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Next Generation: Die High End-Manufaktur Acapella Audio Arts präsentiert mit der High BassoNobile MKII eine frische Version ihres Ausnahme-Lautsprechers. Das klangmagische hypersphärische Horn und die imposante Erscheinung sind geblieben. Was ist also neu – und warum ist der Schallwandler trotz unveränderter Maße nun high?

Imposanter Auftritt: Die Acapella High BassoNobile MKII ist mit ihrem mächtigen Korpus und dem hypersphärischen Horn bereits optisch ein audiophiles High End-Statement.

Imposanter Auftritt: Die Acapella High BassoNobile MKII ist mit ihrem mächtigen Korpus und dem hypersphärischen Horn bereits optisch ein audiophiles High End-Statement.

Next Generation – das gilt nicht nur für den Lautsprecher, sondern auch für den Hersteller: Wurde der High End-Pionier Acapella Audio Arts in puncto Entwicklung seit Dekaden von Alfred Rudolph angeführt, so ist seit 2007 sein Sohn Richard an der Konzeption und der Fertigung beteiligt und mittlerweile bei der Entwicklung federführend. Schon bei der ursprünglichen, 2012 präsentierten BassoNobile, die wir bereits in einem Test und einem Video vorgestellt haben, hat Richard Rudolph das Gros der Konzeption und Konstruktion übernommen. Die Veränderungen der aktuellen Version gehen nun Gänze auf den neuen Entwicklungschef zurück. Dabei ist das Erscheinungsbild vertraut: Der Korpus der High BassoNobile misst nach wie vor 162 mal 33 mal 62 Zentimeter. Damit hat sie eine beeindruckende physische Präsenz. Doch im Acapella-Portfolio, in dem raumintensive Hornsysteme gang und gäbe sind, gehört die High BassoNobile als viertkleinstes Modell zu den eher handlichen Schallwandlern.

Die Mantelung mit spiegelblankem Acryl trägt zur edlen Anmutung dies Standlautsprechers bei.

Die Mantelung mit spiegelblankem Acryl trägt zur edlen Anmutung dies Standlautsprechers bei.

Imposanter Auftritt, cleveres Konzept

Das Design der High BassoNobile ist glänzend geblieben: Ihre Wangen sind durchgängig und dickwandig mit Acryl verkleidet. Satte drei Zentimeter misst die spiegelglatte und edel glänzende Beplankung. Sie ist standardmäßig in Schwarz oder Weis gehalten. Allerdings ist jede andere Farbgebung und sogar eine Furnier-Ausführung möglich. Die massiven Acrylwangen bedecken einen gleichfalls mächtigen Korpus aus Holz. Doch eigentlich handelt es sich hier um einen Verbundstoff aus Acryl, Multiplex und etwas MDF. Der Material-Mix ist Teil des akustischen Konzepts: Eine ausgeklügelte Abfolge verschiedener Materialien mit unterschiedlicher Schallleitfähigkeit entzieht den Vibrationen, Resonanzen und dem rückwärts in das Gehäuse abgestrahlten Schall der Chassis systematisch die Energie. Zum Portfolio der dämmenden und dämpfenden Materialien gehört auch Sand. Ansonsten bewahrt Acapella bezüglich der Konstruktion Stillschweigen – passend zum stillgelegten Gehäuse. Dabei wurde einiges neu und aufwändiger gelöst. Nicht umsonst wiegt die High BassoNobile nun üppige 130 Kilo und damit zwanzig Kilo mehr als ihr Vorgänger.

