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Redakteur
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Der Elac Miracord 60 ist ein modern gestylter Plattenspieler, der richtig gut ausschaut und richtig gut klingt. Seine Materialqualität ist erstklassig, die Verarbeitung hervorragend und auch preislich ist der 60er hochattraktiv. Einen Tonabnehmer liefert Elac jedoch nicht mit. Das hat Vor- und Nachteile.

Optisch erinnnert der Miracord 60 sofort an den Miracord 90th. Anniversary.

Wer heute einen Plattenspieler mit großem Namen sucht, der kommt an Elac kaum vorbei. Auch wenn man in den letzten Jahrzehnten eher durch hervorragende Lautsprechern aufgefallen ist, war Elac einst eine große Nummer im Analogbusiness. Mit dem Siegeszug der CD wurde es dann still um die klassischen Plattenspieler aus Kiel. Seit einigen Jahren gibt es jedoch wieder eine Elac Miracord-Serie. Diese wurde kürzlich um ein weiteres Mitglied ergänzt: Den Elac Miracord 60. Er hat einigen Mitbewerbsmodellen Vieles voraus und richtet sich an ambitionierte Wiedereinsteiger oder Aufsteiger mit erster Erfahrung. Den musste ich mir mal genauer ansehen.

Miracord-Historie

Zum neunzigsten Firmenjubiläum im Jahr 2016 machte der norddeutsche Lautsprecherhersteller Elac sich selbst ein Geschenk: Die Neuauflage der eigenen Plattenspieler-Serie Miracord. Damals versammelte man ein Entwicklerteam aus mehreren Generationen, um die vor gut 30 Jahren ausgelaufene Serie wiederzubeleben und standesgemäß ins einundzwanzigste Jahrhundert zu transportieren. Während der generationenübergreifenden Zusammenarbeit entstand der Elac Miracord 90 Anniversary. Ein High-End Plattenspieler, den wir bereits ausgiebig getestet haben. Später sind dem Boliden mit dem Miracord 50 und dem Miracord 70 zwei kleine Geschwister zur Seite gestellt worden. Beide teilen sich zwar den Namen mit dem Großen, darüber hinaus verbindet sie jedoch nicht viel. Beim jetzt hinzu gekommenen Miracord 60 ist das anders, hier die Parallelen zum Anniversary optisch offensichtlich. Einzig die Namensgebung ist etwas irreführend, denn das neue Modell ist qualitativ über dem Miracord 70 positioniert und ihm dem Namen nach doch eine Dekade hinterher.

Nochmal zur Erinnerung: Das Design des Elac Miracord 90th. Anniversary.

Tritt in große Fußstapfen

Stellt man den neuen Miracord 60 neben seinen großen Bruder, wird schnell klar, dass beide aus derselben Feder stammen. Auch die Hierarchie muss nirgendwo nachgelesen werden. Während der Neue mit circa 42 x 34 Zentimetern ziemlich genau dem HiFi-Standard entspricht, ist der Anniversary nochmal eine ganze Ecke größer. Das Design beider Vinylplayer ist jedoch ziemlich nah beieinander und auch technisch teilen sie die eine oder andere Gemeinsamkeit. Bleiben wir aber noch bei den Äußerlichkeiten: Wie beim 90er bildet auch beim neuen Miracord 60 ein schwarze Holzzarge die Basis des Plattenspielers. Auf ihr sind die Komponenten wie Motor, Tonarm und Plattenteller verbaut. Da Plattenspieler als elektromechanische Wandler anfällig gegen äußere Einflüsse sind, wird der Miracord über vier höhenverstellbare Füße vom Untergrund entkoppelt. Sichtbar sind diese allerdings nicht sofort. Wie beim großen Bruder verstecken sie sich hinter den Aluminiumblenden, die dem Plattendreher sein stylisches Design verleihen.

Hochglänzende Holzoberfläche, gebürstetes Alu, perfekte Spaltmaße: Der Miracord 60 besteht aus hochwertige Materialien und ist richtig gut gemacht.

