von

Redakteur

Der AudioQuest JitterBug im gerade einmal so groß wie ein USB-Stick, soll aber die Musikwiedergabe vom Festrechner oder Laptop revolutionieren. Eine umständliche Installation ist dazu nicht nötig. Einfach den JitterBug in den USB-Port, DAC dran und schon soll die digital gelagerte Musiksammlung besser klingen – das für gerade einmal 49 Euro. Eine nochmalige Klangsteigerung verspricht der Hersteller, wenn man einen zweiten JitterBug einsetzt …

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den ganz großen Unterschied ausmachen. Der AudioQuest JitterBug verspricht genau das …

Um erstklassig Musik zu hören, braucht man nicht zwingend eine HiFi-Anlage, es erfordert nicht einmal eine High-End-Quelle und schon gar keinen MP3-Player. Alles, was man benötigt hat fast jeder von uns schon Zuhause: Ein Notebook. Aufgerüstet mit einem hochwertigen USB-Digital-to-Analog-Wandler (DAC) und um einen guten Kopfhörer ergänzt, ergibt dieses Setup bereits eine erstklassige Möglichkeit zur hochwertigen Klangwiedergabe. Netter Nebeneffekt: der finanzielle Aufwand ist ebenfalls überschaubar. Wer dem System aus Notebook und DAC, beispielsweise dem bereits von uns getesteten AudioQuest DragonFly Red, den letzten audiophilen Schliff verpassen möchte, dem stellt DAC mit dem AudioQuest JitterBug das richtige Werkzeug zur Verfügung. Wie das geht und was es bringt haben wir ausprobiert.

AudioQuest JitterBug und DragonFly Red: Die ideale (und vermutlichst kompakteste) Kombination, um das MacBook auf HiRes-Niveau zu bringen.

Geballte Kompetenz

Der kalifornische Hersteller AudioQuest ist in HiFi-Kreisen insbesondere für seine hochwertigen, innovativen und mitunter recht hochpreisigen Audiokabel bekannt. Vom Stromkabel, über HDMI- und Netzwerkleitungen, zu Cinch- und Lautsprecherkabel haben die Amerikaner alle denkbaren Verbinder, und das in unterschiedlichsten Qualitätsstufen, im Angebot. Das 1980 gegründete Unternehmen als reinen Kabelhersteller abzustempeln, damit wird man dem Umfang des Angebots aber nicht gerecht. Neben besagtem Portfolio bietet AudioQuest seit einigen Jahren nämlich auch hochwertige DACs und sogar Kopfhörer an, die rund um den Globus für Furore sorgten und die mobile Audiowiedergabe quasi revolutionierten. Der eben kurz erwähnte DragonFly setzte mit seiner Einführung im Jahr 2012 Maßstäbe und gilt, in überarbeiteter Form, bis heute als Garant für besten Klang am Computer oder anderen mobilen Devices wie dem Smartphone oder Tablet. Eine Möglichkeit den Sound ihres (oder auch markenfremder) DACs nochmals zu verbessern, haben die Ingenieure dann aber doch noch gefunden: Die USB-Schnittstelle.

Auf den ersten Blick wirkt der JitterBug eher unscheinbar …

Kompakter USB-Reiniger

Der „Universal Serial Bus“, wie die USB-Technologie ausgeschrieben heißt, ist so etwas wie ein Wunderwerk der Technik. Klingt hochtrabend, entspricht der Sache aber in allen Einzelheiten. USB bietet unterschiedlichsten Geräten Anschluss an den Computer, versorgt sie mit Spannung und überträgt mitunter enorme Datenraten. All das in den allermeisten Einsatzszenarien sogar ohne Treiberinstallation. Nun, ich bin zwar noch nicht so alt, ich kenne aber trotzdem noch furchtbar komplizierte Drucker- oder andere aufwändige Installationsprozeduren die inzwischen, auch dank USB, glücklicherweise nicht mehr nötig sind. Die Kehrseite der Medaille ist die technische Komplexität, die eine so einfache, im Verborgenen stattfindende, Anwendung mit sich bringt. Neben dem gewünschten Datenstrom und der Versorgungsspannung breiten sich auch diverse Störungen über die USB-Schnittstelle aus. Durch die wechselseitige Kommunikation landet von jedem Gerät etwas davon auf der USB-Leitung. Das wiederum kann andere Gerätschaften stören, bzw. ist in Hifi-Ketten klangschädigend. Abhilfe soll hier der AudioQuest JitterBug schaffen.