Mächtiges Klangfundament

Der grundsätzliche Aufbau ist geblieben: Das Gehäuse ist geschlossen und besteht aus mehreren Einzel-Modulen. Ein geschlossener Korpus ermöglicht gegenüber einer Bassreflexlösungen ein besseres Impulsverhalten und eine größere Definition. Dafür ist der Tiefton nicht ganz so kräftig – außer, man stellt viel Membranfläche und Gehäusevolumen zur Verfügung. Genau das macht die High BassoNobile: Hier agieren im Bass zwei stattliche 10 Zoll-Woofer. Sie fertigt der bestens beleumundete Spezialist Seas nach Vorgaben von Acapella. Damit die große Membranfläche steif ist, stabil agiert, sich optimal kolbenförmig bewegt und keine Partialschwingungen zulässt, besteht der Konus beider Tieftöner aus einem beschichteten Papiersandwich. Jeder Woofer spielt zudem in einer eigenen, abgeschlossenen und überaus geräumigen Kammer im oberen und unteren Teil des Gehäuses, verborgen hinter der durchgängigen Stoffblende der Front. Mit dieser Mischung – große Schwingfläche, viel Volumen, geschlossenes Kompartiment – kann die High BassoNobile ein Klangfundament von 20 bis 800 Hertz bieten, das ihrem Namen Ehre macht.

Hinter der Stoffblende sitzen die beiden Woofer, hier ist der obere abgebildet. Die 10-Zoll-Konus-Chassis arbeiten jeweils auf ein eigenes, großes und geschlossenes Volumen.

Hinter der Stoffblende sitzen die beiden Woofer, hier ist der obere abgebildet. Die 10-Zoll-Konus-Chassis arbeiten jeweils auf ein eigenes, großes und geschlossenes Volumen.

Skulpturale Erscheinung: das hypersphärische Horn

Zwischen den Woofern sitzt der wahre Blickfang dieses Ausnahme-Lautsprechers: das Horn. Das kunstvolle Gebilde aus glasfaserverstärktem Kunststoff verblüfft durch seine außergewöhnliche Formung. Hier präsentiert Acapella eine einzigartige Lösung. Nicht umsonst sind die Duisburger Horn-Pioniere und Spezialisten: Sie haben das gängige sphärische Horn zum patentierten hypersphärischen Horn weiterentwickelt. Die zunehmend größer werdende Krümmung des Trichters geht damit über die 180 Grad hinaus, die ein sphärisches Horn erreicht. Darum ist der Hornrand umgestülpt – und zwar überaus kunstvoll: Der nach hinten fliehende Teil ist asymmetrisch gestaltet und hat dadurch geradezu skulpturalen Charakter. Diese Formgebung birgt gegenüber dem sphärischen Horn mehrere Vorteile. Zuallererst kann das hypersphärische Horn wesentlich breitbandiger schallwandeln. Dabei ist es nicht nennenswert größer. So erreicht Acapella mit einem rund 45 Zentimeter durchmessenden Trichter eine Erweiterung von drei auf fünf Oktaven. Damit agiert das hypersphärische Horn als Breitband-Chassis: Es übernimmt alle Frequenzen zwischen 800 Hertz und 25 Kilohertz.

Das hypersphärische Horn ist mit seiner futuristischen Formgebung der Hingucker – auch in der schwarzen Variante. Das Horn wird auf Wunsch in jeder Farbe gefertigt.

Das hypersphärische Horn ist mit seiner futuristischen Formgebung der Hingucker – auch in der schwarzen Variante. Das Horn wird auf Wunsch in jeder Farbe gefertigt.

Breitbandig und bruchlos

Damit werden auch der mittlere Präsenz- und obere Brillanzbereich, für die das menschliche Ohr besonders sensibel ist, von einem einzigen Schallwandler wiedergegeben. Das sorgt tonal für eine Bruchlosigkeit, zumal das hypersphärische Horn seinen sphärischen Kollegen in puncto Verfärbungsfreiheit eh schon voraus ist. In der Abbildung verstärkt diese Breitbandigkeit die Wahrnehmung einer Punktschallquelle. Dies wird auch durch die Hornformung unterstützt. Sie befördert eine kugelförmige Abstrahlung der Schallwellen. So breitet sich in der Natur der Schall vom Ort der Schallquelle weg aus. Der hypersphärisch-asymmetrischen Aufbau des Horns und seine exzentrische, nach außen weisende Platzierung auf der Front des Lautsprechers sorgen zudem für eine bessere Anbindung hin zu den Bässen. Im Ganzen bürgt das für ein optimiertes Impuls- und Phasenverhalten. Es ist halt ein echtes Wunderhorn. Eine weitere Besonderheit: Acapella verzichtet bei seinen Hörnern auf die sonst üblichen Kompressionstreiber mit Druckkammer. Diese Konstruktionsweise hat laut Rudolf stets unerwünschte tonale und dynamische Nebeneffekte.

