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Der Film „Die Bücherdiebin“ beruht auf einem Roman von Markus Zusak und wurde mit dem Regisseur Brian Percival 2013 verfilmt. Er handelt von einem... Die Bücherdiebin – Begegnungen mit dem Tod

Der Film „Die Bücherdiebin“ beruht auf einem Roman von Markus Zusak und wurde mit dem Regisseur Brian Percival 2013 verfilmt. Er handelt von einem jungen Mädchen namens Liesel Meminger die im Jahr 1938 in Deutschland in eine Pflegefamilie kommt.

Liesel (Sophie Nélisse) taucht mit ihren Büchern in eine neue Welt ein. (© 20th Century Fox)

Liesel (Sophie Nélisse) taucht mit ihren Büchern in eine neue Welt ein. (© 20th Century Fox)

 

 

Die Geschichte hat eine fiktive und ungewöhnliche Erzählperspektive. Der Zuschauer sieht das Leben des jungen Mädchens durch die Augen des Tods. Als allwissender Erzähler erklärt er gleich zu Beginn, dass er zur Zeit des Nationalsozialismus vielen Menschen „begegnet“ ist. Doch Liesel scheint eine ganz besondere Wirkung auf ihn zu haben. Er verschont ihr Leben, während um sie herum viele Menschen sterben.

 

Liesel (Sophie Nélisse), ist Tochter einer Kommunistin (Heike Makatsch) und lernt den Tod im Film das erste Mal kennen, als ihr kleiner Bruder neben ihr im Zug stirbt. Vollkommen aufgelöst müssen sie und ihre leibliche Mutter ihn auf freier Strecke beerdigen. Liesel steckt sich bei dieser Gelegenheit ein Buch ein, das einem Totengräber aus der Tasche gefallen ist. Ihre Mutter gibt sie in eine Pflegefamilie. Ihre neuen Eltern sind das ärmliche Ehepaar Rosa (Emily Watson) und Hans Huberman (Geoffrey Rush), die sie von dem Moment an „Mama“ und „Papa“ nennen soll. Rosa nennt Liesel „Saumensch“, genauso wie der Nachbarsjunge Rudi (Nico Liersch), der sie am liebsten küssen würde. Ihre Pflegemutter hat eine äußerst harte Schale, denn es ist eine harte Zeit. Sie muss mit ihrer Wäscherei und dem Pflegegeld die kleine Familie ernähren. Ihr Mann Hans, ein Schildermacher, ist ganz bewusst nicht in die NSDAP eingetreten und seitdem arbeitslos. Schon bald findet er heraus, dass Liesel nie lesen gelernt hat. Hans wendet seine Schildermacher-Kunst an, um Liesel das Lesen beizubringen. Eines Abends steht Max (Ben Schnetzer), ein junger Mann jüdischer Abstammung, vor der Tür. Das ist der Moment, in dem Liesel feststellt, dass nicht nur „Kommunistenkinder“ im nationalsozialistischen Deutschland unerwünscht sind.

Rudi (Nico Liersch) verliebt sich auf den ersten Blick in Liesel und lässt sich nicht abschütteln. (© 20th Century Fox)

Rudi (Nico Liersch) verliebt sich auf den ersten Blick in Liesel und lässt sich nicht abschütteln. (© 20th Century Fox)

 

 

Es gelingt Brian Percival, den jugendlichen Zuschauer in die Zeit des 2. Weltkrieges mitzunehmen und die emotionale Welt eines jungen Mädchens im Nazi-Deutschland wiederzugeben. Im teils winterlichen Grau springen die roten Fahnen der Nationalsozialisten kontrastreich ins Auge. Die Stimmung ist düster aufgeladen und wird durch viele eindrückliche Filmmomente, wie zum Beispiel dem brillanten Auftritt von Matthias Matschke als finsteren SS-Offizier, unterstrichen. Und: Man kann nie genug lernen über das menschenverachtende Regime Hitlers, unter dem – neben den unzähligen Opfern des Holocaust – auch die deutsche Bevölkerung fürchten, leiden und sterben musste.

Heimlich schnappt sich Liesel ein Buch von der Bücherbrennung. Hat sie wirklich niemand gesehen? (© 20th Century Fox)

Heimlich schnappt sich Liesel ein Buch von der Bücherbrennung. Hat sie wirklich niemand gesehen? (© 20th Century Fox)

 

 

Leider schwächelt der Film an einigen Stellen, die beim Zuschauer den Beigeschmack des Unrealistischen hinterlassen. Liesel schreibt die Worte, die sie in ihren Büchern liest, in Englisch auf die Tafeln im Keller – denn der Film ist eine Hollywood-Produktion. Rudi gesteht Liesel seine Gefühle auf höchst klischeebehaftete Weise. Und die Welt im süddeutschen Molchingen ist einen Tick zu sauber, die Armut einen Tick zu aufgesetzt. Sogar die Bücherverbrennung verläuft nahezu ordentlich.

Trotz der Ziehharmonika von Hans (Geoffrey Rush) ist es ein trauriges Weihnachten im Keller, wo sich Max versteckt. (© 20th Century Fox)

Trotz der Ziehharmonika von Hans (Geoffrey Rush) ist es ein trauriges Weihnachten im Keller, wo sich Max versteckt. (© 20th Century Fox)

 

 

Gekonnt in Szene gesetzt oder übertrieben? Im Film erleben wir die Geschichte aus der Sicht des Todes, der Liesels Leben wie ein trauriges Märchen erzählt. Dank dieser Narrationsform sind unrealistische Momente selbstredend erlaubt. Eine Ausnahme bildet nur die Diskrepanz der Schriftsprache.

Wolfgang (Matthias Matschke) muss den Kellerraum inspizieren. Ob Max nun entdeckt wird? (© 20th Century Fox)

Wolfgang (Matthias Matschke) muss den Kellerraum inspizieren. Ob Max nun entdeckt wird? (© 20th Century Fox)

 

 

Fazit

„Pädagogisch wertvoll“ lautet das dem Film verliehene Prädikat. Wir stimmen zu. Im bildlichen Mittelpunkt des Films stehen Liesels unschuldige Kinderaugen, die das Furchtbare und das Schöne sehen, aufnehmen und verarbeiten. Sie muss vielleicht nicht sofort sterben, aber leiden und loslassen. Denn sie verliert nicht nur einmal im Film geliebte Menschen an den Tod.

 

 

„Die Bücherdiebin“ ist im Vertrieb von 20th Century Fox auf DVD und Blu-ray erhältlich.

 

Erscheinungsdatum
12. September 2014

Genre
Drama

Laufzeit
ca. 131 Minuten

Altersfreigabe
6 Jahre

Regie
Brian Percival

Hauptdarsteller
Sophie Nélisse, Emily Watson, Geoffrey Rush, Nico Liersch, Ben Schnetzer

 

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