English (Google Translate)

Die Nubert nuBox 325 Jubilee ist ein Zwei-Wege-Regallautsprecher mit diversen Extras: Die Front in der Farbe „Coral“ hinter der Frontabdeckung legt etwas Spielerisches in das sonst sehr klassisch angelegte Design. Das Gehäuse wirkt robust und aufgeräumt, zugleich aber auch modern. Für letzteres sorgen die frischen Farben, in denen die Schallwand angeboten wird. Stellt sich nur noch die Frage, wie das Jubiläumsmodell denn klingt?

Aufgeräumte, zurückhaltende Optik. Selbst in der Ausführung mit Schallwand in Coral wirkt die nuBox 325 Jubilee nicht aufdringlich.

Das in Schwäbisch Gmünd ansässige Unternehmen wurde bereits 1975 von Günther Nubert gegründet. Davor tüftelte er in der heimischen Garage seiner Eltern an den ersten eigenen Lautsprechersystemen. Heute hat sich die Marke deutschlandweit einen exzellenten Ruf erarbeitet und noch immer heckt der Gründer neuartige Boxensysteme wie einige Modelle der nuVero-Serie aus. In unserem Test nehmen wir den Regallautsprecher nuBox 325 Jubilee genauer unter die Lupe, die das schwäbische Unternehmen pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum seiner vermutlich erfolgreichsten Reihe präsentierte. Im angelieferten Karton schlummern zwei sorgfältig gepolsterte Lautsprecherboxen, die jeweils neun Kilogramm auf die Waage bringen. Anbei liegen eine achtseitige Bedienungsanleitung und zwei 0,75 Quadratmillimeter messende Kabel. Diese Strippen sind explizit für die erste Einrichtung gedacht und sollten schnellstmöglich gegen bessere Leitungen getauscht werden. Nubert empfiehlt hier die Verwendung von Kabeln mit einen Querschnitt von mindestens 2,5 Quadratmillimetern. Erfreulicherweise hat direkt die Frontabdeckung, die mit grauem Akustikstoff bezogen wurde, auch direkt beigelegt. Sie haftet mittels kräftiger Magneten an der Schallwand. Des Weiteren liegen den Lautsprechern noch Elastikpuffer-Füße bei. Da die Lautsprecher sowohl liegend wie auch stehend verwendet werden können, sollte vorher ausprobiert werden, wie und wo die Boxen ihren finalen Aufstellungsort finden. Erst danach sollten die Klebefüße angebracht werden, da sich diese nur schwer wieder ablösen lassen.

Mit aufgesetzten Gewebeabdeckungen ergibt sich eine interessante Optik.

Zufrieden an jedem Ort, in jeder Lage

Da es sich bei der nuBox 325 Jubilee um einen Bassreflex-Lautsprecher handelt, war ich zunächst etwas vorsichtig bei der Aufstellung. Bei einer Stellfläche von 21 Zentimetern in der Breite und 31 (beziehungsweise 32,4 Zentimetern mit Stoffrahmen) in der Tiefe, ist der Platzbedarf allerdings überschaubar. In der Höhe (oder im liegenden Betrieb in der Breite) sind 34 Zentimeter erforderlich. Beim Betrieb in der horizontalen Ausrichtung, beispielsweise in niedrigeren Regalen, empfiehlt der Hersteller übrigens die Hochtöner nach innen zu positionieren. Für den ersten Eindruck stelle ich Lautsprecher allerdings hoch und zunächst frei im Raum mit ausreichendem Abstand zu den Wänden auf. Im Verlauf meines Hörtests stellt sich dann aber schnell heraus, dass der Betrieb auf einem Sideboard oder Highboard ebenso ohne Probleme gelingt. Ab einem Abstand von 20 Zentimetern zur Wand wird das Klangbild in Sachen Bass kaum noch beeinträchtigt. Damit die neuen Schallwandler sich auch optisch besser in die Umgebung einbringen können, stehen für die Front unterschiedliche Farben zur Wahl. Nubert offeriert die Schallwand in folgenden Lackierungen: Graphit, Honey, Mint und Coral. Sollte keine der Farben zusagen, kommt die magnetisch haftende Frontblende zum Einsatz. Sie verdeckt jeden bunten Zauber. Das Anschlussterminal liegt wie üblich hinten. Hier fällt angenehm auf, dass die Buchsen nach oben geneigt sind, sodass die Boxen bei Bedarf auch dichter an die Wand rücken können.

Die Nubert nuBox 325 Jubilee zeigt Farbenspiele und klare Kante.

