Wünsche seines Besitzers ein. Gleich zu Beginn fragt es nach den Vorlieben, hier kann man konkret Bands und Einzelkünstler eingeben, aber auch Musikgenres und Stilrichtungen. Daraufhin bietet das System aus dem verfügbaren Bestand – also erst einmal aus dem riesigen Tidal-Angebot – eine Auswahl an. Wir können diese Auswahl gutheißen oder missbilligen, mit jeder dieser Eingaben verfeinert und erweitert das System seine Auswahl, bis es schließlich ein maßgeschneidertes Angebot liefert. Man hört über diese vom System erstellte Musikliste viele Lieblingssongs, wird aber ebenso mit passender unbekannter Musik versorgt. Parallel empfiehlt das Music-System Internetradio-Stationen, die dem bislang identifizierten Geschmack nahekommen. Fünf Favoriten aus dem Tidal- und Radio-Angebot können, wie gesagt, auf Preset-Speicherplätzen abgelegt werden. Sie sind dann auch direkt über die Gerätetaster des DynaudioMusic 3 abrufbar. So hört man schließlich mit einem Tastendruck kontinuierlich tolle Musik, ohne vorher in stundenlanger Arbeit eine Playlist zusammenstellen zu müssen. Mit einem Knopfdruck Musik, die man mag – das ist das Konzept von Music Now.

Aus unseren Angaben kreiert die App ein kontinuierliches, maßgeschneidertes Musikangebot und bietet uns zudem passende Internet-Radiosender an (Bild 1). Wählen wir einen Künstler an, präsentiert uns die App einleitend eine Künstlerbiografie und dann die Top-Titel sowie Top-Alben des Interpreten (Bild 2). Wer Titel von seiner eigenen Festplatte spielen will, muss eine Fremdapp verwenden – hier BubbleUPnP (Bild 3). Das funktioniert reibungslos.

Stereo-Kopplung und Multiroom

Das Dynaudio Music ist ja ein Multiroom-System, darum fügen wir im Test als Spielpartner das kleinste Modell der Serie hinzu: den Dynaudio Music 1. Die Einbindung geht so leicht wie beim Music 3: Die App findet nach ein paar Sekunden alle eingeschalteten Music-Boxen, und listet sie samt Piktogramm ab. Nun können wir die Lautsprecher koppeln. Zwei lassen sich zu einem Stereopaar verbinden. Der Music 3 ist zwar per se als Stereo-Lautsprecher konzipiert, doch durch den Boxenverbund wird die Wiedergabe in einem Raum deutlich plastischer und voluminöser. Alternativ zur Stereo-Paarung können wir die beiden Boxen in einer Gruppe zusammenfassen. Dafür müssen wir auf der Tablet-Bedienoberfläche die Boxen-Abbildungen einfach nur in einen rotgeränderten Kreis ziehen, der die neu zu erstellenden Gruppe symbolisiert. Für eine Gruppe braucht man mindestens zwei Lautsprecher. Jetzt der Gruppe noch einen Namen geben – fertig. Nun geben diese Boxen genau das Gleiche wieder oder spielen jeweils unterschiedliche Musik. Das geht übrigens auch schon mit zwei Boxen. Der Multiroom-Betrieb ist sinnvoll für die Beschallung verschiedener Räumen, wenn man die Boxen also auf die Zimmer der Wohnung verteilt. In das Dynaudio Music lassen sich noch weitere Lautsprecher einbinden. Das Zufügen geht leicht, zum Entfernen eines Lautsprechers muss hingegen erst die gesamte Gruppe gelöscht werden, damit man dann die neue Konfiguration erstellen kann. Mit sechs Boxen ist dann das Maximum an Multiroom erreicht.

In der App lässt sich jeder Music-Lautsprecher einzeln einstellen. Hier werden auch die automatische Anpassung an den Geräuschpegel (NoiseAdapt) und die Raumkorrektur (RoomAdept) aktiviert (Bild 1). Werden weitere Lautsprecher in das Music-System integriert, lassen sich leicht Gruppen für den Multiroom-Betrieb bilden (Bild 2) oder zwei Boxen für einen Stereo-Betrieb koppeln (Bild 3).

