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Die rubinrote Nubert nuJubilee 145 ist ein Gedicht von einem Lautsprecher. Dieser visuelle Leckerbissen ist massiv bestückt, perfekt abgestimmt, erstklassig verarbeitet und klingt fantastisch. Dazu kommen clevere Möglichkeiten der Klanganpassung an den Raum, Mitspieler und den Hörgeschmack. Leider ist es nur verdammt schwer noch ein Paar dieser imposanten Standlautsprecher zu bekommen. Aber auch diesbezüglich hat Nubert seinen Kunden ein Hintertürchen offen gelassen.

1,42 Meter hoch, 47 Kilo Stückgewicht und wohlproportioniert: Die Nubert nuJubilee 145.

Waren es zum 40. Geburtstag 2015 noch kleinere Regallautsprecher, präsentiert die Nubert-Entwicklungsabteilung zum 45-jährigen Jubiläum gleich zwei Sonder-Lautsprecher der hauseigenen Top-Serie. Besonders imposant ist die große nuJubilee 145, die gleich auf den ersten Blick das Besondere symbolisiert und auch allerhöchsten Klangansprüchen genügen soll. Letzteres gehört bei Nubert ohnehin zum Standard. Hier geht die Klangqualität seit jeher vor dem Nachjagen aktueller Trends, die nach kurzer Zeit wieder out sind. Mode-Erscheinungen sind nicht das Ding der Schwaben. Stattdessen setzt man bei Nubert – strikt der eigenen Philosophie folgend – seit Jahrzehnten auf Kontinuität, Langlebigkeit und ein zeitloses Lautsprecherdesign.
Vorgaben, mit denen die 1975 gegründete Marke inzwischen unzählige Käuferherzen erobert hat. Denn: Wer einen Nubert-Lautsprecher kauft, der weiss, was er bekommt: Höchste Material- und Verarbeitungsqualität, zeitlos gestylte Produkte und den bestmöglichen Klang. Das soll auch für besagtes Jubiläumsmodell gelten, dessen letztes verfügbares Paar wir uns in den Testraum geholt haben.

Masse mit Stil

„Wir feiern 45 Jahre Nubert, 45 Jahre Klangfaszination, 45 Jahre Perfektion der Musikwiedergabe! Aus diesem freudigen Anlass haben wir mit der Drei-Wege-Standbox nuJubilee 145 eine Sonderausführung der bewährten nuVero 140 geschaffen, die in streng limitierter Auflage zum günstigen Geburtstagspreis erhältlich ist“. Mit diesen Worten leitet Nubert die Vorstellung seines grössten und technisch fortschrittlichsten Jubiläums-Lautsprechers ein. Eine Beschreibung, die für mich massiv an Grundlage gewinnt, als der schick gestylte Dreieinhalb-Wege-Bolide vor mir steht. Ein paar Details gefällig? Die nuJubilee bringt 47 Kilo auf die Waage. Pro Stück wohlgemerkt! Majestätisch ragt sie dabei 1,42 Meter in die Höhe. Trotz ihrer Grösse wirkt der rubinrote Schallwandler aber keineswegs klobig oder störend, sondern überraschend integrativ. Nicht falsch verstehen, sicher ist diese Box nicht die Integrativ-Lösung für kleinere Räume. Vielmehr ist sie eine selbstbewusste Erscheinung, die eindeutig anzeigt, dass hier anspruchsvoller HiFi-Klang und enorme Leistungsreserven zu erwarten sind.

Das Klangsegel ragt oben, unten und seitlich über das Gehäuse heraus.

