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Mit der Aurum Alpha will Quadral anspruchsvollstes High-End-Audio und die moderne Art der Musikwiedergabe vereinen. Mit Dirac-Einmessung haben die amplifizierten Lautsprecher-Giganten eine highendige Raumkorrektur an Bord. Hinzu kommt ein HiRes-Streamer. Klanglich ist dieses Paket das Beste seiner Art, das bislang in unserem Hörraum stand.

Modernes HiFi-System: Die Aurum Alpha beherbergen neben der ausgewachsenen Chassis-Armada auch Verstärker, einen Streamer und die Dirac-Raumkorrektur.

Für einen Entwickler ist es immer wieder etwas ganz Besonderes, wenn er einen Lautsprecher kreieren darf, der frei von vorgegebenen Designvorgaben und modischen Zwängen sein darf, zugleich aber allerhöchsten Klangansprüchen genügen soll. Was bei vielen Marken nur selten der Fall ist, gehört bei Quadral seit jeher fast schon zum Standard. Quadral setzt den Anspruch an die höchste Klangqualität prinzipiell vor dem Nachjagen aktueller Trends, die schneller wieder „out“ sind, als man planen kann. Nein, reine Mode-Erscheinungen sind die Lautsprecher der deutschen Audiospezialisten ganz sicher nicht. Stattdessen setzt man – stets der eigenen Philosophie folgend – bei Quadral seit inzwischen über 40 Jahren auf Kontinuität, Langlebigkeit, ein zeitloses Lautsprecherdesign und den bestmöglichen Klang. Alles selbstverständlich zu erschwinglichen Preisen. Vorgaben, mit denen die 1973 gegründete Marke weltweit viele Käuferherzen erobert hat. Wer einen Quadral-Lautsprecher kauft, weiss bereits vorher was er bekommt: Höchste Material- und Verarbeitungsqualität, optisch integrative Produkte und den bestmöglichen Klang.

Flaggschiff im Test

So gesehen ist jedes Produkt aus der Hannoveraner Audio-Schmiede ein Statement in seiner Preisklasse und für den individuellen Einsatzbereich. Dies gilt in besonderem Maße für die Aurum-Reihe. Eine Linie, die das Nonplusultra des hauseigenen Produktportfolios darstellt und deren aktives Oberhaupt die Bezeichnung Aurum Alpha trägt. Mit leistungsstarken Verstärker-Einheiten, Raumkorrektur und Streaming-Modul ausgestattet, ist die Alpha viel mehr als ein klassischer Aktiv-Lautsprecher. Sie ist konzipiert als modernes HiFi-/HiRes-System für Audiophile mit höchsten Klangansprüchen. Das Versprechen ist also riesig. Wir haben das Aktiv-Flaggschiff der Aurum-Familie auf unseren Testparcours geschickt.

Die Gehäuseform ähnelt der Aurum Alpha (ganz rechts) geht auf die der passiven Aurum Vulkan (ganz links) zurück.

Masse und Klasse in der Aurum Alpha

Nun aber genug der Theorie und rein in den Praxistest: Dieser beginnt ganz am Anfang – mit dem Transport der aktiven Klangriesen. Mit über 70 Kilo pro Stück ist der nicht ganz so einfach. Allerdings steigert das in meinem Fall nur die Vorfreude. Das hohe Gewicht ist zunächst in der massiven Bauweise der Alpha begründet. Der Korpus ähnelt der neunten und aktuellsten Version der Vulkan, dem zweitgrößten Lautsprecher der passiven Aurum-Serie. Die Breite ist identisch, die Alpha ist nur einen Zentimeter höher und fünf Zentimeter tiefer. Chefentwickler Sascha Reckert erklärt diesbezüglich, dass die 1:1-Übernahme des bewährten Gehäuses der Vulkan aufgrund der zusätzlichen Elektronik nicht möglich war, ohne dabei Klangeinbußen in Kauf nehmen zu müssen. Also entschied man sich kurzerhand für eine neue Behausung, die dem bewährten Design der Vulkan aber möglichst nahe kommen sollte. Der visuell größte Unterschied stellt hier die Platzierung der Tiefton-Chassis dar. Während derer zwei in der Front der Vulkan thronen, wanderten diese in der Alpha in die Seitenwand. Das ist kein Designkniff, sondern hat leistungstechnische Gründe. Aufgrund der Tatsache, dass der antreibende Verstärker hier ja bekannt ist und die Elektronik entsprechend genutzt werden kann, konnten auch gleich größere Tieftöner eingesetzt werden. Statt mit zwei Woofern mit 235 Zentimetern Durchmesser ist mein Testgast nämlich mit zwei riesigen 265er Chassis ausgestattet. Sie hätten in der schmalen Schallwand schlichtweg keinen Platz gefunden und wurden deshalb in der Seitenwand platziert.

