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Redakteur

Die Zukunft beginnt heute, soviel ist bekannt. Das gilt auch für den Heimkino-Bereich, in dem sich kein Receiver-Neuling mehr ohne 4K und Dolby Atmos sowie Multiroom und Streaming behaupten kann. Wenig überraschend, dass Yamaha diesen Anforderungen mit seinen neuen Modellen aus der Aventage-Familie ganz locker gerecht wird, beziehungsweise sie sogar übertrifft. Trotzdem ist diese zukunftssichere Vielfalt erfreulicherweise sehr gut bezahlbar, wie wir im Test des RX-A670 feststellen dürfen.

Moderner Look und zukunftsorientierte Ausstattung: Der 7.2-AV-Receiver RX-A670 von Yamaha hat einiges zu bieten.

Moderner Look und zukunftsorientierte Ausstattung: Der 7.2-AV-Receiver RX-A670 von Yamaha hat einiges zu bieten.

Rund 750 Euro werden beim Fachhändler für den 7.2-AV-Receiver aus dem Hause Yamaha aufgerufen. Im Prinzip genügt ein Blick auf die Ausstattungsliste, um ihm ein faires Preis-Leistungsverhältnis zu attestieren, aber wir wollen es ja ein bisschen genauer nehmen. Zum Glück haben wir in weiser Voraussicht ein bisschen Zeit dafür eingeplant … die braucht man, um die ganze Funktionsvielfalt dieses AV-Receivers zu entdecken. Vorrangig sind da natürlich zunächst die Yamaha-typischen Eigenschaften wie die Multiroom-Funktion „MusicCast“ zu nennen, die mit dem Zugriff auf diverse Streaming-Dienste einhergeht. Aber auch die Unterstützung von Dolby Vision, Dolby Atmos, Hybrid Log Gamma oder dts:X machen deutlich, dass der RX-A670 keineswegs nur im Hier und Jetzt lebt, sondern auch Gedankenspiele über zukünftige Anforderungen wiederspiegelt.

Insbesondere der Unterstützung von 4K-Signalen (inklusive Upscaling) und Dolby-Atmos-Ton wird ein breites Interesse bescheinigt, um auch im Heimkino noch lebendigere und realistischere Filmerlebnisse zu erleben. Mit der vierfachen Full-HD-Auflösung und dank High Dynamik Range mit noch plastischeren Bildern, satteren Farben und besseren Kontrasten, liefert der RX-A670 hier natürlich genau die nötigen Zutaten, die sich mit einem 5.1.2-System akustisch adäquat unterfüttern lassen. Durch zusätzliche, an die Decke montierte Lautsprecher kann mit Dolby Atmos (vor allem in Actionfilmen) ein noch realistischerer Sound erreicht werden, als es ein „normales“ Surround-System derzeit vermag. Wobei selbst das ja schon verdammt gut klingen kann. Aber man nimmt ja gerne mit, was sich so anbietet …

Die Aventage-Receiver stehen für großartigen Klang und edles Design.

Die Aventage-Receiver stehen für großartigen Klang und edles Design.

Alles für den optimalen Klang

Angeboten wird im RX-A670 eine ganze Menge, neben den bereits erwähnten Funktionen mit 4K und Dolby Atmos gibt es noch einige andere attraktive Ausstattungsmerkmale zu entdecken. So gibt es neben der Netzwerk-Funktion fürs MusicCast selbstverständlich auch die Möglichkeit, dem AV-Receiver via Bluetooth beziehungsweise AirPlay Musik auf kabellosem Wege zuzuspielen. Verarbeitet werden diese, das ist man von Yamaha gewohnt, mit Fokus auf höchste Klangqualität. Deshalb basiert die Verstärkereinheit des RX-A670 nicht nur auf einem diskreten Aufbau zur Minimierung von Verzerrungen; sie verfügt zudem über unabhängige Netzteile, die digitalem Rauschen vorbeugen. Zudem bietet der Yamaha – neben der Möglichkeit ein 7.2-System anzuschließen – auch die Option für eine zweite Zone. So kann neben einem Surround-Set auch ein Lautsprecher-Paar in einem anderen Zimmer betrieben werden, ohne dass dafür ein separater Verstärker eingebunden werden muss. Möglicherweise besitzt man ja neben seinem im Wohnzimmer installierten 5.1-Set mit Standlautsprechern auch noch ein zusätzliches Stereo-Setup aus Regalboxen, über die man im Nebenraum zwischendurch auch mal Musik hören möchte. Auch Bi-Amping ist möglich, falls man entsprechende Frontlautsprecher in seinem Setup einzusetzen gedenkt, um auf diesem Wege noch etwas mehr Potenzial auszuschöpfen.