Neuer Hochtöner, frische Weiche – und die Lösung des „High“-Rätsels

Statt dessen agiert hinter dem Horn einzig eine kleine Membran. Hier schwingt neuerdings eine nur einen Zoll durchmessende, neuentwickelte und noch verzerrungsärmer agierende Gewebekalotte. Diese Veränderung hat in Folge zu einer Modifikation der gesamten Trichter-Konstruktion geführt. Letztendlich wurde das gesamte Horn neu abgestimmt. Dies wiederum zeitigte eine Komplettüberarbeitung der Frequenzweiche. Sie ist nun noch opulenter und auch deshalb zweigeteilt. Ein Teil steckt im Sockel. Der andere Teil sitzt hinter dem Horn im Hochtonmodul. Auf der Rückseite der High BassoNobile sehen wir die Anschlüsse der Weiche. Hier ist zudem eine Anpassung des Hochtons möglich: Durch Umstecken einer Verbindung lässt sich der Hochton-Pegel um 0,25 oder 0,5 Dezibel absenken oder erhöhen. Darunter sitzen die erstklassigen Klemmen für das Lautsprecherkabel. Apropos Kabel: Die gesamte Innenverkabelung ist nun mit Reinsilber-Leitern realisiert. Dies behält Acapella exklusiv den aufwändigeren Modellversionen vor. Bei der MKII-Version der BassNobile führt dies zur Nobilitierung mit der Vorsilbe „High“.

In der seitlichen Ansicht ist die hypersphärische Formung des Horns erkennbar: Der Trichter öffnet sich über 180 Grad hinaus, dadurch flieht es schließlich zum Rand hin nach hinten.

In der seitlichen Ansicht ist die hypersphärische Formung des Horns erkennbar: Der Trichter öffnet sich über 180 Grad hinaus, dadurch flieht es schließlich zum Rand hin nach hinten.

Die Acapella High BassoNobile MKII in der Praxis

So opulent die Erscheinung der Acapella High BassoNobile ist: akustisch erweist sie sich als sensibles Wiedergabeinstrument. Beim Klangketten-Aufbau reagiert es fein auf kleinste Veränderung. Komponentenseitig kommt nur Allerfeinstes vor die Schallwandler: Die Anlage besteht aus dem CD-Spieler Accustic Arts Player I, dem Vorverstärker Accustic Arts Preamp III und der Endstufe Accustic Arts Amp V. Für die komplett symmetrische Kabelverbindung verwenden wir durchgängig das Viablue NF-S6 Air XLR. Die Lautsprecherkabel stammen aus der Manufaktur von Acapella. Jetzt kann es losgehen: Wir starten mit Ulita Knaus‘ wunderschöner Interpretation des Gerry Rafferty-Klassikers „Baker Street“. Das klingt in unserer Aufstellung, bei der die Lautsprecher leicht eingewinkelt sind und mit dem Hörplatz ein gleichschenkliges Dreieck bilden, bereits an Anhieb betörend. Aber: da ist noch mehr drin. Wir drehen die Lautsprecher wenige Grad nach innen, so ist die das Klangbild noch homogener.

Das dickwandige Gehäuse und die opulente Beplankung mit Acryl tragen zum hohen Gewicht des Standlautsprechers bei.

Das dickwandige Gehäuse und die opulente Beplankung mit Acryl tragen zum hohen Gewicht des Standlautsprechers bei.

