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Im Test muss der KLH Ultimate One heute mal zeigen, welchen Einfluss er auf meine Trommelfelle nehmen kann. Hierzu stülpe ich mir handwerklich sauber und hochwertig verarbeitetes Material über die Ohren und genieße den Einsatz nachhaltiger Materialien, die außerordentlichen Komfort versprechen. Im ersten Eindruck kann der Amerikaner schon einmal mit fundamentalem Bass und satten Höhen überzeugen. Ob der gute Ersteindruck auch einer längeren Musiksession standhält, kläre ich in diesem Artikel.

Verarbeitungsqualität und Tragekomfort möchte KLH beim Ultimate One mit sattem Bass und feinen Höhen kombinieren.

Ich frage mich zunächst, wer KLH eigentlich ist, denn ich hatte zuvor noch nie von diesem Unternehmen gehört. Zu Unrecht, wie sich zeigt, denn das von Henry Kloss, Malcolm S. Low und Josef Anton Hofmann in Massachusetts gegründete Unternehmen existiert schon seit 1957. Es war mit über 30 000 Lautsprechern jährlich, der dereinst größte Hersteller von Lautsprechern der Welt. Des Model Nine zählt laut dem Magazin Stereophile zu den zwölf besten Lautsprechern, die je gebaut wurden. Mit dem Model Forty führte man das erste Tonbandgerät mit einer Dolby-Rauschunterdrückung ein. Mit den Model Five, Model Six und Model Seventeen brachte man viele Jahre lang die meistverkauften Lautsprechermodelle auf den Markt. Seit 2017 gehört KLH unter das Dach der Kelly Global Brands und der Hauptsitz wurde nach Noblesville in Indiana verlegt, wo auch der KLH Ultimate One gefertigt wird.

In ihrem Heimatmarkt USA sind die Geräte von KLH schon seit 1957 gefragt. Mit dem Ultimate One soll der Name auch in Europa wachsen.

Ein solides Paket

Der KLH Ultimate One wird in einem robusten Schuber geliefert. Der Einschub aus Karton ist mit einem geriffelten Überzug ausgestattet, der zusammen mit dem silbern eingeprägtem Logo einen hochwertigen Eindruck hinterlässt. Magnete halten den Aufklappmechanismus in Position, sodass der Karton immer seine Form wahrt. Im Inneren befindet sich ein Leder-Case mit Reißverschluss, das den Kopfhörer auf Reisen stoßsicher verstaut. Darüber hinaus liegt im Case ein Tragebeutel aus weichem Velours bei, in dem man den Kopfhörer verstauen kann. Natürlich gehört zum Lieferumfang auch ein separates zwei Meter langes Anschlusskabel mit 3,5-Millimeter-Klinkenstecker und ein Adapter für Buchsen mit 6,3 Millimeter Durchmesser. Außerdem befindet sich darin noch ein Beileger, der einzelne Komponenten des Musikwandlers und die Eigenschaften beschreibt. So kann man seine Musik in allen möglichen Konstellationen hören und den KLH Ultimate One in allen Situationen immer sicher unterbringen, ohne dass er Schaden nimmt.

Das zwei Meter lange Anschlusskabel wartet mit hochwertigen Silberlitzen und feinem Textilbezug auf. Neben Hardcase und Stofftasche ist auch ein 6,3-Millimeter-Adapter im Lieferumfang enthalten.

Materialien

Der KLH Ultimate One macht beim Auspacken schon eine sehr gute Figur. Die Ohrmuscheln sind aus Zebraholz gefertigt. Ein Metallbügel hält diese in Position und die Muscheln können um 180 Grad in diesem gedreht werden. Der Metallbügel hat in seinem soliden Scharnier jeweils 90 Grad nach vorn und hinten Platz. Der Kopfbügel hinterlässt einen sehr soliden Eindruck und liegt mit Schichten aus Rindsleder, Lammleder und zweilagigem Memory-Schaum auf meinem Kopf. Derart sind auch die Polster gestaltet, die sich um meine Ohren legen. Dabei fällt auf, dass der Kopfhörer trotz der hochwertigen Materialien und seiner robusten Ausführung gerade einmal 340 Gramm auf die Waage bringt. Das kommt natürlich dem Tragekomfort entgegen. Die offene Bauweise sorgt ebenfalls für eine gewisse Entspannung, da man nicht völlig von der Außenwelt abgekoppelt wird. Trägern mit ausladender geformten Ohren wird die Ohrmuschel allerdings zu klein ausfallen.

Dank Polstern mit einer Mischung aus Rinds- und Lammleder, in Kombination mit Memory-Schaum, bietet der Kopfhörer einen tollen Tragekomfort.

