Die Heco Aurora 1000 sind üppig bemessene und modern gestaltete Standlautsprecher. Sie spielen dynamisch und temperamentvoll, wissen aber auch die feinen Töne zu bearbeiten und bestechen durch einen luftigen Bass und seidige Höhen. Zusammengefasst klingt das nach einer Ideallösung für Rock, Pop, Klassik und Heimkino.

Trotz ihrer Höhe von 1,20 Metern wirkt die Heco eher wohnraumfreundlich.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1949 hat sich die Marke Heco mit Ursprung im Taunus in der HiFi-Welt einen exzellenten Namen aufgebaut. Unter den zahlreichen Lautsprecherreihen stellt die neue Aurora-Reihe das gehobene Segment dar. Die Aurora 1000 ist das Serien-Flaggschiff und derzeit in weißer und schwarzer Schleiflack-Ausführung erhältlich. In Sachen Ausstattung, Größe und Design steht kein Aurora-Familienmitglied über ihr. Ein Modell, mit dem Heco maximale akustische Performance und einen modernem Look verspricht. Wer schon einmal Heco-Lautsprecher besessen hat, der weiß, dass Heco seine Versprechen normalerweise auch einhält. Uns hat die Aurora 1000 schonmal neugierig gemacht, weshalb wir ein Pärchen zum Test orderten.

Weißer Schleiflack, Schattenfuge, Holzoptik: DIe Aurora 1000 hat bereits optisch jede Menge zu bieten.

Die riesige Verpackung verspricht viel Inhalt

Die gut verpackten Gehäuse sind in ordentlich gepolsterten Kartons gelagert, die auch den ruppigen Umgang beim Transport locker verschmerzen. Einmal ausgepackt, kommen die bildhübschen Gehäuse in Bi-Color-Ausführung zum Vorschein. Front und Oberseite der Aurora 1000 sind mit einer hochwertigen Seidenmattlackierung in „ivory white“ oder „ebony black“ ausgeführt. Seitenwände und die Rückwand sind (je nach gewähltem Modell) mit einer hellen beziehungsweise dunklen, gut verarbeiteten Furnierfolie bezogen. Eine Schattenfuge differenziert die Seitenwand, ohne einen optischen Bruch hervorzurufen. In die Deckelplatte ist eine schicke Metallplatte eingelassen, die den Schriftzug „Aurora“ trägt. Ein schönes Accessoire, das die Eleganz des Drei-Wege-Schallwandlers nochmals unterstreicht. Die gesamte Verarbeitung wirkt solide, hochwertig und gelungen. Ein weiteres sinnvolles Detail sind die Traversenfüße, auf denen die Heco thront. Diese werden mit Kegel-Spikes bestückt, deren Spitzen alternativ aber auch gegen Gumminoppen getauscht werden können. So lassen sich die Boxen auch auf harten Oberflächen wie Laminat oder Parkett aufstellen, ohne den Untergrund zu beschädigen. Das geht alles ganz schnell und einfach von der Hand, das beiliegende Benutzerhandbuch erklärt die nötigen Schritte zur Montage sehr detailliert. Durch die in der Höhe verstellbaren Spikes können auch unebene Standflächen problemlos ausnivelliert werden. Das funktioniert sogar, ohne dass die Box angekippt werden muss.

Einen festen Stand und zusätzlichen Kippschutz bieten die seitlich überstehenden Traversenfüße.

Trotz ihrer stattlichen Größe von 1,20 Metern machen die Lautsprecher aufgrund ihrer geringen Breite von 23,5 Zentimetern einen schlanken Fuß, wobei selbiger durch die Traversen eine rund 30,5 Zentimeter breite Standfläche beansprucht und in der Höhe noch einmal um knapp sechs Zentimeter zulegt. In der Tiefe ist etwas Platz erforderlich, misst das Gehäuse doch samt Terminal 393 Millimeter. Ohne Terminal sind es noch 37,5 Zentimeter. Das Terminal selbst ist mit seinen vergoldeten Schraubklemmen sehr robust ausgeführt und kann optional auch im Bi-Wiring-/Bi-Amping-Modus verdrahtet werden. Hierbei werden Tief- und Mitteltonbereich getrennt angesteuert, was den Klang gegebenenfalls weiter verbessern kann. Der korrekte Anschluss für das Bi-Amping und Bi-Wiring wird im Handbuch kurz, aber verständlich erklärt. Für den Einsatz an einem konventionellen Verstärker ist ab Werk eine vergoldete Kabelbrücke am Terminal installiert. Eine Gewebefrontblende gehört ebenfalls zum Lieferumfang jedes Lautsprechers. Die bei unserem Testmodell in Lichtgrau gehaltene Abdeckung haftet magnetisch direkt vor den Chassis und kann spurlos und einfach angebracht und wieder entfernt werden.

