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Mit den G Four bieten die finnischen Audio-Experten von Genelec aktive, Zwei-Wege-Lautsprecher für den HiFi-Einsatz an. Mit durchdachten Features und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sollen diese Schallwandler punkten. Optisch bieten die Genelec G Four auf jeden Fall Wiedererkennungswert und beeindrucken auch auf andere Art und Weise.

Die Schallführung auf der Front der G Four verspricht eine ausgewogene Abstrahlung und einen breiten Abhörbereich.

Die Marke Genelec existiert seit 1976. Verglichen mit vielen anderen Audio-Größen ist man also ein vergleichsweise junges Unternehmen. In unzähligen Studios für Musik, Filme und Videospiele, aber auch in Restaurants, Cafés und Geschäftsräumen sind die Lautsprecher der Finnen inzwischen zuhause. Für den heimischen HiFi-Genuss steht die G-Reihe zur Verfügung. Ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist auf jeden Fall das ungewöhnliche, nahezu komplett kantenlose Design. Für die schicken Rundungen der Box zeichnet sich Harri Koskinen verantwortlich. Vinyl-Fans kennen vielleicht die Fatty-Boxen, die er ebenfalls designt hat. Aber natürlich steckt auch eine akustische Idee dahinter: Durch die gerundeten Kanten soll ein möglichst gleichmäßiger Frequenzgang und optimale räumliche Abbildung des Klangs erreicht werden. Am Aussehen der Boxen habe ich nichts auszusetzen. Und dass sie in schwarz, weiß und silber erhältlich sind, macht ebenfalls deutlich, wie wichtig Genelec die optische und individuelle Komponente ist.

Die Genelec G Four eignet sich beispielsweise ideal als Abhörmonitor in Verbindung mit dem Computer als Musikquelle.

Masse für klasse Sound

Mit jeweils 8,6 Kilogramm bringen die G Four ordentlich Gewicht auf die Waage. Ein Subwoofer wird hier wohl überflüssig sein. Schon bei der Aufstellung habe ich das Gefühl, hier gleich etwas richtig Gutes zu hören. Laut Spezifikationen können die Genelecs Frequenzen von 45 Hertz bis 20 Kilohertz abbilden. Es handelt sich übrigens um aktive Lautsprecher. Das bedeutet, es wird kein zusätzlicher Verstärker benötigt. Ein weiterer Vorteil ist, dass man Verstärker, Vorverstärker und Schallwandler so perfekt aufeinander abstimmen kann. An der G Four selbst finden sich je Buchse für XLR und Cinch. Vom Computer bis zum Plattenspieler kann hier quasi alles angeschlossen werden, was über einen analogen Audio-Ausgang verfügt. Die Lautsprecher-Chassis werden durch hochwertige Aluminium-Gitter geschützt. Auf der Rückseite der Boxen befinden sich der Ein- und Ausschalter, ein Panel für Soundeinstellungen, sowie Bass-Reflex-Öffnungen, auf die wir gleich nochmal im Detail zu sprechen kommen.

Aufstellung der Genelec G Four und etwas Physik

Idealerweise werden Lautsprecher im Stereo-Dreieck aufgestellt, wobei die Hörposition eine Spitze darstellt. Da unsere Testgäste eine ordentliche Portion Tiefen versprechen, empfiehlt es sich, bei der Aufstellung möglichst viel Abstand zu Wänden und Ecken zu halten. Der Hintergrund hierbei ist, dass Bass-Frequenzen vom Lautsprecher in alle Richtungen abgegeben werden. Wenn sich die Box nahe einer Wand befindet, kommt die reflektierte Bass-Schallwelle also nahezu gleichzeitig mit der von der Box nach vorne abgegebenen Schallwelle beim Hörer an. So summiert sich der Bass je nach Raumgegebenheit auf. Auch neigt der Bass bei kleineren Räumen dazu, sich in den Ecken geradezu zu stapeln. „Raummoden“ nennt der Akustiker das und wer mehr über das Thema wissen will, kann das Wort ja einfach mal googeln. Was aber nun, wenn ich meine Lautsprecher genau in den Ecken meines Raumes oder an einer Wand haben will?

