lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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Redakteur
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High End aus Spanien? Ja! In Granada sitzt mit Kroma Atelier eine kleine, erfahrene Lautsprecher-Manufaktur, die Material-Hightech und Instrumentenbauer-Handwerk kombiniert – das Ziel: eine realistische, natürliche Wiedergabe, die frei von Verfälschungen ist und allein die Musik zur Geltung kommen lässt. Wie staunenswert selbstverständlich dies gelingen kann, haben wir mit der Kroma Stella erlebt.

Grazie aus Granada: Die Stella von Kroma Atelier ist ein schlanker, überaus ästhetischer Standlautsprecher.

Grazie aus Granada: Die Stella von Kroma Atelier ist ein schlanker, überaus ästhetischer Standlautsprecher.

Kroma Atelier – der Name wird den wenigsten etwas sagen. Dabei bündelt diese Manufaktur, die aus dem Gründer und Chefingenieur Javier Millan, seinem Sohn und einem kleinen Team besteht, über zwanzig Jahre Erfahrung in der Entwicklung höchstwertiger Schallwandler. Mit diesem Know-how gehen die Spanier einen ganz eigenen Weg, um eben nicht den x-ten Lautsprecher zu bauen, der uns mit seiner beeindruckenden, Aufmerksamkeit erheischenden Schallwandlung stets daran erinnert, dass wir einer Aufnahme zuhören. Statt dessen strebt Kroma Atelier nach einer Wiedergabe, die den HiFi-Sound hinter sich lässt und derart immersiv-natürlich ist, dass der Lautsprecher dahinter verschwindet. Dafür verzichten die Spanier nach Möglichkeit auf klangverfälschendes Metall, verwenden hochneutralen Kunststein und setzen zur perfekten tonalen Abstimmung auf traditionell vom Instrumentenbauer hergestellte Holz-Elemente. So präsentiert sich auch die wunderschöne Stella: Sie ist, wie alle Lautsprecher-Modelle der Andalusier, nach Musikdrama-Protagonistinnen benannt – in diesem Fall nach der attraktiven Opernsängerin aus Jacques Offenbachs Opus „Hoffmanns Erzählungen“.

Die Schrägung des Korpus sorgt dafür, dass die Schallanteile der einzelnen Chassis am Hörplatz ein homogenes Ganzes ergeben.

Die Schrägung des Korpus sorgt dafür, dass die Schallanteile der einzelnen Chassis am Hörplatz ein homogenes Ganzes ergeben.

Einzigartiger Krion-Korpus

Die Attraktivität der Namensgeberin strahlt auch dieser Schallwandler aus: Stella ist mit den Maßen 120 mal 23 mal 35 Zentimeter eine schlanke, wohlgeformte Erscheinung. Ihre sanfte Korpusneigung trägt zu der anmutigen Ausstrahlung bei. Diese Schrägung sorgt auch dafür, dass die Schallanteile der einzelnen Chassis beim Hörer als homogenes Musiksignal ankommen. Stella hat zudem etwas einzigartiges: Sie erscheint makellos matt in zugleich strahlendem Weiß. Dafür sorgt Krion: Dies ist ein Kunststein, der überwiegend aus natürlichen Mineralien gefertigt wird und etliche Vorteile vereint: Krion ist nichtleitend und nichtmagnetisch, besitzt eine hohe Dichte und eine starke Dämpfung, ist extrem resonanzarm und damit besser vor Klangverfälschungen gefeit als Holz. Allerdings ist das Material aufwändig in der Bearbeitung: Die per CNC-Maschine vorgenommenen komplexen Fräsarbeiten beanspruchen zahlreiche Arbeitsstunden. Der Korpus entsteht hernach aus einzelnen Krion-Platten, die eine Stärke von zwölf Millimeter aufweisen. Sie verbindet ein Spezialkleber, der ähnliche Material-Eigenschaften besitzt und das makellose Stella-Weiß homogen fortführt.

Der Korpus der Stella besteht aus Krion: Dieser Kunststein ist dichter, resonanzärmer und klangneutraler als Holz. Das Gehäuse ist aus einzelnen, mit Kleber verbundenen Krion-Platten gefügt. Die Seiten sind mit zierenden Platten belegt, hier ist es ein attraktives, dunkles Kohlefaser-Geflecht, das das strahlende Weiß des Korpus kontrastiert.