Die Heco ist mit einem massiven und großzügig dimensionierten Bi-Wire-Anschlussterminal ausgestattet an dem auch Kabel größeren Querschnitts verbunden werden können.

Viel Aktionsfläche im steifen Gehäuse

Kommen wir zur Technik: In der Aurora 1000 arbeitet ein neu entwickeltes Hochtonchassis mit einer 28 Millimeter messenden Kalotte, bestehend aus einem Seidengewebe. Sie lagert in einem kräftigen Ferrit-Doppelmagnetsystem mit einer Ferrofluid-Kühlung. Mit der neuen, sogenannten Fluctus-Akustikflansch-Geometrie soll sie auch höhere Belastungen locker wegstecken. Die computeroptimierte Mehrwellen-Frontplatte verspricht ein optimiertes Abstrahlverhalten und einen sanften Übergang an den ab 3.300 Hertz übernehmenden Mitteltonlautsprecher. Letztgenannter misst 170 Millimeter im Durchmesser. Seine bewährte und leichte Langfasermembran mit ihren flachen Staubschutzkalotten wird von flexiblen Langhubsicken gehalten, was eine hohe Agilität und reichlich Leistung verspricht. Bei einer Frequenz von rund 260 Hertz übernehmen dann die beiden Tieftonlautsprecher das Ruder. 200 Millimeter durchmessend, sind sie nach dem gleichen Prinzip wie der Mitteltonlautsprecher aufgebaut. Die Technik ist beeindruckend und auffällig leistungsstark. Das wiederum verlangt nach einer massiven Gehäusekonstruktion, die Heco seinem Aurora-Flaggschiff selbstverständlich auch bietet. Der Korpus ist in der Mitte dreifach versteift, das verringert Eigenschwingungen und Resonanzen. Ein wichtiger Punkt, schließlich erzeugt die beschriebene Chassis-Armada im Innern des Gehäuses jede Menge Druck. Für Entlastung sorgen die beiden Bassreflextunnelöffnungen auf der Rückseite. Sie sind akustisch nicht voneinander getrennt, sondern nutzen das gesamte Bassgehäusevolumen gemeinsam. Das hat den Vorteil, dass die Aurora 1000 akustisch noch etwas tiefer in den Basskeller hinabsteigt. Herstellerseitig wird diesbezüglich ein wiedergegebener Frequenzbereich von 22 Hertz bis 42.500 Hertz angegeben. Ein Betrieb ist sowohl an Vier-Ohm- wie auch an Acht-Ohm-Endstufen möglich. Die Belastbarkeit wird von Heco mit 230 Watt Dauerleistung und 380 Watt Spitzenleistung (RMS) angegeben.

Besonder stolz ist man bei Heco auf den 28 Millimeter messenden Hochtöner, der in einer ausgeklügelten Schallführung sitzt.