Opulenter Lautsprecher als sensibles Instrument

Zudem sorgen wir durchgängig für eine Vibrationsabsorption und -entkopplung: Unter die Endstufe legen wir eine Acappella Fondato Silenzio-Basis. Unter den CD-Player und die Vorstufe kommt jeweils ein Set Audio Physic VCF II Magnetic plus, die Lautsprecherkabel werden schließlich mit dem Audio Physic VCF Magnetic Cable Support vor allen Schwingungen des Bodens bewahrt. Diese Entkopplung nehmen wir Schritt für Schritt vor – und nach jeder Tuning-Maßnahme stellen wir eine abermalige Verbesserung fest. Unglaublich, wie fein die High BassoNobile diese jeweiligen Zugewinne an Präzision und Dynamik, Plastizität und Räumlichkeit abbildet! So können wir „Bakerstreet“ in vollen Zügen genießen. Das beginnt beim Gesang, der den Song auch eröffnet: Ulita Knaus startet mit einem Anatmer – und schon dieses Luftholen lässt uns unwillkürlich aufmerken: Es klingt so echt, als stände die Sängerin in unserem Raum direkt vor uns. Mit dieser Luft in den Lungen singt Ulita Knaus einleitende Vokalisen, also Laute ohne Worte, …

Acapella vermeidet den üblichen Hornaufbau mit Kompressionstreiber. Stattdessen sitzt am hinteren Ende des Hornhalses eine ein Zoll durchmessende Gewebekalotte.

Acapella vermeidet den üblichen Hornaufbau mit Kompressionstreiber. Stattdessen sitzt am hinteren Ende des Hornhalses eine ein Zoll durchmessende Gewebekalotte.

Akustisches Aphrodisiakum

… und bereits jetzt hat sie uns auf ihrer Seite: Was für eine wohltönende, sanfte und klare Stimme! Kaum intoniert Ulita Knaus die ersten Songzeilen, ist es endgültig um uns geschehen. Die deutsche Sängerin hat „Baker Street“ in eine melancholische, getragene Jazz-Nummer verwandelt. Dank der kleinen Quartett-Besetzung kann sie alle interpretatorischen Register ziehen: einschmeichelnd gehauchte Worte, Vokale, die mal mit einem kunstvoll gesteigerten Vibrato an Intensität gewinnen, mal durch kluge Abstufung der Lautstärke ihre Wirkung erzielen, dann wiederum leicht gutturale Laute und Stimmreibungen, die wie ein akustisches Aphrodisiakum wirken. Diese Frau zieht uns in ihren Bann, und die High BassoNobile hat mit ihrer exzellenten Abbildungskraft daran gehörigen Anteil. Hier bewahrheitet sich eine Horn-Weisheit: Stimmen und Solo-Instrumente erscheinen besonders attraktiv. So erleben wir den Sirenen-Effekt des Odysseys: Der Gesang ist so betörend, dass wir uns ihm nicht entziehen können. Ulita Knaus singt eben nicht nur vor uns, sondern für uns.

Hier die ursprüngliche BassoNobile mit einem in rot gehaltenen Horn.

Hier die ursprüngliche BassoNobile mit einem in rot gehaltenen Horn.

