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Alexander Rosson entwirft einzigartige Kopfhörer mit Magnetostatantrieb, die einen exzellenten Klang versprechen. Dabei ist jedes einzelne Exemplar optisch ein Unikat, denn der Kalifornier spendiert jedem Objekt aus seiner Werkstatt ein einmaliges Design. Aber kann der Klang mit dem Design mithalten? Wir haben es am Beispiel des RAD-0 getestet.

Seine Exklusivität ist dem RAD-0 auf den ersten Blick anzusehen.

Alexander Rosson hat sich als Musiker und Ingenieur in den größten Studios von Los Angeles bereits vor Jahren einen exzellenten Ruf erarbeitet. Nahezu zehn Jahre gehörte er zu den besten Tonmeistern von Technicolor, bevor er sich als Mitbegründer und Vorsitzender von Audeze in die Selbständigkeit aufmachte. Mit Rosson Audio Design hat er akribische Entwickler vor einiger Zeit nun sein eigenes Unternehmen gegründet. In Los Angeles entwirft er exquisite Kopfhörer, in denen Jahre der Entwicklung und handwerkliche Leidenschaft stecken und die sowohl klanglich als auch optisch überzeugen wollen. Alle Kopfhörer werden im Werk in Reseda einzeln montiert und streng selektiert. Anschließend lässt jedes einzelne Modell ein akustisches Einbrennen von über 300 Stunden über sich ergehen. Das alles, damit sie in tadellosem Zustand und perfekt eingespielt beim Kunden eintreffen. Eine Hingabe, die an vielen Stellen sichtbar ist.

Soviel sei schonmal vorweg genommen: Kombiniert mit einem sehr guten Kopfhörerverstärker legt dieser Magnetostat klanglich noch eine Schippe drauf.

Das Ding aus dem Diplomatenkoffer

Ausgeliefert wird der RAD-0 in einem wettergeschützten Koffer, der fast an einen Diplomatenkoffer erinnert. Äußerst robust, dürfte dieser ohne Beeinträchtigungen auch etliche Schläge und Stürze überstehen. So schützt er sein Inneres ohne jeden Zweifel perfekt. Außen protzen zwei wuchtige Verriegelungen, die ungewünschten Zugriff auf den Schatz im Inneren verwehren. Mir ist während meines Tests niemand begegnet, der die Riegel ohne einen Moment nachzudenken öffnen konnte. Dabei ist der Mechanismus denkbar einfach, aber eben so ungewöhnlich, dass der Mechanismus erst einmal erforscht werden muss. Okay, das hält niemanden davon ab, sich des Inneren zu bemächtigen, daher gibt es noch robuste Ösen, die mit einem wirklich dicken Schloss abgesichert werden können. So kann der Koffer auch mit einem Drahtseil am Tisch angekettet werden. Das mag nützlich sein, wird aber wohl niemand ernsthaft verwenden, unterstreicht aber den wertvollen Inhalt und die diplomatische Anmutung des Koffers.

Geliefert wird der RAD-0 im ultrarobusten Kunststoffkoffer.

Aus dem Koffer auf dem Kopf

Wird der Koffer geöffnet, präsentiert sich das persönliche Unikat des RAD-0, gut geschützt und von reichlich Schaumstoff gepolstert, in vollem Glanz. Zunächst fallen die hochglanz-polierten Gelenke auf, die Muschel und Kopfband möglichst beweglich miteinander verbinden. Der nächste Blick fällt natürlich auf die sogenannten Ringe, die die Verbindung zwischen den Kopfbandgelenken und den Ohrpolstern herstellen und die Chassis aufnehmen. Es geht das Gerücht um, jeden Morgen verarbeite Alex Rosson einen nächtlichen Traum zu jenen Unikaten, die jedes Exemplar dieser Kopfhörer einzigartig machen. Was aber kein Gerücht, sondern Tatsache ist: Jedes Design des RAD-0 gibt es nur ein einziges Mal! Dieses Unikat liegt dann gut geschützt in einem robusten Meer aus Schaumstoff. Neben dem Kopfhörer werden sowohl ein stoffummanteltes Kopfhörerkabel mit 3,5 Millimeter Klinkenstecker plus Adapter auf 6,3 Millimeter sowie ein Balanced-XLR-Anschluss geliefert. Eine reichliche Anzahl an Rosson-Aufklebern darf natürlich nicht fehlen.

Im Koffer ist der RAD-0 sicher auf dem Transportweg geschützt.