Die Front aus Aluminium repräsentiert als Gesicht des RX-A670 einen rundum hervorragend verarbeiteten AV-Receiver.

Die Front aus Aluminium repräsentiert als Gesicht des RX-A670 einen rundum hervorragend verarbeiteten AV-Receiver.

Die höchste Klangperformance strebt Yamaha auch mit seinem Cinema DSP 3D an. Hinter dieser Bezeichnung verstecken sich im RX-A670 gleich 18 verschiedene Klangprogramme, über die sich der Klang in diversen Szenarien anpassen lässt. Ein hochintelligentes und umfangreiches Feature – mehr dazu aber gleich im Hörtest. Neben Presets für Actionfilme, TV-Shows und Videospiele gibt es selbstverständlich auch entsprechende Optionen für die Musikwiedergabe. Ausserdem verfügt der RX-A670 über weitere hilfreiche Funktionen, etwa die Bass-Erweiterungstechnologie „Extra Bass“. Sie verspricht einen kraftvollen Tiefton, selbst mit kleinen Lautsprechern, der dank „Subwoofer Trim“ zusätzlich an Präzision gewinnen soll. Das gilt auch für die „Virtual Presence Speaker“-Option, mit der sich im Falle eingeschränkter Aufstellungsmöglichkeiten zusätzliche, virtuelle Schallquellen simulieren lassen.

Um die Klangoptimierung auch ohne Erfahrungswerte durchführen zu können, bietet Yamaha mit seiner YPAO-Technologie (kurz für Yamaha Parametric room Acoustic Optimizer) eine sehr einfache Möglichkeit, den RX-A670 ideal und vollautomatisch auf die räumlichen Gegebenheiten einzustellen, in denen er eingesetzt wird. Dazu wird das mitgelieferte Einmess-Mikrofon angeschlossen und auf Ohrhöhe am Hörplatz positioniert. Per Bildschirm-Menü wird man nun durch den Optimierungsprozess geführt (s. auch S. 35 in der Bedienungsanleitung), die dabei ermittelten Werte werden anschließend gespeichert. Das Ganze ist übrigens innerhalb weniger Minuten erledigt und zahlt sich hörbar aus. Soviel zum unsichtbaren Innenleben, in das die Rückseite aber zumindest teilweise Einblicke gibt.

Die Anschluss-Vielfalt des RX-A670 ist mehr als nur sehr ordentlich.

Die Anschluss-Vielfalt des RX-A670 ist mehr als nur sehr ordentlich.

Anschluss für Gegenwart und Zukunft

Der RX-A670 verfügt über eine vergleichsweise breite Palette vielfältiger Anschlussoptionen, die teilweise sogar leicht zugänglich auf der Front untergebracht sind. Dazu zählt der Kopfhöreranschluss, ebenso ein Aux-Eingang für ein 3,5-Millimeter-Audiokabel, der heutzutage in der Regel für Smartphones genutzt wird. Auch USB-Speichermedien finden direkt über die Front Anschluss an den Yamaha-Receiver. Richtig spannend wird es aber auf der Rückseite des RX-A670: hier stehen insgesamt fünf HDMI-Schnittstellen bereit. Eine davon ist als Monitor-Ausgang zum Anschluss an den Fernseher gedacht. Da ARC-fähig, wird der TV-Ton also auch zurück zum AV-Receiver geleitet, was insbesondere beim Empfang von Streaming-Diensten via Smart-TV relevant ist. Zudem gelangen Videosignale auf diesem Weg zum TV-Gerät, beispielsweise die, die der RX-A670 von einem angeschlossenen Blu-ray-Player empfängt. Dafür sollte man dann am besten den HDMI-Anschluss mit der Ziffer 1 nutzen, der ist nämlich auch schon entsprechend beschriftet.

Auf der Front hält der RX-A670 unter anderem einen Kopfhörer-Anschluss bereit.

Auf der Front hält der RX-A670 unter anderem einen Kopfhörer-Anschluss bereit.

