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Chefredakteur

Das Roterring Amitara 22 ist eine gelungene Mischung aus Rack und Media-Möbel. Perfekt proportioniert, nimmt es gleich mehrere große HiFi-Bausteine auf und macht die Technik integrativ. Die hohe Material- und Verarbeitungsgüte rechtfertigen den auf den ersten Blick vielleicht hohen Preis und lassen das Möbel ganz nebenbei auch noch richtig edel erscheinen

Das Amitara 22 erfüllt den Wunsch nach einem geräumigen HiFi-Möbel und den Anspruch an ein stilvolles Einrichtungselement.

Die Suche nach einer integrativen, zugleich aber praktischen Behausung für das ausgewachsene HiFi- oder Heimkino-Setup ist oft nicht so einfach. Meist endet es darin, das einem nur die Wahl zwischen Rack oder geschlossenem Möbel bleibt. Für das Rack spricht, dass es alle Komponenten locker aufnimmt und auch genug Platz zur Belüftung und Kabelage bietet. Viele Varianten lassen sich oft sogar maßschneidern, das ist der positive Aspekt. Dagegen spricht, dass sich ein klassisches HiFi-Rack optisch oft nur schwer in anspruchsvoll eingerichtete Wohnräume integrieren lässt.
Entscheidet man sich hingegen für ein geschlossenes Mediamöbel, lässt sich die Technik in der regel völlig unsichtbar unterbringen. Meist sind die angebotenen Ablagefächer allerdings entweder zu klein oder es besteht schlichtweg keinerlei Möglichkeit die nötigen Kabel zu verlegen. Die ideale Lösung wäre also eine Kombination aus beidem. Eine Art Rack, das reichlich Platz bietet, die vorhandene Technik aber so in sich aufnimmt, dass diese aus dem visuellen Fokus verschwindet. Das schicke Amitara 22 von Roterring bringt die dafür erforderlichen Attribute mit. Mal sehen, ob es seine Vorteile auch dann noch ausspielen kann, wenn gleich mehrere ausgewachsene 43-Zentimeter-Bausteine untergebracht werden sollen.

Da passt jede Menge rein und drauf. Plattenspieler, Verstärker, CD-Player, Streamer und CD-Collector – all das passt locker ins/aufs Amitara 22.

Gewählt individuell

Die Untersuchung unseres Testmodells beginnt mit einer guten Nachricht. Bestellt man das Amitara 22 (oder auch ein anderes Modell der Amitara-Baureihe) wird dieses vollständig aufgebaut angeliefert und von Fachpersonal zuhause aufgestellt und ausgerichtet. Dieser Service kostet zwar einen Aufpreis von 88 Euro, dafür hat man mit Transport und Montage aber absolut nichts mehr zu tun. Bevor es aber zur Lieferung kommt, muss erst bestellt werden. Das geschieht über den übersichtlichen und gut strukturierten Konfigurator auf der Roterring-Webseite:
Hier wählt man zuerst aus, welche Möbelart man bevorzugt. Entweder lassen sich alle Modelle nach Serie oder nach Bauweise (offene, halboffene, geschlossene Möbel) sortieren. Unser gewähltes Rack gehört zu den offenen Möbeln der Amitara-Serie. Diese bietet wiederum sechs verschiedene Varianten, die sich zunächst einmal in ihrer Breite, Höhe und in der Menge der Böden unterscheiden. Wir entscheiden uns für das Amitara 22. Ein 1,25 Meter breites Holzmöbel, auf dessen Oberseite beispielsweise ein Plattenspieler nebst Phono-Pre-Amp und HiFi-Verstärker bequem nebeneinander Platz finden. Der Modellauswahl folgt dann die Wahl der Ausführung und Extras. Hier lässt sich nun die gewünschte Farbe bestimmen. Roterring bietet Korpus und Böden wahlweise in Schwarz lackiert, Weiß lackiert, Braun lackiert, in furnierter Struktureiche oder furniertem Nussbaum an. Preislich unterscheiden sich die verfügbaren Farbvarianten nicht voneinander. Zu guter Letzt lässt sich noch noch entscheiden, ob das Rack mit Quarzsand befüllt werden oder um Spikes oder SoundCare-Spikes ergänzt werden soll. Bei den SoundCare-Spikes handelt es sich genau genommen nicht um Spikes im klassischen Sinne, sondern um stabile Füßchen mit flexibler Stellfläche. Ihr Einsatz empfiehlt sich vor allem dann, wenn das Rack bestmöglich an den Untergrund angekoppelt werden soll, dabei aber auf einem empfindlichen Holz- oder Fliesenboden steht.

