lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN

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TAD Labs gehen neue Wege: Der japanische High-End-Hersteller präsentiert mit der E2 erstmals einen 2,5-Wege-Schallwandler für den Consumer-Bereich, der zudem – gemessen an TAD-Maßstäben – mit einem attraktiven Preis-Leistungsverhältnis aufwartet. Trotzdem soll er die berühmten TAD-Tugenden bieten – und natürlich glänzt auch dieser Standlautsprecher mit TADs Beryllium-Tweeter. Wie schlägt sich die TAD-E2 im Testraum?

Die schlanke, wohlproportionierte TAD-E2 strahlt im Raum sofort ihre Eleganz und Hochwertigkeit aus.

Die schlanke, wohlproportionierte TAD-E2 strahlt im Raum sofort ihre Eleganz und Hochwertigkeit aus.

TAD Labs steht für ultimatives High End: Die Japaner wurden 1975 unter der Ägide von Pioneer gegründet, um als Entwicklungslabor das technisch Machbare auszuloten. Erst lag der Fokus allein auf Lautsprechern, dann wurde der „Engineering Excellence“-Anspruch auf Audio-Elektronik ausgeweitet. Bleiben wir bei den Lautsprechern: Hier war TAD lange Jahre auf den Profi-Sektor spezialisiert, die Liste der Film- und Tonstudios, die mit den japanischen Hightech-Schallwandlern arbeiten, reicht von Pixar bis Electric Ladyland. Seit 2007 fertigt TAD ebenso Lautsprecher für den Consumer-Bereich – mit dem gleichen Anspruch: Auch hier sind der absolut ausgewogene Klang und die homogen-immersive Wiedergabe Markenzeichen der Manufaktur. Auch hier geschieht die Fertigung bis heute in Handarbeit durch ein Team von gerade mal 20 zertifizierten Mitarbeitern im japanischen Tendo. Das klingt exklusiv – und dementsprechend sind TAD-Lautsprecher ein kostenintensives Vergnügen. Die E2 aus der Evolution Series soll dieses Vergnügen mitsamt der Markenzeichen nun zu einem vergleichsweise moderaten Preis ermöglichen.

Die E2 ist mit einem wunderschönen Walnuss-Furnier bekleidet. Die meisterhafte Oberflächenbehandlung lässt die herrliche Maserung perfekt zur Geltung kommen. Die Schallwand weist im Übergang zur Oberseite eine sanfte Rundung auf. Das verleiht der E2 optisch eine noch größere Geschmeidigkeit. Akustisch werden so Schallbrechungen im Hochtonbereich vermindert.

Die E2 ist mit einem wunderschönen Walnuss-Furnier bekleidet. Die meisterhafte Oberflächenbehandlung lässt die herrliche Maserung perfekt zur Geltung kommen. Die Schallwand weist im Übergang zur Oberseite eine sanfte Rundung auf. Das verleiht der E2 optisch eine noch größere Geschmeidigkeit. Akustisch werden so Schallbrechungen im Hochtonbereich vermindert.

Hand-Magnet mit herrlicher Holzmaserung

Moderat heißt bei diesem neuen Lautsprecher, den TAD in Europa erstmals auf der High End 2022 in München präsentiert hat, dass wir uns bereits im fünfstelligen Bereich befinden. Dafür darf man natürlich absolute Hochwertigkeit erwarten – und die strahlt strahlt dieser Lautsprecher sofort aus, als wir ihn in unserem Hörraum zur ersten Begutachtung auspacken. Als erstes fällt uns die exzellente Qualität des Finishs auf. Die E2 ist mit einem wunderschönen Wahlholz-Furnier bekleidet. Hier ist den TAD-Handwerkern ein eigentlicher Widerspruch gelungen: Die Oberfläche ist derart kunstvoll behandelt, dass sie offenporig erscheint und zugleich satiniert wirkt. Dadurch wird einerseits die herrliche Holzmaserung betont, andererseits ein edel-matter Schimmer hervorgerufen. Die TAD-E2 ist ein echter Hand-Magnet: Wer sie sieht, streicht unwillkürlich über ihren Korpus – und erlebt neben dem optischen dann auch den haptischen Hochgenuss. Dabei fällt von den Kanten bis hin zu den Abrundungen der Front die perfekte Verarbeitung auf.

