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In den USA hat die guten alte Schallplatte kürzlich wieder die CD überholt. Was den Umsatz der beiden Tonträger angeht, liegt Vinyl also zum ersten mal seit über 30 Jahren vorn. Klanglich lag die Schallplatte natürlich fast immer vorn. Deshalb plädieren wir dafür, dass jeder Musikliebhaber, der bisher noch keinen hat, sich schleunigst wieder einen Plattenspieler zulegen sollte. Zum Beispiel den Edwards Audio TT5, der sich an ambitionierte Ein- und Aufsteiger richtet.

Hübsches Design, anspruchsvolle Ausstattung, fairer Preis: Der Edwards Audio TT5 hat in unserem Test voll überzeugt.

Der TT5 ist nun schon die zweite Begegnung, die wir mit dem relativ jungen Hersteller Edwards Audio haben. Bereits der kleinere Apprentice TT Lite wusste uns mit seinen guten Qualitäten zum günstigen Grundpreis zu überzeugen. Besonders hinterließ jedoch das innovative Konzept der Upgradefähigkeit dieses Plattenspielers einen positiven Eindruck. Durch einige Upgradeparts – wie den Antriebsriemen Little Belter oder einen Aluminium-Subteller, der den Kunststoffteller ersetzt – lässt sich der Kleine gegen Aufpreis aufrüsten und an die eigenen Ansprüche anpassen. Der Einstiegspreis bleibt dafür erfreulich günstig und lässt genug Budget für Schallplatten übrig. Der große Bruder TT5 ist naturgemäß etwas teurer, er bringt zwei der Updates jedoch quasi schon mit, sodass hier kaum Handlungsbedarf besteht. Für die verbleibende, gar nicht so große Preisdifferenz zum kleinen Bruder gibt es einen besseren Tonarm: Den Edwards A5. So scheint der Aufpreis gegenüber dem Einsteigermodell mehr als gerechtfertigt.

Gemessen an seinem niedrigen Preis ist der TT5 in jedem Detail vorbildlich verarbeitet.

Form & Funktion

Wie sein kleiner Bruder ist auch der Edwards Audio TT5 ein moderner „Brettspieler“. Das heißt: Das Chassis des TT5 ist keine Zarge, wie es bei klassischen Plattenspielern beispielsweise von Thorens der Fall ist, sondern eine Grundplatte aus Faserholz. Diese 19 Millimeter starke Grundplatte ist mit einer großzügigen, nach Innen gewölbten Rundung und einer großzügigen, einseitig umlaufenden Fase an der Oberseite hübsch in Form gebracht. Passend zum stylischen, modernen Design ist die Oberfläche hochwertig matt schwarz lackiert. Wem das zu düster ist, der bekommt den Edwards TT5 auch in Weiß und Rot. Beide Varianten sind ebenfalls nicht glänzend. Schon diese Basis des Edwards sieht nach einem Plattenspieler aus dem 21. Jahrhundert aus. Getoppt wird das zeitgemäße Design jedoch vom Plattenteller aus Acryl. Der ist, anders als beim kleinen Bruder, nicht durchsichtig sondern mattiert. Früher das Milchglas, heute gefrostet.

Der Edwards Audio TT5 ist modern gestylt, drängt sich optisch aber nicht in den Vordergrund.

Motorsport meets Vinyl

Cool aussehen tut es unabhängig vom Namen, besonders im Zusammenspiel mit der schwarzen Unterlage. Den Teller dreht der Hersteller selbst, damit ein jederzeit einwandfreier Rundlauf gewährleistet ist. Die gut 900 Gramm des elf Millimeter starken Tellers werden auf einem Subteller aus Aluminium gelagert. Dieser Aluminium-Subteller ist eines der eingangs erwähnten Upgrades, die der TT5 dem günstigeren Modell voraus hat. Es handelt sich dabei um einen kleinen Teller, der sich unterhalb des eigentlichen Plattentellers befindet und zwei Funktionen übernimmt: Einerseits natürlich die Lagerung und anderseits die Kraftübertragung. Für die Lagerung befindet sich ein Lagerdorn aus poliertem Metall am Subteller. Dieser dreht sich in einem Bronzelager mit 18 Millimetern Durchmesser. Dabei besorgt dieses Lager nur die horizontale Führung. In der Vertikalen ruht die Masse auf einer kleinen Lagerkugel aus Keramik, die laut Hersteller aus dem Motorsport stammt. Mit den dreiunddreißig beziehungsweise fünfundvierzig Umdrehungen der Schallplatten sollte sie daher gerade so zurecht kommen.