„Stylische Design“ …

… ist in diesem Fall keine hohle Phrase. Beim Miracord 60 besteht absolut kein Zweifel, dass es sich um einen schicken Plattenspieler aus diesem Jahrzehnt handelt. Dabei ist er, bei allen modernen Designmerkmalen, auch als Plattenspieler zu erkennen. Auf beeindruckende Art und Weise gelingt ihm die nahtlose Verbindung von Tradition und Moderne. Hierzu trägt sicher auch der schwarze Aluminium-Plattenteller bei, der über eine gefräste Fase verfügt, die ihrem Job als auflockernder Eyecatcher vollumfänglich nachkommt. Das gilt vor allem dann, wenn sich Lichtquellen an der Metallkante des Tellers brechen. Ein echter Hingucker. Noch dazu bildet die glänzende Fase eine Brücke zu den Lautsprechern aus gleichem Hause, denn auch sie verfügen häufig über einen glänzenden Zierring, in den die Lautsprecherchassis eingefasst sind. So passt optisch zusammen, was auch technisch und akustisch zusammen gehört.

Bewährtes Konzept

Auf der Oberseite der Zarge geht es dem Gesamteindruck entsprechend aufgeräumt zu. Durch die Reduzierung auf das Wesentliche, wirkt der neue Miracord 60 schlicht und elegant. Es gibt kein Teil zu viel, auch die verwendeten Farben beschränken sich auf ein Minimum: Nämlich Schwarz und Aluminium. Beginnen wir vorn links beim Drehschalter aus schwarz-eloxiertem Metall. Mit einem sanften Dreh nach Rechts oder Links, lässt sich der Motor auf 33 oder 45 Umdrehungen pro Minute betreiben. Der Motor seinerseits ist klassisch hinten links in der Zarge positioniert. Er treibt den Plattenteller über einen Riemen an. Das dazu nötige Pulley – so heißt die Treibscheibe, die auf der Motorachse sitzt und den Riemen beschleunigt – ist unter einer schwarzen Abdeckung versteckt. So verrichtet der Motor seine Arbeit unsichtbar. Selbst im Betrieb sind nun kaum Bewegungen wahrnehmbar.

Die Drehgeschwindigkeit wird über den griffigen Umschalter in der Gehäuseoberseite gewählt.

Mehr Ruhe

Machen wir beim Teller weiter: Dieser ist ebenfalls schwarz eloxiert und aus Aluminiumdruckguss gefertigt. Dies verleiht ihm einen eleganten Auftritt, während die nötige Massenträgheit zur stoisch gleichmäßigen Rotation beiträgt. Dazu trägt auch das Antriebskonzept bei, denn der Miracord 60 wird über einen seltener eingesetzten Gleichstrommotor angetrieben. Das wiederum erfordert eine aufwändige Regelelektronik, um die gewählte Geschwindigkeit auch perfekt zu halten. Ist die Elektronik gut, ist auch das Ergebnis häufig besser – weil gleichmäßiger und ruhiger – als das eines Synchronmotors, der sich zum Beispiel an der Netzfrequenz orientiert. Die Entkopplung von Motor und Teller durch einen Riemenantrieb hält die letzten etwaigen Vibrationen vom Teller fern. So gelingt ein ziemlich laufruhiges Ergebnis. Das ist eine weitere Voraussetzung für guten Vinylklang. Denn wenn die Schallplatte nicht gleichmäßig unter dem Diamanten rotiert, ist ein Großteil des Wohlklangs gleich dahin, selbst wenn Tonarm und Abtaster sehr gut sind.

Der Antrieb erfolgt per Riemen. Das Pulley sitzt hinten links auf der Gehäuseoberseite.

