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Redakteur
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Was für eine Erscheinung: Die Neat Iota Xplorer reicht gerade mal bis zum Oberschenkel, ihre Quaderfom wird durch eine markante Schräge zur gewagten Geometrie. Gleich nach der Optik verblüfft die Technik: Die Stars sind hier der obige Bändchen-Hochtöner und die unteren Bass-Chassis in Compound-Anordnung: Durch diesen Kniff liefert die kleine Zweieinhalb-Wege-Box einen großen Klang – und birgt in ihrem Innern ein Geheimnis.

Mit einer Höhe von 70 Zentimetern ist die Neat Iota Xplorer einer der kleinsten Standlautsprecher der Welt.

Es gibt immer für alles eine Erklärung – auch für die Formgebung der Neat Iota Xplorer. Die naheliegendste: Hier waren Engländer am Werk. Die wahre: Diese Box ist aus einem anderen Lautsprecher erwachsen – und es waren Engländer am Werk. Vor rund sieben Jahren haben die Neat-Gründer Bob Surgeoner and Paul Ryder, beide erfahrene Entwickler und enthusiastische Live-Musiker, ihren avancierten Anspruch in einer kompakten Box realisiert: Die Wiedergabe des einzigartigen Gefühls, das Live-Musik auslöst, wollten sie ins heimische Wohnzimmer bringen. Das Ergebnis war die Iota, ein klangstarker Zwei-Wege-Monitor mit Bändchen-Hochtöner und Konus-Mitteltieftöner. Diese kleine Box hat zwei besonders markante Eigenschaften: Sie klingt deutlich voluminöser als sie ist, und sie vollbringt dieses Wunder liegend. Die Speaker sitzen also nebeneinander. Die Iota ist zum Erfolgsmodell geworden – und deshalb zum Haupt einer ganzen Lautsprecher-Serie, die dem Prinzip „kleine Maße, großer Klang“ verpflichtet ist. Auf die Regalbox Iota ist zuerst die von uns bereits getestete Iota Alpha gefolgt, die wohl kleinste Standbox der Welt. Nun präsentiert Neat die Iota Xplorer. Sie wirkt wie die leicht vergrößerte Version der Alpha. Doch eigentlich ist hier fast alles anders gelöst – und deshalb begeben wir uns bei der Iota Xplorer auf Entdeckungsreise.

Einzigartiges Design: Die Iota Xplorer ist mit ihrer ungewöhnlichen Geometrie eine Ausnahmeerscheinung.

Wundersames Wachstum

Wir haben die ursprüngliche Iota vorhin bewusst als „Haupt“ der Serie bezeichnet. Sie bildet nämlich sowohl bei der Alpha als nun auch bei der Xplorer den Kopfteil der Box – allerdings mit abgeschrägter Schallwand, damit die Bändchen/Konus-Kombi trotz der geringen Boxenhöhe in Richtung Ohren strahlt und eine weiträumige Klangabbildung bieten kann. Das erklärt also die außergewöhnliche Formgebung der Iota Xplorer: Sie ist im Prinzip eine abgeschrägte Alpha mit daruntergesetztem Bass-Modul. So erklärt sich das wundersame Wachstum zum Standlautsprecher mit dieser doch gewagten Geometrie – nun mit den Maßen 74 mal 30 mal 22 Zentimeter. Der Ecken- und Kantenreichtum der Iota Xplorer erinnert dabei an den Einrichtungsstil der 1980er-Jahre. Wer als Holzfurnier „Eiche schwarz“ wählt, unterstreicht diesen Retro-Charme am stimmigsten. Die Iota Xplorer ist aber auch in den etwas zugewandteren Holzoptiken „Eiche natur“ und „amerikanische Walnuss“ zu haben, außerdem in Satinweiß. Unser Testmodell ist in ein Walnuss-Furnier mit sehr schöner Maserung gekleidet. Es fühlt sich beim Darüberstreichen genauso gut an, wie es aussieht, und wir stellen bei dieser optisch-haptischen Begutachtung fest, dass die Verarbeitung makellos ist. Zugleich fällt uns auf, dass hier einige Neuigkeiten Einzug gehalten haben. Das beginnt schon beim Haupt.

Der obere Bereich ist quasi eine abgeschrägte und weiterentwickelte Version des kleinen Zwei-Wege-Monitors Neat Iota.

