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Redakteur
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Für Profi-Fotografen gemacht. Der BenQ PhotoVue SW321C ist ein hardwarekalibrierbarer 32 Zoll-Monitor, der 99 Prozent des Adobe-RGB-Farbraums abdecken soll. Darüber hinaus liefert er 4K/UHD-Auflösung und die exklusive Uniformity-Technologie. Und hat neugierig gemacht was sich dahinter verbirgt und wie gut die Farbdarstellung tatsächlich ist.

Der brandneue BenQ SW321C ist dank seiner dedizierten Ausstattung für Berufsfotografen wie geschaffen.
Foto: Michael B. Rehders

Die Ansprüche an Fotografen steigen stetig weiter. Auftraggeber erwarten heute, dass ihnen druckfertig aufgearbeitete Bildwerke zur Verfügung gestellt werden. Das bezieht Retuschen ebenso mit ein wie die präzise Farbdarstellung. Das gilt selbstverständlich für Print- und Online-Medien. Verschiedene Standards für verschiedene Medien, die obendrein noch voneinander abweichende Farben erzeugen, machen die Bildbearbeitung noch anspruchsvoller. Aus diesem Grund ist bei der Wahl eines geeigneten Monitors überaus wichtig, dass er die verschiedenen Standards exakt einhält. Nur so ist gewährleistet, dass Bilder auf dem Color-Management-Display auch so aussehen, wie später in Magazinen, Webshops und auf Printprodukten. Wer sich auf diesem extrem hohen Niveau bewegt, sollte sich den BenQ SW321C vielleicht mal näher anschauen.

Anders mit System

Der BenQ SW321C liefert eine ultrahohe Auflösung von 3840 x 2160 Pixel. Das kennt man sonst meist nur von hochwertigen Fernsehgeräten. Dank IPS-Panel und exklusiver Uniformity-Technologie soll die Bilddarstellung bis in jede Ecke hinein homogen sein. Wie schon beim von mir getesteten SW270C nutzt BenQ die neue Panel-Generation, um diesen extrem hohen Anspruch zu einem noch bezahlbaren Preis zu ermöglichen. Dank ihr werden optimale Farb- und Helligkeitswerte für hunderte Teilbereiche des gesamten Displays gewährleistet. Messprotokolle, die diese Qualität im Detail aufführen, liegen dem SW321C selbstverständlich bei.
Das „C“ am Ende der Bezeichnung steht übrigens für USB-C. Es können also PCs, Tablets und Notebooks mit dem Bildschirm verbunden werden, die diese noch recht neue Technik unterstützen. Die großen Vorteile damit sind eine noch schnellere Datenübertragung und die Möglichkeit, das angeschlossene Laptop über diesen Weg gleich mit Strom zu versorgen.

Alle Schnittstellen sitzen in der Rückseite. Besonders praktisch finde ich den in der linken Seite (Foto rechts) eingelassenen SD-Kartenleser. So können die Fotoaufnahmen direkt zum PC übertragen werden. Dazu gibt es noch zwei USB-Schnittstellen. Eine davon nutze ich um den Messsensor für die Hardwarekalibrierung anzuschließen.
Foto: Michael B. Rehders

Der SW321C bietet ungeahnten Komfort

Moderne DSLR-Kameras nehmen ein riesiges Farbspektrum auf. Laut BenQ deckt der PhotoVue SW321C Adobe RGB mit 99 Prozent und sRGB zu 100 Prozent ab. Besser noch: Damit bei der Bildbearbeitung nicht ständig zwischen diesen beiden Standards hin und her geschaltet werden muss, ist dieser Monitor imstande (zusammen mit Photoshop und Lightroom) beide Farbprofile korrekt darzustellen. Es muss lediglich das Bild im Bearbeitungsprogramm ins gewünschte Farbprofil (also sRGB oder Adobe RGB oder CMYK) eingebettet werden. Somit sind die Zeiten vorbei, in denen umständlich neue Profile geladen werden müssen. Gerade bei der Bearbeitung für unterschiedliche Medien empfinde ich das als überaus praktisch. Mehr dazu aber gleich in meinem Praxistest. Für Filmproduktionen unterstützt der Bildschirm den DCI-P3-Farbraum, Rec.709 und letztendlich sogar HDR10.