Leichtes Schwergewicht

Wer glaubt, der Koffer ist aber schwer, wird sich wundern, wenn er den RAD-0 das erste Mal in die Hand nimmt. Der neue Kopfputz bringt satte 620 Gramm auf die Waage und reiht sich damit in das Gewichtsmittelfeld bei den Magnetostaten ein. Der Sendy Audio Aiva, den ich vor einiger Zeit im Test hatte, bringt 450 Gramm auf die Waage. Dafür halte ich mit dem RAD-0 aber auch ein nochmals hochwertiger verarbeitetes Gerät in den Händen. Ohne Zweifel werden diese Scharniere am Kopfbügel ewig halten, genauso wie die Lederpolster an den Ohrmuscheln und für die Kopfauflage. Das stoffummantelte Kabel verzwirbelt sich nicht und ist auch sonst bei Bewegungen sehr geräuscharm. Hier beweist sich, dass Alex Rosson viel Zeit in Tonstudios verbracht hat. Die Geräusche eines einfachen Kabels bei leichten Bewegungen können bei Aufnahmen oder beim Abmischen wirklich nerven. Das ist hier allerdings nicht der Fall.

Eine bessere Materialqualität und Verarbeitung kann man sich von einem Kopfhörer kaum wünschen.

Tragekomfort

Beim Aufsetzen fällt zunächst das hohe Gewicht des RAD-0 auf. Anfangs fand ich das etwas unangenehm, inzwischen trage ich den Kopfhörer aber bereits einige Stunden (mit kurzen Pausen zum Kaffeeholen). Das Gewicht verteilt sich angenehm auf die Polster, der Kopfhörer sitzt rutschfest und stramm auf meinem Kopf. Dennoch drückt er nicht unangenehm. Sehr positiv fällt mir die offene Gestaltung der Ohrkapseln auf. Die meisten Aussengeräusche sind auch bei aufgesetztem Kopfhörer unverfälscht wahrzunehmen. So kann ich mich sogar mit meiner Frau unterhalten, ohne dabei herumbrüllen zu müssen. Die Ohrpolster umschließen meine Ohren vollumfänglich. Die Polster sind so großzügig dimensioniert, dass meine Ohren nicht an die Membranabschirmung anecken. Auch bleiben die Ohren durch die offene Gestaltung angenehm kühl und heizen sich nicht sonderlich auf. Kommt Musik ins Spiel, fügt sich diese entsprechend in das Allgemeinklima ein. So kann ich mich berieseln lassen, ohne den Postboten zu verpassen.

Das hhe Gewicht verteilt sich gleichmäßig auf dem Kopf. So wird der RAD-0 auch nach Stunden nicht zu schwer.

Ehrlich, ausgewogen und nicht aufdringlich

Nachdem die mechanische Verarbeitung über jeden Zweifel erhaben ist, wird es Zeit etwas über den Klang des RAD-0 zu schreiben: Der Magnetostat liefert ein exzellentes Impulsverhalten und spricht überaus spielfreudig an. Im Bassbereich spielen die beiden Kapseln knackig auf und liefern einen dichten und sehr reinen Klang ab. Ich bemerke eine sanfte Anhebung im Bassbereich, die allerdings einen soliden warmen und nicht übersättigten Sound vermittelt. Instrumente erhalten durch tiefe Grundtöne ein gutes Fundament, das nicht in den Vordergrund prescht. Der Klangkörper hat erfreulich viel Druck und ich empfinde ihn als sehr ausgewogen und nicht aufdringlich fett. Dabei schmiert er nicht in den unteren Mitteltonbereich ein. Keine Spur von Markenklang. So gewinnt Yello an ausreichend Tiefe und Dieter Maier bleibt dennoch klar akzentuiert. Der Klang ist jederzeit lebendig und regt an, intensiver in das Material hineinzuhören und immer wieder Neues zu entdecken.

Die Ohrpolster umschließend das Ohr, bieten aber dennoch genug Freiheit.

Die Mitten

Im Mitteltonbereich liefert der RAD-0 ein sehr angenehmes Timbre und trennt Instrumente räumlich sauber voneinander. Stimmen treten aus der Gesamtmischung minimal hervor, wirken aber niemals überrepräsentiert. Der Gesang wird angenehm verständlich dargestellt. Dennoch würde ich das Gesamtbild nicht „als ins Warme tendierende“ beschreiben. Dem RAD-0 gelingt das Kunststück eine plastische Bühne zu bereiten, die feine Nuancen herausarbeitet, dabei aber keine Übertreibungen liefert. Im Tiefmitteltonbereich liefert der Kopfhörer die Wurzeln für einen freien Spielraum in den höheren Frequenzen. Stimmen wirken hierdurch gut geerdet und haben ausreichend Spielraum für Feinheiten. Ebenso erhalten E-Gitarren genug Bauch und erklingen in den höheren Saitenlagen saftig und facettenreich. Sehr rund gefällt mir zum Beispiel „Show Me How To Live“ von Audioslave. Die Bassgitarre hat ordentlich Saft und doch wird Chris Cornell nicht erdrückt, sondern sanft vor die Instrumente gestellt. Die E-Gitarren liefern einen schönen abgerundeten Background mit reichlich Details.

Das Polster unter dem Kopfbügel trägt zur effektiven Gewichtsverteilung bei.