AMT für frischen Hochton

Die Xplorer mag aus der Iota erwachsen sein und einfach wie der große Bruder der Alpha erscheinen, doch bei der Speaker-Bestückung geht Neat neue Wege. Als Bändchen-Hochtöner kommt nun erstmals statt eines normalen Magnetostaten eine Sonderform dieser Schallwandler-Art zum Zuge: ein sogenannter Air Motion Transformer (AMT). Hier schwingt, wie bei einem üblichen Magnetostaten, eine hauchdünnen Folie in einem Magnetfeld. Diese Folie ist mit Leiterbahnen überzogen, durch sie fließt das Musiksignal in Form von elektrischem Strom. Nun die Besonderheit: Die Folie ist zudem wie eine Ziehharmonika gefaltet – und so bewegt sich diese Membran auch: Wenn das Musiksignal durch die Leiterbahnen der Folie fließt, ziehen sich durch elektromagnetische Effekte die Falten zusammen und gehen wieder auseinander. Dadurch wird die Luft zwischen den Falten herausgepresst und hineingesogen. Das passiert wesentlich schneller als bei einer herkömmlichen Membran, die sich kolbenartig vor- und zurückbewegt. Deshalb kann der Air Motion Transformer sehr impulstreu arbeiten und selbst sehr hohe Frequenzen besonders exakt wiedergeben. Dadurch erzeugt dieser Schallwandler einen frischen, offenen Klang und eine tolle Räumlichkeit.

Der AMT-Magnetostat sorgt mit seiner gefalteten Folienmembran für einen offenen, agilen Hochton und für eine sehr räumliche Wiedergabe.

Konus-Allrounder für Mitten und Bässe

Weil der Air Motion Transformer so flott ist, tut ihm ein agiler Spielpartner gut. Neat setzt auch hier auf eine neue Lösung. Für die Mitten, aber ebenso die Bässe zeichnet ein konventioneller Konus-Lautsprecher verantwortlich, der mit 17 Zentimeter Durchmesser aber deutlich größer ist als bei den Schwestermodellen und zudem eine Membran aus beschichtetem Papier statt aus Polypropylen aufweist. In der Mitte thront zudem ein Phase Plug. Dieser metallene Dom sorgt dafür, dass die Wärme, die bei der Schallwandlung entsteht, schnell abgeleitet werden kann. Das ist vorteilhaft, weil der Speaker als Allrounder für Mitten und Bässe ordentlich ans Arbeiten kommt. Zusammen mit dem AMT-Hochtöner bildet der Konus-Lautsprecher eine komplette Zwei-Wege-Box – quasi eine Iota. Deshalb spielen diese beiden Chassis auch in ihrer eigenen, völlig abgeschlossenen Gehäusekammer. Sie beziehen im Gesamtkorpus der Neat Iota Xplorer die gesamte obere Etage. Doch was passiert nun im unteren Teil?

Der obere Konus-Speaker wandelt sowohl die Mitten als auch die Bässe. Die dabei entstehende Wärme wird über den silbernen Metalldom abgeleitet.

Die Bass-Woofer: Entdeckung …

Jetzt beginnt die Entdeckungsreise erst so richtig: Wer sich zur Unterseite der Xplorer vorarbeitet, entdeckt einen zweiten Konus-Lautsprecher. Er ist ein enger Verwandter des obigen Speakers: Er misst ebenfalls 17 Zentimeter, ist auch mit einer Membran aus Papier ausgestattet, kommt aber ohne den Phase Plug aus. Dieser Lautsprecher unterstützt allein die Bass-Wiedergabe. Mit ihm funktioniert die Xplorer als Zweieinhalb-Wege-Box. Wenn die Xplorer spielt, strahlt dieser Woofer seinen Bass-Schall nach unten ab. Der Schall wird dann vom Boden reflektiert und gleichmäßig zu allen Seiten hin im Raum verteilt. Dieses sogenannte Downfire-Prinzip soll Boxen aufstellungsunkritischer machen. Man kann sie etwas näher an der Wand platzieren. Außerdem verringert sich so die Gefahr, aufgrund von Raummoden (also stehende Wellen im Raum, die zu Frequenzauslöschungen führen) einen Bassabfall zu erleiden. Je nach Beschaffenheit des Untergrunds regt der nach unten gerichtete Speaker auch den Boden an. Er wird also Teil der Klangerzeugung. So kann der Bassbereich hörbar und auch spürbar kräftiger werden. Das ist gerade bei Heimkino-Subwoofern erwünscht. Aber auch hochklassige HiFi-Boxen machen sich das Prinzip zunutze.