Anpassungsfähig

Nun müssen wir uns noch ein elementares Bauteil des Miracords ausführlich ansehen: Den Tonarm. Der ist ebenfalls ganz in Schwarz gehalten und integriert sich perfekt in die Gesamterscheinung. Bei ihm handelt sich um einen klassischen geraden Tonarm, mit Kardanlager. Das heißt, es gibt je ein Lager für die vertikale die horizontale Achse. Beide laufen leichtgängig und ziemlich spielfrei. Sie führen das neun Zoll lange Tonarmrohr, dieses besteht aus leichtem aber hochfesten Kohlefaser, im Halbkreis über die Schallplatte. Damit der Tonabnehmer gerade im Headshell montiert werden kann, ist der wechselbare Tonarmkopf gekröpft, also nach innen abgewinkelt. Dieser Winkel ist notwendig, da der Schneidstichel die Rillen bei der Herstellung perfekt tangential in die Platte fräst, der Tonarm sich jedoch halbkreisförmig darüber bewegt. Um den resultieren Spurfehlwinkel so klein wie möglich zu halten, muss der Tonabnehmer abgewinkelt werden. Ein Näherungswert dieses Winkels ist nun bereits durch das gekröpfte Headshell erledigt.

Ins Detail

Der verbleibende kleinere Teil ist vom verwendeten Tonabnehmer abhängig. Geliefert wird der Miracord ohne Tonabnehmersystem. Die korrekte Montage wird uns später noch begegnen. Wie bereits angedeutet, handelt es sich bei dem Headshell um eines mit Wechselfunktion, das heißt, man kann es in Sekundenschnelle demontieren und wieder montieren. So lassen sich die verbauten Tonabnehmer in wenigen Augenblicken tauschen, so dass man je nach Lust und Laune mit unterschiedlichen Abtastern hören könnte. Ausbalanciert wird der Tonarm über ein klassisches, schwarzes Gegengewicht, das hinten auf den Tonarm gedreht wird. Über eine aufgedruckte Skala lässt sich hier auch die Auflagekraft einstellen. Das Antiskating wird über ein Rändelrad an der Tonarmbasis eingestellt. Unterhalb des Einstellrads befindet sich eine Madenschraube mit der der Tonarm im Schaft befestigt wird. Wer sie löst, kann die Höhe des Tonarms und damit den vertikalen Abtastwinkel justieren.

DAs Gegengewicht wird einfach von hinten auf den Tonarm gedreht.

Unboxing Elac Miracord 60

Der Elac Miracord 60 sitzt bereits weitgehend vormontiert seiner Verpackung. Der mehr als 20 Millimeter starke Teller ist auf Grund seines Gewichts jedoch einzeln verpackt und muss noch auf den Lagerdorn in der Mitte der Zarge aufgesetzt werden. Als Stellfläche für den Miracord bieten sich ein schweres Regal, ein Sideboard oder gar eine spezielles HiFi-Rack an. Steht der Plattenspieler samt Teller an seinem Platz, so wird er über die vier drehbaren Füße waagerecht ausgerichtet. Danach werden der Riemen – außen um den Teller und dann um das Motor-Pulley gelegt – und die Motorblende aufgesetzt. Den Abschluss des Tellers nach oben bildet eine klassische schwarze Filzmatte, auf die die Platten gebettet werden. Für die Stromversorgung liegt ein Steckernetzteil bei, das die Plattenspielerelektronik mit Gleichspannung versorgt. Für die Anschluss an die HiFi-Anlage ist ausserdem ein Kabel im Lieferumfang enthalten.

Für Größeres vorbereitet

Damit der Elac Anschluss findet, muss das nachfolgende Gerät über einen Phono-Eingang verfügen, denn der Miracord 60 hat keinen integrierten Phonoverstärker an Bord. Das würde aber auch nicht zum hochwertigen und individuellen Konzept des Drehers passen. Denn wer den Tonabnehmer selbst auswählt, möchte das sicher auch mit der Verstärkung tun. Wird nun, als letzter Schritt, noch die mitgelieferte Staubschutzhaube mit den, ebenfalls beiliegenden, Scharnieren montiert, so ist der Zusammenbau abgeschlossen. Bleibt noch die Montage des Tonabnehmers, der bei dem neuen Elac nicht im Lieferumfang enthalten ist. Was früher üblich war, ist bei heutigen Plattenspielern der Preisklasse eher unüblich, die kommen heute meist mit vormontiertem System. Die Lieferung ohne Tonabnehmer hat jedoch den Vorteil der freien Auswahl. Der neue Besitzer kann sich seinen Miracord 60 nun nach Belieben zusammenstellen. Dazu ist jedoch etwas Erfahrung und Geduld oder ein guter Händler erforderlich, damit der Dreher spielfertig wird.