Der Bassreflex-Port befindet sich auf der Gehäuserückseite. Aber den Abstand zur Wand im Rücken lässt sich der Bassbereich zusätzlich an den eigenen Hörgeschmack anpassen.

Akustisches Chamäleon

Zur Lösung dieses akustischen Problems hat Genelec sein „Tone Control“ erdacht. Das Tone Control-Panel bietet über kleine Schalter die Möglichkeit, die unterschiedlichen Frequenzbereiche anzuheben oder abzusenken – je nachdem wo die Lautsprecher aufgestellt werden. Beispielsweise lassen sich so tiefe Bass-Frequenzen absenken, um deren eben beschriebene „Stapelung“ zu vermeiden, beziehungsweise zu minimieren. Das sorgt für ein ausgewogeneres Klangbild und erspart auch Stress mit den Nachbarn. Bass-Frequenzen bis 1 Kilohertz können auch nochmal separat eingestellt und so der oft sträflich vernachlässigte Bereich der tiefen Mitten beeinflusst werden. Ein weiterer Schalter sorgt für die Regulierung der Mitten und Höhen. Damit keine tagelangen Testreihen nötig werden, finden sich in der Anleitung verschiedene empfohlene Einstellungen, je nachdem ob die Genelecs in Ecken, einem gedämpften Raum oder auf dem Tisch Platz finden sollen. Beim Aufstellen der G Four kommt dann der nächste Clou, mit denen Genelec das Hörvergnügen verschönert, zum Tragen.

Unglaublich: Obwohl die Genelec G Four kleiner ist als ein Schuhkarton, liefert sie eine Bassperformance, die man sonst nur von Standlautsprechern gewohnt ist.

Iso-Pods – Ein ganz besonderer Standfuß

Da die Kanten der Genelecs gerundet sind, würden sie ohne Hilfsmittel umfallen oder zumindest stark wackeln. Für zusätzliche Standfestigkeit sorgen die direkt montierten Iso-Pod Table Stands. Sie bestehen aus Gummi und haben mehrere Funktionen. Die wichtigste ist dabei definitiv die Entkopplung vom Untergrund. Warum das ein genialer Einfall ist, werde ich gleich erläutern. Vorher noch zwei Worte über weitere Funktionen der Iso-Pods. Zum einen lassen sich die Lautsprecher im Pod nach vorne oder hinten schieben. Dadurch kann er leicht gekippt und der Klang schräg nach oben oder unten abgestrahlt werden. Das ist sehr praktisch, wenn die G Four auf einem höheren Regal oder etwas unterhalb der Hörposition, zum Beispiel auf dem Tisch, stehen. Außerdem lassen sich die Pods mittels Schraubenzieher leicht entfernen und seitlich befestigen. Somit können die Genelecs auch auf die Seite gelegt werden, was für ein leicht verbreitertes Stereo-Bild sorgt.

Clever: die verstellbaren Iso-Pods erlauben die flexible Winklung und Ausrichtung der Genelec G Four.

Das Problem mit den Schwingungen

Mir selbst war lange nicht bewusst, wie sehr der Klang vom Untergrund, auf dem die Lautsprecher stehen, beeinflusst wird. Gerade bei solchen, die tiefe Frequenzen ordentlich abbilden können. Auch ein Grund dafür, warum Boxen beim Händler richtig gut klingen und sich die Begeisterung zuhause dann legt. Im Showroom thronen die Lautsprecher meist auf sehr guten Stativen oder entkoppelnden Unterlagen. Dadurch kommt der vom Hersteller beabsichtigte Klang voll zum Tragen. Daheim stellt man die guten Stücke dann direkt auf ein Regal, einen Tisch oder irgendwelche Stative. Was eben gerade da ist. Nun gibt der Lautsprecher seine Schallwellen nicht wie beabsichtigt ausschließlich in die Luft, sondern auch an seinen Untergrund ab. Dieser schwingt mit und entzieht dem Sound die Kraft. Um dem entgegenzuwirken, verfügen die Genelec G Four auch über einen Tabletop-Mode. Ist er aktiviert, gleicht dieser das Klangbild an den starren und reflektierenden Untergrund an.