Das massive Tiefton-Duo sitzt in der Aurum Alpha nichtin der Front, sondern in der Gehäuseseite.

Der ganze Stolz

Im oberen Abteil des massiven Gehäuses stecken dann die Hoch- und Mitteltoneinheit. Hier setzt Quadral auf zwei große Altima-Mitteltontreiber a 180 Millimeter Durchmesser, die das eigenentwickelte quSENSE-Hochton-Bändchen in die Mitte nehmen. Auf letztgenanntes ist man bei Quadral besonders stolz, wird dieses doch Hannover in Handarbeit gefertigt. Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbsmodellen handelt es sich hier auch tatsächlich um ein echtes Bändchen, das seinen Namen auch verdient. Der quSENSE-Tweeter arbeitet mit einem echten beweglichen Bändchen: Ein Alu-Streifen, acht bis zehn Mikrometer dünn und zickzackförmig gefalzt. Dieser Streifen sitzt zwischen zwei starken Neodym-Magneten. Wird er vom Musiksignal-Strom durchflossen, sorgt die elektromagnetische Wirkung dafür, dass der Alu-Streifen nach vorn und hinten ausgelenkt wird. Aufgrund der sehr geringen Masse, geschieht die Bewegung superschnell, quasi verzögerungsfrei. Durch ihre Schnelligkeit und Flexibilität können solche Schwingsysteme bis zu ungemein hohen Frequenzen exakt und impulstreu schallwandeln. Der quSENSE spielt hier hinauf bis auf stolze 48 Kilohertz. Das liegt sogar weit über jenen zwanzig Kilohertz, die ein junges und intaktes menschliches Ohr überhaupt hören kann. Doch die höheren Frequenzen befördern unser Ortungs- und Wahrnehmungsvermögen. Wir erleben deshalb eine gesteigerte Räumlichkeit und Luftigkeit der Wiedergabe. Beim quSENSE ist das Bändchen übrigens etwas kürzer, dafür aber wesentlich breiter als üblich. Dadurch ist die Membranfläche größer und robuster. Das lässt sie zugleich stabiler schwingen und produziert bei der Schallwandlung geringere Verzerrungen.

Der quSENSE-Tweeter hat uns schon in unserem Test der Aurum Orkan begeistert. In der Aurum Alpha wandelt er hoch bis auf 48 Kilohertz.

HiRes-Streamer

Wäre dies ein klassischer Aktiv-Lautsprecher, wäre die Beschreibung der Ausstattung hier bereits beendet. Die Aurum Alpha ist aber mehr als das. In ihr sitzen nämlich nicht nur die beschriebene Chassis-Armada und eine Class-D-Endstufeneinheit mit einem Leistungsvermögen von 700 Watt, sondern noch viel viel mehr. Das gilt in erster Linie für den Master-Lautsprecher, der kabelgebunden direkt mit einem Plattenspieler, CD-Player oder Mediaplayer verbunden werden kann. Diesbezüglich stellt er einen optischen Digitaleingang, einen USB-Port, einen analogen Audio-Eingang und XLR-Buchsen bereit. Genau genommen sind diese Quell-Zugänge aber gar nicht nötig, denn die Aurum Alpha hat auch einen besseren HiRes-Streamer an Bord. Über diesen Weg ist es dann beispielsweise möglich auf einer NAS-Platte oder auf dem Festrechner abgelegte Musikstücke kabellos wiederzugeben. Er ist in der Lage HiRes-Files bis zu einer Datenrate von 96 Kilohertz anzunehmen und zu verarbeiten. Das entspricht der Abtastrate, die in den meisten Aufnahmestudios verwendet werden.