Der Korpus der Stella besteht aus Krion: Dieser Kunststein ist dichter, resonanzärmer und klangneutraler als Holz. Das Gehäuse ist aus einzelnen, mit Kleber verbundenen Krion-Platten gefügt. Die Seiten sind mit zierenden Platten belegt, hier ist es ein attraktives, dunkles Kohlefaser-Geflecht, das das strahlende Weiß des Korpus kontrastiert.

Kunststein-Kunstwerk mit Holz-Abstimmung

Alternativ wird der komplette Korpus auch in Schwarz realisiert. Zudem sind die Flanken mit einer Verkleidung versehen: Die Seiten sind durch Applikationen in den Ausführungen Titan, Aluminium, Champagner, Karbonfaser oder Holz verziert und geben dem Lautsprecher so eine eigene Note. Darüber hinaus bietet Kroma Atelier eine ganz individuelle Version an: In der „Vacas Art Special Edition“ kreiert der spanische Künstler Juan Pablo Vacas für jeden Schallwandler eine eigene Seitenbemalung und erhebt ihn damit auch zu einem einzigartigen Kunstobjekt. Bei aller Resonanzarmut und Neutralität des Krion-Kunststeins: Zur Vollendung sorgt bei jedem Kroma-Lautsprecher dann doch Holz. Ein andalusischer Instrumentenbauer fertigt in Handarbeit und für jeden einzelnen Lautsprecher klanglich angepasst die beiden Bassreflexrohre – aus verschiedenen Hölzern, nämlich Zeder und Akazie. Ebenso kommen innerhalb des Gehäuses weitere ausgesuchte und individuell abgestimmte Instrumentenholz-Elemente zum Einsatz – etwa für die Lagerung der Frequenzweiche und an klangkritischen Stellen der inneren Korpus-Kammerkonstruktion.

Der untere der beiden Bassreflex-Ports der Stella. Diese Ports – je einer für jeden Woofer, der wiederum in einer eigenen Kammer spielt – werden für jeden einzelnen Lautsprecher und auf den Schallwandler abgestimmt von einem andalusischen Instrumentenbauer hergestellt. Dabei kommen für die Ports verschiedene Hölzer zum Einsatz – hier ist es Zeder, beim oberen Port Akazie. Über die Hölzer wird der Lautsprecher über das Frequenzspektrum hinweg ausbalanciert.

Der untere der beiden Bassreflex-Ports der Stella. Diese Ports – je einer für jeden Woofer, der wiederum in einer eigenen Kammer spielt – werden für jeden einzelnen Lautsprecher und auf den Schallwandler abgestimmt von einem andalusischen Instrumentenbauer hergestellt. Dabei kommen für die Ports verschiedene Hölzer zum Einsatz – hier ist es Zeder, beim oberen Port Akazie. Über die Hölzer wird der Lautsprecher über das Frequenzspektrum hinweg ausbalanciert.

Metall-Minimierung für die Klang-Klarheit

Dieser gezielte und abgestimmte Einsatz von Holz soll es dem Lautsprecher ermöglichen, die harmonischen Obertonfrequenzen, die der Musik innewohnen, in ihrem natürlichen Spektrum zu entfalten – ohne den Klang zu verfälschen. So ist der gesamte Lautsprecher resonanztechnisch abgestimmt – bis hinunter zu seiner Resonanzfrequenz von 25 Hertz. Zur Vermeidung von tonalen Artefakten setzt Kroma auch konsequent auf die Vermeidung von Metall: Die Spanier haben es als Ursache für störende Resonanzen ausgemacht. Deshalb ist jeder Kroma-Lautsprecher – abgesehen von den Chassis, der Innenverkabelung und den Frequenzweichen/Terminal-Teilen – frei von Metall. Das gilt selbst für die einzigen Schrauben, die bei der Stella verwendet werden: Diese Befestigungen der Chassis sind aus dem thermoplastischen Spezial-Kunststoff. Zur Klangoptimierung werden diese Schrauben mit einem genau definierten Drehmoment angezogen. Dabei sind die Chassis direkt und hart auf das Krion-Gehäuse aufgesetzt, also ohne die sonst bei Lautsprechern übliche, dämpfende Schicht zwischen Chassis-Korb und Korpus.