Dynamisches Design

Damit sind wir bei der Formgebung. Hier macht die TAD-E2 bella figura: Ihr wohlproportionierter Korpus ragt gut einen Meter in die Höhe, die Front ist knapp 22 Zentimeter breit, dafür erstreckt sich das Gehäuse 35 Zentimeter in die Tiefe. So erscheint die E2 schlank, bietet aber trotzdem ein gutes Gehäusevolumen für eine kraftvoll-bassstarke Wiedergabe. Die Schallwand ist ober-und unterseitig sanft gerundet, dazu weist der Korpus eine leichte Neigung nach hinten auf. Beides erhöht die Geschmeidigkeit der Anmutung und die Dynamik des Designs, beides hat aber auch akustische Vorteile: Die obere Rundung soll Schallbeugungseffekte im Bereich des Tweeters reduzieren und die Akkuratesse im Hochton erhöhen. Die Schallwand-Schrägung sorgt für einen leichten Versatz der Chassis. Die beiden Woofer sind dem Hörplatz dadurch ein wenig näher. Durch diesen Versatz werden die Schallanteile von Woofer und Tweeter in der Phasenlage angeglichen. Das befördert die Homogenität und Räumlichkeit der gesamten Wiedergabe.

Im Profil zeigt sich besonders deutlich die sanfte Neigung des Gehäuses. Dies erhöht optisch die Dynamik, hat aber durch den leichten Versatz der Chassis auf der Front auch akustische Vorteile.

Im Profil zeigt sich besonders deutlich die sanfte Neigung des Gehäuses. Dies erhöht optisch die Dynamik, hat aber durch den leichten Versatz der Chassis auf der Front auch akustische Vorteile.

Ausgeklügelter Aufbau für absolute Korpus-Stille

Auch bei der Korpus-Konstruktion hat TAD viel Aufwand betrieben und die „Structurally Inert Laminated Enclosure Technology“ entwickelt. Abgekürzt ergibt sich praktischerweise das Wort „SILENT“. Der ausgeklügelte Aufbau besteht grundsätzlich aus einer Kombination von MDF-Paneelen und Birkensperrholz-Streben. MDF bietet materialbedingt eine hohe innere Dämpfung und hat eine geringe Vibrationsneigung. Birkensperrholz wiederum sorgt für ein Höchstmaß an Robustheit und Steifigkeit. Die Anordnung der Streben, aber auch die Platzierung weiter schall- und vibrationsminimierender Materialien im Korpus ist so gewählt, dass im Gehäuse keine stehenden Wellen entstehen. Zur Maximierung der Stabilität steht der Korpus auf einer 10 Millimeter dicken Platte aus reinem Stahl. Dank seiner Taillierung unterstreicht dieser Sockel die Schlankheit und Eleganz der TAD-E2, verleiht ihr aber zugleich aufgrund der größeren Fläche eine höhere Standfestigkeit. Für den Bodenkontakt sorgen drei höhenverstellbare Spikes. Damit diese vorteilhafte kippelfreie Dreipunkt-Lagerung gegen Umkippen gefeit ist, sind hinten in die Bodenplatte zwei höhenverstellbare Stifte eingeschraubt.

Pioniere des Berylliums

Kommen wir endlich zu den Stars der E2, den Chassis. Hier hat sich TAD insbesondere mit seinen Beryllium-Treibern Weltruhm erspielt. Die Japaner zählen zu den Beryllium-Pionieren: Seit einem halben Jahrhundert haben sie hier eine Expertise aufgebaut, um das ebenso teure wie knifflige Material für die Schallwandlung nutzbar zu machen. Beryllium ist hochgradig hart und extrem leicht. Damit ist es ideal für eine schnelle, präzise und impulstreue Schallwandlung. Zugleich ist das stahlgraue Leichtmetall aber immens spröde, empfindlich und bruchgefährdet. TAD hat dieses Material einsatzfähig gemacht und ist seither insbesondere für seine Beryllium-Koaxial-Treiber berühmt. Sie kommen auch in der aktuellen Reference-Serie zum Einsatz. Bei der E2 setzt TAD natürlich ebenfalls auf Berylllium. Doch hier verfolgen die Japaner ein ganz anderes Schallwandlungs-Konzept: Statt der Koax-Tieftöner-Kombination agiert ein Tweeter im Verbund mit einem Mitteltieftöner und einem reinen Tieftöner. Mit der E2 bietet TAD also erstmals eine Zweienhalb-Wege-Lösung für einen Standlautsprecher im Consumer-Bereich.