Alles Notwendige ohne Firlefanz

Das Gehäuse der nuBox 325 Jubilee besteht aus dickeren, mit Dekorfolie bezogenen MDF-Platten. Die Verarbeitung sämtlicher Materialien ist bereits auf den ersten Blick sehr ordentlich und auch sonst macht der Klangquader einen robusten Eindruck. Die Schallwand ist wahlweise in verschiedenen Farbvarianten gehalten und kann mittels magnetischer Frontblende kaschiert werden. In die Front ist ein 18 Zentimeter messendes Tieftonchassis mit Kunststoffmembran aus der nuLine-Reihe eingelassen. Mit zwei Zentimetern Membranauslenkung steht diesem dann auch genug Spielraum zur Verfügung, um druckvolle Bässe hervorzuzaubern. Obendrüber sitzt der Hochtöner. Auch er entstammt der nuLine-Reihe und verfügt über eine 25-Millimeter-Seidenkalotte. Die umliegende Frontplatte verspricht ein angenehmes Rundstrahlverhalten und eine hervorragende Raumauflösung. Der angegebene Frequenzbereich der 325 Jubilee liegt bei 49 bis 22. 000 Hertz. Das rückseitige Terminal wartet, wie oben beschrieben, mit gewinkelten Buchsen auf und kann sowohl mit Bananas umgehen, wie auch größere Kabelquerschnitte direkt verdauen. Diese sind auch zu empfehlen, denn die Lautsprecher vertragen eine Nennleistung von 150 Watt an vier Ohm und versprechen dabei einen Wirkungsgrad von 84 Dezibel. Lobend zu erwähnen ist, dass alle Chassis wie auch die Weiche durch selbstrückstellende Sicherungen gegen Überlastung geschützt sind. Es darf also auch gern mal etwas lauter werden, ohne dass man Angst um seine Technik haben muss. In der Rückwand sitzt übrigens auch die Bassreflexöffnung. Mit ihrer Unterstützung ist die die kompakte Nubert-Box in der Lage noch eine Etage tiefer in den Basskeller hinabzusteigen.

Auf den hier eingesetzten Hochtöner ist man bei Nubert besonders stolz. Er entspringt der nuLine-Serie.

Mit zwei Wegen und Bassreflex zum runden Klang

Aus ihren gerade einmal etwa 14 Litern Gehäusevolumen zaubert die nuBox 325 Jubilee an meinem Magnat RV 4 einen luftig aufspielenden Klang. Talk Talks „Happiness Is Easy“ beginnt mit einer druckvollen Bass-Drum, die durch fetzige High-Hats unterstützt wird. Im Tieftonbereich kredenzt mir die nuBox dabei ein sattes Fundament und präsentiert ein abgerundetes Klangerlebnis. Die Membran agiert flink und mit dem nötigen Druck. Dies gelingt ihr übrigens auch unter höheren Lautstärken bis sprichwörtlich die Zimmerdecke wackelt. Auch bei meinem Lieblings-Bass-Testwerkzeug „Ufo“ von Allen Alien beweist die nuBox 325 Jubilee, dass sie einen pfeilschnellen und zugleich massiv zu Werke gehenden Basstreiber in ihrem Gehäuse beherbergt. Erst dann, wenn es richtig tief in den Basskeller geht, geht ihr aufgrund ihrer kompakten Bauart die Luft aus. Im mittleren Tonbereich zahlt sich das geringe Gewicht des 18-Zentimeter-Treibers dann so richtig aus. Streicher und Holzblasinstrumente zeichnet das 325er-Paar, beispielsweise in Siegrieds „Nothung, Nothung“, fein aufgestellt nach. Was hier auffällt: Die Seidengewebekalotte des Hochtöners fügt sich nahtlos in das Geschehen ein. Hier hat sich Nubert ein Extra-Lob für die sauber abgestimmte Frequenzweiche verdient. Das Gespann richtet eine breite und tiefe Bühne um den Zuhörer herum ein und versetzt ihn so mitten ins Geschehen. Ausserdem zeichnet das Duo Stimmen, wie die von Fifi Rong in Yellos „Kiss the Cloud“, aus den wundervoll warmen Synthesizerklängen heraus. Hier präsentiert es alle Nuancen, vom sanften Hauchen bis zum kräftigen Timbre. So ergibt sich ein sehr rundes Klangerlebnis, das durchaus mit vielen Produkten der nächsthöheren Preiskategorie mithalten kann.

Hoch- und Tief-/Mitteltöner sind offenbar perfekt aneinander gekoppelt.