Der eine Bass-Woofer der Xplorer ist in die Unterseite des Gehäuses eingelassen und strahlt Richtung Boden ab. Dieses sogenannte „Downfire-Prinzip“ sorgt für eine gleichmäßige Verteilung des Tieftons.

… und das verborgene Compound-Geheimnis

Die Iota Xplorer birgt aber noch eine echte Überraschung: In ihrem Korpus ist ein weiterer Woofer versteckt! Er ist auf einer Zwischendecke montiert, sie ist im unteren Teil des Gehäuses eingelassen und lässt den versteckten Woofer nun in eine geschlossene Gehäusekammer strahlen – genau auf die Rückseite des sichtbaren Basswoofers. Hier arbeitet also ein echtes Speaker-Tandem: Die beiden Lautsprecher sind baugleich, sie sitzen hintereinander, sie strahlen in die gleiche Richtung ab und spielen dabei phasengleich, also im Gleichtakt. Diese relativ selten verwendete Bau- und Funktionsweise bezeichnet man als Compound-Anordnung oder isobarisches Prinzip. Neat verwendet es gerne auch in anderen Lautsprechern. Entwickler Bob Surgeoner hat nämlich festgestellt, dass so nur das halbe Gehäusevolumen nötig ist, um den gleichen tonalen Tiefgang wie mit einem einzelnen Woofer zu erreichen. Dies ist das Geheimnis für den großen Bass dieser kleinen Box. Sie spielt derart bestückt runter bis zu beachtlichen 33 Hertz. Dazu trägt aber auch die sogenannte Bassreflexabstimmung bei. Auf der Rückseite der Iota Xplorer finden wir die dafür charakteristische Korpusöffnung. Hier sitzt der Luftkanal, über den eine definierte, frequenzabhängige Druckregulierung der volumenreichen mittleren Gehäusekammer stattfindet. So wird das Tieftonverhalten der Iota Xplorer abgestimmt. Das lässt sich nun zusätzlich noch über die Positionierung der Box individuell optimieren – und damit sind wir bei der Aufstellung.

Für den richtigen Abstand sorgen die kegelförmigen Standfüße. Mit den anschraubbaren Spikes lassen sich Niveauunterschiede des Untergrunds ausgleichen. Um den Boden zu schonen, kommen unter die Spikes die mitgelieferten Metallteller.

Die Aufstellung

Die Iota Xplorer bietet einige Möglichkeiten, Klang und Charakter zu verändern. Fangen wir mit dem Bass-Verhalten an. Zugunsten einer definierten Tiefton-Wiedergabe ist die Box mit hochwertigen konischen Metallfüße bewehrt. Sie sorgen für den richtigen Abstand des nach unten strahlenden Woofers zum Boden. In die Füße werden nun noch die mitlieferten Spikes eingeschraubt. Sie komplettieren die Kegelform der Füße. Mit den Spikes lassen sich zum einen eventuelle Unebenheiten des Bodens ausgleichen. Zum anderen kann man aber auch in geringem Umfang den Bass beeinflussen. Auf festem Untergrund erzielt man den besten Effekt, ein dämpfender Teppichboden wie in unserem Testraum verringert die Einflussnahme allerdings deutlich. Da bietet die Positionierung im Raum mitunter eine effektivere Möglichkeit zur Klanggestaltung. Durch eine wandnahe Aufstellung betont die Box den Bass, mit zunehmender Entfernung vom Gemäuer wird der Tiefton dezenter. Darüber hinaus kann die Iota Xplorer aber auch ihren Charakter in punkto Offenheit, Luftigkeit und Homogenität wandeln – je nach dem, ob die AMT-Hochtöner jeweils nach außen liegen oder innen. Spielen wir doch mal mit den vielen Möglichkeiten!

Die kompakten Klemmen für die Lautsprecherkabel besitzen vergoldete Kontaktflächen. Eine freilaufende Andruckscheibe schont beim Festschrauben die feinen Drähtchen, falls man blanke Litze verwendet.

