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Mit der Linton setzt Wharfedale die Tradition der Herstellung hochwertiger und preisgünstiger Lautsprecher fort. Die Drei-Wege-Bassreflex-Lintons sehen hervorragend aus und klingen für den aufgerufenen Preis fast schon zu gut. Entscheidet man sich dann noch für den exklusiven, gesondert erhältlichen Lautsprecherständer, wird das Setup so richtig rund.

Vintage-Design als Hingucker. Die Wharfedale Linton hat us schon bei ihrer ersten Vorstellung während der High End in München neugierig gemacht.

Das Unternehmen Wharfedale wurde 1933 von Gilbert Briggs errichtet, nachdem er seinen ersten Lautsprecher im heimischen Keller entwarf. Immer wieder gelang es dem Unternehmen, neue Standards zu setzen. So hat auch das Prinzip der Zwei-Wege-Lautsprecher hier seinen Ursprung gefunden. Die erste Frequenzweiche mussten, so verlautbart es die Firmenhistorie, zwei gestandene Männer transportieren. Bis heute zählen Briggs Bücher zu den Grundpfeilern des Lautsprecherbaus. Inzwischen gehört das Unternehmen zur chinesischen International Audio Group (IAG), entwickelt wird aber immer noch in Großbritannien auf Augenhöhe mit Marken wie Audiolab und Luxman. Das Erbe der Linton „Heritage“ reicht ins Jahr 1965 zurück. Analog zu anderen Programmlinien legt Wharfedale auch hier höchsten Wert auf die bestmögliche Qualität und ein möglichst gutes Preis-Leistungsverhältnis. Der erste genauere Blick auf die klassisch gestylten Schallwandler hinterlässt schonmal einen sehr hochwertigen Eindruck. Wüsste ich es nicht besser, würde ich nie glauben, dass diese Lautsprecher bereits für 1000 Euro zu haben sind. Wohlgemerkt für das Paar!!

Detailarbeit: Um seine Linton Heritage so realistisch wie möglich zu gestaltet, hat Wharfedale sogar sein altes Logo reaktiviert.

Vintage-Look

Wharfedale-Entwickler Peter Comeau erklärt immer wieder gern, dass in modernen Lautsprechern hochverdichtete Holzspanplatten MDF überlegen sind. Entsprechend arbeitet er in der Linton mit einer Mischung aus beidem. In diesem Fall wurden Layer von Spanplatten und MDF übereinander geschichtet. So wird dem Lautsprecher eine möglichst resistente Basis gegen Eigenresonanzen geboten. Alles was in dieser Box verbaut wurde, entsteht dabei übrigens im eigenen IAG-Werk. Das gilt quasi für jede Schraube und selbst für die Verpackung. Comeau überlässt nichts irgendwelchen Auftragsfertigern. Das Ergebnis ist selbst bei genauerer Betrachtung tadellos. Vielfalt ist allerdings nicht das Ding der Retro-Lautsprecher. Die Linton ist ausschließlich in rotem Mahagoni- oder Walnuss-Finish zu haben. Sie ist eine Hommage an die eckigen Kästen aus den 1980ern, ohne dabei aber einen billigen Eindruck zu hinterlassen.

Die Verarbeitung der Wharfedale Linton ist 1a – in jedem Detail.

Besser geht’s kaum

Sämtliche Kanten sind sauber gearbeitet. Selbst die kritische Beäugung besteht die Wharfedale mit Bravour. Sämtliche Chassis sitzen Bündig in der eingelassenen Frontplatte. Davon gibt es hier einen 25-Millimeter Gewebehochtöner, sowie einen 135er Mitteltöner und einen 200 Millimeter Basstreiber. Die beiden letztgenannten mit Kevlar-Membran. Sogar das alte Wharfedale-Logo wurde für diesen Lautsprecher wiederverwendet und leuchtet golden in der Schallwand. Sechs aus der schwarzen Frontplatte ragende Stifte nehmen die Frontabdeckung auf. Auch sie ist erstklassig gemacht und sitzt perfekt und bündig auf der Schallwand. Einmal aufgesteckt, ist der Blick auf die Treiber dann vollständig verwehrt. Durch das metallene Retro-Logo auf der Bespannung ist der Vintage-Eindruck dann perfekt. Rückseitig geht es ebenso schlicht, zugleich aber auch nobel weiter. In der Mitte prangt ein Messinglabel. Diese gibt darüber Auskunft, dass es sich hier um die Anniversary-Edition handelt. Direkt darunter thronen zwei große Bassreflexports und die vergoldeten Anschlussklemmen.