Das Anschlussfeld des Miracord 60 ist übersichtlich. Mehr wird aber auch nicht benötigt.

Freie Tonabnehmerwahl

Ich greife für meinen Test zum E3 vom britischen Traditionshersteller Goldring. Der entspringt der kürzlich eingeführten Serie neuer MM-Tonabnehmersysteme im Preisbereich von 70 bis 130 Euro. Der E3 ist das Topmodell. Auffällig an den neuen Abtastern sind die Gehäuse, sie haben eine verwinkelte Form und knallige Farben der Nadeleinschübe. So bildet der, in meinem Fall, violette Klecks einen willkommenen Farbakzent am schwarzen Elac. Die Montage nimmt nun den Hauptteil der Zeit des Zusammenbaus in Anspruch. Für Ungeübte ist die Tonabnehmermontage daher ein guter Grund, den Plattenspieler bei einem Händler mit gutem Service zu erwerben. Der erledigt die Arbeit korrekt. Die Schwierigkeit liegt zum einen daran, dass die mitgelieferte Anleitung die korrekte Justage des Tonabnehmers komplett verschweigt und den Unwissenden vor eine enorme Hürde stellt. Leider wird nichtmal ein Hinweis darauf gegeben, dass überhaupt eine geometrisch korrekte Justierung nötig ist. An dieser Stelle sollte daher dringend nachgebessert werden.

Im Test hat sich das Goldring E3 als idealer Spielpartner für den Elac Miracord 60 bewiesen.

Feinarbeit

Ausserdem verfügt der erfahrene Händler auch über das benötigte Spezialwerkzeug, um den Tonabnehmer korrekt einbauen zu können: Eine Schablone. Zwar gibt es solche Schablonen auch zum ausdrucken, perfekt wird das Ergebnis aber eher mit hochwertigeren Exemplaren. Zum Beispiel mit der beliebten Schön-Schablone für knapp 40 Euro. Diese macht einem die Justagearbeit durch eine gute Anleitung und die durchdachte Konstruktion einigermaßen einfach. Als weitere Hilfsmittel sind kleine Schraubendreher, Zangen, Wasserwaagen und Libellen sowie Bleistiftmienen von Vorteil. Sie ahnen schon: Zumindest beim ersten Mal ist die Montage nicht zwischen Tagesschau und Tatort zu erledigen. Als Pro-Argument bleibt die Freude, es selbst gemacht zu haben. Mit der richtigen Anleitung und etwas Übung ist das auch kein Hexenwerk. Eine Ausführliche Beschreibung lesen Sie in meinem baldigen Einzeltest des Tonabnehmers. Auf die Möglichkeit zur Azimutverstellung verzichtet der Elac übrigens auch. Bei den heutzutage präzise gefertigten modernen Tonabnehmern, ist das aber kein Beinbruch.

Nachgemessen guter Gleichlauf

Sind alle Einstellarbeiten erledigt, so kann der Miracord 60 endlich in Betrieb genommen werden. Zunächst lege ich aber mein Smartphone auf den Plattenteller, mit dem ich Geschwindigkeit und Gleichlauf kontrolliere. Nach der Betätigung des Schalters dreht der Plattenteller schnell hoch. Bis die Solldrehzahl erreicht ist, braucht er einen Moment, trifft sie aber fast auf auf den Kopf. Das fängt schon gut an. Auch der Gleichlauf ist einwandfrei. Bremst man den Teller vorsätzlich ab, so dreht er auch auf der verlangsamten Geschwindigkeit einige Augenblicke lang stoisch weiter, bevor er zügig zurück zur Solldrehzahl beschleunigt. Dieses Verhalten spricht dafür, dass die Regelung des Gleichstrommotors nicht allzu häufig stattfindet. Das ist auch gut so, eine zu häufige Anpassung der Geschwindigkeit könnte zu einem unruhigen Klang führen. Daher ist es nach allgemeiner Auffassung besser, den Teller kurzzeitig zu schnell beziehungsweise zu langsam drehen zu lassen, als die Geschwindigkeit andauert anzupassen.