Kleine Änderungen bringen viel

Bevor ich der Heco die ersten Töne entlocke, widme ich mich zunächst der Aufstellung und Einrichtung, schließlich soll die Box im Test die bestmögliche Performance liefern. Bei der Verortung der Aurora 1000 sollte zunächst zwingend darauf geachtet werden, sie nicht in der Raumecke oder zu dicht an der Wand zu platzieren. Kommt der Lautsprecher der Wand zu nah, kann dies eine deutliche Erhöhung im Bassbereich nach sich ziehen. Das ist nicht immer gut, sondern führt auch mal schnell zu Kontroll- und Präzisionsverlust. Idealerweise halten Sie einen Abstand von rund 50 Zentimetern ein. Folgen Sie dieser Vorgabe, erscheint die Basswiedergabe sauber und knackig. Für ein räumlich optimales Klangerlebnis bauen Sie ein möglichst perfektes Stereo-Dreieck auf. Bedeutet: Der Abstand zwischen den Lautsprechern entspricht dem zwischen Zuhörer und Boxen. Achten Sie zudem auf einen festen Stand. Hier kommen die zuvor erwähnten Traversen und Spikes ins Spiel, die der Aurora 1000 eine massive Basis bieten. Über sie lassen sich zudem Unebenheiten im Boden ausgleichen.

Die Aurora 1000 kann wahlweis emit spitzen Spikes oder mit bodenschonenden Gummifüßchen bestückt werden. Selbstverständlich passen beide Varianten auch unter die ebenfalls zum Lieferumfang gehörigen Traversen.

Harmonischer Antreiber

Klanglich spielen die Aurora 1000 sehr klar und präzise auf. Der Sound wirkt harmonisch und rund. Bässe werden sauber ans Ohr getragen, wirken dabei aber nie übertrieben oder aufgesetzt. Die Räumlichkeit stimmt ebenfalls, Instrumente werden gestaffelt auf der breit aufgespannten Bühne verteilt und sind, sofern man mittig zwischen den Lautsprechern sitzt, auch sehr gut ortbar. Das raue Saxophon in Herbie Hancocks „Cantaloupe Island“ steht frei zwischen Klavier und Schlagzeug, alles wirkt akustisch sortiert ohne auch nur im Ansatz seziert zu klingen. Die Mischung der diversen Instrumente harmoniert einfach großartig. Der Wechsel zu Robbie Williams unterstreicht diesen Eindruck: In „Feel“ wird der britische Ausnahmekünstler schlichtweg so überzeugend wiedergegeben, als stünde man als Zuhörer direkt an der Bühne. Instrumente, Gesang, alles da, alles präsent und absolut realistisch reproduziert. So dargestellt, vergeht die Zeit wie im Flug und der Test wird zur schönen Musiksession.
Speziell in der Wiedergabe moderner Live-Aufnahmen zeigen die Hecos was sie können. Das Duo bildet die akustische Darstellung sehr harmonisch ab. Alle Beteiligten werden sauber konturiert und niemals überbetont auf der virtuellen Bühne skizziert. Dabei gelingt es dem Gespann, eine auch in ihrer Tiefe realistische Kulisse aufzubauen. Der Sound groovt, packt und macht einfach Spaß. Keine Spur von Härte, dafür erleben wir Körperhaftigkeit und Plastizität. So muss eine Live-Reproduktion sein! Ganz eindeutig liegen die ganz großen Stärken der Aurora 1000, das beweist auch dieser Testabschnitt, in der feinen Detailwiedergabe. Naturinstrumente, wie Akustik-Gitarre, Saxophon, Trompete, akustisches Schlagzeug, Oboe oder Streicher stellen den Lautsprecher vor keinerlei Herausforderung. Im Gegenteil, in puncto Fein- und Hochtonauflösung legt die Heco sogar noch zu. In der „Tom’s Diner“-A-Capella-Version von Suzanne Vega brilliert die Aurora 1000 gar mit einer solch exakten Wiedergabe, dass man sogar die sanfte Schmatzer wahrnimmt, die der Künstlerin über die Lippen kommen. Die 1000er ist allerdings kein Schönspieler oder Feingeist. Sie beschönigt nichts, sondern legt auch weniger gut produzierte Passagen und Songs schonungslos offen. Die Stärke in der Detailwiedergabe kommt dann speziell in der Reproduktion klassischer Musik zum Tragen. Wenn Siegfrieds Schwert Nothung zerspringt, ist es fast, als säße man direkt im Parkett des örtlichen Opernhauses. Besonders beeindruckend ist die Darstellung der Bläser in Kombination mit den Cellisten. Hier kann die Box durch ihre knackige Bassperformance zusätzliche Punkte sammeln.

In unserem Test durfte sich die Heco Aurora 1000 zunächst an der Heed thesis-Kette und anschließend am Magnat RV 4 beweisen.