Technische Merkmale

Natürlich spielen auch die technischen Details bei einem Test eine zentrale Rolle, denn sie bestimmen letztendlich auch, was ich zu hören kriege. Der KLH Ultimate One verwendet Treiber mit 50 Millimetern im Durchmesser und bietet so reichlich Fläche für stattliche Bässe. Das spiegelt sich auch im Datenblatt wider, denn KLH attestiert dem Ultimate One einen Frequenzbereich von 18 Herz bis 22 Kiloherz. Mit einem Schalldruck von 108 Dezibel sorgt er für ordentlich Rumms auf dem Trommelfell, bleibt aber in einem Bereich, der der Gesundheit nicht schadet. Mit der Impedanz von 32 Ohm liegt er im oberen Bereich, was Zuspielern im Taschenformat schon eine gewisse Power abverlangt. Mein Verstärker hat hier naturgemäß keine Probleme, den Treiber ordentlich in Schwingung zu versetzen. Das Smartphone muss sich schon deutlich mehr ins Zeug legen, um aufgrund der offenen Bauweise gegen die Außenwelt anzuspielen.

Die großen 50-Millimeter-Breitbänder kombieren satten Tiefbass mit klar definiertem Hochton.

Der Tragekomfort

Durch die erstklassige Materialwahl fühlt sich der KLH Ultimate One extrem hochwertig an und kann auch mit Modellen anderer Hersteller wie dem Sendy Audio mithalten, der in einer deutlich höheren Preisklasse spielt. Kopfhörer in der gleichen Preisklasse wirken bei der Materialwahl und der optischen Anmutung klar abgeschlagen. Auf dem Kopf gefällt die weiche Polsterung. Das angenehm auf der Haut liegende Leder fühlt sich sanft und natürlich an. Auch bei längerem Hörgenuss komme ich hier nicht ins Schwitzen. Die offene Bauweise der Ohrmuscheln empfinde ich sehr angenehm. So kommen sowohl ein paar Umgebungsgeräusche wie auch frische Luft an meine Ohren und ich bin nicht gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Der Anpressdruck des Bügels ist etwas stramm, das mag aber dem nagelneuen Exemplar geschuldet sein. Die Ohrmuscheln passen gerade noch über meine Ohren, wer jetzt bereits beim Lesen große Ohren gemacht hat, trägt hier eher einen On-Ear-Kopfhörer.

Dank schön verarbeitetem Zebraholz und weicher Polsterung bietet der Ultimate One angenehmen Tragekomfort und hochwertige Haptik. Für größere Ohren könnten die Hörmuscheln allerdings etwas zu klein ausfallen.

Ordentlicher Rumms

Ja, wie klingt denn das optisch beeindruckende Stück nun? Was zunächst auffällt, ist der unfassbar tiefgreifende Bass, den der KLH Ultimate One abliefert. Die 50 Millimeter-Membran kann sehr langsam und kräftig schwingen. „Play“ von David Grohl legt gleich zu Beginn mit einem tiefen Bass-Teppich los, der ein solides Fundament legt. Das ist aber noch nicht alles, richtig tief geht es dann mit dem Schlagzeug in den Frequenzkeller hinab, denn Grohl hat die Bass-Drum extrem trocken, satt und tief abgestimmt. Und der Ultimate One freut sich über jeden Impuls in diesem Bereich. Es entsteht der Eindruck, man hätte einen Subwoofer in den Kopfhörer eingebaut, so kraftvoll drückt die Beryllium-Membran die Bässe in meine Gehörgänge. Gerade bei geringen Lautstärken entsteht so ein sehr voluminöses und aufgeräumtes Klangbild. Dreht man dann in den Bereich der, ich nenne es mal Genusslautstärke, liefert auch der Bass einen ordentlichen Rumms ab.

Mit Dynamik und Druck macht KLHs Over-Ear jede Menge Spaß. Dafür sind auch seine Ansrpüche an die zur Verfügung gestellte Leistung recht hoch.

Akzentuierte Spitzen

Dass der KLH Ultimate One seine 18 Herz abliefern kann, daran besteht kein Zweifel. 22 Kiloherz sind für meine betagten Ohren nicht mehr wahrnehmbar, wohl aber fällt auf, dass die Chassis hier betont und präzise zu Werke gehen. Ich lausche dem Stück also weiter und werde auch im Hochtonbereich nicht enttäuscht. Präzise arbeitet der Beryllium-Treiber hier feine Strukturen aus Grohls Schlagzeug heraus. Deutlich kann ich die dynamischen Unterschiede auf den Becken wahrnehmen und auch die Staffelung der verschiedenen Messingscheiben im Raum wird fein aufgegliedert. Scharf und bestimmt artikuliert die Membran die akzentuierten Spitzen auf High-Hat und Ride-Becken heraus. Die Stahlsaiten der Gitarre von Hellyeah im Stück „I Don’t Care Anymore“ erhalten die nötige Härte und Knackigkeit, um dem Stück die erforderliche Note mit auf den Weg zu geben. Ganz präzise platziert der Treiber die Instrumente auf die anvisierten Plätze und schafft so eine angenehme Plastizität.

Das Verbindungskabel mit 3,5-mm-Klinke wird einseitig am Kopfhörer verbunden. Symmetrisch lässt sich der Ultimate One nicht betreiben.

