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Redakteur

HiRes boomt mittlerweile auch beim mobilen Musikgenuss. Der dafür nötigte Digital Audio-Player soll natürlich möglichst klein sein, schick aussehen und alle Formate können. Der Cayin N5MK2S schickt sich an, alle Anforderungen zu erfüllen: Der stylish-kompakte HiRes-Player beherrscht PCM bis 384 Kilohertz/64 Bit, meistert natives DSD bis zur Qualität DSD265 und beherrscht eine Format-Vielfalt, die vom gängigen MP3 bis zum exotischen SACD-ISO reicht. Dazu kommt die Vernetzungsmöglichkeit via WiFi und Bluetooth, die Integrationsmöglichkeit von Musikstreaming-Diensten sowie ein sattes Feature-Angebot, das sogar den Einsatz als externe Soundkarte für den heimischen Computer erlaubt. Was der Player alles kann, haben wir getestet.

Der Cayin N5MK2S verbindet Retro-Style und modernen Look.

Ein richtig schicker Player ist uns da in die Redaktion gekommen: Der überaus prosaisch benamste Cayin N5MK2S verbindet gekonnt Tradition und Moderne, LCD-Touchscreen trifft auf Korpus im Retro-Stil. Der Player sieht richtig edel aus. Er verströmt auch eine hohe Wertigkeit, denn das Gros des Gehäuses ist aus einem Stück Edelstahl gefertigt, was zu dem hohen Gewicht von 250 Gramm führt. Das Metall ist schön gebürstet, die Kanten besitzen eine feine Fase, die Ecken sind angenehme abgerundet – so ist der Cayin N5MK2S ein echter Handschmeichler. Die rückseitige Abdeckung besteht aus Kunststoff, sie ist aber ebenfalls täuschend echt auf Metall-Look getrimmt. Der optische Clou ist aber das eingelassene Lautstärkerad: Die mit feinen Rillen versehene Metallwalze für die Volumenveränderung weckt Assoziationen an ein edel-kostspieliges Feuerzeug aus früheren Zeiten. Um diese Retro-Anmutung zu bewahren, sind die Bedienelemente des N5MK2S als dezente, kaum aus dem Gehäuse ragende Taster ausgeführt und zudem auf die Seiten verlagert: Links sitzt der An/Aus/Neustart-Button, mit dem auch die Bildschirmsperre aktiviert und wieder aufgehoben wird, rechts befinden sich die Taster für Start/Pause/Stopp und für den Sprung zum vorherigen beziehungsweise nächsten Track. Alle Taster lassen sich bestens mit einer Hand bedienen, denn der Player ist mit den Maßen 6 mal 12 mal 1,5 Zentimeter überaus kompakt. So liegt er sehr gut in der Hand und passt prima in die Hosentasche.

Das Lautstärke-Rad ist der optische Clou des Players: Die feingeriffelte Metallwalze ist in das Edelstahlgehäuse eingelassen und sowohl von vorn als auch von hinten zugänglich. Die Lautstärke kann so nicht unbeabsichtigt oder in zu großem Maß verstellt werden. Mit den seitlichen Tastern betätigt man die Start/Pause-Funktion sowie das Vor- und Zurückspringen.

Das Display

Den Moderne-Part des Cayin N5MK2S übernimmt der Touchscreen. Der Bildschirm ist mit 7,4 mal 4,5 Zentimetern relativ klein, er besitzt eine Auflösung von 480 x 800 Pixel. Trotzdem ist die Lesbarkeit sehr gut, das Bild ist scharf und klar. Das ist dem LCD-Display in TFT-Technik (Thin Film Transistor) zu verdanken, diese Anzeigentechnik ist für eine hohe Güte bei Kontrast, Schwarzwert und Farbabbildung entwickelt worden. Bei einem großen Betrachtungswinkel, wenn man also schräg auf das Display guckt, ist die Darstellungsqualität geringer, aber immer noch sehr ordentlich. Über den Touchscreen steht einem der gesamte Funktions- und Feature-Umfang zur Verfügung, präsentiert wird er uns von der Player-Software.

Das Display ist zwar kompakt, bietet aber Dank mit seiner Abbildungsqualität eine gute Lesbarkeit.