Goldener Dom für den Hochton

Damit sind wir bei den Schallwandlern. Für den Hochton setzt Kroma auf einen Tweeter von Hiquphon. Dieser dänische Hersteller, den der ehemalige Scan-Speak-Entwickler Oskar Wrønding gegründet hat, ist auf 3/4-Zoll-Soft-Dome-Tweeter spezialisiert. Die Hiquphon-Hochtöner agieren bei tieferen Frequenzen als reine Kalotten, hin zu höheren Frequenzen hingegen wie ein Ringstrahler, weil dann ein immer kleinerer Teil der Halbkugel-Membran im unteren Bereich, also hin zur Schwingspule, noch bewegt wird. Im Zuge dieser Wandlung wird die Spitze der Kalotte bei höheren Frequenzen somit auch Teil einer Quasi-Horn-Struktur. Dank dieses Designs als Exponential-Semi-Horn erreichen Hiquphon-Hochtöner einen exzellenten Frequenz- und Phasenverlauf und damit einen extrem linearen Frequenzgang über einen sehr weiten Bereich. Bei der Stella kommt zudem mit dem OW-3 ein Modell zum Einsatz, das mit einer markant-goldenen, geringer dämpfenden Beschichtung der Seiden-Kalotte ausgestattet ist. Dieser Tweeter schallwandelt bis hin zu 25 Kilohertz. Zur Abstrahlungs-Optimierung ist er in der Schallwand exzentrisch in einen hornartigen Trichter eingelassen.

Den Hochton bis 25 Kilohertz schallwandelt der Hiquphon OW-3. Seine 19 Millimeter durchmessende Kuppel ist mit einer goldenen Beschichtung versehen. Sie verleiht der Kalotte eine größere Stabilität, weist aber weniger dämpfende Eigenschaften auf als die Schwestermodelle des Hiquphon-Portfolios.

Den Hochton bis 25 Kilohertz schallwandelt der Hiquphon OW-3. Seine 19 Millimeter durchmessende Kuppel ist mit einer goldenen Beschichtung versehen. Sie verleiht der Kalotte eine größere Stabilität, weist aber weniger dämpfende Eigenschaften auf als die Schwestermodelle des Hiquphon-Portfolios.

Spezial-Team für Mitten und Bässe

Unter dem 19-Millimeter-Tweeter übernehmen zwei identische 17 Zentimeter durchmessende Woofer die Schallwandlung der Mitten und Bässe. Hier kommt eine Spezialanfertigung zum Zuge, die der Chassis-Spezialist Scan-Speak auf Basis seiner 6,5-Zoll-Classic Series-Modelle für Kroma entwickelt hat. Die Woofer besitzen eine Membran, die aus einem luftgetrockneten Papier-Kohlefaser-Kegel besteht. Dieser Karbonfaser-Konus ist mit einer speziellen Beschichtung versehen, welche die innere Dämpfung und Steifigkeit der Membran nochmals erhöhen. Die derart optimierten Woofer arbeiten als Team – aber mit verschiedenen Aufgaben: Der eine übernimmt die kompletten Mitten und Bässe, während der andere sich allein um die tieferen Frequenzen kümmert und bei etwa 500 Hertz aussteigt. Dieses Teamwork verheißt eine homogenere Wiedergabe als eine strikte Mitten-Bass-Arbeitsteilung der beiden Chassis. Jeder Woofer spielt in einer eigenen, abgetrennten Gehäuse-Kammer – und jede Kammer besitzt eine eigene Bassreflex-Abstimmung mit einem individuell vom Instrumentenbauer angepassten Rohr. Somit agiert Stella als Zweieinhalb-Wege-Bassreflex-Lautsprecher. Hören wir sie uns an!

Ab 2,75 Kilohertz übernimmt das Woofer-Duo. Die beiden 6,5-Zoll-Chassis agieren arbeitsteilig: Der obere Woofer wandelt alle Mitten und Bässe, der untere Woofer unterstützt allein im Bassbereich zwischen 25 und 500 Hertz.