Hochtonbereich

Die Höhenwiedergabe des RAD-0 ist wirklich beeindruckend. Die Treiber sprechen zackig an, runden das gesamte Spektrum nach oben angenehm ab und liefern reichlich Raum für seidenweiche aber auch flotte Akzente. Höhen fügen sich sauber in den Gesamtsound ein und klingen jederzeit natürlich. Die Samba-Shaker in „Corazon Espinado“ von Santana säuseln sanft in Harmonie mit den Becken und den Ketten der Snare. Zugleich sind sie mehr als nur schmückendes Beiwerk. Sie runden das Gesamterlebnis harmonisch nach oben hin ab und arbeiten präzise mit angenehmer Zurückhaltung in ihrem Bereich. Auch unter höheren Pegeln beginnen sie nicht zu zerreißen. Überhaupt bleibt die Abstimmung des RAD-0 in allen Lautstärkebereichen angenehm neutral, mit angenehmem Biss aber stets ohne Übertreibungen. Sehr beeindruckend sind die Fairfield Four mit „These Bones“. Hier können die Elektrostaten ihre Stärke vollends beweisen. Die Tiefe Stimme des Basses wird saftig präsentiert und verliert selbst in den höheren Lagen nicht an Charme.

Signalkabel werden beidseitig geführt. Mikrofonie-Effekte treten hier nicht auf.

Gesamteindruck des RAD-0

Es fällt sofort auf, dass im RAD-0 ausschließlich ausgewählte Komponenten Verwendung finden. Handwerklich ist dieser Kopfhörer nur aus feinstem Material gefertigt. Und auch akustisch kann er mit jeder Art von (Zuspiel-)Material mithalten. Diana Krall und ihr Piano klingen ebenso atemberaubend wie Toto oder Chris Jones. Aber auch härterem Futter verschließt sich der elegant gestylte und zugleich robuste Over-Ear nicht, sondern lässt es bei Bedarf richtig krachen. Ein fein aufgelöstes Erlebnis bietet „Gonna Be A Fight Tonight“ von Danko Jones. Satter aber unaufdringlicher Bass der Drums und der Bassgitarre stellen den Sänger auf eine Basis, die trotz verzerrter Gitarren sauber und verständlich bleibt. Auch Eric Sardinas eher helle Abmischung von „Tenfold Trouble“ weiß den Hörer zu verzaubern. Auch hier liefert der Bass ein stattliches Fundament für die hellen Becken, die dennoch nicht zischeln und das eigentliche Geschehen eher dominieren.

Ein Blick ins Innere. Die Ohrmuscheln sind vergleichsweise groß. Das ist dem Klang und dem Tragekomfort zuträglich.

Fazit

Aufgrund des doch recht hohen Gewichts des RAD-0 hatte ich erst Bedenken, aber auch nach einigen Stunden Betrieb muss ich diese Konstruktion als sehr gelungen bewerten. Die Kopf- und Ohrpolster liegen angenehm an, drücken aber niemals zu fest. Ich hatte schon leichtere Kopfhörer, die sich nicht so angenehm tragen ließen. Klanglich ist der RAD-0 über jeden Zweifel erhaben. So liefert er ein sehr angenehmes, unaufdringliches, zugleich aber facettenreiches Abbild dessen, was der Toningenieur sich bei der Mischung vorgestellt hat. Die Magnetostaten reagieren wieselflink auf alle Anforderungen. Dank der geringen Impedanz kann der RAD-0 an fast jedem Kopfhörerverstärker wirklich laut aufspielen. Auch im leisen Betrieb gibt er sich keine Blöße und gibt ganz nebenbei auch noch genug Freiraum für eine Unterhaltung bei Zimmerlautstärke. Perfekt, wenn man im Büro Musik hören und doch mitbekommen möchte, wenn man angesprochen wird.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: Referenz
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: angemessen

99

98

98

Technische Daten

Modell:Rosson Audio Design
RAD-0
Produktkategorie:Kopfhörer, Over-Ear,
Magnetostat
Preise:- um 3.300 Euro (uvP)
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:Immer ein Unikat mit massivem Kopfbügel und Designermuscheln
Vertrieb:audioNEXT, Essen
Tel.: +49 (0)201 – 507 39 50
www.audiodomain.de
Gewicht:- 620 Gramm
- 35 Gramm Kabel
Prinzip:- Magnetotstat
- offene Bauweise
- ohrumschließend
Treiber:66 mm (Magnetostat)
Impedanz:29 Ohm
Anschluss:Kabel (beidseitig geführt)
Lieferumfang (Standard-Ausführung):- RAD-0
- unsymmetrisches Stereo-Kabel (2,00m)
-6,35mm-Adapter
- Transportkoffer
Pros und Contras:+ hervorragende Materialqualität
+ sehr gute Verarbeitung
+ exzellente Abstimmung
+ hoher Tragekomfort
+ perfekte offene Auslegung
+ Design immer ein Unikat

- hohes Gewicht
Benotung:
Klang (60%):99/100
Praxis (20%):98/100
Ausstattung (20%):98/100
Gesamtnote:99/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistungangemessen

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