Software und Streamingdienste

Der Cayin N5MK2S läuft mit dem Betriebssystem Android, als Abspiel-Software ist der HiBy Music Player bereits installiert. Google Play ist ebenfalls schon integriert, so kann man sich auch andere Player herunterladen – und natürlich auch die Apps der abonnierten Musik-Streamingdienste, also Tidal, Spotify und Co. Die meisten Funktionen des voreingestellten HiBy Music Players erklären sich einem smartphone-geübten Benutzer, der auf seinem Handy schon mal mit einer Musikabspiel-Software zu tun hatte, von selbst. Völlig intuitiv ist die Bedienung des Cayin N5MK2S aber nicht. Bei der Übersichtlichkeit der grafischen Darstellung und der Menüführung ist noch ein wenig Luft nach oben. Der abzubildende Funktionsumfang ist aber auch groß. Abgesehen von den Abspiel-Grundfunktionen und den verschiedenen Musik-Suchmodi (Mappe, Album, Künstler, Genre, Tracks) steht ein Equalizer zur Verfügung, der uns mit zwei Fingertipps eine Anpassung an sieben verschiedene Musikstile von Pop bis Klassik erlaubt und darüber hinaus eine individuelle Klangeinstellung ermöglicht. Ebenso schnell können wir Songs zu einer Playlist hinzufügen oder einen bestehende Liste aufrufen.

Das Gehäuse besteht aus Edelstahl – bis auf die Rückseite, die in Kunststoff gehalten ist, optisch aber perfekt auf Metall-Look getrimmt wurde.

Musik- und Systemsettings

Die Möglichkeiten der Musik- und Systemeinstellungen sind vielfältig. Sie reichen von der Einstellung des Gain und der Festlegung Startlautstärke über die Limitierung des Ausgangspegels und der Frage, mit welcher digitalen Filtercharakteristik der DAC operieren soll, bis hin zu der Wahl, ob die Titel nahtlos (also ohne Pause) gespielt werden und ob das zugehörige Cover, die Lyrics oder die Pegel per analogem VU-Meter angezeigt werden. Hinzu kommt die Möglichkeit, für die bestmögliche Performanz den „Audio Priority Mode“ zu wählen, der diverse Funktionen und Aktivitäten ausschaltet, die den Klang beeinflussen können. Nicht zuletzt ist da noch die Behandlung von DSD-Files: Hier kann man eine Anpassung des Gain von null Dezibel bis sechs Dezibel vornehmen und aussuchen, ob DSD-Files über die S/PDIF-Schnittstelle im Verfahren DoP (DSD over PCM) oder im Format-Umwandlungs-Modus D2P (DSD to PCM) ausgegeben werden sollen. Damit sind wir schon bei den digitalen Schnittstellen und den analogen Ausgängen.

Die Navigationsmöglichkeiten sind vielfältig: Unter „Musik“ wählt man mit „Mappe“ den Speicherort aus (interner Speicher, Karte 1, Karte 2, USB-Flash-Laufwerk), die verfügbare Musik kann man dann in den Modi „Album“ (wie hier abgebildet), „Künstler“, „Genre“ und „Tracks“ präsentieren lassen. Unter „Liste“ werden Favoriten, oft gespielte oder kürzlich gespielte Tracks oder bereits angelegte Wiedergabelisten angezeigt. Mit „Privat Cloud“ gelangt man zu den Speichern des eigenen Netzwerks und zu Spotify, Tidal und Co. – so man diese Musikdienste abonniert und eingebunden hat.

Analoge Ausgänge

Der Cayin N5MK2S erweist sich als überaus kontaktfreudig, er bietet zahlreiche Verbindungs- und Anschlussmöglichkeiten. Als portabler Player bietet er sein Signal an zwei Kopfhörerbuchse an. Die eine ist eine normale 3,5 Millimeter-Miniklinken-Buchse. An diesen unsymmetrischen Ausgang kann man einen Kopfhörer anschließen, der nach Empfehlung von Cayin eine Impedanz zwischen acht und 300 Ohm aufweist. Das deckt den Bereich der nieder- und mittelohmigen Modelle ab,. Sie sind für den mobilen Einsatz besonders geeignet, weil sie aufgrund ihres gemäßigten elektrischen Widerstands den Akku des Players nicht so stark belasten. Der andere analoge Ausgang ist eine doch etwas speziellere Kombi-Buchse in der Ausführung als 2,5-Millimeter-Miniklinke: Einerseits kann man hier Kopfhörer mit symmetrischem (also vierpoligem) Miniklinkenstecker anschließen, die ebenfalls im Impedanzbereich von acht bis 300 Ohm liegen. Andererseits kann man diesen Ausgang auch als Line Out nutzen, um den Cayin N5MK2S in die heimische HiFi-Anlage integrieren zu können.