Ab 2,75 Kilohertz übernimmt das Woofer-Duo. Die beiden 6,5-Zoll-Chassis agieren arbeitsteilig: Der obere Woofer wandelt alle Mitten und Bässe, der untere Woofer unterstützt allein im Bassbereich zwischen 25 und 500 Hertz.

Die Kroma Stella in der Praxis

Hierfür haben wir den Hörraum von Thomas Schlipper aufgesucht. Ihn hat der deutsche Vertrieb Ibex zum Exklusiv-Händler für Kroma-Schallwandler erkoren. Da Schlipper zugleich mit seinem Unternehmen Subbase exzellente Tuning-Konzepte realisiert, spielt die Stella hier in einem Umfeld, in dem sie ihre Exzellenz vollendet und unverfälscht zeigen kann. So sind sämtliche Komponenten mit Basen unterfüttert, um eine bodenseitigen Klangbeeinflussung zu vermeiden. Die Stella stehen dabei auf für Lautsprecher ausgelegten Subbase écho LS. Auch die Klangkette vor der Stella ist vom Feinsten: Als CD-Laufwerk kommt das C.E.C. TL 3 N zum Zuge. Als Vorstufe und DAC agiert der CH Precision C1. Die Taktung übernimmt der MUTEC MC‑3+. Als Stereo-Endstufe amplifiziert die CH Precision A1.5. Netzseitig sorgen eine Leiste von S.I.N. Audio, ein Torus Power-Trenntrafo der RM-Serie und ein Vividus zwo für sauberen (Potenzial-)Strom. Signalseitig stammen die Kabel aus der Ultima Musica GP-Serie von Refine Audio. Absorber von AGS runden das Setup ab.

Die Kroma Stella wird so aufgestellt, dass die exzentrischen Hochtöner nach innen weisen. Auf diesem Bild ist auch der rückseitige Fuß-Fortsatz erkennbar: Er verleiht dem Lautsprecher seine Standsicherheit.

Die Kroma Stella wird so aufgestellt, dass die exzentrischen Hochtöner nach innen weisen. Auf diesem Bild ist auch der rückseitige Fuß-Fortsatz erkennbar: Er verleiht dem Lautsprecher seine Standsicherheit.

Setup und Aufstellung mit Sinn und Verstand

Das klingt nach großem Aufwand – aber er ist für Lautsprecher dieser Qualität und Preisklasse auch angemessen. Geht es auch etwas kleiner? Durchaus: Verstärkerseitig ist Stella vollkommen genügsam. Hier reicht schon ein kleiner, aber feiner Vollverstärker ab 15 Watt, Stella harmoniert auch bestens mit Röhrenverstärkern. Doch da Stella ein Lautsprecher ist, der absolut alles hörbar macht, ist hier jeder kleine Veränderung wahrnehmbar. Die zuspielende Klangkette sollte also mit Sinn und Verstand aufgebaut sein – das gelingt auch mit weniger kostenintensiven Komponenten, da kann Thomas Schlipper mit seinem Know-how bestens beraten. Stella reagiert ebenso sensibel auf den Raum und die Bodenankopplung. So sorgen die Basen und Absorber dafür, dass in dem mit Holzdielen beplankten Hörraum der tiefreichende Bass der Stella ausbalanciert und die Impulstreue erhalten bleibt. Deshalb kann Stella auch mit geringerer Einwinklung aufgestellt werden. Der Wandabstand beträgt 65 Zentimeter – und hier gilt für die Stella: je mehr, desto besser.

Mitten in der Merkin Hall

Diese Sorgfalt belohnt die Stella bei der Wiedergabe. Wir starten mit „This Is Always“ von Harry Warren, diesen Jazz-Standard haben der Trompeter Roy Hargrove und der Pianist Mulgrew Miller auf dem Live-Album „In Harmony“ in einer wunderschönen Version verewigt. Der Hörspaß beginnt aber schon vor der Musik: nämlich beim (leider eingeblendeten) Applaus. Das klatschende Publikum ist ungemein realistisch wiedergegeben, dass wir uns prompt in der New Yorker Merkin Hall wähnen. Zusammen mit den ersten Tönen des noch im Beifall beginnenden Klaviers haben wir sofort einen Eindruck von dem Saal, mit geschlossenen Augen sind wir Teil dieses Konzerts, das eigentlich vor 16 Jahren stattfand. Da Mulgrew Miller das Thema mit einigen Verzierungen ausladend vorstellt, können wir erst einmal das Klaviers genießen. Die Aufnahme und Wiedergabe dieses Instruments ist eine Kunst: 88 Töne über mehr als sieben Oktaven in Doppel- und Dreifachbesaitung sorgen für ein schwingendes Gesamtkunstwerk mit opulentem Klang- und Obertonspektrum.