Optional lässt sich das Amitara 22 (wie auch alle anderem Amitara-Modelle) mittels Spices oder sogenannter SoundCare-Spikes aufrüsten.

Gnadenlos gut verarbeitet

Die Auswahl ist getroffen und das Rack geliefert und aufgebaut. Zeit also, sich das offene Möbel einmal genauer anzusehen. Lange muss man das Amitara 22 dazu allerdings nicht beäugen, um sich von der erstklassigen Verarbeitungsqualität zu überzeugen. Diese beginnt beim offensichtlich perfekt aufgetragenen Furnier. Dieses erweckt fast den Eindruck, es handelt sich hier um ein Möbel aus massivem Nussbaum-Holz. Auf den ersten Blick ist jedes Bauteil perfekt gearbeitet. Auf den zweiten Blick ebenfalls. Das kritische Auge findet weder Unebenheiten, Stoßkanten oder unsaubere Umleimungen. Selbst im Fühltest gibt es hier absolut nichts zu bemängeln. Dafür fällt etwas anderes auf: Die Haut des Roterring-Racks ist nicht glatt, sondern leicht strukturiert. Genau so, wie man es von Echtholz-Oberflächen kennt. Hinzu kommt die leicht stumpfe Haptik. Letztgenannte ist auf einen besonderen Veredelungsprozess zurückzuführen, der die feine Haut vor Kratzern schützen soll. Heisst: Man kann seine HiFi-Geräte auf dem Amitara 22 auch mal sachte zur Seite schieben, ohne dass die Oberfläche gleich Schaden nimmt. Jedes Teil ist für sich allein gesehen also schonmal richtig gut verarbeitet. Das gilt im Übrigen auch für das fertig montierte Möbel. Anbindungen, Spaltmaße – alles perfekt! Positiv fällt hier noch auf, dass die Einzelteile nicht einfach miteinander verschraubt wurden, sondern durch silberfarbene Aluminium-Verbinder etwas auf Abstand gehalten werden. Das kommt der Optik gleich zweifach zu Gute: Das Rack erscheint weniger wuchtig, bietet dem Auge zugleich aber auch ein paar Details an, die das Möbel noch eine Spur stilvoller erscheinen lassen.

Silvolles Designelement: Seitenteile und Bösen werden mittels hochwertiger Alu-Elemente leicht auf Abstand gehalten. So wirkt das Amitara 22 stilvoller und luftiger.

Die furnierte Oberfläche sieht gut aus und ist zudem auch noch unempfindlich.

Tradition verpflichtet

Hinzu kommt ein weiterer wichtiger Aspekt: Das Amitara 22 steht absolut stabil und sicher – selbstverständlich immer vorausgesetzt, der Boden ist eben. Ist das nicht der Fall, lassen sich Unebenheiten über die optional erhältlichen Spikes oder SoundCare-Füßchen leicht ausgleichen. Die werden dafür übrigens einfach in die dafür vorgesehenen Gewindebohrungen gedreht und mittels Kontermutter an gewünschter Position befestigt. An finaler Stelle platziert, lässt sich das Rack nun mit den entsprechenden Geräten bestücken. In diesem Zusammenhang ein wichtiger Punkt, der sich spätestens jetzt bemerkbar macht: Für Roterring ist Holz das zentrale Ausgangsmaterial – und das seit 1932. In der Anfangszeit spezialisierte sich das Familienunternehmen auf die Planung und Fertigung individueller Möbel. Später kam dann der Gehäusebau für Lautsprecher hinzu, die Roterring im Auftrag namhafter deutscher HiFi-Marken produzierte und bis heute produziert. Das eigene Knowhow im Möbelbau, sowie sowie das Wissen um die Ansprüche und Wünsche ambitionierter HiFi-Fans brachte die Roterring-Entwicklungsabteilung schließlich dazu Audiomöbel unter eigenem Label zu kreieren. Wichtig war den Machern dabei von Beginn an, dass es nicht irgendwelche Möbel sind. Roterring-Produkte sind Einrichtungsgegenstände. Solche, die sich optisch schön in modern gestaltete Wohnumgebungen integrieren lassen, zugleich aber auch massivere HiFi-Boliden beherbergen und einen hohen Komfort versprechen. Das Beste aus beiden Welten also sozusagen.