Vollflächige Gewebeabdeckungen gehören selbstversändlich zum Lieferumgang. Sie werden magnetisch am Gehäuse gehalten.

Perfekt gemacht

Es benötigt übrigens nichtmal eines genauen Blicks auf das Gehäuse, um die wirklich hervorragende Verarbeitungsqualität der Aurum Alpha zu erkennen. Die aus mehreren Lackschichten bestehende Oberfläche ist schlichtweg makellos aufgetragen. Einschlüsse oder Fehler sucht man hier vergebens. Selbst die großen Seitenflächen der Gehäuse sind exzellent lackiert. Dazu kommt die absolut bündige Einfassung sämtlicher Chassis. Besonders imposant stellt sich die exzellente Arbeit in der oberen Schallwand dar: Statt alle Treiber auf eine Platte zu setzen und diese einzuschrauben, ist hier jedes einzelne Chassis blitzsauber vertieft eingelassen, so dass es absolut bündig in der Wand sitzt. Selbst die Kurven des sogenannten „Quadral-Ohrs“ sind blitzsauber ausgeschnitten und makellos lackiert. Gemeint sind die markanten Rundungen des Tieftöners, die sofort die Markenherkunft erkennen lassen.

Exklusive Verarbeitung: Jedes einzelne Chassis sitz perfekt bündig in der sauber vorbereiteten Einfassung. Auch die Lackierung ist hier erstklassig.

Eleganter Auftritt

Zur Ausstattung und Verarbeitung kommt die gelungene Designgebung. Die Aurum Alpha misst zwar imposante 1,21 Meter in der Höhe, wirkt live aber lange nicht so gigantisch, wie es die technischen Daten vielleicht vermuten lassen. Verantwortlich dafür sind zwei clevere Designtricks: Die Quadral ist leicht nach hinten geneigt, das lässt sie visuell dynamischer wirken. Und sie verfügt über eine zu den Aussenseiten leicht abgeflachte Fase in der Schallwand. Diese zieht sich über die Korpusdecke bis über die Rückseite. Das sorgt für einen eleganten Übergang der entsprechenden Gehäusewände und lässt die Alpha gefälliger wirken. Egal ob weiße oder schwarze Ausführung, diese Fase sieht richtig gut und elegant aus. Hinzu kommt die silberglänzende Applikation im vorderen Bereich der Gehäusedecke. Das kenne ich schon aus meinem Test der Aurum Galan. Dieses kleine Detail reisst die einheitliche Optik geschickt auf und gibt quasi nebenbei Auskunft über die Modellbezeichnung des Schallwandlers.

Die glanzvolle Applikation auf der Gehäusedecke reisst das Design auf und gibt nebenbi noch Auskunft mit welchem Aurum-Familienmitglied man es hier zu tun hat.

Smarte App

Ins Netz gebracht wird die Alpha dann wahlweise per Kabel oder WLAN. Gesteuert wird sie dann über die kostenlos bereitgestellte App aus dem Android- oder Apple-Store. Über sie hat man überdies noch Zugriff auf tausende von Internetradio-Sendern oder auf Inhalte von Streaming-Diensten. Oder man spielt einfach die auf dem eigenen Smartphone oder Tablet abgelegte Musik über das Quadral-Duo ab. Letzteres geschieht dabei übrigens ebenfalls per Funk und ist in einer Abtastrate von bis zu 96 Kilohertz möglich. Bei einem netzwerkfähigen Audio-System kaum noch wegzudenken ist die Implementierung von Online-Musikdiensten, die über die App angesteuert werden können. In Form einer Tidal-Einbettung ist diese hier selbstverständlich ebenfalls vorhanden. Quadral hat sich nach eigener Aussage aufgrund des hohen Angebots hochauflösender Titel für diesen Anbieter entscheiden. Darüber hinaus ist die Aurum Alpha aber auch in der Lage direkt auch Inhalte des Internetradio-Dienstes Airable zuzugreifen. Ein Account muss selbstverständlich vorhanden sein.