Die nuBox 325 Jubilee spielt sanfte und harte Töne

Nach den weichen Tönen stimme ich nun ein paar härtere Sounds an: Beginnend mit Nickelback versuche ich der Box jetzt auch „kratzigere“ Töne zu entlocken. Und auch hier enttäuscht mich die nuBox 325 Jubilee nicht. Mit verzerrten wie unverzerrten Gitarren und der rauen Stimme von Sänger Chad Kroeger haben die Lautsprecher absolut keine Probleme – das war aber auch nicht zu erwarten. ACDCs Brian Johnson wird kurz darauf in „Thunderstruck“ authentisch vom Blitz getroffen, während sich die drei Gitarren sich sauber um den Sänger herum platzieren. Auch in leisen Passagen verlieren die Nuberts dabei nicht an Biss. Das Hochtonchassis packt in allen Pegellagen sehr kräftig zu, bleibt zugleich aber völlig unangestrengt. Das gelingt tatsächlich unter allen von mir getesteten Lautstärken, wobei es keine Rolle spielt, ob der Lautsprecher gerade auf Mitternachtslautstärke agiert oder unter Partypegeln die ganze Wohnung beschallt. Mir persönlich geht es im Hochton jedoch einen Hauch zu forsch zur Sache, wobei wir hier sicher schon in den Bereich „Geschmackssache“ vordringen. Wer das wie ich empfindet, nutzt einfach den an den meisten Verstärkern vorhandenen Höhenregler, um den Lautsprecher an den eigenen Klanganspruch anzupassen. Was die Aufstellung angeht, habe ich die Lautsprecher letztlich final auf meinem High-Board platziert und sie mit etwa 20 Zentimetern Wandabstand abgehört. Auch hier hat das Nubert-Duo eine ausgezeichnete Figur abgegeben.

Die nuBox 325 Jubilee lässt sich sogar (relativ) wandnah betreiben.

Die nuBox-Reihe

Auch Heimkino-Fans kommen mit der nuBox 325 Jubilee auf ihre Kosten: Um die nuBox 325 um Mitspieler für den rückwärtigen Bereich zu erweitern, empfehlen sich sowohl die WS-103 wie auch die nuBox 303. Als Center-Lautsprecher bietet Nubert dann den CS-413 an. Damit es unten herum ordentlich knallt, lässt es sich gleich zwischen zwei Bass-Kraftwerken wählen: Zur Auswahl stehen hier der AW-443 mit 160 Watt-Endstufe oder der größere AW-993 mit 240 Watt Leistung. Und wer vom Tiefgang der 325 Jubilee noch nicht ganz überzeugt ist, entscheidet sich stattdessen für die große Standlautsprecher-Schwester nuBox 425 Jubilee.

Anschlussseitig ist die 325er mit Schraubklemmen im Single-Wire-Ausführung bestückt.

Fazit

Die nuBox 325 Jubilee ist in vielerlei Hinsicht perfekt gelungen. Sie lässt sich gut in den Wohnraum integrieren, hier setzt sie in ihren diversen Farbvarianten Akzente. Akustisch gelingt der fast schon kantigen Zwei-Wege-Box eine ebenso runde Darbietung mit hoher Agilität und jeder Menge Kraft. Nimmt man dann noch den niedrigen Preis hinzu, offeriert Nubert mit seinem kompakten nuBox-Sondermodell ein erfreulich erschwingliches Paar Regalboxen, das auch auf größeren Partys vor keinem Musikstil zurückschrecken muss. Hier spielt die 325er dann klanglich sogar eine Klasse höher als das Preisschild vermuten lässt.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 79/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

79

80

79

190514.Nubert-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Nubert
nuBox 325 Jubilee
Gerätekategorie:Regallautsprecher
Preis:450,00 Euro / Paar
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:Gehäuse:
- Graphit

Schallwand:
- Graphit
- Honey
- Mint
- Coral
Vertrieb:Nubert, Schwäbisch Gmünd
Tel.: 07171 / 92690-0
www.nubert.de
Abmessungen (HBT):340 x 210 x 324 mm
Gewicht:9 kg
Prinzip:Passiv, Zwei-Wege, Bassreflex
Hochtöner:25 mm
Tief-/Mitteltöner:180 mm
Frequenzgang:49 – 22.000 Hz (Herstellerangabe)
Lieferumfang:- nuBox 325 Jubilee
- Gummi-Füßchen
- Bedienungsanleitung
- Gewebeabdeckung
- Lautsprecherkabel (2 x 0,75 mm²)
Pros und Contras:+ gute Verarbeitung
+ sehr gute Abstimmung
+ verschiedene Farben
+ sehr gute Bassdarstellung
+ flexibel in der Aufstellung

- kantiges Design
Benotung:
Klang (60%):79/80
Praxis (20%):80/80
Ausstattung (20%):79/80
Gesamtnote:79/80
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistungsehr gut

lite - DAS LIFESTYLE & TECHNIK MAGAZIN Über uns | Impressum | Datenschutz | Kontakt