Einfacher gehts kaum

Mit dem neuen Hotkey Puck kann ich im Handumdrehen per Knopfdruck zwischen verschiedenen Modi wechseln. Und die Navigation durch das On-Screen-Menü gestaltet sich als komfortabel und schnell. Statt fummelig mit den kleinen Tasten am Rahmen zu hantieren, geschieht die Navigation mit dem Puck intuitiv und wirklich kinderleicht. Einfacher gehts kaum!
Eines der wichtigsten Features ist die Hardware-Kalibrierung. Auch sie unterstützt der BenQ. Er erzeugt eine 16 Bit 3D-LUT. Zahlreiche der aktuell erhältlichen Sensoren können dafür verwendet werden, angefangen beim preiswerten Datacolor Spyder X bis hin zum teuren X-Rite i1 Pro2. Die Konfigurationssoftware „Palette Master Elements“ kann kostenlos von der Produktseite des BenQ-Monitors heruntergeladen werden. Ebenfalls vorbildlich: Die Blendschutzhaube gehört zum Lieferumfang dazu und muss nicht für viel Geld zusätzlich erworben werden. Dafür vergebe ich gleich mal die ersten Bonuspunkte.

Der neue Hotkey Puck ist eine deutliche Verbesserung zum älteren Modell, mit dem der Vorgänger ausgestattet war. Drehrad und drei frei belegbare Direktwahltasten erleichtern die Bedienung und Navigation gleichermaßen.
Foto: Michael B. Rehders

Mit wenigen Handgriffen

Ebenfalls positiv fällt die nachhaltige, aus umweltfreundlichen Materialien bestehende, Verpackung des SW321C auf. Der riesige Karton besteht vollständig aus Pappe, die bestens recycelt werden kann. In ihm befinden sich Bildschirm, Fuß und Standsäule, sowie diverse Verbindungskabel. Wie in der Fotografen-Serie von BenQ üblich, wird auch hier kein Werkzeug benötigt, um den Monitor zusammenzubauen.
Wie leicht das gelingt, veranschauliche ich in den nachfolgenden Fotos.
Zunächst werden Säule und Fuß zusammengesteckt und von unten miteinander verschraubt (Bild links). Anschließend wird noch der Bildschirm eingehängt. Mit Hilfe eines Schnappverschlusses rastet die Rückseite zuverlässig ein (Bild rechts oben). Anschließend wird die Blendschutzhaube angebracht (Bild rechts unten). Es ist übrigens noch eine zweite Blendschutzhaube im Lieferumfang enthalten. Wer seinen Monitor im Hochformat nutzen möchte, verwendet einfach die dafür passenden Bauteile, um auch bei 90 Grad gedrehten Monitor Fremdlicht von der Mattscheibe fernzuhalten. Dafür gebe ich weitere Extrapunkte.

Spielend leicht zu montieren. Der BenQ SW321C ist in wenigen Minuten einsatzbereit. Externes Werkzeug wird dafür nicht benötigt.
Foto: Michael B. Rehders

Installation wird zum Kinderspiel

Nachdem der BenQ SW32C vollständig montiert ist, verbinde ich alle vorhandenen Zuspieler. Die dafür benötigten Kabel sind ebenfalls im Lieferumfang enthalten: DisplayPort, HDMI, USB, USB-C. Ich muss also nicht erst zum örtlichen Elektronikmarkt fahren, um mir die passenden Kabel zu besorgen. Sehr gut, das spart mir viel Zeit, Geld und Nerven.
Nachdem ich meinen PC via DisplayPort und das Notebook per USB-C angeschlossen habe, schalte ich den BenQ ein. Ein Tastendruck auf den Hotkey Puck genügt, um den gewünschten Eingang auszuwählen. Wer nur einen Zuspieler verbunden hat, der muss gar nichts tun. Der SW321C findet den richtigen Eingang schnell und selbstständig.

Farbdarstellung und Uniformity auf Referenzniveau

Bevor es in den Praxistest geht, durchläuft der BenQ SW321C zunächst den Messparcours. Sowohl die Farbräume Adobe RGB als auch sRGB werden in der Messung zu 100 Prozent abgedeckt. Primär- und Sekundärfarben machen praktisch Punktlandungen. Der Farbtemperaturverlauf ist vorbildlich. Die Delta-E-Werte (also die prozentualen Abweichungen vom Optimum) liegen durchweg zwischen 0,1 und 0,3. Das sind sensationelle Werte, die ich so gut bislang bei keinem Monitor ermittelt habe. Der Weißpunkt soll laut Messprotokoll 6500 Kelvin betragen. Ich ermittle 6508 Kelvin (D65). Auch das ist absolutes Referenzniveau. Das Gamma ist ebenfalls tadellos. Damit lässt sich der BenQ SW321C nutzen, ohne dass auch nur eine einzige Anpassung nötig ist. Ich rate an dieser Stelle sogar davon ab, etwas zu verändern, weil preiswerte Messsensoren in der Regel größere Toleranzen haben als dieser Monitor für Fotografen.