Komplexe Kunst der Abbildung

Die Abbildungsmagie der High BassoNobile erstreckt sich auch in die Tiefe: Hinter der Sängerin stehen als Begleitung Klavier, Bass und Schlagzeug – und jedes Instrument besitzt eine herrliche Plastizität und Gegenwärtigkeit. Dabei ist gerade die Klavier-Wiedergabe eine hohe Kunst: Dieses Instrument mit deckt 88 Tasten über sieben Oktaven ab, durch die Mehrfachbesaitung schwingen bis zu 230 von den Hämmerchen angeschlage oder resonierende Saiten. Das sorgt für ein reichhaltiges Obertonspektrum. Der High BassoNobile gelingt die komplexe Abbildung mit meisterhafter Freiheit von tonalen Verfärbungen und mit unglaublicher Leichtigkeit: Die lang ausgehaltene Akkorde mit ihren vielen Ajoutierungen sind schlicht ein Hochgenuss! Fasziniert hören wir dem klanglichen Changieren beim Akkord-Ausklingen zu – und dank der tollen Auflösung der High BassoNobile geht dieses Ausklingen nie im Gesamtsound unter. Wir können selbst bei den dezent eingestreuten Melodielinien mühelos jeden einzelnen Tastenanschlag hören und dabei mit Leichtigkeit das Spiel der linken und der rechten Hand unterscheiden.

Das Terminal ist mit ausgezeichneten Lautsprecheranschlüssen ausgerüstet: einem Paar nextgen-Klemmen von WBT. Zugunsten geringstmöglicher Klangbeeinflussung sind sie mit einem Minimum an Metall realisiert – also nur an den nötigen Kontaktflächen. Die Klemmen akzeptieren Litze mit großem Querschnitt, sowie Kabel, die mit Bananensteckern oder Kabelschuhen konfektioniert sind. In diesem Fall sorgen die Klemmen für einen optimalen Anpressdruck.

Das Terminal ist mit ausgezeichneten Lautsprecheranschlüssen ausgerüstet: einem Paar nextgen-Klemmen von WBT. Zugunsten geringstmöglicher Klangbeeinflussung sind sie mit einem Minimum an Metall realisiert – also nur an den nötigen Kontaktflächen. Die Klemmen akzeptieren Litze mit großem Querschnitt, sowie Kabel, die mit Bananensteckern oder Kabelschuhen konfektioniert sind. In diesem Fall sorgen die Klemmen für einen optimalen und eben nicht zu hohen Anpressdruck.

BassoNobile steht für edelsten Tiefton

Der Bass wiederum füllt, ohne mit dem Tiefton des Klaviers zu verwischen, klar konturiert unseren Raum. Hier macht sich natürlich das Volumen der High BassoNobile und die Membranfläche ihrer Woofer bezahlt: Die Töne klingen bis hin zu den ganz tiefen Frequenzen kraftvoll und zugleich anstrengungslos-selbstverständlich. Die Ruhe, mit der der Viersaiter eingespielt ist, macht sich auch im Hörraum breit. Dabei massiert uns jeder Saitenanschlag sanft den Magen. Die BassoNobile macht ihrem Namen alle Ehre – und zeigt überdies, zu welchem Punch und zu welcher Dynamik sie fähig ist. Dies erfahren wir noch eindrucksvoller vom Schlagzeug. Es steht auf der imaginären Bühne, auf der das gesamte Ensemble wunderbar weiträumig positioniert ist, zuhinterst. Trotzdem – und obwohl das Drumset mit aller Dezenz gespielt wird – hören wir jede noch so sanfte Becken-Berührung, jedes Rühren der Besen-Borsten auf dem Snarefell, ohne dass der Snare-Sound zu einem Zischen verwischt. Auch das ist allerhöchste Wiedergabe-Kunst.

Gepflegte Breitseite

Nun geben wir mal mehr Gas: Blues-Meister Mighty Sam McClain und seine Band spielen mit „What You Want Me To Do“ einen krachenden Blues-Rocker – den muss man einfach laut hören, und da ist man mit der High BassoNobile bestens bedient. Bereits bei den ersten Tönen der E-Gitarre haben wir Gänsehaut: So herrlich dreckig und zugleich singend muss eine Axt auf dem vorderen Pick-Up klingen! Dazu hören und spüren wir den Druck, den der Gitarrenverstärker liefert. Yezzz! Doch das ist erst der Auftakt einer wahren Punch-Offensive: Hammond-Orgel, Bass und Schlagzeug liefern nun die volle Breitseite, gerade der mörderfetten Bass pumpt uns bestens definiert seinen Tiefstton gegen den Körper, der Drummer steht da mit seiner satten Snare und der wuchtigen Bassdrum in nichts nach, dazu schmurgelt und schmatzt die Hammond B-3, dass es eine wahre Lust ist. Trotzdem klingt alles tight und klar – dabei hören wir längst auf Konzert-Lautstärke.