Der Hochtöner schallwandelt mit einer Membran aus Beryllium. TAD hat bei der Nutzbarmachung dieses anspruchsvollen Materials als Membran-Werkstoff eine dekadenlange Meisterschaft inne. Die 25-Millimeter-Kalotte wird von einem neu entwickelten Waveguide eingefasst. Diese Hochton-Einheit ist zum Schutz der empfindlichen Membran mit einem Gitter verkleidet.

Der Hochtöner schallwandelt mit einer Membran aus Beryllium. TAD hat bei der Nutzbarmachung dieses anspruchsvollen Materials als Membran-Werkstoff eine dekadenlange Meisterschaft inne. Die 25-Millimeter-Kalotte wird von einem neu entwickelten Waveguide eingefasst. Diese Hochton-Einheit ist zum Schutz der empfindlichen Membran mit einem Gitter verkleidet.

Beryllium-bewehrter Kalotten-Hochtöner

Beginnen wir beim Beryllium-bewehrten Kalotten-Hochtöner. Er hat seine Fähigkeiten bereits in den Schwestermodellen ME1 und E1TX bewiesen. Dort spielt der 25 Millimeter durchmessende Tweeter im Zentrum eines Mitteltöners. Bei der E2 agiert er hingegen allein, weshalb er eine Einfassung als Schallführung benötigt. Hier hat TAD einen neuen Waveguide aus robustem Aluminium-Guss entwickelt. Seine Form wurde, wie bereits die Gestalt der Membran, durch eine Computeranalyse-Software optimiert. Mithilfe dieser rechnergestützten Entwicklung erreicht der Beryllium-Hochtöner nun eine stratosphärisch hohe obere Grenzfrequenz von 60 Kilohertz. Zugleich sorgt der Waveguide für eine definierte Abstrahlung mit leichter Richtwirkung hin zu höheren Frequenzen. Der hornartigen Effekt des Waveguides äußert sich zudem in einem Schalldruck-Plus bei tieferen Frequenzen. In Summe bewirken der Tweeter und seine Einfassung, dass die Schallausbreitung letztlich gleichmäßig und über einen weiten Frequenzbereich hin homogen gelingt. In der E2 agiert der Hochtöner hinter einem metallenen Gitter. Es schützt die empfindliche Beryllium-Kalotte vor Berührung.

Woofer mit Multi-Layer-Membran

Bei 2,8 Kilohertz übergibt der Tweeter an die beiden unter ihm positionierten Woofer. Sie sind identisch im Aufbau, haben aber unterschiedliche Aufgaben. Der obere agiert als Mitteltieftöner und übernimmt den gesamten Frequenzbereich der Mitten und Bässe bis runter zu dreißig Hertz. Der untere Woofer ist hingegen als reiner Bass-Treiber ausgelegt und unterstützt den Mitteltieftöner erst ab 90 Hertz abwärts. Der Sinn dieser Lösung: Durch das Tiefton-Teamwork erreicht man im Bass, wo viel Hub und eine große Membranfläche gefragt sind, diese Anforderungen ohne monstergroße Chassis. Trotzdem müssen die 15,5 Zentimeter durchmessenden Woofer hochrobust sein. Deshalb hat TAD für sie eine MACC-Membran entwickelt. Dieser „Multi-Layered Aramid Composite Cone“ besteht einerseits aus verwobenen Aramid-Fasern, andererseits aus Weichholz-Zellstoff. Diese beiden Membran-Bestandteile werden getrennt ausgeformt und anschließend miteinander verklebt. Dieses Spezial-Laminat vereint beste Eigenschaften: große Steifheit, geringes Gewicht, hohe innere Dämpfung und damit eine große Resonanz-Resistenz.

Der Mitteltieftöner ist der wahre Schwerstarbeiter der E2: Der 15,5-Zentimeter-Woofer schallwandelt alle Frequenzen unter 2,8 Kilohertz – also sämtliche Mitten und Bässe. Dies vollführt er mit einem „Multi-layered Aramid Composite Cone“: Sichtbar ist die oberseitige Aramidfaser-Schicht, darunter befindet sich eine Weichholz-Zellstoff-Membranschicht. Als laminierter Verbund ergeben sie die Membran. Ein weiterer Clou ist der mattsilberne Alu-Ring, der eine wichtige stabilisierende Wirkung auf die flache Membran hat.

