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Die Wharfedale WPods sind mehr als eine empfehlenswerte Alternative zu Apples AirPods. Ähnlich gestylt und ähnlich groß kosten sie aber nur rund die Hälfte. Die schicken Bluetooth-Earbuds sind bequem, superleicht und versprechen vier Stunden Dauerbetrieb. Dank der mitgelieferten Ladeschale kommt man sogar auf 12 Stunden, bevor die WPods wieder ans Netz müssen. Auch klanglich spielen sie ganz vorn mit.

True Wireless: Wharfedale WPods ähneln den AirPods, kommen aber mit einem etwas anderen Bedienkonzept daher.

Mit der Markteinführung der AirPods hat Apple die portable Musikwiedergabe revolutioniert. Inzwischen kommt kaum noch eine Kopfhörer-Marke ohne sogenannte True-Wireless-In-Ears aus. Seit etwa zwei Jahren entwickelt sich diese Art Kopfhörer in enormem Tempo. An Bushaltestellen, in der Bahn oder in der Stadt, hier sind die sogenannten Earbuds häufiger zu sehen, als jede andere Kopfhörer-Kategorie. Ein fester und angenehmer Halt im Ohr, ordentlicher Klang und die unkomplizierte Bedienung sind die Hauptgründe für den Erfolg der kleinen „Stecker“. Da liegt es nahe, dass Wharfedale als eine der ältesten Lautsprecher-Spezialisten der Welt auch einen entsprechendes Modell präsentiert.
Das Besondere dabei: Als Audio-Spezialist der ersten Stunde legen die Briten höchsten Wert darauf, exzellent klingende Produkte zu stets erschwinglichen Preisen zu kreieren. Mit den WPods präsentiert Wharfedale jetzt ein superleichtes In-Ear-Stereo-Headset inklusive Powerbank, das für unter 100 Euro zu haben ist und eine „unverfälschte musikalische Transparenz“ verspricht.

Die In-Ears sehen gut aus, sind sehr gut verarbeitet und sehr gut ausgestattet.

Federgewichte

Apropos Apple: Die kleine Kartonage, in der die WPods geliefert werden, ist sehr hochwertig gestaltet. Ein Merkmal, das man von der Marke mit dem angebissenen Apfel kennt. Ist der seitlich Magnetverschluss geöffnet, lässt sich der Deckel wie ein Buch aufklappen. Während die Innenseite des besagten Deckels eine skizzierte Darstellung der WPods zeigt, sitzt die sanft gerundete Ladeschale in der rechten Einheit der Verpackung. Selbstverständlich sicher gebettet in die sie umgebende Schaumstoffschablone. Das sieht echt gut aus und macht neugierig. Also hebe ich die Ladeschale aus der Verpackung. Mit ihren 45 Gramm Gewicht wiegt sie dabei nur unwesentlich mehr als ein handelsüblicher Schokoriegel. Übrigens: Die beiden Earbuds liegen bereits in der Schale. Der Hersteller spricht von einem Gewicht von gerade einmal fünf Gramm pro Kopfhörer. Das will ich genau wissen und krame die Briefwaage aus dem Schrank. Die Aussage stimmt, tatsächlich wiegen beide WPods zusammen nur 10 Gramm!

Ladeschale und WPods bringen zusammen gerade einmal 45 Gramm auf die Waage.

Ausdauer und Kraft

Zum Lieferumfang gehört dann auch noch die sogenannte Accessory Box. In ihr finde ich eine Anleitung, ein USB-Ladekabel und zwei Paar zusätzlicher Silikon-Tips unterschiedlicher Größe. Wichtigstes Zubehör ist für mich aber eindeutig die Ladeschale. Im Grunde genommen handelt es sich dabei um nicht weniger als eine hübsche und praktische Powerbank. In ihr lässt sich also der unterwegs benötigte Strom speichern. Werden die kleinen Ohrstecker gerade nicht verwendet, steckt man sie einfach in die Ladeschale. Von diesem Moment an werden sie dann automatisch aufgeladen. Liegen die WPods in der Schale, informieren vier kleine blaue LED-Indikatoren in der Front über den aktuellen Ladestatus. Laut Hersteller reicht der „Speicher“ der Ladestation aus, um die Kopfhörer dreimal vollständig nachzuladen. Das heisst: Wharfedale verspricht einen Musikgenuss von insgesamt zwölf Stunden, bevor die Box wieder ans Netz muss.

Geliefert werden die Earbuds in einer schicken Kartonage. Die Accessory Box (oben) beinhaltet Anleitung, Ladekabel und weitere Silikon-Tips.