Für den Hochton gibt es eine Pegelanpassung: Durch Umstecken können die hohen Frequenzen in 0,25-Dezibel-Schritten auf „+“ und „++“ angehoben oder auf „-“ und „–“ abgesenkt werden.

Für den Hochton gibt es eine Pegelanpassung: Durch Umstecken können die hohen Frequenzen in 0,25-Dezibel-Schritten auf „+“ und „++“ angehoben oder auf „-“ und „–“ abgesenkt werden.

Satter Wirkungsgrad, sanfte Höhenanpassung

Das klappt dank des hohen Wirkungsgrad der High BassoNobile übrigens auch prima mit vermeintlich leistungsärmeren Kraftwerken. Das erleben wir mit dem Thivan Labs 805 Gold Lion: Der Röhren-Vollverstärker leistet auf dem Papier nur 40 Watt. Im Hörraum hingegen liefert er in exquisiter Klangqualität und mit richtig Druck und Kraft mehr Pegel, als wir brauchen – und dabei ist er erst zu rund einem Drittel aufgedreht! Trotzdem kehren wir letztlich wieder zurück zur Accustic Arts-Kombi zurück. Diese Vor-/Endstufend agiert mit größerer Ruhe und bietet einfach noch mehr Schubkraft – gerade im Bass. Wir probieren noch etwas anders aus: Die BassoNobile bietet ja über eine rückseitige Steckverbindung die Möglichkeit, in geringem Maß die Höhen zu verändern. Das Klangbild ändert sich hierdurch wirklich sehr dezent. Nach dem Durchprobieren aller möglichen Anhebungs- und Absenkungsmöglichkeiten landen wir schließlich aber doch wieder bei der neutralen Abstimmung. So spielt die BassoNobile in unserem Hörraum perfekt.

Klangkörper in 3D-Abbildung

Zum Abschluss gehen wir noch in den Konzertsaal: Das Orchester der KlangVerwaltung unter Enoch zu Guttenberg spielt das Scherzo aus Bruckners Vierter Sinfonie. Gleich die anfängliche Steigerung ist grandios: Die tremolierenden Streicher sind trotz des Pianissimo-Einsatzes klar und definiert als Geigen und Bratschen erkennbar. Die dann darüber folgende Schichtung der Hörner, der Blech- und Holzbläser bis hin zur Piccoloflöte sowie das mächtige Crescendo im Orchester-Tutti ist ein erhebender Moment: Wir erleben das anschwellen und anwachsen des Klangkörpers auch wegen der hervorragenden 3D-Abbildung in herrlicher Offenheit und Weitläufigkeit. Auch hier hebt die Darstellung die Begrenzung durch unsere Hörraum-Wände auf und sorgt abermals für das Gefühl, live dabei zu sein. Diese perfekte Illusion ist umso schöner, da die Aufnahme in einem der bestklingenden Konzertsäle der Welt stattfand: dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. „Bewegt“ hat Bruckner den Satz überschrieben – und diese Empfindung weckt Abbildungskraft der High BassoNobile MKII auch in uns.

Die Acapella High BassoNobile MKII im Test mit ihren Spielpartnern: Als Quelle agiert der Accustic Arts Player I, als Vorverstärker der Accustic Arts Preamp III, als Endstufe der Accustic Arts Amp V.

Die Acapella High BassoNobile MKII im Test mit ihren Spielpartnern: Als Quelle agiert der Accustic Arts Player I, als Vorverstärker der Accustic Arts Preamp III, als Endstufe der Accustic Arts Amp V.

