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Chefredakteur

Wäre es nicht genial, wenn man den Platzanspruch einer Soundbar mit der Klanggewalt eines ausgewachsenen 5.1-Setups paaren könnte? Kann man, mit seinem Cinesystem Trios „5.1-Set L“ bringt Lautsprecher Teufel die Vorteile beider Varianten in einem flexibel einsatzfähigen Setup unter einen Hut. Achja, Kabel werden auch kaum noch benötigt.

Das Cinesystem Trios “5.1-Set L” ist platzsparend, hübsch und üppig ausgestattet. Obendrein verspricht es beeindruckenden Surroundsound.

Der Ansatz ist praktisch und genial. Warum nicht eine Soundbar entwickeln, die alle drei Frontboxen in sich vereint und mit einem Wireless-Subwoofer gepaart wird? Gibts schon? Ja, stimmt. Teufel geht mit seinem Cinesystem Trios „5.1-Set L“ aber noch zwei Schritte weiter. Hauptakteur ist in diesem Fall das bereits von uns getestete Cinebar Trios 3.1-Set. Eine clevere Frontsurround-Lösung, die hübsch ausschaut, clever aufgebaut ist, exzellent klingt und – mit Ausnahme eines Stromkabels – vollständig ohne nervige Kabelverbindungen auskommt. Sogar der zum Set gehörige, ultraflache Subwoofer, der seinen Platz unsichtbar hinter oder unter der Couch findet, wird via Funk mit der schicken Alu-Soundbar verbunden. Eine tolle Lösung für Heimkino-Einsteiger, zugleich aber auch für anspruchsvolle Filmfreunde, die keinen Platz für fünf Boxen plus Basswürfel und Strippenwirrwarr haben, für die eine Soundbar bislang aber nicht in Betracht kam. Warum? Ganz einfach, weil sich die schicke Alu-Variante individuell zu einem stattlichen 5.1-Heimkinosytem aufrüsten lässt. Den bei einer Soundbar oft vermissten „echten Rundum-Sound“ besorgen in diesem Fall zusätzliche Lautsprecher, die ihre Signale ebenfalls kabellos empfangen. Aber der Reihe nach …

So aufgeräumt und raumsparend kann ein modernes Heimkino-Setup ausschauen.
1=Rearspeaker, 2=RearStation, 3=Subwoofer, 4=Cinebar.

 

Der Chef im Ring

Das gesamte Setup basiert auf der Cinebar Trios. Sie fungiert als Chef im Ring, kontrolliert alles und unterscheidet sich schon im Aufbau von den allermeisten Mitbewerbsprodukten. In ihrem Innern thronen nämlich gleich drei unabhängig voneinander bespielbare Zwei-Wege-Lautsprecher. Somit erledigt die in gebürstetes Alu gekleidete Klangsäule allein den Job, den in klassischen 5.1-Systemen die drei Frontlautsprecher (Front rechts, Center, Front links) übernehmen. Mit einer Breite von 115 Zentimetern bei 9,3 Zentimetern Bauhöhe passt die Cinebar perfekt zu größeren LED-TVs ab einer Bildschirmdiagonalen von 50 Zoll. Dabei lässt sie sich wahlweise an der Wand oder liegend auf einem kleinen, zum Lieferumfang gehörigen Standfuß betreiben, was ein Höchstmaß an Flexibilität offeriert. Bildhübsch ist sie obendrein, mit ihrer schwarz-lackierten Lochgitterfront, den gebürsteten Alu-Endstücken und dem obenseitig bündig eingelassenen Bedienfeld zeigt sich mein Testgast erfrischend elegant und und optisch anspruchsvoll. Perfekte Spaltmaße, eine saubere Lackierung und sanft gebrochene Gehäusekanten runden das gelungene Gesamtbild ab und machen die Berliner Frontsurround-Lösung zu einem echten Hingucker. Durchdacht zeigt sich auch die Platzierung der Anschlussbuchsen. Die beiden HDMI-Ports, der analoge Aux-In, der optische Digitaleingang, der Sub-Out sowie die Netzbuchse sind tief in das Gehäuse eingelassen, so dass die Cinebar auch mit eingesteckten Kabeln flach an die Wand gebracht werden kann.
Designtechnisch kann der bereits erwähnte Subwoofer hier nicht mithalten. Muss er auch nicht, mit gerade einmal 12,5 Zentimetern in der Höhe ist er nämlich so konzipiert, dass er unter oder hinter nahezu jeder Couch bzw. Sofalandschaft unterkommt und somit aus dem Sichtfeld verschwindet. Dass sich der Sub im Einsatz kabellos mit der Cinebar verbindet, versteht sich fast von selbst, somit entfällt auch hier die nervige Kabelage! Ermöglicht wird die Wireless-Konnektierung über eine in die Cinebar integrierte Funk-Empfangseinheit, die sich automatisch mit dem Sub koppelt, sobald das hier entsprechende – selbstverständlich zum Lieferumfang gehörige – Modul eingesteckt ist.

