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Die Auswahl an Bluetooth- und AirPlay-Geräten ist inzwischen riesig. Dennoch ist der Ruf dieser Geräte gerade unter anspruchsvollen Hi-Fi-Fans nicht gerade gut, was an der mäßigen Klangqualität vieler mobiler Wiedergabegeräte liegt. Mit dem Minx Air 200 wollen die Klangspezialisten von Cambridge Audio jetzt beweisen, dass die kabellose Musikübertragung auch anspruchsvollen HiFi-Ansprüchen genügen kann.

Schick, kompakt und klangstark: Die Cambridge-Modelle Minx Air 200 und 100 lassen sich fast überall im Haus unterbringen.

Schick, kompakt und klangstark: Die Cambridge-Modelle Minx Air 200 und 100 lassen sich fast überall im Haus unterbringen.

 

 

Optik & Haptik
„Form follows Function“ Dieser Gedanke drängt sich mir unweigerlich auf, als ich die neueste Produktkreation aus dem Hause Cambridge einer ersten Untersuchung unterziehe. Das ist durchweg positiv gemeint, denn das Minx Air 200 verführt dank seines zeitlos eleganten Designs zunächst das Auge des Betrachters, ohne dabei die Regeln eines akustischen Aufbaus zu brechen. Und auch wenn es sich hier weder um ein verchromtes, noch um ein Leder bezogenes, sondern um ein reines Kunststoffgehäuse handelt, hinterlässt der hier vor mir stehende Multifunktionslautsprecher einen extrem hochwertigen Eindruck, der mein ungeteiltes Interesse weckt. Und das aus vielerlei Gründen, denn hier bestimmen die zu den Aussenseiten leicht nach hinten gekrümmte Form, wie die riesige Gewebeabdeckung, die die komplette Front verdeckt, das durchweg stimmige Gesamtbild. Bis auf die oberen, gummierten Bedienknöpfe erinnert dabei nichts an ein technisches Gerät oder gar an ein aus Lautsprecher, Verstärker und Multiquelle bestehendes HiFi-System. Und genau das soll es sein, wenn man den technischen Daten bzw. den Herstellerangaben Glauben schenkt, die einen echten Tausendsassa versprechen.

Der Minx Air 200 verzichtet auf eine Armada an Knöpfen und Displays, sondern ist zeitlos-schick designed.

Der Minx Air 200 verzichtet auf eine Armada an Knöpfen und Displays, sondern ist zeitlos-schick designed.

 

 

Ausstattung
Bei näherer Betrachtung des Minx Air 200 und der zugehörigen Ausstattungstabelle wird mein Interesse dann noch gesteigert, denn diese kompakte Komplettanlage scheint tatsächlich mit allen Wassern gewaschen und stellt nahezu unbegrenzte Einsatzmöglichkeiten in Aussicht. Dabei erregen die beiden rückseitig platzierten Analogeingänge, über die beispielsweise ein CD-Player, Tuner oder gar Blu-ray-Player via Cinch und/oder ein MP3-Player, Smartphone oder Tablet mittels 3,5mm-Klinke angeschlossen werden können, noch das geringste Aufsehen. Nein, hier sind es eher die unsichtbaren und somit kabellosen Verbindungsmöglichkeiten, die neugierig machen. So soll der Minx Air 200 zugleich als AirPlay-Wiedergabegerät, als Bluetooth-Lautsprecher wie als Internetradio fungieren. Und das alles wohlgemerkt als Teil eines All-In-One-Systems, das darüber hinaus Verstärker, Lautsprecher, Fernbedienung und ein hervorragend verarbeitetes und edel designetes Gehäuse zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von gerade einmal 499,00 Euro anbietet. Gute Gründe also diesen edlen Alleskönner einem ausführlichen Praxistest zu unterziehen.

Die angesprochenen Stationstasten sind gummiert und gewähren den schnellen Zugriff auf die fünf Lieblingssender.

Die angesprochenen Stationstasten sind gummiert und gewähren den schnellen Zugriff auf die fünf Lieblingssender.

 

 

Einbindung ins WLAN
Um den vollen Funktionsumfang nutzen zu können, ist die ist die Integration in das Heimnetzwerk unumgänglich. Und diese geht tatsächlich kinderleicht und schnell von der Hand. Dies ist unter anderem auch dem bebilderten A3-Poster zu verdanken, welches zum Lieferumfang gehört und dem User aufzeigt, wie er das Minx Air 200 in sein heimisches WLAN einbindet.