Anschlussseitig ist die G Four mit einem Cinch- und einem XLR-Eingang ausgestattet. Mehr wird eigentlich auch nicht benötigt.

Die Genelec G Four regeln das

Also egal, ob die Lautsprecher ins Regal an der Wand, auf den Schreibtisch oder in die Ecke gestellt werden, mittels Tone Control-Regler können die räumlichen Einschränkungen akustisch ausgeglichen werden. Ich bin mit den Schwierigkeiten, die beim entspannten Musikhören in normalen Räumen auftreten können, durchaus vertraut. In kleinen Räumen sind Beispielsweise stehende Wellen oft ein Problem. Also, wenn sich Reflexionen von Schallwellen selbst mehrfach überlagern und so ein verzerrtes Klangbild entsteht. Der Akustiker widmet sich dieses Problems durch das Einbringen teuer akustischer Elemente, wie Breitband-Absorber oder Bassfallen. Für Musik-Schaffende oder audiophile HiFi-Fans ist das ein spannendes Thema für sich und Räume akustisch zu optimieren ist eine tolle Sache. Aber mal ehrlich. Wie genial sind denn bitte Lautsprecher, die sich dem Raum anpassen, um großartig zu klingen und nicht den Raum um sich herum angepasst haben wollen?

Über die kleinen Schalter auf der Gehäuserückseite lässt sich die G Four ideal an ihren Aufstellungsort und an den eigenen Hörgeschmack anpassen.

Und so klingt das Ganze

Mein erster Praxistest für meine Genelecs ist die Hintergrundbeschallung bei meiner Arbeit im Home Office. Also erstmal Musik in moderater Lautstärke. Was direkt auffällt, ist die Abwesenheit von statischem Rauschen oder dem typischen Netzbrummen, das aktive Lautsprecher nur allzu oft begleitet. Würde die LED nicht leuchten, wäre ich mir nicht sicher, ob die G Four überhaupt eingeschaltet sind. Aber doch, sie sind es und ich höre Coldplay. Neben vielen anderen Qualitäten kann man die Musik der Band seit dem 2014er Album „Ghost Stories“ auch ganz hervorragend als Bass-Wiedergabe-Benchmark nutzen. Ich bin hin und weg mit welcher Dynamik und Impulstreue die Songs selbst bei minimaler Lautstärke klingen. Der aktuellere Song „Daddy“ hat ein wunderbares Bassfundament, das auf den meisten Systemen erst unter höherer Lautstärke richtig zum Vorschein kommt, wenn die Grenze zu verzerrtem Sound oft schon überschritten ist und unschönen Resonanzen entstehen.

Der Genuss liegt im Detail

Von den meisterlichen Deutschrockern „Die Ärzte“ gab es 2020 endlich ein neues Album. Dieses Werk namens „Hell“ habe ich auserkoren, meine Testgäste richtig krachen zu lassen. Farin Urlaub erzählt, dass er für seine Songs auch gerne mal sieben Gitarren und fünf verschiedene Gesangsspuren aufnimmt. Und was soll ich sagen? Ich kann sie alle hören. Die Detailfülle, die Klarheit und der sehr plastische, räumliche Sound lassen schon etwas Live-Atmosphäre aufkommen. Bevor ich vom Rock beflügelt noch einen Moshpit eröffne und die Testkandidaten zu Schaden kommen, beschließe ich die Genelecs in ein akustisches Krisengebiet zu verfrachten – ins Wohnzimmer. Im Gegensatz zu meinem kleinen Arbeitszimmer, ist es relativ groß und bereitet daher im Bassbereich weniger Probleme, da die Schallwellen genug Platz haben, um sich auszubreiten. Dafür hat es unanständig viele kahle Flächen, die das Musikhören aufgrund der sich stapelnden hohen Frequenzanteile sehr schnell anstrengend machen.

Besonders stolz ist man bei Genelec auf den 19 Millimeter durchmessenden Hochtöner mit Metallkalotte. Er sitzt in einer ihn umgebenden Vertiefung, die als Schallführung dient.