Der richtig gut gemachte Subteller ist ein (verstecktes) Highlight des TT5.

Motor & Antrieb

Die zweite Funktion des Subtellers ist die Aufnahme der vom Antriebsriemen übertragenen Kraft des Motors. Dafür wird der Riemen halb um den Subteller und auf der anderen Seite um den Motor gespannt. Der „Big Belter“ genannte Riemen ist übrigens das zweite eingangs erwähnte Upgrade gegenüber der Standardausstattung des Einsteiger-Plattenspielers. Tatsächlich ist der „Big Belter“ sogar noch ein Upgrade zum Upgrade „Little Belter“. Das Besondere diesem Riemen ist seine geringe Dehnbarkeit, die eine relativ harte Kopplung von Motor und Teller schafft. Deshalb muss der Motor ein besonders hochwertiges Exemplar mit wenig Vibrationen und gutem Gleichlauf sein. Edwards Audio kauft auch diesen von einem externen Spezialisten zu. Es handelt sich dabei um einen 24 Volt-Synchronmotor. Er ist in einer kleinen Motordose untergebracht, die im Chassis versenkt wurde. Synchronmotor bedeutet in diesem Zusammenhang, dass es sich um einen bürstenlosen Wechselstrommotor handelt.

Das Gegengewicht ist frei zugänglich und optisch sehr schön ins Gesamtambiente integriert.

Exakte Tellerdrehzahl

Das heißt: Das mitgelieferte Steckernetzteil stellt eine gleichmäßige Wechselspannung zur Verfügung, an dessen Frequenz sich die Drehzahl des Motors bemisst. Damit liegt der Vorteil dieses Konzepts auf der Hand: Denn stimmt die Frequenz, so stimmt auch die Motordrehzahl. Und damit auch die Tellerdrehzahl exakt mit dem Soll von 33 bzw. 45 Umdrehungen pro Minute überein. Eine aufwändige Überwachung und Reglung der Drehzahl ist bei diesem Konzept nicht notwendig. Eine elektronische Umschaltung der Geschwindigkeit gibt es jedoch leider auch nicht. Wer Singles oder Audiophile Neupressungen mit 45 Umdrehungen hören möchte, muss deshalb kurz den Teller abnehmen und den Riemen umlegen. Das ist, selbst bei höherpreisigen Plattenspieler, eine übliche Vorgehensweise. Ein hochwertiges Zusatznetzteil, das SC5, ist jedoch bereits angekündigt. Damit soll die Laufruhe des Vinylplayers weiter verbessert und die Möglichkeit der elektronischen Drehzahlumstellung geschaffen werden. Leider stand es zum Zeitpunkt dieses Tests noch nicht zur Verfügung.

Der gut 900 Gramm schwere, eld Millimeter starke Teller ist hübsch gestylt und perfekt gearbeitet.

EA5 Tonarm

Nach dem Teller und Antrieb beschrieben sind, komme ich zum Tonarm mit der Bezeichnung EA5. Dabei handelt es sich um den ersten selbst entwickelten Tonarm des Herstellers. Das kleine Plattenspieler-Modell TT Lite ist noch mit einem Tonarm aus dem Rega Baukasten bestückt, für den hochwertigen TT5 wollte man nun jedoch auf einen eigenen Tonarm setzen. Der scheint auf den ersten Blick ein voller Erfolg zu sein. Der EA5 ist als klassischer 9-Zoll-Arm konstruiert. Damit ist die Länge des üppig dimensionierten Aluminium-Tonarmrohrs gemeint. Die Länge von gut 230 Millimetern entspricht dem Standard. Ganz günstige Plattenspieler haben machmal kürze Arme, besonders hochwertige hingegen bis zu 12 oder in Ausnahmefällen sogar 14 Zoll. Dadurch verringert sich zwar der Spurfehler, der entsteht weil der Tonabnehmer im Halbkreis über die Schallplatte geführt wird, man handelt sich jedoch andere Nachteile wie hohe Tonarmmasse und große Abmessungen des Plattenspielers ein.