Einsatzorte, Aufstellung …

Einsatzorte, Aufstellung und Einrichtung
Da der Dynaudio Music 3 weder Signal- noch Stromkabel braucht, ist er theoretisch überall einsetzbar; praktisch gibt allerdings dann doch ein paar Mobilitätseinschränkungen. Für die Bodenhaltung ist diese Box nicht konzipiert, der Wireless Speaker ist für die Positionierung auf Sideboard, Tisch, Regal oder Highboard gedacht. Am besten ist eine Aufstellung auf Höhe der Ohren. Bei allen anderen Aufstellungen können die automatischen Akustikanpassungen für das bestmögliche Ergebnis sorgen, gerade bei wechselnden Aufstellungsorten bietet sich die Aktivierung von RoomAdapt an. Wegen der Spannungsversorgung des aktiven Lautsprechers wird seitens Dynaudio von einer Verwendung im Freien abgeraten, Sonnenlicht bekommt dem Music 3 ebensowenig wie Nässe. Deshalb ist der Lautsprecher auch ungeeignet für einen Betrieb in Räumen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Bäder, Saunen, Schwimmbädern oder Duschen scheiden also aus. Abseits dieser Einschränkungen ist aber alles möglich – und ob man als stolzer Besitzer wirklich auf die Nutzung zumindest im Garten, im Park oder am See verzichtet, bezweifeln wir stark. So oder so: Dank der bodenseitigen Gummierung steht der Dynaudio Music 3 rutschfest und in Anbetracht der schmalen Standfläche sicher.

Herausragende Qualität: Der Dynaudio Music 3 ist bis in die Winkel exzellent geformt und gefertigt.

…und Einrichtung per App

Wer nun die App installiert, wird direkt zur Verknüpfung mit den abonnierten Musikdiensten ermutigt. Als Appetitmacher liegt dem Dynaudio Music 3, wie gesagt, der Code für ein neunmonatiges kostenloses Tidal-Probeabonnement bei. Nachdem wir das Abo aktiviert haben wird die App neugierig: Sie möchte unseren Musikgeschmack kennenlernen. Hier kann man zum einen Genres von Pop über Klassik bis hin zu Metal und Easy Listening auswählen, zum anderen bietet sie uns eine große Auswahl an Künstlern an – und wenn man einen wählt, wird die Liste sofort um ähnliche Bands und Interpreten vergrößert. „Je mehr du hinzufügst, umso besser wird es“ teilt uns die App mit. Sie wird später also umso genauer unseren Geschmack treffen, je offener wir jetzt unsere Vorlieben angeben. Wer bei diesem entdeckungsreichen Auswahlprozess irgendwann stoppt und auf „Fertig“ drückt, hat damit sein Musikprofil erstellt. Nun geht es an die Einrichtung der Lautsprecher. Zuerst kommt die Einbindung ins WLAN. Die App hilft bei der gesamten Schritt-für-Schritt-Anleitung vorbildlich in der Art eines Chats. Hier fragt sie, ob die WiFi-Anzeige am Lautsprecher blinkt. Wer „Nein“ antippt, bekommt einen konstruktiven Lösungsvorschlag, in diesem Fall: Gerät einschalten. Machen wir, prompt geht es. Nun zeigt uns die App sofort die verfügbaren Netzwerke an, wird brauchen nur noch das richtige wählen und das Passwort eingeben – erledigt. Prompt bekommen wir von der App Vorschläge für den Start in den Musikspaß: diverse Künstler, die wir zuvor ausgewählt haben, dazu die Rubriken „Dein persönlicher Mix“, „Neue Musik entdecken“, „Favoriten“, „Metal – Dein persönlicher Mix“ und in unserem Fall „Metal – Neue Musik entdecken“. Tja, die App hält sich gnadenlos an unsere Angaben. Dazu empfiehlt sie uns sofort einige passende Internet-Radiosender – und sie ist bereit, auf unseren Fingertipp hin sofort eines ihrer Angebote zu starten. Dann legen wir mal los!