Der Mitteltieftöner ist der wahre Schwerstarbeiter der E2: Der 15,5-Zentimeter-Woofer schallwandelt alle Frequenzen unter 2,8 Kilohertz – also sämtliche Mitten und Bässe. Dies vollführt er mit einem „Multi-layered Aramid Composite Cone“: Sichtbar ist die oberseitige Aramidfaser-Schicht, darunter befindet sich eine Weichholz-Zellstoff-Membranschicht. Als laminierter Verbund ergeben sie die Membran. Ein weiterer Clou ist der mattsilberne Alu-Ring, der eine wichtige stabilisierende Wirkung auf die flache Membran hat.

Spezial-Einfassung und Langhub-Antrieb

Die Woofer-Membranen haben dabei eine auffällig flache Formgebung. Dieser geringen Konust-Steilheit spricht TAD eine harmonischere Abstrahlung im Zusammenspiel mit dem Hochtöner zu. Allerdings: Die Flachheit der Konusform vermindert die Stabilität der Schwingfläche. Deshalb hat TAD die „Delta Brace Structure“ ersonnen. Es handelt sich dabei um eine verstärkende Einfassung aus Aluminium. Dieser Ring sorgt für einen robusten Übergang in dem neuralgischen Bereich, wo die Membran mit der zentralen gummierten Staubschutzkalotte in Kontakt tritt und – weit wichtiger – an die Schwingspule angebunden ist. Diese Verstärkung ermöglicht gleichzeitig eine größere Dimensionierung der Schwingspule. Hierdurch und mithilfe weiterer Know-how-Kniffe kann die Schwingspule weit hin- und herbewegt werden, ohne dass sie aus dem homogenen Bereich des Magnet-Felds gerät, in dem sie agiert. Das ermöglicht eine weite Membran-Auslenkungen ohne Verzerrungen. Eine solche Langhubigkeit wiederum sorgt für eine höhere Pegel- und Bassfähigkeit des Woofers.

Tieftöner (220726.TAD-5.jpg) Der Tieftöner ist baugleich mit dem Mitteltieftöner. Er wandelt aber erst ab 90 Hertz abwärts. Damit dient dieser Woofer allein der Kräftigung des Bassbereichs.

Tieftöner (220726.TAD-5.jpg)
Der Tieftöner ist baugleich mit dem Mitteltieftöner. Er wandelt aber erst ab 90 Hertz abwärts. Damit dient dieser Woofer allein der Kräftigung des Bassbereichs.

Bidirektionaler Bassreflex-Port

Zur weiteren Kräftigung des Tieftons besitzt die TAD-E2 eine Bassreflex-Abstimmung. Die entsprechende Gehäuseöffnung samt Kanal ist in den Korpusboden integriert. Auch hier haben die Japaner eine ganz eigene und neue Lösung entwickelt: den bidirektionalen Aero-Dynamic Port. Die Luft, die aus dem Korpus gen Boden strömt und auf die Sockelplatte trifft, wird nicht in alle Richtungen verteilt. Statt dessen bewirken die beiden seitlichen Führungen, die das Gehäuse mit der Metallplatte verbinden, dass der Luftrom nach vorne und hinten gelenkt wird. Die Führungen verschlanken sich zu ihren Enden hin. Dadurch bekommt der Luftkanal ein leicht hornartiges Design und profitiert von einer größeren resultierender Öffnung. Dies lässt die Luft langsamer und sanfter fließen, wodurch störende Strömungsgeräusche minimiert werden. Zudem verhindern die Seiteneinfassung, dass die am Bassreflexport auftretenden Luftströmungskräfte das Gehäuse zu Vibrationen anregen.

Die Bassreflex-Lösung der TAD-E2. Zwei seitliche Kunststoff-Schienen erfüllen hier gleich drei Aufgaben: Sie verbinden vibrationsmindernd Korpus und Sockel. Sie sorgen zudem für eine definierten Abstand, damit aus der bodenseitigen Korpusöffnung die Luft strömen kann. Während bei der üblichen Downfire-Lösung diese tieffrequenten Schallanteile dann horizontal in alle Richtungen verteilt werden, führen die Schienen hier den Luftstrom didirektional nach vorn und hinten. Durch die längsseitige Verjüngung der Schienen entsteht insgesamt eine hornartige Formgebung, welche die Luft sanfter und damit leiser strömen lässt.

Die Bassreflex-Lösung der TAD-E2. Zwei seitliche Kunststoff-Schienen erfüllen hier gleich drei Aufgaben: Sie verbinden vibrationsmindernd Korpus und Sockel. Sie sorgen zudem für eine definierten Abstand, damit aus der bodenseitigen Korpusöffnung die Luft strömen kann. Während bei der üblichen Downfire-Lösung diese tieffrequenten Schallanteile dann horizontal in alle Richtungen verteilt werden, führen die Schienen hier den Luftstrom didirektional nach vorn und hinten. Durch die längsseitige Verjüngung der Schienen entsteht insgesamt eine hornartige Formgebung, welche die Luft sanfter und damit leiser strömen lässt.