Direkt unterhalb der HDMI-Eingänge befindet sich der Anschluss für die FM- und DAB+-Radioantenne, die zum Empfang von UKW- beziehungsweise DAB+ Sendern dient. Übrigens haben jetzt alle Modelle der aktuellen 70er-Aventage-Reihe einen Tuner für DAB+ an Bord. Natürlich lassen sich die eigenen Lieblingssender aber auch via Internetradio empfangen, dazu muss der AV-Receiver allerdings via LAN-Kabel oder WiFi ins Heimnetzwerk integriert werden. Sowohl Ethernet-Buchse als auch WiFi-Antenne befinden sich rechts besagter HDMI-Anschlüsse und direkt über den Schraubklemmen für die Lautsprecherkabel. Hier macht sich der günstige Preis ausnahmsweise mal bemerkbar, die Klemmen sind aus Kunststoff gefertigt und recht eng verbaut, was der enormen Ausstattung unseres testprobanden geschuldet ist. Nicht unbedingt die Ideallösung, allerdings auch absolut kein kritischer Faktor. Die Kabel halten zuverlässig fest und darauf kommt es letztlich ja auch an.
Die Schraubklemmen sind in insgesamt sieben Paaren vorhanden, die ersten fünf von links gesehen sind den Front- und Surround-Lautsprechern zugewiesen. Die beiden rechten Paare hingegen können unterschiedlichen Zwecken dienen, die von den Einstellungen des Receivers abhängen. Wer ein 7-Kanal-System betreibt, wird hier die zusätzlichen Surround-Back-Lautsprecher anschließen, alternativ können aber zum Beispiel auch die beiden Lautsprecher einer zweiten Zone mit verstärkten Signalen versorgt werden. In dem Fall wird man vermutlich nur einen Subwoofer-Ausgang benötigen, obschon der Preout-Bereich zwei Cinch-Stecker bereithält – wenig überraschend, handelt es sich beim RX-A670 nun mal um einen 7.2-Receiver.

Das Anschluss-Terminal ermöglicht den Betrieb verschiedener Setups.

Das Anschluss-Terminal ermöglicht den Betrieb verschiedener Setups.

Wer auf Seiten der Eingänge mit den vier HDMI-Slots nicht auskommt oder reine Audio-Quellen anschließen möchte, kann natürlich noch die links platzierte AV-Sektion nutzen. Hier gibt es sowohl einen optischen Digitaleingang („Audio 1“) als auch ein koaxiales Gegenstück für den Empfang digitaler Audiosignale („Audio 2“). Zudem sind drei Audio-Video-Anschlüsse vorhanden, zwei davon sind auf analoge Cinch-Kabel ausgelegt, während „AV 1“ erneut ein Koaxialkabel aufnimmt. Dazu kommen mit „Audio 3“ ein rein analoger Audio-Eingang sowie die Cinch-Variante des „Monitor Out“ – das hat dann aber eher weniger mit Zukunftssicherheit zu tun, sondern ist vielmehr ein Entgegenkommen an Besitzer mit liebgewonnenen, ältere Komponenten …

HDMI-Anschlüsse sind für den durchschnittlichen Bedarf mehr als genug vorhanden.

HDMI-Anschlüsse sind für den durchschnittlichen Bedarf mehr als genug vorhanden.

Modernes Design, edles Material

Auch wenn der RX-A670 also durchaus ein Herz für klassischere Gerätschaften hat, ist er in Sachen Ausstattung und Optik ein absolut moderner AV-Receiver. Natürlich behält er trotzdem die bewährte Grundform bei, setzt aber mit gerundeten Kanten und seinen massiven Standfüßen hübsche Akzente. Letztere erfüllen dank ihrer besonderen Struktur wertvolle Dienste in der Klangoptimierung, indem sie den RX-A670 effektiv vom Untergrund entkoppeln und Vibrationen eliminieren. Nur eines der vielen Beispiele für die exzellente Verarbeitung des AV-Receivers, die wir von Yamaha aber auch nicht anders kennen. Vor allem das aus Aluminium gefertigte Frontpanel fährt hier das Maximum an Pluspunkten ein. Wer es gerne schlichter mag, wird wohl eher auf die komplett in Schwarz gehaltene Ausführung zurückgreifen, wir haben zum Test allerdings die Variante in „Titanium“ geladen. Deren Gehäuse ist allerdings nicht vollständig silbergrau, sondern weist im oberen Bereich der Front ein hochglänzendes, schwarzes Segment auf, das in seinem Zentrum das Display beherbergt – auch das kennt man von Yamaha AV-Komponenten. Hier wird eine Fülle an Informationen über die aktuellen Aktivitäten des RX-A670 bereitgehalten, allesamt übersichtlich präsentiert und vor allem sehr gut lesbar. Aufgrund der Vielzahl möglicher Anzeigen listen wir diese hier nicht auf, das übernimmt die Bedienungsanleitung nämlich ohnehin in aller Ausführlichkeit und mit einer beschrifteten Skizze.