Der Cayin N5MK2S bietet zwei Ausgänge: Eine unsymmetrische 3,5-Millimeter-Miniklinkenbuchse für den Kopfhörer (links) und eine symmetrische 2,5-Millimeter-Miniklinkenbuchse (rechts), die man wahlweise für einen Kopfhörer oder als Line-Out für einen externen Verstärker nutzen kann.

Digitale Schnittstellen

Das geht abseits des analogen Anschlusses auch über mehrere digitale Wege. Da ist zuerst die vielseitige USB-C-Buchse: An diesen asynchronen USB 2.0-Port kann man über einen OTG (On The Go)-Adapter beispielsweise ein USB Flash-Laufwerk anschließen oder mit dem mitgelieferten USB-Kabel eine Verbindung zum Computer herstellen. So lässt sich der Akku des Cayin N5MK2S aufladen (das geht aber auch alternativ mit einem optionalen Ladestecker an einer Steckdose), so kann man zudem Musikfiles vom Computer zum Player überspielen – und so kann man den N5MK2S auch als externe Soundkarte verwenden, also als USB-DAC für den Rechner, um dessen Klangperformance zu steigern. Die Anbindung an einen Mac geht sofort, für Windows-Rechner benötigt man einen Treiber, der auf der Cayin-Homepage bereitgestellt wird (hier geht es zum Download). Überdies funktioniert diese USB-Buchse auch als koaxiale S/PDIF-Schnittstelle, um Musik digital an einen anderen DAC ausgeben zu können. Dafür ist allerdings ein optionales Adapterkabel nötig. Kommen wir nun zu den kabellosen Möglichkeiten: Für den drahtfreien Betrieb bietet der Cayin zum einen Bluetooth, hier kommt die Version 4.0 ohne aptX-Unterstützung zum Zuge. Zum anderen geht es ohne jegliche Komprimierung der Musik per WiFi: Der Player lässt sich so in jedes verfügbare DLNA-Netzwerk einbinden und mit Hi-Res-Musik vom darin integrierten Musikserver versorgen.

In die Unterseite ist die USB-C-Buchse eingelassen. Über sie wird der N5MK2S aufgeladen, mit dem Rechner verbunden, um ihm als externe Soundkarte zu dienen oder von ihm (oder einem anderen Speichermedium) Musikfiles zu empfangen.

Platz satt: die Speichermöglichkeiten

Als mobiler Player wird der N5MK2S aber wohl vorwiegend die auf ihm selbst gespeicherte Musik wiedergeben. Dafür ist ordentlich Platz vorhanden. Der interne Speicher bietet 64 Gigabyte, das ist doppelt soviel wie bei der Aluminium-Modellvariante N5MK2. Hinzu kommen zwei microSD-Slots, die jeweils mit einer Karte bis 400 Gigabyte (also real erhältlichen 256 Gigabyte) bestückt werden können. Wer an den USB-Port über ein OTG-Kabel einen Flash-Speicher anschließt, kann nochmals bis zu 2 Terabyte hinzugewinnen. Die interne Datenverarbeitung geschieht über einen Zwei-Gigabyte-RAM.

Zwei Slots für microSD-Speicherkarten bieten die Möglichkeit, den Speicher um bis zu 800 Gigabyte zu vergrößern.