Und das funktioniert folgendermaßen:
1. Gerät einschalten und warten bis das kleine Lämpchen an der Gehäuserückseite grün-orange blinkt.
2. Am PC/Mac nach dem Netzwerk Minx Air 200 suchen und auswählen. Nun kann der Minx Air 200 über den Computer justiert werden.
3. Im Internet-Browser folgende Adresse eingeben und bestätigen: 192.168.1.1
4. Nun das eigene Netzwerk auswählen, mit dem die Cambridge Aktivbox verbunden werden soll.
5. Gegebenenfalls Verschlüsselungsart und (falls benötigt) Passwort eingeben und im nun erscheinendem Popup-Fenster mit „OK“ bestätigen.
6. Sind die beschriebenen Schritte korrekt ausgeführt, verbindet sich Minx Air 200 automatisch mit dem ausgewählten Netzwerk, was durch ein durchgängig grünes Leuchten des rückseitig platzierten Lämpchens bestätigt wird.

Die Installation ist tatsächlich kinderleicht und auch von Techniklaien innerhalb weniger Minuten durchzuführen. Etwas problematisch wird es lediglich im Falle eines nicht korrekt ausgeführten Schrittes (z.B. falsches Passwort gewählt). Dann nämlich muss das Gerät zurückgesetzt (Reset) und die gesamte Installation vom ersten Schritt an wiederholt werden.

Ist der Minx Air 200 erst einmal ins hauseigenen WLAN integriert, lassen sich sämtliche Musikstücke vom Tablett, Smartphone oder PC kabellos über ihn wiedergeben.

Ist der Minx Air 200 erst einmal ins hauseigenen WLAN integriert, lassen sich sämtliche Musikstücke vom Tablett, Smartphone oder PC kabellos über ihn wiedergeben.

 

 

Bluetooth-Verbindung
Die wohl einfachste Art Musik kabellos zu übertragen geht zweifelsfrei via Bluetooth vonstatten. Die Beschreibung findet sich in diesem Fall auf der Rückseite des eben erwähnten A3-Posters und umfasst gerade einmal drei Schritte:

1. Die Bluetooth-Taste am Minx (oder der Fernbedienung) drücken. Diese sollte nun blinken.
2. Bluetooth an der Quelle (Tablet, Laptop, Smartphone) aktivieren, Geräte suchen und „Minx Air 200“ auswählen.
3. Gewünschten Titel bzw. Playlist aus Quelle auswählen – fertig!

 

 

Was ist Bluetooth?
Inzwischen ist zwar nahezu jedes Smartphone, Laptop und Tablet mit dieser Funktion ausgestattet, dennoch wissen die meisten User nicht, was Bluetooth eigentlich genau ist. Dabei ist die Antwort ganz einfach, basiert diese Verbindung doch auf Funktechnik und soll die unterschiedlichsten elektronischen Geräte, und zwar auch ohne Konfiguration, miteinander kommunizieren lassen. Namensgeber ist im übrigen der im zehnten Jahrhundert regierende dänische König Harald Blåtand (was grob übersetzt „Blauzahn“ bedeutet), der den Großteil Skandinaviens zu einem Herrschaftsbereich vereinte. In der Praxis funktioniert der Verbindungsaufbau so, dass sich die einzelnen Bluetooth-Geräte innerhalb von weniger als drei Sekunden mittels ihrer unverwechselbaren MAC-Adresse identifizieren. Das Gerät, von dem der Verbindungsaufbau ausgeht, wird automatisch zum „Master“ über den antwortenden Teilnehmer.

Lassen Sie ihr Smartphone einfach in der Tasche oder auf dem Tisch oder surfen Sie ein wenig im Internet, während die Musik via Bluetooth an das Minx Air 200 übertragen wird.

Lassen Sie ihr Smartphone einfach in der Tasche oder surfen Sie ein wenig im Internet, während die Musik via Bluetooth an das Minx Air 200 übertragen wird.