Vor Auslieferung wird jeder BenQ SW321C individuell kalibriert. Die Ergebnisse sind auf diesem Messprotokoll detailliert aufgeführt. Meine Messung bestätigt die Richtigkeit dieser Angaben.
Foto: Michael B. Rehders

Over the top

Der Kontrast liegt bei vorbildlichen 1050:1. Das übertrifft die Herstellerangabe sogar ein wenig. Die Lichtausbeute beträgt je nach Einstellung zwischen 120 und 280 cd/m². Während Grafiker in optimaler Arbeitsumgebung vorwiegend die standardisierten 120 Candela nutzen werden, können Enthusiasten in Räumlichkeiten mit Rest/Umgebungslicht nach Herzenslust einen höheren Wert präferieren. In der Spitze wird die Herstellerangabe (250 cd/m²) sogar übertroffen. Auch das ist in dieser Preisklasse sonst nicht üblich und ist Grund genug für einen Extrapunkt.
Die Uniformity, also die versprochene gleichmäßige Ausleuchtung, habe ich in zwölf Bereichen kontrolliert. Die Abweichung bei meinem Testgast liegt bei rund einem Prozent. Ein überragend gleichmäßiger Wert.

Im Messlabor liefert der BenQ SW321C Bestwerte.
Foto: Michael B. Rehders

USB-C aktivieren

Zunächst einmal stelle ich bei der Inbetriebnahme fest, dass die USB-C-Schnittstelle bei meinem Testgerät nicht aktiv ist. Ist das bei Ihnen auch der Fall, ist das Gerät nicht defekt, sondern dieses Feature einfach nur deaktiviert. Ein Blick in das On-Screen-Menü unter „System“ und „USB-C“ bestätigt diesen Umstand. Ab Werk ist USB-C „Aus“-geschaltet. Im Handumdrehen ist das korrigiert und USB-C „Ein“-geschaltet. Jetzt werden Bildsignale von meinem Notebook auch angezeigt.

Bei genauer Draufsicht lässt sich erkennen, dass die beide Bildwerke leicht unterschiedliche Farben darstellen. Links sRGB, rechts Adobe RGB. Dank GamutDuo-Technlogie lässt sich das ganz leicht korrigieren.
Foto: Michael B. Rehders

GamutDuo

Bei der Multi-Medien-Nutzung müssen Fotos oft mehrfach bearbeitet werden. Hintergrund: Für Online-Publikationen wird maximal sRGB unterstützt. Fotolabore verwenden diesen Farbraum ebenfalls oft, um Poster, Fotobücher und Abzüge zu erstellen. Redaktionen wünschen sich hingegen Dateien mit Adobe-RGB-Profil, wenn davon Printausgaben im Offsetdruck-Verfahren hergestellt werden sollen. Einige Redaktionen lassen sich sogar fertige CMYK-Dateien liefern. Das sind höchste Anforderungen an Grafiker und Fotografen. Speziell dann, wenn mehr als ein einziges Bild bearbeitet werden soll. Hier kommt die GamutDuo-Technologie ins Spiel: Der SW320C kann zwei Bilder nebeneinander darstellen – mit verschiedenen Farbprofilen!
Also öffne ich zwei Bilder. Eines via PC in Adobe RGB für den Offsetdruck und eines nebenan vom Notebook in sRGB. Sofort kann ich Farbunterschiede erkennen. Anschließend ist es leicht für mich, die Farben beider Dateien aufeinander abzustimmen, so dass beide Bildwerke nahezu identisch aussehen. Anschließend wiederhole ich den Vorgang mit weiteren 30 Bilddateien. Das alles dauert keine halbe Stunde.

Farben werden wunschgemäß angepasst. In diesem Fall gebe ich in die sRGB-Datei etwas mehr Rot und Gelb (siehe Foto) und einen etwas höheren Kontrast. Fertig! Schon haben die Werbeaufnahmen in sRGB und Adobe RGB einen annähernd gleichen Farbreiz.
Foto: Michael B. Rehders.