Mit seinem sehr gut lesbaren Display bietet der RX-A670 stets einen guten Überblick.

Mit seinem sehr gut lesbaren Display bietet der RX-A670 stets einen guten Überblick.

Wir nehmen lieber die Bedienelemente der Front genauer in Augenschein, wobei sich die meisten im Bereich unterhalb des Display-Segments befinden. Im schwarzen Balken im oberen Bereich der Front sind lediglich die An/Aus-Taste, der YPAO-Mikrofoneingang (zur automatischen Einmessung) und die Taste zum Einschalten der Direktwiedergabe platziert. Quasi direkt an der Grenze der beiden Bereiche unterhalb des Displays befinden sich die etwas breiteren Schaltelemente „Info (WPS)“, „Memory“, „Preset“, „FM“, „DAB“ und „Tuning“ – die meisten davon dienen also zur Steuerung der Radiofunktion. Wer stattdessen eine andere Eingangsquelle wählen möchte, kann dies über den linken der beiden großen Drehknöpfe tun, dieser dient nämlich der Quellenwahl. Über das rechte Gegenstück hingegen wird die Lautstärke des RX-A670 angepasst.

Die Front bietet gut zugängliche Anschlüsse und bequem bedienbare Steuerungselemente.

Die Front bietet gut zugängliche Anschlüsse und bequem bedienbare Steuerungselemente.

Dazwischen sind die bereits erwähnten Frontanschlüsse für Kopfhörer, Aux und USB sowie zentral weitere Bedienelemente platziert. Die obere Reihe ist vier Tasten vorbehalten, über die die Direktauswahl von vier gespeicherten Szenarien möglich ist. Diese Szenarien bestehen beispielsweise aus der Kombination einer Eingangsquelle und dem passenden Klangprogramm und können individuell hinterlegt werden. „TV“ schaltet beispielweise auf den ARC-Anschluss und die TV-Wiedergabe um. Die Klangprogramme können über die zentral darunter liegenden Pfeiltasten alternativ aber auch unabhängig von der Eingangsquelle manuell ausgewählt werden. Selbst die Anpassung der Höhen und des Basses können mittels „Tone Control“ (links daneben) angepasst werden. Der rechts neben den beiden Programmtasten platzierte „Straight“-Button sorgt dafür, dass eingehende Signale ohne internere Weiterverarbeitung ausgegeben werden und dient zugleich als „Connect“-Taste zur Einbindung ins MusicCast-Netzwerk.

Der RX-A670 verfügt über vorinstallierte Szenarien, mit denen man quasi aus dem Stand startklar ist.

Der RX-A670 verfügt über vorinstallierte Szenarien, mit denen man quasi aus dem Stand startklar ist.

Multiroom mit MusicCast

In Hinblick auf die Zukunftssicherheit ist es wenig überraschend, dass Yamaha seinen RX-A670 selbstverständlich mit dem hauseigenen Multiroom-System namens „MusicCast“ ausstattet. So kann der AV-Receiver im Verbund mit weiteren Geräten wie Soundbars und HiFi-Komponenten (CD-Player, Plattenspieler, etc.) agieren. Alle miteinander verknüpften Komponenten geben dann beispielsweise als raumübergreifendes Ensemble (daher „Multiroom“) dieselbe Quelle synchron wieder. Das schafft nicht nur ein ganz neues Klangerlebnis in der ganzen Wohnung, sondern ermöglicht auch das Übertragen zum Beispiel des Fernsehtons in Zimmer, in denen kein TV-Gerät aufgestellt ist. Selbst bei der Raucherpause während der Fußballübertragung verpasst man dann auf dem Balkon keine Sekunde vom Spiel. Vor allem aber lassen sich Partys auf diese Weise hervorragend beschallen, ohne die HiFi-Anlage im Wohnzimmer übertrieben laut aufdrehen zu müssen, damit auch in der Küche noch ein bisschen zu hören ist. Mit einem Multiroom-System à la MusicCast wird das wesentlich eleganter, moderner und nachbarschaftsfreundlicher gelöst. Dank der Quellenvielfalt des RX-A670 können zudem auch Besucher mal eben ihr Smartphone an den AV-Receiver koppeln, um anschließend ihre lokal gespeicherte Musiksammlung temporär zur Verfügung zu stellen.