Der Hochtöner ist von einer hornartigen Schallführung umgeben. Sie optimiert die Abstrahlung und sorgt für eine Flächenvergrößerung. Dies wiederum verbessert die Dynamik des Tweeters.

Der Hochtöner ist von einer hornartigen Schallführung umgeben. Sie optimiert die Abstrahlung und sorgt für eine Flächenvergrößerung. Dies wiederum verbessert die Dynamik des Tweeters.

Livehaftige Gegenwart

Der Stella gelingt es exzellent, dieses Klavier wiederzugeben: Wir hören bei den länger ausgehaltenen Akkorden jeden Ton der komplex ajoutierten Tonverbindung, dazu das Mitschwingen des Resonanzkasten und die Anregung der Saiten-Armada. Zusammen ergibt das ein faszinierendes Klangfarben-Spektrum, das sich mit dem Ausschwingen der Saiten stetig verändert. Wow! Auch Miller Spiel erleben wir hautnah: Den Impuls seines Tastenanschlags, der die Töne wie selbstverständlich perlen lässt, die Abstufung seines Spiels, mit dem Miller feinste Lautstärke- und Dynamikabstufungen des Instruments zelebriert – und sogar seine Pedalbenutzung ist eingefangen: Hier schwingt der Bühnenboden mit, was ein Mikrofon auch aufgezeichnet hat. Selbst dies gibt Stella preis. Nun wird’s berührend: Wir hören Millers Atmer bei seinen solistischen Einlagen, sein leises Mitsingen und Summen, sein kleines „Yeah“ als Kommentar zum Trompeten-Solo seines Partners Roy Hargrove. So haben wir den begnadeten Pianisten nicht nur vor Ohren, sondern können ihm förmlich beim Spielen zusehen, spüren förmlich seine livehaftige Gegenwart.

Die Chassis-Trias der Stella: Zusammen ergeben der Tweeter und die beiden Woofer ein Zweieinhalb-Wege-System.

Die Chassis-Trias der Stella: Zusammen ergeben der Tweeter und die beiden Woofer ein Zweieinhalb-Wege-System.

Sensationell unspektakulär

Das gilt ebenso für den kongenialen Roy Hargrove. Er spielt bei „This Is Always“ Flügelhorn, Dank der superben Wiedergabe ist dies gleich mit dem ersten Ton erkennbar: Die Weichheit des Klangs ist charakteristisch, aber auch das Geräusch des Anblasens ist eben weniger hart als bei der Trompete. Das lässt uns die Stella sofort und mit Leichtigkeit erkennen. Dabei besitzt dieses Anblasgeräusch durchaus seine natürliche Harschheit. Sie wird aber nicht überbetont, wie es bei vielen Lautsprechern der Fall ist, deren Brillanz auf Dauer doch zu spektakulär und auf Dauer etwas nervig ist. Die Stella hingegen ist hier absolut effektfrei – und ist damit sensationell unspektakulär. So ist Roy Hargroves Spiel ein Genuss – selbst für Zuhörer, die wegen der charakteristischen Nebengeräusche keine Fans von Aufnahmen mit Blasinstrumenten sind. So klingt das Flügelhornsolo entspannt, so stehen Hargroves und Millers Klavier wie selbstverständlich vor uns auf der imaginären Bühne.

Das gravierte und in funkelndem Gold ausgemalte Firmenlogo weist die Stella als Schallwandler aus dem Hause Kroma aus. Die Manufaktur liefert zum Lautsprecher drei Füße, die genau in bodenseitigen Aushöhlungen der Lautsprecher passen. Diese Füße bestehen aus Panzerholz. Es ist ein unter hohem Druck gefertigtes Kunstharz-Pressholz, das sehr resonanzarm ist und eine hohe dämpfende Wirkung hat. Dies ist bei normalen bis eher schwingungsträchtigen Böden vorteilhaft. Wer einen sehr neutralen Boden hat, kann hier mit anderen Hölzern experimentieren. Die Stella bildet solche Unterschiede in der Ankopplung ab. Hier steht sie auf entkoppelnden Basen, weshalb statt der Panzerholz-Füße weniger dämpfende Modelle aus Ebenholz zum Zuge kommen.