Der Tonarm EA5 stammt von Edwards Audio und misst 9 Zoll.

Clevere Tonarmlagerung

Die Lagerung des EA5 hingegen ist etwas exotischer. Der Tonarm verfügt nicht über klassische kardanische Lager. Hier wären Kugellager für die horizontale und vertikale Beweglichkeit verantwortlich. Stattdessen setzt Edwards auf eine Einpunktlagerung. Das heißt: Die Tonarmbasis besteht aus einem aufragenden Dorn. Auf ihm liegt der Tonarm. Das kann man sich in etwa so vorstellen wie einen Jonglierteller im Zirkus, der sich auf dem Holzstab dreht. Damit der Tonarm jedoch auch ohne die durch die Drehung entstehenden Kreiselkräfte auf dem Dorn verbleibt und nicht kippelt, wurde sein Schwerpunkt weit nach unten gelegt. Dies geschieht durch die große Lagerglocke und das exzentrische Gegengewicht. So ist der EA5 in der Handhabung fast nicht von einem kardanisch gelagerten Arm zu unterscheiden. Abgesehen von einem gewissen Spiel, sucht man jede Kippelneigung vergeblich. Ein besonderes Schmankerl des Tonarm ist allerdings seine Höhenverstellung.

Die VTA-Verstellung

Ganz praktisch geschieht die Höhenverstellung des Tonarms an der Tonarmbasis: Hier befindet sich seitlich eine kleine Inbus-Schraube, die den Tonarm in seiner Höhe arretiert. Löst man diese Schraube, kann der Tonarm in der Höhe verschoben werden. Über diese Höhenverstellung wird am anderen Ende des Tonarms der sogenannte „VTA“ eingestellt. Der Vertical Tracking Angle ist der Winkel unter dem die Nadel in die Schallplattenrille eintaucht. Dieser sollte möglichst senkrecht sein. Darum ist der kleine Abtastdiamant so am Nadelträger befestigt, dass der Winkel stimmt, sobald sich der Tonarm genau parallel zur Schallplattenoberfläche befindet. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach. Stimmt der Winkel nicht, so kann sich die Klangbalance verschieben. Ein zu tief eingestellter Tonarm soll etwas mehr Bass und weniger Höhen bedingen. Ein zu hoch eingestellter bewirkt exakt das Gegenteil. Ob es stimmt, das habe ich ehrlich gesagt nie ausprobiert.

Die Tonarmaufnahme lässt sich in der Höhe verstellen. Dank des VTA kann der perfekte Eintauchwinkel für nahezu jede Schallplatte eingestellt werden.

Haube ab

Unstrittig ist jedoch, dass sich durch einen falsch eingestellten Winkel die Abtastverzerrungen erhöhen und das wollen wir definitiv nicht. An unserem Testexemplar ist der Tonabnehmer Talk Zephyr C200 montiert. Wie das Lager kauft Edwards auch den Tonabnehmer von einem Spezialisten zu. Ist der VTA mit dem C200 korrekt eingestellt, so bemerkten wir bei unserem Testgerät, dass sich die Haube nicht mehr schließen ließ, da sie auf dem Tonarmlager auflag. Abhängig vom Tonabnehmer ist die zum Lieferumfang gehörende Staubschutzhaube daher nur eingeschränkt nutzbar. Edwards Audio legt diesbezüglich ein kaum zu übersehendes Hinweisschild in den Karton und rät generell die Haube während des Betriebes abzunehmen. Auch die Scharniere der Abdeckung, sie stammen von Rega und finden in vielen anderen Plattenspielern Verwendung, sind eher wackelig. Hier sehen wir noch Potenzial. Die Haube ist für uns jedoch tatsächlich der einzige echte Kritikpunkt am sehr überzeugenden Edwards Audio TT5.

Für unseren Test haben wir den TT5 mit einem Zephyr C 200 bestückt.