Leuchtender Edellack

Dass sie in größeren Räumlichkeiten dennoch als integrativ zu bezeichnen ist, ist dem zeitlos-eleganten Styling zu verdanken. Dieser Lautsprecher wirkt einfach wohlproportioniert und eher schlank als massiv. Die nuJubilee 145 gibt es ausschließlich mit rubinrotem Klangsegel, so nennt Nubert die seitlich überstehende Schallwand. Die fast schon leuchtende Metallic-Oberfläche sieht einfach fantastisch aus und ist blitzsauber aufgetragen. Fehler in der Lackierung, Schlieren oder Nasen sucht man hier vergebens. Neben der Ausdehnung, fallen mir noch Wölbung und die seitlichen Rundungen auf. Sie sollen die die Brechungen des Schalls optimieren, der sich an den Begrenzungen des Klangsegels ausbreitet. Eine Abdeckung gibt es bei der nuJubilee 145 nicht. Das wäre dann einer der großen Unterschiede zur ansonsten nahezu baugleichen nuVero 140 aus dem Seriensortiment. Der edle Lack soll schließlich von nichts bedeckt werden. Damit einhergehend gibt es dann auch die kleinen Löcher nicht, die die Abdeckgitter normalerweise halten.

Chassis-Armada

Somit ist auch der Blick auf die Technik frei, die nicht minder beeindruckend daher kommt: Zu allererst fallen hier die vier, je 180 Millimeter durchmessenden, Tieftöner auf. Drei davon sitzen im unteren Bereich und einer ganz oben in der Schallwand. Direkt unter letztgenanntem Woofer sitzt die optisch vielleicht etwas aussergewöhnlich anmutende Hoch-/Mitteltoneinheit. Sie besteht aus zwei Titteltönern mit Flachmembran. Diese Schwingfläche ist mit einem Durchmesser von gerade mal 52 Millimetern ungewöhnlich klein. Ausserdem ist sie nicht mittig positioniert, sondern asymmetrisch. Dieser optisch aussergewöhnliche Versatz sorgt für unterschiedliche Laufzeiten der Schallwellen entlang der Front. Das reduziert akustisch schädliche Schallreflexionen an den Kanten. Ein Phänomen, dass gerade ab den gehobenen Frequenzen auftritt. Deshalb sitzt auch der, vor mechanischer Beschädigung von einem feinmaschigen Metallgitter geschützte, 26-Millimeter-Tweeter mit seiner Seidenkalotte nicht mittig.

Die zwei Mitteltöner neben den ebenfalls asymmetrisch aufgebauten Hochtöner in die Mitte.

Tiefbass

Aber zurück zur Rückseite: Sie ist mit gleich zwei großen Reflexports bestückt, die jeweils ganz unten und ganz oben in die Rückwand eingelassen wurden. Sie sind nötig, da es sich hier nicht um einen geschlossenen, sondern um einen Bassreflex-Lautsprecher handelt. Die Basschassis strahlen den produzierten Schall nämlich sowohl nach vorn, als auch nach hinten ab. Bei geschlossenen Lautsprechern wird der rückseitig abgestrahlte Anteil durch Dämmstoffe im Gehäuse in Wärme gewandelt. In der nuJubilee 145 wird er hingegen durch die geschickte Dimensionierung des Gehäuses verstärkt und über die Bassreflexöffnung ins Freie entlassen, so dass er sich zum Klang hinzuaddiert. Die Abstimmung lässt sich verändern, indem man die Öffnungen verschließt, Nubert liefert dazu auch gleich entsprechende Stopfen mit, die eine zweistufige Veränderung erlauben: Mit jedem Stopfen wird der Bass dezenter. Speziell wenn die Lautsprecher wandnah betrieben werden sollen, kann das eine Aufgeräumtheit und mehr Kontrolle im Bass nach sich ziehen.

Über zum Lieferumfang gehörige Stopfen (die in die Reflexports gesteckt werden) lässt sich die Bassintensität auf den eigenen Geschmack anpassen.

Individuelle Anpassung

Über die direkt am Anschlussterminal befindlichen Kippschalter ist jetzt noch die Klanganpassung an die räumlichen Gegebenheiten oder an den eigenen Hörgeschmack möglich. Diese Wippen erlauben neben der Veränderung der Bassintensität auch eine Einflussnahme auf die Höhen und Mitten. Stehen alle Wippschalter in der „Neutral“-Stellung, spielt die nuJubilee 145 in ihrer Originalabstimmung. Mit „Sanft“ und „Brillant“ bieten sich für die Hochtonwiedergabe zwei Optionen. Im Mittenbereich wird mit „Dezent“ eine weitere Veränderungsmöglichkeit offeriert. Über besagte Kippschalter lassen sich nun ungünstige Hörwinkel kompensieren, klanghelle Räume ausgleichen oder ein insgesamt wärmeres Klangbild kreieren. Die Tiefton-Veränderung hingegen setzt den zusätzlichen Einsatz einer externen aktiven Frequenzweiche (z.B. Nubert ATM Standbox) voraus, da mit Betätigung des Bass-Schalters die bordeigene Weiche des Lautsprechers übergangen wird. Das ermöglicht den teilaktiven Betrieb der Box, mit dem das Bass-Management noch effektiver betrieben werden kann.