Das gravierte und in funkelndem Gold ausgemalte Firmenlogo weist die Stella als Schallwandler aus dem Hause Kroma aus. Die Manufaktur liefert zum Lautsprecher drei Füße, die genau in bodenseitigen Aushöhlungen der Lautsprecher passen. Diese Füße bestehen aus Panzerholz. Es ist ein unter hohem Druck gefertigtes Kunstharz-Pressholz, das sehr resonanzarm ist und eine hohe dämpfende Wirkung hat. Dies ist bei normalen bis eher schwingungsträchtigen Böden vorteilhaft. Wer einen sehr neutralen Boden hat, kann hier mit anderen Hölzern experimentieren. Die Stella bildet solche Unterschiede in der Ankopplung ab. Hier steht sie auf entkoppelnden Basen, weshalb statt der Panzerholz-Füße weniger dämpfende Modelle aus Ebenholz zum Zuge kommen.

Holografische Körperlichkeit

Diese Wiedergabe-Kunst gelingt der Stella auch im größeren Format: Der französische Percussionist Joël Grare unternimmt mit uns auf seinem Album „Paris – Istanbul – Shanghai“ eine musikalische Reise durch die Kontinente. Dabei lernen wir gleich beim eröffnenden Track „Nihavent“ neben ungewohnter Musik auch exotische Instrumente kennen – und diese Entdeckungstour ist mit der Stella ein echtes Erlebnis: Neben einem konventionellen Kontrabass hören wir den silbrigen Klang der Langhalslaute Theorbe, den nasalen Ton der zweisaitigen, mit dem Bogen gestrichenen Röhrenspießlaute namens Erhu und eine metallene Riesenglocke, die Joël Grare in verschiedenster Manier bearbeitet und ihr so verschiedenste Percussion-Laute entlockt. Was für ein exotisches Klangerlebnis! Dabei stellt die Stella jedes Instrument in einer geradezu holografischen Körperlichkeit dar: Wir sind regelrecht versucht, nach diesen Instrumenten zu greifen. Zur vollkommenen Plastizität kommt eine herrlichen Räumlichkeit: Die Staffelung der Musiker sowohl in der Tiefe als auch in der Breite ist schlicht vollkommen.

Homogene Wiedergabe an jedem Ort

Dieses superbe Abbildungsvermögen erfahren wir nicht nur im Sweet Spot, also am zentralen, optimalen Sitzplatz in der Mitte des Sofas. Wir stehen auf, bewegen uns im Raum – und stets bleibt die homogene Wiedergabe der Stella gewahrt. Auch abseits der Couch klingt es so, als spielten Joël Grare und seine Mitmusiker ihr Konzert bei uns im Hörraum. Exzellent! Die Stella ist also über jeden Sweet Spot erhaben – auch das trägt zur Selbstverständlichkeit ihrer Wiedergabe bei. Mögen uns die exotischen Instrumente wegen ihrer Fremdheit beeindruckt haben, so gelingt das dem uns vertrauten Kontrabass auf seine ganz natürliche Art: Die Stella gibt ihn mit einem Tiefton wieder, der uns fast verblüfft. Das liegt an ihrem Tieftonvermögen: Sie spielt, trotz ihrer wohnzimmertauglichen Maße, runter bis 25 Hertz. Diesen Bass liefert sie souverän und ohne künstliche Andickung oder Aufblähung – und so bringt uns dieser Kontrabass zum Staunen.

Die Woofer haben zwar verschiedene Aufgaben, sind aber in ihrer Beschaffenheit identisch. Die 6,5-Zöller sind Chassis von Scan-Speak, die nach Spezifikationen von Kroma entwickelt worden sind.

Die Woofer haben zwar verschiedene Aufgaben, sind aber in ihrer Beschaffenheit identisch. Die 6,5-Zöller sind Chassis von Scan-Speak, die nach Spezifikationen von Kroma entwickelt worden sind.