Ergänzungsmöglichkeiten zur Aurora 1000

In der Stereoreproduktion spielen die Aurora 1000 auf höchstem Niveau. Eine Soundcharakteristik, die man sich auch gut im Heimkino-Verbund vorstellen könnte bzw. wünscht. Diesbezüglich stehen in der Aurora-Reihe von Heco entsprechende Ergänzungsmöglichkeiten zur Verfügung. Als Surround-Lautsprecher bietet sich beispielsweise der Aurora 300 an. Ein kompakter Regallautsprecher mit 170 Millimeter-Membran und einem der Aurora 1000 identischen Hochtöner. Für die Aufstellung unter der Leinwand oder dem neuen LED-Fernseher empfiehlt sich der Aurora Center 30 mit seinen zwei 125 Millimeter messenden Tiefmitteltönern und der bekannten 28er-Hochtonkalotte, die hier eingesetzt eine perfekte Dialogwiedergabe verspricht. Soll es dann noch richtig tief in den Basskeller gehen, steht der Subwoofer Aurora Sub 30 A bereit, der dank seiner 300-Millimeter-Membran brachiale Dynamik und soviel Volumen generieren soll, dass im heimischen Filmpalast die Wände wackeln.

Reichlich Druck im Bassbereich liefern die beiden im der Aurora 1000 eingesetzten 200-Millimeter-Tieftöner.

Fazit

Mit der Aurora 1000 ist Heco eine hervorragend gefertigte und ausgewogen klingende Box gelungen, die nahezu allen Ansprüchen gerecht wird. Die integrierte Technik macht die schwungvolle Party ebenso mit, wie die feine Reproduktion klassischer Klänge. Zeitgenossen, die es eher leise bevorzugen, kommen auch unterhalb Zimmerlautstärke voll auf ihre Kosten. Auch unter minimalem Pegel versaufen weder akustische Konturen noch Details. Dabei kann der Bass auch hier deutliche Akzente setzen, ohne aber die Nachbarn durch zu heftiges Wummern von der Couch zu drücken. Positiv überrascht mich aber vor allem, dass es Heco gelungen ist, einen Bassreflex-Lautsprecher zu entwickeln, der sich dem Trend donnernder Bässe widersetzt. Stattdessen wird dem Ohr des Zuhörers mit präzisen Klängen und gut zu ortenden Instrumenten geschmeichelt. Preislich wird es dann so richtig attraktiv: Mit einem Straßenpreis von etwa 700 Euro pro Stück ist die 1000er bei der gebotenen Ausstattung ein echter Preistipp. Mehr Lautsprecher zu diesem Kurz geht einfach nicht!

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

94 %

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Technische Daten

Modell:Heco
Aurora 1000
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:699,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Weiss (seidenmatt)
- Schwarz (matt)
Vertrieb:Voxx, Pulheim
Tel.: 02234 / 807120
www.heco-audio.de
Abmessungen (HBT):1200 x 235 x 375 mm (nur Gehäuse) bzw.
1258 x 305 x 393 mm (mit Traversen, Füßen, Terminal)
Gewicht:19 kg / Stück
Prinzip:passiv, Drei-Wege, Bassreflex
Hochtöner:28 mm
Mitteltöner:170 mm
Tieftöner:2 x 200 mm
Frequenzbereich:22 – 42.500 Hz (Herstellerangabe)
Impedanz:4 - 8 Ohm (Herstellerangabe)
Wirkungsgrad:93 dB (1W/1m) (Herstellerangabe)
empfohlene Verstärkerleistung: 30 - 380 Watt (Herstellerangabe)
Belastbarkeit:230/380 Watt (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- Aurora 1000
- Spikes (4 je LS)
- Traversen (2 je LS)
- gummierte Füße
- Lautsprecherabdeckung
- Bedienungsanleitung
Besonderes:+ enorme Detailfreude
+ sehr plastische Wiedergabe
+ hoher Wirkungsgrad, daher auch für Verstärker mit geringer Leistung geeignet
+ sehr gute Verarbeitung
+ üppige Bestückung
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,1
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

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