Das Anschlussfeld ist mit massiven Schraubklemmen in Bi-Wire-Anordnung und drei kleinen Tastern ausgerüstet, die eine Klanganpassung im Hoch-, Mittel- und Tiefbassbereich erlauben. Die oberhalb platziierte Plakette gibt Auskunft über die Auswirkung der Schalterumstellung. Auf der Plakette ist zudem die Unterschrift Günther Nuberts angebracht. Ein weiterer Unterschied zur klassischen nuVero 140.

Stabiler Stand

Es gibt noch weitere Möglichkeiten der Anpassung: Beispielsweise die massiven Edelstahl-Traversenfüße. Sie bieten dem Lautsprecher eine höhere Standfestigkeit und lassen sich in der Höhe verstellen. Damit der Untergrund dabei keinen Schaden nimmt, sind alle Füße mit Vliesgleitern bestückt. So können Bodenunebenheiten durch einfaches Drehen der einzelnen Füße millimetergenau ausgeglichen werden. Trotz des hohen Gewichts der nuJubilee 145 funktioniert das übrigens richtig gut. Und es sieht auch gut und vor allem sehr wertig aus. Das gilt auch für den gesamten Lautsprecher. Über das edle Klangsegel hatte ich ja bereits besprochen. Dieses ist perfekt lackiert fühlt sich genauso spiegelglatt an, wie es aussieht. Direkt dahinter befindet sich der samtschwarze, nextel-bezogene Korpus. Dieser Nextel-Überzug lässt das Gehäuse optisch fast verschwinden. Er hat eine ganz eigene haptische Qualität: Er ist leicht rau und textilartig, fast ein wenig samtig. Das fasst man gern an.

Feintuning mit Effekt

Beginnend mit der Ausrichtung der Lautsprecher möchte ich nun die Vorraussetzungen für den bestmöglichen Klang schaffen. Nimmt man sich etwas Zeit und Muße, ist es wahrscheinlich, dass die neuen Lautsprecher sogar noch besser aufspielen. Angst muss man vor diesem Schritt nicht haben. Gehen Sie wie folgt vor, macht das Feintuning sogar Spaß:
Idealerweise stellen Sie die beiden Lautsprecher im identischen Abstand zum Hörplatz auf. Ist das in Ihrem Wohnraum nicht zu 100 Prozent möglich, versuchen Sie so nah dran zu kommen, wie es geht. Anschliessend richten Sie sie die nuJubilee 145 auf Ihren Referenzplatz aus. Die Boxen schauen dem Hörer nun direkt ins Gesicht. Drehen Sie die Lautsprecher anschließend in kleinen Zentimeterschritten nach aussen. Der Abstand zum Hörplatz wird dabei nicht verändert. Die ideale Position ist gefunden, sobald der Klang nicht mehr direkt aus den Boxen zu kommen, sondern offenbar mitten im Raum zu stehen scheint.

Die massiven Traversen sind mit stufenlos hohenverstellbaren Füßen ausgestattet. So lassen sich selbst kleinste Bodenunebenheiten ausgleichen.