Bildbearbeitung in UHD-Auflösung

Ein Riesenvorteil der hohen Auflösung ist, dass Feinheiten auf dem großen Bildschirm akkurat abgebildet werden können. Ich muss nicht ständig ins Bild hinein zoomen, sondern erkenne auf dem großen 32-Zoller nahezu alle Details. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir reden hier immerhin von einer Diagonalen von stattlichen 81 Zentimetern. Meine ersten Befürchtungen, dass dies zu groß für mich werden könnte, habe ich nach wenigen Minuten bereits verworfen. Auf diesem Bildschirm kann eine ganze DIN-A4-Seite vollständig und im Originalformat dargestellt werden. Trotzdem bleibt ausreichend Platz, um die benötigten Werkzeuge in Photoshop oder Lightroom oben, unten, links und rechts zu platzieren. Schnell fällt auf, dass mir die Bearbeitung und Kontrolle meiner Aufnahmen mit diesem Monitor viel schneller gelingt als auf einem kleineren Display. Ich sehe schlichtweg mehr Informationen bei präziser Farbdarstellung.

Panoramaaufnahmen werden auf dem SW320C in natürliche Farben dargestellt. Dank des guten Kontrastumfangs besitzen dunkle Inhalte erfreulich viel Zeichnung.
Foto: Michael B. Rehders

Fazit

Der BenQ PhotoVue SW321C ist ein hardwarekalibrierbarer Fotografen-Monitor mit UHD-Auflösung. Montage und Installation gestalten sich spielend einfach. Das Zubehör ist so umfangreich, dass man gleich loslegen kann. Selbst eine zweite Blendschutzhaube gehört zum Lieferumfang dazu. Zur Ausstattung kommt die Performance. Dank vorzüglicher Schärfe, hohem Kontrast und referenzwürdiger Werkseinstellung stellt der SW321C zugespielte Daten in präzisen Farben dar. Die Ausleuchtung ist bis zum Rand hervorragend. Alle modernen USB-C-Peripherie-Geräte werden unterstützt. Das gilt auch für PCs und Notebooks mit HDMI- und DisplayPort-Schnittstellen. Die ausgereifte GamutDuo-Technologie erleichtert die Farbanpassung von Dateien für verschiedene Medien. Unser Testgerät deckt die Farbprofile Adobe RGB und sRGB zu 100 Prozent ab. Der BenQ SW321C setzt damit neue Maßstäbe im Bereich der professionellen Bildbearbeitung. Das alles übrigens zu einem sehr fairen Preis.

Test, Text und Fotos: Michael B. Rehders

Gesamtnote: 99/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

99

99

100

Technische Daten

Modell:BenQ
SW321C
Produktkategorie:Fotografen-Monitor (UHD)
Preis:1899,00 Euro
Garantie:3 Jahre Vor-Ort-Garantie
Ausführungen:Schwarz
Vertrieb:BenQ, Oberhausen
Tel.: 0208 / 409420
www.benq.de
Abmessungen (HBT):663 x 759 x 340 mm
Gewicht:11,8 Kilogramm
Seitenverhältnis:16:9
Bildschirmdiagonale:32 Zoll
Bildauflösung:3840 x 2160 Pixel (LED)
Kontrast:1050:1 (On/Off) / 782:1 (ANSI)
Helligkeit:280 Nits (kalibriert)
Ein-/Ausgänge2 x HDMI 2.0
1 x DP 1.4
1 x MDP
1 x USB-C
3 x USB 3.1
USB mit Kartenleser
Lieferumfang:- SW321C
- 2 Blendschutzhauben
- 1 Tischfuß
- diverse Anschlusskabel
- Schnellanleitung
- kostenlose Kalibriersoftware
Pros und Contras:+ Referenzwürdige Farbdarstellung ab Werk
+ 100 % Adobe RGB
+ 100 % sRGB/Rec.709
+ GamutDuo
+ Hardwarekalibrierbar
+ USB-C
+ Blendschutzhaube und Hotkey Puck inklusive
+ UHD-Auflösung
+ 3 Jahre Vor-Ort-Austausch-Garantie

- keine negativen Punkte aufgefallen
Benotung:
Bildqualität (40%):99/100
Ausstattung (20%):100/100
Praxis (40%):99/100
Gesamtnote:99/100
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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