Edel gestylt und erstklassig verarbeitet: Das Amitara 22 hält auch dem kritischen Blick stand.

Amitara 22: Mehr Platz als erwartet

Exakt nach dieser Vorgabe wurde auch das Amitara 22 geplant. Und der Plan ist voll aufgegangen, wie sich schnell zeigt. Beispielsweise ist die untere Stellfläche 105 Zentimeter breit und 57 tief. Sie offeriert also genug Raum, um zwei ausgewachsene HiFi-Bausteine im 43-Zentimeter-Format zu beherbergen und beiden auch genug „Luft“ zu geben. Dass das Rack hinten offen ist, erleichtert zudem die Verkabelung. Nerviges Herumgekrieche hinter oder vor dem Rack, um ein Kabel einzustecken, wird es hier also nicht geben.
Der hohen Praktikabilität folgt der hohe Designanspruch. Das Amitara 22 ist nämlich alles andere als ein bloßes Techniklager. Jedes Detail geht fließend in das andere über und scheint dabei bis ins Letzte durchdacht. Beispielsweise helfen die breiten Standsäulen dabei den Blick von der Technik abzuwenden und zum Möbel zu leiten. Selbst die fettesten HiFi-Verstärker fallen in der unteren Ebene kaum auf. Alternativ ließe sich hier aber auch ein größerer Center oder eine XXL-Soundbar unterbringen. Selbst Cantons große DM9 oder die Q Acoustics M2 lassen sich hier locker unterbringen. Mindestens ebenso großzügig dimensioniert zeigt sich die obere Etage. Hier finden problemlos ein Plattenspieler nebst Phono-Vorverstärker und ein weiterer, ausgewachsener HiFi-Baustein ihren Platz. Misst man die beiden eckigen, oberseitig eben abschließenden Standelemente mit, kommt man hier sogar auf eine Gesamtbreite von 1,25 Metern. Damit bietet das Amitara 22 genug Fläche um selbst einen 55-Zoll-TV plus großer Soundbar, wie zum Beispiel die Polk Command Bar auf ihm zu platzieren.

Durch die massiven Seitenteile des Roterring-Möbels wird der Blick von der Technik abgelenkt.

Fazit

Das Amitara 22 ist ein optischer Hingucker, großzügig dimensioniert und hochpraktikabel. Die Verarbeitung ist grandios und die Aufteilung durchdacht. Da in verschiedenen Formen und Farbvarianten verfügbar, passt sich das Roterring-Möbel in nahezu jede Wohnumgebung ein. Ergänzt man das Amitara 22 dann noch um die möglichen Upgrades, hilft das Möbel klangschädigende Einwirkungen auf ein Minimum zu reduzieren. Zusammengefasst lässt sich sagen: Besser als hier kann man die Anforderungen an ein HiFi-Möbel und die bestmögliche Wohnraumintegration kaum miteinander vereinen.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: Empfehlung
Preis-/Leistung: sehr gut

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98 %

93 %

181118.Roterring-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Roterring
Amitara 22
Produktkategorie:Media-Möbel, offen
Preis:ab 1.585 Euro
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Weiß, lackiert
- Schwarz, lackiert
- Braun, lackiert
- Nussbaum, furniert
- Struktureiche, furniert
Vertrieb:Roterring, Ahaus
Tel.: 02567 / 939763
www.roterring.eu
Abmessungen (HBT):450 x 1250 x 575 mm
Belastbarkeit:80 Kg pro Ebene
Bodenstärke:40 mm
Made for:- HiFi-Equipment
- AV-Receiver
- TV-Geräte
- Sounddecks
- Soundbars
Besonderes:- integratives Design
- viel Platz für große HiFi-Bausteine
- in höhe, Farbe und Ausführung individualisierbar
- massive Konstruktion
- sehr gut verarbeitet
- Full-Service-Lieferung
- Made in Germany
Benotung:
Gesamtnote:Empfehlung
Preis-/Leistungsehr gut

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