In die Waage

Mindestens genauso wichtig ist ein jederzeit fester Stand. Um diesen zu gewährleisten spendiert Nubert jeder nuJubilee 145 die bereits erwähnten, massiven Traversenfüße. Aufgrund ihrer cleveren Schraubmechanik lassen sich diese stufenlos in der Höhe variieren. So bieten sie dem 1,42 Meter großen Lautsprecher auch auf unebenen Flächen eine stabile Basis. Die Höhe lässt sich sogar justieren während die Box aufrecht steht. Das vereinfacht den Vorgang. Damit Parkett-, Laminat- oder Steinböden bei diesem Vorgang nicht zu Schaden kommen, klebt unter jedem Fuß noch ein vollflächiges Vliespad. Die Traversen werden vor dem Aufstellen mit fest im Lautsprecherboden fixiert. Entsprechende Schrauben und ein passender Inbus-Schlüssel gehören selbstverständlich zu m Lieferumfang. Idealerweise geht man den Aufbau dann zu zweit an und stellt die 145er in ihrer schützenden Formschablone dafür zunächst auf den Kopf. Um unschöne Kratzer oder Fingerabdrücke beim Aufbau zu vermeiden, legt Nubert jeder nuJubilee 145 ein paar Baumwollhandschuhe bei.

Leise schon imposant

Die optische Untersuchung, die obligatorische Einspielzeit und das Feintuning sind abgeschlossen. Jetzt kann der schönste Teil der Testprozedur beginnen: Der Hörtest! Die Wahl meines ersten Teststückes ist dabei der vorangegangenen Einspielphase geschuldet, James Blakes „Unluck“. Ein Song, der einen aufgrund seiner enormen Energie schnell packt und mitreisst. Trotz (relativ) geringem Pegels agiert die nuJubilee 145 bereits hier erstaunlich druckvoll, satt und knackig. Leise klingt das schon ausserordentlich dynamisch und agil. Grundtonanteile kommen straff und drahtig, Bässe voluminös aber niemals zu fett. Aber diesen Track muss man laut hören, wenn man wissen will, wie schnell die eigenen Lautsprecher sind und wieviel Bass sie vertragen. Nach einem ordentlichen Rechtsdreh an der hier antreibenden Nubert nuControl 2 wird die Musik dann sofort deutlich lauter. Mit der Lautstärke wächst dann auch der Fun-Faktor. Bässe sind nun hör- und in der Magengegend auch spürbar. Das erhöht den Spaß sofort merklich.

Als Antreiber diente mir in meinem Test die Nubert-Kombi nuControl 2 und nuPower D.

Saubere Sache

So erlebe ich eine Performance, die sofort unter die Haut geht und die mich vor allem wegen der gebotenen Impulskraft schnell einfängt. Der Raum füllt sich mit Musik. Dabei strotzt die nuJubilee 145 nur so vor Entschiedenheit und Dynamik. Was mich dabei besonders beeindruckt: Es ist nun deutlich lauter als zuvor, die bei vielen anderen Setups damit einhergehenden höheren Verzerrungen bzw. aufgeblähten Bässe sind hier aber ausdrücklich nicht festzumachen. Kein Dröhnen oder nerviges Gewummere! Stattdessen spielen die Nuberts einfach sauber weiter. Aufgrund der imposanten Grösse und Bestückung bin ich schonmal von der gezeigten Pegelleistung und von der Akkuratesse beeindruckt, die mir die rubinroten Nuberts auch jetzt im Grundton und Bass liefern. Bässe kommen pfeilschnell und sind auch genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen sind. Dabei ziehen feine wie grobe Abstufungen in Sachen Lautstärke und Dynamik hier weder Änderungen der Klangfarbe noch im Timbre nach sich.

Perfekt abgestimmt

Aus meiner Sicht tragen die perfekte Frequenzweichenabstimmung wie des Einsatzes hochwertigster Chassisbauteile die Hauptverantwortung an dieser Performance. Dadurch gelingt es den nuJubilee 145 auch den immer wieder wechselnden Tempi im Grund- und Bassbereich vorbildlich zu folgen. So bleibt die enorme Dynamik dieses Stückes in vollem Umfang, erhalten. Im Blues Company-Klassiker „Rock Steady“ erfahre ich anschließend eine erneut imposante Grundtondynamik. Dieser Song hat aber noch viel mehr zu bieten als Kraft und Impulse. Jetzt kann sich jetzt auch der filigran arbeitende, nicht minder schnell agierende Hochtöner beweisen. Die nun realisierte Offenheit und Luftigkeit erzeugt ganz schnell echte Live-Atmosphäre. Bässe kommen zügig, Gitarren sind sauber durchgespielt, der Rhythmus sitzt. Dazu kommt die Stimmwiedergabe: Vocals werden unverfälscht und sauber in den Raum zwischen die Boxen gestellt. So erzeugt das Nubert-Duo eine Räumlichkeit, die in ihrer Breite ein Stück über die Standorte der Lautsprecher hinaus- und entsprechend in die Tiefe reicht.