Den Gleichlauttest hat der Elac Plattendreher ohne Einschränkungen bestanden.

Imposante Räumlichkeit

Zeit Musik zu hören! Endlich landet die erste Platte auf dem Teller, die sogleich auf 45 Umdrehungen beschleunigt wird: „The Voice of Elac“, eine audiophile Produktion vom Elac und Inakustik. Auf der schwarzen Scheibe sind einige bekanntere und unbekanntere Klangperlen zur Vorführung von Lautsprechern zusammengestellt. Plattenspieler haben damit natürlich ebenfalls die Gelegenheit sich zu beweisen. Der Kombination aus Miracord 60 und Goldring E3 gelingt das besonders beeindruckend beim letzten Stück der ersten Seite „Not Coming By“ von Emma-Lee. Ein Song, der mit zwei Gitarren beginnt, zu denen sich ein Bass gesellt, bevor Gesang und Schlagzeug einsteigen. Die beiden Gitarren erscheinen fast aus dem Nichts und stehen wie festgenagelt auf ihren Positionen halb links und halb rechts zwischen den Lautsprechern. Diese Eigenschaft der guten Räumlichkeit bestätigt sich auch im weiteren Verlauf.

Frage des Geschmacks

Wie sich die Klanganteile auf die beiden Komponenten Plattenspieler und Tonabnehmer verteilen, lässt sich schwerlich genau feststellen. Fest steht jedoch, dass sich der gute Gleichlauf des 60ers positiv bemerkbar macht. Denn ohne das Fundament der gleichmäßigen Rotation der Platte kann auch ein guter Tonabnehmer wenig ausrichten. Das Zusammenspiel der beiden Komponenten gelingt außerdem hervorragend. Man muss also nicht horrende Summen bezahlen, um sehr guten Analogklang genießen zu können. Eine kleine Schwäche des Duos scheint im Bassbereich zu liegen. Zumindest was die reine Lehre angeht, denn der Tiefton wirkt etwas überbetont. Das macht sich besonders im Oberen Bassbereich bemerkbar, dort gibt es ein üppiges Volumen, das jedoch etwas an Kontrolle vermissen lässt. Aber das ist vielleicht auch Geschmackssache. Ist die Wiedergabekette im Bass aber eher Schwachbrüstig, so steuert die Kombi aus Elac und Goldring die extra Portion Bassspaß bei.

Die Staubschutzhaube gehärt selbstverständlich zum Lieferumfang des Miracord 60.

Stimmige Wiedergabequalitäten

Da dieser Test in der Vorweihnachtszeit entstanden ist, musste sich die Kombination aus Miracord 60 und Goldring E3 auch am Weihnachtsalbum der Toten Hosen versuchen. „Wir warten auf´s Christkind“. Das Saison-Album ist vor einigen Jahren als Remaster auf Vinyl erschienen und läuft um Weihnachten bei mir häufiger. Der Miracord 60 scheint wie geschaffen dafür. Zunächst spielt er seine Stärke der wirklich sehr guten Räumlichkeit aus. So erklingt die Kirchenglocke zu Beginn von „Ave Maria“ aus weiter Ferne, bevor die klassische Instrumentierung mit Klavier und Soprangesang einsetzt. Nach wenigen Sekunden dann wird die festliche Stimmung durch eine elektrische Gitarre ergänzt, bevor das donnernde Schlagzeug mit klassischer Festlichkeit Schluss macht. Das „Schluss machen“ mit der Festlichkeit gelingt durch die zuvor beschriebene Basspotenz übrigens ganz hervorragend. Bei höheren Lautstärken kommt meinem Testgast dann eine Eigenschaft zugute, die man sicher dem Tonabnehmer zuschreiben kann. Der liefert nämlich einen sehr angenehmen Hochton ab.