Um das MacBook bzw. andere Laptops und Notebooks auf HiFi-Niveau zu hieven, benötigt es ledigliches eines freien USB-Platzes am Rechner.

Ein Handgriff genügt …

Die Inbetriebnahme ist kinderleicht. Das kleine schwarze Gerät in Bauform eines USB-Sticks wird einfach in Serie zum eigentlichen Audiogerät angeschlossen, in unserem Test wird es also dem DragonFly-DAC vorgeschaltet. Diesbezüglich bietet der kleine JitterBug auf beiden Seiten Anschlüsse: Vorn einen USB-Stecker und hinten eine entsprechende Buchse. Dazwischen passiert das eigentlich Interessante: Über seine „Dual Discrete Noise-Dissipation Circuits“ getaufte Schaltung filtert der JitterBug ab sofort Störanteile aus der Leitung und verspricht eine bessere Kommunikation und eine zuverlässigere Datenübertragung. „Dual Discrete“ bedeutet in diesem Fall, dass die Schaltung sich voneinander unabhängig um den Daten- und Stromtransfer kümmert. Auf beiden eliminiert die Schaltung zudem elektromagnetische und andere Störungen, ganz nebenbei glättet das kleine Gerät auch noch den sogenannten „Jitter“, was die Namensgebung erklärt. Jitter ist ein Phänomen der digitalen Datenübertragung. Der Begriff beschreibt Ungenauigkeiten und Schwankungen im Übertragungstakt. Digitale Signale werden – anders als analoge, die kontinuierlich übertragen werden – in einzelnen Datenpaketen (Frames) übertragen, die einander in einem bestimmten Abstand folgen. Wenn nun der Taktgeber nicht hundertprozentig genau arbeitet, was eigentlich immer der Fall ist, kommt es zu mehr oder weniger stark ausgeprägtem Jitter. Darunter leidet der Klang, da Sender und Empfänger sich durch das fehlerhafte Timing missverstehen. Nun könnte man einwenden, dass hochwertige DACs, wie beispielsweise der DragonFly, ihren eigenen Takt generieren und damit nicht anfällig für Jitter sein sollten. Das kann man sicher so sehen, man kann jedoch auch argumentieren, dass nicht vorhandene Fehler gar nicht erst korrigiert werden müssen und damit die Datenverarbeitung im DAC entlasten. Ausserdem unterstützen nicht alle USB-DACs den asynchronen Modus. Ein anderes Argument pro JitterBug ist die Signal-Reinigung durch elektromagnetischen Störungen, die hilft dem DAC in jedem Falle. Damit auch Störungen von anderen Geräten gar nicht erst auf den Computer und den Bus übertragen werden, empfiehlt AudioQuest sogar den Einsatz von zwei JitterBugs: Einen in Serie zum DAC und einen parallelgeschaltet, also an einem weiteren Freien USB-Port angeschlossen. An ihm kann dann ein Drucker, eine externe Festplatte oder ähnliches verbunden werden. Alternativ bleibt der zweite JitterBug einfach „leer“ und die rückseitige Buchse mit dem beiliegenden Gummistopfen verschlossen. So eingesetzt, nimmt der zweite JitterBug nur Störungen auf, die bereits im System vorhanden sind.

Leichter geht`s kaum: Der JitterBug wird einfach in eine freie USB-Buchse gesteckt. In Serie folgt dann der USB-DAC.

Akustische Lupe

Wie zuvor bereits angedeutet, ist die Inbetriebnahme des JitterBug mit einem Handgriff erledigt. Dieser wird einfach als Bindeglied zwischen Rechner und DAC in den USB-Port gesteckt und mit dem externen DA-Wandler verbunden. Eine zusätzlich Treiberinstallation ist weder am Mac, noch unter Windows notwendig, sehr gut! Setzt man, wie von AudioQuest empfohlen zwei JitterBugs ein, bleibt der hintere Anschluss des zweiten Filters leer bzw. wird dort die externe Festplatte angeschlossen. Übrigens limitiert der JitterBug den USB-Anschluss auf den Standard USB 2.0, damit schränkt manch andere Funktion vielleicht ein, für die Audio-Wiedergabe stellt das jedoch kein Problem dar.
In meinem Test habe die JitterBugs am Macbook installiert. Die Musikwiedergabe übernimmt das für wenige Euros im App-Store erhältliche Programm BitPerfect. Dieses optimiert iTunes in audiophiler Hinsicht, in dem es die Musikwiedergabe übernimmt und iTunes lediglich die Steuerung überlasst. Angewählte Titel werden von BitPerfect in den Arbeitsspeicher verschoben und von dort aus bitgenau wiedergegeben. Zu Beginn habe ich dann nur einen JitterBug angeschlossen, da ich die Anleitung wie immer nicht gelesen und stattdessen sofort losgehört habe. Die Veränderung im Klangbild schien mir trotzdem nachvollziehbar, der Klang des hervorragenden DragonFly Red mit dem angeschlossenem Nighthawk Carbon-Kopfhörer erscheint noch etwas souveräner und selbstverständlicher. Insgesamt legte in der ohnehin schon gute Sound in Sachen Auflösung noch etwas zu. Der Unterschied ist nachvollziehbar, wenn auch nur in Nuancen.