Die Cinebar nimmt wenig Platz in Anspruch, beherbergt aber gleich drei vollwertige Zwei-Wege-Lautsprecher. Damit werden die drei Frontkanäle (LCR) diskret wiedergegeben.

Flachgelegt misst der T4000 gerade einmal 12,5 Zentimeter in der Höhe. Damit lässt er sich problemlos unter oder hinter (dann aufrecht stehend) den meisten Sofas unterbringen.

Aus 3 mach 5: das Cinesystem Trios „5.1-Set L“

Teufel gibt mit seiner Cinebar Trios also kaum Grenzen in Sachen Flexibilität vor. Fortsetzung findet diese Vorgabe bei den beiden Aufrüst-Sets, die die Berliner als 5.1-Ergänzung anbieten. Der engagierte Heimkinofreund kann diesbezüglich zwischen eleganten Standsäulen oder schlanken Drei-Wege-Satelliten wählen. Das erhöht die Variationsmöglichkeiten und macht das Set im Einsatz flexibel. Sie haben wenig Platz? Dann hängen Sie einfach zwei Satelliten an die Wand. Sie wollen mehr Druck und Volumen? Dann entscheiden Sie sich für die ebenfalls schlanken aber leistungsstärkeren Drei-Wege-Boxen L430 FR. Für jeden Anspruch und für jede Raumgröße hat Teufel also die passende Variante im Portfolio. Das Höchstmaß an Einrichtungskomfort verspricht in beiden Fällen Teufels RearStation Compact, die paarweise zum Lieferumfang jedes sogenannten „Ausbau-Sets“ gehört. Sie ist Verstärker und Empfänger in Personalunion und übernimmt den kabellosen Signaltransfer von der Cinebar, die sonst üblichen Lautsprecherverbindungen nach vorn werden also nicht benötigt. Für unseren Test haben wir uns übrigens für die Cinesystem Trios „5.1-Set L“, also die größtmögliche Ausbauvariante mit L430-Standlautsprechern entschieden.

Das von uns für diesen Test erwählte Upgrade-Paket beinhaltet zwei Drei-Wege-Alu-Lautsprecher, zwei RearStations und die entsprechenden Lautsprecherkabel.

Einfacher geht es kaum

Genug geredet, jetzt wird installiert. Haben die jeweiligen Schallwandler ihren Platz gefunden – die Cinebar idealerweise unter dem TV-Gerät, die Rears rechts und links vom Referenzplatz und der Subwoofer unter oder hinter der Couch – geht es auch schon an die finale Verkabelung: Diese hält sich dann erfreulicherweise in Grenzen. Nachdem Soundbar und Subwoofer mit Netzstrom versorgt sind, wird die Cinebar via HDMI-Kabel mit TV-Gerät und Zuspieler (in diesem Fall der Arcam Blu-ray-Player UDP411) verbunden. Im letzten Schritt gilt es dann noch die eben kurz beschriebenen RearStations mit den rückwärtigen Klangsäulen zu verbinden. Ein kinderleicht durchzuführender Vorgang, der lediglich die Konnektierung zwischen Satelliten und RearStation mittels Lautsprecherkabel bedarf. Ist das erledigt, müssen die kleinen Signalempfänger in die Wandsteckdose gesteckt und werden. Über ein kurzes Betätigen der in die rechten Seitenwange eingelassenen Taste „L/R“ bestimmt man dann noch, ob der aktuell gewählte Lautsprecher die Wiedergabe des linken oder rechten hinteren Kanals übernimmt.
Damit die einzelnen Mitglieder des Cinesystem Trios „5.1-Set L“ nun auch kabellos miteinander kommunizieren, ist noch eine entsprechende Zuweisung nötig. Ist die Menü-Taste auf der Fernbedienung gedrückt, poppt auch schon die OnScreen-Navigation auf dem TV-Gerät auf. Neben diversen Klangeinstellungen, findet sich hier auch der Menüpunkt „Funk“. Wählt man diesen an, lassen sich Subwoofer und RearStations anwählen. Aktiviert man die entsprechenden Auswahlmöglichkeiten, koppeln sich beide Zusatzlautsprecher automatisch mit der Soundbar. Das war es dann auch schon in Sachen Installation.