Die Steuerung der Aurum Alpha erfolgt über die übersichtlich gestaltete und kostenlos bereitgestellte App.

Dirac-Raumkorrektur

Wer sich schonmal etwas intensiver mit dem Thema Klang auseinandergesetzt hat, der weiß, dass der Raum einen nicht zu unterschätzenden Anteil an der Soundperformance hat. Mit Hilfe von Reflektoren, Absorbern oder Diffusoren lässt sich hier effektiv eingreifen. Steht das neue HiFi-System aber im Wohnzimmer, ist dieser Weg wenig praktikabel. Wer will sich schon die gute Stube mit Akustikelementen vollstellen?
Quadral geht diesbezüglich einen anderen Weg und spendiert seiner Aurum Alpha eine Dirac-Raumkorrektur nebst Einmess-Mikro, Stativ und entsprechenden Kabeln. Der Clou kommt aber noch: Wer sich damit nicht befassen will, muss das auch nicht. Jede Aurum Alpha wird nämlich vom Fachhändler oder einem Quadral-Mitarbeiter vor Ort aufgestellt, eingerichtet und auf den Raum, in dem sie steht, eingemessen. Das Einzige, das Sie machen müssen: Den Audio-Spezialisten mit Kaffee versorgen 🙂

Mikrofon, Stativ, Kabel … all das gehört zum Lieferumfang der Quadral Aurum Alpha. Nach dem Auspacken kann es also direkt losgehen.

Selbst ist der Mann

Wer die Audio-Einrichtung aber selbst machen möchte oder diesen Schritt beispielsweise nach einem Umzug durchführen muss, benötigt lediglich ein Laptop mit Internet-Zugang, etwas Zeit und ein klein bisschen Mut. Im ersten Schritt wird zunächst die kostenlos verfügbare Dirac Live-Software von der Quadral Homepage geladen. Ist dann das Mikro angeschlossen und vorbereitet, wird auf dem Display des Laptops virtuell angezeigt, wo das Mikro stehen soll. Nach einem Klick auf „Start“ werden dann Testtöne wiedergegeben, die vom Mikro aufgenommen und und gleich verarbeitet werden. Das Ganze macht man dann insgesamt neun Mal, wobei einem die Software vor jeder Messung auf dem Laptop eindeutig darstellt, wo das Mikro exakt zu stehen hat. Die Menüführung selbst ist bis ins Detail durchdacht, einen Fehler kann man hier kaum machen. Alle über diesen Weg ermittelten Informationen werden anschließend graphisch als Messkurve dargestellt und durch eine Zielkurve ergänzt. Dann versucht das Programm die entsprechenden Parameter im Lautsprecher so anzupassen, dass der Ist- dem Soll-Wert möglichst nahe kommt und legt die neuen Informationen als Preset im Lautsprecher ab. Insgesamt können hier vier verschiedene Klangprofile hinterlegt werden. Ob man die Messung aber überhaupt nutzen will, bleibt einem letztlich selbst überlassen. Ich kann die Raumkorrektur im Menü aktivieren oder auch deaktivieren. In meinem Test probiere ich beides aus.

Klingt zunächst vielleicht kompliziert, ist aber ganz einfach selbst durchzuführen: Die Dirac-Raumkorrektur.

Bühnenpräsenz pur

Nach der ausführlichen Einspielzeit geht es endlich in den Hörtest. Den Anfang macht Robbie Robertson mit „Dead End Kid“ (Album: Sinematic) – direkt von Tidal in CD-Qualität gestreamt. Obwohl die Raumkorrektur nicht aktiviert ist, bringt dieser Song sofort puren Spaß. Tiefe Bässe, ordentlich Körperschall und eine wirklich gute Bühnendarstellung. Mr.Robertson steht mittig zwischen den Lautsprechern, rechts hinter ihm die Gitarre, dahinter das Schlagzeug. Die Bühne baut sich direkt vor mir auf – in ihrer Tiefe, in ihrer Breite. Die Präsenz reicht rechts und links sogar über die Standpunkte der Lautsprecher hinweg. Die akustische Staffelung gelingt den Alphas schonmal sehr gut, die leicht melancholische Stimmung dieses Stückes wird hervorragend transportiert. Das Timbe der tiefen Männerstimme passt – und was mir besonders positiv auffällt: Man versteht jedes einzelne Wort deutlich. Insgesamt macht das Musikhören jetzt schon enormen Spaß. Selbst ohne Raumkorrektur verdient sich das Quadral-Duo die ersten Bestnoten.