 

 

Internet-Radio
Das absolute Keyfeature in diesem Gerät, zumindest aus meiner Sicht, ist der direkte Zugriff auf mehr als 20.000 Internet-Radio-Sender – und zwar auch ohne die Einbindung eines externen Internet-Tuners oder des Computers. Und auch hier macht Cambridge es dem Endgebraucher leicht und hat gleich zehn Sender verschiedener Genres (Reggae, Pop, Jazz, Easy Listening etc.) abgespeichert. Diese können über die fünf Presettasten auf der Geräteoberseite oder die zehn Nummerntasten der zum Lieferumfang gehörigen Fernbedienung abgerufen werden. Sie wollen stattdessen aber Ihre eigenen Lieblingssender hören? Auch das ist überhaupt kein Problem und benötigt lediglich ein Smartphone bzw. Tablet, welches in das gleiche Netzwerk eingebunden ist, wie das Minx Air 200 und welches als Fernbedienung der pfiffigen Cambridge-Lösung dient. Damit sich Smartphone und Minx Air 200 auch miteinander verständigen können, muss zunächst die kostenlose App aus dem Apple- oder Android-App-Store geladen werden. Diese ist innerhalb weniger Sekunden geladen startet nach dem Öffnen mit einer Kurzanleitung inkl. Videocast, welches dem User alle wichtigen Einstellungspunkte nahebringt. Das ist lobenswert aber eigentlich nicht nötig, denn der eigentliche Verbindungsaufbau ist durchgängig selbsterklärend und auch für Technikmuffeln intuitiv durchführbar: Ist die App gestartet, gilt es lediglich die Taste „Gerät suchen“ zu drücken. Innerhalb weniger Augenblicke sind das eigene Minx Air 200 dann gefunden und die zehn vorgespeicherten Sender angezeigt. Über das „Suchen-Symbol“ lassen sich die eigenen Lieblingssender dann schnell finden und mittels etwa fünfsekündigen Drückens der ausgewählten Presettaste (z.B. Preset 5) direkt abspeichern. Dabei offeriert die App ungeahnte Möglichkeiten: So werden zum einen die verschiedenen Unter- bzw. Regionalsender (z.B. WDR2 Rhein/Ruhr, WDR2 Aachen, WDR2 Bergisches Land etc.) der gewünschten Station (in meinem Fall WDR2), sowie die jeweilige Datenübertragungsrate der jeweiligen Treffer angezeigt. Darüber hinaus bietet die Applikation noch weitere Features, in Form einer Standort- und Genre-Suche, sowie der Bereitstellung einer kleinen Equalizer-Funktion, über den die Gesamtlautstärke, die Bassintensität und die Klangcharakteristik feinjustiert werden können.

Die Suche der eigenen Lieblingssender aus einer Auswahl von mehr als 20.000 Radiosendern ist hier schnell erledigt. Einfach über die Suchfunktion die gewünschte Station eingeben und anschließend auswählen. Alternativ können auch nach Genre- oder Regionalsendern aufgelistet werden.

Die Suche der eigenen Lieblingssender aus einer Auswahl von mehr als 20.000 Radiosendern ist hier schnell erledigt. Einfach über die Suchfunktion die gewünschte Station eingeben und anschließend auswählen. Alternativ können auch nach Genre- oder Regionalsendern aufgelistet werden.

 

 

Automatische Abschaltung
Nie war das Umweltbewusstsein so ausgeprägt wie zu unserer Zeit – und zwar auch bei Cambridge. So haben die englischen Entwickler ihren Minx Air 200 mit einer Automatik ausgestattet, die das Gerät nach vier Stunden ohne Eingriff selbstständig ausschaltet. Das bedeutet, werden vier Stunden lang weder Quelle, Sender oder Lautstärke verändert, wechselt der Minx Air 200 automatisch in den Standby-Modus. An sich eine sehr gute Idee, doch was macht man, wenn die nächste Party ansteht und die vorab sorgfältig zusammengestellte Playlist für stundenlange und unterbrechungsfreie Unterhaltung sorgen soll? Auch das ist kein Problem, denn diese Voreinstellung lässt sich in wenigen Sekunden über die „Bearbeitungstaste“ der eben beschriebenen App verändern bzw. komplett ausschalten.