Die Fernbedienung des Dynaudio Music 3 ist schlicht gehalten und bietet die Grundfunktionen.

Der Dynaudio Music 3 in der Praxis

Wir tippen in der App auf „Dein persönlicher Mix“, und schon schallt aus der Box Uriah Heeps Klassiker „The Wizard“ vom „Official Bootleg“ – ein Volltreffer in Bezug auf unseren Musikgeschmack, sofort geht die Gespanntheit in unserem Gesicht in ein Grinsen über. Weil wir diesen Song lieben, tippen wir in der App auf das „Herz plus“-Symbol, um unser Wohlgefallen zu dokumentieren. Hätte der Song uns nicht zugesagt, hätten wir auf das „Herz minus“-Symbol gedrückt. Die App ist ja lernbegierig. Weil wir den Song lieben, erhöhen wir außerdem gleich mal ordentlich die Lautstärke – mit einer erfrischend anderen Regler-Art: Für mehr Pegel braucht man einfach nur an der rechten Seite einen kleinen roten Strich wie einen Schieberegler hochziehen, dabei steigert sich die mitwandernde Lautstärkeangabe, sie reicht von 0 bis 100 Prozent – eine sehr intuitive Lösung. Schade, dass dies für den schnellen Rück- und Vorlauf fehlt, ihn gibt es schlicht nicht. Also hören wir den Song einfach nochmal komplett von Anfang an. Der handliche Dynaudio Music 3 macht auf unserem Redaktionstisch amtlich Alarm – und zwar mit richtig gutem Sound! Der Lautsprecher klingt klar, bietet angenehme Höhen, druckvolle Mitten und einen überraschend satten Bass, ohne dabei schwammig zu werden oder zu komprimieren. Dazu kommt eine für diese Boxengröße überraschende Räumlichkeit und Tiefe der Abbildung. Beim Ausprobieren registrieren wir, wie gut die App und der Dynaudio Music 3 interagieren: Steigert oder senkt man am Tablet die Lautstärke, verändert sich analog die Lichterkette auf dem Lautsprecher, drückt man hier wiederum die Start/Pause- oder Track Skipping-Tasten, so werden diese Befehle von der App sofort ausgeführt. Das funktioniert dann auch mit dem als zweitem Lautsprecher hinzugezogenen Music 1: Es ist egal, wo man bedient, stets reagiert das gesamte System. Etwaige bei der Bedienung auftretende Verzögerungen sind offenbar auch der Tablet- und Handy-Hardware geschuldet: Mit unserem Samsung Tab A-Tablet gehen der App beim Ausprobieren ab und an die Lautsprecher verlustig, auch das Wiederfinden dauert eine gute Weile; mit unserem Smartphone LG V30 hingegen geht alles deutlich schneller und problemlos. An der Übersichtlichkeit und Praktikabilität der App sollte aber generell noch gearbeitet werden: Man kann leider nicht sehen, welche Musik vorher gelaufen ist und was noch folgt. Beim Betrieb zweier Boxen mit jeweils unterschiedlicher Musik wird dann in der Übersichts nur die zuletzt beschickte Box angezeigt samt der Möglichkeit, die Musik anzuhalten. Die andere Box muss man erst über das Menu aufrufen, um hier die Musikangabe sehen und verändern zu können.

Der Dynaudio Music 1 ist in unserem Test der Spielpartner. Dieses kleinste Modell der Music-Reihe ist mit 228 x 220 x 103 Millimetern deutlich kompakter, die Mono-Box liefert mit ihrem 25 Millimeter-Hochtöner und einem 10 Zentimeter-Tieftöner einen überraschend erwachsenen Klang. Er bietet die gleichen Grundfeatures wie der größeren Bruder, ist wie der Music 3 durch seinen Akkubetrieb vollmobil, verzichtet aber auf die Fernbedienung, den beim Music 5 gebotenen optischen Digitaleingang und die beim Music 7 noch hinzukommende HDMI-Schnittstelle. Hier ist der Dynaudio Music 1 in Hellgrau zu sehen – der zweiten von insgesamt vier Farbvarianten. Preis: 499,00 Euro.