Fazit

Die Acapella High BassoNobile MKII ist ein überragender Ausnahme-Lautsprecher: Dank ihres hypersphärischen Wunderhorns begeistert sie mit einer Wiedergabe, die insbesondere Stimmen, aber auch einzelne Instrumente mit einer Gänsehaut bereitenden Wirkmacht und Präsenz in den Raum zaubert. Dabei zeigt dieser Zwei-Wege-Lautsprecher mit seiner exzellenten Auflösung, der herausragenden Plastizität der Darstellung und der superben Räumlichkeit der Abbildung, was die Bezeichnung High End definiert. Dieses Streben nach dem Bestmöglichen vollzieht sich bei der neuen MKII-Version im nichtsichtbaren Bereich – insbesondere durch eine modifizierte Gehäusekonstruktion, einen neuen Hochtöner, ein daraufhin überarbeitetes Horn und eine frische Frequenzweiche. So glänzt die Wiedergabe mit einer überaus natürlichen, homogenen und bruchlosen Wiedergabe, die frei von tonalen Verfälschungen ist. Dazu sorgt die High BassoNobile für eine im Feinen wie im Groben schlicht atemberaubende Dynamik. Nicht zuletzt liefert sie einen Bass, der mit seiner anstrengungslosen Mächtigkeit, seinem immensen Tiefgang und seiner tollen Definiertheit dem Namen „BassoNobile“ alle Ehre macht.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 98/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: angemessen

98 of 100

97 of 100

97 of 100

211125 Acapella-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Acapella
High BassoNobile MKII
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:ab 32.600,00 Euro / Paar
Garantie:- 5 Jahre
Ausführungen:- Horn: nach Kundenwunsch
- Gehäuse: Hochglanz-Weiß, Hochglanz-Schwarz

Sonderausführungen (auch Furniere) möglich
Vertrieb:Acapella Audio Arts, Duisburg
+49 203 36 12 22
www.acapella.de
Abmessungen (HBT):- 1620 x 355 x 620 mm (ohne Horn)
- 1620 x 520 x 710 mm (mit Horn)

- Horndurchmesser: ca. 45 cm
Gewicht:ca. 130 kg / Stück
Prinzip:Zwei-Wege, passiv, Horn-/Konus-Lautsprecher mit hypersphärischem Horn, geschlossenes Gehäuse
Hochmitteltöner1 x 25 mm Treiber mit hypersphärischem Horn
Woofer:2 x 254 mm Konus-Chassis mit beschichteter Papier-Sandwich-Membran
Frequenzbereich:20 Hz - ca. 25 kHz
Übergangsfrequenz:ca. 800 Hz
Wirkungsgrad:ca. 93 dB / 1 W / 1 m
Impedanz:4 Ohm
Lieferumfang:- Acapella BassoNobile
- Bedienungsanleitung
Pros und Contras:+ einzigartige Erscheinung mit skulpturalem Horn
+ exzellente Auflösung
+ herausragende Plastizität
+ superbe Räumlichkeit
+ mächtiger, tiefreichender und anstrengungsloser Bass
+ natürlich-homogene, verzerrungs- und verfärbungsfreie Schallwandlung
+ Fertigung auf und nach Wunsch des Kunden

- raumgreifende Größe
Benotung:
Klang (60%):98/100
Praxis (20%):97/100
Ausstattung (20%):97/100
Gesamtnote:98/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistung:angemessen
Getestet mit: - CD-Spieler: Accustic Arts Player I
- Vorstufe: Accustic Arts Preamp III
- Endstufe: Accustic Arts Amp V
- Vollverstärker: Thivan Labs 805 Gold Lion
- XLR-Signalkabel: Viablue NF-S6 Air XLR
- Lautsprecherkabel: Acapella Manufaktur-Kabel
- Entkopplungs-/Absorberfüße: Audio Physic VCF II Magnetic plus, Audio Physic VCF Magnetic Cable Support
- Gerätebase: Acappella Fondato Silenzio

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