Gemeinsam durch Tiefen und Höhen

Moderner Pop wird so produziert, dass er auf kleinen Boxen, beziehungsweise Smartphone-Lautsprechern, so gut wie möglich klingt und kein Detail der aufwendigen Produktionen verloren geht. Somit sind hohe Anteile in der Musik wesentlich größer als vor dreißig Jahren, was das genussvolle Anhören bei Zimmerlautstärke mit der Zeit etwas anstrengend machen kann. Um endlich mal Taylor Swifts jüngste Werke zur Gänze zu genießen, drehe ich – wie in der Anleitung für hallende Räume empfohlen – den Sub-Bass und die Höhen etwas runter und drücke auf Start. Wieder können die Genelec G Four auf ganzer Linie punkten. Das räumliche Klangbild, die klare Abbildung aller Details in der Musik und der warme, aber kein bisschen wummernde Bass: So ist Musikhören Genuss und nicht einfach nur Konsum. Und ich glaube, dass sich auch Musikschaffende eine Freudenträne verdrücken, wenn sie ihre Musik auf diese Art und Weise gehört wissen.

Die G Four erscheinen auf den ersten Blick eher zurückhaltend, unscheinbar. Tatsächlich steckt ihn ihnen aber ein Lautsprecher, ein Vorverstärker und gleich zwei Verstärker – je Lautsprecher wohlgemerkt!

Fazit

Bis zu diesem Test dachte ich, dass zum stilvollen Musikhören eine patente Stereo-Anlage aus Einzelkomponenten mit möglichst mannshohen Lautsprechern Pflicht wäre. Genelec zeigt, dass es auch anders geht. Die G Four machen einen externen Vorverstärker überflüssig und empfehlen sich daher für alle, die Musik laut und leise genießen, aber keine Stereo-Anlage herumstehen haben wollen. Oder für alle, denen bei Wörtern wie „Vorverstärker“ schon der Schädel brummt. Hier heißt es einfach nur Stecker rein, einschalten, genießen. Durch die Tonal-Balance-Control lassen sich die G Four an jeden Raum anpassen und durch die verschiedenen verfügbaren Farben und das schicke Design gilt es auch bei der Optik keine Abstriche zu machen. Der Preis von rund 1100 Euro lässt einen vielleicht erstmal ein bisschen zusammenzucken, ist aber auf jeden Fall gerechtfertigt. Ich hätte nicht gedacht, dass es mit einem so überschaubaren Setup möglich sein würde, Musik auf einem so hohen Niveau genießen zu können.

Test & Text: Dominik Schirach
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 94/95
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 of 100

94 of 100

93 of 100

Technische Daten

Modell:Genelec
G Four
Gerätekategorie:Regallautsprecher, aktiv
Preis:1.112,00 Euro / Paar
Garantie:24 Monate
Ausführungen:- Schwarz
- Weiß
- Silber
Vertrieb:Audio Pro, Heilbronn
Tel.: 07131 / 2636 400
www.audiopro.de
Abmessungen (H x B x T):350 x 237 x 223 mm
Gewicht:8,6 kg (Stück)
Prinzip: aktiv, 2 Wege, bassreflex
Hochtöner:1 x 19 mm (Metallkalotte)
Mitteltieftöner:1 x 165 mm
Frequenzgang:41 - 25.000 Hz
(Herstellerangaben)
Leistung:2 x 90 Watt
Eingänge (analog):1 x Line symmetrisch (XLR)
1 x Line unsymmetrisch (Cinch)
Lieferumfang (pro Box):- G Four
- Iso-Pods
- Bedienungsanleitung
Besonderes:+ druckvoller Sound
+ dynamisch unter niedrigen Pegeln
+ ausgeglichener Sound
+ flexible Standkonstruktion
+ integrierter Verstärker
+ leistungsstark
+ Tone Control

- keine Contras
Benotung:
Klang (60%):95/95
Praxis (20%):94/95
Ausstattung (20%):93/95
Gesamtnote:94/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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