Frequenzweiche und Terminal

Aufwand betreibt TAD auch bei der im Gehäuse verborgenen Frequenzweiche. Sie übernimmt die Aufteilung und Zuweisung der entsprechenden Frequenzbereiche an die einzelnen Chassis statt. Dies geschieht grundsätzlich nicht ohne Einfluss auf das Musiksignal. Ihn versucht man aber nach Möglichkeit zu minimieren. TAD greift deshalb zu höchstwertigen, eng tolerierten Bauteilen. Die Frequenzweichen-Sektion für den Tweeter und den Mitteltieftöner befinden sich dabei auf der gleichen Platine, sind aber in strikt getrennten Arealen untergebracht. Der Tieftöner hingegen wird mit einer komplett eigenen Weiche betrieben. Sie ist zudem im Gehäuse weit entfernt positioniert. So soll eine gegenseitige Beeinflussung ausgeschlossen werden. Zudem sind die Weichen so abgestimmt, dass die Phasenlage in den Übergangsbereichen optimiert ist. Sichtbar ist für uns hingegen die Güte des Anschlussterminals: Hier bietet die TAD-E2 vier Hochqualitäts-Klemmen aus massivem, vergoldetem Messing. Wie immer bei TAD ermöglicht das Anschlussfeld Bi-Wiring oder Bi-Amping – eine Betriebsart, die sich gerade in Japan großer Beliebtheit erfreut.

Die TAD-E2 in der Praxis

Wir belassen es beim Single-Wiring und schließen die TAD-E2 an unseren Vollverstärker Hegel H360 an. Unseren SACD-Spieler Oppo UDP-203 füttern wir mit Cæcilie Norbys Interpretation von Stings „If You Love Somebody“. Dem altbekannten Hit hat die dänische Sängerin ein Klasse-Update verpasst: Ihre Jazz und Pop verschmelzende Version startet mit einem flink-vertrackten Klavier-Intro. Gleich diese ersten Takte fesseln uns – dabei wollten wir eigentlich den Gesang nutzen, um die Aufstellung der Lautsprecher zu optimieren. Sie sind 2,10 Meter voneinander entfernt, im gleichen Abstand steht unser Sessel. Dieses gleichschenklige Dreieck ist ja der Standard bei der Positionierung. Nun wollen wir eigentlich prüfen, ob wir die leichte Einwinklung noch verändern sollen – doch bereits mit unserer Pi-mal-Daumen-Aufstellung ist die Wiedergabe verblüffend stimmig: Das Klavier ist zwar in der Produktion weit links postiert, bei der Wiedergabe klebt es aber nicht am Lautsprecher, sondern steht frei und dreidimensional als reales Instrument im Raum.

Die TAD-E2 von vorne und hinten – und bekleidet mit den mitgelieferten Abdeckungen. Die Schutzblenden haften magnetisch, so bleibt das Gehäuse frei von Aufnahmen.

Die TAD-E2 von vorne und hinten – und bekleidet mit den mitgelieferten Abdeckungen. Die Schutzblenden haften magnetisch, so bleibt das Gehäuse frei von Aufnahmen.

Die Hammond-Orgel britzelt, schmatzt und schmurgelt

Auch diesen imaginierten Raum spannt das Klavier bereits mit seiner kurzen Solo-Eröffnung auf: Wir haben schon jetzt einen Eindruck von dem mittelgroßen Studio, in dem die Aufnahme stattfand. Wow! Nun setzt zur Rechten die Hammond-Orgel ein – und wir zucken erst mal unwillkürlich zusammen, weil der Einsatz so unvermittelt und direkt kommt. Dazu hat diese Hammond genau jenen Dreck und jene Verzerrung im Ton, der für das Instrument so charakteristisch ist – und dieses Britzeln ist hier so gut eingefangen und wiedergegeben, dass wir erst Sorge um den Lautsprecher haben. Dann geht Organist Lars Jansson aber in die tieferen Register, wo die Hammond nicht mehr britzelt, sondern schmatzt und schmurgelt. Das beruhigt uns in Bezug auf die E2 und zeigt zugleich, wie perfekt diese Wiedergabe ist: So klingt eine echte Hammond! Nun setzen die anderen Instrumentalisten ein – und jetzt zeigt die E2 ihre Meisterschaft bezüglich einer homogenen Wiedergabe.