Sind die RearStations mit den Lautsprechern verbunden, giult es die Kabellosverbindung herzustellen. Auch dieser Schritt ist schnell und einfach via OnScreen-Menü erledigt.

Die zum Lieferumfang gehörige Fernbedienung kommt ebenfalls im Alu-Body daher, liegt gut in der Hand und verfügt über ein sinnvoll gestaltetes Tastenfeld.

Grundtonpunch und feine Töne
Welche Performance und welchen Druck allein Soundbar und Subwoofer entfalten können, habe ich ja bereits in meinem ersten Test der Cinebar Trios 3.1 beschrieben. Mit „Iron Man“ gilt es nun also herauszufinden, ob es dem inzwischen um kabellose Rearspeaker aufgerüsteten Setup tatsächlich gelingt, mich klanglich vollkommen einzuhüllen und realistischen Surroundsound zu erzeugen. Zunächst widme ich mich den verschiedenen Aufstellungsvarianten, dabei stelle ich schnell fest, dass sich vom Hersteller empfohlene Wandaufstellung tatsächlich am besten eignet. Obwohl der Soundbar im Vergleich zu einem Sounddeck einiges an Volumen fehlt, erreicht die elegante Frontbox durchgängig eine überraschend satte Bassperformance, die durch die Wand im Rücken merklich an Volumen gewinnt. Gemeinsam mit dem leistungsstarken Sub erzeugt das Set so ein Bassfundament, das es in sich hat. Wüsste ich es nicht besser, würde ich vermuten, dass hier mindestens Regallautsprecher am Werk wären. Der Bass drückt, nervt aber nicht und wummert auch nicht unkontrolliert. Nein, das Gegenteil ist der Fall. Als sich der Eisenmann für seinen ersten Einsatz vorbereitet wird es intensiv, vielfältig und sofort kommt Heimkinospaß auf. Beeindruckend, wie jedes noch so kleine akustische Details in den Raum gestellt wird, als Tony Stark sich die rotgoldene Rüstung anziehen lässt, um kurz darauf die ersten Flugversuche zu unternehmen. Als die Antriebsdüsen zünden, wird es gewaltig. Jetzt spielen Grundton und Bass wie aus einem Guss, wobei der auf dem Bildschirm dargestellte Kraftakt durch eine Extraportion Körperschall fühlbare Unterstützung findet. Wow! Trotz aller Dynamik, die nun in den Raum entlassen wird, zeigt sich das Berliner Ensemble weiterhin detailfreudig, was sich in der akustischen Darstellung umherfliegender Papiere und der uneingeschränkt verständlichen Stimmreproduktion des sichtlich überraschten Superhelden ausdrückt. Obwohl ich Cinebar und Sub vor einigen Monaten bereits im Test hatte und die Erwartungen entsprechend hoch waren, bin ich von der nun gebotenen Performance schlichtweg überrascht.

Praktisch: Die RearStation Compact wird einfach in die Steckdose gesteckt. Somit wäre die Stromzufuhr für die interne Verstärkereinheit gewährleistet.