Die WPods sitzen perfekt

Nach der vollständigen Ladung, geht es gleich an die optische Untersuchung. Dabei fällt mir sofort das zurückhaltende, zugleich aber auch ansprechende Design der Earbuds auf. Die Form ähnelt im Grunde der der Apple-Konkurrenz. Nur wirken sie nicht ganz so rundgelutscht wie die AirPods. Welche Form jetzt besser gefällt, ist wohl eine Frage des Geschmacks. Und über den lässt es sich ja bekanntlich nicht streiten. Unbestreitbar praktisch ist hingegen ihre ergonomische Form. Die WPods muss man sich nicht tief in den Gehörgang schieben. Nein, sie liegen mit ihrem Kopf quasi in der Ohrmuschel, während ihr „Steg“ sich an das Ohrläppchen schmiegt. Das sieht vielleicht wackelig aus, hält aber erstaunlich gut. Und die Kopfhörer sind bequem und drücken auch nach rund zwei Stunden Dauertest nicht im Ohr. Und wenn ich das sage, muss das auch schon etwas heissen. Die allermeisten In-Ear-Modelle empfinde ich als unbequem im Ohr.

Die WPods werden einfach leicht in die Ohrmuschel gesteckt.

Auf den Laufsteg

Was heutzutage ebenso wichtig ist: Der Kopfhörer muss gut aussehen, muss lange durchhalten, er muss aber auch möglichst gut verarbeitet sein. Auch das ist mit den WPods gegeben. Egal ob Ladeschale oder Kopfhörer, jedes Teil fasst man einfach gern an. Egal ob Spaltmaße, Übergänge oder Formgebung, hier ist alles sauber verarbeitet. Dem Auge gefällt´s und auch die Anfassqualität überzeugt voll und ganz. Das gilt speziell unter dem Aspekt der besetzten Preisklasse. Knapp unter 100 Euro ruft Wharfedale für seine WPods inkl. Ladestation auf. Vor dem Hintergrund der beschriebenen Leistungsstärke, der Flexibilität, des Komforts und der Verarbeitung ist das mal eine echte Ansage. Wenn die WPods jetzt auch noch gut klingen, dann handelt es sich hier um einen echten Geheimtipp. Genau das wird jetzt getestet.

Klein, superleicht und einfach in der Handhabung: Das sind die wichtigsten Eigenschaften der Wharfedale Tru Wireless In-Ears. Und auch klanglich haben sie so einiges zu bieten …

Musik liegt in der Luft

Bevor es in den Praxistest geht, müssen die WPods noch schnell mit dem Smartphone verbunden werden. Die beiliegende Anleitung lässt sich diesbezüglich nur spartanisch aus. Die wenigen Anweisungen reichen aber locker aus, um das Bluetooth-Pairing durchzuführen. Im Grunde genommen, funktioniert der Verbindungsaufbau fast schon von allein.
1. „Bluetooth“ im Smartphone aktivieren
2. Ladeschale öffnen
3. „WPods“ aus Liste verfügbarer BT-Partner auswählen
4. Musik-Wiedergabe starten

Die Bluetooth-Verbindung ist in drei Schritten aufgebaut. Das dauert weniger als 30 Sekunden.

Ungeahnte Fähigkeiten

Auch die Bedienung ist kinderleicht. Immer vorausgesetzt, man weiß, was zu tun ist. Zum einen lassen sich sämtliche Änderungen selbstverständlich über die Steuerelemente am Smartphone vornehmen. Die Bedienung funktioniert aber auch, ohne dass man sein Handy aus der Hosentasche ziehen muss. Ein kurzer Fingertipp auf das Wharfedale-Logo am Kopfhörer genügt beispielsweise, um zu pausieren. Ein weiterer Tipp und die Wiedergabe wird fortgesetzt. Zweimal Tippen und man springt einen Song weiter. Dreimal tippen und Siri wird aktiviert. Wie es sich für moderne Kopfhörer gehört, kann man über die Wharfedales aber auch telefonieren. Es genügt eine kurze Berührung des Logos um einen Anruf anzunehmen und eine weitere um das Gespräch zu beenden.
Um die WPods komplett auszuschalten, hält man das Logo für drei Sekunden gedrückt. Bestätigt wird dies über die akustische Mitteilung „Power Off“. Das Coole dabei: Die Steuerung kann sowohl über den rechten wie linken WPod erfolgen.

Um die Musikwiedergabe zu pausieren, in der Playlist vorzuspringen oder die WPods auszuschalten, genügen einfache Fingerberührungen auf das Wharfedale-Logo.