Mit der Multiroom-Funktion MusicCast rückt der RX-A670 ins Zentrum eines umfassenden Wiedergabenetzwerks.

Mit der Multiroom-Funktion MusicCast rückt der RX-A670 ins Zentrum eines umfassenden Wiedergabenetzwerks.

Besonders schön ist dieMusicCast-Option, verschiedene Szenarien festlege zu könnenn. Über die vier „Scene“-Tasten lassen sich entsprechend viele Setups einrichten, um zum Beispiel eine Party auf Knopfdruck mit einer zuvor zusammengestellten Playlist zu versorgen oder beim Grillabend nur auf der Terrasse und in der Küche etwas entspannte Hintergrundmusik abzuspielen – da sind der persönlichen Individualität so gut wie keine Grenzen gesetzt. Erfreulicherweise ist das Anlegen sehr benutzerfreundlich gehalten, schließlich wird MusicCast ganz bequem per Smartphone gesteuert. Die dazu benötigte App „MusicCast Controller“ gibt es kostenlos zum Download im Apple-AppStore sowie bei Google Play.

Die Installation ist fast ebenso einfach: Zunächst bindet man den RX-A670 via App als MusicCast-Komponente ins Netzwerk ein. Am AV-Receiver selbst muss man nun lediglich die „Connect“-Taste (links neben dem Aux-Eingang in der Front) für fünf Sekunden drücken. Daraufhin kann das gewünschte Netzwerk ausgewählt werden – ggf. muss noch das benötigte Passwort eingegeben werden. Zuletzt lässt sich dem gerade installierten Gerät zur besseren Identifikation noch ein Name (z.B. vom Raum, in dem es genutzt wird) zuweisen, bevor auch weitere Komponenten (falls vorhanden) auf dieselbe Art und Weise hinzugefügt werden.

Zugang zum Heimnetzwerk bekommt der RX-A670 via Ethernet-Kabel oder drahtlos über das integrierte WiFi-Modul.

Zugang zum Heimnetzwerk bekommt der RX-A670 via Ethernet-Kabel oder drahtlos über das integrierte WiFi-Modul.

Ist das erledigt, lässt sich der RX-A670 nahezu vollständig via App steuern. Sämtliche Quellen stehen auf dem Smartphone zur Auswahl und werden mit einem einfachen Fingertipp ausgewählt. Hier könnte auch die Fernbedienung noch mithalten, spätestens beim Navigieren durch Radiosender oder die Musiksammlung auf dem NAS-Laufwerk ist der „MusicCast Controller“ aber um Längen attraktiver und komfortabler. Auch das Anpassen von Lautstärke, der Klangprogramme und des Equalizers funktioniert hier wesentlich intuitiver – hier lädt Yamaha förmlich zum Experimentieren ein.
Hauptaufgabe der App ist allerdings die gemeinsame Steuerung mehrerer Komponenten via Multiroom-Funktion. Dazu werden die gewünschten Geräte mittels „Link“-Funktion (nur verfügbar bei mindestens zwei MusicCast-Geräten!) zu einer Wiedergabe-Gruppe verbunden (s. Video ab 0:53). Zunächst wählt man dafür die Raum-Übersicht aus und tippt links oben das „Link“-Symbol an. Nun wird ein „Master Room“ festgelegt, in unserem Fall ist dies der RX-A670 – seine Quellenvielfalt prädestiniert ihn logischerweise für diesen verantwortungsvollen Job. Die anschließend ausgewählten „Link Rooms“ werden nun ebenfalls mit dem vom AV-Receiver empfangenen Signal versorgt. Das Schöne dabei: MusicCast unterstützt nicht nur eine breite Auswahl von Audioformaten sondern vor allem auch hochauflösendes Material, z.B. HiRes-Files mit 192kHz/24-bit für einen besonders hohen Hörgenuss. Bereits in der Gegenwart sind solche Formate weit verbreitet, in Zukunft werden diese aber sicherlich noch relevanter, zum Beispiel wenn sich entsprechende Streaming-Dienste als Primärquelle für die persönliche Musikauswahl etablieren. Exakt auf diese Quell-Option bietet der „MusicCast Controller“ sogar schon Direktzugriffe, vertreten sind Spotify, Juke, Qobuz, Tidal und Deezer. Mehr als genug Auswahlmöglichkeiten also, um direkt in die Netzwerk-/Multiroom-Welt einzutauchen.