 

 

Klangqualität
Nachdem der englische Alleskönner in den Disziplinen Installation, Integration und Ausstattung vollends überzeugen konnte, geht es nun in den Hörtest. Diesen starte ich mit Daft Punks „Harder, Better, Faster, Stronger“, welches via AirPlay von meinem MacBook zugespielt wird. Und diese Art von Musik scheint wie gemacht für das Minx Air 200, das sich bereits nach wenigen Augenblicken hochdynamisch und extrem spielfreudig präsentiert. Das ändert sich dann auch nicht, als ich mich dazu veranlasst fühle die Lautstärke noch ein wenig anzuheben. Jetzt nämlich scheint scheint der Cambridge Tausendsassa vollends in seinem Element zu sein und weiß mich durch sein sehr gutes Impulsverhalten nochmals zu überraschen. Und obwohl wir inzwischen einen Lautstärkepegel erreicht haben, der deutlich oberhalb der Zimmerlautstärke liegt, scheint unser Testgerät seine Grenzen noch lange nicht erreicht zu haben. Im Gegenteil, denn auch nach einer weiteren Erhöhung bleibt der Klang sauber und weitestgehend unverzerrt. Nach einigen weiteren Titeln, die ebenfalls für jede Menge Spaß in unserem Testraum sorgen, geht es mit Daft Punks „Something about us“ in die zweite Testphase. Erneut wähle ich hier einen extrem dynamisch abgemischten Titel, den ich in diesem Fall via Bluetooth von meinem iPhone zuspiele. Trotz seines eher geringen Volumens, geht der Minx Air 200 aber auch hier mit einem druckvollen Punch und einer Tiefgründigkeit zur Sache, die man sonst eher von deutlich großvolumigeren Aktivsystemen kennt. Mit Kari Bremnes „The Copenhagen Cavern“ soll das schicke All-In-One-System dann zeigen, wie es mit sanfteren Tönen umzugehen weiß. Und auch das gelingt ihm spielend, denn auch in diesem Fall nimmt der flache Multifunktionslautsprecher den ihm übertragenen Titel geradezu fürsorglich auf und schält selbst die kleinsten Details aus dieser Aufnahme heraus. Zugleich weiß er auch hier durch seinen voluminösen und zugleich unbekümmert-straffen Sound zu imponieren.

Bis zu zehn Sender können fest abgespeichert und mit einem Knopfdruck via Smartphone (oder auch Fernbedienung) abgerufen werden. Darüber hinaus bietet die kinderleicht zu handhabende App auch noch den Zugriff auf einen kleinen Equalizer, über den sich Klangcharakter, Bassintensität und Lautstärke regeln lassen.

Bis zu zehn Sender können fest abgespeichert und mit einem Knopfdruck via Smartphone (oder auch Fernbedienung) abgerufen werden. Darüber hinaus bietet die kinderleicht zu handhabende App auch noch den Zugriff auf einen kleinen Equalizer, über den sich Klangcharakter, Bassintensität und Lautstärke regeln lassen.

 

 

Fazit
Die kabellose Musikübertragung bleibt stabil und die Verbindung ist leicht und vor allem schnell aufgebaut. Darüber hinaus beeindruckt der Minx Air 200 durch sein sehr umfangreiches Ausstattungspaket und seine hervorragende Verarbeitung. Und auch klanglich spielt der englische Tausendsassa in der höchsten Liga und macht durch eine feine Auflösung und einen sehr dynamischen, zugleich niemals nervigen Sound auf sich aufmerksam. Musikfreunden, die auf der Suche nach einem kompakten Alleskönner sind, der eine platzraubende Komplettanlage ersetzen, für eine anspruchsvolle Musikwiedergabe und zwischenzeitlich auch für mal für adäquate Partybeschallung sorgen soll, ist dieses System unbedingt zu empfehlen.

 

Test: Roman Maier

 

Modell:Cambridge
Minx Air 200
Produktkategorie:WLAN-Lautsprecher
Preis:499,00 Euro
Ausführungen:weiß-grau
Vertrieb:Taurus high-end, Hamburg
Tel.: 040 5335358
www.taurus.net
Abmessungen (HBT):220 x 450 x 174 mm
Gewicht:5,1 Kg
Anschlüsse:3,5mm Miniklinke
Cinch
LAN / Ethernet
WLAN / AirPlay
Bluetooth (apt-X)
WLAN:IEEE 802.11 b/g
WLAN-Verschlüsselung:WEP, WPA, WPA2
AirPlay-Kompatibilität:AirPlay ist mit iPhone, iPad und iPod touch ab iOS 4.3.3, Mac mit OS X Mountain Lion sowie iTunes auf Mac und PC ab Version 10.2.2 kompatibel
Bauart:geschlossen
Chassis:2 x 57 mm
1 x 165 mm
Besonderheiten:Fernbedienung, Bassregler
Benotung:
Klang (60%):1,1
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

 

 

 

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