Exzellente Räumlichkeit mit famoser Transparenz

Die Band, nun bereichert durch Bass, Drums und Percussion, steht exzellent gestaffelt in der Breite und Tiefe der Bühne, welche die TAD-E2 für die Combo aufspannt. Die Instrumentalisten haben dabei allen Platz, um sich frei zu entfalten. Hier wirkt nichts gedrängt oder verdeckt, die Wiedergabe besitzt eine tolle Luftigkeit und Freiheit . Diese scheinbare Grenzenlosigkeit ist derart überzeugend, dass wir bei geschlossenen Augen die realen Limitierungen unseres Raums mit seinen vier Wänden schlicht vergessen. Großartig ist auch die Transparenz: Wir hören selbst beim hinten postierten Schlagzeug, wie Alex Riehl ganz dezent, aber durchgängig sein Ride-Becken touchiert. Trotz des dichten Sounds der Band setzten sich selbst diese feinen silbrigen Anschläge definiert durch und sind eben nicht nur ein Zischen im Hintergrund. Im Vordergrund setzt nun Cæcilie Norby ein. Mit ihrer Stimme wollten wir ja eigentlich als erstes die Lautsprecheraufstellung optimieren, das haben wir vor lauter fasziniertem Zuhören ein wenig vergessen.

Das Terminal bietet vier Anschlussklemmen. Die vergoldeten Messing-Armaturen haben große Aufnahmen. So können auch querschnittstarke Litzen eingeführt werden. Natürlich lassen sich auch Kabel anschließen, die mit Schuhen oder Bananensteckern konfektioniert sind. Die Klemmen liegen angenehm schwer in der Hand und lassen sich wunderbar leichtgängig drehen und anziehen. Für den normalen Single-Wire-Betrieb ist das Terminal ab Werk mit Brücken bestückt. Wer Bi-Wiring oder Bi-Amping betreiben möchte, entfernt vorher diese Kurzschlussbrücken.

Das Terminal bietet vier Anschlussklemmen. Die vergoldeten Messing-Armaturen haben große Aufnahmen. So können auch querschnittstarke Litzen eingeführt werden. Natürlich lassen sich auch Kabel anschließen, die mit Schuhen oder Bananensteckern konfektioniert sind. Die Klemmen liegen angenehm schwer in der Hand und lassen sich wunderbar leichtgängig drehen und anziehen. Für den normalen Single-Wire-Betrieb ist das Terminal ab Werk mit Brücken bestückt. Wer Bi-Wiring oder Bi-Amping betreiben möchte, entfernt vorher diese Kurzschlussbrücken.

Herausragenden Auflösung

Wir müssen die E2 nur minimal weiter eindrehen, so ist ihre Abbildung absolut größenrichtig und stabil. So singt Cæcilie Norby nun vor uns – und die Wiedergabe gelingt so plastisch-echt, dass wir mit geschlossenen Augen schwören können, die Sängerin stünde in Fleisch und Blut vor uns. Zudem hat die Dänin eine hochattraktive Stimme: warm-sonor und dabei ausgeglichen vom Alt bis weit in den Sopran reichend. Diese tolle Stimme weiß die Chanteuse auch effektvoll einzusetzen: Sie variiert ihre Intensität, verziert die Endsilben mit herrlichen Vibrati, sie kann ihr Organ anschmiegsam, lasziv oder kernig und strahlend klingen lassen. Dank der herausragenden Auflösung der E2 entgeht uns keine noch so kleine Wendung. Wir registrieren selbst die zartesten Haucher und Atmer zwischen den Gesangszeilen – und kriegen prompt Gänsehaut. Im Refrain bekommt Norby dann Unterstützung durch einen mehrstimmigen Background-Chor. Auch diese Sängerinnen-Riege kann sich, trotz der Dichte des Band-Sounds, frei hinter der Frontfrau entfalten.