Die Formate

Über diesen Speicherplatz und über die verschiedenen Schnittstellen lässt der Player nun eine wahre Format-Flut zu. Highlight ist die HiRes-Fähigkeit bei intern gespeicherten und gewandelten PCM- und DSD-Files, hier geht PCM bis 384 Kilohertz/64 Bit und DSD auf nativem Wege bis DSD265. Darüber hinaus beherrscht der Player die File- und Container-Formate DSF, DSD-IFF, WAV, FLAC, ALAC, AIF, AIFF, WMA, Ogg-Vorbis, APE, MP3, AAC, SACD-ISO, hinzu kommen DST- und DTS-codierte Formate. Uff! Über den USB-Port kann der Player Files mit den Qualitäten PCM 192 Kilohertz/24 Bit und DSD 64/DSD128 (DoP) handhaben. Nutzt man den Port als koaxialen S/PDIF-Ausgang, so liefert er PCM bis 192 Kilohertz/24 Bit (höhere Auflösungen werden nach 192 Kilohertz bzw. 176,4 Kilohertz konvertiert) und DSD 64 (DoP oder D2P). Bei der D2P-Konvertierung von DSD nach PCM wird das Signal immer zu 88,2 Kilohertz/24 Bit gewandelt.

Der N5MK2S kann in verschiedenen Modi agieren: Der „USB-Modus“ ist der normale Betriebsmodus, so kann der Player an einen Rechner angeschlossen und geladen werden oder er kann (mit einem optionalen Kabel) über den USB-Port ein S/PDIF-Signal ausgeben. Im „MTP-Modus“ kopiert man Files und Ordnern vom angeschlossenen Rechner. Im „DAC-Modus“ funktioniert der Cayin als externe Soundkarte für den Computer.

Der Cayin N5MK2S in der Praxis

Vor dem Hörspaß steht das Aufladen: Knapp dreieinhalb Stunden Energiezufuhr benötigt der Cayin N5MK2S, dann ist er auf 100 Prozent. Mit seiner Akku-Kapazität von 3.000 Milliamperestunden kann er ab nun satte zwölf Stunden lang für Musik sorgen. Weil wir viel mit dem Player ausprobieren, steht bei uns nach etwa 10 Stunden die erste Wiederaufladung an. Doch zurück auf Start: Nach dem Betätigen des Einschalt-Tasters genehmigt sich der Player etwas Zeit, um sein Betriebssystem hochzufahren, nach 30 Sekunden zeigt er seinen Startbildschirm an. Die Einbindung des Players geht einfach, auch wenn der Cayin bei Bluetooth manchmal ein paar Momente braucht, um seinen zukünftigen Partner zu erkennen. Die Anbindung an das eigene LAN via WIFI funktioniert durchweg flott: Wir verschaffen dem Player mit unserem WiFi-Passwort das Entrée zu unserem Redaktionsnetz, gehen zur Quellenwahl auf „Private Cloud“, schon haben wir Zugang zu unserem Server und können die dort gespeicherten Musikfiles spielen. Dabei kann der Cayin sich die Musik per WiFi vom Server in HiRes-Qualität streamen lassen und dann abspielen. Das ist klasse, so ist man auch zuhause mobil und mit erstklassigem Klang unterwegs. Außerdem kann man – Achtung, Spezialfall! – das per WiFi empfangene Signal sogar wieder per Bluetooth an eine blauzahnfähige Lautsprecherbox weiterfunken. Sehr cool! Das funktioniert auch mit den meisten HiRes-Files, DSD256 und PCM 384 Kilohertz/24 Bit werden über Bluetooth allerdings nicht mehr unterstützt. Aber: dieser Doppel-Funk ist nun wirklich die eher exotische Nutzungsweise des Cayin.

um N5MK2S gibt es als Zubehör eine Hülle aus Kunstleder, die das gehäuse des Players vor Kratzern schützt. Das Dispolay ist ab Werk mit einem Schutzglas ausgerüstet.