Aufbau leicht gemacht

Bevor wir aber das MusicCast-Netzwerk nutzen  können, kümmern wir uns natürlich noch um den Anschluss der Lautsprecher und der nötigsten Quellen. Zum Glück ist das kein großer Aufwand. Ein sehr großer Pluspunkt des AV-Receivers ist schließlich seine Nutzerfreundlichkeit, die ihn auch für Einsteiger ungemein attraktiv macht. Eigentlich muss man lediglich die nötigen Kabel anschließen und schon läuft der Laden, so wie man das von seinem klassischen HiFi-System kennt. Ja, der RX-A670 bietet eine Menge Optionen und natürlich wird man diese nicht auf den ersten Blick wie im Traum beherrschen. Aber man muss eben auch nicht erst tagelang zentimeterdicke Bedienungsanleitungen durchforsten, um wenigstens ein kleines Erfolgserlebnis zu haben.
Ein konkretes Beispiel: Wer den RX-A670 als Schaltzentrale für ein kleines Wohnraumkino nutzen möchte, tut dies in der Regel in Verbindung mit einem 5.1-System, einem TV-Gerät und einem Blu-ray-Player. Dazu werden einfach die Lautsprecherkabel an den entsprechenden Schraubklemmen befestigt, der Subwoofer per Mono-Cinch-Kabel mit dem Subwoofer-Ausgang 1 verbunden, der Fernseher per HDMI-ARC-Port angeschlossen und der Blu-ray-Player ebenfalls via HDMI-Kabel mit dem HDMI-Eingang 1 konnektiert. Das war es im Prinzip, jetzt nur noch das Stromkabel anschließen, einschalten und schon ist die Basis geschaffen. Zeitlich ausgedrückt dürften zwischen Auspacken und Inbetriebnahme durchschnittlich ca. 15 Minuten liegen – wer seine Kabel erst noch hübsch ordnen möchte, braucht vielleicht etwas länger. Grundsätzlich ist das aber eine extrem kurze Vorbereitungszeit und sogleich ist man noch motivierter, sich ausführlich mit all den Möglichkeiten zu befassen, die der RX-A670 an Bord hat.

Der Anschluss von Lautsprechern ist trotz der vielleicht für einige Hände zu eng beieinander liegenden Schraubklemmen schnell erledigt.

Der Anschluss von Lautsprechern ist trotz der vielleicht für einige Hände zu eng beieinander liegenden Schraubklemmen schnell erledigt.

Wirkungsvolle Klangprogramme

Insbesondere die zahlreichen Klangprogramme des AV-Receivers wecken auch unseren Entdeckergeist. Dank der Yamaha-Technologie Cinema DSP 3D erzielt man über sie spielend leicht effektive Klangverbesserungen. Der RX-A670 hat da gleich mehrere Möglichkeiten für Film, TV und Musik im Angebot. Die großen Blockbuster lassen sich dabei in der Regel am besten über das Programm „Spectacle“ genießen, das einen erweiterten Klangraum mit großem Dynamikbereich produziert und auf Breitbildformate ausgelegt ist. So kommen besonders actionreiche Filme wie etwa „London Has Fallen“ perfekt zur Geltung, da der RX-A670 allen Bestandteilen des Spektakels eine entsprechende Bühne bietet. Vor allem die am Stück gefilmte Schießerei beim Sturm auf das Versteck der Terroristen gewinnt in dieser Einstellung enorm an Wucht und breitet sich raumfüllend bis in den letzten Winkel aus. Obendrein klingen die einschlagenden Kugeln merklich intensiver und dank des präsentierten Detailreichtums stellt man erst mal fest, wie viele Schützen hier eigentlich beteiligt sind.