Bravouröser Bass mit Kraft und Volumen

Dafür sorgt auch die saubere Wiedergabe im Bass: Die E2 liefert ihn bis in den Frequenzkeller hinab volltönend und kraftvoll, zugleich auch sauber und konturiert. So verdeckt er bei allem Volumen keines der anderen Instrumente. Dabei ist der Bass in dieser Produktion eher der Schwachpunkt. Darum wählen wir eine Aufnahme, in der von vorn bis hinten – also bis hin zum Bass – alles optimal ist :„Celestial Echo“, die Kollaboration von Malia und Boris Blank. Der Yello-Mastermind hat seine typischen Trademarks eingebracht. Dazu gehört auch der abgrundtiefe Synthesizer-Bass. Um den geht es uns ja zuallererst – und hier liefert die E2 mit Bravour: Der Bass besitzt derartige Kraft und Volumen, dass wir ihn schon bei moderater Lautstärke physisch am Körper spüren. Bei höheren Pegeln setzt die E2 mit ihrer Basswiedergabe mobile Einrichtungsgegenstände in unserem Raum in Bewegung – während die Wiedergabe immer noch klar, sauber und souverän ist.

Zugunsten der Standfestigkeit steht das Gehäuse auf einer schwarzen, elegant taillierten Stahlplatte. Die vier Metallrondelle auf der Oberseite suggerieren einen Stand auf vier Spikes. In Wahrheit thront die E2 aber auf drei Metalldornen. Der hintere Einzel-Spike wird deshalb zur Sicherheit durch zwei Metallstifte flankiert. Sie werden so weit in die Sockelplatte eingeschraubt, dass sie gerade keinen Bodenkontakt haben, im Falle eines Falles aber das Umkippen verhindern.

Zugunsten der Standfestigkeit steht das Gehäuse auf einer schwarzen, elegant taillierten Stahlplatte. Die vier Metallrondelle auf der Oberseite suggerieren einen Stand auf vier Spikes. In Wahrheit thront die E2 aber auf drei Metalldornen. Der hintere Einzel-Spike wird deshalb zur Sicherheit durch zwei Metallstifte flankiert. Sie werden so weit in die Sockelplatte eingeschraubt, dass sie gerade keinen Bodenkontakt haben, im Falle eines Falles aber das Umkippen verhindern.

Immersives Erlebnis

Deshalb können wir nun auch auf alle anderen Schmankerl dieser Aufnahme achten: Blank lässt hier reale Instrumente, künstliche Synthie-Sounds, verschiedenste Percussion- und Geräusch-Samples im Raum schweben. Im Erschaffen eines Klang-Kosmos, in dessen Weiten man versinken kann, ist Blank ein Meister – und die E2 erweist sich als Meisterin, uns in diesen Kosmos zu versetzen. Plötzlich ertönt mal hier, mal da im Raum ein Fingerschnippen, Ton-Kaskaden oszillieren von links nach rechts, um dann allmählich in weite Ferne zu entschwinden, Percussion-Instrumente schlagen ansatzlos und mit atemberaubender Präsenz und Präzision zu – grundiert ist alles mit einem dicken, mehrschichtigen, wabernden Klangteppich. Das ist ein dreidimensionales Erlebnis, und die E2 lässt uns diesen Kunst-Kosmos geradezu immersiv erleben, denn sie präsentiert uns diese Klangwelt mit einer herausragenden Stimmigkeit, Homogenität. Da wirkt nichts verfärbt, nichts überbetont, trotzdem ist alles zu hören. Die Wiedergabe wirkt lebendig, vital und selbstverständlich – als könnte es gar nicht anders sein.

Exzellente Impulstreue, tolle Dynamik

Dieses Stimmigkeits-Gefühl erleben wir im weiteren Test auch mit etlichen anderen Musikstücken, wobei wir nun besonders auf die Drums und Percussion achten. Hier fällt uns auf, mit welcher Präzision und Akkuratesse die TAD-E2 das Schlaginstrumentarium wiedergibt. Paradebeispiel ist Charly Antolinis „Arabian Desert Groove“: Diese Nummer ein Showcase für den Großmeister Antolini und seinen kongenialen Percussionisten Nippy Noya. Die beiden liefern hier ein großartig-komplexes Feuerwerk. Dabei genießen wir, wie vollendet die E2 Antolinis perfekt gestimmtes Drumset wiedergibt: Die Impulstreue und die Dynamik sind, im Feinen wie im Groben, grandios: Wir erleben, wie Antolini knackig-perlende Läufe über die Toms vollführt, wir hörend das vital-agile Klicken, wenn er teils nur den Rand seiner Trommeln anschlägt – und wir zucken zusammen, wenn er einzelne Schläge effektvoll mal richtig mit Schmackes liefert. Die E2 liefert das alles lebensecht, physisch erfahrbar – und bleibt dabei souverän, sodass auch hier das Hören ein völlig entspannter Genuss ist.