Fulminant-selbstverständlicher Bass

Dieser Kontrabass bietet neben seinem bekannten knurrigen Ton und seiner nasalen Note in den hohen Lagen nun bei den tiefen Tönen ein sattes, voluminös und tragendes Fundament – und wirkt doch zugleich absolut anstrengungslos. Hier ist sie wieder, diese Selbstverständlichkeit: Wir hören schloicht und einfach Musik und erfahren sie nicht als Wiedergabe einer Aufnahme. Das Bassvermögen der Stella macht uns neugierig: Wie verfährt sie mit elektronischer Musik? Dafür legen wir „Snowflake“ von Trentemøller auf – und baden sofort im fulminanten Bass dieser komplexen Electro-Komposition. Dieser synthetische Tiefton wandelt sich, wandert fast pulsiert, ändert sein Frequenz-Spektrum – und all dies lässt die Stella zu, ohne den Klang in ein Wiedergabe-Korsett zu zwängen. Dies ist uns auch schon bei anderen Nummern unserer Hörsession aufgefallen: Die Stella beschönigt, begradigt und verfälscht nichts. Sie legt nur frei, was in der der Aufnahme enthalten ist.

Das Terminal der Stella: Die Lautsprecherklemmen sind erstklassige Modelle des bestens beleumundeten Herstellers Mundorf. Mit seinen Top-Bauteilen ist auch die hinter dem Terminal folgende Frequenzweiche bestückt. Das Terminal ist bewusst in Single-Wire-Ausführung realisiert, weil ein weiteres Klemmenpaar einen klangverschlechternden Einfluss ausübt. Auch hier führt Kroma also die konsequent betriebene Metall-Minimierung fort.

Das Terminal der Stella: Die Lautsprecherklemmen sind erstklassige Modelle des bestens beleumundeten Herstellers Mundorf. Mit seinen Top-Bauteilen ist auch die hinter dem Terminal folgende Frequenzweiche bestückt. Das Terminal ist bewusst in Single-Wire-Ausführung realisiert, weil ein weiteres Klemmenpaar einen klangverschlechternden Einfluss ausübt. Auch hier führt Kroma also die konsequent betriebene Metall-Minimierung fort.

Reine, unverfälschte Musik

Bei Trentemøllers „Snowflake“ ist das ein wahres Füllhorn: Der Großmeister des Electro bietet uns hier ein herrliches Kaleidoskop der Klänge. Er lässt Synthesizer-Soundschichten durch den Raum wabern, verfremdete Töne von links nach rechts wandern, schickt ein Rauschen und Knistern durch den scheinbar grenzenlosen Raum, vermag kleinste Geräusch-Einsprengel aus dem Nichts über uns Aufploppen zu lassen – und kreiert mit vielen verschiedenen Samples immer wieder neue Ohrenkitzler. Dabei kann die Stella ihre famose Impulstreue zeigen: Jedes noch so kleine Zirpen ist sauberst ortbar, erklingt ansatzlos, verschwimmt und verschmiert nicht mit dem nächsten Soundereignis, sondern ergibt mit ihm zusammen ein stimmiges, fließendes, sich stetig veränderndes harmonisches Ganzes – frei von räumlichen, dynamischen oder tonalen Limitierungen. Wir hören einfach und entspannt nur reine und unverfälschte Musik.

Die Kroma Stella im Hörraum: Hier spielt sie mit einer fein abgestimmten, komplexen Klangkette. Die exzellente Wiedergabe leistet dieser Schallwandler jedoch ebenso mit einer kleinen, aber feinen Anlage. Hier hilft der Händler beim Zusammenstellen und/oder und Optimieren des Setups.

Die Kroma Stella im Hörraum: Hier spielt sie mit einer fein abgestimmten, komplexen Klangkette. Die exzellente Wiedergabe leistet dieser Schallwandler jedoch ebenso mit einer kleinen, aber feinen Anlage. Hier hilft der Händler beim Zusammenstellen und/oder und Optimieren des Setups.