KLH Ultimate One – Modern abgestimmt

Als nächsten Titel habe ich mir „Anima“ von Angela Puxi ausgesucht. Der chillige Titel besticht durch unzählige Sounds, denen der KLH Ultimate One eine breite Bühne aufzieht und sie fein von links nach rechts verteilt. Auch hier fällt wieder die exzellente Hochtonwiedergabe sowie der unfassbar tiefgreifende Bass auf. Durch diese V-artige, moderne Abstimmung des Treibers gehen die Mitten allerdings ein wenig unterbetont einher. Die Sängerin klingt, als sei sie bei der Aufnahme etwas zu dicht am Mikrofon gewesen. Auch büßt der Bass etwas an Präzision ein, denn er ist kräftig, aber durch die Größe der Membran auch etwas behäbiger und erhält einen gemütlicheren Charakter. Dafür macht er im „Flight of the Cosmic Hippo“ von Béla Fleck and the Flecktones richtig Spaß. Die tief abgestimmte Bassgitarre bohrt in so tiefen Gefilden, dass man seinen Ohren kaum traut.

Stabile Rasten halten die drehbaren Ohrmuscheln stets in der korrekten Position. Mit nur 340 Gramm Gewicht bietet der Ultimate One dann eine gute Langzeittauglichkeit.

Club-Machine

Bleibt man bei der Abstimmung aber im entsprechenden modernen Genre, kommt beim KLH Ultimate One der Spaß nicht zu kurz. Den Titel „No Sanctuary Here“ von Chris Jones muss ich sicher nicht mehr vorstellen, der läuft auf jeder HiFi-Messe rauf und runter. Marian Herzog hat sich der Nummer aber noch einmal angenommen und sie auf ein modernes Niveau gehievt. Ein satter „Four on the Floor“-Beat massiert hier die Trommelfelle im Sub-Bassbereich, dass es eine wahre Freude ist. Gleichzeitig reißen die Höhen ein fetziges High-Hat in den Upbeat. Der Song hat im Tempo etwas angezogen und gewinnt dadurch noch mehr an Fetzigkeit, der man sich dank dieser Club-Machine kaum erwehren kann. Hat man sich an diese Abstimmung gewöhnt, kann man auch „Liberty“ von Anette Askvik genießen. Sie tritt klanglich mit etwas zu viel Bauch auf, aber der runde Bass und die fein ausgearbeiteten Höhen im Stück fügen sich ausgezeichnet ein.

Lebendigkeit und Kraft des KLH sorgen für mitreißenden Sound, der machen Genres allerdings besser steht als anderen.

Fazit

Der KLH Ultimate One ist super verarbeitet und auch das Zubehör, wie das tolle Leder-Hartcase, bringen auf jeden Fall Punkte ein. Die verwendeten Materialien passen in das nächsthöhere Preisniveau. Das separate Anschlusskabel ist nicht nur super verarbeitet und macht beim Tragen keine Geräusche. Auch kann man es einfach tauschen, sollte es irgendwann einmal kaputt gehen. Der Tragekomfort ist ziemlich gut. Ich habe den Kopfhörer mehrere Stunden beim Schreiben dieses Tests auf den Ohren gehabt. Der Sound kann auf jeden Fall mitreißen. Die Abstimmung der Beryllium-Chassis ist modern und auf aktuelle Tracks ausgerichtet. Der unfassbar tiefgreifende Bass spielt in einer Liga für sich und auch die knackscharfen Höhen machen richtig Freude. Dennoch sollte der geneigte Käufer das gute Stück ausprobieren, denn das Klangbild könnte polarisieren. Für die Nutzung an mobilen Zuspielern ist für kräftigere Lautstärken ein externer DAC zu empfehlen.

Test & Text: Dieter Pfeil
Fotos: Branislav Ćakić

Gesamtnote: 87/90
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: gut

86 of 90

90 of 90

88 of 90

Technische Daten

Modell:KLH
Ultimate One
Gerätekategorie:Over-Ear Kopfhörer
Preis:429 Euro
Garantie:2 Jahre
Ausführungen:- Zebraholz
Vertrieb:Bellevue Audio, Unna
02303 3050178
www.bellevueaudio.de
Gewicht:340 g
Bauart:Over-Ear, offen
Impedanz:32 Ohm
Frequenzbereich:18 Hz - 22 kHz (Herstellerangabe)
Bestückung:2 x 50 mm Breitbänder
Anschluss:3,5 mm Klinke
Lieferumfang:1 x Ultimate One
1 x Reiseetui
1 x Stoffbeutel
1 x Anschlusskabel
1 x Adapter 6,3 mm
Pro & Contra:+ edle Verarbeitung
+ hochwertiges Anschlusskabel
+ Hardcase aus Leder
+ potenter Bassbereich
+ definierter Hochton

+/- moderne Abstimmung kann polarisieren

- keine symmetrische Anschlussmöglichkeit
- am Smartphone sehr leistungshungrig
Benotung:
Klang (60%):86/90
Praxis (20%):90/90
Ausstattung (20%):88/90
Gesamtnote:87/90
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistunggut

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