Die Heco Celan Revolution 7 ist robust ausgeführt und gut verarbeitet. Das kantige Design ist ungewöhnlich aber doch ansprechend, die Chassis-Armada verspricht einen knackigen Antritt. Den liefert sie dann auch …

1,12 Meter sind eine stattliche Größe. Dank ihrer eleganten Linienführung wirken die Hecos allerdings weder massiv, noch klobig.

Meine ersten Erfahrungen mit Heco datieren noch aus den 1970er Jahren. Tatsächlich besitze ich noch ein schickes Paar Sound Master 25 von 1968, die damals noch im Taunus entwickelt und hergestellt wurden. Seit dieser Zeit hat sich aber so Einiges getan. Lautsprecher in Nussbaum sind heute nicht mehr so gefragt. Auch die langen Filzuntersetzer nicht mehr, um die Holzbox möglichst vom Möbel zu entkoppeln. Und ein einfacher rechteckiger Kasten, der vorn mit Stoff bespannt wird, ist auch nicht mehr zeitgemäß.

Widmen wir uns der Gegenwart

Inzwischen gibt es eine ganze Nachfolger-Ahnenreihe meiner Lautsprecher. Aktuell wäre das die Celan Revolution-Serie, die in deutlich modernerem Design daherkommt. Sie gehört zum Heco-Highend-Segment, das nur noch von „The New Statement“ übertroffen wird.
In der mit zahlreichen Polstern versehenen Kartonage findet sich dann zunächst die Heco Celan Revolution 7. Anbei liegen zwei Aluminium-Traversen, die mit je vier Schrauben am Gehäuse befestigt werden. Das sieht gut aus und bietet der Box eine breite Standfläche. Dazu kommen vier Standfüße, wahlweise mit Gummi- oder Aluminiumspikes. Zum Lieferumfang gehören zudem eine magnetisch haftende Frontblende. Ein Exemplar dieser Gattung bringt dann stattliche 29,5 Kilogramm auf die Waage. Bei der Aufstellung sollte also unbedingt ein Helfer bereitstehen, damit die Schallwandler ihren finalen Standort auch sicher erreichen. Wie der Titel schon anklingen lässt, sind die Lautsprecher schräg gestylt. Ich spreche natürlich von der Oberseite, die zur Schallwand hin abgesenkt ist. Daher ist beim Anschrauben der Traversen auch etwas Vorsicht gefragt, damit das auf dem Kopf stehende Gehäuse nicht umkippt. Ansonsten zeigt das Äußere der Box nach oben, unten und hinten klare Kante. Nach vorn heraus ist die Box etwas bauchig und leicht gerundet, zur Rückseite hin verjüngt sie sich.
Die Revolution 7 ist wahlweise in Piano Schwarz, seidenmattem Weiß sowie in der Farbe Espresso mit edlem Holzfurnier zu haben. Die vier Chassis sind bündig in die Frontplatte eingelassen, wobei die Körbe von vier deutlich sichtbaren Schraubenpaaren gehalten werden. Nur der Hochtöner wird durch vier einzelne Schrauben fixiert. Alle Lautsprecher-Chassis wurden speziell für die Celan Revolution-Serie entwickelt. Am Auffälligsten tritt hier die Hochtonkalotte in ihrer Mehrwellen-Frontplatte in Erscheinung. Sie verspricht ein ausgewogenes und harmonisches Abstrahlverhalten.

Dier Traversenfüße verleihen der Heco den optischen Feinschliff, verschaffen ihr zugleich aber auch einen stabileren Stand.