Das Anschlussfeld sitzt im Master-Lautsprecher und umfasst je einen Netzwerk- und USB-Port, XLR-Anschlüsse, Cinch-Buchsen und einen optischen Digitaleingang.

Auf den Raum angepasst

Als ich die Dirac-Raumanpassung aktiviere, verändert sich das Klangbild dann fast vollständig. Zu allererst macht sich die Veränderung in der Bassperformance bemerkbar. Der Tiefton scheint zwar etwas schlanker, dafür stärker konturiert, kontrollierter. Bässe kommen schneller, aktiver und punchiger. Alles wirkt weniger dick, dafür einfach richtiger. Der sofort bemerkbare Zugewinn an Kontrolle lässt die Musik agiler, straffer und irgendwie richtiger erscheinen. Fakt ist: Die Aktivierung der Raumkorrektur hat sich jetzt schon gelohnt. Aber es gibt noch ein paar weitere Änderungen. Genauer gesagt: Verbesserungen. Dinge, die ich zuvor nicht vermisst habe, die das Musikhören jetzt jetzt aber noch schöner gestalten. Vorrangig ist hier das offensichtlich erweiterte Dynamikspektrum zu nennen. Wirklich imposant kommen beispielsweise die gezupften Gitarrenparts in Frank Turners „Nica“. Die wird nicht einfach „nebenbei“ gespielt, sondern steht klar konturiert und gut vernehmbar auf der weiterhin beeindruckend räumlich aufgespannten Bühne.

Schlanker Fuß: Die Aurum Alpha thront auf vier silberglänzenden Füßen, die der Gehäuseform folgen.

Pegel & Klangtreue

In Daft Punks „Face to Face“ faszinieren mich dann sofort die enormen Dynamikabstufungen und die satten Beats. Dieser Song macht so richtig Laune und verlangt regelrecht nach einer satten Lautstärkeerhöhung. Da ich nichts gegen hohe Pegel einzuwenden habe, wird diese Forderung auch sogleich erfüllt. Was jetzt passiert, imponiert mir dann aber besonders.
Ausser, dass es nämlich deutlich lauter wird, passiert nichts. Das liest sich jetzt vielleicht komisch, ist aber dennoch eine Besonderheit. Die bei sehr vielen HiFi-Systemen mit wesentlichen Pegelerhöhungen einhergehenden Verzerrungen, aufgeblähten Bässe oder kreischenden Höhen sind hier nichtmal im Ansatz vorhanden. Alles wird lauter, verändert sich im Klangbild aber sonst nicht hörbar. Deutlich über Zimmerlautstärke wirkt selbst der tiefe Bass niemals aufdringlich oder nervig, sondern bleibt auch jetzt sauber konturiert und straff. Alles mit der nötigen Schwärze, Nachhaltigkeit und Vehemenz. Selbst nach einem weiteren Lautstärke-Anstieg habe ich keine Situation herbeiführen können, in der die Quadrals nicht Herr der Lage gewesen wären.

Ober- und unterhalb des Anschlussfeldes befinden sich breite Belüftungsschlitze. Sie sorgen dafür, dass die Elektronik bestmöglich gekühlt wird.