Was auffällt:

Positiv ist auch die hohe Reichweite der WPods. Die Bluetooth-Verbindung wird auch zwei Büroräume, also durch zwei (Trockenbau)-Wände hindurch, weiter gehalten. Die Musik spielt ohne jegliche Unterbrechung stabil weiter. Um den für sich perfekten Sitz zu finden, sollte man alle drei Silikon-Tips ausprobieren. Jedes Ohr ist anders, mit den optionalen Tips gelingt dann die perfekte Abstimmung. Die hat übrigens nicht nur etwas mit dem Tragekomfort zu tun, auch klanglich kann sich einiges verändern. Wird der Gehörgang weiter abgeschottet, geht es auch im Bass etwas weiter runter.
Sucht man unbedingt einen Punkt zur Kritik, wäre dieser die fehlende Lautstärkeregelung über die Earbuds. Vermisst habe ich dieses Feature aber nicht. Beeindruckend ist dafür die Akku-Leistung. In meinem Test haben die WPods die versprochenen vier Stunden Spieldauer tatsächlich auch durchgehalten. Gemessen am geringen Gewicht der WPods ist das eine absolut imposante Leistung.

Um die Kopfhörer bestmöglich auf das eigene Ohr anzupassen, lassen sich die Silikon-Tips austauschen.

Ehrlich und ausgewogen

Jetzt geht es aber endlich in den Hörtest. Den Anfang macht dabei einmal mehr Donald Fagen mit „Morph The Cat“: Dabei liefern die Wharfedales dann sofort ab, was man von anspruchsvollen In-Ears erwarten darf: Musik, die man sich gern anhört. Ausgeglichen, zielstrebig und ehrlich. Das alles mit einem groovenden Charme der Spaß macht und schnell unter die Haut geht. Was mir besonders gefällt: Die WPods spielen klar und sind durchweg durchhörbar. Aufgeschwemmte Basspassagen oder künstliche Effekthaschereien sind nicht ihr Ding. Ebenso keine Spur von nervigem Pling-Zisch-Bumm oder zu spitzer Höhen, die bereits nach einer Minute nerven. Nein, stattdessen erlebe ich eine saubere, ausgewogene und detaillierte Wiedergabe. Langweilig ist das alles nicht, die WPods zeigen sich zugleich nämlich auch als äusserst temperamentvoll. Das macht sich in allererster Linie in der griffigen Mittendarstellung bemerkbar. Sie zieht sich in ihrer Agilität bis in den Oberbass.

Sobald die Kopfhörer in die schützenden ransportschale gelegt werden, werden sie automatisch geladen.

Prioritäten setzen

Mit Nirvanas „Smells Like Teen Spirit“ geht es anschließend etwas rockiger zu: Der gitarrenlastige, stilvoll „schmutzige“ Rock wirkt sofort intensiv und kraftvoll. Das eben beschriebene Temperament ist sofort hör- und fühlbar. Wer auf härtere Rocksounds steht, wird mit dieser Performance richtig Spaß haben. Selbst als Cobain und Co. so richtig zur Sache gehen, nehme ich die Musik intensiv und klangstark wahr. Von Kratzen oder Scheppern absolut keine Spur. Die eben beschriebene Tieftonperformance bestätigt sich dann auch hier. Wenn es ganz tief runter geht, halten sich die WPods etwas zurück. Der tiefste Abstieg in den Basskeller ist mit ihnen nicht zu realisieren. Das ist aber gar nicht schlimm. Statt sich nämlich im Bass aufzureiben und die Musik auf ein wulstiges Bassfundament zu stellen, spielen die Wharfedales lieber sauber, nachvollziehbar und mit mächtigem Zug im Oberbass. Mir gefällt das jedenfalls besser als das nervige Gewummer vieler anderer Kopfhörer.

Passive Geräuschunterdrückung

Wer unbedingt noch mehr Bass einfordert, kann sich diesen noch über den Equalizer im Handy holen. Ich lasse ihn aber ausgeschaltet, weil mir der gebotene Sound gefällt. Das bleibt auch so, als ich zu „Up In Arms“ der Foo Fighters wechsle. Insgesamt wird es nun zwar deutlich ruhiger, allerdings nicht weniger intensiv. Gitarren, Stimme, Schlagzeug, alles befindet sich akustisch an seinem korrekten Platz. So macht das Musikhören richtig Spaß. Vor allem, wenn man von den Earbuds im Ohr so gut wie nichts spürt. Als ich mich anschließend auf die Straße begebe, fällt mir eine weitere wichtige Sache auf. Die Wharfedales schotten mich auch passiv, also auch ohne Noise Cancelling-Funktion, sehr gut von meiner Umgebung ab. Der Autoverkehr oder sich unterhaltende Passanten sind zwar noch hörbar, stören meinen Musikgenuss aber nicht im Ansatz. Der Effekt ähnelt stark der „HearThru-Funktion“, die inzwischen in einigen Kopfhörer-Modellen eingesetzt wird.