Exzellentes Hörerlebnis

Die Top-HiRes-Qualitäten gehen natürlich immer im normalen Anwendungsfall, wenn man den N5MK2S also als Zuspieler im Verbund mit einem Kopfhörer nutzt oder das analoge Audiosignal an einen externen Verstärker schickt. Wir haben den Cayin per Kopfhörer zuerst mit zuerst den Sonus faber Pryma 01 getestet, dann mit dem angemesseneren Beyerdynamic DT 1990 Pro. Trotzdem erleben wir in beiden Fällen eine herrliche Wiedergabe: Der Klang ist glasklar und ungemein transparent. Die Auflösung ist sehr gut, gerade bei HiRes-Files ergibt sich ein exzellentes Hörerlebnis, wobei der DT 1990 Pro sich doch schnell als der klar überlegenere Kopfhörer erweist. Wir starten mit dem Blues-Barden Eric Bibb, bei seinem Song „Rock Island Rocket“ in DSD64-Qualität begleitet er sich selbst auf der Gitarre, später stößt ein Banjo hinzu. Die akustische Gitarre klingt wunderbar griffig, wir sind ganz nah an Bibb dran und hören, wie er mit der linken Hand umgreift: die Haut rutscht über das Metall, der Stahl der Saiten wird auf das Neusilber der Bünde gedrückt. Diese kleinen Spielgeräusche machen das Erlebnis beim Musikhören aus. Sie geben uns das Gefühl, dass das, was wir hören, real und echt ist. Die Gitarre besitzt zudem eine schöne Klangfülle: Der N5MK2S gibt sie über beide Kopfhörer mit dem richtigen, stimmig wirkenden Bassvolumen wieder. Grandios ist auch der Gesang: Wir haben hier ebenfalls das Gefühl, direkt vor dem amerikanischen Sänger zu sitzen: Wir nehmen wahr, wie Bibb vor jeder gesungenen Zeile die Luft durch seinen Mund einsagt, wie er aus der Kehle heraus die rau angesungenen Silben artikuliert, und wir vernehmen in instrumentalen Passagen seine leichtes Schnaufen durch die Nase, wie es alle Musiker unbewusst beim Spielen machen – wir können es hören.

Der Equalizer bietet die Möglichkeit, den Klang mit den Presets „Dance“, „Pop“, „Jazz“, „Blues“, „Rock“, „Metal“, „Klassik“ oder „Sprache“ anzupassen – oder ihn mit der benutzerdefinierten Klangregelung zu optimieren. Dieser grafische Equalizer besitzt zehn Frequenzbänder, die sich um 15 Dezibel erhöhen oder absenken lassen.

Unendliche Weiten

Unendliche Weiten erleben wir dann beim Hoff Ensemble und der Instrumentalnummer „Innocence“, dem Opener des 2018er-Albums „Polarity“: Klavier, Schlagzeug, Bass – mehr braucht diese elegische Nummer nicht, um uns in einen luftig-leichten Klang zu hüllen, um uns in einen anderen, fast unendlich erscheinenden Raum zu versetzen. Die Offenheit, Reinheit und Transparenz der Wiedergabe ist ausgezeichnet! Wir schließen die Augen und gehen quasi in der Musik auf. Die Instrumente sind äußerst differenziert und mit jeder Spielnuance zu hören, trotzdem finden sie zu einem Sound zusammen, zu einer Wiedergabe aus einem Guss. Das liegt an dem perfekten Zusammenspiel von Gunnar Hoff, Anders Jormin und Audun Kleive. Aber das gelingt auch, weil die Produktion dieses Acoustic Jazz-Projekts überragend ist und das File in der HiRes-Qualität DSD 256 vorliegt. Gerade mit dem Beyerdynamic-Kopfhörer lohnen sich nun auch die „Gourmet“-Einstellungen für anspruchsvolle Hörer: Mit dem „Audio-Prioritäts-Modus“ lassen sich etliche Prozesse und Features des N5MK2S abschalten, um die Audioqualität zu maximieren. Die Wiedergabe klingt so wirklich nochmals ein wenig verfeinert und konturierter. Auch mit der DSD-Verstärkungs-Kompensation lässt sich der Klang subtil verändert, ebenso mit der Wahl des digitalen Filters: Der „Sharp roll-off“ führt zu einem geringfügigen brillanter-präziseren Klangbild, mit dem „Langsamen roll-off“ hingegen ist die Wiedergabe etwas weicher. Das sind letztlich aber nur Nuancen, die die grundlegende Klasse dieses Players noch abrunden.

Handlich: Der N5MK2S ist deutlich kleiner als das Gros der HiRes-Player.