Zurück zur Musik: Mit jedem Trackwechsel steigert sich unsere gute Laune weiter, weil die App wie versprochen unseren Geschmack bestens bedient und auch bei uns unbekannter Musik Volltreffer landet – das ist der Anfang eine spannenden Entdeckungsreise! Ein Top-Feature! Wir suchen nun mal zum Ausprobieren der Funktionen einen toll produzierten Song und finden von der Dave Matthews Band die wunderschöne Live-Nummer, „The Dreaming Tree“ vom 2011er-Album „Lucca. Italy. Live in Europe“. Damit probieren wir die Klangreglungen: Die Höhen/Mitten-Regelung arbeitet effektiv, die Equalizer-Presets wirken eher dezent. Auch die NoiseAdapt-Funktion verrichtet ihre Arbeit subtil. Wer diese Anpassung aktiviert, wird eventuell keine prompte Änderung feststellen, auch akutes In-die-Hände-Klatschen führt nicht zu sprunghaftem Pegelanstieg. Das ist clever, denn will niemand will eine nervige Lautstärke-Achterbahn. Das System arbeitet unterschwelliger, sein Wirken fällt erst auf, wenn man NoiseAdapt wieder deaktiviert: Auf einmal wird der Dynaudio Music 3 in unserem Büro richtig leise und büßt stark an klanglicher Brillanz ein – schnell wieder aktivieren! Genauso meritenreich ist RoomAdapt: Die Anpassung an den aktuellen Standort geht prompt und gelingt vorzüglich. Bei der Umsetzung der Box vom Redaktionstisch in die Raumecke ist eigentlich ein Basswummern und eine damit einhergehende undifferenzierte Wiedergabe zu erwarten – aber: RoomAdapt passt den Dynaudio Music 3 umgehend an die neue akustische Situation an, durch diese Frequenzkorrektur bleibt der Lautsprecher seinem Klang weitgehend treu. Wenn wir das gleiche Experiment nun noch einmal ohne die Raumanpassung machen, kommt es genau zu den unerwünschten Effekten. Sehr eindrucksvoll! Mit der Korrektur bietet der Dynaudio Music 3 allerorts den voluminösen, kräftigen und transparenten Klang, die akustische Qualität zahlt sich insbesondere bei erstklassig produzierter Musik wie eben „The Dreaming Tree“ aus. Das Vergnügen lässt sich aber noch steigern: Mit einem zweiten Music-Modell kann man ein Stereo-Setup konfigurieren und beide Boxen in einer guten Entfernung voneinander aufstellen. Das sorgt für einen noch kräftigeren Sound und zudem für einen deutlichen Zugewinn an Tiefe und Plastizität. Wir haben das mit dem Spielpartner Dynaudio Music 1 getestet – und einen Sound bekommen, der durchaus mit ausgewiesenen HiFi-Regalboxen konkurrieren kann.

Der Dynaudio Music 3 harmoniert auch ausgezeichnet mit einer Möblierung in warmen Holztönen.