Drei der vier 180 Millimeter durchmessenden Tieftöner thronen im unteren Gehäuseabteil.

Geschmeidig und authentisch

So bauen die nuJubilee 145 ein richtig schönes Klangbild auf, in das man gern eintaucht. Was noch ganz wichtig ist: Instrumente werden größenrichtig dargestellt. Oftmals ziehen HiFi-Setups zwar eine sehr schöne Bühne auf, stellen die musizierenden Instrumente aber viel zu groß dar. Das ist hier anders, die Blues-Combo kommt auch akustisch größenrichtig rüber. Auch das ist der linearen, ehrlichen Abstimmung der 145er geschuldet, die mich keinerlei auffällige Peaks erfahren lässt. Kein übertriebenes Bassvolumen, keine vorgetäuschte Wärme von Stimmen und auch im Hochton wird weder geschönt noch künstlich verstärkt. Das Gegenteil ist der Fall, der optisch dezentral platzierte Tweeter ist ausreichend präsent. So liefern mir meine Testgäste eine wirklich authentische Wiedergabe mit einer atemberaubenden Geschmeidigkeit in der Stimmwiedergabe und einer stimmigen Abstimmung im Mittel- und Tieftonbereich, die gute Lautsprecher von sehr guten unterscheidet. Und hier habe ich es eindeutlich mit sehr guten zu tun!

Ärmel hoch

Zu Testbeginn habe ich mir ja bereits einen Eindruck zur Kraftentfaltung der nuJubilee 145 verschafft. Trotzdem will ich nun wissen, wie sich die Nuberts schlagen, wenn durchgängig Druck und Agilität gefordert sind. Mit „Bombrack“ von Rage Against The Machine wähle ich dazu einen Track aus, bei dem es ab Sekunde eins brachial zur Sache geht. Ein Song, der sofort nach vorn geht und einen einfach mitreisst – vorausgesetzt, man mag diesen harten Stoff. Ich liebe ihn und lasse es mal richtig krachen: Ansatzlos und ohne die Spur von Anstrengung stellen die Nuberts die einsetzende Bassgitarre satt und voller Impulskraft in den Raum. Ich erlebe erneut eine Performance, die sofort ins Blut übergeht und die trotz der enormen Dynamik, die von der ersten Sekunde an anliegt, nicht im Ansatz überbordend wirkt. Das macht so richtig Spaß. „Bombtrack“ läuft noch keine 30 Sekunden und ich bin jetzt schon begeistert.

Selbst vergleichsweise nah an der Wand aufgestellt, spielen die nuJubilee 145 sauber agil und verzerrungsfrei auf.

Kraftentfaltung pur

Nach zwei weiteren Songs des Albums, das den gleichen Namen wie die Band trägt, soll es nun weniger heftig werden. Dafür mit Totos „I Will Remember“ allerdings auch wesentlich anspruchsvoller. Allein das Intro hat einigen früheren Testprobanden in Sachen Tiefgründigkeit und Agilität bereits die Grenzen aufgezeigt. Die Substanz und Konstanz, die die nuJubilee 145 hier aber im Grundton und Basskeller offeriert, lässt mir keine andere Wahl. Ich muss noch einmal am Lautstärkeregler drehen! „Immer her damit!“ scheint mir das Nubert-Setup daraufhin nur zu entgegnen. Obwohl inzwischen weit oberhalb der Zimmerlautstärke angekommen, sind die rubinroten Schallwandler weit davon entfernt zu verzerren oder zu nerven. Die souveränere Kraftentfaltung ist schlichtweg imposant. Auch jetzt keine Spur von wummerigem Dröhnen. Wo viele andere Schallwandler längst die weisse Fahne geschwenkt hätten, sorgt die üppig bestückte 145er für mächtig Feuer und eine für mein Empfinden perfekte Mixtur aus Präsenz, Kraft und Energie.