Zum optimalen Klang trägt auch die verbesserte Konstruktion der Standfüße bei.

Zum optimalen Klang trägt auch die verbesserte Konstruktion der Standfüße bei.

Der RX-A670 hat aber noch ein paar DSPs zu bieten. Das Programm „Sci-Fi“ eignet sich beispielsweise nicht nur für die akustische Reproduktion reiner Science-Fiction-Filme mit Weltraum-Schlachten, sondern genauso gut für Comic-Verfilmungen wie „The Dark Knight Rises“. Schließlich steht hier nicht der Schauplatz im Fokus, sondern eine saubere Trennung zwischen Dialogen, Spezialeffekten und Filmmusik, die in virtuellen Klangräumen stattfinden. Das zeigt sich sehr gut in den Batman-Filmen unter Christopher Nolans Regie, die alle drei Aspekte gekonnt miteinander verknüpfen. Besonders die bei Batmans Auftauchen einsetzende, eindringliche Musik kommt dank des DSPs nun besonders intensiv zur Geltung. Als der von der Polizei in eine Sackgasse gedrängte Held von Gotham mit „The Bat“ auf dem Luftweg entkommt, zeigt sich der RX-A670 mit einer grandiosen Performance, was in ihm steckt. Der Subwoofer bekommt ebensoviel zu tun. Vom RX-A670 angetrieben, sorgt er im Verbund mit dem Surround-System dafür, dass es sich tatsächlich so anfühlt, als stünde man inmitten der verblüfften Polizisten, die dem über ihre Köpfe hinweg donnernden Batman nur fassungslos hinterher schauen können.

Die ebenfalls sehr edle Fernbedienung wird dank Smartphone-Steuerung vermutlich eher selten gebraucht.

Die ebenfalls sehr edle Fernbedienung wird dank Smartphone-Steuerung vermutlich eher selten gebraucht.

Wer es weniger rasant mag, kann natürlich auch auf weniger ausufernde Klangprogramme zurückgreifen und auch mal ein Drama mit Fokus auf Stimmen und kleineres Details genießen. Alternativ lässt sich mit dem Programm „Sports“ der TV-Klang verbessern. Letzteres eignet sich insbesondere bei Sportübertragungen sowie Unterhaltungsshows. Hier werden Kommentar oder Moderation verständlich ins Zentrum der Wiedergabe gestellt, während die Atmosphäre in Stadion oder Studio über die seitlichen und rückwärtigen Lautsprecher ebenfalls nicht zu kurz kommt. Seine Bewährungsprobe besteht der RX-A670 direkt zum Heimspielauftakt des FC St. Pauli gegen Dynamo Dresden – mit dem berühmten „Hell’s Bells“ zum Einmarsch der Mannschaften liefert er auch gleich das ideale Paradebeispiel dafür, wie auch zuhause echte Stadionatmosphäre aufkommen kann.

Der RX-A670 bietet selbstverständlich auch reichlich Anschluss-Möglichkeiten für reine Audioquellen.

Der RX-A670 bietet selbstverständlich auch reichlich Anschluss-Möglichkeiten für reine Audioquellen.

Gaming ist in der heutigen Zeit ein weiterer wichtiger Aspekt, schließlich kommt heutzutage kaum ein Wohnzimmer ohne Spielkonsole a la Playstation oder X-Box aus. Entsprechende Videospiele können mittels zweier DSPs klanglich nochmals optimiert werden, hier stehen die Presets „Action Game“ und „Roleplaying Game“ zur Auswahl. Letztere Option eignet sich vor allem, sobald die Hintergrundmusik ein wesentlicher Bestandteil des Spiels ist – dieses DSP zeigt also durchaus Parallelen zum „Sci-Fi“-Programm. In Sachen Musikalität ist der RX-A670 allerdings nicht nur auf die Wiedergabe von Filmsoundtracks beschränkt, er ist auch für die reine Musikwiedergabe hervorragend vorbereitet. Und auch dafür hat er diverse Klangprogramme an Bord, die angefangen bei riesigen Konzerthallen und -sälen bis hin zu kleinen Clubs reichen. Hier hängt es natürlich stark davon ab, was gefällt, denn eine Rockband klingt in der Wiener Konzerthalle vielleicht nicht so berauschend wie ein großes Philharmonie-Orchester, das klassische Musik darbietet und sich wiederrum im kleinen Live-Club ziemlich eingeengt fühlen würde …