Fazit

Dynaudio, im klassischen HiFi-Markt ein Garant für exzellente Lautsprecher, beweist mit dem Dynaudio Music 3, dass die Dänen auch im Wireless Multi-Room-Segment herausragende Speaker bieten. Das beginnt beim außergewöhnlichen Edelstein-Design, setzt sich fort bei der ungemein hochwertigen Machart sowie Verarbeitung und mündet in einen erwachsenen, transparenten und voluminösen Klang. Dabei kommt der Lautsprecher komplett ohne Kabel aus, weil er acht Stunden per Akku betrieben werden kann und Streaming beherrscht: Über WLAN geht HiRes bis PCM 96 Kilohertz/24 Bit, dazu gibt’s AirPlay und Bluetooth mit dem Codec aptX. Zum Klasse-Klang kommen smarte Features: Die Raumklang-Korrektur RoomAdapt passt die Box stets an den Aufstellungsort an, mit NoiseAdapt gelingt eine situative Anpassung an das aktuelle Geräuschgeschehen im Zimmer. Mit Music Now lernt die Box sogar den Geschmack ihres Besitzers kennen und erstellt selbständig und treffsicher ein kontinuierliches Musikprogramm. Die Steuerung geht intuitiv über die iOS- und Android-kompatible App, die in ihrer Praktikabilität allerdings noch Luft nach oben hat. Dazu kommt, dass die eigene Musik von der heimischen Festplatten zur Zeit nur über eine Fremd-App abgespielt werden kann und bislang außer Tidal noch kein anderer Online-Musikdienst in die Dynaudio-App integriert ist, sodass Spotify und Co. nur über den Bluetooth- oder AirPlay-Umweg zur Box gelangen. Wenn die Dänen diese Mankos behoben haben, steht das Music-System auch in punkto Anwendungskomfort weit vorne. Dass es bereits jetzt zu den audiophilsten Ein-Box-Lösungen auf dem Markt gehört, belegt der hochkarätige Klangrubin Dynaudio Music 3.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: gut

97 %

81 %

97 %

181017.Dynaudio-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Dynaudio
Music 3
Produktkategorie:Netzwerklautsprecher / Multiroom-Lautsprecher
Preis:649,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführung:Rot, Blau, Hellgrau, Dunkelgrau
Vertrieb:Dynaudio Germany GmbH, Rosengarten
+49 4108 / 41800
www.dynaudio.de
Abmessungen (HBT):220 x 405 x 174 mm
Gewicht:3,7 kg
Treiber:2 x 25 mm (Soft-Dome)
1 x 127 mm (Konus-Membran)
Frequenzgang:47 Hz - 20 kHz (Herstellerangabe)
Leistung:3 x 40 W
Eingänge/Schnittstellen:1 x WLAN (802.11a/b/g/n)/DLNA/UPnP
1 x Airplay (iPhone, iPad und iPod touch mit iOS 8.0.0 oder höher, Mac mit OS X Mountain Lion oder höher und PCs mit iTunes 10.2.2 oder höher)
1 x Bluetooth 4.0 apt X
1 x USB (Datenübertragung nur für iOS-Geräte; Ladebuchse für alle Kleingeräte)
1 x Aux In (analog, Mini-Klinke)
Unterstützte Audio-Formate/Codecs:WAV, PCM, FLAC, ALAC, AIFF, MPEG, AAC, Vorbis, aptX, SBCTidal, Vtuner, Ximalaya und kompatible lokale Dienste
Maximale Samplingraten/
Auflösungen
PCM 96 kHz/24 bit
Unterstützte Streamingdienste:Tidal, Vtuner, Ximalaya und kompatible lokale Dienste
Akku-Typ:Lithium-Ionen-Akku, 14,8 V, 2400 mAh
Akku-Betriebszeit:ca. 8 h
Lieferumfang:- Dynaudio Music 3
- Fernbedienung
- 2 Batterien (AAA)
- Netzkabel (2,4 m)
- Stereo-Minklinken-Kabel (1,2 m)
- Kurzanleitung
- Tidal-Zugangscode für Probe-Abo (9 Monate kostenfreie Nutzung)
Besonderes:- einzigartiges Design
- exzellente Verarbeitung
- herausragender Klang
- automatische Raumkorrektur und Anpassung an Geräuschpegel
- lernfähige App erstellt maßgeschneidertes Musikangebot
- bislang nur Tidal in App integriert
- Musik von Festplatte zur Zeit nur über fremde App abspielbar
Benotung:
Klang (60%):1+
Praxis (20%):1,2
Ausstattung (20%):1+
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistunggut

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