Die Neat Iota Xplorer in der Praxis

Zwischen Aufstellung und Klang besteht bei dieser Box eine besonders enger Zusammenhang, darum ist die Positionierung auch Teil dieses Praxis-Komplexes. Wir starten mit unserer Grundaufstellung, dem gleichschenkligen Dreieck. Zwischen den Boxen und dem Hörplatz herrscht also ein identischer Abstand. Wir wählen ihn mit 1,80 Metern erst mal relativ gering, schließlich ist die Iota Xplorer als kleiner Standlautsprecher ja auch für kleine Räume gedacht. Neat empfiehlt, die AMT-Hochtöner nach außen zeigen zu lassen, wir beginnen also mit dieser Aufstellungsmöglichkeit und winkeln die Boxen so ein, dass die Speaker zu uns zeigen. Das Resultat testen wir mit „Desert Island“ von Nanna Øland Fabricius. Die dänische Sängerin ist besser bekannt als „Oh Land“, unter diesem Künstlernamen macht sie Elektropop, der hier schön elegisch beginnt, mit Sphärenklängen die Tiefen des imaginierten Raums auslotet – und mit der Gesangsstimme die Möglichkeit bieten, eine perfekte Ausrichtung zu erreichen. Was uns sofort positiv auffällt: Diese gerade mal oberschenkelhohe Boxen, die einerseits schräg nach oben und andererseits komplett nach unten strahlen, die mit Bändchen, Konus-Speakern und zusätzlichen Compound-Woofern verschiedenste Schallwandlungsweisen kombinieren, spielen – homogen! AMT und Mitteltieftöner harmonieren absolut bruchlos, die Woofer sorgen für eine stimmige Komplettierung.

Über die Bassreflex-Öffnung wird das mittlere Gehäusevolumen für den Bass ventiliert, auch auf diesem Weg ist das Tiefton-Verhalten der Box abgestimmt.

Nah und live dabei

Allein der Air Motion Transformer erweist sich bei der Ausrichtung auf den Hörplatz als etwas zu dominant. Wir drehen die Lautsprecher weiter nach außen – und so wird’s immer besser. Irgendwo zwischen zehn und 15 Grad liegt das Optimum, Nanna Øland Fabricius steht lebensgroß vor uns, die Iota Xplorer vollbringen eine wunderbar plastische Abbildung der zarten Sängerin, gerade der elfenhafte, anfangs fast gehauchte Gesang ist faszinierend. Wir hören alle Feinheiten, die eine Stimme lebendig machen: Atmer, Lippengeräusche, feinste Silbenenden und leiseste Konsonanten – alles ist da, der AMT liefert alles spielend leicht, unerhört detailreich und in wunderbarer Klarheit. Der famose Bändchen-Tweeter sorgt zudem dafür, dass die Sphärenklänge, die diesen fragilen Gesang umgeben, auch uns umspülen; wir können diesen Tönen ohne Mühe bis die entfernten Weiten und Tiefen des durch die Aufnahme künstlich kreierten Klangraums nachspüren. Diese Offenheit ist verblüffend! Alle Zweifel, ob einer so niedrigen und nichtvoluminösen Box eine weiträumige Abbildung gelingen kann, sind eindrucksvoll entkräftet. Die Wirkmacht des Air Motion Transformers reicht sogar über die Realität hinaus: Das hören wir bei Beethovens Violinkonzert, das die Geigerin Lisa Batiashvili mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen eingespielt hat. Die Aufnahme besitzt eine tolle akustische Tiefe, wir erleben die Orchesterstaffelung mit einer spektakulären Tiefenschärfe und Räumlichkeit, auch die Violine der Weltklasse-Geigerin hat eine unglaubliche Brillanz und Dreidimensionalität. Das mag absoluten Puristen etwas zuviel sein, wird genießen aber diese Darstellungskraft, die die Iota Xplorer zurecht stolz zur Schau trägt – da spüren wir dieses kribbelnde Feeling, nah und live dabei zu sein.

Die Holzoberfläche mit ihrer schönen Maserung und die die Qualität der Verarbeitung sorgen für eine hochwertige Anmutung.