Fazit

Der andalusischen High End-Manufaktur Kroma Atelier ist mit der Stella ein Lautsprecher gelungen, der die Kunst der Selbstverständlichkeit beherrscht: Der Zweieinhalb-Wege-Lautsprecher agiert spektakulär unspektakulär, er lässt mit seiner natürlichen, entspannten, unverfälschten Schallwandlung vergessen, dass wir einer Wiedergabe zuhören. Dies gelingt der Stella durch eine Kombination aus Material-Hightech und Instrumentenbauer-Handwerk: Ihr Gehäuse besteht Krion-Kunststein, die akustische Ausbalancierung erfolgt in individueller Abstimmung mit Instrumentenbauer-Holz. So bietet die Stella eine hochtransparente, impulstreu-dynamische Performance bis hin zum beeindruckenden Bass. Ihre Darstellung ist überaus räumlich, immens plastisch und absolut homogen. Diese musikalische Integrität bleibt auch abseits des Sweet Spots uneingeschränkt erhalten. Weil die Stella bis ins Feinste jeden Einfluss und jede Veränderung der Klangkette sowie der räumlichen Gegebenheiten abzubilden vermag, bedarf es beim Setup der Anlage wie bei der Aufstellung der Lautsprecher Sorgfalt und Verstand. Der Lohn dafür ist reine, unmittelbare und unverfälschte Musik.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Branislav Ćakić

Gesamtnote: Empfehlung
Klasse: Referenzklasse
Preis/Leistung: angemessen

99 of 100

96 of 100

96 of 100

221009.Kroma-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Kroma Atelier
Stella
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preise:- 31.990,00 Euro / Paar
- Vacas Art Special Edition: Preis auf Anfra
Garantie:10 Jahre (nach Registrierung beim Hersteller)
Ausführungen:- Korpus: Weiß oder Schwarz mit Standard-Seiten
- Seiten: Titanium, Aluminum, Champagner, Karbon-Faser, Walnuss-Holz

- Vacas Art Special Edition (Seitenbemalung von dem spanischen Künstler Juan Pablo Vacas)
Vertrieb:IBEX Audio GmbH, Heidenheim
+49 7321 25490
ibex-audio.eu
Händler:Subbase Audio Manufaktur, Neuss
Tel.: +49 178 34 104 31
www.Subbase-Audio.de
Abmessungen (HBT):- 1200 x 230 x 350 mm (ohne Fuß)
- 1200 x 350 x 453 mm (mit Fuß)
Gewicht:41 kg / Stück (Herstellerangabe)
Bauart:2,5 Wege, passiv, Bassreflex-Abstimmung
Impedanz:8 Ω
Hochtöner:1x 19 mm, Kalotte (beschichtetes Seidengewebe [Hiquphon OW-3])
Mittelttieföner:1 x 165 mm, Konus (Karbon-Faser, Spezialanfertigung für Kroma auf Basis des 18W 8545K00 Scan-Speak Classic Series 6,5”])
Tieftöner:1 x 165 mm, Konus (Karbon-Faser, Spezialanfertigung für Kroma auf Basis des 18W 8545K00 Scan-Speak Classic Series 6,5”])
Frequenzbereich:25 Hz - 25 kHz (Herstellerangabe)
Trennfrequenzen:500 Hz, 2,75 kHz (Herstellerangabe)
Resonanzfrequenz:25 Hz (Herstellerangabe)
Kennschalldruck:89 dB (Herstellerangabe)
Empfohlene Verstärkerleistung:>15W
Lieferumfang:- Kroma Atelier Stella
- 3 Panzerholz-Füße
- Transport-Kiste (Holz)
Pros und Contras:+ attraktives Design
+ sehr gute Material- und Verarbeitungsqualität
+ neutral-unverfälschte, natürliche Wiedergabe
+ ausgezeichnete Plastizität
+ exzellente Räumlichkeit
+ klares Klangbild mit großer Transparenz
+ ausgezeichnete Impulstreue mit hervorragender Dynamik
+ tiefreichend-souveräner, anstrengungsloser Bass
+ Manufaktur-Fertigung mit individueller Abstimmung jedes Lautsprechers
+ völlig homogene Wiedergabe auch weit außerhalb des Sweet Spots

- Aufstellung und volle Performance-Ausschöpfung erfordern Sorgfalt und Know-how
Benotung:
Gesamtnote:Empfehlung
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistung:angemessen

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