Fazit

Der stylische Cayin N5MK2S erweist sich als kompakte Vielkönner: Der gewichtige, aber handliche Player für die Hosentasche kann HiRes bis PCM 384 Kilohertz/64 Bit und DSD265 (nativ), er beherrscht eine riesige Vielfalt an digitalen File- und Containern-Formaten. Diese Musik kann der N5MK2S sowohl aus dem internen 64 Gigabyte-Speichern wiedergeben, der mit zwei microSD-Karte um 512 Gigabyte sowie mit einem Flash-Speicher um 2 Terrybyte erweiterbar ist. Der Cayin kann aber ebenso Musik von der NAS des heimische LAN oder von den abonnierten Online-Musikdiensten abspielen – kabellos, weil er sich die Files per WiFi streamen lässt. Als alternative Funkverbindung beherrscht der Player Bluetooth. Kabelgebunden bietet der Cayin einen USB C-Port, mit dem er an einen Computer angeschlossen werden kann und hier auch als externe Soundkarte zur Klangaufwertung des Rechners einsetzbar ist. Mit einem Extrakabel funktioniert dieser Port auch als koaxiale S/PDIF-Schnittstelle. Zwei Ausgänge runden die Flexibilität ab: eine unsymmetrische Kopfhörer-Buchse und eine symmetrische Line Out/Kopfhörer-Buchse, über die der N5MK2S auch an einen externen Verstärker anschließbar ist. Dazu bietet der Cayin eine große Feature-Vielfalt, mit der sich der HiRes-Player individualisieren und optimieren lässt – dabei bietet er schon in der Grundeinstellung eine klanglich hervorragende Performance, die für einen großen Hörgenuss sorgt und an dem oberen Rand seiner Klasse kratzt.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 87/90
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

90

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190507.Cayin-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Cayin
N5MK2S
Produktkategorie:Kopfhörerverstärker/DAC
Preis:589,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Silber (Stahl)
Vertrieb:Cayin Audio Distribution GmbH, Glashütten-Schlossborn
Tel.: +49 6174 9554412
www.cayin.de
Abmessungen (LBH):15,3 x 59 x 117 mm
Gewicht:0,250 kg
Schnittstellen:1 x WLAN (DLNA)
1 x Bluetooth (Bluetooth 4.0)
1 x USB C (USB 2.0)
1 x S/PDIF (via optionalem USB C/Koax-Adapterkabel)
Ausgänge:1 x Kopfhörer unsymmetrisch (Mini-Klinke, 3,5 mm)
1 x Line Out / Kopfhörer symmetrisch (Mini-Klinke, 2,5 mm)
Speicher:1 x 64 GB interner Speicher
2 x 256 GB (microSD-Karte) (optional)
1 x 2 TB (über per USB C OTG angeschlossenen Flash-Speicher) (optional)
Unterstützte Formate:DSD, DSF, DSD-IFF, WAV, FLAC, ALAC, AIF, AIFF, WMA, Ogg-Vorbis, APE, MP3, AAC, PCM, SACD-ISO sowie DST- und DTS-codierte Formate
Maximale Auflösung/Samplingraten:- intern: PCM 384 kHz/64bit, DSD265 (nativ)
- USB Audio Input: PCM 192 kHz/24bit, DSD 64/DSD128 (DoP)
- USB Audio Output: PCM 384 kHz/24bit , DSD 64/DSD128 (DoP oder D2P)
- S/PDIF Output: PCM 192 kHz/24bit (höhere Auflösungen werden konvertiert nach 192 kHz bzw. 176,4 kHz)
Akkuladezeit:ca. 3,5 Stunden
Akkulaufzeit:ca. 12 Stunden
Lieferumfang:- Cayin N5MK2S
- USB C/USB A-Kabel (1,0 m)
- Schutzhülle
- Display-Schutzglas (ab Werk appliziert)
- Rückseiten-Schutzfolie (ab Werk appliziert)
- Quick Start Guide (Englisch, Japanisch, Chinesisch)
Optionales Zubehör:- USB C/Koax-Adapterkabel
Pros und Contras:+ ausgezeichneter Klang
+ sehr gute Verarbeitung
+ hochwertige Anmutung
+ HiRes mit hohen Abtastraten möglich: PCM 384 kHz/64bit, DSD265 (nativ)
+ HiRes-Streaming per WiFi
+ Bluetooth
+ Internet-Musikdienste einbindbar
+ als externer DAC/Soundkarte nutzbar

- hohes Gewicht
- grafische Benutzeroberfläche und Menüstruktur mitunter unübersichtlich
Benotung:
Klang (60%):90/90
Praxis (20%):80/90
Ausstattung (20%):85/90
Gesamtnote:87/90
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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