Die kleinen WPods sitzen fest im Ohr ohne zu drücken.

Musikalische Stimmigkeit

Noch etwas ruhiger, dafür aber exzellent aufgenommen, geht es mit Kari Bremnes´ „A Lover In Berlin“ weiter. Einem Song, der von der sanften Stimme der Norwegerin getragen wird. Die geht hier – und auch nicht in den folgenden Tracks des Albums „Norwegian Mood“ – nicht unter, sondern wird einfach schön herausgearbeitet. Andererseits lebt dieser Song auch von seinem Gefühl und der erzeugten Stimmung. Diese lässt fast als intim bezeichnen und wird durch die Earbuds sehr schön übertragen. Sehr gut gefällt mir auch die saubere, niemals ins warme abdriftende Reproduktion. Hier passt einfach alles: Stimme, Begleitinstrumente, Atmosphäre, musikalische Stimmigkeit. So macht Musikhören Spaß! Ergänzt wird die Performance zudem durch ein nahezu auf den Punkt gebrachtes Timbre. Die WPods tragen nie zu dick oder gar zu dünn auf. Sie über- und untertreiben nicht. Eigenschaften die ich mir kaum besser wünschen kann und die mich geradezu zu extralangen Musiksessions einladen.

Aufgeladen werden Transportschale und WPods beispielsweise über eine einfache USB-Verbindung zum Laptop.

Fazit

Das Design der WPods ähnelt dem der Apple AirPods, die Ausstattung ist aber deutlich umfangreicher. Besonders gut gefällt mir die clevere Steuerungsmethode. Einfache Fingerberührungen genügen, um zu skippen, die Musik zu pausieren oder Anrufe entgegen zu nehmen. Dass das über beide WPods gleichermaßen funktioniert, ist besonders cool. Dank ihres geringen Gewichts spürt man die Wharfedales fast nicht im Ohr. Mehr Tragekomfort geht kaum. Nicht zu vergessen: Der Klang. Die WPods verkneifen sich zwar den Abstieg in den untersten Basskeller, spielen dafür aber jederzeit ausgewogen und straff auf. Agilität, Durchhörbarkeit und eine entspannte Wiedergabe machen diese Earbuds absolut langzeittauglich. Mit vier Stunden Laufzeit spielt diesbezüglich auch der Akku mit. Eine Fahrt im ICE von Hamburg nach München halten die Wharfedales also locker durch. Und wenn die Reise doch mal länger geht, lädt man die Kopfhörer unterwegs einfach in der mitgelieferten Ladeschale wieder auf. Das funktioniert bis zu drei Mal.

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Simone Maier
Model: Desiree Mattern

Gesamtnote: 80/80
Klasse: Mittelklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

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Technische Daten

Modell:Wharfedale
WPods
Produktkategorie:Kopfhörer, True Wireless In-Ears
Preis:99,00 Euro
Ausführungen:- Schwarz
- Weiß
Vertrieb:IAD, Korschenbroich
Tel.: 02161 / 617830
www.iad-audio.de
Abmessungen (BHT):ca. 20 x 40 x 22 mm
Gewicht:- 5 Gramm (In-Ear)
- 35 Gramm (Powerbank-Box)
Anschlüsse:- Bluetooth
Bluetooth-Reichweite:bis zu 10 Meter
Freisprechfunktion:ja
Akkulaufzeit:- ca. 4 Stunden (In-Ear)
Lieferumfang:2 Soundbuds
1 Transport- und Ladebox
1 USB-Kabel
3 Paar Silikonaufsätze
Besonderheiten:+ Verschiedene Silikon-Tips
+ 4 Stunden Akku-Laufzeit
+ 3 x Aufladungen über Ladeschale
+ Mikrofon für Hands-free-Telefonate
+ True Wireless
+ Bluetooth-Verbindung bis 10 Meter im Freien
+ ausgewogener, ehrlicher Klang
+ hoher Tragekomfort

- keine Lautstärkeregelung über WPods
Benotung:
Klang (60%):80/80
Praxis (20%):80/80
Ausstattung (20%):79/80
Gesamtnote:80/00
Klasse:Mittelklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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