Perfekte Paarung

Das Auspacken und den Zusammenbau von Produkten beschreiben wir normalerweise ausführlich. In diesem Fall werde ich den Abschnitt jedoch etwas abkürzen. Aus zwei Gründen: Erstens empfiehlt der Hersteller ausdrücklich, den Plattenspieler vom Händler einrichten zu lassen und zum anderen gibt es ein Unboxing-Video vom deutschen Vertrieb. Dort bekommt man den kompletten Zusammenbau in wenigen Sekunden gezeigt. Das kann ich auch auf zwei Textseiten nicht besser beschreiben. Was das Video jedoch nicht zeigt, ist der Hauptgrund für die Empfehlung des Aufbaus durch den Händler: Die Montage des Tonabnehmers. Damit der Tonabnehmer das Beste aus der Rille holt, müssen neben dem VTA noch einige weitere Parameter eingestellt werden. Zum einen sollte der Tonabnehmer grundsätzlich zum Tonarm passen. Dieses Match hängt von der effektiven Tonarmmasse, der Nadelnachgiebigkeit und dem Gewicht des Tonabnehmersystems ab. Passen die beiden zueinander, so muss der Tonabnehmer noch penibel im Headshell des Tonarms ausgerichtet werden.

Geeignete Stellfläche finden

Dazu braucht es eine spezielle Schablone und Kleinigkeiten wie Schraubendrehen und Bleistiftmienen. Wer noch nicht entmutigt ist, der kann eine genaue Anleitung hier nachlesen. Ziel dieser Ausrichtung ist es, den Spurfehlwinkel und damit die Abtastverzerrungen möglichst gering zu halten. Für uns hat der deutsche Vertrieb diese Arbeit bereits durchgeführt. Deshalb suchen nun einen Platz für die Aufstellung. Als Brettspieler mit relativ geringer Masse ist der TT5 bauartbedingt anfälliger für Störungen von außen, als es bei einem schweren Masselaufwerk der Fall ist. Darum sollte die Stellfläche sorgsam ausgewählt werden. Aus meiner Sicht ist eine schwere, vibrationsarme Fläche am besten geeignet. Auf einem schweren Schallplattenregal, einer Wandhalterung oder einem hochwertigen HiFi-Rack fühlt sich der Edwards TT5 sicher wohler als auf einer vibrationsanfälligen Stellfläche. Falls so etwas nicht verfügbar ist, ist das jedoch auch kein Beinbruch, da der Plattenspieler über seine drei Stellfüße etwas vom Untergrund entkoppelt werden kann.

Stellt man seinen Plattenspieler auf einen schwingungsarmen Untergrund, wird das durch einen ruhigen, substanziellen Klang belohnt. Das gilt für nahezu jeden Plattenspieler.

Für den richtigen Anschluss sorgen

Ist die passende Stellfläche gefunden, auf der der TT5 stabil und in Waage steht, so muss noch richtige Verbindung hergestellt werden. Dazu wird das winzige Tonabnehmersignal über eine durchgehende Tonarminnenverkabelung vom Headshell zu zwei Cinch-Buchsen und einer Erdungsklemme auf der Rückseite des Plattenspielers geführt. Gemessen am niedrigen Preis des TT5 kann sich das hier absolut sehen lassen! An diesen Anschlüssen können nun normale Cinch-Kabel angeschlossen werden, die den eigenen Vorlieben und Anforderungen entsprechen. Der deutsche Vertrieb empfiehlt hier die Modelle The Isis, The Thames oder das D-501 Hybrid des niederländischen Herstellers Van den Hul. Natürlich liegt dem Lieferumfang aber auch ein Kabel bei. Wie alle Vinyldreher benötigt aber auch der Edwards Audio verstärkerseitig einen speziellen Phono-Eingang, der das winzige Signal zu verarbeiten weiß.

Anschlusseitig ist der Edwards mit soliden Cinch-Buchsen und einer schraubbaren Masseklemme ausgerüstet.