Weiter geht es dann mit Musik: Und da die Engländer gerade auf Europa-Tournee sind und ich mich nicht rechtzeitig um Karten bemüht habe, suche ich nach Kompensation und füttere meinen Player mit „Live in Milan“ von Depeche Mode. Offenbar ebenfalls willkommener Input für das Cinesystem Trios „5.1-Set L“, das sofort nahtlos an die eben gebotene Leistung anknüpft, voller Temperament loslegt und Beeindruckendes in Sachen Teamfähigkeit an den Tag legt. Homogen und ohne akustischen Bruch macht sich die tosende Menge, die lauthals jeden Refrain mitsingt, um mich herum bemerkbar. Ich sitze inmitten der Fans, um mich herum wird ein umfassendes Surroundfeld aufgebaut, das auch im hinteren Bereich eine erstaunliche Präsenz an den Tag legt. Nicht falsch verstehen, die Effektkanäle drängen sich nicht in den Vordergrund, sind aber durchweg gegenwärtig und aktiv – nur so kann echte Live-Atmosphäre aufkommen. Gepaart mit der breit aufgezogenen, akustisch vollständig ausgeleuchteten Bühne, auf der Leadsänger Dave Gahan zur Höchstform aufläuft, erlebe ich nun echten, uneingeschränkten Rundum-Sound. So muss Heimkino bzw. eine mehrkanalige Konzertwiedergabe sein! Mit Steely Dans „Cusin Dupree“ legen meine Testgäste dann nochmal nach und sorgen für Gänsehaut-Atmosphäre. Diesmal allerdings mit noch mehr Wucht und Dynamik. Auch wenn es sich hier nur um eine DVD-Aufnahme (in mieser Bildqualität) handelt, ist der Sound auf den Punkt. Alles passt perfekt zusammen, wirkt eine Spur lebendiger, frischer, agiler. Die Drums kommen zackig und geben den Takt an. Der Backgroundgesang füllt den Raum, während sämtliche Begleitinstrumente sauber differenziert werden aber dennoch als akustische Einheit auftreten. Hier passt alles, das wohnraumtaugliche Setup aus Berlin geht beeindruckend impulsstark, dynamisch und mit einer erneut akkuraten Raumabbildung zu Werke, die die Boxen als Schallquelle in den Hintergrund treten lassen. Statt an den Lautsprechern zu „kleben“ steht der Sound einfach mitten im Raum.

Direkt am Aktivmodul des Subwoofers untergebrachte Regler und Schalter sind für die Lautstärkejustage, Phasenumkehr, Eingangswahl etc. zuständig.

Fazit

Großer Kinosound ist erwünscht, Lautsprecher sollen aber bitte nicht zu sehen sein, und Kabel schon gar nicht. Vorgaben, die bislang kaum zu erfüllen waren. Bislang, denn mit seinem Cinesystem Trios „5.1-Set L“ ist Teufel dieser Spagat eindeutig gelungen. Üppig ausgestattet und exzellent verarbeitet setzt dieses Heimkino-System in Sachen Installation, Platzbedarf und Komfort neue Maßstäbe. Das clevere Surround-Paket klingt zudem exzellent und macht den Kauf eines separaten Verstärkers unnötig. Ein Angebot, das Cinesystem Trios „5.1-Set L“ zu einer absoluten Empfehlung für all diejenigen macht, die nach einer schicken, leistungsstarken Wohnzimmer-Surround-Lösung mit wenig Platzbedarf suchen.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

93 %

98 %

99 %

170721.Teufel-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Teufel
Cinesystem Trios „5.1-Set L“"
Produktkategorie:5.1-Heimkinosysteme
Preis:1.999,99 Euro
Garantie:bis zu 12 Jahre
Ausführungen:Schwarz/silber
Vertrieb:Lautsprecher Teufel GmbH, Berlin
Tel.: 030 / 300 9 300
www.teufel.de
Abmessungen (HBT):- Cinebar: 93 x 1150 x 98 mm
- Subwoofer: 125 x 955 x 300 mm
- Rearspeaker: 1143 x 910 x 9,3 mm
Gewicht:- Cinebar: 6,5 Kg
- Subwoofer: 13,20 Kg
- Rearspeaker: 5,8 Kg
Hochtöner:- Cinebar: 3 x 20 mm
- Rearspeaker: 19 mm
Mitteltöner:- Cinebar: 6 x 77 mm
- Rearspeaker: 2 x 80 mm
Tieftöner:- Subwoofer: 3 x 130 mm
- Rearspeaker: 2 x 80 mm
Anschlüsse Cinebar:Digital:
- 1 x Optisch
- 2 x HDMI

Analog:
- 1 x 3,5-mm-Klinke
- 1 x Sub-Out

Wireless:
- Bluetooth
- NFC
Lieferumfang:- Soundbar Trios
- Subwoofer T4000
- 2 x L430 FR
- 2 x RearStation
- Wireless-Sub-Modul
- Standfuß
- 2 Netzkabel
- Fernbedienung
- Bedienungsanleitung
- Lautsprecherkabel
empf. Raumgröße:- bis 40 Quadratmeter
Besonderes:- kabellose Verbindung
- Wireless-Sub
- Bluetooth-Funktion
- flexible Aufstellung
- erstaunlicher Grundtonpunch
- druckvoller Bass
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1+
Gesamtnote:1,0
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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