Fazit

Zukunftssicher sollte ein AV-Receiver sein und das ist der RX-A670 von Yamaha ohne Frage. Die umfangreiche Ausstattung mit großer Quellenvielfalt, MusicCast-Multiroom-Funktion und diversen Möglichkeiten zur Klangoptimierung genügt selbst den Ansprüchen weniger bescheiden aufgestellter Zeitgenossen und stellt so manchen Konkurrenten aus dieser Preisklasse in den Schatten. Kein Wunder, schließlich ist die unverbindliche Preisempfehlung von 749 Euro äußerst moderat ausgefallen und lässt uns dem RX-A670 ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis attestieren. Letzteres wird zudem von einer mindestens ebenso exzellenten Verarbeitung und einem sehr modernen Design ergänzt, so dass Yamaha hier absolut zu Recht von einem Premium-AV-Receiver sprechen darf.

Test & Text: Martin Sowa
Fotos: www.lite-magazin.de, Herstellerbilder

Gesamtnote: 1,0
Klasse: Oberklasse
Preis-/Leistung: sehr gut

96 %

95 %

96 %

170813.Yamaha-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Yamaha RX-A670
Gerätekategorie:7.2-AV-Receiver
Preis:749,00 Euro
Ausführungen:- Schwarz
- Titanium
Vertrieb:Yamaha, Rellingen
Telefon: 04101 / 30 30
www.yamaha.de
Abmessungen (HBT):- 161 x 435 x 330 mm (ohne Antenne)
- 225,5 x 435 x 330 mm (inkl. Antenne)
Gewicht:8,3 kg
Eingänge:4x HDMI
1x YPAO-Mikrofon
1x USB
1x Aux (3,5-mm-Klinke)
1x FM-Antenne
1x AM Antenne
Bluetooth
WLAN
Ethernet
1x optischer Digitaleingang
1x koaxialer Digitaleingang
1x AV (koaxial, Video-Cinch)
2x AV (Cinch)
1x Audio (Cinch)
Ausgänge:1x HDMI (Monitor-Out, eARC)
2x Subwoofer-Out
1x Monitor Out (Video-Cinch)
1x Kopfhörer-Ausgang
7x Lautsprecher-Klemmen
Ausstattung:- Cinema DSP
- Dialog Level Adjustment
- 7.2-Verstärkereinheit mit Bi-Amp und Zone 2
- Virtual Presence Speaker
- Virtual Surround Back Speaker
- Dialogue Lift
- SILENT CINEMA / Virtual CINEMA DSP
- Dolby Atmos
- Dolby TrueHD
- Dolby Digital Plus
- DTS:X
- DTS-HD Master Audio
- Dolby Surround
- Compressed Music Enhancer
- YPAO sound optimization
- Adaptive DRC (Dynamic Range Control)
- Initial Volume & Maximum Volume Setting
- A.R.T. Wedge
- ECO-Mode
- Audio Delay (0-500 ms)
- 192kHz/24-bit Burr-Brown-DACs für alle Kanäle
- 4K Ultra HD Pass-through and upscaling
- HDMI 3D passthrough
- HDMI Audio Return Channel
- HDMI upscaling
- Deep Color/x.v.Color/24Hz Refresh Rate /Auto Lip-Sync
Lieferumfang:- Fernbedienung inkl. Batterien
- Netzkabel
- Radioantennen (AM und FM)
- YPAO-Mikrofon
- CD-Rom mit Bedienungsanleitung
- Quick-Start-Guide
Besonderheiten:- App Control via "MusicCast Controller"
- integrierte 7.2-Verstärkereinheit
- MusicCast-Funktion
- 4K- und Dolby-Atmos-fähig
- 1080p-Upscaling auf 4k
- "Virtual Surround Back Speaker"-Funktion
- Bluetooth/AirPlay
- Zugriff auf Internetradio (vTuner) und diverse Streaming-Dienste
Benotung:
Klang (60%):1,0
Praxis (20%):1,0
Ausstattung (20%):1,0
Gesamtnote:1,0
Klasse:Oberklasse
Preis-/Leistung:sehr gut

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