Zwei JitterBugs versprechen sich als klangliches Upgrade. Auch dann, wenn am zweiten JitterBug nur der Drucker hängt.

Mit dem Schreiben dieses Artikels, studierte ich dann die Bedienungsanleitung. Dabei stelle ich fest, zu welchem Zweck der zweite JitterBug mitgeliefert wurde. Und genau der macht dann den großen Unterschied. Mit dem zweiten JitterBug stellt sich die Klangveränderung dann als deutlich offensichtlicher heraus. Besonders in Verbindung mit dem mir als Referenz dienenden Denon DA-300USB haben die kleinen Helfer ein nochmaliges Soundupdate bewirkt. Der Klang des Denon, der auch solo schon gut ist um zu begeistern, wird nun in allen Belangen detaillierter und offener. Der Hochton legt unter allen getesteten Abtastraten zu und scheint plötzlich noch mehr Informationen bereitzustellen. Dieser Eindruck bestätigt sich dann besonders deutlich bei Aufnahmen, die mehr Rauminformationen enthalten, denn hier lebt die Räumlichkeit quasi von feinsten Details. Sowohl über Lautsprecher, als auch in Verbindung mit dem DragonFly und hochwertigen Kopfhörer gefällt mir auch Adeles phantastisches Live Album „Live At The Royal Albert Hall“ besonders gut. Hier wird schnell überdeutlich, dass sowohl Sängerin, als auch das Publikum richtig Bock auf das Konzert haben. Gleiches gilt offensichtlich auch für die Toningenieure, die die dementsprechend gute Stimmung hervorragend auf CD eingefangen haben. Mit den JitterBugs, die dem akustischen Geschehen nun den letzten Schliff verleihen, wirkt diese Tatsache jetzt noch deutlicher also zuvor. Der kleine AudioQuest USB-Plug wirkt dabei gewissermaßen wie ein akustische Lupe. Er holt unter den gegebenen Umständen das Maximum an Feinauflösung aus der Anlage. Meiner Erfahrung nach könnte man diese „Lupenfunktion“ fast schon als den AudioQuest-Klang bezeichnen, denn auch beim DragonFly ist mir die besondere Auflösung und Liebe zu jedem Klangdetail bereits positiv aufgefallen.

Die Installation inst kinderleicht, wird über die beiliegende Anleitung aber auch perfekt dokumentiert.

Fazit

In meiner Audiokette hat das Notebook den CD-Player längst ersetzt. Laptop plus DAC und die Steuerung vom Smartphone bieten einfach das komfortablere Handling im Vergleich zur CompactDisc, bei ebenfalls hervorragendem Klang. Der AudioQuest JitterBug verleiht der modernen „Anlage“, bestehend aus Notebook und DAC, jetzt den letzten Schliff. Dabei reduziert er Störungen im komplexen USB-System, was wiederum einen hörbar besseren Klang zur Folge hat. Addiert man die simple Anwendung und den günstige Preis, liefert der JitterBug ein rundum gelungenes Gesamtpaket, das sowohl den portablen DragonFly als viele stationäre DACs klanglich aufmöbelt.

Test & Text: Jonas Bednarz
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

95 %

98 %

89 %

180817.AudioQuest-Testsiegel

Technische Daten

Modell:AudioQuest
JitterBug
Produktkategorie:Jitter-Reiniger
Preis:49 Euro (UVP)
Garantie:1 Jahr
Ausführungen:Schwarz
Vertrieb:AudioQuest, Roosendaal (NL)
Tel.: +31 165 / 54 14 04
www.audioquest.de
Abmessungen (HBT):12 x 19 x 50 mm
Gewicht:ca. 12 g
Eingang:- USB Type-A Male
Ausgang:- USB Type-A Female
Lieferumfang:- JitterBug
Besonderes:- superkompakt
- kompatibel zu Windows, iOS und Android
- effktive Filterung
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1+
Ausstattung (20%):1,1
Gesamtnote:1,0
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt