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Redakteur
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Brett drunter, Klang besser: Das klingt nach Voodoo, ist aber pure Physik. Audio-Komponenten können zur Bestform auflaufen, wenn ihre mechanischen Schwingungen absorbiert werden und sie von Vibrationen des Untergrunds entkoppelt sind – etwa durch Geräte-Basen. Ein solcher Klangoptimierer ist die Creaktiv Sound Control – und dieser audiophile Untersteller bietet dazu ein erstaunliches Tuning-Plus.

Die Creaktiv Sound Control sorgt als Absorber-Basis unter HiFi-Komponenten für ein einfach-effektives Klangtuning.

Es hat sich mittlerweile als Basis-Wissen etabliert: HiFi-Komponenten sind klangschädlichen Schwingungen des Untergrunds und der Umwelt ausgesetzt. Zudem erweisen sich die Geräte selbst als Vibrations-Verursacher, etwa durch den Transformator des Netzteils oder, beim CD-Player und Plattenspieler, durch die Rotation des Motors und des Laufwerks. Werden diese Erschütterungen absorbiert, agieren die Komponenten störungsfreier und können ihr vorhandenes Klangpotenzial ausspielen. Dies erreicht man etwa durch speziell dafür konzipierte Basen, die unter die Geräte gestellt werden. Das in Bad Honnef beheimatete Traditionsunternehmen Creaktiv bietet, neben Rack-Systemen wie dem Creaktiv Audio 1-4, ein umfassendes Portfolio solcher Basen und weiterer Lösungen für das Klang-Tuning an. Die neueste Entwicklung im Bereich der Absorber-Platten ist nun die Sound Control – und diese beidseitig nutzbare Basis betrachten wir nun näher.

Durch das dezente Design integriert sich die Basis gut in das heimische Ambiente.

Dezente Optik mit noblem Schimmer

Wir haben für unseren Test gleich ein Paar der Sound Control geliefert bekommen. Beide Basen besitzen die Maße 44 mal 40 mal zwei Zentimeter. Creaktiv bietet die Sound Control auch in anderen Größen an und fertigt zudem auf Wunsch nach Sondermaßen. Unsere Version ist die Standard-Ausführung SC 440, sie eignet sich also prima für Komponenten mit der bei HiFi-Geräten üblichen Breite von 43 Zentimetern. So passt die Sound Control auch prima in HiFi-Racks. Hierzu trägt ebenso die geringe Bauhöhe bei. Selbst eng dimensionierte Regalfächer sind somit kaum ein Thema. Die schlanke Anmutung verhindert überdies, dass die Basis optisch mit dem Player oder Verstärker konkurriert, der auf ihr thront. Diese Dezenz wird durch die Farbgebung unterstrichen. Zur Wahl stehen Weiß, Grau und Schwarz. Wer es noch passgenauer oder doch auffälliger wünscht, bekommt auf Anfrage aber auch eine andere Kolorierung. Unsere Basen sind in Schwarz gehüllt, wobei das eher ein dunkles Anthrazit ist. Der Überzug der Basis besteht aus einer Folierung. Sie erscheint auf den ersten Blick matt, doch bei Lichteinfall entfaltet sie einen sanft funkelnden Schimmer. Er verleiht dieser Oberfläche eine schöne Tiefe und Hochwertigkeit. Die Verarbeitung der Folierung ist sauber, auch an den leicht gerundeten Ecken und Stoßkanten.

Durch die geringe Höhe eignet sich die Basis auch gut für den Einsatz in HiFi-Racks.

Eine Basis, zwei Klang-Effekte

Was nun unter diesem Überzug steckt und die absorbierende Wirkmacht der Sound Control ausmacht, bleibt verborgen. Creaktiv spricht von einem neu entwickelten, sehr leichten und resonanzarmen Werkstoff, der durch drei aufeinander abgestimmte Einlagen in Verbindung mit den sehr harten Oberflächen äußerst wirksame Dämpfungseigenschaften erziele. Die Leichtigkeit des Seins können wir sofort bestätigen: Die Sound Control wiegt gerade mal 884 Gramm. Der Materialmix aus resonanzarmem Werkstoff und aufeinander abgestimmten Einlagen verspricht nun die Absorption von Resonanzen und Vibrationen, darüber hinaus aber auch ein Klangtuning. Die Sound Control kann nämlich beidseitig genutzt werden, und das soll verschiedene Effekte erzielen. Liegt die Basis so, dass das applizierte Firmenlogo auf der Stirnseite rechts ist, nutzt man die Sound Contol im neutralen Modus, der im Normalfall zu bevorzugen ist. Dreht man die Basis nun jedoch um, so dass das Logo links sitzt, sorgt die Sound Control für mehr Präsenz im Hochmittelton. So sollen mögliche Schwächen im Zusammenspiel der Komponenten ausgeglichen werden können. Um beim „Platten wechsle dich“ die Oberflächen zu schonen und ein Verrutschen zu verhindern, wird jede Basis mit fünf selbstklebenden Moosgummi-Pads geliefert. Dieses Wechselspiel soll nämlich überall seine Wirkung erzielen: Im Rack, auf dem Regal, erst recht auf dem blanken Fußboden. Das testen wir nun mal.

Die Basis ist beidseitig nutzbar und bietet so zwei verschiedene Klang-Optionen. Welche Option man gewählt hat, verrät die Position des Firmenlogos.

Die Creaktiv Sound Control in der Praxis

Natürlich starten wir erst mal ohne Basen. Der CD-Player steht auf dem Ikea-Lowboard, der Transistor-Vollverstärker Arcam FMJ A-29 hingegen davor auf dem Fußboden. So hören wir über unser Audio Physic Tempo 3i den Song „Kanskje“ von der norwegischen Sängerin und Liedermacherin Kari Bremnes. Ja, so kennen wir diese ausgezeichnete Produktion: Klar, transparent, räumlich, mit wunderbar voluminösem Bass. Nun unterlegen wir den Verstärker mit der Sound Control – und staunen nicht schlecht: In allen vier Disziplinen hat die Wiedergabe eine Veränderung erfahren. Die Stimme von Kari Bremnes ist nun etwas präsenter, Frau Bremnes scheint eine halben Schritt auf uns zugegangen zu sein. Dazu treten die zahlreichen akustischen Einsprengsel, mit denen dieser Song immer wieder das Ohr kitzelt, nun noch klarer hervor. Der akustische Raum, in dem sich die Synthesizer-Sounds und die elektronischen Geräusche ausbreiten, hat mit einem Mal mehr Weite und Tiefe. Die Wirkung des tollen Halls, mit dem diese Aufnahme versehen wurde, ist also intensiver geworden. Beim Bass hingegen erweist sich die Veränderung als zwiespältig: Zuvor besaß der Tiefton etwas mehr Volumen, war aber auch undefinierter. Nun ist er etwas drahtiger, hat jedoch mehr Kontur. Das ist erst mal gewöhnungsbedürftig, erweist sich aber insgesamt als Plus, weil andere Aufnahmen von der definierteren Basswiedergabe deutlicher profitieren. Das merken wir bei George Gershwins Klavierkonzert, das Kirill Gerstein und das St. Louis Symphony Orchestra in der Powell Hall von St. Louis spielen. Mit der Sound Control hat das überaus perkussiv angelegte Allegro Adagio, bei dem selbst das Klavier eher wie ein Schlaginstrument anmutet, mehr Zug, mehr Attacke, der straffere Bass unterstützt hier die Knackigkeit des Klangbild.

Zur Schonung der Oberfäche und des Untergrunds dienen Anti-Rutsch-Pads aus Moosgummi. Die selbstklebenden Pads bringt man natürlich erst auf, wenn man sich für eine der beiden Klangtuning-Optionen, die die Absorberplatte bietet, entschieden hat.