Präzise und dynamisch bis runter in den Bass

Was passiert nun, wenn wir die beiden Boxen vertauschen, sodass die Hochtöner innen liegen? In unserem Hörraum ist die Offenheit dann ein wenig geringer, dafür wird Nanna Øland Fabricius noch greifbarer, noch körperhafter. Das ist nun ein wenig die Qual der Wahl. Wir entscheiden uns für die Offenheit und tauschen wieder zurück. Nun beginnen wir, den Abstand der Boxen zu vergrößern – und stellen fest, dass die Iota Xplorer auch bei normalen Entfernungen von 2,20 Metern und sogar darüber hinaus ihr bruchloses Klangbild aufrechterhält. Damit funktioniert sie also auch in etwas größeren Räumen problemlos. Das gilt ebenso für die Schallwandlung jenseits der Höhen. Gerade bei den Mitten und Bässen verblüfft die Iota Xplorer mit einer Abbildung, die deutlich größeren Boxen zur Ehre gereichen würden. Das zeigen uns Thorbjørn Risager & The Black Tornado mit dem toll produzierten, hart gespielten Blues-Rocker „I’m Not Giving In“. Die achtköpfige Band macht richtig Dampf, als Taktgeber für das göttliche Gitarrenriff räumt eine Mörder-Bassdrum unseren Magen auf – diese kleine Box liefert ordentlich Druck und zeigt uns kraftvoll-souverän die Riesen-Bassdrum, die Martin Seidelin ohne Gnade über seine Fußmaschine tritt! Zudem liefert die Xplorer auch einen überraschend voluminösen Tiefton, was spätestens mit dem Einsatz von Søren Bøjgaards pumpendem Bass eindrucksvoll belegt wird. Wir schließen die Augen – und sind uns sicher, eine deutlich größere Box zu hören! Toll: Die Iota Xplorer klingt richtig erwachsen. Natürlich ist bei einer derart kompakten Box irgendwann Schluss, das kann auch der Compound-Kniff nicht vermeiden. Doch die Iota Xplorer vermeidet den Fehler, mehr zu wollen, als sie kann. Deshalb gibt es auch kein schwammig-undifferenziertes Woofer-Wabern im Tiefstton, keine unangenehmen Kompressionseffekte, sondern eine durch und durch präzise, dynamische und anstrengungsfreie Wiedergabe – auch dafür: Chapeau!

Niedriger als ein Sideboard: Die Iota Xplorer ist ideal, wenn im Wohnzimmer keine großen Klangsäulen stehen sollen.

Fazit

Die Neat Iota Xplorer ist allein schon durch ihre Erscheinung ein Ausnahme-Schallwandler: Sie besitzt eine einzigartige, gesprächsanregende Gestalt und misst mit 70 Zentimetern eine für Standlautsprecher außergewöhnlich geringe Höhe. Damit ist sie ideal für kleine Räume oder für HiFi-Freunde, die keine großen Lautsprecher im Raum sehen wollen – wohl aber hören möchten. Diese Illusion gelingt der Iota Xplorer exzellent: Wer die Augen schließt, glaubt, einen deutlich größeren Schallwandler zu erleben. Dieses Wunder gelingt der Zweieinhalbwege-Box durch einen Air Motion Transformer, der für einen klaren Hochton und eine überaus offene, weiträumige und plastische Wiedergabe mit großem Detailreichtum sorgt, sowie durch einen Mitteltieftöner und zwei Bass-Speaker in Compound-Anordnung, Dank derer die Iota Xplorer trotz ihres geringen Volumens einen überraschend satten und tiefen Bass liefert. Dabei fühlt sie sich nicht der absoluten Neutralität verpflichtet, sondern bietet eine verblüffend musikalisch-mitreißende Performance – ganz im Sinne ihrer Erfinder, die das Live-Feeling des Konzerts ins Wohnzimmer holen wollen. Den Spaß sollte man sich unbedingt mal gönnen!

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 92/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: angemessen

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190108.Neat-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Neat
Iota Xplorer
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:3.898,00 Euro / Paar
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Eiche natur
- Eiche schwarz
- amerikanische Walnuss
- Satinweiß
Vertrieb:Bellevue Audio, Unna
Tel.: 02303 / 3050178
www.bellevueaudio.de
Abmessungen (HBT):740 x 300 x 220 mm
Gewicht:16 kg / Stück
Bauart:2,5-Wege, Isobarik-Bass, Bassreflex
Impedanz:6 Ohm
Hochtöner:1 x AMT (Magnetostat)
Mitteltieftöner:1 x 170 mm (Neat P1/R3, Konusmembran, beschichtetes Papier)
Tieftöner:2 x 170 mm (Neat P1/R2, Konusmembran, beschichtetes Papier)
Frequenzbereich:33 Hz - 22 kHz (Herstellerangabe)
Wirkungsgrad:87 dB / 1W / 1m (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Neat Iota Xplorer
- Spikes mit Unterlegscheiben
- Frontbespannungen (in verschiedenen Farben möglich)
Pros und Contras:+ außergewöhnliches Design
+ geringe Größe für einen Standlautsprecher
+ Flächenstrahler (AMT) als Hochtöner
+ isobarische Bass-Treiber-Sektion
+ erwachsenes Klangbild
+ sehr gute räumliche Abbildung

- Terminal nur für Single-Wiring ausgelegt
- keine Bedienungsanleitung
Benotung:
Klang (60%):92/95
Praxis (20%):93/95
Ausstattung (20%):92/95
Gesamtnote:92/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungangemessen

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