Die Schallwand ist leicht vertieft. Alle Schallwandler wurden hier bündig eingelassen.

Passt perfekt

Wer den Retro-Look noch auf die Spitze treiben möchte, kann optional noch die passenden Lautsprecherständer erwerben. Das macht auch klanglich Sinn. Besagte Ständer gliedern sich optisch ideal unter den Gehäusen ein. Das mächtige Vier-Säulen-Design wird am oberen und unteren Ende von massiven Holzplatten abgerundet. Selbstverständlich ebenfalls in Mahagony Red, genau wie die Wharfedale Linton. Mit jeweils stattlichen 14,5 Kilogramm sorgen sie zudem für einen festen Stand und stellen den Lautsprecher auch gleich auf die optimale Höhe. Der Clou: Die Ständer sind so konstruiert, dass die eigenen Lieblingsplatten direkt unter den Schallwandlern platziert werden können. Zum Lieferumgang gehörige Spikes sorgen dann für die perfekte Ankopplung an den Abstellort. Ich kann jedem nur empfehlen, sich unbedingt auch die passenden Ständer zu seiner Linton zu holen. Die sehen richtig gut aus, runden die Optik ab und machen sich auch klanglich positiv bemerkbar.

Coole Lösung. Der Lautsprecherfuß wurde so gestaltet, dass man hier gleich noch einige seiner Lieblingsplatten verstauen kann.

Aller Anfang ist schwer …

Apropos Abstellort: Die Positionierung der Linton zeigt sich ähnlich wenig trivial wie schon in den 80ern. Vorab eine kurze Beschreibung des Abhörraums: Dieser gleicht mehr einem gewöhnlichem Wohnzimmer: Eine gut gedämpfte Wand, die einer Schrankwand oder einem Bücherregal nahe kommt. Eine eher kahle Wand mit dem Rack, gegenüber das Sofa zum gemütlichen Lauschen. Auf der linken Seite haben wir eine Fensterfront. Die Größe entspricht mit 25 Quadratmetern wohl einem durchschnittlichen Wohnzimmer. Wie üblich, habe ich zunächst einmal ein Stereodreieck mit etwa 30 Zentimetern Wandabstand ausprobiert und diesen dann etwas erhöht. Erhöht war dann aber auch der Basseindruck. Der 20 Zentimeter durchmessende Basstreiber der Linton spielt sehr weit herab. Die rückseitigen Reflexports geben eine Menge tiefer Frequenzen ab. Stehen die Lautsprecher zu dicht an der Wand, kann das nerviges Dröhnen auslösen.

Zu Testbeginn habe ich die Lautsprecher im klassischen Stereo-Dreieck aufgestellt.

Feintuning wied belohnt

Auflösen konnte ich dieses Dröhnen durch einen größeren Abstand. Mit etwa einem Meter zur Wand und nach leichtem Eindrehen auf die Hörposition habe ich dann die richtige Platzierung gefunden. Es ist also etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Richtig aufgestellt, spielen die Wharfedales dann ihr volles Potenzial aus. Die Membranen aus gewobenen Kevlar, das ich sonst eher von schusssicheren Westen kenne, schießen ihr volles Potenzial auf mich ab. Besonders beeindruckend ist hierbei die extrem breite Raumabbildung. Direkt aus dem Karton klingen die Boxen allerdings noch etwas kühl. Da Wharfedale aufgrund der hohen Nachfrage aktuell kaum mit der Produktion nachkommt, habe ich ein nagelneues Exemplar vor mir. Im Verlauf meines Tests wandelt sich der kühle Sound allerdings zu einem deutlich wärmeren und schöneren Klang. Also: Die Lintons zu Hause erstmal einen Tag einspielen lassen, danach scheint es fast, als hätte man einen anderen Lautsprecher vor sich.