Spaßmacher

Einhergehend damit geht es auch im Grundton entsprechend zur Sache. Inzwischen bei „Aerodynamic“ angekommen, wird es dann so richtig temperamentvoll. Ein Track mit vielen impulsiven Passagen, dessen Dynamik sich sofort in meiner Magengegend bemerkbar macht. Wie bereits zuvor, imponiert der konturierte Bass auch jetzt. Der kommt dick aber niemals zu fett und ist mitunter pfeilschnell wieder weg. Eindeutig ein Verdienst der Klanganpassung an den Raum. So straff habe ich diesen Song noch nie über so große Drei-Wege-Lautsprecher gehört. Das fixe Ausklingen des Grundtons und die Schnelligkeit des Bändchens gehen hier Hand in Hand. Das gesamte Setup spielt sprichwörtlich „wie aus einem Guss“. So verwundert es mich nicht, dass die Aurum Alpha auch in komplexeren, voluminöseren Passagen stets souverän agiert. Musikhören kann so einfach und so schön sein! Ein optimal auf den Raum eingemessenes Setup und die passende Playlist, mehr braucht es nicht, um richtig Spaß zu haben.

Das Mittelton-Duo ist zum Teil für die imposant-punchige Grundton-Wiedergabe verantwortlich.

Fazit

Die Quadral Aurum Alpha ist ein modernes HiFi-System, das die Ideale und Maxime der jahrelangen Quadral-Entwicklungsarbeit in sich vereint. Eines, dessen oberstes Ziel – unabhängig von Form und Grösse – das kompromisslose und unverfälschte Hörerlebnis ist. Dieses Ziel wird hier kompromisslos erreicht. Die Alpha klingt, wie man es von einem Serien-Flaggschiff erwarten darf: Souverän, detailliert und fein, korrekter geht es kaum. Bei Bedarf geht es mit ihr aber auch temperamentvoll und impulsiv zur Sache – je nachdem, welches Musikgenre man ihr gerade zuführt. Der an Bord befindliche Streamer macht die Sache dann rund. Im Grunde benötigt man keine weiteren Zuspieler mehr. HiRes-Streaming von NAS-Platten, Internetradio oder der direkte Zugriff auf Tidal und Airable – alles direkt und ohne eine Kabelverbindung möglich. Wer seinen Plattenspieler, CD-Player oder Fernseher an das System anschließen möchte, kann das aber natürlich auch tun. Die Alpha stellt dafür entsprechende Eingänge zu Verfügung.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 99/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: angemessen

99

98

98

191011.Quadral-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Quadral
Aurum Alpha
Produktkategorie:Aktiv-Lautsprecher
Preis:ab 8.000,00 Euro / Stück
Garantie:4 Jahre (bei Registrierung)
Ausführungen:- Schwarz (Hochglanz-Finish)
- Weiß (Hochglanz-Finish)
- Sonderlackierung gegen Aufpreis
Vertrieb:Quadral, Hannover
Tel: 0511 / 7 90 40
www.quadral.com
Abmessungen (HBT):121 x 28 x 51 mm
Gewicht:71,0 kg / Stück
Prinzipaktiv, Drei-Wege, geschlossen
Ausgangsleistung:700 Watt
Streamer:integriert
Raumkorrektur:Ja (Dirac Live)
Hochtöner:1 x Aluminium-Bändchen (Quadral quSENSE, 90mm)
Mitteltöner:2 x 180 mm Konuslautsprecher (Quadral Altima)
Tieftöner:2 x 265 mm Konuslautsprecher (Quadral Altima)
Frequenzgang:17 Hz - 48 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenzen:110 Hz, 2.900 Hz
Empfohlene Raumgröße:bis 50 Quadratmeter
Lieferumfang:- Quadral Aurum Alpha
- Abdeckungen (magnetisch gehalten)
- Einmess-Mikro
- Kabel
- Stativ
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung
Pros und Contras:+ exzellente Verarbeitung
+ Dirac-Raumkorrektur
+ HiRes-Streamer
+ präzise, offene und räumliche Wiedergabe
+ ausgewogener Klang
+ kraftvolle Basswiedergabe
+ impulsstarker Grundton
+ echter Bändchen-Hochtöner (Aluminium)
+ elegant-dezentes Design
+ hohe Leistungsreserven

- DAC verabeitet "nur" bis 96 kHz
Benotung:
Klang (60%):99/100
Praxis (20%):98/100
Ausstattung (20%):98/100
Gesamtnote:99/100
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistungangemessen

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