Die TAD-E2 im Testraum: Hier spielt der 2,5-Wege-Laustprecher in Kombination mit dem SACD-Player Oppo UDP-203 und dem Vollverstärker Hegel H360.

Die TAD-E2 im Testraum: Hier spielt der 2,5-Wege-Laustprecher in Kombination mit dem SACD-Player Oppo UDP-203 und dem Vollverstärker Hegel H360.

Fazit

Die TAD-E2 mag das Einstiegsmodell unter den Standlautsprechern im TAD Labs-Portfolio sein – doch wo die Japaner anfangen, hören andere Hersteller längst auf. Und so punktet auch die E2 mit Top-Qualität und TAD-Tugenden. Dies beginnt bei der superben Material- und Verarbeitungsqualität. Es zeigt sich aber insbesondere in der für TAD typischen immersiv-homogenen Wiedergabequalität mit beeindruckender Plastizität und Räumlichkeit. Dafür bürgt zum einen der berühmte Beryllium-Hochtöner. Doch zum anderen erzielen die Japaner diese Abbildungskraft erstmals im Consumer-Bereich mit einem 2,5-Wege-Konzept. Dafür bietet die E2 zahlreiche Innovationen auf – bis hin zur speziellen Bassreflex-Abstimmung, mit der auch im Tiefton eine beindruckend kraftvolle und souveräne Wiedergabe gelingt. So bietet die E2 die Möglichkeit, die großartigen TAD-Trademarks zu einem – gemessen am Maßstab der High End-Edelmanufaktur – moderaten Preis zu genießen.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Branislav Ćakić

Gesamtnote: 97/100
Klasse: Referenzklasse
Preis/Leistung: angemessen

97 of 100

98 of 100

97 of 100

220724.TAD Tokyo-Testsiegel

Technische Daten

Modell:TAD Labs
E2 (Evolution Two)
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:14.250,00 Euro / Paar
Garantie:5 Jahre beim Kauf im autorisierten Fachhandel
Ausführungen:- Gehäuse: Walnuss-Echtholzfurnier
- Abdeckungen: Schwarz
Vertrieb:TAD Labs Europe, Krefeld
Telefon: +49 2151 932 618
www.tad.tokyo
Abmessungen (HBT):1085 x 320 x 405 mm (ohne Spikes)
1113 x 320 x 405 mm (ohne Spikes)
Gewicht:32,0 kg / Stück
Bauart:2,5 Wege, passiv, Bassreflex-Gehäuse
Hochtöner:1x 25 mm (Kalotte, Beryllium)
Mitteltieftöner:1 x 155 mm (Konus, MACC [Multi-Layered Aramid Composite Cone])
Tieftöner:1 x 155 mm (Konus, MACC [Multi-Layered Aramid Composite Cone])
Übertragungsbereich30 Hz - 60 kHz (Herstellerangabe)
Übergangsfrequenzen:90 Hz, 2,8 kHz (Herstellerangabe)
Impedanz:6 Ω (Herstellerangabe)
Kennschalldruck:87 dB (2.83 V, 1 m) (Herstellerangabe)
Belastbarkeit:150 W (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- TAD-E2
- höhenverstellbare Spikes + Spike-Teller
- selbstklebende Füße für ebene, empfindliche Böden
- Stützen zur Kippvermeidung
- Frontbespannungen für Mitteltief- und Tieftöner
- Kabelbrücken
- Mikrofasertuch
- Bedienungsanleitung (Englisch, Französisch, Japanisch, Russisch)
Pros und Contras:+ attraktives Design
+ superbes Furnier
+ superbe Material- und Verarbeitungsqualität
+ immersive, homogene, ausgewogene Wiedergabe
+ überaus plastische Abbildung mit hochgradiger Räumlichkeit
+ Klangbild mit großer Klarheit und Transparenz
+ kraftvoller, tiefreichender und souveräner Bass
+ exzellente Impulstreue mit ausgezeichneter Dynamik
+ aufstellungsunkritisch
+ Manufaktur-Fertigung in Japan

- Immersion außerhalb des Sweet Spots etwas geringer
Benotung:
Klang (60%):97/100
Praxis (20%):98/100
Ausstattung (20%):97/100
Gesamtnote:97/100
Klasse:Referenzklasse
Preis/Leistung:angemessen
Gehört mit:- Zuspieler: SACD-Player Oppo UDP-203
- Verstärker: Hegel H360
- Signalkabel: Viablue NF-S1 Stereo Cinch
- Lautsprecherkabel: Viablue SC-6 Single-Wire

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