Ausgefallene Klangtürme für den Wohnraum

Die Celan Revolution 7 stellt die kleinere der Celan Revolution-Standboxen aus der Heco-Reihe dar. Sie kommt inklusive der Traverse mit nur 320 Millimetern in der Breite aus. In der Tiefe misst sie 390 Millimeter und sie erreicht stattliche 1,18 Meter in der Höhe. Die Musiktürme fallen in jeder Hinsicht auf. Ihre Verarbeitung ist erstklassig. Die Aluminiumkörbe der Tieftonchassis sind mit je acht Schrauben sicher verankert. Selbst die silberfarbenen Traversenfüße fügen sich sauber in die optische Erscheinung der Box ein. Selbst das bündig in die angewinkelten Oberseite eingelassene Typenschild bricht nicht mit dieser Ästhetik. Und wenn das Design der deutlich abgesetzten Chassis zu aufdringlich wird, kann die schwarze Frontblende Abhilfe schaffen. Sie haftet magnetisch an der Front, wie heute bei den meisten Herstellern üblich. Ist die Technik versteckt, trägt der Lautsprecher optisch nicht mehr so dick auf, sondern schmiegt sich eher sanft in die Umgebung ein.

Die Gewebeabdeckungen haften hier magnetisch und verhindern den Blick auf die Technik.

Die Heco Celan-Serie hat sich technisch weiterentwickelt

Mit ihrem Ursprung in der Celan GT-Serie, hat sich die Celan Revolution 7 noch einmal neu erfunden. Dies gilt nicht nur für das ungewöhnlich geformte Gehäuse. Zu dieser Revolution zählt speziell der 30 Millimeter messende High-Energy-Hochtöner. Er sitzt in einer Aluminium-Frontplatte, die die Frequenzabstrahlung optimieren soll. Darüber thront ein 170 Millimeter messendes Mitteltonchassis mit Hecos bekannter Kraftpapier-Membran. Sie ist durch eine neu entwickelte akustisch optimierte Staubschutzkalotte geschützt. Unter dem Tweeter befinden sich die beiden Tieftonmembranen mit je 170 Millimeter Durchmesser. Die Tieftöner arbeiten in einem gemeinsamen Bassabteil und versprechen reichlich Druck. Jener wird durch die beiden rückseitig platzierten Bassreflextunnel nochmals unterstützt. Auch sie sind mit Aluminiumringen verschraubt. So abgestimmt, erreicht die Box laut Herstellerangabe die stattliche Frequenzabdeckung von 21 Hertz bis 52 .000 Hertz!
Unter den Tunneln liegt das Anschlussterminal. Über dieses lässt sich die Revolution per Schraubklemme oder Bananenstecker mit dem Verstärker verbinden. Auch Bi-Wiring oder Bi-Amping ist möglich. Mittels einer fünften Buchse kann man Hochtonbereich linear verlaufen lassen oder um +2 Dezibel anheben. Ein cleveres Feature, das gerade in Räumen mit hohem Hochtonabsorptionsgrad (Vorhänge, Teppiche, schwere Polstermöbel) Sinn macht. Welche Variante letztlich die richtige Lösung darstellt, ist von der Raumgeometrie und -einrichtung sowie nicht zuletzt vom eigenen Hörgeschmack abhängig. Probieren Sie einfach einmal beide Möglichkeiten aus. Bei der Aufstellung sollte dann noch beachtet werden, dass der Lautsprecher mindestens 50 Zentimeter Raum nach hinten hat. Wird der Abstand geringer, nimmt die Bassintensität zu. Mehr Abstand bedeutet hingegen etwas weniger Bass, dafür ein Plus an Kontrolle.

Aussergewönlich aber sinnvoll: Über die fünfte Buchse lässt sich die Hochtonwiedergabe um zwei Dezibel erhöhen.