Passende Verstärkung für den TT5

Falls Ihr Verstärker keinen solchen an Bord hat, so hat Edwards Audio die Lösung parat: Den kleinen externen Phono-Vorverstärker Edwards Audio Apprentice. Den gibt es bereits ab 150 Euro in der reinen MM-Variante. Für den von uns verwenden Tonabnehmer ist der absolut ausreichend. Und da beides super zusammen passt, hat der Vertrieb uns besagten Phono-Pre-Amp gleich mitgeliefert. Wer zwischen Moving Magnet- und den noch empfindlicheren Moving Coil-Tonabnehmern wechseln will, für den gibt es den Apprentice gegen 100 Euro Aufpreis auch mit schaltbarer Anpassung des Verstärkungsfaktors. Hochwertige externe Phonostufen sind für unter 300 Euro eher selten, so kann man den Edwards Audio Apprentice besonders in der MM-Variante durchaus als echtes Schnäppchen ansehen. Natürlich funktionieren beide Varianten auch mit den Plattenspielern beziehungsweise Tonabnehmern anderer Hersteller, sodass sie auch für Betreiber markenfremder Plattenspieler interessant sind!

Optional bietet Edwards Audio den zum TT5 passenden Phono-Vorverstärker namens Apprentice MM.

Schnell startklar

Bevor ich in den Klangtest starte, suche ich erstmal den Einschalter. Der ist hervorragend versteckt. Um die schöne, saubere Oberfläche nicht zu unruhig zu gestalten, haben sich die Designer entschlossen, den Schalter unsichtbar auf die Unterseite des TT5 zu verlegen. Dort befindet er sich bei circa einem drittel der Gerätetiefe auf der linken Seite. Schaltet man den Plattenspieler hier ein, dreht er im Nu auf Solldrehzahl hoch. Mit der iPhone-App „RPM“ gemessen, trifft er beide Geschwindigkeiten ziemlich genau und mit sehr geringer Schwankung. Nun kann der Tonarm über die Einlaufrille geführt und am Tonarmlift abgesenkt werden. Wie fast alle hochwertigen Plattenspieler ist auch der Edwards Audio ein vollmanuelles Gerät. Das heißt: Der Tonarm muss von Hand zum Beginn der Schallplatte bewegt und nach dem Abspielen wieder in die Ruheposition gebracht werden. Auch eine Endabschaltung des Tellers gibt es nicht. Das muss meiner Meinung nach aber so sein.

Analog entspannt

Vinyl hören ist immer auch mit ein bisschen Arbeit verbunden. Die lohnt sich normalerweise aber auch. Schon während der ersten Töne, ist mir aufgefallen, dass der Edwards Audio TT5 schön analog und entspannt spielt. Es klingt einfach richtig nach Schallplatte. Damit ist natürlich keine knisternde Lagerfeuerromantik gemeint, denn das ist hochwertigen Plattenspielern und gepflegten Tonträgern zum Glück völlig fremd. Zwar gibt es ein vernehmbares Rillenrauschen, das fällt jedoch nur in den Pausen zwischen zwei Titeln auf. Viel eher stehen Schallplatten und auch der TT5 für natürlichen und organischen klang. Es klingt ebenso wohlig und natürlich, wie man es auch von echten Instrumenten und Musikern gewohnt ist und weniger technisch als es bei digitaler Wiedergabe manchmal der Fall ist. Kehrseite der Medaille ist, wenn man es denn so ausdrücken möchte, dass das letzte bisschen Auflösung und die feinsten Details bei der Platte manchmal etwas auf der Strecke bleiben.

Der Edwards Audio TT5 begeistert im Test durch seinen wunderbar runden und analogen Klang.

Klanglich überzeugend

Auch beim Edwards Audio TT5 fehlen die allerfeinsten Nuancen im Hochton. Das muss aber kein Nachteil sein. Gepaart mit modernen, oft eher analytisch klingenden Lautsprechern wird daraus nämlich ein passendes Match, das die Vorteile des natürlichen Sounds der Schallplatte voll ausspielt. Hier ist dem Klang Nervosität übrigens fremd. Gelegentlich wird Einpunkttonarmen nachgesagt, sie würden nervös klingen und auch den eher leichten Plattenspielern sagt man solche Tendenzen nach. Ich kann dies nach meinem Hörtest mit dem TT5 eindeutig nicht bestätigen. Katie Meluas „Piece By Piece“ spielt der Edwards mit enorm Swing und Spielfreude. Atmosphäre, Rhythmus und Temperament – alles da. Hier hört man gern zu! Unsauberkeiten in der Abtastung sind ihm weitgehend fremd, obwohl Frauenstimmen das sehr gut offenlegen. Die Bühnenstaffelung ist eher breit als tief, dabei haben die Instrumente jedoch genug Raum sich zu entfalten.