Mehr Frische, Dynamik und Drive

Tauschen wir mal das Kraftwerk und setzen nun den Röhrenverstärker LM-211IA von Line Magnetic ein, der demnächst bei uns im Test erscheinen wird. Hier treten die Unterschiede noch deutlicher zutage, vor allem: Nun gewinnt auch der Bass bei Kari Bremnes „Det Vi Har“. Der LM-211IA liefert per se einen opulenteren, aber weicheren Tiefton, da kommt die Zähmung durch die Sound Control gerade recht. Nun drehen wir den Spieß … äh… die Basis mal um: Ja, der versprochene Gewinn an Präsenz im Hochmittelton ist wirklich hörbar. Der Klang besitzt nun eine minimal größere Frische, die Wiedergabe wirkt etwas freier und luftiger. Die Wirkung hängt aber offenbar vom Gerät und seiner Platzierung ab: Beim Transistor-Amp ist auch hier der Unterschied geringer als beim Röhrenverstärker, bei bodenständigen Komponenten ist der Effekt größer als bei Geräten auf dem Sideboard oder in einem HiFi-Rack wie dem Creaktiv Audio 1-4. Da wir ja noch eine zweite Sound Control haben, kommt nun auch unser CD-Player in den Genuss eines absorbierenden Untersatzes – und wir kommen in den Genuss einer abermaligen Verfeinerung: Kari Bremnes erscheint noch präsenter, die elektronischen Sounds prägnanter, der Hallraum weitläufiger. Die Unterschiede fallen beim Zuspieler aber geringer aus als bei den Verstärkern. Das ändert sich schlagartig, nachdem wir als Quelle einen Plattenspieler wählen, erst den Thorens TD 402 DD, dann den Rega Planar 3. Auf den Teller kommt „Morph The Cat“ von Donald Fagen, und diese blendend produzierte, besetzungsstarke Nummer klingt mit untergeschobener Basis signifikant besser: Der Bass behält das Volumen seines berüchtigten Tieftons, hat nun aber deutlich mehr Kontur und Wirkmacht. Die ganze dreizehnköpfige Band spielt mit mehr Dynamik und Drive, das dichte, komplexe Klanggeschehen gewinnt merklich an Durchsichtigkeit. Das Schlagzeug hat mehr Punch, die HiHat, aber auch die Becken klingen definierter. Insgesamt spüren wir bei der Wiedergabe auch einfach ein Mehr an Ruhe und Souveränität. Hätten wir damit mal den Test begonnen! Aber so kommt halt das Beste zum Schluss.

Unter dem Plattenspieler Thorens TD 402 DD und unter dem Röhrenverstärker LM-211IA von Line Magnetic hat die Creaktiv Sound Control eine besonders effektive Klangverbesserung bewirkt.

Fazit

Brett drunter, Klang besser – mit der Creaktiv Sound Control funktioniert es. Diese Basis absorbiert wirksam klangschädliche Vibrationen von hochwertigen HiFi-Komponenten und entkoppelt sie von Schwingungen des Untergrunds. Das schlägt sich in einem transparenteren, detailreicheren Klang nieder, der zudem ein Mehr an Definition und Dynamik besitzt. Darüber hinaus bietet die Sound Control als Clou ein Tuning-Plus: Die Basis lässt sich wenden, wodurch zusätzlich eine etwas größere Präsenz im Hochmittelton erreichbar ist. Dies kann, je nach Komponente und Aufstellungsort, eine abermalige Performanz-Steigerung bewirken. Aber auch ohne dieses Wendemanöver beschert die Sound Control einen klanglichen Zugewinn, der, gerade mit Blick auf den Preis, eine echte Empfehlung wert ist.

Test & Text: Volker Frech
Fotos: Philipp Thielen

Gesamtnote: Empfehlung
Preis/Leistung: gut

94

93

94

200427.creaktiv-Testsiegel

Technische Daten

Modell:Creaktiv
Sound Control
Produktkategorie:Gerätebasis, Absorberplatte
Preise:- SC Mini (250 x 140 x 20mm): 79,00 Euro
- SC Power (480 x 140 x 20mm): 129,00 Euro
- SC 440 (440 x 400 x 20mm): 199,00 Euro
- SC 500 (500 x 480 x 20mm): 239,00 Euro
Garantie:im gesetzlichen Umfang
Ausführungen:- Schwarz
- Grau
- Weiß
- Sonderfarben auf Anfrage
Vertrieb:Audio Selection Creaktiv, Bad Honnef
Tel.: 02224/949930
https://www.creaktiv-hifi.com/
Abmessungen (HBT):- SC Mini (20 x 250 x 140 mm)
- SC Power (20 x 480 x 140 mm)
- SC 440 (20 x 440 x 400 mm)
- SC 500 (20 x 500 x 480 mm)

Sondermaße auf Anfrage
Belastbarkeit:max. 30 kg (Modell SC 440, Gesamtbelastbarkeit, keine Punktbelastung)
Gewicht:0,88 kg (Modell SC 440)
Lieferumfang:- Creaktiv Sound Control
- 1 Satz (5 Stk.) Anti-Rutsch-Pads (Moosgummi, selbstklebend)
Pros und Contras:+ Zugewinn an Transparenz, Definition und Dynamik durch Dämpfung mechanischer Schwingungen
+ 2 verschiedene Klang-Effekte erzielbar (neutral/mehr Hochmittelton-Präsenz)
+ dezentes Design, geringe Basishöhe
+ 4 verschiedene Größen erhältlich

- Wirkungsintensität hängt von Audiokomponenten und Aufstellungsort ab
Benotung
Gesamtnote:Empfehlung
Preis-/Leistunggut

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