Für einen Ragallautsprecher ist die Wharfedale Linton sehr üppig bestückt.

Es werde Raum

So, die Linton ist ordentlich aufgestellt und positioniert. Jetzt darf sie endlich zeigen, was klanglich in ihr steckt. Zu sehen ist die besagte und üppige Chassis-Anordnung. Zu hören gibt es Bach mit seiner „Toccata“ in D-Moll. Kaum erklingen die ersten Pfeifen, sitze ich nicht mehr in meinem „Wohnzimmer“. Stattdessen wähne ich mich auf einem sonderbar bequemen Holzstuhl ein einer Kathedrale vor einer beeindruckenden Orgel. Die breite Bühne, die diese Treiber hier auf den kalten Kirchenboden gießen, lässt sich kaum in Worte fassen. Jede Flöte ist klar zu orten. Der Hall füllt die gesamte Kathedrale, die sich quasi um mich schmiegt. Selbst die längsten Flöten bekommen hier ordentlich Druck. Das kenne ich sonst nur von deutlich größeren Lautsprechern. Die angenehm warme Abstimmung, für die Wharfedale bekannt ist, bleibt aber erhalten. Diese breite Abbildung macht mir richtig Freude.

Wichtig ist, das die Lintos leicht auf den Hörplatz eingedreht werden. Der richtige Abstand zur Wand ist gefunden, wenn einem das Klangbild (speziell im Bass) am besten gefällt. Das ist abhängig vom eigenen Geschmack und auch von der Raumgröße und -geometrie.

Anhören und abschalten

In „Friction“ von Imagine Dragons vergesse ich dann schnell, dass ich in einem engen Hörraum sitze. Stattdessen breitet sich vor meinem geistigen Auge eine große Waldbühne aus. Eine, auf der sich die Musiker weit gefächert positionieren. Besonders in der Bridge kommen die Stimmen und Echos aus weiter Ferne langsam auf mich zu. Das macht richtig Spaß. „Spaß“ ist überhaupt das Leitthema dieser Lautsprechern. So richtig analysierend lauschen kann ich gar nicht. Sofort ziehen mich die Details in der Musik sofort wieder in ihren Bann. Wenn man ehrlich ist, ist es genau das, was von einem Lautsprecher verlangt wird. Egal, ob ich Yello oder Depeche Mode lausche, der Klang entführt mich nach kürzester Zeit wieder in die Phantasiewelt, der schaffenden Künstler. Stimmen klingen eindrucksvoll brillant, Gitarren erhalten den richtigen Fetz-Effekt. Hier kann der Zuhörer effektiv vom Alltag abschalten.

Darf’s etwas lauter sein? Null Problemo

Durch die breite Abbildung macht vor allem die Wiedergabe elektronischer Musik besonders viel Spaß. Richtig dargestellt saugt sie das Auditorium schnell mitten in die Klangwelt. Das gelingt hier zwar bereits bei Zimmerlautstärke, richtig imposant wird es dann aber bei hohen Lautstärken. Hier legt sich die Wharfedale mächtig ins Zeug und beweist erstaunliches Temperament. Trotzdem werden alle Frequenzanteile gleichmäßig wiedergegeben. Schluss mit dem Spaß ist erst, wenn die Bassmembran an ihre Auslenkungsgrenze kommt. Aber das dauert. Mittel- und Hochtöner zeigen aber selbst dann noch keine hörbaren Verzerrungen, auch wenn meine Ohren an ihre Schmerzgrenze kommen. Der kraftvolle Hegel H360 zeigt inzwischen schon 85 Prozent Leistung an. Das dürfte nah an die angegebenen 200 Watt reichen, die Wharfedale den Linton Heritages ins Stammheft schreibt. Ein bisschen ungewöhnlich ist die Impedanz von sechs Ohm. Aber das ist alles nur technischer Schnickschnack.