Aufgestellt und angespielt

Damit die Heco Celan Revolution 7 auch ordentlich aufspielen kann, stelle ich die Lautsprecher in ein Stereodreieck von knapp drei Metern Seitenlänge. Zur Rückwand habe ich etwa 80 Zentimeter gelassen und die Lautsprecher leicht auf den Hörplatz eingedreht. Als Verstärker-Kraftwerk dient der Magnat RV 4, der mit zweimal 150 Watt Dauerleistung ausreichend Spielraum bietet. Die Lautsprecher möchten mit 30 Watt aufgewärmt werden und vertragen bis zu 350 Watt in der Spitze. Zur Eingewöhnung beginne ich mit einem Pegel leicht oberhalb der Zimmerlautstärke. Dabei sollen die Lautsprecher zunächst mit Suzanne Vegas facettenreicher Stimme ihr Können beweisen. Nachdem ich die Hecos dann noch etwas zusammengerückt habe, tönt „Tom’s Diner“ aus den Schallwandlern. Der Sound ist beeindruckend rund und Revolution 7-Duo bildet ganz nebenbei auch noch ausreichend Raum ab. Die hohen Töne passen sofort und auch die Bruststimme wird akkurat abgebildet. Das klingt schon ganz wunderbar, aber eine Stimme allein macht noch kein Orchester. Der wandlungsfähigen Altstimmenwelt bleibe ich anschließend aber mit London Grammar treu. Hannah Reid erklingt angenehm satt und füllig in „Help Me Lose My Mind“. Der Synthesizer umspielt mich geradezu und die Bass-Drum gibt den druckvollen Rhythmus vor. Aufgrund der Raumgeometrie ziehe ich die Lautsprecher anschließend noch etwas von der Wand weg, weil mir der Bass noch ein bisschen zu sehr betont wird. Wenig Aufwand, große Wirkung! Jetzt entspricht das Klangbild ziemlich genau meiner Vorstellung. Meine Empfehlung: Spielen Wie ein wenig mit der Aufstellung der Lautsprecher, es lohnt sich. Schon um wenige Zentimeter verschoben, kann sich ein völlig neues Klangbild ergeben.

Hoch- und Mittelton der Revolution 7 sind nahezu perfekt aufeinander abgestimmt.

Revolution 7 auf allen Ebenen

Die beiden Celan Revolution 7 entfalten jetzt ihre ganze Pracht. Instrumente werden absolut präzise im Raum positioniert. Das gesamte Klangbild „rastet“ ein und hinterlässt einen exzellenten Eindruck. Bässe kommen mit der nötigen Energie, werden aber niemals überbetont abgebildet. Kurz darauf weiß dann auch John Martin von der Swedish House Mafia mit seiner rauen Stimme in „Don’t You Worry Child“ zu brillieren. Auch hier passt alles. Richtig schön zur Geltung kommt der Mitteltonbereich in der Reproduktion der guten alten Orgel des Delvon Lamarr Organ Trios in „Move On Up“. Jetzt füllt sich der Raum bis in den letzten Winkel mit Musik. Bei Martin Garrix beweisen die Hecos anschließend, dass sie auch mit moderner Musik sehr gut klar kommen. Die tiefgreifenden, hammerharten Bässe bereiten ihnen ebenso keine Probleme, wie knackige, fetzige Höhen. Das funktioniert übrigens auch unter hohen Lautstärken noch ganz ausgezeichnet. Hier wird schlichtweg das ausgegeben, was der Verstärker an Signalen liefert. Alle Chassis beweisen dabei jederzeit die erforderliche Impulstreue. Die Celan Revolution 7 spielt in jedem Frequenzbereich agil und lebendig. Das funktioniert andersrum aber auch bei mitternächtlicher gedämpfter Zimmerlautstärke. Und zwar ohne, dass ein musikalisches Detail leidet.

Schräge Sache: Die Gehäusedecke ragt zur Rückseite hin weiter nach oben. Ausserdem ist das Gehäuse vorn etwas bauchig und nach hinten leicht verjüngt.

Klassischer Sound im modernen Gewand

Klar, nicht jeder hört ausschließlich moderne, von synthetischen Klängen geprägte Musik. Daher wird die Revolution 7 jetzt auch mit älteren Stücken konfrontiert. Meine Zeitreise führt mich dann zunächst zu „I Believe You“ von Talk Talk. Zugegeben, auch hier spielen noch Synthies mit, aber das säuselnde Ride-Becken hat mich sofort so beeindruckt, dass ich es einfach erwähnen muss. Die Box stimmt die Bass-Drum satt an, selbst das feine Piano passt sich wunderbar in das gesamte Akustikgewirk. Auch vor Blues-Titeln diverser Künstler schreckt das Heco-Paar nicht zurück. Gerade Gitarren, egal ob elektrisch oder akustisch, profitieren von der homogenen Abstimmung zwischen Mittelton und Hochtonbereich. In meinem Test soll aber auch die Klassik nicht zu kurz kommen. Als bekanntestes Stück dient mir die „Toccata Con Fuga“ in D-Moll von Johann Sebastian Bach für den Hörcheck. Eigentlich gibt es hier dann nicht viel zu beschreiben. Das gesamte Orgelstück klingt schlichtweg so, wie es klingen sollte. Die Orgel wird absolut natürlich abgebildet, während die Kirche in voller Räumlichkeit erklingt. Dabei tanzt keine noch so kleine Pfeife aus der Reihe. Selbst die dicken Rohre werden mit der benötigten Stimmgewalt reproduziert. In Beethovens neunter Sinfonie gelingt der Drei-Wege-Standbox die Abbildung der unterschiedlichsten Instrumente ebenfalls mit Bravour. Die Pauke wirkt wunderbar plastisch und sogar die von mir sonst so gefürchteten Blechbläser erklingen präzise. Die Revolution 7 zeigen sich somit als echte Allrounder, die sich für die Wiedergabe nahezu jeden Musik-Genres qualifizieren.