Live-Charakter

Punktgenaue Impulse im Raum, perfekt platzierte Synthie-Sounds und der große Dynamikumfang ergeben ein beeindruckendes Musikerlebnis mit Live-Charakter. Selbst tiefste Bässe werden mit einer großen Selbstverständlichkeit produziert. Das Verhältnis zwischen Grundton und Tiefbass scheint auf den Punkt austariert. So gelingt es diesem Lautsprecher Energie und Gelassenheit perfekt miteinander zu kombinieren, was ebenfalls der fundierten Abstimmung und dem eindrucksvollen Zusammenspiel der Chassis-Armada zu verdanken ist. So satt, straff und nachdrücklich habe ich dieses Intro bislang nur sehr selten gehört. Oder besser gesagt: Zumindest noch von keinem Lautsprecher dieser Preisklasse. Zur Erinnerung: Mit einem Stückpreis von 2145 Euro ist die nuJubilee 145 fast schon ein Schnäppchen. Wer die Gelegenheit verpasst hat, sich ein Paar dieser limitierten Sonderlautsprecher zu erwerben, für den gibt’s übrigens ein Hintertürchen: Die technisch identische nuVero 140 ist demnächst ebenfalls mit rubinroter Schallwand zu haben. Dann mit dem typischen nuVero-Abdeckgitter und zum Preis von 2235 Euro.

Schön zu erkennen: Der rubinrote Lack ist mit kleinen Metallic-Partikeln bestückt.

Fazit

Mit der nuJubilee 145 hat Nubert ein echtes Highlight geschaffen. Eines, das optisch imposant daher kommt, perfekt verarbeitet und absolut fair ausgepreist ist. Und eines, das trotz schier unbändiger Spielfreude und Temperament zu keinerlei Übertreibung neigt und eine Faszination entwickelt, der man sich kaum entziehen kann. Egal, welches Musikgenre man ihr zuführt, die nuJubilee 145 nimmt die ihr anvertrauten Signale sorgsam in ihre Obhut und liefert sie anschließend perfekt und ehrlich reproduziert wieder aus. Ohne etwas hinzuzufügen oder zu vernachlässigen.
Kurz gesagt: Die nuJubilee 145 ist einer der bestklingendsten Lautsprecher, den ich in der Preisklasse bis 2,5000 Euro jemals testen durfte!

Test & Text: Roman Maier
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: 98/100
Klasse: Referenzklasse
Preis-/Leistung: hervorragend

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Technische Daten

Modell:Nubert
nuJubilee 145
Gerätekategorie:Standlautsprecher
Preis:2145,00 Euro / Stück
Garantie:5 Jahre
Ausführungen:- Rubinrot
Vertrieb:Nubert, Schwäbisch Gmünd
Tel.: 07171 / 92690-0
www.nubert.de
Abmessungen (H x B x T):1425 x 234 (290) x 425 mm mm
Gewicht:47 Kg
Prinzip: Dreieinhalb-Wege, Bassreflex
Hochtöner:1 x 26 mm
Mitteltieftöner:2 x 52 mm
Tieftöner:4 x 180 mm
Frequenzgang:- 25 Hz - 25 kHz
Klangregelung:- Ja
Kippschalter für Höhen, Mitten und Bass
Anschluss:- Bi-Wire-Schraubklemmen
Musikbelastbarkeit:- 600 Watt
Lieferumfang (pro Box):- nuJubilee 145
- Traversenfüße
- Baumwollhandschuhe
- Anleitung
Besonderes:+ hervorragende Abstimmung
+ punchiger Grundton
+ sehr schöne Räumlichkeit
+ exzellente Verarbeitung
+ leistungsstark
+ Klanganpassung
+ höhenverstellbare Traversenfüße

- nur auf wenige Paar limitiert
Benotung:
Klang (60%):97/100
Praxis (20%):98/100
Ausstattung (20%):99/100
Gesamtnote:98/100
Klasse:Referenzklasse
Preis-/Leistunghervorragend

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