Auch unter höheren Pegeln spielt das Mittel-/Tiefton-Duo agil und voluminös auf.

Natürlich ist die Linton auch

Viel interessanter sind die Vibrationen im Brustkorb, wenn „Animals“ von Martin Garrix läuft. Wieder umgarnen mich die breit gefächerten Synthesizer-Sounds. Sind die Lintons gut aufgestellt, setzt sich der Bass hier richtig in Szene. Er gefällt mit einem zupackenden Gemüt und reichlich Tiefe. Die Linton gilt als „Regallautsprecher“. Dank des großen Gehäusevolumens vermisse ich hier aber keinen Subwoofer. Gut, elektronische Musik ist nett, aber echte Ausreißer hört man natürlich nur mit natürlichen Instrumenten. Daher lege ich den „Asphalt Canyon Blues“ von Kenny Burnell und Grover Washington Jr. auf. Wieder begeistern mich die Wharfedales. Geschmeidig sausen die Noten auf dem Kontrabass aus den Boxen quasi auf mich zu. Die Gitarre bereitet eine breite Bühne und die Ghost-Notes auf der Snare schaffen eine fröhliche Atmosphäre. Das Saxophon von Grover Washington Jr. klingt verlockend weich und detailreich. Die Drums in „Immortality“ erhalten den richtigen Punch. Die Becken zischeln verwegen im Break und Eddie Vedder wird angenehm akzentuiert in den Vordergrund gestellt. „Corazon Espinado“ gefällt durch warme Klanghölzer, großvolumige Kongas und eine seidenweiche Gitarre von Santana.

Sind die perfekt passenden Abdeckungen aufgesetzt, ist von der Technik dahinter nichts mehr zu sehen.

Fazit

Mit der Linton Heritage hat Wharfedale einen sehr schönen Lautsprecher auf ebenso schöne Ständer gehoben. Dieser Schallwandler ist in allem etwas Retro, nur nicht im Sound. Hier geht er so richtig aus sich heraus und spielt klanglich auf dem Niveau vieler deutlich teurerer Lautsprecher. Die Linton ist breit, sieht schmuck aus und ist für einen Regallautsprecher ein echter Bolide. Das große Gehäusevolumen verhilft zu einem rundum ausdrucksstarken Klang. Wer den optischen Charme aus alten Tagen sucht und dabei einen richtig gut klingenden Lautsprecher möchte, hat hier sein Ziel gefunden. Aus meiner Sicht ist dieser Lautsprecher eine ganz heiße Empfehlung!

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Simone Maier

Gesamtnote: 89/90
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

89

87

89

191105.Wharfedale-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Wharfedale
Linton
Produktkategorie:Regallautsprecher
Preis:999 Euro / Paar

LS-Ständer: 299 Euro / Paar
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Wallnuss-Dekor
- Rotes Mahagoni-Dekor
Vertrieb:IAD, Korschenbroich
Tel.: 02161 / 617830
www.iad-audio.de
Abmessungen (HBT):- 565 x 300 x 330 mm
- 565 x 300 x 360 mm (mit Terminal)
Gewicht:18,4 Kg / Stück
Hochtöner:25 mm Gewebekalotte
Mitteltöner:135 mm Kevlar-Membran
Tieftöner:200 mm Kevlar-Membran
Lieferumfang:- Wharfedale Linton
- Gewebeabdeckungen
- Gummifüßchen
- Bedienungsanleitung
Pros und Contras:+ colles Vintage Design
+ hervorragende Verarbeitung
+ hohe Impulskraft
+ sehr gute Bassdarstellung
+ punchiger Grundton
+ sehr gute Raumabbildung

- Aufstellung erfordert Feintuning
Benotung:
Klang (60%):89/90
Praxis (20%):87/90
Ausstattung (20%):89/90
Gesamtnote:88/90
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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