Das Bass-Duo sorgt für reichlich Druck in den unteren Frequenzetagen.

Erweiterbarkeit

Da heute offensichtlich niemand mehr ohne Subwoofer leben kann, kann das Revolution 7-Paar selbstverständlich um einen Serien-Bassmeister erweitert werden. Selbstverständlich immer vorausgesetzt, der Verstärker bietet einen entsprechenden Ausgang an. Meiner Meinung nach benötigt das Duo zwar keine Bassunterstützung, aber die Möglichkeit besteht. Mit dem Sub 32A hält Heco dazu einen kraftvollen Aktiv-Sub mit 300 Millimeter-Membran bereit. Alternativ lässt sich auch ein vollständiges Celan-Revolution-Surroundset aufbauen. Zu diesem Zweck bietet Heco den Center Celan Revolution 4 und die Revolution 3 an, die beispielsweise als Rear-Lautsprecher eingesetzt werden können.

Die beiden rückseitig eingelassenen Reflexports sind strömungsoptimiert ausgelegt und unterstützen das Tiefton-Duo in der Bassarbeit.

Fazit

Mit der Revolution 7 hat Heco wieder einmal saubere Arbeit geliefert. Das hochwertig verarbeitete und sehr hübsch gestaltete Gehäuse wirkt ein wenig futuristisch, passt sich aber in jede moderne Wohnsituation ein. Die geschwungene Gehäuseform mit ihrem geschrägten Deckel verleiht dem Kraftmeier ein charmantes Äußeres. Die 7er ist ein Highend-Lautsprecher, der durch seine schnelle und harmonisch abgestimmte Technik beeindruckt. Selbst mit hoher Impulskraft einer starken Endstufe wissen die Hecos locker umzugehen. Nimmt man Verarbeitung, Materialqualität und den sehr guten Klang zusammen, ist der Preis von knapp 1.600 Euro für eine Celan Revolution 7 auch absolut angemessen. Da staunt selbst meine alte Sound Master 25.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Spitzenklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

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190110.Heco-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Heco
Celan Revolution 7
Produktkategorie:Standlautsprecher
Preis:1.599,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Hochglanzlackierung
- Seidenmattlackierung
- selektiertes Echtholzfurnier
Vertrieb:Voxx, Pulheim
Tel.: 02234 / 807120
www.heco-audio.de
Abmessungen (HBT):1182 x 320 x 390 mm
Gewicht:30,0 Kg/Stück
Hochtöner:30 Millimeter
Mitteltöner:130 Millimeter
Tieftöner:2 x 130 Millimeter
Lieferumfang:- Celan Revolution 7
- Traversen
- Spikes
- Gummifüsschen (schraubbar)
- Gewebeabdeckungen
- Bedienungsanleitung
Pros und Contras:+ futuristisches Design
+ edler Oberflächen
+ exzellente Verarbeitung
+ Hochtonanpassung
+ Impulsstark
+ gute Raumdarstellung
+ hübscher Standfuß

- raumgreifend
Benotung:
Klang (60%):93/95
Praxis (20%):92/95
Ausstattung (20%):93/95
Gesamtnote:93/95
Klasse:Spitzenklasse
Preis-/Leistungangemessen

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