Perfekte Kanaltrennung

Tatsächlich scheint auch die Kanaltrennung des Tonabnehmers Zephyr C 200 sehr gut zu funktionieren. Das überragende Album „Mule Variations“ von Tom Waits startet nur auf dem rechten Kanal. Über Kopfhörer wiedergegeben war auf dem linken Ohr währenddessen Totenstille. Es war sogar so still, dass ich bis zum Einsetzen des Gesagt der Meinung war, dass es irgendwo eine Unterbrechung gibt. So muss das sein, das kann sich hören lassen! Alles in Allem überzeugt der Edwards TT5 mit seinem wunderbar runden und analogen Klang. Das Bassfundament ist recht üppig, der Hochton etwas verhaltener. Dem Spaßfaktor tut das jedoch kaum einen Abbruch. So kann man als anspruchsvoller Einsteiger oder ambitionierter Aufsteiger wunderbar mit dem Edwards Audio TT5 Musik hören. Besonders in Verbindung mit dem super günstigen und trotzdem erwachsen klingenden, kleinen Phono-Vorverstärker Edwards Audio Apprentice MM. Klanglich spielt der in eine ähnlich warme und natürliche Richtung wie der Plattenspieler.

Selbst an eine Anti-Skating-Lösung hat Edwards Audio bei der Entwicklung des TT5 gedacht.

Fazit

Der Edwards Audio TT5 ist ein richtig gut gelungener Plattenspieler. Das mittlere der drei Modelle der Britischen Muttermarke Talk Electronic richtet sich an ambitionierte Ein- und Aufsteiger. Dieser Brettspieler überzeugt mit schickem und modernem Design. Das technische Highlight ist natürlich der selbst entwickelte Einpunkttonarm EA5. Der ist benutzerfreundlich und sieht genau so schick aus wie der Plattenspieler, auf dem er montiert ist. Auch das VTA ist bei Plattenspielern dieser Preisklasse eher eine Seltenheit. Das montierte Zephyr C 200 Moving Magnet Tonabnehmersystem und der Phono-Vorverstärker Apprentice MM vervollständigen das Gesamtpaket, sodass nur noch Verstärker und Lautsprecher gebraucht werden. Dann erfreut das Ensemble durch einen überzeugenden Klang, der auch anspruchsvollere Ohren durchaus zufrieden stellt. So warm, rund und natürlich wie Vinyl klingt einfach keine CD.

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: Highlight
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

80

80

79

Technische Daten

Modell:Edwards Audio TT5
Produktkategorie:Plattenspieler
Preis:um 665,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Schwarz
- Weiß
- Rot
Vertrieb:B&T hifi vertrieb GmbH, Erkrath
Tel.: +49 2104 / 175560
www.bthifi.com
Abmessungen (HBT):105 x 450 x 350 mm (inkl. Haube)
Gewicht:- 5,5 Kg
Prinzip:- Brettspieler
Tonarmbasis:VTA
Tonarm:- Edwards Audio EA5
Tonabnehmer (optional):- Zephyr C200 (gehört nicht zum Lieferumfang)
Geschwindigkeiten:33 ⅓ und 45 UpM
Lieferumfang:- TT5
- Haube
- Anleitung
- externes Netzteil
Optionales Zubehör:- Tonabnehmer (z.B. Zephyr C200)
- Apprentice MM (Phono-Vorverstärker)
Pros und Contras:+ Vertical Tracking Angle
+ Geschwindigkeit feinjustierbar
+ exzellentes Preis-Leistungsverhältnis
+ diverse Upgrademöglichkeiten
+ hochwertige Anschlussbuchsen
+ eigener Tonarm
+ gute Verarbeitung
+ analoger, natürlicher Klang
+ satte, warme Bassperformance

- Haube
Benotung:
Gesamtnote:Highlight
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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