Der Miracord 60 ist langzeittauglich

Dabei sind im Klangbild viele Details wahrnehmbar, gleichzeitig klingt es aber auch angenehm sanft und keinesfalls irgendwie spitz oder harsch. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass mir durch den entspannten Hochton Informationen vorenthalten bleiben. Diese schöne Performance das macht die Kombination aus Elac und Goldring aus meiner Sicht uneingeschränkt langzeittauglich. Das gilt besonders dann, wenn der Dreher auf einer massiven Stellfläche positioniert wird, die wenig vibrationsempfindlich ist. Die Zarge des Elac ist recht empfindlich was Nebengeräusche angeht, das kennt man auch von vielen anderen Plattendrehern. Beispielsweise ist vorsichtiges Klopfen bei abgesenkter Nadel gut aus den Lautsprechern vernehmbar. Die höhenverstellbaren Füße entkoppeln die empfindliche Abtastung zwar gut vom Untergrund, aber wozu ein Risiko eingehen? Daher kann ich nur dafür plädieren, den Plattenspieler auf ein massive Möbel oder das volle Plattenregal zu stellen. Dafür werden Sie dann mit einer richtig guten Musikwiedergabe belohnt.

Wichtig ist, dass der Miracord 60, das gilt übrigens für jeden Plattenspieler, auf einer stabilen Basis ruht.

Fazit

Der Elac Miracord 60 ist eine würdige kleinere Version des imposanten Miracord 90. Er sieht extrem schick aus, ist aber auch sofort als klassischer Plattenspieler zu erkennen. So entsteht eine Symbiose aus modernem Design und klassischem Wiedererkennungswert. Technisch kann er mit seinem laufruhigem Antrieb und dem hochwertigem Tonarm ebenso voll überzeugen. Letzterer bring alles mit, um mit einer Vielzahl an Tonabnehmern kompatibel zu sein. Dank Wechselheadshell lassen diese sich auch schnell gegeneinander tauschen. Ein Tonabnehmer ist bei dem knapp 1000 Euro kostenden Laufwerk nicht dabei. Dieser kann nach Geschmack und Geldbeutel des Besitzers frei gewählt werden, muss dann aber natürlich montiert werden. Klanglich entschädigt der Elac Miracord 60 in der Kombination mit dem Goldring E3 dann jedoch vollends für die einmalige Arbeit der Tonabnehmermontage. Das Duo spielt mit toller Räumlichkeit, mit Bassintensität und stimmigem Hochton. Das macht Plattenspieler und Tonabnehmer uneingeschränkt langzeittauglich.

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 88/90
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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Technische Daten

Modell:Elac
Miracord 60
Produktkategorie:Plattenspieler
Preis:999,00 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Silber/Schwarz
Vertrieb:Elac, Kiel
0431/647740
www.elac.de
Abmessungen (HBT):170 x 420 x 340 mm
Gewicht:13,1 kg
Antrieb:Riemenantrieb
Geschwindigkeiten:- 33 ⅓ Upm
- 45 Upm
Ausgang (analog)1 x Cinch
- Line-Level: 155 mV (–16 dB)
- Phono-Level: 3,5 mV (+/–3 dB)
Lieferumfang:- Miracord 60
- Netzteil
- Tonarm
- Headshell
- Anleitung
Pros und Contras+ modernes Design
+ Karbontonarm
+ Wechselheadshell
+ DC-Motor mit Servoregelung
+ Aluminium-Plattenteller
+ hervorragende Verarbeitung

- kein Tonabnehmer
Benotung:
Klang (60%):88/90
Praxis (20%):88/90
Ausstattung (20%):87/90
Gesamtnote:88/90
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistung:sehr gut

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